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Full text of "Kritik und Erklärung der Horazischen Gedichte"

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:■' ST 



VlMMm fcincntii üu 



KRITIK 



UND 



ERKLÄRUNG 



der 



horaziscl^ii efedlchle. 



Von 



Fünfter Theil: 



Naöhträge und Berichtigungen, mit besonderer 
Berücksichtigung Yon Orelli's zweiter Ausgabe. 

Begister. 



Braunscliweig^, 

Verlag von G, C. E. Meyer seit. 

18 4G. 



I 



1 NACHTRÄGE 



i 






UND 'v> 



V r .' 



'•> i 



BERICHTIGUNGEN 



ZUR ERKLÄRUNG DER HORAZISCHEN GEDICHTE , 

BBSOIVDERS DER ODEN, 

t 

mit besonderer Berücksichtigung von Orelli^ 

zweiter Ausgabe. 



Von 



H. Dttntzer. 



BFannsehirelSf 

Verlag v-on G. C. E. Heyer sen. 

m8 4G. 



Other pMfs W6 admbe; but thert U not %mj of the atitient poets, 
that i should wish to have been acqaainted wlth ao mach, as Horace. 
One cannot be rery converMUid wlth hls wxitlngs wlthout having 
(il«iid«blp for the mm. 

Spence. 



im 



• ebeke's Venuehe ma Brkliniiif «dBamMbition 
horasigcbcfi^: Stellen (vgl; B«I, 889 f* ZdtBchr. t di A.W;' 
1839, UM) habe ich ttbeTganfen. Lindau'i» Meueste» 
Programm über einzelne horazische SteUen kam mir erst 
in diesen Ta^en zu; ich muss es aber anderen überlassen 
über, die dort vorgetragenen neuen Ansichten ssn berich- 
ten. Streuber's AMiandltmg ,,über die Chronologie der 
horazischen Dichtungen^' (1843} ist unbedeutend, was sich 
wegen der wnsprünglidien Bestiwmimg derselben für das 
schweizerische Museum für Geschichte und Litteratur ei- 
nigermassen eatechuldigen lasst. . Bedevteiider ist der Auf- 
satz von Thomas Dyer: on the chronolog}' of tfie Ho- 
ratian Poen^ im Classicai Aliiseum II, 187 ff. ^). 



*) Ick mvM bier nooh ge%tn ein paiir EnlfltelloBg^ii, die sich 
neillich Ohbarios in der Anzeig« des vierten Bandes mei- 
nes Uora« erlaabt hat, pvotestiren. b b a r i u s behauptet, ich 
habe den Commentar iron Sehmid, gegen den ieh mir hä- 
Bische Ansillle erlaube, nnd dt« fam^iaria inlerpt^UtHo von 
Orelli ausgebentet. Dies ist eine arge, mein Verbältniss zu 
beiden Eriilärern entstellende Unwahrheit. Orelli nnd S e h m Id 
haben beide wenig eigenes Material zur Erklfirung beig». 
bracht; sie fussen hierin durchaus auf ihren Vorgftngern^ die 
sie weder sorgfältig, noch vollstfindig verglichen haben. An 
den Stellen, wo sie etwas Eigenes bringen, was selten der 
Fall ist, habe ich dies angegeben. Schmid hat oft ganze 
Seiten aus Haber feldt nur mit etwas veränderter Wortstel- 
lung, ohne diesen zu nennen , abgeschrieben (vgl. nur die B. 
IV, 118. 161. 228. 237. 277. 279. 281. 288. 293. 297. 301. 
3-17. 322 bemerkten Stellen^ , auch F o r c e 1 1 i n i's Gelehrsam- 
keit zuweilen mit sonderbaren Versehen , wie in der Piote 
Aber eompeseere epist. II, 2, 122, zur Schau getragen, was ich 
an den betreffenden Steilen erwähnen musste. Obbarius 
zwingt mich leider hier darauf zurüekznkommen. Dass ich mir 
aber hämische Ausfälle gegen Schmid erlaube, ist ein unbe- 
dachter Vorwurf von Obbarius, den selbst seine freund- 
sobaftliehe Verbindung mit Herrn Schmid nicht entschuldl-. 
gen kann. Ich fordere Herrn Obbarius aiif mir irgend 
eine hämische Bemerkung gegen Schmid nachzuweisen. 
Ich habe nur das thatsäch liehe Verbältniss aufgedeckt, was 
vaa so «öthiger war, als sehr häufig das als Eigenthum des 
Herrn Schmid angeführt wird, was dieser aus dem verges- 
senen und vielgeschmähten Uaberfeidt genommen hat. 



Einem mehrfach geHusserten Wunsche zu euti^rechen 
habe ich ein Reg^ister über die im Werke enthaltenen sach- 
lichen und sprachlichen Bemerkungen hinzugefügt 



r e 1 i i scheint freilich S c h in i d's Commentar zu Grunde gelegt 
zu haben Ehen so unwahr ist der zweite Vorwurf von 
Obbarius^ ich spreche nur ah, ohne auf eine tiefere sprach- 
liche oder sachliche Erörterung einzugehn Ueberail hahe ich 
in den Episteln den Sprachgebranch durch Parallelstellen nach- 
anweisen und das Sachliche, oft mit sorgfältigstem Eingehen 
anf das Einzelste, in's Liebt zu setzen gesucht. Kein wichti- 
ger Punkt ist hier unerörlert und alles, was bisher von den 
Erklarern beigebracht worden, wenn nicht mit absoluter, doch 
mit grosser Vollständigkeit, durch Eigenes vermehrt, gegeben, 
riirgends spreche ich ohne Weiteres ab ; die Erklärung ande- 
rer widerlege ich da, wo sie nicht durch den von mir nach- 
gewiesenen Zusammenhang widerlegt werden. Wenn Obba- 
riu s über meine „tiefere Auffassung** spotten zu dürfen glaubt, 
^0 müssen wir ihm bemerken, dass diese in d«r Nachweisung des 
innera Zusammenhanges und der feineren Bcxisbungen besteht, 
was freilich „manche** wie ich wohl wus'ste, wenig küm- 
mert. Die Anzeige. von Obbarius is4 nur zu geeignet die 
ganz falsche Ansicht über mein Buch zu verbreiten^ dass es 
nicht aus gründlichen Studien hervorgegangen sei , oin Vor- , 
wurf, den ich um so be»tinirater von mir abwehren muss, als 1 
ich mit der angestrengtesten Thätigkeit alle Mittel, die mir zu < 
Gebote standen, benutzt und das vollstaudige, berichtigte und 
bedeutend vermehrte Material geliefert habe. Wer sieh mit 
solcher Mühe, wie ich, durch das massenhc^fte Material , wo 
oh die Berichtigung eines Citals lange Zeit kostete, dütchge- ' 
arbeitet und es zu bequemer Benutzung geordnet hat, muss sich | 
durch solche Ungerechtigkeit tief verletzt fühleu Wie leiclit ' 
es sich übrigens Obbarius gegen mich macht, mag man ' 
aus unten S. 288 ff. ermessen. Eine ehrenhafte, auf das Ge- , 
leistete eingehende Beurtheilung wird mir auch, wenn sie nn. 
günstiger ausfallen sollte, immer scbfttzenswerth sein; eine 
/mit leichter Mand abfertigende, die mich ^urch den hiagewoi^ 
fenen Brocken meines „schönen Talentes** begütigeu soll, 
würde ich keines Wortes würdigen , griffe sie nicht meine 
Ehre und die heiligste Pflicht, die der Wahrheit, an. Weite- 
ren Entstellungen und Verunglimpfungen , von welcher Seite y 
sie auch kommen mögen, werde ich standhaftes Stillschweigei. i 
entgegensetzen* 

H. Dttntzer« 



T o r w o r t 



Molestum est reprehendere^ molestum Tf^^rehensionem redarguere. 

Bo eCkb. 



Zur Herausgabe dieses nachträglichen fünften Bandes 
fühlte ich mich besonders durch den Wunsch veranlasst, 
aber manche Oden meine jetzt gewonnene Ansicht ausjKUspre- 
chen und anderes, das ich wegen der bei Erklärung jener 
Gedichte mir vorgesetzten Kürze nicht ausführen konnte^ 
näher 2u begründen. iKe höchst ungerechte und unge- 
bührliche , schon von Dillenburger an mehreren Stel- 
len gerügte Benutzung meiner horazischen Studien in Or el* 
1 i's zweiter Ausgabe, welche ich nicht stillschweigend dulr 
den zu dürfen glaubte, beschleunigte die Ausführung, ^s 
ich die Erklärung der Oden herausgab, glaubte ich um so 
mehr eine freundliche Aufiiahme von Seiten Orelli's er- 
warten zu dürfen , als ich in sehr vielen Stellen , über 
welche eine andere Ansidit herrschte, auf meinem Wege 
zn derselben Auffassung und Beurtheiiung , wie Orelli, 
gekommen war; denn, musste ich es auch aussprechen, 
dass die Einsicht in das Wesen der horazis<^n Oedichte* 
Svenig von ihm gefordert word<»i, so durfte ich doch hof- 
fen, er werde meine Leistungen vorurtheilsfrei prüfen und, 
was sich als richtig bewähren sollte , gern anerkennen. 
Aber Orelli fühlte sich gereizt, er fand sich beleidigt, 
besonders weil ich bei den von ihm weniger sorgfiütig 



VI 



durchgearbeiteten , i>bgleich in manchen Beziehung»! viel 
schwierigeren Satiren und Episteln in sehr vielen bedeu- 
tenden Punkten anderer Meinung sein musste. Die Art und 
Weise, auf welche er in seiner zweiten Ausgabe meine 
hovazische Erklärung missbraucht hat, ist mir für ihn 
sdbst unangenehmer, als für mich, da sie nicht dazu bei- 
tragen kann seinen gelehrten Ruf zu erhöhen und den 
geraden Gegensatz zu seiner von vielen gepriesenen Hu- 
mamtat bildet. Herr Orelli i$t so weit entfernt mir für 
die viäen bedeutenden Berichtigungen, die er mir entnom- 
men hat , irgend Dank zu wissen , dass er jede Gelegen- 
heit ergreift, lun mich zu schmähen. Nur an verhältniss- 
mässig wenigen Stellen hat er es für gut gefunden, da^ 
wo er meinen, oft ganz neuen Bemerkungen seinen Bei- 
fall nicht versagen kann, mich zu nennen;^) an sehr vielen 
anderen dagegen, welche ich in den folgenden Naditrägen, 
um seine unglaubliche Ungerechtigkeit in's Licht zu setzen, 
verzeichnen musste, hat er auf meine Anregung seine fllei- 
nung geändei*t und ist stillschweigend der von mir 
»npfohlenen, nicht selten mir allein angehörend^i Erklä- 
rung gefolgt, um bald darauf seinen Unwillen, dass er von 
mir dacf Richtige annehmen musste, ungebührlich auszu- 
lassen. Nur zu häufig hat er meine Ansicht völlig ent- 
stellt, ja die gerade entgegensetzte von derjenigen, wel- 
che ich gebilligt habe,, mir .zuzuschreiben gewagt. Bei 
sdir vielen SteDen hat er meine wohlerwogenen Gründe 
unberührt gelassen und seine Erklärung nur durch unwür- 
dige Schmähungen gestützt, welche an die philologischen 
Klopffechtereien vergangener Zeiten erinnern. Auch hat 
er nicht selten so schwache , nichtssagende, oft geradezu 
falsche und lächerliche Einwendungen gegen mich vorge- 



*) Vgl. B.II S. 11. 76. 89. 94 f. 132. 146. 237. 240. 270 272. 
290. 292. 312 f. 342. 348. 364, 381. 402. 409. 426. 472. 474. 
490. 506 f. 522. 542. 556. 590. 762. 



▼II 



hfmh^ wie sie ihm bei »ttdilerner Betraektunf nickt enU 
faUen seiir würden. Die thaisächliclieii Belege werden die 
Mg^den NachtiÄfe liefern. Dam Orelli sdir hHoAg 
das von mir Gelratene gar nicht beachtet , sondern meine 
Erkll^iBigen, besonders in den Briefe^, wo er das von mir 
reich gesanunelte Material vielfach hfttte benutzen sollen^ 
nur ifiehtrg durchblättert hat, darf ich ihm weniger zum 
Vorwurfe machen. Solcher Ungerechtigkeit gegeniber, 
der sich kdn gewöhnlicher schlechter Recensent, soideni 
ein JWann von Orelli's Verdiensten und ehremverthera 
Character schuldig gemacht hat, Schweigen 2u beobaek«- 
ten, das l^ht als €reständniss der Schuld gedeutet wer- 
den könnte, wäre feige, wie sdir es mich auch schmerjsl 
gerade gegen Orelli auftreten ssn müssen , den ich seit 
früher Jtigend als gründlichen Kenner der alten Sprachen 
sm schätzen gewohnt gewesen, dessen Verdienste ich auch 
in Zukunft stets anzuerkennen bereit sein werde. Idi 
habe den Ton möglichst zu massigen gesudit; wo der- 
selbe dennoch hart scheinen möchte, bitte ich Orelli's 
Aeusserungen zu vergleidi^u und dabei das gerechte Geltihl 
.ertittener Unbill berücksichtigen zu wollen. Ich habe über- 
all die Sache- sprechen lassen und nehme für meine Be*- 
hauptnngen keine grössere Sicherheit in Anspruch, als die 
Gründe, auf M'elche ich sie stütze, ihnen geben können. 

Ausser Orelli's zweiter Ausgabe habe ich auch die 
sons%en Bereicherungen, welche der horazischen Iiittera-* 
tur in neuester Zeit zu Theil geworden , so weit sie mir 
zu Gebote standen, sorgfilltig zu benutzen gesudit, besM^ 
ders die meist gegen mich gerichteten Programme deä 
grilndlichen, der Wissenschaft zu früh entrissenen Gern- 
hard, Lübker's verdienstvollen, an schönen Bemeirkun- 
gen reichen Commentar zu den Oden, Dillenburger's 
wohldurchdachte und glücklich ausgeführte Schulausgabe, 
die Bemerkungen von Franke, Funkhänel, Jahn, 
van Jan, Nägelsbach, Obbarins, Paldamws, 



Tin 

Schill er« ,V«igt, Weber u« a« Ams mgtmcr Lemmg 
4er Atteu ist muelM» InunigeltonaBeo. 

Nftebtrftglich l>e«eike idi F#lgepdes. la iw S^*^ 
reichen Abbacdlmif memes Freitodes Herm JDireetor Dr. 
S.ie 8 el : De Horatii earaiBe lustuBi et tenace» (DüM^ierfer 

m 

Prog^numi 1845) ist eine neue Anpassung und Besiehwif ies 
vielbesprodieuett Gedichtes mit grossen Gesdii«^ veisocht 
werden. Hiernach soll sich das Gedicht auf die Absicht des 
Augnstiis beziehen, die Herrschaft Biederzalegen, welche 
er in einer im Senate gehaltenen Rede zu ei^ennen gege- 
ben hatte, wid Horaip diesen auffordern das miithig witor« 
ttoounene Werk der Herstellung des Staates mit demsel- 
ben keine Schwierigkeiten scheuenden Mnthe 9U Ende zn 
Hihri»; woraus sich folgender Gedankenzusammenhang 
ergebe : Cm rem semel metUe eanceptam persequi in 
fmiHio estf is i?aa a iusiitia iUa tenacUate tum desci-- 
9€atj ne deponiere cansiüum ofgatur incüato civiwn stu^ 
dio ad deteriora rapietdiunL Quare mewutieris illüs^ 
quo8 in deorum numenan recepios poptdus veneratiar 
^uorumque iam tu ascriptus ordim eSj servandis exe* 
quendisque, quae semel ceperanty comiUis ad caebm 
esse evectos. Ipse Quirinus^^ qus nonest, qmcum maiar 
ü^i similiiudo intercedat^ ab Junone dtic, quaminus dl» 
vinis honoribus adficerelur^ rebtctante hac tarnen cmi4i^ 
cionß Marti patri ceteris diis anmientibus permissus 
est, vi ne nimia in Troianos , unde ortus esset^ pietate 
urbem eorum canaretur resütuere. Inculcavit ei , lU 
Trfiiam mdlam iam esse mendmsset imperio in Capi^ 
tolium tr^nslatOf spospondU et inritum fore quemvis 
Troiae ab exitio revocandae conatum et hac tantum 
reRomatas, quod fatis desünatum essei^ eventunan^ ut 
a mmia in. maiores pietate caverent. Uanc tu sequere 
viaiß eorum non curans rumores^ qm hanc a te in ma- 
^nres pietatem efflagitantf ut quae inlerisse constet 
^eque reviviscere non deceat, tnvitis düSj qui nojcq^ 



rz 

rMmrtmpamm cwd^ürum causa isfam in. U fßtesta- 

tem cwtMleruMty audeas e» abliviomt in iweni ,|Mf|lni- 

keye. Hi^geg^n bemerken wpr , d«|s June ism Qiiirimv 

keineswegs unter der jBedinguaf , dMs ejr Tjroja 

nichtwieder »«fbane^. sMidern seiner Amim^m wti 

mierschtltteirliehen Kitaft wegen 4ie Upsterbticfakeil gewtth* 

t^m will« Den Eaas > den sie gegen das Geschlecht« des 

Aenefis bisdier gehc^t^ will :flie fahren lassen und depRi^ 

mervolke die Herrschaft der Welt verleihen^ 

wenn es Tr^ja's Mauern nicht wieder aufbaue» 

Die Verheissung der Juno gdit auf die Rdmer aOein^ . uiobt 

auf Aömulus und Augustus, welcher leti^tere nur als .Alur 

ster einer vnersidbtttteffUchen Kraft und Oerecbtigkeit, «durch 

welche Rom allein gross werkten könne, hervorgehoben 

wird. Kiesel fasst am Anfange cKe Gerechtigkeit als 

Hau]4pnnkt auf, wogegen uns auf tenactm der Nacshdruck 

0U liegen scheint, wie besonders aus hac arte V. 9 her^ 

vorgeht^ das nicht auf den gereiften Sinn, sondean nur auf 

Kraft und Ausdauer gehn kann. lustus ae tewfx ptQ-^ 

pasiti vir bezidit sich auf die muthige Ausdauer, die das 

als gut Erkannte mit aller Kraft durchzusetzen berdt isl^ 

ohne sich durch irgend etwas hemmeai zu lassen (impavi-* 

dmn V. 8) ; das G^gentheil, Ueppigkeit und Weichlichkeit^ 

die vor keinem llurecht zurückschreckt, hat Troja ver« 

nicbtet, dessen Widererbauuug nicht dem Quirinus, sondem 

den lUmem vei*boten wird. Oyi^emach glauben wir, wie. 

sehPT wir auch geneigt sind, eintf eingefügte Beziehung auf 

Aiigustus^ dessen Vorbild RmuuIus ist, anzuerkennen, docb 

bei der Ansicht bleiben zu missen, dass das Rümeiyolk, 

nicht Augusl»us der Hauptgegenstand des Gewehtes sei. 

Augpiistus wird gelegentlieh . als Beii^iel dieser Tttgendea 

den Römern dargestellt , so dass iu dieser Beziehung die 

dritte Ode den Uebergang f on den das R^mervolk betreff- 

£ei»den Odea zu. den beiden Preisgesftngen. auf Augustns^ 

zu.ifH(^ 4 und 5 bildet' 



ia einer Abhandhoii^ von Fleischer: MeiMatidnum 
ad Horatii Placd peesin (picam pertinentium partieula I 
(derer Programm 1843) finden wir den neiierdings zum 
Deberdrusse wiederholten Gedanken ansgeftthrt, dass es 
den ROmem an poetischem Sinne gefdilt habe und eine 
lebensvolle lyrfsche Poesie sich' bei ihnen nicht habe ait- 
wickeln können. Uns scheint es aber sehr miJKweckmassig 
atif eine solche vorgefasste Meinung hin die Wttrfigung 
des Horaz als Lyriker zu wagen. Suchen wir zunächst 
die vorliegenden Gedichte als solche lebendig aufzufassen 
und sie vorurtheilsfrei nach richtigen ästhetischen Grund- 
sätzen zu würdigen ; erst, wenn wir uns auf diese Weise 
das Wesen seiner Poesie klar gemacht haben , dürfen wir 
zn einer Vergleichung mit der vollendetem griechischen 
Lyrik übergehn und die F^ge zu beantworten suchen, 
weishalb bei den Römern, und insonderheit in der Zeit des 
Augustus, die lyrische Poesie sich nicht anders entwickeln 
konnte. Wie ungerecht Herr Fleischer, dem wir eine 
grosse Lebendigkeit, Frische und Klartieit des Geistes kei- 
neswegs absprechen , sich gegen die Römer erweist, mag 
man daraus ersehn, dass er S. 12 ein Stück aus einer Ta- 
fel der arvalischen Brüder für ein Lied derselben aus- 
gibt, welches sich freilich höchst nüchtern und prosaisch 
ansnimmt Konnte es doch Herrn Fleischer, wenn er 
nur einige Bekanntschaft mit der ältesten römischen Litte- 
.ratur besass, nicht entgehn, dass wir nur ein vielfach be- 
sprodienes und erklärtes Lied der arvalischra Brüder ha- 
ben, das wenigstens viel poetischer aussieht, als die von 
ihm für ein Lied erih:lärte Stelle. Auch das Verhältniss des 
Dichters zu Augvstus wird hier wie neuerdings meisten- 
teils, in ein ganz falsches Licht gestellt Horaz sah in 
Attgustus den einzigen Retter des Staates; als solchen 
feiert er ihn und sucht ihn durch seine Preisgesänge zu 
unterstützen ; denn seine politischen Gesänge drangen als 
solche in's Volk. Aber er selbst hielt sich mit ächtrönd- 



XI 



sehem Freiinvth vom Herrscher zurück, der oft verf eben« 
eine nHbere Verbindung mit dem Sohne des Freigelas- 
senen flanschte. Eine genaue Bntwi^^elung dieses VerhAlt- 
nisses zu Aiigüstus sdt. der Schlacht bei Pbilippi würde 
die beste Vertheidigang gegen die vielfachen unbedadiften 
Beschuldigung^ bilden, welche mmi unser« Dichter w^e« 
seiner Schmeichelei und seiner „un[»olitischen, unref ubli- 
kaniscben und überhaupt unmännlichen Zurückgezogenheit 
von der Bewegung des Lebens und der Geschichte'^ zu 
machen pflegt. Gute Grundzüge hierzu hat Weber in 
der Schrift: „Quintus Horatius Flakkus als Mtensch und 
Dichter'^ (1844) gegeben, wie sehr, wir auch in manchen 
Punkten von ihm abweichen müssen. So ist die Ansicht 
(S, 237 f.) , Horaz sei viermal ^ 718 durch Agrippa (B. V, 
22), 723 durch Mäcenas (Oden II, 12) , 725 auf 726 durch 
Trebatius (B. V, 250 f.), endlich durch Antonius Julus 
(Oden IV, 2) zur Besingung des Augustus aufgefordert 
worden, eine durchaus unbegründete. Noch weniger darf 
die von Weber (S. 63 ff.) ersonnene StandeserhiAung des 
Horaz durch den Kaiser (vgl. B. V, 273) irgend auf Bil- 
ligung Anspruch machen. Weber behauptet, das roscische 
Gesetz habe ausser der Censussumme „ohne Zweifel auch 
den ^freien Stand bis auf den Grossvater zurück verlangtes 
wogegen deutlich epod. 4, 16. epist. I, 1, 57 ff. sprechen 
(vgl. auch Juv. m, 153 ff. XIV, 324). Erst im Jahre 775 
wurde die Bestimmung ^etritfen , ne cui ius id (des Bit* 
terringes) esset^ msi cui ingenuo ipsi^ patri^ avoque pe^ 
terno CCCC census fuksset et lege lulia theatraü in 
XIV ordifübus sedendi (Plin. XX^^IIl, 8), welche erst nO« 
thig wurde, als die Zahl der Freigelassenen auf so bedenk^ 
lidie Weise sdeg. Vgl. Z u m p t „über die römischen Rit- 
ter^e S. 96. Jed«»* Freigeborene* hatte das Recht den Bit* . 
temng zu tragm, wenn er das Rittervermögen besass; nur 
der Frägelassene bedurfte noch der adsertio m ingefiui^ 
taienif durch welche sich Weber, weldier das Beispiel 



XII 

des Pompeiiis Mena abfuhrt; , irre leiten Hess. YgL Dio 
XL VIII, 45i Plin. a. a. 0. Den Antrag einer Sekretarstelle 
vofi Seiten des Angustiis scheint uns Weber (S. 188. 196) 
XU frfihe (725 «der 726} M setzen , da um jene Zeit die 
Bekanntschaft mit Augustos noch nidit eine so innige war 
wid die Aeusserang des letztem j er sd jetzt occtqiMi- 
Ossiums et imfirmMS^ nur auf die Zdt nach seiner Her- 
steDuDg im Jahre 731 wohl passt Auch in mehreren an- 
deren Punkten müssen wir von Herrn Weher abweichen. 
Weber findet es lächerlich, dass Iloraz als braver Vier- 
ziger geliebt haben soll, wogegen wir einfach auf unsem 
Goethe verweisen könnten, d^r nadi seiner Rückkehr 
aus Italien gerade in demselben Lebensjahre von beglük- 
kender 'Liebe gefesselt wurde, in welches wir den Anfang 
der Liebe zur Cinara setzen, wenn nicht schon die Zeit 
der 19 Ode des ersten Buches (B. V, 39) gegen Webe r's 
Annahme spräche. Auch Orot efend in Ritsch Ts Rhein. 
Mus. III, 469 ff. setzt die Liebe zur Cinara in die spätere 
Zeit. Sie Lalage I, 22 hält W e b e r für Cinara, und er 
glaubt darin, dass auf Jjalt^en an beiden Stellen fV. 10 und 
83) ein mit ein(»nVocale anlautendes Wort folgt, den Grund 
gefunden zu haben, weshalb der Dichter sie nicht Olycera 
uenne^ ^filycerma konnte Horaz wegen des Rhythmus nicht 
brauchen ; Glyceran , ausser dem Uebelklange , hatte das 
Bedenken , dass dergleichen Accusative der ersten Decli- 
nation auf/ an im .Lateinischen kurz sind; der Jonismus 
(Hyceren schien ihm wohl nicht wagbar.^S Wir können 
unmöglich glauben, dass Honui seine Cinara-Glycera des- 
halb Lalage umgetauft habe, weil es ihm schwer gewor- 
den V. 10 und 23 nach Glycerum eonsouantisch anlautende 
Wortioimen zu finden. Dazu kommt, dass die Dichter bei 
den Namen ihrer Geliebten die Weise befolgten, dass sie 
statt des beigelegt«»! Namens ohne Weiteres den wirklichen 
setzen konnten; hier aber würde Ctnoram statt Lälagen 
nicht in den Vers gehn. 



Erstes Buch der Oden< 



Erste de. G. Hermann hart in der scharfsinnigen 
Abhandlung: de primo carmine Horatii (1842) die beiden 
ersten und letzten Verse als unächt bezeichnet *) , und auf 
diese Weis^in Gedicht hergestellt, in welchem nach der 
von Meinecke **) angenommenea Stropheneiniheilung 
jede der funfersten Strophen einen in sich geschlossenen Sinn 
bilden, bei den folgenden Strophen aber diese Uebereinstim- 
mung des Strophen - und Sinnabschnittes der grössern Le- 
bendigkeit wegen absichtlich nicht beobachtet \^'erde. Vgl. 
J a hn's Jahrb. 36, 338 ff. 40, 163 f. Die Anrede am An- 
fange des Gedichtes f^cheint Hermann viefzu würdevoll 
und erhaben für die folgende, einen ganz gewöhnlichen 
Sülz ausfuhrende Darstellung, welche nach einer so ge- 
wichtigen Anrede nicht bloss ungeschickt, sondern völlig 
lacherlich sei. Wir müssen uns dagegen die Bemerkung 
erlauben, dass der eigentliche Inhalt des eben so einfachen, 



*) Auf dieselbe Verroiitlinng, cUe beiden ersten und letzten 
, Verse sejen iinächr«» Znsätze, ist auch Martin (Pose^er Pro« 
praiiira 1844 S. IV ff) £;e1voramen, dessen Widerlegung Dil- 
|wi rger (Eminericher Programm 1845) unternommen hat, der 
S. 11 ff. aiTsfrdirlicIi über das Adjectivum doctus ah Beiwort 
der Dichter bandelt. 

**) Nach Eichstädt in der gleich zu nennenden Abhandlunjg 
S."6 soll ein holländischer Gelehrter dieselbe Eutdeckun;; , 
wie Meinecke, gemacht haben und diese vorzüglich zur Wi- 
derlegung Peerlkamp's benutzen wollen. 

Düntser's Kritik. V. i 



als schön empFunclenen Gedichtes in dem Bekenntnisse ent- 
halten ist, dass Horaz in der Dichtkunst sich beglückt föhle 
tind'dass der Beifall des Mäcenas, den er am Anfange 
als seinen Beschützer und Gönner bezeichnet, ihn vor allem 
erfreue. Dass die Ode. ein Widmungsgedicht sei, ist nach 
ihrem Inhalte , wie nach ihrer Stellung unleugbar ; einem 
solchen aber darf eine Anrede nicht fehlen. In V. 35 sieht 
Hermann jetzt einen Sprachfehler, da tu des Gegensatzes 
wegen nicht fehlen könne. Früher hat Hermann selbst 
(in der Leipziger Litteraturz. 1819 S. 324) die richtige Be- 
merkung gemacht, tu würde hier nur dann passend sein, 
Svenn der Dichter hätte sagen wollen, dass er auf das Ur- 
theil anderer Leute nichts gebe. Ein bestimmt hervortre- 
tender Gegensalz zwischen Mäcenas und Horaz^t gar nicht 
Vorhanden; der Hauptnachdruck ruht hier, wie V. 29 f. , auf 
me. Hierbei wollen wir nicht unbemerkt lassen, dass bei 
den Alten häufig das Pronomen da wegbleibt, wo wir es 
nach unserm Sprachgefühle, in welchem der Gegensatz 
scharf hervortritt, bestimmt erwarten. Vgl. II, 17, 30. 20,6. 
Jahii's Jahrbücher ( 1827 ) II, 293. Gegen Hermann 
hat sich Eichst ä dt {de primo camiine HoratiL 1843) er- 
klärt, welcher seine schon 1834 (Parad. Horat. IV) aufge- 
stellte Ansicht , nach welcher das Gedicht , in welchem er 
nur V. 35 für unecht hält, leichter Scherz und feine Ironie 
sei , von Neuem entwickelt hat» Vgl. B. I, 387 f. Ganz 
neuerdings hat Jahn in seiner disputatio de Horatii car^ 
mine primo , über welche er selbst in den Jahrb. 43, 462 ff. 
einen ausführlichen Bericht gegeben hat, eine neue Ent- 
wicklung ^GS Gedichtes versucht, welches er für unzwei- 
i'elhaft acht in allen einzelnen Theilen erklärt. Der Voll- 
ständigkeit wegen führen wir noch an, dass sich im Archiv 
für Philol. und Pädagogik (VII, 318 f.) eine kurze Andeu- 
tung „über die Oekonomie" unserer Ode von Otto W i r z 
befindet. ' 

Unsere Ansicht der Ode weicht jetzt in mehreren 



3 

Hauptpunkten von der frühem wesentlich ab. Horaz Ve^ 
zeichnet den Mäcenas in den beiden ersten Versen als 
einen durch Adel der Geburt ausgezeichneten Mann *), der 
es nicht verschmähe dem Dichter seinen wirksamen Schutz 
und seinfe'herzüche Freundschaft zu schenken. Dulcis be- 
zeichnet nämlich das innigste Freündschaftsverhältniss (F, 
36, 7. sat. f, 3, 139. 9, 4) ; es ist stärker als amice, care 
und dilecfe (1,20,5. II, 20,7. epod. 1,2). Am Richtigsten 
hat diesLubker erkannt. Die V. 3 bis 28 folgenden acht 
Beispiele scheiden sich auch der äussern Darstellung nach 
ganz bestimmt in drei Partien. Das zweite und drille Bei- 
spiel sind durch die Construction unzertrennlich mit dem 
ersten verbunden ; das vierte und fünfte Beispiel geben sich 
als einen Gegensatz durch die* voranlretenden Accusative 
gaudentem (V. 11) und luctantem (V. 15) bestimmt zu er- 
kennen , und dass die drei letzten Beispiele zusammenge- 
hören iest qui; multos; beim letzten ist eine andere Wen- 
dung der Abwechslung wegen genommen), dies ergibt sich 
hiernach von selbst**). Die drei ersten Beispiele bezeich- 



*) Wie konnte O rel 1 i die leere Vermulhung wagpn; Hnc aiitem 
iltuslri ^fprosapia^^ interdum non sine comi ioco dclectatus 
esse videtur magnanimus itle poetarum fautor. Die Stelle 
Niebuhr's steht B. I, 141, nicht 133. 

'*) Irrig nahm ich früher die drei Beispiele V. 11 — 22 zusam- 
men, indem ich in V. 23 — 25 zwei Beispiele angedeutet sah. 
Mit Recht wurde dies in der Jenaer Litteraturz;, 1;S39 Erzän- 
ztingsbl. Nro 83 S 279 gefädelt. Auf andere Weise irrte 
Täte Horätius resütutus S. 116 ff., wenn er meinte, V. 11 — 14 
bilde den Gegensatz zu V. 9 f. , so dass das dritte Beispiel 
nach der Weise des Diclfters (II, 3, 6 ff. sat. II, 2, 10 ff.) 
einen Nachsatz erhalten habe. Jahn begeht neuerdings den- 
selben Jrrthum, in den ich früher gefallen bin, indem er 
meint , drei Beispiele seien aus dem Lebenskreise der vor- 
nehmen Römer, drei aus dem Leben des römischep Mittel- 
standes, drei, worunter das des Dichters selbst, von Be- 
srliäftigungcn gewühlt , welche keinem bestimmten Stande 
zufielen , aber für anständig und ehrenvoll angesehen wur-s, 
den. Gegen diese Auffassung spricht ausser dem Umstände, 
dass die drei letzten Beispiele sonderbar nach der frühem 



nen das Streben nnch äussernd Glänze. „Dereine will den 
Siegeskranz zu Olympia sich erringen *} , ein anderer 
möchte in den höchsten Ehrenstellen glänzen , der dritte 
den Ruhm haben, der reichste Mann zu sein/V Dass beim 
dritten Beispiele nicht an Kornwucher zu denken sei, habe 
ich schon früher hervorgehoben fvgl. sat.ll, 3,87), worin 
auchLübker, Jahn und Dillenburger beistimmen, 
aber noch Eichstädt S. 9 denkt an die publicani (auch 
Wirz a. a. 0.) und bei Orelli lesen wir wieder: A se-^ 
natorio ordine transit ad equites eel negotiatores ml 
laiifundiorum possessores. Wir können Jahn nicht bei- 
stimmen, wenn er in proprio horreo den Zug aDgedeut^t 
sieht, dass der reiche Guterbesitzer nichts von seiner Erndte 
verkaufe, sondern alles aufspeichere, vielmehr erkennen 
wir darin mit Lubker und Eichstädt die Beziehung, 
dass er alle Güter Libyens eigenthümlich besitzt und das 
Gelraide von ihnen einerndtet. Verrüur glauben wir nicht 
auf das Dreschen oder darauf deuten zu dürfen, dass der 
Reiche das letzte Körnchen auf der Tenne sorgfältig zu« 
sammenkehren und wegnehmen lässt (das Getraide wird j£i 
nicht von der Tenne weggekehrt, was nach dieser Fassung 
nerritur d e areU heissen wurde) ; es bezeichnet nur das 
Wegnehmen, wie sat. II, 3, 235. Aehnlich steht averrere. 
Vgl. B, II, 300 f. Die beiden zunächst folgenden Beispiele 



Uiiterscheifliing, zwischen ciep beiden Ständen Ivomniei) wTir- 
den, vor allem V. 23 — 25, welche otfeubar auf den Solda* 
^tenstand, sieb beziehen. 

*) Jahn (43, 163) und Obb^ius (Jabrb, 40, 164) haben 
neulich wieder mit Recht gegen Lubker die VerbindMiig 
Ton terrarum dominos mit deos venvorfen. Wir vergleicheu 
l.ucan. Vlir, 208, wo die fremden Könige terrarum domini 
heiäsen'. Petrenz (Gnmbinner Progr. 1844 S. 6) erklärt: 
ijuafi sint facti terrarum domini. Juvare bezeichnet , dass 
die hier genannten Dinge für viele das höchste Gluck sind, 
über dessen Erlan^^ung ihnen nichts geht. Aach jetzt doHi 
mnss ich gegen Jahn mit Dillenburger behaupteo, 
dass zu hunc — illum nur iuvat zu ;ergünzen i^l. 



beziehen sich auf die Bosch ä Ttigung, in welcher die 
Menschen sich gefallen. „Der arme Landmann findet sich gluck, 
lieh bei seinem kleinen Gütchen, welches er mit dem Karste 
bearbeitet *^^ und wurde sich nie dazu verslehn das Meer 
zu befahren , wogegen der KauOahrer sich nur bei seinen 
gefahrvollen Fahrten glücklich fühlt, die Ruhe eines stillen, 
behaglichen Stadilebens nicht ertragen kann ♦*)/' Die drit- 
te Reihe von Beispielen betrifft den Genuss. ,,Dem einen 
ist es der höchste Genuss , wenn er sich auf dem Lande 
aller Sorgen entschlagen kann , er ist ein Freund der Na- 
tur und heiterer Ruhe," Man vergleiche 11,3, 6 ff. 11, 13 IT. 
epod. 2y 23 if. Den schärfsten Gegensatz zu diesem bildet 
der Krieger, der sich glucklich fühlt, wenn es zur blutigen 
Schlacht geht. Wir vergleichen Juv. XIV, 198 ff.: Lemgos 
castrorum ferre labores si piget et trepidiM solvunt tibi 



*) Gewöhnlich bezieht man dies darauf, dass der Boden stei- 
nig und unfruclitbar ist. Liibker meint, es werde damit 
die niühsnmste Arbeit des Landmanns bezeiclinet , oder es 
deute auf die Bergbewohner, die oline Ochsen pflügen. Jahn 
sieht darin die Andeutung, dass der Landmann mit solcher 
Vorliebe an den Sitten seiner Vorfahren festhalte, dass er 
sich nur der alten Ackergeräthe bediene (VJrg. G. I, 155). 
Entweder soll der Ausdruck bezeichnen, dass das Besitzthum 
ein kleines ist , bei welchem der Landmann« keine Ochsen 
halten kann, oder es soll mit findere sarculo eine einzelne 
Beschäftigung i\es Landmanns hervorgehoben werden, war- 
uber B. 11 1, 428. VgL besonders Juv. VlI, 33, wo li^onis 
et cassidis patiens zur Bezeichnung des Ackerbaues und des 
Soldatenlebens steht, und XI, 89. Obbarius (Jahrb. 40, 
164] hält daran fest, dass der Landmann mühevoll sein 
Landgutchen bebaue. 

**) Sehr schief ist Orelli's Umschreibung: Mediis in pericu^ 
lis et ubi denique incolumis in pa triam' revertit, optat in- 
terdum, ut trtmquille sibi proprium agrum colere liceat {?)• 
Woher hat denn Orelli sein et« ubi — revertit? Der 
Dichter spricht ja V. 15 f. nur "von der Zeit des Sturmes. 
Vgl. sat. I, 1, 6. Woher kommt das interdum ^ das bei 
Orelli zuweilen aushelfen soll, wo die Erklärung hinkt! Per 
Kaulfahrer wünscht nicht, sondern er preist die Riijie des 
Stadtlebens, die er in Zukunft geniessen will, wenn er un- 
versehrt nach Hause 'zurückkehren wird. 



6 

comna nentreni cum lituis audüa^ welche Stelle ich bei 
keinem Erklärer ßnde. Ein dritter ist ein leidenschaftlicher 
Jäger, dem gegen die Jagd alles Uebnge iiichts gilt. Auf- 
fallend ist es, dass der Dichter, welcher hier im ersten 
und dritten Beispiele keinen bestimmten Stand bezeichnet, 
im mittlem vom Soldaten s tand e spricht; überhaupt scheint 
dies Beispiel zwischen den beiden übrigen etwas fremd- 
artig. 

Auf eine ganz andere Weise hat Lübker die Bei- 
spiele von den verschiedenen Neigungen der Menschen auf- 
zufassen gesucht. „Während jeder das Ziel seines Lebens 
auf eine eigenlhümliche Weise zu erreichen sucht, der 
eine nach eitler Ehre in den nur einen kurzen Rausch der 
Freude gewährenden Kampfspielen oder in dem Unbestand 
der Volksgunilt jagt, der andere irdisches Gut zusammen- 
rafft, V. 3 — 10; wird der Genügsame, Selbstzufriedene sich 
um keine Schätze der Welt , wie den Gefahren des Mee- 
res, so dem Spiele und Sturme seiner Leidenschaft hinge- 
ben, V. 11 — 14; der Ungenügsame dagegen lobt wohl in 
der Gefahr seines nach Erwerb auf dem weiten , wilden 
Meere jagenden Lebens die Ruhe daheim, aber die Leiden- 
schaft i^t stärker und macht ihn dem kaum gefassten Ent- 
schlüsse wieder untreu. V. 15 — 18. Nur einzelne wenige 
verstehen die Gegenwart harmlos zu geniessen, V. 19—24: 
die meisten schaffen sich und andern Angst und Nolh, sie 
ziehen in den Krieg oder auf die Jagd, in eigenliebiger 
Genusssucht und doch auch für sich ohne grossen Gewinn, 
anderen aber zu Sorge und Betrübniss. V. 25—28." Hier 
ist nicht nur der Zusammenhang, der an sich nicht zu bil- 
ligen sein würde , auf gut Glück ersonnen, nicht nur sind 
Haupfzüge hineingetragen , welche bei Horaz fehlen , mit 
Uebcrgehung oder Umdeutung der Vorhandenen, sondern 
' manches ist sprachlich unrichtig. So kann est qui nicht 
heissen „ns giebt nur einzelne wenige"; multos kann nicht 
„die meisten" bezeichnen. Lübker hat auch nach dem 



Vorgange von Eichstädt zum Thcil mit Gewalt ironische 
Zöge iiineinlegen wollen, wogegen richlig Jahn bemerkt: 
„Allerdings hat der Dichter in die einzelnen Lebensbilder, 
welche er vorführt, fast überall etwas eingewebt, was wie 
ein Nachtheil und eine Beschwerde derselben aussieht; 
aber das sind nur nicht Ausdrücke, womit über die einzel- 
nen Beschäftigungen ein Spott oder Tadel ausgesprochen 
werden soll." 

Diesen verschiedenen Bestrebungen setzt nun der Dich- 
ter seine eigenen in dreifacher Beziehung, entsprechend der 
obigen Dreilheilung, entgegen. Den Dichterkranz zu er- 
langen ist das höchste Streben meiner Ehrsucht; in ihm 
glänzt mir der strahlendste Ruhm entgegen *). Dis mis^ 
Cent superis kann nur heissen den Göttern nahe b rin- 
gen, den Göttern ähnlich machen; es ist ein an- 
derer Ausdruck für ad deos evehere V, 6, auf welche 
Stelle es gleichsam zurückweist ; es geht auf den höchsten 
Kahm, me die schon längst beigebrachte Stelle des Findar 

Isthm. If, 42 f.: iv dd^avdrotg AivijoiSdjxov natäsg iv zu 
fiatg ßfii/^Bv zur Genüge bestätigt **). Die stille ße- 

*) Das unselige te hat neuerdings wieder an Täte S. 118 ff. 
und Lindemaun de arte poetica part, II S« 7 Ver- 
theidiger gefunden. Der Letztere erklärt: Te iuuat doctum 
esse, hoc est philosophum , me tuv^at carminibus ludere» 
Doctus ist gerade, wie aofpog eigentlicher Ausdruck vom 
Dichter; auf den auch der Epheukranz hestiniint genug hin- 
weist. Vgl. Prop. II, 5, 26: cuius non hederae circuiere 
Caput und B. III, 146. Und wie wird Mäcenas plötzlich 
zu einem Philosophen ? 

**) Höchst sonderbar will Jahn den Ausdruck auf die Begeiste- 
rung beziehen, welche die Dichter der Erde entrückt und zu 
einem Anschauen der Götter gelangen Insst, sie zur Thälig- 
keit , zum Besingen der Götter antreibt. Aber doctarum 
hederae praemia frontium bezeichnet ja den Kranz, welcher 
dem Dichter als Lohn zu Theil wird. Wie kann nun von 
diesem Kranze, dem Zeichen der Anerkennung des Dichters " 
(vergl. III, 30, 14 f. epist. 1,3,25), irgend gesagt weVden, er 
begeistere den Dichter, versetze in das Anschauen der Götter ? 
Ist der Kranz denn ein Mittel zur Erregung der Begeiste- 
rung, etwa wie das Kauen dejs Lorbeers (Juv. Yll, 19)? 



8 

schäftigung mit'den Musen erhebt mich über die eiteln 
Bestrebungen des nur in äusserlichen Dingen sich gefallen- 
den Volkes. Dies bildet den Gegensatz zu oben V. 11—18. 
Horaz stellt aber das Dichterleben durch den kühlen Hain 
(IV, 3, 11 f. epist. II, 2, 17) dar, in welchem dem Dichter 
die Gottheiten der ländlichen Einsamkeit , die Satyrn und 
Nymphen^ begegnen, welche die Gesellschail des Bacchus 
lieben (II, 19, 1 ff.). Secemere populo kann nur auf den 
Abstand vom Volke gehn , in welchem er sich bei seiner 
Beschälligung glücklich findet, nicht auf eine wirkliche Tren- 
nung, Jahn meint, der Dichter wolle sagen, er werde 
aus dem Menschenkreise unter die Gölter des Waldes ent- 
rückt, so dass V. 29—34 den Gedanken ausdrückten : „Mich 
versetzt die poetische Begeisterung bald in das Anschauen 
der Götter, bald in das Anschauen (in die Mitte) der Nym- 
phen und Satyrn, d. h. ich fühle mich angetrieben im er- 
stem Falle höhere und ernstere , himmlische Götterlieder, 
im letztern leichtere und scherzhafte Lieder zu singen, so- 
bald mir nämlich zu den letztem Euterpe ihre Flöle nicht 
vorenthält, für die ersteren Poiyhymnia ihre Leier stimmt." 
Der hier angenommene Gegensatz zwischen den höheren 
Göltern einerseits und den Nymphen und Satyrn anderer- 
seits scheint uns sehr unpassend und nur mit Gewalt hin- 
eingelegt; auch würde die Trennung zwischen höherer und 
leichterer Poesie, welche im Nachsatze angedeutet ist, fände 
sie sich zugleich im Vordersatze, ungeschickt wiederholt 
sein, wogegen nach richtiger Deutung der Nachsatz gerade 
nur deshalb von Horaz angefugt ist, um auf die beiden Ar- 
ten seiner Poesie hinzuweisen. Die beiden letzten Verse 
endlich entsprechen oben V. 19—28 und enthalten den Ge- 
danken, dass es furllöraz der höchste Genuss ist, wenn 
ihn Mäcenas als einen glücklichen Nachfolger der griechi- 
schen Lyriker anerkennt ; denn Rom hatte noch keinen , 
den es diesen zur Seite stellen konnte. Die Worte suh- 
limi feriam sidera. tertice bezieht man gewöhnlich irrig 



9 

auf den fluhin ; sie bezeichnen vielmehr die höchste Lust, 
in welcher er sich ganz beseligt glaubt. Vgl. Theoer. V, 
144: '£^ cögapov i(if.uv dlei/uat, Aristaen. 1, 11: '£Jdx€t 
tij x$g>alf} xpouveiv rov ovQavov* Prop. I, 8, 43: Nunc 
mihi summa licet contingere sidera planus. Ovid. ex Pont. 
II, 5, 57: Huic quum tu placeas et vertice sidera tangas. 
Met. IJ, 61 f.: Quo* coniuge f^lix et dis cara ferar et ver^ 
tice Hdera Umgarn. Pelron. ,37, 4 : Nunc in caelum abiU. 
Cic. Att. II, 1, 7: Nostri principes digito se caelum putent 
atüngere. II, 20, 4: Bibulus hominum admiratione et be^ 
nevolentia tri caelo est. Vgl. das deutsche „im Himmel 
sein** *). 

Zweite.Ode. Vgl. B. III, 18 f. Feldbausch de 
Horatio *non adulatore will aus völlig unzureichenden Grfan- 
den dieOde; in das Jahr 736 verlegen, wogegen Teuffel 
in Jahii's Jahrb. 28, 333 f. Der Zeitbestimmung^ von 
Franke folgen Lübker und Orelli. Diilenburger 
setzt sie vor 727. Obb^vius will auch jetzt noch nicht 
seine frülier ausgesprochene Ansicht aufgeben, nach wel* 
eher das G<^dicht dem Jahre 727 angehören soll (Jahn's 
Jahrb. 40,. 165 f.). Die Hauptgründe, welche er gegen die 
Zeitbestimmung von Franke anführt, sind folgende. Nach 



*) Nägelsbach (Munchener Gel. Anzeigen 1842 Nro 181 S. 
420) erklärt den Schluss also : ^,Mi(h erfreut in stiller Ab- 
geschiedenheit vom Wettgetümmel die Poesie, näralich 
wenn oder insofern als niicii die lyrische IVluse begei- 
stert. Wenn du mich also (nicht bloss für einen Epoden - 
oder Sermönendichler, soudern)'K'ir einen Lyriker anerkennst, 
so habe ich die höchste Stufe iWr Glückseligkeit erreicht.*^ 
Oegen unsere frühere Deutung hat sich auch Ameis ia 
Jahn'3 Jahrbuchern 28,412 ausgesprochen. Wenn er aber 
meint, Horaz habe den Gegenstand mit poetischer Begeiste«- 
rung behandelt, ohne sich vorher eine kleinliche Disposi- 
tion aufgesetzt zu haben, so verkennt er, dass einem liich- 
ter eine kunstmässige Anordnung wohl ziemt (man denke 
nur an Göthe], dass aber der wahre Dichter auch danu, 
wenn er ohne einen strengangelegteu Plan dichtet, eine be- 
stimmte, kunstmäsiige Gliederung unbewußt befolgen wird. 

1* 



10 

dieser Annalime würde die Ode mit einer vor lanyer Zeit 
erfolgten Tiberüberschwemmung in Verbindung gebracht, 
wogegen sich alles gesunde Gefühl sträube. Vgl. dagegen 
weiter unten. Zweitens aber würde die Ode in die Zeit fallen, 
wo Augustus noch im Morgenlande weilte, da doch die ganze 
frische Färbung des patriotischen Gedichtes den Herrscher 
wenigstens in Italien gegenwärtig voraussetze. Franke 
verlegt nämlich das Gedicht vor die Ruckkehr und den 
dreifachen Triumph des Octavian, und wir glauben mit 
Recht, da die Ode durchaus iiuf eine Zeit passt, wo man 
die Rückkunft des Herrschers sehnsuchtsvoll erwartete. Mit 
Recht hat dagegen Obbarius bemerkt, dass Franke mit 
seiner eigenen Annahme in Widerspruch tritt , wenn er in 
V. 47 ff. eine Andeutung der Censur des Augustus, welche 
ci'st726 fällt, erkennen will; aber diese Anspielung scheint 
uns gerade irrig hineingetragen. Die Widerlegung der 
Gründe, welche Franke gegen das Jahr 727 vorgebracht 
hat, will Obbarius nicht gelingen. Fürstenau hält 
auch neuerdings (Zeitschr. f. d. Ä. W. Iö44, 842 f.) seine 
Ansicht, nach welcher die Ode 713 gedichtet sein könne, 
für unwiderlegt. Schill e r (Zeitschr. f. d. A. W.184t, 433 f.) 
hat aber unter anderen Gründen ganz richtig hervorgeho- 
ben, dass Augustus im Jahre 713 unmöglich als pafer be- 
zeichnet werden konnte. Wer die Art und Welse genauer 
erwägt, wie Horaz allmählich und mit grosser Zurückhal- 
tung sich zü Octavian hinneigte , wovon die Beweise 
deutlich vorliegen, wer ferner bemerkt, wie die dem Jahre 
724 angehörende Ode I, 37 noch in manchen Punkten eine 
gewisse Ungewandlheit zu erkennen giebt (B. HI, 16 f.) , 
der muss es für eine der grössten Versehen hallen , dass 
man unserer Ode eine so frühe Zeil hat anweisen wollen. 
Eine g9nz neue Ansicht hat neuerdings Weber „Quintus 
Horatius Flakkus als Mensch und Dichter" S. 178 (früher 
im Archiv f. Philol. und Pädagogik IX, 289 ff.) aiifgestelU, 
gegen die sich mit Recht schon Obbarius (a, a. 0. S. 167) 



11 

erklärt hat. Er sieht in unserer Ode, die er lA den Früh« 
l'mg 723 verlegt, y,ein letztes äusseres Zeichen der im Ho- 
ratius bis zur Schlacht von Actium vorherrschenden Oppo« 
sitionsgesinnung , welche, bereits zur Wagschale des Octa- 
vianus Cäsar durch MScenas hinneigend, durch die Schlacht 
selber, ihren Ausgang und ihre Folgen, die entschiedene 
Wendung bekam'^ Der Dichter stelle hier die Absicht der 
Triuinvirn^ die Waffen nicht eher niederzulegen, als bis 
alle Mörder des Cäsar von der Erde vertilgt seien, als eine 
ruchlose und unwürdige, patriotischen (leiden missziemende, 
die Menschlichkeit empörende Massregel schonend, aber 
unzweideutig dar, und erwarte von dem wahren Retter 
des Vaterlandes, der als ein Gott verehrt werden wolle, 
dass er edlere Grundsätze, der Bürgererhaltung, nicht der 
Burgerbefehdung, als seinen Feldruf brauchen werde. Die* 
ser Retter sei dem Dichter noch nicht ganz bestimmt Cä- 
sar Octavianus ; . noch werde V. 29 f..* leise darauf hinge- 
dentet, dass möglicherweise dennoch einem andern, also 
eventuell dem Antonius, diese Rolle beschieden sein dürfte. 
Wie die letzte Behauptung durchaus irrig ist, vielmehr nur 
Octavran , der geborene Rächer des Cäsar, V.41-52 auf 
das Bestimmteste als Retter bezeichnet wird (vgl. V. 52)« 
so zeigt sich das Irrige der ganzen Annahme besonders 
darin, dass in unserer Ode die Burgerkriege als beendet 
betrachtet werden. Horaz fragt nicht, wann das Blutver- 
giessen ein ^nde nehmen, sondern wer die Schuld sühnen 
werde; er deutet hier darauf hin, dass jetzt unter Oclavian 
das Reich von Neuem sich heben und alle Feinde siegreich 
bekämpfen werde *J; 



♦) Hüclist auffallend ist es, wie Weber S. 179 aus vidimus 
\. 13 den Beweis führen will , dass V. 13 ff. die Ueber- 
schweifimung des Jahres 710 nicht gemeint sein könne. „Er 
(Horaz) war damals nicht i%Rom, sondern in Athen gewe-? 
sen, konnte folglich ohne Verletzung der dichterischen Treue, 
welche die Alten so gewissenhaft hielten, als wir nur je die 



12 

Wir t^rerden in der , folgenden kurzen Entwicklung 
unsere frühere zu gewaltthätige- symbolische Deutung ein- 
zelner Theiie des Gedichtes mit alier Entschiedenheit auf- 
geben müssen. Bei der bevorslehendeil Rückkehr des Octa- 
vian , der jetzt als einziger Gebieter Rom's erschien, musste 
sich dem Dichter vor allem der Gedanke aufdrängen, dass 
in ihm, dem Erben des Cäsar, endlich der Retter erschie- 
nen sei, weicher den schrecklichen Verwirrungen seit dem 
Tode des Cäsar ein Ende machen werde. Genug, beginnt 
er, haben uns die Götter ihren Zorn über den Mord des 
Cäsar zu erkennen gegeben, wie er dies in einer ausführ, 
liehen JBeschreibung V. 1 — 20 darstellt. Bürger haben ge- 
gen Burger das Sehwert gezogen und sich wechselseitig 
gemordet. V. 21 — 24 *). Wenn der Dichter hier die 
Bürgerkriege, welche' er als eine Folge der Schuld betrach- 
tet (vgl. auch epod. 7, 17 fF.), nur kurz berühtt, während 
er die schrecklichen Naturerscheinungen , welche auf die 
Ermordung Cäsars folgten, weiter ausmalt, so^ erkennen wir 
hier ganz die glückliche Feinheit und Angemessenheit des 
Horaz, welcher bei einer so glücklichen Veranlassung die 
Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse der Bürger- 



. burj^erliche , gar nicht sagen: vidimus flavum Tiberim, 
wenn er nicht ein kurz zuvor <*rlebLe8 Erei^niss im ^inne 
hatte.** yidimus heisst ja oifpnbar wir Bümer haben 
gesehen, und mau wird docli im Ernste an dem bekanu- 
ten Gebrauche keinen Änstoss nehmen wollen, dass der Dich- 
ter seine Person auch dort einmischt, wo er persöulicli nicht 
betheib'gt ist. Vgl. sat 1, 3, 55. Pers. V, 115. 

*) Lubker fasst den Zusammenhang also: „Aber stärker und 
richtiger, als iu diesen JNaturzeichen vergegenwärtigt sich uns 
unsere Schuld an dem vergossenen Blute der Bürgerkriege, 
au den lichteren Reihen der jun^en Krieger (?).*< „Wir se- 
hen in diesen Verden,*' bemerkt dagegen Nä g ei s b ach 
(a. a. O.) , „ein durch die drohenden i^eichen veranlasstes 
SundenbekenntniKs: Ja es ist wahr: die Nachwelt wird von 
einer grossen Schuld de^ höniervolkes hören.** Der Ueber- 
gang ist jedenfalls schroff, aber die unerwartete Erinnerung 
au den Fluch der Burgerkriege wirkt um so bedeutsamer. 



13 

kriege möglichst fern zn halten sucht. Jene Naturereig* 
msQ und die Börgerkriege waren eine Folge der Schuld, 
der Ermordung des Cäsar. Noch ist Rom von diesem Blute 
nicht gesühnt* Wer wird diese Sühne , ohne welche der 
Staat nicht wieder gedeihen kann , übernehmen , wer wird 
uns die Gnade der Götter wiedererwerben *) ? Horaz bahnt 
sich hier auf eine höchst geschickte Weise den Uebergang 
zum Octavian. Zunächst nennt er hier den Apollo , den ei- 
gentlichen Sühngott, der als solcher auch die Sühne des 
römischen Volkes vom Morde des Cäsar (partes scelus ex^ 
piandi Y. 29 f.) übernehmen werde. Hierbei darf man 
vielleicht auch eine Beziehung aut Octavian selbst vermulhen, 
der sich, Sohn des Apollo nennen liess und sich später auf 
alle Weise mit diesem Gotte in Verbindung zu, setzen 
suchte. Aber vielleicht , fjährt Horaz fort , wird eine der 
Stamnigottheiten de;s römischen Volkes, Venus, die Mutter 
des Aeneas , oder auch Mars , der Vater des Romulus , die 
Sühne übernehmen , wobei er nicht verfehlt darauf hinzu- 
weisen, dass die Tapferkeit ein Erbtheil des römischen Vol- 
kes^ sei, das leider im Bürgerkriege seine Kraft gegen sich 
selbst gewandt' habe. Nicht ohne Absicht aber scheint er 
hier den Gegensatz zwischen jenen beiden Stammgotlheiten 
hervorgehoben zu haben. Vgl. Klausen „Aeneas und die 
Penaten'* S. 1102 f. Oder ist uns der Söhner vielleicht in 
Octavian erschienen ^ dessen Gestalt der Gölterbole Mer- 
curius angenommen hat? Ueber den Mercunus Augustus 
Orelli inscripL li S. 440. Ja naöge dieser lange unter 



*) Obbarius (Jabn's Jahrb. 40, 165) will V. 25 fF. so fassen: 
,,Wer wird das Reich aufrecht hallen, oder welchen Schutz- 
gott soll das Vulk anrufen, wenn des Reiches tnächliger 
Balt ihm fehlt?**, so dass von einer wirklichen Noth keine 
B.ede wäre. Aber spricht denn Horaz nicht von einem wirk- 
lichen $ctlu9 expiandum (V. 29), dessen Sühne endlich 
einmal (latidem) Apollo übernehmen möge ? Und müssea 
nicht die vorhergehenden Fragen V. 25 Ü*. ganz auf dieselbe 
Weiie aufgefasst werden. 



1 
I 



14 

uns weilen (vgl. die Nachahmung Lucan. I, 45 f.) 9 niöbt 
Iruhe durch unsere Fehler beleidrgt , die Erde verlassen, 
sondern als siegreicher Gebieter dem römischen Volke Glück 
und Heil bringen *y Hier am Schlüsse wird Octaviaa 
oiTenbar als der Alleinherrscher des Reiches bezeichnet, das 
unter ihm von Neuem aufblühen werde. 

Wenden wir uns zu der ausführlichen Beschreibung 
der Naturerscheinungen nach dem Tode des Cäsar zurück, 
so soll die Hindeutung auf die deukalionische Flut (V. 5 — 12) 
jene als eine Folge des Zornes der Gottheit bedeutsam her- 
vorheben. Ob das Bild wilder Zerstörung gleichsam ein 
Gegenbild der alles verwirrenden Bürgerkriege sein soll, 
lassen wir jetzt dahingestellt^^). Franke hat sehr pas- 
send die Beschreibung der Naturereignisse nach dem Tode 
des Cäsar bei Virgil G. 1,4661t verglichen, wo derüe- 
berschwemmung des Eridanus , aber nicht jener der Tiber 



*J OLbarius, welcher die Ode 727 setzt, meint Ploraz wolle 
mit hie ames dici pater atque princeps V. 50 den Namea 
August US, den Octavian in jenem Jahre erhielt, an* 
und ausdeuten. Aber pater soll hier auf. die Herstellung 
des Reiches im Innern , wie nach aussen gehn (III, 24, 27) , 
princeps auf die glückliche Leitung (1, 21,14.) 

**) Die Aechtheit der angezweifelten Stelle hat Nägelsbach 
(a. a. O. S. 421) in Schutz genommen : „Selbst in der fast 
lächerlich gescholtenen Beschreibung der deukalionischen 
Flut vermeinen wir einen Hauch des horazischen Geistes dar- 
in zu spüren, dass dieselbe nicht in passiven Zuständen, 
sondern in Handlungen, nicht in einem unbelebten, sondern 
bewegten Gemälde veranschaulicht wird. — Der Fisch,, soll 
man sich denken^ schwimmt ahnungslos und wohlgemuth iu 
seinem Element umher ; plötzlich fühlt er sich von den 
Zweigen der Ulme gehalten. Diese Zeitwörter egit, haesit, 
natnrunt sind Aori«te, keine eigentlichen Perfecta. — End. 
lieh ist zu superiecto sicherlich terris zu suppliren. Vergl. 
Tac. Ann. XIll, 55.'' Nägelsbach vergleicht mit dieser 
episodischen Ausführung sehr gut die von Orpheus I, 12, 
7 ff. Der Dichter führt aus , wie nur die Berge aus der 
WaMerilut hervorragten, woher die Robben^ sich auf ihnen 
sonnen mussten, alles Land bis hoch zu den Bäumen über- 
schwemmt war — ein Bild schrecklicher Verwirrung. 



15 

Erwähnung geschieht. Eine solche U^berflutung der Tiber ^) 
bald nach dem Tode des Cäsar mit den Scbolien anzuneh- 
men nothigt uns jedenfalls unsere Stalle. — Irrig meint 
Weber S. 181 f., mit V, 17 ff. gebe der Dichter zu er- 
kennen, dass er mit dem Be'streben den Cäsar zu rächen 
nicht einverstanden sei. Vielmehr soll love non probante 
nur bezeichnen, dass Juppiter dem Flusse, der alles über- 
schwemmen und niederreissen wollte, Einhalt that und ihm 
gebot sich in sein Bett zurückzuziehn. Dillenburger : 
Juppiter terrere eoluit, non delere. 

.Dritte Ode. Vgl. B. III, 43. Dass bei dieser Ode 
nur an den Dichter Virgil gedacht .werden könne, bemer- 
ken richtig Fürstenau (Zeitschr. f. d. A.W. 1844, 843 f.) 
und Weber S. 229 ff. gegen Lübker und Lachmann^ 
Weber nimmt an, die Nachricht des Donat über die Heise 
des Virgil nach Athen sei dahin zu berichtigen, dass Vir- 
gil sich eben drei Jahre zu Athen befunden habe, als Au- 
gustus im Sommer 735 ihn dort antraf, wonach die Reise 
des Virgil nach Athen in den Frühling 732 fallen würde. 
Wir ziehen no<^fa immer mit Dillenburger die Annahme 
vor, dass von einer fröhern Reise des Dichters die Rede ist« 
Orelli lässt sich auf solche Dinge nicht gern ein, wie ihm 
überhaupt das Einzelne mehr gilt, als das Ganze. Lübker 
m«int, der satirische Zug, der immer im Gedichte bleibe, 
wäre zu bitter für den befreundeten Dichter. Er nimmt 
ferner daran Anstoss , dass von dem Gedichte des Virgil 
kein Wort gesagt^ auch nicht einmal ausgesprochen werde. 



*) O u w ens ffoctes Huganae S. 352 meint, die Tiber sei fl'avua 
nur, wenn sie aDgeschwolIrn sei, propter arenat^ quas ab 
ripis abraditf wonacli er II, 3, 18 das Beiwort für überfKis- 
sig erklärt. Den Beinamen hat derKiuss vom feingeib4J€l»«a 
Sande, den er von Mt.nte Rotondo an mit sich führt. Aber 
ken „Mittelitalien" S 95. Voigt nugarum grammat. p. I 
S. 41 bemerkt, dass flavus bei Horaz immer vor Tibtris 
stehe, weil es die rSalur des Fiusses bezeichne. 



16 

dass die Götter den edeln Dichter auf den Wegen, die ihn 
sein Beruf führe, treu beschützen werden. Die Ode stellt 
das Gefühl der Liebe für den Freund auf die tiefste Weise 
dar; die Trennung von ihm ist so schmerzlich, dass Ho- 
raz in ungerechtem Eifer die Schiffahrt und die Kühnheit 
verdammt , welche die Menschen zu den gefähi'lichsten Un- 
ternehmungen treibt. P a 1 d a m u s (Zeitschr. f. d. A. W. 1840, 
1 135) findet den leitenden Gedanken der Ode darin , dass 
der Mensch sich die ganze Natur zu unterwerfen suche 
und daher in beständigem Kampfe mit den die Natur ver- 
tretenden Göttern sich beOnde. Hierbei ist übersehen^ dass 
Horaz im zweiten Theile hervorhebt, wie der Mensch durch 
seine Verwegenheit sich selber Verderben bereitet» V. 34 — 
36 führen nicht etwa beispielsweise den folgenden Satz 
aus: nil mortalibus ardui est ^ sondern die Verbindung ist 
einfach diese : „Nichts hält die Menschen zurück, alles su- 
chen sie In ihre Gewalt zu bringen^^ worauf, dann beson- 
ders das Feuer, die Luft und die Unterwelt angeführt wer- 
den ^}. ,,Nichts dünkt uns zu kühn ; selbst den Himmel 
möchten wir erstürmen, und wir ziehen durch unsernFre- 
velmuth den Zorn der Götter auf uns herab." Das Un- 
glück^ welches die Menschen sich selbst durch ihre Ver- 
wegenheit bereiten , wird hier am Schlüsse und V, 29 ff* 
hervorgehoben. Die letzten Worte neque per nostrum — 
fulmina möchten wir nicht bloss auf caelum petmus stul-- 
iitia beziehen, sondern vielmehr allgemein fassen von jeg- 
lichem Frevel, zu welchem die Verwegenheit den Menschen 
führt. — Zu V. 1 vgl.Dillenburger quaesL S.46f.Voigt 
S.5i. — V. 2 will Anton (rfe interprelatione lacorum 
quorundam, quibus siderum mentionem facü Horaiius. 1844) 
S. 23 f. fratres Helenae von den Zwillingen , nicht vom 



*) Bei V. 36 finden wir die erste Spur, dass Orelli unsere 
Erklärung des Horaz benutzt hat; denn er schreibt utis hier 
(ohne nähere Angabe) eine Bemerkung des Laadinus nach. 



Elmsfeuer verstehn*). Vgl. Wel cker „Trilogie** B. 229 ff. 
599 f. Grimm „DeulscheMylhol." S. 513. Göthe 12,249. 
-^ V. 6. Die von uns vorgezogene Interpunction, wonach 
debes finibus Atticis zusammengehört, billigen auch Bern- 
hardy, Weber S. 230 und Petrenz a. a. 0. S. 7. Der 
Letztere bemerkt, reddas sei der Hauptbegriff, der als sol- 
cher an den Anfang des Nachsatzes treten müsse , und er 
vergleicht Ter. Phorm. IV, 3, 75. r e 1 1 i vertheidigt seine 
Schreibung Anal. S. 3, indem er mit Recht BTernhardy's 
Deutung verwirft , nach welcher reddas auf die Rückkunft 
nach Italien gehn soll. Lübker, der an dem absoluten 
reddas Anstoss nimmt, stimmt Orelli bei, wogegen Dil- 
len bürg er S. 118 den Dativ finibus Atticis etui' debes und 
reddas zugleich bezieht und deshalb keine Interpunction 
setzt, wie er es auch sonst in ähnlichen Fällen Ihut. Wir 
müssen aber hiergegen den bestimmtesten Widerspruch ein« 
legen; denn wenn auch, wie es hier der Fall ist, ein Be- 
griff dem Sinne nach zu zwei verschiedenen Wörtern ge- 
dacht wird, so ist doch das Wort grammatisch immer nur 
mit ein am verbunden, und hiemach ist die Interpunction 
zu bestimmen. — V. 14. Vgl. Anton S. 27, der Colum. XI, 
2, 36 und Plin. XVIII, 66 vergleicht **). — V. 17. Vgl. 
Juv. XIV, 283. Paldamus (a. a. 0.) hat meine Deutung 
von siccis oculis nicht verstanden. Der Dichter sagt, der 
verwegene Schiffer habe das Meer zu befahren gewagt, wo 



*) Er nimmt an lucida sidera und regat Ansloss und meint, 
denjenigen, welche sich schon in Gefahr beßnden, wünsche 
iTian wohl das Elmsfeuer, nicht aber denjenigen, die eben 
das Sch^T besteigen. Aber das Elmsfeuer galt überhaupt als 
günstiges Zeichen. 

) NulLus relinquitur nisi occasus matutinus et ortus vesper* 
tinus ^Hjradumjf äui tempestaies aßerre credebantur: (fui^ 
bus, si placetf adaere possumus occasum heliacum. Diesen 
letztem bezeichnen Coluraella und Plinius als stür- 
misch ^ doch sind diese beiden Schriftsteller , wie hier be- 
merkt wird, in solchen Dingen häu6g im Irrthume. 



** 



16 

aber seine Aagen vor den schrecklichen Meerungeheuern 
erstarrten; es wäre also siccü oculis ein ähnlicher Zusatz, 
wie I, 1, 14 pavidus zu nauta^ „als Kauffahrer, der aber 
vor Angst zittern würde". Zu siccis oculis ist zu verglei- 
chen Soph. fr. 847: ofif^a uQQaysg, in der Bedeutung ov 
öuKQvov. Paidamus will die Bedeutung „unentschlossen, 
bestürzit" aus Lucan. VIII, 108 nachweisen*). Jetzt möch- 
ten wir sicms oculis lieber in der gewöhnlichen Bedeutung 
nehmen, „ohfie eine Thräne zu vergiessen". Wir verglei- 
chen Augustin. Confess. I, 13: Plorarc Didonem mortuam^ 
quum interea me ipsum in his a tc morieniem siccis oculis 
ferrem **). Vgl. auch Beck de interpr. vet scripU S. XX. 
Biblioth. f. d. Schulwesen 1826, 1220. — V. 22i Ouwens 
S. 84 erklärt dissociabili dissociato. — V. 26. Vgl. Voigt 
S. 42. — V. 30. D i s s e n bemerkt (Kleine Schriften S. 353), 
aus dem beigefügten macies ergebe sich, dass febris. keine 
Personification sei» Doch vgLSen. Oed. 1059. — Bei V. 36 
denkt Voigt in der angeführten sorgfältigen Schrift S. 51 
an die Befreiung der Alcestis, weil Hercules bei Horaz 
nicht als ein Frevler an den Göttern dargestellt werde, 
sondern als ein solcher, der durch seine Grossthaten sich 
den Himmel erworben. Das Beispiel : pert^pit Acheronta 



*) Die von uns angeführte Stelle findet sich IX, 1044, 

'*) Obbarius (Jahrb. 40, 167): „Un.ler den gelehrten Ver- 
theidigern der Lesart siccis oculis tiahen wir ungern Ilgeii 
ad scolia graeca p. 205 vermisst. Geschickt sucht derselbe 
das oV ovx ^nPiX^e vyQoy ^iog auf diese Stelle anzuwenden. 
Hingegen Axt ad Vestrit. Spur. 3, 1 p. 89—90 meint, der 
Dichter habe aus metrischem Zwange statt siccus oculis i. e. 
siccus suis oculis die Enallage des Epithetonj gesetzt, ohne 
dabei zu bedenken^ dass sicci oculi soviel sei, als ocuU 
lacrimis carentes, Dass aber <lie Alten in ihren Darstel- 
lungen zum Theil einen andern Gebraucli von den Thrä- 
- nen macheUf als wir zu fühlen gewohnt, sind, hat recht gut 
Osenbruggen zu Cio. pro Mil. 38 p. 146 nachgewiesen.'* 
Vgl. sat. I, 5, 93. Ovid. Met. XI, 539. Fast. 111, 596. Val. 
Fl. I, 633. Eur. Hei. 950 f. Hasselbach „über Sophokles 
Philoktet« S. 8. 174. 



19 

Herctdeus labor soll sich auf V« 33 beziehen. Die efwas ' 
unklare Erörterung schliesst Voigt mit den Worten : Quum 
summa carminis demonstretur ^ naturalem tilae rationem 
ab hominibus perversam esse^ totum plenum est antilheto-' 
rum^ atque haud sdo^ an fulmina qtwque lovis contraria 
ponantur salutaribus caeli luminibus^ quae in principio no^ 
minantur. — V. 37. Gernhard de compositione carminum 
Horatii explananda part. L S. 13 zieht wieder arduum 
vor, weil Horaz sagen wolle, nichts gehe über die Kühn- 
heit der Menschen, wjogegen nihil mortalibus ardui est 
heisse: in mortalium natura nihil esse ardui. £s ist mor-m 
talibus nicht mit est ^ sondern mit ardui zu verbinden: 
„Nichts gibt es, was zu schwer für den Menschen wäre". 

Vierte Ode. Weber (S. 142. 237) will sie in die 
erste lyrische Periode des Horaz setzen , \vo diesJer noch 
zwischen dem Oden- und Epodentone geschwankt habe, etwa 
714 oder 715> „Das Gedicht hat noch die epodische Form, 
es spricht mit dreister Entschlossenheit , ohne Linderung 
und Reserve, aber darum so recht im Geiste eines augen- 
blicklichen Extrems, den resignirten Abschluss mit jeglichem, 
ernsten Lebenszwecke aus, welcher nur den aus dem Schiff- 
bruche höherer Bestrebungen so eben entkommenen Repu- 
blikaner kleiden konnte.^' Gegen die, welche die Ode ins 
Jahr 731 oder 732 versetzen^ bemerkt er mit Recht, dass 
der Dichter nicht wohl einem Consulare die Herrschaft des 
Gelages und die Liebe zum zarten Lycidas beilegen konnte. 
Die Ode scheint uns im reinsten Behagen, zu einer Zeit 
gedichtet, in welcher der Dichter schon grosse Leichtigkeit 
in dieser lyrischen Gattung erlangt hatte. Vgl. B. Hl, 45. — 
V. 1 geht auf den Februar, V. 2 ff. auf .den März, V. 5 ff. 
auf den April. Schon hierdurch wird Gratefend's An- 
sicht, der die Ode in die Mitte des Februar versetzt, da 
er V. 9 irrig auf die Feier an den Iden dieses Mona- 
tes be2Üeht, völlig widerlegt, dann aber besonders auch 



«0' 

durch V. 9—12*). Orelli übergeht dies ganz, während 
Lübker und Dillenburger mit mir der richtigen An-* 
sieht folgen **). — V. 5 fF. Die Vorstellung ist nicht von 
den Griechen entnommen, sondern acht römisch. Vgl. Klau- 
sen S. 722f. 745. — Zu V. 7 f. vgl. das Gedicht Dirae 
169 fF. — Bei V. 11 erinnern Lübker und Orelli an den 
Hain und Tempel des Faunus bei Tibur um die Quelle Al- 
bunea; aber der Ausdruck ist ganz allgemein und an einen 
gewöhnlichen Hain zu denken, wie er sich bei jedem Gute 
fand.. Vgl. 11, 3, 17. III, 18, 14. sat. II, 6, 3. Ueber den 
Faunus Klausen S. 846. — V. 14. Das Anklopfen des To- 
des scheint rötnische Vorstellung zu sein. Ovid. Her. XXI, 
46. Ueber die griechische Darstellung Müller „Archäolo- 
gie der Kunst*' 604. 696, über die neugriechische Göthe 
3l,2S3fr. — V. 15. Meine Deutung von beate hat Orelli, 
ohne mich zu nennen, bei der neuen Gestaltung seiner Note 
benutzt. Auch Dillenburger folgt ihr ***), und grün- 
det darauf die richtige Auffassung des Gedichtes, über 
welche Orelli, bloss mit Einzelheiten beschäftigt, auch 
kein Wort bemerkt. — V. 17. Den Ausdruck domus exilis 
Plutonia darf man nicht mit Orelli vom Grabe verstehn, 
wfs zu der allgemeinen Beschreibung der Unterwelt in nox 
fahulßeque Manes nicht wohl passen würde, sondern vom 
Orcus, wo alles knapp zugeht, nicht an Liebe und Wein 
zu denken ist. Vgl. IV, 12, 24. epist. I, 6, 45. Zum Aus- 

*) Dacier bezog die Ode ebenfalls auf den Februar und 
meinte, sie sei nach dem römischen Kalender gemacht, da 
in diesen Monat nicht bloss das Fest des Faunus, sondern 
auch die Feralia fallen, auf welche der Schluss hindeute. 

**) Aus der Bemerkung zu V. 11, wo es nach Anfuhrung von 
Ovid. Fast. II, 193 heisst : f^er autem Romanis incipiebat 
iam a. d. VII Id. Febr. , muss man fast schliessen, dass er 
die Ode in den Februar setze. 

) Divitiis eum recte usum esse epitheton videtur significare. 
Bei Orelli hiess es früher: beate de opulentia frequen- 
ter, jetzt: tu, qui omnibus vitae commodis targe frui soll' 
tus es j et iis , tjuae mente atque ingenio, et ceteris, quae 
opulentia comparari possunt» • 



«** 



81 

drucke vgl. Öd. y, 512. Theogn. 973. Soph. Oed. Col. 1564. 
Sen. Troad. 407 f. 

Fünfte Ode. Weber, der das Gedicht nach 721 
setzt, bemerkt (S. 97) , Pyrrha sei „ein schnippisches koket, 
tes Landmädchen, mit welchem der Dichter, nach Poeten« 
art, und bei dem bis zu einem gewissen Grade gefälli- 
gen Charakter italiänischer Dorf'schönen noch heutzutage, 
eine kleine Intrigue anzuspinnen versucht habe, welcher er 
sjch aber in unserer Ode, einem halb ernst-, halb scherz- 
haften ländlichen Gemälde entledige, da^r eingesehen, dass 
sie es auch mit anderen gut meinte.'^ Das Gedicht, xias uns 
jetzt ein blosses Spiel der Phantasie scheint, schildert den 
Schmerz des von der treulosen, windschlägigen Geliebten 
Verlassenen, der auf wahre Treue gehofft hatte. Vgl. epod. 
15. — V. 1 will Kegel mit Döring an Bekränzung mit 
Rosen denken, wogegen Jacob (Zeilschr. f.d. A.W. 1840, 
524). Vgl. Theoer. V, 87. Anthol. Palat. V, 55. Marl. VllI, 
/T*, 6. Sen. epist. 36, 9. — V. 8 fasse ich jetzt emirari 
mit Orelli als Verstärkung von mirari, etwa nach expal^ 
leMcerCj expatescere^ extmescere gebildet. 

Sechste Ode. Frandsen (Leben des Agrippa 
S. 33 f.) nimmt mit Wieland an, Horaz habe die Thaten 
d e s Mannes nicht besingen wollen, gegen den er als Un- 
terdrücker der römischen Freiheit gefochten habe. Horaz war 
bereits im Jahre 721 ganz mit Agrippa ausgesöhnt, wie die 
ehrenvolle Erwähnung sat. II, 3^ 185 beweist; dass er eine 
Abneigung gegen diesen hochgestellten Mann noch später 
beibehalten, lässt sich durch nichts wahrscheinlich machen. 
Hatte etwa Agrippa über einzelne lyrische Gedichte des 
Horaz sich beifällig geäussert, so jkonnte dieser von seiner 
Seite sehr wohl diese Freundlichkeit mit unserer Ode er- 
wiedern, in welcher er auf geschickte Weise den Agrippa 
lobt, dessen Thaten er nicht zu besingen vermöge. Wenn 



22 

Horaz in so vielen Gedichten ausspricht, dass er sich fön 
den epischen Gesang zu schwach fühle, weshalb sollen 
wir denn hier einen andern Grund ohne Nolh aufspuren? 
Ganz grundlos ist es^ wenn Weber^ der mit dem Gedichte 
bis ins Jahr 718 zurückgeht (S. 237), sich denkt, Octavian 
habe durch den Agrippa unsern Dichter auffordern lassen, er 
möge doch seine Thalen besingen. Damais konnte wahrlich 
Octavian einen solchen Wunsch noch gar nicht hegen. ~ 
V. 8. Gegen meine Deutung der Worte saevam Pelopis 
domum auf die Nosten haben sich mit Recht D illen bur- 
ger (Zeitschr. f. d. A. W. 1841,626), Lübker und Orelli 
erklärt. Welcker „die griech. Tragödien« S. 1428 f. 
sieht in V. 5 — 8 den Gedanken: „Ich kann nicht, wie Va. 
rius, episch und tragisch dichten". Aber diese Unterschei- 
dung scheint uns hier, wo von epischer Verherrlichung die 
Rede ist', unpassend. , Wir glauben, dass V. 6 — 8 nur drei 
Beispiele von gewaltigen, erhabenen Stoffen gegeben wer- 
den, ohneBeziehungauf verschiedene Dichtarten; die Greuel 
des Hauses des Pelops waren als ein grausenhafter Stoff 
allbekannt, doch mag Horaz diese hier mit besonderer Be- 
ziehung auf den Thyestes des Varius genannt haben. — 
V. 13 f. Dass Meriones als Beispiel unermüdlicher Rastlo- 
sigkeit genannt werde, muss ich auch noch jetzt behaupten. 
Es schwebre hierbei dem Dichter nicht die von mir früher 
angeführte Stelle vor (Jl. f, 59 ff.) , die jetzt auch Orelli 
beibringt und irrig als dus quasi d^taraa bezeichnet, son- 
dern die Hauptsteile über Meriones y, 159— 168. 246—332. 
528—533. 567—575. 650—652, wo der tapfere Gefährte 
des Idonieneus, der fussschnelle Held, gleich dem schnellen 
Ares (v, 246. 249. 295), sich als rastlos bewährt. — Zu 
V. 17 f. vgl. ßiblioth, f. d. Schulwesen 1827, 1220. Ja- 
cobs in der Zeilschr. f. d. A. W. 1835, 466. 

Siebente Ode. Ueber die Person desPlancus vgl. 
van Ommeren bei Haberfeldl IV, 156 ff. Drumann 



23 

IV, 207 ff., über die Zeit des Gedichtes B. III, 45. We- 
ber setzt es (S. 142) aus völlig unzureichenden Gründen 
vor die Schenkung des Sabinums. Horaz ermuntert den 
Freund, in frohem Genüsse des Lebens auf seinem herrlich 
gelegenen Landgute, mit dessen Lob er beginnt, alle Sor- 
gen zu vergessen. — Zum Anfange vgl. epist. J, 11, 21. 
Mart. IV, 55, 4 ff. X, 68, 1. — V. 6 f. Die früher gege- 
bene Deutung der Stelle muss ich auch jetzt noch für ein- 
zig richtig halten *). Horaz spricht von der Lust, mit 
welcher einzelne Dichter bestimmte Städte über alle übri- 
gen zu erheben und im Gesänge zu verherrlichen pflegen. 
„Die einen preisen eine der herrlichen kleinasiatischen Städte 
oder das schön gelegene Corinth, oder durch Götterdienst 
berühmte oder durch die Herrliche Natur ausgezeichnete 
Orte. Manche wollen nur die Sladt der Pallas oder der 
Juno Argos immerfort besingen." Dass sie durch diesen 
Gesang sich selbst Ruhm erwerben wollen, ist ein durch- 
aus fremdartiger Gedanke, da hier nur von der entschiede- 
nen Neigung für einen bestimmten Ort ^ die Rede sein 
soll **'3. Trotz dem deutet man die folgenden Worte 
undique decerptam fronti praeponere olivam allgemein vom 
Ruhme, den sich der Dichter erwerbe. Orelli erklärt: 
Corona oleagina^ ex Palladis igitur arhore nexa^ undique^ 
ex Omnibus Atticae locis decerpta caput redimire, Dil- 



*) Orelli übergeht sie ganz, während LiibkcT wohl mit Un- 
rt»cht behauptet, ich habe sie in Worten uml Zusammenhang 
durchaus uiibegriinciet gelassen. 

**) Carmen perpetuum V. 6 deutet Orelli: a prima urb's 
'origine ad sua tempora deductum, et fiuO^ovg Juicos non 
sine arte inter se connectens; aber das wäre ja kein l'reis- 
gesang, wie er hier ausdrücklich bezeichnet wird {urbem ce- 
lebrare). Die Stadt Athen wird nicht verherrlicht, wenn 
man alle Mythen, welche an sie geknüpft werden, besingt, 
sondern durch die Hervorhebung ihrer Vorzüge, wobei frei- 
lich auch die Grossthalen früherer Zeit erwähnt werden kön- 
nen. Richtig scheint esLübker zu fassen. Carmine per' 
petuo celebrare heisst „immerfort , unaufhörlich besingen**. 
Vgl. V. 16 f. imlres perpetuos. 



24 

lenburgcr: ut omnes fabulae a prima origine urbis m* 
ter se coniunciae coronam quasi eßciant^ qua caput cin^ 
gaturpoetae i.e. nomen et gloria paretur. Olita soll' dem- 
nach der Kranz sein ) welcher dem Dichter als Lohn zu 
Theil wird, praemia doctarum fröntium (I, 1, 29). ' Aber 
' setzt denn der Dichter sich selbst den Kranz auf, wie es 
hier offenbar heissen wurde? Wird nicht vielmehr der 
Kranz von anderen dem Dichter gewunden und aufgeselzl? 
Vgl. I, 26, 8. m, 30, 1'6. IV, 2, 9. epist. I, 3, 25. Und 
wenn dieser Kranz von anderen dem Dichter gewunden 
wird, wie kann man undique decerptam darauf beziehen, 
dass der Dichter das Lob Athens von allen Orten her- 
nimmt? Auch kommen Epheu- und Lorbeerkränze, aber 
nicht Olivenzweige als Lohn •der Dichterstirn vor , wofür 
man freilich die Wettkämpfe an den attischen Panathenäen^ 
die seit Perikles auch musisch waren, anföhreti kann. Prae^ 
ponere . fronti olivam kann nur heissen mit dem Oel- 
zweige einen bekränzen ^), nicht sich bekrän- 
zen lassen, was hier auch sehr matt und ungeschickt 
sein wurde. Wessen Stirn aber bekränzt der Didier hier? 
Seine eigene unmöglich, sondern die der Stadt, die er 
verherrlicht. Der Olivenkranz ist offenbar von den Wett- 
spielen an den Panathenäen hergenommen, bei welchen der 
Sieger bekränzt wird. Der Dichter bekränzt Athen als 
Siegerin über alle anderen Städte, er erkennt ihr den Preis 
zu. Dies ist 'die einzig richtige , sprachlich und sachlich 
unanslössige Erklärung **). Wenn aber Horaz den Sie- 



** 



*) Vgl. Sapph. fr. 67 Schneitlewin (bei Athen. XV, 16). 
Der Kranz stellt an der Stirn hervor, woher die römischen 
Dichter sagen praecingere tempora , praetexere frondes' co- 
mi's,. Die Griechen brauchen so nccQaii&iycii. Die gewöhn« 
liehe Lesart hat neuerdings wieder Franke (Zeilschr, f d. A. 
\V 1844, 844) in Schutz genommen, der Ovid. Met. 1,699: 
pinuque caput praecinclus acuta vergleicht. 

) Gruppen, worin unter frauenge&talt dargestellte Städte be- 



S5 

gesknnz ,uii^diq^4ecerptaxi^njUy so. beziehen wir dies jiel^t 
darauf, dass^ der. Dichter vielfacher, verschiedener Yoi^jage 
.wegen 4er &ladt ,Alben den Preis zutheilt ; von allen Sei- 
ten ber aii^int ,cm^ die Veranlassung,. die Stadt Athen a^u prei- 
sen, wobei man nur an den schönen Preisgesang des So- 
phokles (Oed. Col. 668 ff.) zu erinnern braucht. Neuer- 
dings hat Hernann a. a. 0. S. 8 f. mit Peerlkamp 
V. 6 f. als unächt ausgeworfen und mit demselben Gelehr« 
ten V. 7 honore vermuthet , weil piuriims ohne Substantiv 
in der Bedeutung plurimi unlateinisch sei. Wir gestehen 
mit Dillenburgßr, dass der Ausdruck plurimus in die- 
sem Sinne sehr kühn gebraulcht ist, glauben aber densel- 
ben nicht bezweifeln zu dürfen. Die Annahme, plurimus 
beziehe sich auf das allgemein gedachte Subjekt irgend 
einer, scheint uns weniger passend *). Bernhardy 
verbindet p/urtmu^ in lunonis honorem und erklärt: „Wer 
auf der Juno Ruhm seine Kraft setzt'*. — V. 23 deutet 
Voigt S. 44 cinxisse: cincta habuisse ^ weil Teucer nicht 
nach, sonderh vor dem Trinken zu den Gefährten geredet 
habe. Orelli hat freilich Unrecht, wenn er den Teucer 
erst post potationem sprechen lässt; aber aus V: 31 folgt 
nicht, dass dies vorder potatio geschehen sei; wir nehmen 
die Zeit während des Gelages an. Teucer erhebt sich, in- 
dem er sich. mit dem Eicbenkranze die Stirne umwindet. 



kränzt werden, finden sich in der alten Kunst, hänfig. Y^. 
Mutier „Archäologie der Kunst'^ Jj 405. 

•) V. 5 zieht Hermann mit Peerlkamp arces tot.-V. iO 
rertbe^igt er jMliiens gegen Oudendorp und P e e r 1 k i^ni p. 
Nach V. I4 nimmt er «"ine Lücke an , weil, der Üebergang 
gar ^u scUrotr sei \ aber dasselbe fanden wir bereits t, 2, 21. 
Von (|^r Schönheit Xibur's , dessen Beize er dem Freunde 
lebhaft vorhält , wendet 3ich der Dichter ohne weitem Üe- 
bergang zur Aufforderung, sich die Sorgen durch den Wein 
zu verscheuchen, wobei er auf das schöne tiburtinische Land- 
gut des Freundes (V. 20 f.) zurückkommt Hierin, wie in 
manchen Ausdrücken, mag man den D'^obter tadeln, aber zu 
so gewaltsamen Aonahmfn sind wir picht berechtigt. 

Düntter*« Kritik. V . 2 



ä6 

> 

UdaLyaeo erklärtere II i von der Befenchtdng'' d^i^ Schläfe 
mit Wein, mit Berufung auf Tib. 1,2,3. Ovid. Amor. 1, 6, 37. 
Wir möchten uda proleplisch nehmen; die Schläfe wurden 
nass durch den befeucliteten Kranz, mfl welchem äer Be- 
cher bekränzt gewesen war (Buttmann's „Lexilögus" I, 
99). _ V. 27. Zu auspice Teucro vgl. Stat. sifv. III, 5, 74 
Ouwens 365 fF, — V. 32 bezieht van Jan (MürtchJ An- 
zeigen 1840, 270) gegen Orelli iferabimus mit Recht au/ 
die Abfahrt von Salamis, wo Teucer nicht aufgenommen 
worden war. Schliesslich bemerken wir, dass Patin 
Qjournal des Sücants 1841 , 629) der Beziehung des nil 
desperandum auf Munölius Plancus widerspricht. 

Achte Ode. Vgl. B. III, 40f.*j. Das Gedicht isl 
ein scharfer Spott auf einen jungen Mann , der von einer 
herrschsüchtigen Buhlerin ganz umstrickt alle Kraft und 
Freiheit verloren hat. Patiens pulveris atque solis raöcble 
ich jetzt nicht mehr ironisch nehmen, sondern mit den neue- 
sten Erklärern auf die frühere Zeil beziehen. Mit Recht 
hat Orelli meine Erklärung von Iwida (V. 10) verwor- 
fen **) , da die angenommene Bedeutung des Wortes nicht 
nachzuweisen ist. Die Deutung der Scholiaslen ist richtig; 
nur ist zu bemerken, dass lividus^ wie patiens pulveris at- 
que solis^ auf die frühere Zeit geht. Mit Dillen burger 
stimmen wir völlig übercin, nur möchten wir bei ihm die 
Worte iwfer muUerculas wegwünschen*^*). Die Verglei- 



*) Orelli bemerkt in Bezug auf unsere Deutung t Jnnocen- 
tem ac Jestivum iocum in toto hoc carmine üt- agnoscas^ 
auctor tibi sunt, neve cum nupero inteprete Germanico me- 
ris in nu§is, e.tsi admodum lepidis, horribiles excites tragoe» 
dias. Er selbst giebt gar nicht an, wie die Ode »ii verstehn 
sei. Das Nichtige sah Di Henburger. 

**) Nur hat er sie ungenau wiedergegeben: pallida natura at- 
que enervata; das erstere hat er aus sich hinzugefügt, 

***) Dacier nimmt gar an, die Ode solle nur das Geheimniss 



cbnngY. 13—16 ipoll nur f^uf die uoumsQhränkte Herrschaft 
gehtt, welche (}ie Geliebte , ein« andere Omphale , ausübt 
Ueber die Sage von Achiileus vgl. Welcker „die griech. 
Tragödien« S, 402 tl *) 476 L 

Neunte Ode. Vgl. B. III; 15 f. Mit Dillenbur- 
gor stimmt Weber S. 142 f. überein, der bemerkt, es wäre 
abgeschmackt gewesen, auf dem Sabinum des Sabinerweins 
zu gedenken (!). Das Gedicht ist eine freie Nachahmung des 
Alkäos, wenigstens geht es von einer alkäischen Stelle aus. 
Wenn Orelli sagt: Qua ex imitatione ipse equidem coU 
ligo totum argumentum esse ficücium ac liberae <pavTaaiag 
ludum^ so ist dies ein falscher Schluss, wie sich aus I, 37 
ergibt, welche Ode ebenfalls mit Alkäos anhebt. — V. 1. 
Vides geben wir nach deutschem Sprachgebrauche besser 
durch siehe! wieder. Vgl. epist. I, 1, 42. •— V. 9. Ce^ 
tera bezeichnet hier dasjenige, was wir nicht in unserer 
Gewalt haben **). Zu deproeliante^ V. II Dillenbur- 
ger S. 125 f. — Zum Schlüsse der Ode Gäliani bei Stol- 
berg Werke VI», 395 ff. — Richtig hat Dillenbürger 
den Moment erkannt , in welchem das Gedicht gedacht 
wird. Die Freunde sind beim Mahle versammelt, bei wel- 



yerrathen , 4ass Sybaris sieb in Fraoenkleidern bei Lydia 
aufhalte. 

*) S. 193 ist eines der yielen falschen Citate , an denen auch 
Orelli's zweite Ausgabe so reich ist. In die z^ei erüteu 
Bände meines Bora« hatten sich ohne meide Schuld fiele 
• Drudifebler auch in d^nCitaten eiugeschiichen, weshalb icb 
bei deu folgenden Bünden umso grössere Sorgfalt angewendet 
habe , so dass hier äusserst wenige falsche zu fiuden sein 
. durften. • 

**) Orelli, dessen frühere nichtssagende Erklärung Dillen- 

burg^e^rS. 38 mit Recht verworfen hat, umschreibt jelzt 

ebenso weitschweifig» als unklar: reliqua omnia, quat aut 

• mnteasolHcitos nos habuerunft , aut quia futura et incertti 

. sunt, nunc certe nihil ad nos atlinent (?), nee taetitiae no» 

strae eonveniunt' 



OB 

chem Horaz, indem er atte tiüben Gedanken zurüfckweist, 
zum heitern Genüsse des Lebens auffordert. ' 

Zelinte Ode. Meine symbolische Auslegung dieses 
wohl nach dem Griechischen, vielleicht nach Alkäos gear- 
beiteten Gedichtes *) muss ich jetzt als unhi^grändet ver- 
werfen. Mercur wird als Gott der menschlichen Bildung 
gepriesen (Str. 1). Er ist der Gott der Klugheit, der die 
Leier erfunden hat, der in Schlauheit und List als Meister 
erscheint (Str. 2—4). Er geleitet auch als allgemein be- 
liebter Gott die Seelen zur üntenvelt (Sir. 5). Dillen- 
burger sieht hier ein Lob der Beredtsamkeit (eloquentiae 
vi ac potestate omnia comungi ac 'placari, deos eum homi- 
nibnSf hondnes cum inferis). 

E 1 f t e d e. W e b e r S. 99 hält unsere Leuconoe für 
eine der dem Dichter aus früheren Zeiten bekannten Frei- 
gelassenen. Horaz habe nämlich , „selbst eines Freigelas- 
senen Sohn, manche Bekanntschaften unter dieser Klasse, 
zum Theil aus der Heimat und von seinen Aeltern her, 
zum Theil aus der Zeit, wo sein Vater selbst mit ihm und 
seinetwegen in Rom wohnte, forlcultivirt". Gegen unsere 
Auffassung der Ode hat sich mit Recht D441^~AiMij^^^r 
(Zeitschr. f. d. A. W. 1840, 614 f.) erkJärt; nur möchten 
wir in V. 4—6 eine leise symbolische Andeutung nicht 
leugnen. Die Disposition ist einfach diese: L Frage nicht 
nach deinem Ende und suche nicht die Zukunfl zu erfor- 
schen, da es besser ist nichts zu furehlenl U. Yielinehr 



*) Grotefend (Zeifschr. f. d. Ä. W. 1844, 144 f.) hält alle 
Odeu von der yierlen bis ^ur elften für alfcäisch oder in 
der Wfiae desä^ben gedichtet, indem er Jittmmint, Horaz 
habe ia das erste Buch nur soUheOden aiifgenomraen, bei 
denen er mehr oder %ventger griechischen' \WbUflb9m folgte, 
so dasl er sich Ihre Or^gitlafftat nicht ganz'^aaeigaot» wollte. 
VgL B. 111, 18.. 



tntte, was &f:1gemt C^apioi, wie bei Vers. V,167), hoffe 
Dicht auf lavgea Genuas (I, 4, 15 f.) ^ sondern geniesse die 
entailettde Zeit! 

Z^t^lfte Ode. Vgl B. Ili, 27. Unmöglich könnw 
wir Carl P«s&ow und Weber (S. 239) beistimmen^ 
welbtae dtis Gedicht in das Jahr 725 setaen , de der Dieb* 
ter vor der Verhindung des IhfeeUu» mit der Toiphter de^ 
Avgusim anf den eben autblühenckn Joagling nicht so b^^ 
deutsam hinweisen konnte, um anderes, besonders das Ver«* 
hältniss zu I, 2, zu äbergehn. Anton a. a. 0. S. 28 iL 
geht auf das Jahr 731 zuruek. AttsfabrUch hat über un^ 
sere Ode Curtze gehandelt im Corbacher Progamm 1840* 
Vgl. Lübker S. 540 f. Jahn's Jahrb. 34, 98 ff. Curtze^ 
der das Gedicht 730 setzt, bemerkt richtig, dass zuerst ia 
unserer Ode Augustus als allgewaltiger Gebieter dargestellt 
und mit Juppiter Terglichen werde ; Augu^tns werde als m« 
lerKcher und gütiger Beherrseher m Frieden^ wie als mach- 
tiger und siegreicher Bekämpfer der Flßinde im Kriege ge- 
priesen und dem Juppiter aurSdite gestellt^). Richtig hat 



*) //i prooemio verhis Ijrra et tibia ae närratione dß Orpke^ 
significat pmta de diversit rebus , de rebus ad bellum et 
de rebus ad pacem perlinenUbus se velle canere (?) y in 
parte de heroibus celebrat tres, qui laudem ß>rtitudinia ad- 
secuti sunt , et tret , qui ornati sunt lenioribus vir$uMib^s^ 
^od^mqiue modo denique viris, quot canit , tribuit laudem 
propter virtutes, quibus ßorue'rint vel tempore belli vel 
otii tempore- lam vero q'uum dicat int^r omttes iUos viras 
micare Juf^ustum j u$ l.u»a inHrt ig't^s, minores^ eademque 
it^itur laude eum atque illo* celehraverit, necesse est sta- 
tuamus, iisdem etiam vlrlutibus dignum eum iudicasse» A4 
quum in exitu carminie comparaverit eum cum love, Jacile 
intelligitur, poetam de Augusto iam in initio, quum eundtm 
lovem caneret, eogitasse Cm quum ibi propter unam tan^ 
tum , qua cum Pattade ornatus sit , viriutem comparaverit 
jiugustum , propter alteram, quam in exitu simul cum le» 
niori virtute lovi tribuit, Libero, Vianae et ApolUni eum 
comparau Heroas vero, quum iisdem diiobus laudis generi^ 
bus tulfeeti sunt , ut Jugusm* cum iis conferatur , nomi» 



auch Cur tze erkannt, Aasn in den beiden eaifelegten 
Ausführungen (V. 7—12 und '27-^32) eine Beziehung auf 
den Hauptgedanken enthalten sein müsse. Whr behaupten 
keineswegs , wie man uns plump raissverstanden hat , sol- 
che anspielende eingelegte Bilder seien förmlicbe Ver- 
gleichungen (Augustus werde hier mit Orpheus und den 
Dioskuren verglichen), sondern nur dies, dass die in sol- 
chen Nebenausführungen angeregten Vorstellungen auf den 
Hatiptgegenstand, zu welchem sie in einer innerlichen Ver- 
bindung stehen , hindeuten , den sie gleichsam durch eine 
Wiederspiegelung dem Geiste näher bringen. Die alles 
hinreissende und leitende Gewalt eines Orpheus und die 
den Sturm im Augenblieke beschwörende Macht der Dios- 
kuren trägt der vom Dichter angeregte Geist auf den Haupt- 
gegenstand des Liedes , den Augustes, über, der ebenfaiis, 
wie jene, zu den mit wunderbaren Kräften begabten Na-- 
turen gehört. Freilich behauptet Jahn S. 102 : „Derg\eicheii 
mythologische und historische Einflechtungen sind so sehr 
im Charakter der alten Hymnen und ebenso eine Eigea- 
thümlichkeit der lyrischen Poesie des Pindar und Horaz, 
dass man über ihre poetische Angemessenheit nicht viel 
grübeln, sondern höchstens darauf hinweisen darf, dass sie 
für die alten Dichter ein Mittel sind, ihre Leser über dunkle 
und wenig bekannte religiöse und vaterländische Sagen *) 
2u belehren (das müsste ein lyrischer Dichter!?}, etwa wie 
es bei uns epische Balladen - und Legendendichter bis- 
weiten zu thun pflegen (ly^ Wir hätten nicht gedacht, 
dass man nacfaBöckh undDissen sich auf Pindar in ei- 
ner solchen Weise berufen werde. Die Alten, welche in 



naios esset praesertim quum medii positi sint inter deos et 
viros, non est ^ quod possit negari. — Alque ita omnes 
partes serviunt laudi Augusti. 

*) War denn etwa dieSage^von Orpheus, um bei unserer Ode 
zu bleiben , so wenig bekannt ? Mus»te Horaz die Römei 
erst über di'e in Rom verehrten Dioskuren. beleliroa? 



31 

} der Kannst .vom. lebendigsten OefQtile der. Einheit getrieben 

I worden, wjelehe in ihren epischen und dramatischen Dicht- 

ii werken eine i^o wundervolle flarmonie und Abrundung zu 

i erreichen wus^ten^, sollten in ihren kleineren, lyrischen Ge- 

t dichten so ^ehr von allem künstlerischen Gefühle verlassen 

[ gewesen sein, dass sie glänzende Ausfuhrungen denselben 

j eingefügt hätten , die blosse Auswüchse wären , ohne die 

mindeste Beziehung auf die Hauptidee. Eine solche leidige 

Ansicht, wie ich sie auch bei Voigt in der angeführten 

verdienstlichen Schrift S. 2 *) linde>, widerspricht ganz dem 

tiefen Kunstgefühle, welches wir bei den Griechen und den 

durch das Studium der Griechen gebildeten Römern in so 

wundervoUer Ausbildung finden. £in so lebendig auffassen* 

des, sinnlich belebtes Volk, dem, wenn irgend einem, der 

Sinn für kunstmässige Auffassung eines vollendeten Ganzen 

gegeben war, hätte Gjßdidite ertragen können, welche sich 

mehr durch schöne Einzelheiten, ab durch eine einheitliche 

Composition empfehlen ? Bei Horaz mögen immer die er- 

slen Versuche an dem Mangel leiden, dass die einheitliche 

Composition nicht zur voUandeten Durchbildung gekom* 

men, abej^ dass ihm die in sich abgerundete Einheit als 

höchstes Erforderniss der Poesie erschienen sei, zeigt auf 

das Deutlichste sein Brief an die Pisonen, und in Produc- 

tionen eijoier reifern Zeit glauben wir bei ihm auch in der 

ComposHion überall die höchste Vollendung annehmen zu 

müsi?en **). Curtze hat besonders das auch von uns 



*) Carminum artificium muHo ma^i$ , ijuäm apud no$ fieri 
solet aut poteit, ad aurium iudicium referebaiur» Quo fa^^ 
Cium esty ut quum apud nostros homiuet inventio plurimum 
valere soteat et ex- ea potissimum virtus poeiiea ' aestimari, 
Apud illos carmina vel maäitne comniendarentur tum »en- 
ttuttiarwn copiä. et uhertate ^ tum oralionis ornatu et eX" 
politione. ■ 

'*) Jahn giebt mir (Jahrb. 34, 479 f.) SchuW , ich habe das 
Wesen der antiken Welt- und L&bensansrhauung und ihren 
Gvgtfnsatz sur modenieD ver)^aiyfyty ohne irgend ansugeben, 

•' ■ ■ , . - . \ ?•• • • •• 



32 

hervorgehoberie Priniip der Di-eithe!luri^ In der Ode nach- 
gewiesen , welches sich gerade hier aiff wirklich überra- 
schende Weise herausstellt. Bern'htfrdy/ und nach 'ihm 
£ ü b k e r und D i 1 1 e n b u r g'ef r , haften die Ansfcht ausge- 
sprochen, unsere Ode sei in der Art der alten römischen 
Tischlieder gedichtet, wogegen aber, wie Pflrstenau 
(Zeitschr. t d. A. W. 184*, 845) richtig^ bemerkt , theils 
der pindarische Anfang, theils die TÖUige Verschiedenheit 
von jenen TiSchliedem spricht, welche diö Thäten verstor- 
bener Helden feierten. Von meiner früher gegebenen Dexi- 
i'iing glaube ich auch jetzt, trotz dör Einreden von Gern- 
6 a r d : de compositione carminutn ßoratU ^xplcmantta parf. 11 
S. 4 f. in keinem Hauptpunkte abweichen zu dürfen *). Nä- 



wie uml worin. Jenen Unterschied glaube ich selbst B, I, 
11 f. und in der Sclirift „Göthe als Dramatiker" S. 216 ff. 
be&tirnmi genüg eAt\fiekeft tvt habc^Ä. Ton died AlUn sagt 
Qöfche ti'effend, ihr höchster 6 rundsartz sei das Bedeutende 
gewesen , das höchste Resultat aber einer glücklichen Be- 
handliiijg das Schöne. Bei^Hforaa; habe ich jedes «einzelne 
Gedieht als ein wohlcomponir,tes« einheitliches Gantes nach- 
zuweisen gesucht, und mag ich auch in manchem Punkte 
fehl gegangen sein, besonders darin geirrt hab<ft, datfs ich 
nicht überall auf die Zeit der Abfassung gehörige Ruckdcht 
nahm f jedenfalls ist es Töllig nugeerundet , wenn man be- 
hauptet, diese Art der Auffassung widerspreche dem Wesen 
änfiker Poesie, welche gerade hierin besonders rtiht. Dass 
ich im Aufsuchen des Symbolischen manchmAl , ffaM an sich 
Dicht zu verwundern, zu weit gegangen, leugne ich nicht, aber 
dass die symbolische Auffassung bei den Alten , bef denen 
das Symbol so bedeutend überall auftrat, nicht berechtigt 
sei, kann nur die Beschränktheit behaupten. Höchst autfal- 
lend ist es mir gewesen, wie Jahn u* a. behaupten konn- 
ten, ich habe dem Dkhter reine ond absolute 3etfachtuog 
ahstraeter Begriffe lugeschrieb^o ; ich, habe nur die Idee 
jedes Gedichtes — und eine solche mus« doph ein jedes ha- 
lieii -* aufzufinden gesucht und die g^fimdenen. Ide^n dar- 
auf unter bestinimteo Gesichtspunkten ^usamn^engestellt. 
Nur Dilienburger (Zeitschr. f. d. A. W. 1841^ 622) hat 
dies .erkannt. Dass^man eine so einfache Sache missdeuten 
werde^ konnte ich nicht erwarten. 

*) Gernbard nimtat, an unserer Deutuag vqu secundo Cat- 
sare Ansto'ss. Tom inurbanum quis credat lovem ab H(r 



g^lib'Beh bemeirkt (Mätichener Gel. Ans. a. a. 0. S.422): 
„Der vom Preise ddis höchsten Golles ausgehende und diircll 
die ganke Welt 4e6 GSrossen Ha Himmel nnd auf ErdeA 
sich bewegende Dichter Icomml an Ende bei dem Preise 
des höchsten Menscbeo an und vermeidet den Bkei nackter 
Schmeicheiei durch die Form der Fürbitte» in welche er 
den Preis desselben einkleidet/^ Paasow (Leben des Ho- 
raz S. CXVil) : ,,Nur insofern das Vaterland auf das juU* 
sehe iGescfaJecht, wie auf ein von de« Götlem gesendetes, 
blickt, erglänzt das Gestirn desselben in unzweideutigem 
Liebt , nachdem es hinter einer Reihe grosser U^^ldenge- 
«talten der Vorzeit errettend einmal über Rom aufge(gaa- 

V. 8. Die Vermuthungen rupes (Sanadon), sa^a 
(Ramler}, cmUes (Peerlkamp) statt $üeae wflrden et- 
was Lächerliches in die Stelle bringen. Vgl. Unger pa- 
rad. Thebana S. 441. Dass der Dichter, nachdem er die 
Walder genannt , darauf in anderer Verbindung einzelne 
Eichen erwähnt , darf nicht auffallen. Vgl. Zeitschr. f^ d. 
A.W. 1840,1136. — V. 13ff. Vgl. Mart. XU, 8, 2. Klau- 
sen S. il05. Vnde erklären Ouwens S.359 uadCurtze 
guar6^ Orelli und^. Es bezeichnet im Allgemeinen von 
welchem her, d. b. unter wessen Herrschaft. Neben 
Juppiter, dem Inbegriffe aller Macht, werden genannt die 
Göttin der Weish^eit, der kriegerische, die ganze Welt 
durchziehende Bacchus und die beiden das Unrecht stra- 
fenden, Vom julischen Geschlechte besonders verehrten Gott- 



rmiio fingt potuisst, ul Minervam Au^Ho (xder€ €0g$r€t ? 
Wir braucheo uns dagegen unr auf die B. I, 66 abgeführ- 
ten Worte Buttobann's ztt berufen. Die andereii Göttec 
ausser Jup|HAen sind f&r den -Dichter nur poetische Wese», 
die' b^i d«r'.icbein zuHefaeadeB Weltherrschaft oiefat in Be- 
tracht kommen. Aach die Bem«rkuHg, V. 27—31 seien un- 
möglich auf Attgvstas- zu hesieben, da dieser bis dahin noch 
nicht genanot sei, erledigt sich nach dem oben Gesagten 
y<m selbst. 

. 2» 



I 

heilen tvgl. iV, 6). — V. 25. lieber den Dienst der Dios* 
kuren zuRom Klausen S. 668 f. — V. 31 will Kreuss- 
ter (vgl. Jahrb. 27, 436): nam sie votuere^ Döderlein 
iect. Horat.XlY: qtn$ «to, wasOrelli Anal. S.7 mit Recht 
zurückweist. Quod sie steht darcbaus, nicht so fest, wie 
man meint; in der ältesten Handschrift war hier unstreitig 
eine Lücke, deren Ausfüllung zweifelhaft bleibt« Aebnlich 
ist es episti II, 2, 199. — Als 'Muster römischer Würde 
werden V. 33 ff. dem Romulus Numa , Tarquinius und Calo 
•entgegpengeslelit*). — V. 45 ff. Wer den eigentlichen Sinn 
-des hier gebrauchten Bildes erwägt (vgl. Jl. (», 53 ff. a, 
-56 f.), der muss die von Anton, Voigt S. 3 und Ful- 
da mus gebilligte Erklärung Orelli's, gegen die auch der 
Zusammenhang spricht, für eine unmögliche halten. Orelli 
-hat jetzt die homerischen Stellen beigebracht , ohne ihnen 



-'J Lübke r, Dillenburger, Orelli und Curt z e ^'ollen 
den Tarquinius Priscus verstehn, wogegen Voigt S. 32 mit 
.Recht auf dem letzten römischen Könige besteht, indem er 
nach Berufung auf Cic. Phil. III, 4 bemerkt: Quasi vero 
nie rem Romanam , a Romulo primum conditam, a Numa 
Pompüio legibus institutisque temperatam non omnium re- 
^um maxime auxerit et amplificaverit^ qui ui Cato liber- 
iate^ ita ipse regno dignissimus ßHt. Vgl. Niebuhr I, 

- 542 f. Auch ^ägelsbach S. 425 nimmt daran Anstoss, 
4a88 Horaz trotz superbi, welches Beiwort nothwendig an 
den letzten König errinnern müsse, an den frühem Tarqui» 
nius gedacht haben soU^ und macht darauf aufmerksam, dass 
Bom unter den Königen nie mächtiger war, als zur Zeit det 
letzten Tarquinius. Vgl. noch Claudian. de IV consul. Ho- 
nörii 310. Pa Idamus (Zeltschr. f. d. A. W. 1840, 1137) 
bemerkt gegen mich, es sei.gauz in der Ordnung, dass, wie 
Buttmann meine, hier zwei Repräsentanten der Königs- 
herrschaft, Romolus und Numa, angeführt werden, der Grün- 
der der Stadt und der des Staates; aber hätte der Dichter 

• die Entwicklung, des Rönigthums darstellen wollen, so hätte 

•' er auch die Könige alle bieben nennen müssen, da in jedem 

'■ ^' von ihnen eine besondere Entwicklung hervortritt. Van Jan 

' a. a. O. 'S. 271, der den letzten König versteht (vgl. sat. I, 
6, 12 f.), will hier eSne Aufstellung von zwei Extremen , des 
übermütbigsten Königs und des eifrigsten Republikaner« 
(Cato), finden. 



8» 

ifgend einen Einfluss aaf seine Erklaraog zu gestatten. 
Vgl Drumann II, 402. — V. 47. Unter lutiutn sidus 
denken wir am. Liebsten an Julius Caesar (Klausen S. 
1103 IT.). Lübker und Dillenburger verstehen das 
julische Geschlecht. Am Wenigsten geht es, dies mit Ou* 
wens S. 360, Curtze und Nagelsbach auf Augustus 
selbst zu beziehen« 

Dreizehnte Ode. Vgl. B. Ill, 40f. Weber S. 95 
denkt bei Telephus an einen wirklichen , dem Horaz ver- 
bassten^ jugendlich kecken Nebenbuhler. V. 8 — 10 beziehe 
ich jetzt mit Orelli auf den Streit zwischen dem lieben- 
den Paare; sie bUden den geraden (Gegensatz zum folgen- 
den siee. „Hat er dich geschlagen oder in wilder Leiden- 
Schaft dich mit einem Kusse verwundet'^ — V. 15 f. Ou- 
wens'S. 362 f. denkt bei quinia pars an eine bestimmte 
Art der Mischung und erklärt: praecipua tlto, qua poltet 
ipsa iVenus}^ venusttM et gratia. Vgl Jacob Zeitschr. f. 
d, A. W. 1840, 524 f. Die quinta pars der Pythagoreer, 
der feinste, geistigste Urstoff, der Lichtäther, im Gegensatze 
zu de^i vier Elementen, gehört nicht hierher, ebensowenig 
die Quintessenz des. Mittelalters. 

Vierzehnte Ode. Vgl. B. HI, 15. Furstenau 
vertheidigt seine Ansicht in der Zeitschr. f. d. A. W. 1844» 
845. Patin (Journal des Savants 1841, 627) setzt unsere 
Ode, wie auch Epode 7 und 16, zwischen 712-^716. EUes 
expticent , exöusent^ jusHfierU le changement poUtique^ qu'on 
lui a reprocM, Weber folgt (S. 117) der richtigen An- 
sicht*). — V.6. Ueber den Conjunctiv ^emait^Läbker 



*) Orejlli sagt zwar jetzt im Widefspnichp mit seiner frühem 
Ansicht, am Wahrscheinlichsten gehöre die Ode 723 vor di« 
Schlacht bei Actium. Wunderbar aber ist es, wie er gleich 
darauf behaupten kann: Jequo fere iure adomnes i7- 



36 

floratiana S. 6 f. Nach gemani ist keine Interpuncfion zu 
setzen. Dass carinae von e i n e m Schilfe allein stehe, neh- 
men Orelli undDillenburger mit Recht an (vgl.'B. !V, 
383); ebenso steht gleich V. 14 puppibus^ obgleich r e 1 li 
zu A. P. 21 dies leugnet. — V. 15. Vgl. Dillenburger 
S. 118. — Zur Auffassung 9es Ganzen vgfl. Lübker in der 
Zeilschr. f. d. A. W. 1842, 309. 

Fünfzehnte Od^. Vgl. IH, 18. Eine Beziehung 
auf Antonius nehmen auch Waickenär und WebeT 
S. 118 an, wogegen sich Patin (^JoumcU des Sof^anis l64/i^ 
628 f.) erklärt. — V.9f. Stat. Theb. II, 210 f. IX, 151.- 
¥.21 ff. Das genaue von mir gesuchte Entsprechen durfte 
nicht vorhanden sein. Dass Meriones seiner Tapferkeit we- 
gen erwähnt sei, bemerkt Steiner de carmfne saec. S. 13 
gegen Orelti. Vgl. obeii 8. 22. För denAjas, ÜsnSobn 
des Oäeas, den Orelli jetzt nach Dillenburger an die 
Stelle des Telamoniers gesetzt hat, erklirt sich auch Lüb- 
ker a. a. 0. S. 4. — Die bei mir, wie auch bei Lübker ver- 
druckte Stelle findet sich Jl. J, 404 ff. — Die von mir gc- 
§fegebene Deutung der letzten Strophe muss ich noch jetzt 
für einzig richtig halten. Wie die Weissagung des Ne- 
reus mit der Drohung, ganz Griechenland werde gegen das 
Keieb des Brianios. sich erheben, begonnen hat, so muss 
5ie auch mit der Betheurung , i&ss Paris durch den Raub 
der Helena Troja vernichten w«fde^ schiiessen. Nun ist es 
aber durchaus unangebracht, dass Nereus, nachdem er das 
Unglück und die Mühe des Krieges geschildert hat, her- 
vorheben aoH, dass durch den Zorn ies Achilleus ein kur- 
zer Aufschub eintreten werde , wie alle Erklärer annehmen, 
abgesehen davon, dass gar nicht behauptet werden kann, 
durch Jenen, nur sehr kurze Zeit dauernden Zorn sei der 



las turba4 posi pßgvam ^iviUmvsque ud $uUilif.um Octaviani 
imperium reßirri omnia possunU 



sr 

Untergang der Stadt aufgehalten worden, ferner kimn an* 
möglich „die zürnende Flotte des Achilleus^* für den Zorn 
desselben gesagt sein. Nimmt man den Ausdttick in die* 
sem Sinne, so ist auch das eirtfeche diem höchst sonderbar, 
wogegen dieses sich leichter erklärt, wenn man iraeunda 
classis för die Racheflotte nimmt^ wo man dann diem nolh«» 
wendig als Tag der Rache fasst. Alle Sehwierigkellen 
schwinden, nimmt man pro/erre hier In der Bedeutung hin- 
bringen, wobei das griechische nQotpiQda^ai (Hom. Jl. 
y, 7) vorgeschwebt haben mag *). Wenn Horaz aber die 
griechische Flotte hier von Achilleus benennt, so erklärt 
sich dieses leicht daher , dass er den Namen des Hanpt- 
beiden mit besonderer Kraft seiner Darstellung einverleiben 
wollte. „Ja wahrlich es wird die Racheflotte des Achllleus 
die Rache heranführen und nach einer Zahl von Jahren 
Troja zti Asche brennen.« Vgl. Hom. Jl. ß, 352. 

'Sechszehnte Ode. Vgl. Steiner S. 23 ff. An 
die Canidia denkt Förstenau, wogegen Teuffei (Zeil- 
schr. f. d. A. W. 1844, 517). Grotefend meint, iamhi 
V. 3 könne als Schmahgedicht ohne Beziehung au! 
die Versaft genommen, und der Widerruf auf I, 25 bezo* 



*} Orelii, dem der Sian der Stelle in ihrem Zusammenhänge einf 
jy^eniaehe ist, bemeriit vornehmt Proferr^ non esse t^afierre^ 
vel ,,inferre*' nemo ignorat. Die Bedeutung hinbringen 
findet sich Ovid. Met. VII, 253. Lucan. lY, 763. Dass Horaz hier 
den Auedruck proferre diem in der gewöhnlichen Bedeutung 
y/len Termin verschieben*' gebraucht habe, ist an sich unwahr.» 
scheinlich, da diese gemeine lAedeweise der ganzen Darstellung 
unwürdig sein \>ürde. Sehr wohl konnte er hie# d««i VV-eel« 
die .Bedeutung hinbringen geben; „aus Griechenland 
' wird die Flotte des Achilleus den Rachetag Troja bringen^'. 
Wenn Horaz sich' im eigenthumlich neuen Gebrauche von 
Wörtern viele Freiheil erlaubt (man vgl. oben I, 1,1' fronti 
jrraeponert. epod. 6, 10 proticere filr obiicere, epist. 1, 3, 13 
dilucescere^ 1,5, \^ adsidere. IV, 15, 30 remitcere) , so se- 
hen wir nicht ein, dass t% für ihn ein gar grosses Wagnjss 
wäre, dem Worte proferr^ in der Verbindung mit rfi'em hier 
eine Bedeutuhg tu geben, die «> ^^^b sonst hat. 



88; 

gen werdeR, Weber ßeUX qS, 143) das Gedicht scho« 
717 oder 718. Auch wijr möchten darin eine der frühe- 
sten lyrischen Preductionen erkennen, wober sich auch das 
Anstössige und Uebertriebene in manchen Ausdrücken er- 
klärt, wodurch sich Lübker und Dillenburger nach 
Wüllner veranlasst gesehen haben an eine durchgebende 
Ironie zu denken *). Zum Ganzen vgl. Ca tu 11 36. Das 
dargestellte Verhältniss scheint uns fingirt.. Vgl. Dillen- 
burger S. 39 ff. — Unsere Deutung von V. 5—11} hfl/ 
Dillenburger (Zeitschr. f. d. A.. W, 1841,623.) mü 
Recht verworfen«. Wir erklären jetzt: „Nicht Dindymene, 
nicht Apollo, nicht Bacchus erregen so den Geist, nicht 
rasen so die Begeisterten (speciell stehen hier die Kory- 
bonten)^^ Dem Schwerte stehen das Meer und das. flewit- 
ter entgegen (das letztere V. 11 f. bezeichnet). Incola kön- 
nen wir nicht mit Lubk er absolut für begeisternd neh- 
men, auch nicht mit Dillenburger sacerdotum damit 
verbinden. — V.23. Dulüs erklärt Dillenburger S.41: 
Utü et caUda^ Orelli jetzt: cuitis grata recordatio etiam-, 
nunc animum meum mulcet atque exbüarai. Vgl. B. III, 43. 
— Celeres icmbos V. 24 deutet Steiner S. 24 f, : „die 
raschen, in jugendlichem Eifer sich übereilenden Jamben'^ 
Orelli verwirft dies wegen des folgenden furentem, wo- 
gegen einfach zu bemerken, dass celer die Folge der Wuth 
bezeichnet und in dieser Beziehung sehr passend ist. 

Siebenzehnte Ode. Tyndaris ist nach Weber 
S. 97 leine Libertine , welche der Dichter zu sich auf das 



•***< 



*) Lübker: „Es ist die feine Satire, die, indem sie sich von 
der Sciiönheit besiegt erklärt, mitten in der Hingebung und 
Unterwürfigkeit vielmehr die Siegerin spielt, die von den 
unaussprechlichen Schrecknissen des Zorns ergriffen gerade 
in dem hohen Tone die Verachtung desselben durclü>licken 
und an den aus der Ferne des Mythos und der Geschichte 
entlehnten Beispielen das Schicksal der Ohnmacht und Selbst- 
zerslorung eolcj^er Leidenschailt erkemien'lässt.« 



89 

Land einladet, ohne da$s an ein eigenUichesU^sverbaU«- 
niss zu denken wäre, lieber den Natnen unten zU; i^aU I, 
1,100. Walckenär hält sie für die Tochter einer Freun* 
din der Gratidia , wogegen" Patin mit Orelli ankeine 
wirkliche Person denkt. — V. 9. Dass ich zuerst die Rich- 
tigkeit von £^aed}/iae erkannt habe (1,384 f.}) hat Orelli 
nicht der Erwähnung werth gehalten; er und Dille n bür- 
ge r haben e& nach mir trotz der Bedenken von Lübker 
aufgenommen. — Zu UsHca V.lOObbariusinJahn's Jahrb. 
28, 255 f. , der S. 256 f. hinc „daher"^ < so da zu mir 
kommat) vorzieht, das ihm fast nothwendig scheint. Wir 
halten unbedenklicfi hie als einzig passend bei und be- 
greifen nicht, wieObbarius behaupten kann, das Gedicht 
falle dadurch in zwei Theile auseinander. — Zu vüream 
führt jetzt auch Orelli Claudian de raptu Proserpinae U, 
53 an ititeri uberhy von der Tethys}. 

Achtzehnte Ode. Vgl. B. III, 18. ^ Zu V. 4 
Dillenburger S. 127 f. — Bei super mero hat Orelli 
die Stelle Virg. Aen. IX, 61 übersehen, wie schon van Jan 
a. a. O.S. 273 gegen diesen bemerkt.— V. 7. Vgl. Voigt 
S. 27. Derselbe erklärt S. 44 quoHam V. 12: thyrso qua^ 
tiendo celehrabo. — V. 11. Candida kann man proleptiscb 
fassen „massig" oder als „schön'S wie V. 6 decens. Vgl. 
epod. 3, 9. M, 27. 

Neunzehnte Ode. Vgl.B. 111,39. Weber (S. 90) 
setzt die Ode viel zu firuh, in den Sommer 717, da er die 
Liebe zur Glycera - Cinara der Zeit 7 17 — 721 zuschreibt. 
Damals konnte der Dichter unmöglich, wie er hier thut^ 
die Besiegung der Scythen und Parther als Stoff des San- 
ges anführen« Da sich sprachlich nicht nachweisen lässt, 
dass hostia je für Opfer überhaupt steht, so muss ich meine 
Erklärung des Schlussverses zurücknehmen ^). Wir ha- 



*) Orelli: Hostia vero nunquam signifieat idj quoi nimis 



beit uns ^emnadi eine ähnliche ländliche Opferscene u 
denken, wie «ie JuTenal in der zwölften Satire beschreibt 
IMe symbolfsohe Deutnflg von V. 10—12. lassen wir jeUt 
fallen. 

Zwanzigste Ode. Vgl. B. HI, 23 f. eegdn den 
offenbaren Sinn des Gedichtes meint Weber (S. 261), Ho* 
raz habe dem Mäcenas, der sich vermuthiieh in vornehmer 
Artigkeit aaf einen ganz g ewöhnlrcben Uausmajinstrunk ein- 
geladen fiabe, einen Meinen Schrecken- einjagen un4 Jim 
anreizen woHen , . von seinem guten Gäcuber und Caiener 
mitzubringen. Horaz wifl dem Mäcenas sagen, er werde 
bei ihm nicht des finalen, was er selbst zu Htiise 'Zu ha* 
ben pflege und was man bei Vornehmen erwarten dürfe 
iquae ni$i divüibus nequeant contingere menst«). Nicht 
kostbaren Wein kann er ihm vorsetzen, sondern nur ganz 
gewöhnlichen Sabiner ^) ; auch sind die Becher nicht von 
der Art, wie man sie bei Vornehmen zu finden pflegt. Can-- 
thari modid können nur den Gegensatz zu den Bechern 
))iiden^ deren sich Mäcenas zu bedienen pflegt, wie tile 
Sabinum dem Cäcuber, Falerner und Formianer entgegen- 
steht. Wollte man nun mit den Ei klärern modicis cantkaris 
in der Bedeutung von ^kleinen Bechern, nehmen , so würde 
der durchaus falsche Gegensatz enlslehn , Mäcenas trinke 
imm^er aus tächtigen Humpen. Horaz würde demnach an. 
deuten, .bßj ihm könne.Macenas nur auf, schlechten und we- 
nigen Weip rechnen. Müssen wir aber dieses als völlig 
«iigeschic|it> verwerfjen, so ergibt sich unsere. schon früher 



f. 



CüUide excogitavit Dtintzer: „Es ist bloss anderer Aus- 
druck für merum.'* Bei der AnfTihriing meiner Worte hat 
sich Orelli, ntn mit ihm selbst zu sprechen,, eine dt^iiftQ^ 
^a{a zn Schüideu kommen la««en, indem er sacrumt y^'^^ bei 
mir zu lesen steht, aus einer leicht erklärlichen ideenver- 
bindung in meriim verwandelt hat. 

*) Ich weiss nicht, wie Lubjier meinen konnte, ich reftftebe 
;,m!ydigea, nf^bt ftlarken W«Stt*'. 



aut^^ille AfiBtebt als eint^ möglich« Nicht tiiis kostba« 
reff Beehem wird Micenas bei Horaz trinken, sondom au» 
gewöhnlieheti Humpen« Ganz so verhitt es aicb mit der 
fnodica pcMla episL 1, 5, 2. ^« — In der Erwilmtinf de» 
Vaticaffi Y. 7 möchte ieh jetzt keine nähere Beziehung m^ 
chen. Der BeifeM wurde dem Mficenaa im Theater dea 
Pomp^ Ztt Thelt, welches dem vatioanischen Berge gege»* 
ober lag. ^ V. 9 f. erklärte Oreili irrig: Ampi» Amm 6^ 
dibi (X), wogegen van Jan S. 274 f. 

&iirdndzwanzig6te Ode. Vgl. B. HI, SS. Anck 
jetzt noch muss ich bei meiner Ansicht bleiben, dass di0 
Ode ein zu einem wirklichen Feste gedichteter Wechsel« 
gelang ist. Gewöhnlich fasst mati sie als blotoe Anrisd^ 
des Dickters an den Knaben -. und Mädchenchor , wobei 
naa sk6 auf IV, 6 beruft; aber gerade jenes Gedicht zeigt 
deutlich, wie wenig das vorliegende für eine solche Anw 
rede gelten kann. Horaz sagt nämlich den Chören keines- 
yftgä^ sie sollten das ibneii aufgetragene Lied mifc Aüdacht 
und ^fmerlisanikeit singen , sondern er preist selbst die^ 
beiden GoMieiten und spricht ^Be Ueberzengong atts, daas' 
sie äch der Römer .annehmen werden. Dieser beim eiw 
sten Anblick sich ergebenden Ansicht adier scheint dio^ 
Form der Anfede Schwierigkeit in den Weg zu legen *^>| 
allein solche Selhslaufforderungen des Chores- sind niehi 
ohne Bteispiel; VgJ. Soph. Trach* 205 fF. Oöd. Col. 121 f. 



*) Orellfc läfist dfn Dichter im Ernste. 8age% Mäceao» werde 
bei ihm :iiur kleide Becher finden, weil er nicht an Ver- 
seh Wendung gewdhiil sei. Diliemburger: moüci» iocosß 
additum est^ nä/n canthari magni esse soUbant, Wie der 
Sabiner »la solcher ein gewöhnlicher {vile) Wein ist, «o der 
ewtntharus inn i^ewöhnliches {madicus} Trinkgefäss». Ueber 
ikodicuain dfer Bedeutung „gewöhnlich" {thodUi acuU, mo- 
dicm cörporatura u. «. w.) tgt Gesner's thtsaurus* 

**) Oreili: Absurda esset intt ca^^^^^^ «WöCMtio dd semei 
ipsos vos — — F'os. 



4» 

■ 

CataiL6a.'«) — V. 13 L eon^ruirt r elli ApoUmem 
msignem humerum (gmchiscber Accusaliv), gax^z wobi, 
Ytenm xmt Äpollmem oder d^i»' dastünde und nicht viel- 
melir Dekm vorherginge. Dillen burger meint cZeit- 
sobr. f. d« Av W. 1841, 618),. in^i^nem stehe beinahe* als Sub- 
stahtiv; aber wollen wir auch zugeben, imignis könne^ wie 
die von ihm beigebrachten Adjectiva mmas,, $C€i9^tti4 u* ä.^ 
sabstantivisoh stehn, hier geht dies unmöglich wegen der 
damit enge v,erbundenen näheren Bestimmuttgen. YgU B. J^ 
16. 44. — y. 15 haben Lübk^r, Dillenburger S. 43 
und Gernhard' pari. I S. 9 die von mir gewählte Verbin- 
dung für anlateinisch erklärt; dies scheint sie .mir nicht 
2« sein, wenn man nur annimmt, dass das zu a popuh ge- 
dachte Verbum (wertet durch eine Art Zeugma nicht aus- 
gedröckt ist Diese Art der Verbindung ist viel krifliger 
und bedeutsamery als wenn man a populo et prmc^ Cae- 
sare zusammenninunt. 

Zweiondzwanzigste Ode. Vgl. B. III, 46. We. 
ber (S. 86. 307) setzt die Ode um 722 oder 723, Gegen 
unsere Auffassung Ameis jnJahn's Jahrb. 28, 414 f. Die 
in V. 2*^4 gesuchte Symbolik verwerfen wir jetzt , dage- 
gen glauben wir noch jet^t in der Geschichte mit 4em 
Wölfe, den Ameis zu eütöm Löwen machte nur eine Er- 



*) Luliker hat sich zu einer sonderbaren vermittelnden An- 
sicht verleiten lassen. „Es scheint/' sagt er, „als habe dem 
Dichter die Form des Amöbäums vorgeschwebt, er sich an 
dieselbe, um das Fest in dem Mittelpunkte seiner öffentli. 
eben Beziehung zu erfassen, absichtlich und gern angelehnt, 
äi$ habe er mehr, als blosse Rucksicht genommen auf die 
religiöse Festfeiefr und indem er zu derselben ermuntert, in 
den T-on des Festgesanges unwillkrdirlich eingeatirandt, ohne 
ihii ernstlich durchzufuhren.«* Ich sehe nicht, mit welchem 
Bechte L u b k e r gegen mich behanpiet, wolle man das Lied 
' ' auf beide Chöre vertheilen « so mQssten die Knaben Str. 1 , 
die Mädchen Str. 2, beide Chöre zusammen Str. 3 und 4 sin- 
gen. Dem bestehenden Gebrauch^ gemäss beginnt und scbliesst 
der Gesammtchor. 



49 

diDiiiiiiig^ erkeMien wiigfeB. -^ V; Umsieht Bernfaardy 
Daunia in vor; Jever zum Lucan. I, 549 vermulhete Z>au- 
nius. — Vp 23 Vgl. .^6v y$lav und Uermanii zu Lucian. 
de conscrib« hisioria S. 82. 

« 

* 

Dreinndzwanzigste Ode. Vgl. B. 111, 18.40. 
Weber sieht <8. 97) in der Chice ein sprödes Landmäd* 
eben, mit welchem Horaz ein Verbaltniss einzuleiten suche. 
Das Ganze ist wchl nur Fiction. — Dillenburger be- 
merkt, der von mir als acht empfohlenen, äusserlich wohl 
begründeten Lesart citat widerspreche ^6 V. 9 ; doch scheint 
es uns höchst passend, dass der Dichter von der dritten 
Person zur lebendigen Anredis übergeht. Zu der Note (S. 199) 
vgl. jetzt auch Axt zum Vestrit. Spur. S. 111 ff. — V. ?• 
Stolberg (Werke IX, 289) erzählt von Italien: ,,DieEi- 
decbsen laufen die Bäume hinan bis zu den Zweigen* der 
WipleK Vgl. Göthe's Venediger Epigramme 68. 69. 71. 
Mayer ,,Neapel und die Neapolitaner'^ I, 209. 

Vierundzwanzigste Ode. Der eigentliche Trao- 
ergesang beginnt erst mit V. 5 nach der Anrufung der 
Muse, welche den Dichter begeistert In diesem Sinne durfte 
ich behaupten^ dass mit V. 5 Melpomene den Gesang an- 
hebe, was Dillenburger S^44 f. und Löbker ange- 
griffen haben. Schon nach homerischer Vorstellung, singt 
nicht der Dichter aus sich, sondern die Muse, welche er 
aaruft, lehrt ihn den Gesang. Vgl. Jl. /?,. 485 f. (Müller 
„Homerische Vorschule" S. 134 f. 2. Ausg.). Philostr. He- 
roic. 18. Juv. IV, 34 ff. — V. 11. Richtig erklären die 
Worte fwn ita creditum mit uns Voigt S. 50, der Cic. 
Tusc. 1,39,93 vergleicht, und Petrenz S. 9 ff. ♦). 



*) Tu frustra piis precibut deosflagUas, ut QuintUium tibi 
reddant, tjuem non ea lege tibi crediderunt, ut^ quum C9n^ 
stituto tempore obiittet, t^eposcere tibi licereu Derselbe be- 



«»•••f 



u 

Peerlkamp deutet : „den du dir nielit also «mrertniitt gtaub- 
test, dass sie ihn sobald wie^fer forderten«^. Dlltenbnr- 
per: itä, ui nunc factum est, tU tarn mature eunk tibi eri^ 
perent. r e 1 i i : Tunc , quum totis ac pret^ÜMS QmniiUium 
deorum ßdei fanquam sacrum deposüum concredebas (ooi»- 
tiiendabas} , non hoc expectäbas^ td tibi tarn duro fato tarn 
dto eriperehtr, Dass Virgil seinen QointHius den Göttern 
anvertraut habe, ist ein ganz ungehöriger Gedanke» — - V. 13 
woUte Bertrhardy quidni^ wogegen Orelli AnaL S. 9. 

Funfundzwanzigste Ode. Vgl. B. III, 40. We- 
b'er (S. 93) bemerkt, mit dem Verwelken so vielbegehr, 
t^r Anmutb sei es wohi gar nicht ernst ; die Ode habe 
wahrfscheinlich die Bestimmung das Merz der Lydia nach 
einer neuen Bnteweiong ein wenig weich und zu abäifma- 
ligef Aussöhnung geneigt zn machen. V. 4. Mit mir ver- 
bindet Voigt S. 37 nmlttm (so \s% zu lesea) facili$(A. i« 
facUes) mit ca$*dines. — Z» V. 20 vgL episl« I, 3, 3* ' 

. SecHsoin'd^iyanzig'ste Ode» Vgl. B. Ill^ 29 f. 46. 
Weber (S.'261 f.) setzt die Ode 725. Der geiwöbiltcheB 
Erklärung gemäss wäre der Inhalt derselben folgender : 
„Mich^ den die Musen lieben , kummern keine Sorgen. 
JUuse, verleihe mit gnädig, dass ich den Labiia durch mei- 
nen, Gesang verewige." Welche Verbindung hier zwischen 



•^•M 



merkt, dass heu immer dem Worte vorhergehe, w^fches 
die Veiranlassuug zur Klage enthalte, und dass frustra au- 
gleich mit pius und mit potcis zu verbinden sei. Frustra 
gehört zimächst zu prius, wird aber auch zu poscis gedacht 
Gernbard part. I. S. lO.f. meint, nach, unserer ErkUfong 
könne tibi bei credüum nicht fehlen, was sich aber hier von 
selbst ergibt. Wenn er hinzufügt , bei keinem Römer werde 
gesagt^ ein Freund sei von den Göttern dem andern ver- 
traut, so er^viedern wir, dass wir auch kein Beispiel ken- 
nen ; dass , »wie e« hi^r nach der andern Erkläraog dter Falt 
5ehi wörde, gesagt werd^, ein Freund' habe de» ahUem den 
Gdftero ativertraat. . . 



45 

den beiden Tfaeilen des Gedichts besiehe, wozo der Tirt- 
versprecbende Anfang dienen soll , das hat kaaer der B^ 
klärer angeben können. Einige meinen, der Dichter woUe 
sagen : „Ich kenne als Freund der Musen keine Sorgen, nitr 
wünsche fch , dass mein Gesang den Limia verewige^; 
aber dieser Auflassung widerspricht die vorhandene Art 
der Verbindung (V., 6 ff.) , und der Gegensatz wäre ein 
Husserst auffallender. Dies hat Dillen bürg er richtig ge- 
fehlt; wenn er aber mit Terwerfung meiner Ansicht den 
zweiten Tbeil des Gedichtes also umschreibt : Quare ad 
Mmam carwersus prectUur^ ut amico quoqtte animam et 
oculos ad perdpiendas et fruendas 9mceras voluptateg quasi 
apefiat, ut hune quoque ab alienarum rerum mgrata cura 
revocatum ad titam vere teatam perducat meritaqve A^- 
nore augeat^ so fragt man sioh, wie es möglich sei, .auch 
nur eine Spur dieser Gedanken in der Ode aufzufinden« 
Freilich bemerkt Dillenburger: Quum Musam fiore» et 
c(»ronam nectere vult Lamiae^ hoc agit, ut Lamiam^ quam 
iucunda omnid sint in hac terra, modo ipsi ea süperbe ne 
spemamus, amice commoneat ; aber wie kann etwas der 
Art in den Worten liegen, wenn man sie auf die Verherr- 
lichung desLamia durch die Muse bea^ieht *>? AlleSchwie- 



*) Orelli wird in »okhen Dingen leicht fertig, d« er um die 
Angeniesseiibeit der Gedanken sich wenig kümmert. Man 
höre : Musa , cui totus deditus i'es tpctra me pogi^fls nihil 
■CMTo, aeUbra Lamiam xfnßum, — Bland a est grat9ila$io fore^ 
ut hoc ipso carmine .Lam^iae nomen pfirpetuß.^maneat* 
Orelli bciinerkty Liunia müsse (weshalb?) zur Zeit der 
.Ode. noch sehr jung gewesen sein (wir haben ihn nAch allAm 
.als gieichalterig »it unserm Dichter zu denken) \ atque uel 
ideo (!) incredibiU . videittj* eum hQfninMm fuissti fulayxo- 
. Uxov et an^iupif lU opinatur D u n t z e r. Schweizerißngling« 
..sind freilich nie nieMncholi^jch ! Wer unsere Ode und III, 
47 mphr, als äusserlich anffasst, der kann an der Melancho- 
lie 4^$ Lamia nicht zweifeln, cUe neuerdings auch Dillen- 
burger anerkennt. , Meiner Ertl^"'*8 <^* Gedichl^es setz! 
Orelli auch den (Jranil entceÄ«**' ^"«»' 4?«<mJ»w«# op*'»®''» 
i0m erat mediocrium pffg^^J* poraM jßdmodwn ifiolesto* 



46 

ri^eit sciiwliidet durch unsere sprach «* und Mehgremässe 
Deutung des zweiten Theiles. „0 Muse , meinea Lamia 
«cbmöcke mit dem DichterkranEc (vgl« llf, 30, 15. epist. II, 

',% 9(i) ; diesen mnsst du «lil deinen Schwestern, den neuen 
Saiten, diesen dem iesbischen Piektrum weihen." Die neuen 
Saiten, wekhe gleich darauf in dem lesbischen, Plektrum 

;ibre Erklärung erhalten, deuten auf die von Horäz nach 
Rom verpflanzte lyrische Poesie hin. Die Muse erbebt Ho- 

• raz durch die Erinnerung an ihre OweHen (III, 4, 25), bei 
welchen sonnige Blumen sprossen, aus welchen sie den Kranz 
dem Dichter widmet, und er bezeichnet sie V. 9 als seine 
höchste Wonne und Seligkeit , deren Liebe ihm erst den 
Ruhm werth machte, der ihm zu Theil geworden. Die Worte 
nü sine te mei prosunt honores beziehen sich, als ErkJä- 

■mng auf Pimplea dulcü zurück: „ohne deine Gunst wäre 
mir der Dichterruhm kein Genuss"; die Seligkeit, welche 
ihm die Begeisterung der Musen verscha© , ist sein höch- 
stes (rliick. Zu prostmt vgl. epist. 11,2^ 177. Unsere Auf- 
lassung, der nichts, soviel wir sehen, entgegensteht, ist des 
Dichters ganz würdig *j. 



rum^ numerus, quam ut eum äußere cupiisset. Einen ta- 
lentvollen, edeln Freiiod hatte der Dichter in seinen poeti- 
schen Versuclien nicht anfinuntern sollen! Man vergleiche 
nur epist« 1, 3, 9 if. 24 f. Wir -dürfea hier auch daran er- 
innern , dass Aelius Lamia als Dichter von fahulae togatae 
genannt wird (B. IV, ^99). 

*) V. 3 — 5 verstand man vor B eh t ley ; „Wer Im hohen Nor- 
den als König gefürchtet wird, was den Tiridales in Angst 
Sfttzt**. Bentley nahm, einer alten (jlosse folgend^ ifuis 
für quibus, und so erklart man : „Von welchen der König 
der unter dem Bären gelegenen kalten Zone gefurchtet wird, 
was den TIridates schreckt*' ; unter quh soll aber gerade 
Tiridates gemeint sein , welcher in Schrecken vor dem Scy- 
thenkönig lebt. Dies scheint' mir sehr hart und dazu un- 
ausstehlich tautologisch zu sein. ' Austössig ist bei dieser 
Erklllrung auch die Verbindung rex gelidae orae su6 Arcto 

' wegen def lästigen Wiederholung desselben Begriffes. Bei 
d«f frühem Erkläriing finden sii-h gar keine 8chWiei^gkeiten 

' der' Art) wir erhalten dann etmen pasvendeti >^^ensatz: 



47 

Siebenundz'waneigfste Ode. Weber intint(S. 
J43), unser Trinkgedicht , das in seiner ganzen Fassung 
könstlerisoh nicht zum Besten geraihen sei, könne nicht webi 
n&ch 718 fallen. — V. 10. Au«h jetzt noch muss ich gegen 
Orelli und Dillenburger behaupten, dass das Frage- 
zeichen nach Falemi irrig ist. Dass je im Lateinischen 
statt dies Bedingungssatzes ein Fragesatz stehe, an welchen 
sich ohne weitere Verbindung der Nachsatz anknöpft,' muss 
ich bezweifeln. Vgl. Krüger's Grammatik S. 816. Weis- 
sen born S. 493. Obbarius zu den Briefen 1, 1, 87.- **- 
V. 17 ist peccare der gewöhnliche Ausdruck von der Liebis 
überhaupt- Vgl. I, 33, 9. sat. I, 2, 63. — Paldanius hat 
CZeitschr. f. d. A. W. 1840, 1139 f.} meine hier und zu 
11, 4 gemachte Bemerkung über eine besondere Klasse von 
Spifznamen angegrifTen. Bei Horaz finden sich h^lufig Bei- 
namen, welche die Herkunft bezeichnen, auf eine uns auf- 
fallende Weise mit dem eigentlichen Namen verbunden, wo 
wir sie nicht erwarten, wodurch die Vermuthung entsteht, es 
habe mit denselben eine besondere Bewandtniss. Auffallend 
ist dies besonders 111, 2, 5 in Liparaei nüor Üebri, wo 
man von selbst darauf gebracht wird, Liparae?/« werde nicht 
auf. die Heimat des jungen Mannes gehn, sondern etymo- 
logisch auf^ Xina^oQ anspielen. Demnach habe ich vermu- 
thet, dass es unter Freunden Sitte gewesen sich Beinamen 



„Wer jin hohen Norden als König der« kalten Zane das Volk 
in Furcht hält und was den Tiridules' in Schreckten versetzt'*. 
Orelli bemerkt, die Frage wurde nach tueüiei' Dentimg 
die lächerliche Bedeutung haben: utrum Scj/tharum rexy 
an aliui quisy da sie doch nichts Anderes besagt, als: ,,\ver 
jetzt König der Scythen itt*<. Die ron uns vertheidigte rieh- 
tilge Deutung scheint auch Weber S. 262 zw befolgen, wenn 
ei} bemerkt, bei d^m rex geiidas arae sei > nicht an den Bun- 
(l^sfenosseo des Phraates, sondern an Coli so oder einen an- 
djSFn 4len fiöniem feindlicl>en Scythenfürstea zu denken; 
>die metuentes seien die Römer. Diese Fassaag. des metua" 
tur ftwer von den Börnern gefürchtet wic^*^ möchte vor der 
von uns gegebenen wohl den Vbrxti^ verdfen^n. Vgl- IHf 

8^ 17 ff. ' .> "1 ».: 



.48 

bßiariegen» welebe den Namen der* Heiniit ansug^Ii^Q^ schei- 
nen , aber specieH auf eine Eigenheit der bestiniipten Per. 
S9n hindeuten , wofür ich als passendes Bei^iipiel Megilla 
Optmtia gewählt und durch Megilla tob Geldern nach- 
ahmend wiedergegeben habe. Dass hierbei die gewahnliche 
Quantität des Wortes beibehalten worden, höttesichOrelli 
selbst sagen und daher seinen Tadel zu IV, 1, 33 unter, 
drücken sollen. Dass wir im einzehien Falle nicht mehr 
genau die Beziehung des Spitznamens herausfinden köo- 
nen und meistens die Vermuthungen nur unsichere Ver- 
suche sind, versteht sich von selbst *). 

Achtundzwanzigste Ode. Der Streit über die 
Fassung unseres Gedichtes ist neuerdings wieder sehr leb. 
haft gefuhrt worden **). Gerber hat in einer besondem 



*) Die Bemerkung TOn Pa t dam us, der Dichter setze eine so\' 
che Localbezeicbnung mit Rucksiizlit auf Wohllaut, wo er 
kein Epitheton, welches irgend eine Nebenvorstelluug er- 
wecken könne, passend finde, ist gar zu nichtssagend. Ebenso 
schwach ist sein Einwand gegen uieiue Deutung der Thressa 
Chloe'^ die Wildheit und Ausgelassenheit derselben steht ia 
keinem Widerspruche mit: Dulces docta modos et ciiharae 
$ciens. Teuf fei (Archiv i. Phil, und Pädag. VI, 353; 
möchte meine Veruiuthung, bei manchen Au»s(eliuugen im ein- 
zelnen, nicht verwerfen. Diilenburger S. 101 stimmt bei. 

*) Von frSfaeren Abhandlungen hätte ich die ^^ratulationsschrif^ 
von Kr. Kriesan Döring: guaedam de HöratU odar- 
J. carm. 28 et de Archyta , annexa expositione sjrstematis 
numerorum in Archimedis arenaria exhibiti [1832) aafuhrea 
soHea. Kries nimmt nur e.ine redende Person an, denkt 
«aber nicht an den Hornz selbst; ausführlich behiandelt er 
die Worte numeroque cureniis arenae mensörent, . Ei ch- 
städt in der apMer zu nennenden Abhandlung Note 4 Irrt, 
wenn er ^aubt, ans. O relli's Worten, der doch ausdrück- 
lich sagt : Eandem sententiam expoutit, scheine hcrvorzu- 
gehii, dass Hottiager eine andere ideinung, ab W e i s k e 
aufgestellt habe. Gerber hat die Worte ganz so, wie ick 
verstaadtfii. Orelli fuhrt jetzt ai»ch die JÜei oung« G a l i a - 
n i's an: Lade ne casttient ifu'une meditation 'du poete sur 
la destinee dfJrchytas et de tous'les grands'hommes avee 
une invocaiion miset dans la bouche d'Archylds meane, et 



4» 

AMtandluDgr (Sdnilershausen 1839), mit BeisUmmimg Jahn's 
(Mib. 27, 105 fo, seine schon früher (Zeitschr. f. d. A. 
VF. 1835 Nro 103) ausgesprochen^ Ansicht, dass die auf 
die Erklärung Gesner's gestützte dialogische Form der 
einzige Aasweg sei , die Einheit des Gedichtes zu retten, 
weiter ausgeführt. Dagegen behauptet Lübker, die Ode 
trage die Gedanken des Dichters in seiner Person vor, 
ohne Wechsel durch Dialog , wobei er eine durchgehende 
Ironie annimmt. Vgl« auch desselben Horatiana S. 8 f. 
Dillen bürg er S.55fr. hat eine neue Abtbeilung des Ge- 
dichtes in Vorschlag gebracht^ wonach die Rede des Schat*- 
tens des Archytas mit V. 17 beginnen soll, wogegen schon 
der einfache Umstand spricht, dass die Beispiele V. 17—20 
nur eiiie Aosfübrung des V« 15 f. ausgedrückten Gedan- 
kens sind und demnadi derselben Person angehören müs- 
sen. Der natUa^ meint Dillenburger, verspotte den 
Arcbylas, der als Philosoph die gewöhnlichen Bestrebungen 
der Menschen^ verachte, es aber mit seiner Philosophie auch 
zu nichts gebracht habe. Freilich zeigt sich in der Rede 
desselben V. 10 S. eine gewisse Ironie, aber es ist die 
Ironie des Schmerzes über die Nichtigkeit alles Menschli« 
ciien. Gegen Dillenburger erklärte sich mit Recht 
ßichstädt (Pcuradoxorum . Horatianorum specimm^ XlT. 
^^43), der, wieder zur alten Meinung zurückkehrend, den 
Schalten des Archytas mit V. 7 eintreten Msst; aber sein 
Hauptbeweis für diese Abtheilung, morituro stehe an der 
Stelle, wo es mit grosser Kraft de» Gedanken abschliessa 
^d die Rede des. nauta beende , kann nicht als entschei- 
dend gelten ; der andere Grund trilR nur die neue Anord. 
nung von DJileni)urgen Morituro steht keineswegs 

une priere aux passants de lui renärt les Jerniers devoirs^ ^ 
Auch Lenz {epistola^ de Horatii oda 28 libj 1. 1802, ab- 
gedruckt iu M a 1 1 h i ä's miscell. pliilol. S. 58 if,) und Schrei- 
ber (Neubrandeabiirger Programm I8ü4) haben unsere Ode 
behandelt. ' 

Duntier» Kritik. V. % 



so 

bloss äbscUiessend » sondern leitet vielmehr die folgende 
Ausführung ein, wie U» 3, 4 moriiure. Dass der Schatten 
des Archytas den vom nauta angedeuteten asilgemeinen Satz 
ausführe, wäre durchaus unpassend, wogegen es sehr wohi 
gedacht ist, das» jener nach der allgemeinen Ausfuhrung, 
dass alle sterben müssen , auf sein eigenes Schicksal über- 
springt. Dann aber müssen wir noch . immer trotz £ich- 
städt das te tMtdice im Munde der Archytas iur völlig 
vorfeblt baUeo. Der nauta kann sich wohl bei Archytas 
auf den Pythagoras als ekieii berühmten PhiJosopben be- 
rufen, nicht aber Archytas diesem vorstellen, selbst ein so 
bedeutender Philosoph, wie dieser, sei dem Tode verfallen. 
Paldamns (Zeilschr. f. d. A. W. t840, 1140 fO halt das 
Gedicht für ein Epigramm im antiken Sinne des Wortes. 
„Die Seele eines ScfaifTbrücfaigen, dessen Körper am Grab- 
hügel des Archytas liegt, nimmt von diesem den Ausgang 
zu Re^xionen über Sterblichheit. Alle starben, auch ich. 
Wanderer (denn weiter ist hier nauta nicbts) , bringst du 
meinen Körper zur Ruhe, so mögen's dir die Götter loh«- 
neh , wo nicht, dich strafen. Die Mühe ist leicht^ Wir 
müssen aber gestehn , dass es uns höchst sonderbar be- 
dünken Willy wenn die Seele ihren eigenen Körper anreden 
soll; denn te V. 1 soll doch wohl auf den Körper gehn, 
was dann auch von iudice /6 V. 14 gelten müsste, wo 
PaldamuS' sich wohl genöthigt sehn wurde me zu lesen. 
Wollten wir aber auch dies hingehn lassen , so wUre es 
doch nicht zu begreifen, wie V. 21 auf einmal tne eintritt, 
das doch auch nur auf den Körper deuten könnte. Endlich 
widersprechen so long gedehnte Betrachtungen , wie die 
hiesige, dass alle Menschen sterben müssen, die fast die 
Hälfte des Gedichts einnimmt, dem Wesen des. Epigramms. 
Schiller (Zeitschr. f. d. A. W. 1841, 452 f,) erklärt sich 
wider den Dialog. Wenn er gingen Gerber bemerkt: 
„Sollte wohl nicht eine so ängstliche Sorge om den todten 
Leichnam dem System der Pylhagofeer, denen ja der Kör- 



pemor ^ Getättgniss^ das Leben dtriii nur eiwe Bn(«di^ 
lung der Seeie m sein schien, fem getegfen iMben ?« , so* 
verkennt er die tiefe Irdnid, die nach unserer Ansicht ge- 
rade liierin liegt, dass Archytas trotr seiner fräfhem Trdume 
Ton höherer Vervc^llcommnung jetzt zufrieden sein muss, 
wenn er niir#ber denStyx kommt. Die Ansicht Monich's 
theilt Schiller S. 458 f. mit. Nägelsbach a. a. 0. 
S.426 f. hilt das Gedicht gegen Läbker fär ,^eff Mo- 
flolog des Schattens eines migaiannten Sehtflbröchigen, der 
in der Nihe yan Archytas' Grab rni's Land geworfen ist, 
und nn'n zuerst den bereits bestatteten Archytas, dann ei«* 
nen zußllig vorüberfahrenden Schiffer anredet«^ *) Gegen 
diese Erklärung wollen wir hier nur bemerken, dass dem 
Schalten des Gestrandeten die Ausführung, dass alle Men« 
sehen sterben, nicht asiemte, da tur diesen nichts Wicktig- 
keit hat, als der 'Wunsch, dass seine Leiche itiit Staub be-- 
deckt werde; dann, dass nach jener Annahme! in unserer Ode 
zwei verschiedene Dinge auf unkönstieriscbe Weise vor-. 
Men wären. Auch Gernhard a. a.O. parL l S. 11 ff. 
"JS.l if. *♦) und PrantI (A UoraHi carmme I, 2a 1842) 
haben unser Gedicht behandelt, von welchen der Letetere* 
' an einen Schiffbruch des Uoras selbst denkt. Eggert 
(muta et Arohf^e Tarentkü uoit^ra. Neustrelitz 1844) lassi 
^«n Archytas mit V. 7 eintreten und das Gedicht . in swei 
Haupubeile zerfallen , Ton denen der erstere avsspreche^ 
^ss alle Menschen sterben müssen, der zweite vor der Im^- 
pieKll warne, jemand unbegrabeil zu lassen* Vgl. darüber 
'^«uffel in Jahn's Jahrb. 41, 455 £, der behauptet, Ho- 



^ £r bemerUt rlehü^ (mit utis B. I, 9) » I, 15 iiQ<l 118 Mien 
oin Paar antiker RomaBzen. 

; ^cerba est tublimium rerum scientiam unice erpttentium 
philosophorum castigatio nautae ad quaestwn omnia refe- 
remis ore proiata. Er verwirft tU« "«"« Abtheilung Dil- 
le n bürge r'ä und beginnt ^^o Rede <ic8 Schattens d6s Ar^ 
chytas mit V- 21. . 



raz habe das Slnck durch ungehörige SchweUa«g d^r di- 
dactiscben und mythologischen Partien zu einem künstle- 
risch verwerflichen, anfönalichen und verworrenen gemacht. 
Für die Annahme eines Dialogs spricht sich auch Forste- 
nau (Zeitschn f. d. A. W, 1844, 847) aus, während We- 
ber (S. 262) meint, „an ein Gespräch zwischen dem naufa 
und dem Archytas denke hoflbntlich heutzutage kein Mensch 
mehr^^ *) Orelli, der sich jetzt selbst zur Annahme ei* 
nes Dialogs hinneigt, theilt die Ansicht eines Freundes mit, 
nach welcher V* 1^-^20 ein am bekannten Grabmale des 
Archytas vorbeifahrender Schiffer, das Folgende der Schat- 
ten eines jüngst erst im Schiffbruche Umgekommenen spre- 
chen soll — , eine Ansicht, die, wie Orelli bemerkt, schon 
Stephane Pallavicino geäussert hat. Höchst sonder- 
bar bat Eichstädt diese Ansicht missverstanden; seine 
Gegengrönde treffen dieselbe gar nicht. Wir können dieselbe 
deshalb nicht tbeilen , weil das Gedicht dann zwei b\oss 
äusserUch verbundene Dinge enthalten würde und eine soU 
che Einführung eines vom Archytas verschiedenen Schat- 
tens durch nichts angedeutet ist, vielmehr me V.21 auf 
merkwürdig abgebrochene Weise eintreten würde. 

Die Hauptfrage , nach welcher sich die ganze Ent- 
scheidung richtet, ist die (wie Gerber erkannt hat), auf 
welche Weise die Worte cohibent pulverig exigui parea 
fttunera ca verstehn sind. Gerber meint, cohibere zeige 
deutlich, dass hier nicht an ein wirkliches Grab des Ar- 
chytas zu denken sei , weil bei cohibere ja immer ein Wi- 
derstreben ()es Willens oder der Natur zu Grunde liege; 



*) Er setzt «Ire Ode mit Kirchner 717 und bemerkt: „Dass 
dies Gedicht eine in Horaseos eigener Phantasie entstan- 
dene f nicht etwa ans dpin Griechischen entlehnte FMctiou 
sei, machen die rein horazischen Gedanken und Wenduugea 
mit Ausschiiuickuugen« wie wir sie I, 4, 13 ff. uud IV, 7,14 ff. 
finden, evident/* Darin stimmt Weber mit uns übereia 
trotz P a 1 d a ni u s S. 1 140. 



53 

aber ein golehes Widerstreben wäre auch hier vorbanden^ 
insofern nämlich Archytas wider Willen im Grabe ruht. 
Man kann dazu vergleichen Anthol. VII, 21 (^o^oxX^a) 
tvixßo^ syn xai yijq ohyov fii()4fq\ 34^ 2: xa%i/H UiV- 
öuQOv aÖB xoviQ» 185, 1 : jivaoviri fiB Aißvaaav iyu xo- 
viQ. Dahin gehören auch Lucan. VIII, 867 U : ptdveris exi- 
gfii congeriem. iX, 2 : nee cmis ead^us tantam compfScuU 
umbram. X, 380 : iumulum e pulcere parto. Aber, der 
Ausdruck munera ptUveris cohibent „die Gabe des Staubes 
hält dieh zurück/^ kann nnmögUcb anders verstanden wer- 
den, als so, dass der bedeckende Staub ihm noch nicht zu 
Theii geworden *), So erst gewinnt auch parva seine 
richtige Bedeutung und sieht nicht tai|tologisc}i , indem €^ 
andeutet^ dass das Bewerfen uHt Staub för den Geber eine 
geringe Gabe, eine gar leichte Dienstgefälligkeit ist Ganz 
genau entspricht unserer Stelle Stat Theb. X, 427: angusti 
puero date pulveris haustus. Bestätigt wird unsere Aus«- 
legung durch unten V. 23 ff. , wo dem exi^iws puleis ent- 
spricht arenae particula und f>agae bezeichnet, dass Staub 
überall liegt, so dass es nicht viele Mühe mache, die Leiche 
damit zu bedecken. Vgl. V. 35. Eine Ruckbeziehung des 
vagae ne parce maUgnus arenae particulam dare auf jenes 



*) Dacier wollte /^arva munera erklären „die 2a geriage 
Gabe", als ob er schon etwas mit Staub beworfen wäre, wie 
auch Eichstädt S. 4 irrig annimmt« ohne zu bedenken, 
dass hiergegen auf das Bestimmteste V. 36 spricht. Es ge- 
nügte, dass die Leiche dreimal mit Staub bestreut wurde ; 
demnach denkt sich der Dichter, sie sei noch ganz unbedeckt* 
Andere wollten munera in der Bedeutung „Natur oder Ei-' 
genlhumlichkeit** nehmen, so dass es bloss zur Umschrei- 
l3nng diente, wozu man Lucr. I, 32 angeführt hat. Vgl. zu 

- Soph. Antig. 820 ^ttf^itoy inCyeiQ«- Dillenburger erklärt 
S. 70 munera für „das Resultat der Bemühungen'*, wonach 
aber munera exi^ui pulveris nur heissen könnte „das Resul- 
tat de» Aiffwerfens wenigen Staubes'*. K^^rn^bard part. 
III S. 4 will munue für fruetus^ merces n«bm^n, ohne zii 
bemerken,' dass in diesen» Sinne hei* munus immer ein Ge- 
nf tiT st« ht, wie t;(tf»iAt*<i rum, solitudinisf d«r beeeicbnet, wes- 
sen Folge der Lofati< seiv 



cohibeni pulteri$ esrigui parva munera M durch das Ge- 
dicht so besthnmt geboten, dtss das Leagnen derselben dem 
Vorwurfe der Wülkühr nicht entgehn kann ♦). Wir den- 
ken uns die ganze Scene afso. Dem vorbeifahrenden nauta 
srelR sich der Schatten des Arehytas dar , der ihn bittet 
seine am Ufer liegende Leiche zu bestatten. Hierauf bricht 
denn der nauta in die Worte V. 1—20 aus. Archyfas 
aber beschwört ihn, ihm ja diesen Dienst, der ihm jetzt das 
Höchste ist, nicht zu versagen. Vgl. B. I, 64. — V. 8« Auf 
meine Bemerkung fiber das Beispiel des THbonus mnss ich 
von Neuem aufmerksam machen, da die Erklärer sie nicht 
gehörig berücksichtigt haben. Orelli erkennt jetzt den 
Gegensatz an, auf den wir hingewiesen haben ^. — Zu 
V. 7 if. Eine Nachahmung in Shakespeare's Locrine I, Q. — 



*) Nach DilleDblirger liegt die Leidie unbegraben am Ufet 
und die Worte cohibtnt putveris exigui parva munera »ol- 
len beiMen : „du liegst jetzt da, auf einen so kteinen TheiL 
der Erde beschränkt**. Hiergegen bemerken wir, .dass es 
höchst unwahrscheinh'ch, dass der nauta t ^^^ die unbegra- 
bene Leiche steht, nur erwähnen soll, dass er todt aaf der 
Erde liege, nicht das für den Archytas viel Traurigere, dass 
er unb(;graben da liege und nicht über den Styx hinüber 
könne. Der nauta spricht mit dein Schatten ; nur von die- 
sem kann er vernommen haben, dass die Leiche dem Ar« 
chytas angehöre. Wenn Dillenburger sich gegen Ger- 
her's Deutung der Worte cohibeni munera erklärt ,,die 
Gabe hält dich zurück'* (insofern sie dir nicht zu Theil ge- 
worden ; der Grund des Zuruckhaltens liegt In der Gabe), 
so können yAr seine Bedenken nicht für begründet linlleu. 
Ausser den von D i llen b u rger S. 120 IT. Angeführten vgl. 
Jacobs Schriften 5, 380. Apitz zu Eur. Phoen. 1668. 
G r a u e r Zeitschr. f. d. A. W. 1844 S. 1 ff. Dillenbur- 
ger das. S. 610. Unserer Stelle ganz ahnlich ist die des So- 
phokles Ai* 177 f. nach der Lesart der Handschriften : xilv- 
^(5y iyuQfay ipivad'eifftt dujQOis „betrogen durch (nicht um) 
die Gabe herrlicher Rüstung (die sie nicht erhalten hat}". 1 

*^) Doch Ist seine Erklärung irrig : Tithonu» , eui in caelum 
ab Jurora ra/Hu$t tamtn denique occidit, 4fuia coniMAx im- 
mörtalitatem ti a love pacisci obliia erat, Esistirte dena 
«ine Sage der Art p<ier widerstreitet dieses nicht vielmehf 
durchaus der allgemeinen AnnidiDie? 



V.14. hiNm sardUus tmetor kann ich «imöglicli den von 
DiIlenbarg6rS.68 gtefloehten ironischen Zug sehn, Py* 
tfaagoras sei doch wahrlich kein mit gemeinen Dingen 
(quaestm sordidus^ sich abgebender Mensch gewesen, wel- 
che von den Philosophen verachtet werden. SordidM steht 
für „gemein/^ wie in verhum sordidumy gustus sordidus. 
Eicbstadt S. 9 stimmt mit Dillenburger üb^ein. «- 
Zu V. 16 via leti vgl. auch Lucan. IV, 267 *). — Zu 
V. 2^0 hat Dillenburger Lucan. II, 7ö beigebracht. Vgl. 
Claudian. de hello Gildonico 171 f.: Jlfors mtOa refugU 
caüfkem, und dber das Perfeotum Preudenberg Vjpdi-' 
ciae nr^Uanae (1845) S. 16 f. — V. 19 ist auf den ge- 
wöhnlichen , nicht gewaltsamen Tod so beziehen , V. 39 
hierzn erfcUrende Bestimmung, lieber Proserpina Virg. Aen. 
iV,698. -^ V.31 f. Das Fragezeichen nach commtfore muss 
ich auch jetzt noch verwerfen. Vgl. zn oben I, 27, 10. 
%%o entspricht dem ovo^tai (Jl. J, 539). Vgl. Catnll. 
30, 5. -^ V. 31 Fars ei in der Bedeutung forta$se etiam 
scheint uns hier zn schwach, wo der nauia die Drohung 
mit der grossteh Besttmmhett aussprechen muss ; auch die 
ironische Bedei^ong passt nicht. Vgl. Prop. II, 7, 32 (9, 1). 
^irg. Aen. XI, 50. Fors ist im Allgemeinen das zufallende 
Schicksal (sat. II, 1, 59); hier findet es im Folgenden 
seine nähere Erklärung (piceB superbae füt vices superbiae). 
-^ Die Concinniläl der Verbindung fordert, dass man V. 33 
precibus non Unquar inuUis parenthetisch fasse ; te tnaneant 
ipsum ^ ieque p. n. r. 

, Neunundzwanzigste Ode. Vgl. B. 111^24. We- 
ker (S. 262 fO, der gegen Obharius bemerkt, der.Feld- 



*) Vgl. Orimm „Dentsche Mythologie*' S. 489. Ambrosch 
He Charonte Etrusco S. 11 ff. Ditlenburger hat sich 
durch seine Annahme verleiteii lassen (S. 68), in calcare" et- 
was Hartes eu suchen (nescio nutn^ «gre<t«m animum pro- 
dit). Aber vgl. Ovid. Her. I|^ ^j^. Petron.ll8, 5. 135, 8. 



M 

zog gegeA Arabien foUe erst 730, doch habe man densel- 
ben schon 727 beabsichtigt , setzt di0 Ode in das letztge- 
nannte Jahr. — Das Fragezeichen nach catenas V. 5 bat 
Orelli jetzt aurDiilenburger'sRathC& 119) mitRechl 
wiederhergestellt* 

Dreissigste Ode. Vgl. B. UI, 39. Weber, der 
die Ode zwischen den Sommer und Winter 721 setzt, b^ 
merkt : ^»Ruhiged Besitz der Geliebten beurkundet dne kleine 
Gebethymne an die Liebesgöttin, dass sie mit ihrem Sohne, 
mit den, Grazien, den Nymphen Qdev Vends Dieneriniien) , 
der Jugendgöttin und dem Hercurius (Gölte schmeichleri- 
scher Ueberredung) in der Glycera zierliches Hans kom» 
men möge>^ Wie Uoraz I, 19 die ihn gewaltsam bestür- 
mende Liebe besänftigen will, so zeigt sich hier der reine 
behagliche Genuss derselben. Venus, welcher die Geliebte 
opfert, möge ihr nahen mit ihrer ganzen Heblichen Begk\- 
long. Die frühere Deutung gebe ich jetzt unbedingt auf, 
da die Begleitung der Venus sich auf das Glück der Liebe 
^ bezieht, welches dem Dichter Wirklich zu Theil geworden 
ist *). Ob das Ganze fingirt sei , lasst sich nicht sicher 
bestimmen. 

Einunddre issigste Ode: Vgl. B. III, 22. Na- 
ge Isb ach a. a. 0. S. 437 findet in der Ode folgenden 
Gegensatz : ^,Ich wünsche mir von Apollo nicht Rei4:lithuin, 
sondern bin genügsam ; aber mein bescheidenes Glück möge 
der Gott mir erhalten sammt derjenigen Frische des Leibes 



*) Gegen Orelli habe ich mit Beistimmanß^oti Pal<larn\u 
a. a. O. 1141 und Diiienburger aedem V. 4 auf das 
Hauj der Glycera bezogen. Decoram ist ▼ielleicht ini 
burbscher BeKiehitng gewählt, iadem dasselbe ajideul:«t, wi 
hold ihm alles ersoheiutv was mit der Geliebten in Verbia, 
duDg steht. Weniger dürfte man. es darauf beziehen, dasi 
das Haus festlich prangt £s eatspriclU dem griechiscbeft 



und fietftes, die mein Alter vor Thorheit und Missacfalung 
schm und des Saitenspiels nicht verlnstig gehn lässt/^ *) 

- V.2. Man opfert mit Wein and Weihrauch (Lersch an« 
tiqu. Vergil. S. 183), oder mit Wem und Schrot. (Juv. VI, 
386), Der heurige Wein ist wohl ein geringes Opfer. Vgl. 
Patron. 133, 3, 16. *♦). — Zu unserer Note S. 116 vgl. 
jetzlLüblter S. 172 ff., Dillenburger S. 133 ff., be- 
sonders die reichhaltige Abhandlung von Voigt *♦*). — 
V. 9 ff. Mit Recht erklärt sich Ndgelsbach gegen L u b- 
ker, der dieses nicht auf den Besitz, sondern auf die ei- 
gene Bescbäfligung damit bezieht, obgleich wir auch Nä- 
gelsbaeh nicht beistimmen können. „Mögen sie,^^ sagt 
der Dichter, „in solchen Dingen ihr Gläck ünden.«^ Die 
Worte bilden den Gegensatz zu me pascutU olivae u. s. w. 

- Oreili hat jetzt mit Dillenburger S. 119 die Com- 
mala V. 9 und 10 gestrichen ^ weil eitern nicht bloss zu 
premant, sondern auch zu dedU gehöre ; aber grammatisch 
ist cüem nur rr/it premant verbunden, ja man mujss behaup- 
ten, dass zu dedit nicht vitem^ sondern premere Calena 



*) Geg^n Peerlkamp's Kritik, der V. 9 — 16 auswirft, macht 
er auf tlie Kunst der Gruppining aufmerksara. ^Zunächst 
schildere' [ioraz, was er sich wünsche; er stelle aber dieses 
zuetbt in eine Reihe bloss gegenständlicher, keine Handlung 
enthaltender Bilder dar^ dann aber in belebten, haudelndea 
Bildern (V. 9—15).^ 

) In der zweiten Ausgabe Orelli's haben sich zu V. 2 zwei 
falsche Citate erhalten, das eine aus Pelrouius, das andere 
aus Horaz, 111, 23 (nicht 5) , 5. 

) Nägelsbach S 427 f. : ,,Uns dunkt in solchen Fällen, wo 
Sinn und Gedanke nicht entscheiden kann, für die Lesart 
niaassgebend die Figur des Chiasmus und der Anaphora, 
unter welcher letzteren wir nicht bloss die Widerholung 
desselben Wortes, sondern im weitern Sinne die Wieder- 
kehr derselben Wortfolge verstehen. Beide Figuren sind 
vereinzelt oder miteinander verschmolzen fast die doniini« 
renden Mächte in der lateinischen Wortstellung und wirken 
besonders iu ihrer Vereiniguna oiaen g»nz eigenlhümlichen 
Reiz/« ^ 



«t 



*«< 



3* 



fakt vüem zu ergänzen sei; es heisßt „denen das Gluck 
dieses (nicht diesen) verlieben hat^^ ^ V. 13. Die 
Worte dis carm ipsis kann man als ei»g9fi|chol)Qnen Aus- 
ruf betrachten , so dass quippe sich nicht hieran , sondern 
an den vorhergehenden Satz anschliesst un4 dem Glucke 
Y« 10-^12 die Beschwerden entgegengesetzt werden; im- 
pune weist dann ironisch auf die Gefahren hin» -»- V. 18 
halte ich jetzt ^ mitOrelli und Dillenburger für eio- 
zig richtig. Precor steht vor dem Worte, worauf es sieb 
bezieht, ähnlich wie heu (I, 24, 11). 

Zweiunddreissigste Ode. Vgl. B. III, 27, We- 
ber (S. 263) setzt das Gedicht, als Vorspiel zu I, 2, 723. 
Dillen burger's Deutung, Horaz antworte in unserer Ode 
auf die Anforderungen seiner Freunde, er möge ein eben 
vorgefallenes Ereigniss besingen, können w4r nicht beislini- 
men *), da der Dichter sich ja wirklich zum Sänge, vor- 
bereitet und die Leier anruft ihm beizustehn. — V. 2 tl. 
Lübker findet hier den Gedanken ; „Wenn mir auch schon 
sonst ein den Augenblick überdauerndes Lied gelungen ist 
so verleihe mir auch jetzt des Gesanges Gabe (?),^^ ohne 
einen Gegensatz anzunehmen, der uns in vacui $ub umbra 
lusimus gegen Latimim carmen angedeutet scheint, welches 
auf einen ernsten bedeutsamen Sang hinweist. Gerade so 
wird ja auch der Gegensatz bei Alkäos angedeutet. — V. 15. 
Meine offen vorliegende Verbindung mihicumque erklären 
Lubker und Orelli ohne Weiteres für unlateiniscb, wo- 
gegen Paldaraus S. 1141 ff. sie billigt, der richig be- 
merkt, dass cumque als selbstsländiges Wort aus den Wör- 
terbüchern zu tilgen sei. Cumque wird mit Conjunctionen 
und Relativen verbunden, deren Begriff es, wie unser beige- 
fügtes immer, verallgemeinert („wie es auch sein möge"). 



*) Hoc iuave est^ quod Horatius^ dum videiur parate tantum 
Carmen, eUgantissimum iam confeciu 



Dass dieses twnqM nhsht m die. Fersonalpronomina ttotett 
könne , igl eine rein erfionfien0'> m» 4er Bede«tuttg des«' 
selben üiehl folgende Bdiauptong».: -Dagegen ist es reim 
unmöglich immque mit- .einem PArticipinm zu verbindimy undi 
hieY soll es noch gar auf ein nacbfoigende^ Fa:rtH^ 
pii|ffn gegen allen sonstigen (Jj^rauch bezogen werden *)• - 

Dreiund'dreissigste Ode. YglB.ni,37. Dass 
die hier genannte Glycfera mit der Glycera des Tibull die- 
selbe Person sei, möchten wir jetzt bezweifeln. Vgl. auch 
Weber S. 263 f. Die Ode fassen wir jetzt einfach also 
auf. „Tibull, beklage dich nicht, dass ein anderer jünge- 
rer Liebhaber dir vorgezogen wird (Sir. 1). Venus treibt 
mit den Liebenden einmal ihr grausames Spiel, was zuerst 
durch ein Beispiel dargestellt wird (Str. 2. 3). So schaltest 
sie ja auch mit mir selbst auf tolle Weise (Str. 4).*' Die 
symbolische Deutung des Schlusses scheint uns jetzt zu ge- 
wagt. Horaz erinnert den Dichter daran, wie arg es 
Myrtale einst mit ihm selbst getrieben, von deren Liebe er 
jetzt geheilt ist. 

Vierunddreissigste Ode. Unsere Auffassung ist 
mit Recht vort Ameis (Jahn*s Jahrb. 28, 4l5>, Orelli 
und Gernbard part. 11 S. 9 ff» verworfen worden. Die 
Erscheinung des Donnems bei heiterer Luft, welche den 
Alten als Anzeichen galt **), erregt in dem Dichter das 



*) Bei Ludretius, der sonst quae — cümque , qua — cumque, 
ut — cumque^ quam — cumque hat (II, 21. 113. V, 290. 
583. VI, 84), bieteu'die Hartd*clii*iften V, 3t3 sibi cumque 
senescere credas, wö' silnfumque, ahnlich iins«rm mihicum- 
que, sieht zu bezweifeln -sein möchte. 

**) Gernbard führt ausser Honv Od. v, 113 f. die auch von 
mir angemerkte, Stelle Lucan. .1, 533 flf. ünd.Varro bei No- 
nius Y. rimari an. Orelli fügt noch hinzu Suet. Tit. 10 



GeiBhl von der wandervbllen Machl d^r fioitheit, die er am 
Schlüsse, anspielend «uf ein Brefgnissder Zeit, ausspricht, 
indessen' ist es wahrscheiniiohy dass dieses Breigfiiiss selbst 
die Veranlassung des Gedichtes war' und jener Blitz aus 
heiterer Höhe bloss vom Dichter fingirt ist , wie die Ge- 
schichte mit dem Wolfe 1, 2a. *) — V. 7 will Am eis aus 
völlig unhaltbaren Granden wieder nach dwidens interpun- 
giren, und er versteht: „J^ppiter hai, nachdem er die Ge- 
witterwolken zertheilt hatte, nun am meist heitern Himmel 
Blitze geschleudert.^^ Mit Grund spricht dagegen SchiU 
ler (Zeitschr, f. i A. W. 1841, 455). üeber die bedeut- 
same Nachstellung von plerutnqae mit folgender Interpunc- 
tion vgl. Passow S. CXXVIII Note 270. Steiner de Ho- 
ratii carm. saec. S. 11. Schiller ilimmt an plerumque 
Anstoss , weil dies an unserer Stelle zu schwach sei, wo 
des Gegensat^^es wegen immer erwartet werde; aber pfe- 
rumque steht bei den Römern gerade von demjenigen, was 
in der Regel (hier also nach den Gesetzen der Natur) zu 
geschehn pflegt. Vgl. HI, 21, 14.29, 13. epist. 1,18,94. II, 
2, 84. — Die Macht des Juppiter wird mit aller Kraft als 



Julius Obseqiiens 83. 107. 122. Vois zu Virg. G. I, 487 
und die Erklärer zur Aeneis VIl, 141. Vgl. auch noch Pilo. 
XVlir, 81. 

*) Nägelsbach a. a. O, S, 428 F. erklärt sich mit Recht ge- 
gen L üb k e r, der meint, der Dichter wolle sagen, die Macht 
der Gottheit habe er klarer» als in dem Niederfabrea des 
Blitzes aus heiterer Höhe, in dem neulieben Thronwechsel 
erkannt. Er selbst fasst die Ode also: „Ich werde von nua 
an den Göttern, deren Dasein mir' zweifelhaft oder wenig- 
stens gleichgültig geworden war, wieder reichlic^ier und häu- 
figer opfern ^(?); denn ein Blitz . aus heiterro Himmel, den 
ich mir aus naturlichen Ursachen nicht zu er- 
klären vermag, hat mich vom Dasein der Götter, von 
ihrem Wirken in der Welt und auf dieselbe föüig überzeugt. 
Ja es ist wahr! (f) die Gottheit hat das Geschick der Sterb- 
lichen in der Hand." Die Fortuna V. 15 fasst er als Die« 
nerin des Juppiter, wozu er Aesch. Ag. 662 ff. vei^ 
gleicht. 



tl 

UnpipnU des CMkbies V. 9—12 kcrvoi^hoben. VgL III, 
4, 45 it 1, 12, 16 f. 

f 
* * 

Fanrnnddreissigste Ode. Vgl. B. III, 24. lie- 
ber die Fortuna Antias vgl. Klausen S. 764. M o n i c h 
sieht in der Ode die Absicht des Dichtärs, „den Abstich des 
augusteischen Waltens von einer usurpatorischen Gewalf^ 
herrschaft, und indirect auch seine treue Anhänglichkeit an 
Augustus anzudeuten ;'* er bemerkt, dass hier jedesmal auf 
das Bild die Erklärung folge. Lübker glaubt Tolgenden 
Gedankenzusammenhang zu erkennen : „V. 1 — 16 wird, von 
ilirem (der Fortuna) localen Ursprung und Cullus ausge- 
hend, die Allgemeinheit ihrer Verehrung dargestellt, wobei 
die letzte Strophe den Uebergang zu ihrem Wirken bildet; 
^' ^7—28 erscheint die umfassende Macht und die Art und 
Weise ihre^ Wirkens, symbolisch in den Attributen der 
Kunst dargestellt, in die nationale Cultusformen verflochten 
sind; V. 29—40 die Bitte u. s. w." Der Dichter beginnt 
mit der Bezeichnung der allgewaltigen Macht der Fortuna, 
welche deshalb von allen g^efurchtet wird ♦). Das Auftre- 
ten derselben beschreibt er nun weiter Str. 5 f., unzweifel- 
'laft nach einer vorhandenen bildlichen Darstellung. Voran- 
schreitet ihr die Göttin der eisernen Nothwendigkeit mit 



*) Nägelsbach meint a. a. 0. S. 430, die Schilderung ihrer 
Macht erfolge hier ,,in Porui der Anfzuhlung ihrer alle Stände, 
Völker und Fürsten der Welt in sich begreifenden Vereh- 
rer, welche Aufzahlung deswegen gerade mit dem Tyranneo 
schiiesse, weil derselbe, gemeiner Vorstellung nach, auf 
der höchsten Stufe menschlicher Gluckseliglieit stehe, folg» 
lieh die Ungunst der Göttin am Schmerzlichsten empfinde, 
und zweitens, weil sich, was der Sterbliche von ihr zu fürch- 
ten habe, am Grellsten in dem Bilde einer Revolution ab- 
spiegle.*' Unter der stans columna V. 14 ist hier offenbar 
die bestehende Macht gemeint; es bezeichnet den Pfeiler, 
die Stutze, worauf die Macht ruht. Vgl. Juv. VIIl, 77 : ne 
CoUapta ruant .»ubducti$ tecca columnis, Paldamus (a. 
a. O. S. 1143) durfte iuera^ ^i^easoweaig Aastow nehme" 



den Symbolen dernaerUMichen iQ«hiiriül^)i iber auch 
die Hoffnung und die Treue gehen iiir .fcur' Seile. Gern- 
h a r d part. I S. 8 hat mit Recht meine Auffassung der ft- 
de« als „Glaul>e, Vertrauen'^ verworfen, da die eigentliche 
Bedeutung sich schon aus dem Ge^ensatse des vulgus tn- 
ßdum V. 25 ergibt. Die Hoffnung bleibt auch beim schreck- 
lichsten Unfälle zurück und die wahre Treue, welche auch 
den Gefallenen noch immer geleitet, wozu als Gegensatz 
die treulose Menge hervorgehoben wird. ,fiie Treue wei- 
gert sich nicht dem Gefallenen zur Seite zu stehn, sie be- 
gleitet ihn, mag auch das Glück feindlich gesinnt das Haus 
des Mächligen, der von seiner Höhe stürzt, vernichten'*. **) 



aU an populus frequens , welches den anfgeregleu Haufen 
bezeichucit, von weichem die ruhigen Bürger, die sich noch 
ziiruclLhaUen wollen, zu den Waffen gerufen werden. End- 
lich ist die Verdoppelung von ad arma auch keine»\ve*^s so 
störend, wie P a 1 d a in u a meint« sondern zur Darstellung der 
leidenschaftlichen Aufregung (janz passend. Wir vergleichen 
Ca tu 11 68, 93 f., wo heu misero so wiederholt wird. StaL 
Theb. XI, 305 f.: armaf arma prius, famuli! 

*) Lessiug im Laokoon (Note am ^rhlusse von K. 10) tadelte 
unsere Stelle als sehr frostig» weil die allegoiriachen Attribute 
zu sehr gehäuft seien« die, tveil sie für das Auge, nicht für 
das Gehör gemacht sind, eine grössere Anstrengung bei der 
'Auffassung erfordern und' geringerer Klarheit fähig sind. 
Härder dagegen meinte, das Frostige der Stelle komme 
daher, weil die Attribute^ Nägel, Klammern und Blei, zn ei- 
nem blossen unbelebten Symbole , verbunden seien ^VVerke 
zur Litt, und Kunst XIll, 143 if.) ; doch entschuldigt er 
den Dichter, der vielleicht ein Gemälde Vier Fortuna von 
Ant,ium copirt habe. Der Anstoss liegt in dem matten nee 
abest, welches uns keine klare Vorstellung gibt, und in dem 
flu SS igen Blei, das wir uns nicht wohl in der, Hand der 
Göttin denken können , wenn es nicht etwa^ bedeuten soll, 
dass das Blei eben geschmolzen wird. „Die Strophe ist ent- 
schieden ohne Anschaulichkeit*S bemerkt T eu f fei (Jahn*s 
Jahrb. 41^ 448) „und sicher auch nicht im antiken Ge- 
schmacke schö|i.*' 

**) Die früher gegebene Deutong der Stelle muss ich noch im- 
mer für einzig richtig halten* Jever zum La^an I, 6S4 
- wollte V. 22 socium statt comitem, V. 24 ntente^ Oo^de r- 



Also jioffming und Treue bieibaa noch ai^k .^i den vcr- 
derUichen Sckiägen des . Schicksals. Dieser Gedanke iai 
mi blöderer Beziehung auf da^ Romervolk. ajugedeulet» 
welchem auch die Hoflaong and die anhangliche Ttm^ 
vieier an den Staat geblieben ist* Das Glück, das bisher 
jegliches Unglück wilder Zerstörung dem Staate bestiinmi 
hat, n^ge. sieb endlicb wieder geneigt zeigen und Row'a 
Macht auch nach aussen heben. £5 kann nicht aweifelhaft 
seiny da£S der Dichter hver das frühere Unglück d^. Staa- 
tes dem erneuten Aufblühen, welches desAselbeo unter Ai»- 
gostos 2u Theil wird , heiTnungsvoll entgegensetzt« Hofi^ 
Qung and Treue haben den Staat aucb im Ungiftcke niirht 
verlassen, dem Fortuna nach $9 langen Leiden Gluck und 
Heil gewahren wird. So erhalten hier Str. 5 Und 6 ihre 
deutliche Beziehung zum Ilauptgegenstande der Ode. 

Sechsunddreissigste Ode. Vgl. B. Ifl, 28. — 
Zu V. 10 vergleichen wir noch Stat. silv. iV, 8, 40 : crefa 
Signare diem. Pers. V, 108. — V. 14. Unsere Bemerkung, 
te Bassus ein massiger Trinker gewesen, haben Orelli 
und Dillenburger aufgenommen, erslerer atich die rich- 
te Beziehung von V. 18 f. , ohne seine Quelle zu nennen. 



lein (leet. Horal. XIV) abnegai , (wogegen Ocelli Anal.' 

S; 11), Fuss {ZeiUchr. f. d. A. W. 1840, 1018 flf.) poten- 

iis, das er mit veste verbindet. Das Glück vertasät im Trau« 

ergawande das Haus, das es vernichtet hat« Vgl. zu II, 1, 25. ' 

^Q aufi^efasst, bedürfen, wir nicht Be n tley's vcriiJ^ h^k«^ 

such keine Annahme nuthig, weiche dem Dichter irgend eine I 

Verwechslung von Begriffen zuschreibt. Die Güttin Fortuna , 

verlässt das zerstörte Haus des Vorjrneiiineu ; diesem Jiber 

hleiben Hoffnung und Treue zur Seite, während freilich das 

treulose Volk sich zurückzieht. Wenn Nägelsbach meint, 

die Fortana sei vom Dichter in demselben Satze einmal als 

Göttin (inimica)j dann aber auch fnr den Mächtigen selbst 

gebraucht, der sein Haus verlassen müsse, so vrtrd hier eine 

ßei einem verstündigen DicLier umaÖgViche Vettauschung 

ohne F^oth angenommen. 



Siebenniiddreissigfite Ode. YgL B. III, 16. 
Nagelsbacb n. 8^0.8.437: ^Dle Ode beginnt mit lau- 
lern Siegesjubel. Dieser Jobel gehl über in Romerzorn, 
dass das üppige Weib des Freatdlandi) mit ihrem schnöden 
Heere gewagt hat, ihre Hand nach einer rdnüschen Kö- 
nigslirone ausznslrectien. Den Erfolg iBs rasenden Begin- 
nens malt das Bild vom Habieht nnd der Taube ; der Zorn 
des Rächers geht über in Hohn. Da tritt ihm vor die Seele, 
dass diese Taube dennoch edler Art war, and Jubel^ Zorn 
und Hohn lösen sich im versöhnten Gemuthe des Dichters 
in die Stimmung bewundernder Anerkennung auf.^ — V. 
1 ff. Pal dam US (a. a. 0. S. 1145 f.): „Der jüngere Ci- 
cero brachte die Siegesnachricht nach Rom; ganz natür- 
lich decretirten sofort geistliche und weltliche Autoritäten 
Tedeums; Privatleute, wie Horaz, vereinigten sich hierbei 
ebenfalls zu Schmausen. So sagt der Dichter : „Jetzt war 
es Zeit, d. h. es war wirklich an der Zeit,«* indem er an- 
deutet, nie habe man mit grösserm Rechte Suppiicationen 
angeordnet.** Diese Unterscheidung von öffentlichen und 
Privatfesten ist unzweifelhaft richtig, wie auch Dillen bur- 
ger annimmt; nunc erat bezeichnet, dass die Anordnungen 
bereits getroffen waren. Van Jan (Münchener Anzeigen 
1840 B. 10, 276) bemerkt, nunc erat stehe, weil die Sache 
nicht in der Macht des Sprechenden oder Angeredeten stehe, 
von diesen nur gewünscht werde. Orelli hat seine alte 
Erklärung beibehalten. — V. 9 f. Die Schaar schändlicher 
Männer ist durch Unzucht befleckt. So verstehe ich auch 
jetzT noch mit Dillenburger gegen Orelli, der den 
Genitiv (urpium virorum mit tnorbo verbindet, das eines 
solchen Zusatzes nicht bedarf ^ wie die von Orelli selbst 
beigebrachten Beispiele *3 beweisen, wogegen bei grex 

*) Er fügt jetzt Lucian. Am. 21 binzii. Wir verweisen aufjiiv. 
II, 17. 50. IX, 49. Sen. ßenef. l, 14, 1. Au» der Stelle 
folgt aber keineswegs, was Orelli jetzt hinzufügt: Eunu- 
chis igitur suis Cleopatra ahuti solebdt ad Llbidinosissimam 
venerem, quam si^nificant Priap. 78^ 2 el Martial. 12, 59. 



ein Zäisate ndthif ist, wo dann die in eit&rum Kegende 
Ironie um so scharfer hervortritt Turpium mdcbleii wir« 
wie froher, auf die Unterwürfigkeit unter den Willen emea 
Weibes, nicht auf die HiMlichkeil Oflen wf die insana lU 
bido beliehen, die ja in morbui liegt. ** V; 14« Vgl. 
Schulzeit. 1»29,457 IT. Paldamns 8. 1146 f. denkt t>ei der 
Andeutung der Furcht an Dio Cassius L, 15, wonach die 
Königin vor der Schlacht bei Actium ffir den Rückzug nach 
Aegypten gestimmt haben soll, da es vielmehr auf die wirk- 
liche Flucht aus der Schlacht geht. Drumann 1, 482. 

Achtunddreissigste Ode. Vgl. Anacr. fr. 39 
Schneidewin. Catull. 27. Hart. V, 64. Nägelsbaeh 
S. 438 f.; „Wir sehen diesen (den IJichter) in einer Re- 
benhube in herbstlicher Jahr^eszeit (rosa sera:) , so dasa 
wir uns die Laube wohl mit Trauben behangen vorstellen, 
wie er sich anschickt, eine heitere Stunde zu verleben. — 
Freilich will er der Sitte gemäss sein Haupt bekränzen, 
ai^er nicht mit seltenen, nicht mit kunstlich *) geflochtenen 
Blumen ; es genügt ihm ein einfacher Myrtenzweig.** In 
der Folge dieser Ode auf die 37 sieht er Absichtlichkeit. 
¥B.|V,2l. — Wie wenig Orelli imStande ist eine Ode 
des Horaz lebendig aufzufassen, zeigt sich hier wieder ; er 
<Jeulet nämlich sera rosa : vel auchmnedis vel hibema, ob- 
gleich V. 7 f. sub arta vite] das er richtig erklärt: rW- 
^«» tecta atque ideo umbrosa , deutlich zeigt , dass die 
Ode im Herbste gedichtet ist, wonach die Beziehung 
»Qf eine Rose während des Winters , auf welche auch 
«iie zwei unnölhigen Parallelstellen deuten, völlig unverstän. 
dig ist «*). 



*) Vielmehr mit kostbarem Lindenbai t. Vgl. Plin. XVI, 25. 
XXI, 4. Ovid. Fast. V, 337. 

'*) Aus der zweiten Strophe machte Marcilius ein Gespräch 
zwischen Horaz und dem Diener »^ '**" ^®' Letztere: Ä'i»- 
plici m/rto? frage und drauf eWi*^**"®' ^^^^^* ^^^' 



w 

Ud) w die beiden wilergeschobenen , nent von V i II o i- 
3 OB zmi Longws mitgetheilten Oden, wodurch die Gedichte 
des ersten Buches auf die runde Zahl vierzig (Buch II 20, 
Buch HI 30, Bach IV 15) gebracht werden (abgedruckt 
bei Vaiderbourg und bei Bothe zu Fea S« 20 ff.), ver- 
gleiehe Beck de interpreL S. 110. 



-t— 



Zweites Buch der Oden. 



Erste Ode. Vgl« B. III, 20 ff. Walck«när setzt 
die Ode 792, Patin cJoumal de$'Sa9anis 1841, 627 f.) 
716*). üeber Asinius Polllo Drümann 11,1 IE We- 
ber (S. 265), der. unter den mferiae lugurthae V.28 den 
Antonius znitbegreift , stimmt für Ende 724 oder den An- 
fangs 725. Fürstenau siebt hier eine feine Abmahnung 
(Zeitechr. f. d. A. W..1844, 847). ~, V- 3 f. roiua ich jelst 
pf*aoes prinoipun^ amioitias auf die beiden Triumvirate te«- 
zieiien. Mm& erklart Lubher „dieMiltdi ^ur Befriedigung 
der Laster <S wahrend wir mit Dillen burger darunter 
den ne|)en vUia hervortretenden aUgemeinen Begriff „und 
die ganze Art, wie der KjTJeg geführt wurde^^ verstehe«. 
G%en Weicher! nehmen wir wt Weloker vu A. jttai 
an, dass die Ttagödjea des Pellip virirkiieh auigefßhrt wuN* 
den ♦»), _ V. 6 ft Vgl, Hpsß Kölner Programm 1848 
& 3. ^ Dass Str. 5 und 6 unmogUch zur Besehreibung 
der Burgerkriege gehöreh können , muss jedem einleuch- 

*) Aach Sobu'ppitt« (Hanauer Programin 1828), der die ver- 
scbledenfMi Erklärungen unseres Gedichtes beurtheilt, bezieht 
es auf dieses Ja&r und die damals von Seken das Sextus 
Pompeiits drohendni Gefahren. 

**) Strophe 3 hat Wiss (qoaest Horat VIII, 5 ff.) gegen 
Peerlkamp vertfaeidigt, während Ltibker noch Zweifel 
äussert. «Offettbar will der T>ichter da« Wirken de$ Pbllio 
nach allen ßeiiehiragen ioben^ no^ *^ kottst« auefa eine eh- 
renvolle Erwähnung seiner Tragödien nicht wohl fehlen. 
Vgl. auch Teuf fei in iti}^^^^ Jahrb. 41, 448. 



68 

ten, der Sinn für das Angemessene hat, md so haben denn 
auch Lübker und Dilienburger diese, obgleich ganz 
neue Ansicht als richtig anerkannt. *) Die Erinnerung 
an Cato, der endlich fallen musste, bringt den Dichter 
ftuf Africa **} und er deutet an, dass die Bürgerkriege 
eine Folge der Besiegung Carthago's gewesen , wobei & 
Erwähnung Jugurtha's an die Entartung der Römer zm 
Zeit des jugurthiftifl^^hen Krieges mahnt. Hon vgL Lucan. J, 
38 f. Ilj 90 ff. iV, 788. Prudent. in Symmach. II, 496, wo 
dieselbe Ansicht ausgesprochen wird , und über die Yot- 
steHung, dass die Götter die der Zerstörung verfellene Stadt 
'Terlassen, die IronOrelli angeföhrlen Stellen Virg. Aen. II, 
351 f. Sil. iL, 365 (bei Orelli YIII, 4421). Tac. Hist V, 
13* Eur. Troad. 23 ff. (vgL Ale. 22 f.). 

Zweite Ode. Vgl. B. III, 28 f. 44 f. Weber (S.265) 
bemerkt, zur Zeit der Ode könne Phraates noch nicht von 
Rom anerkannt gewesen sein, was erst in dem Winter 731 
geschehen sei. DieAnsiehtRamler's (Berliner MonatschriR 
1790, 383 ff.), der Hauptzweck des Gedrehtes sei das Lob 
A* Procöteius, wird von Beck de interpr. S. 50 verwor- 
fen. Vgl. auch Pas so w Note 263. V. 1 ff. Richtig scheint 
Inir Pet#<Biiz & 11 f. ku beniei4cen, dass der Gedanke, das 
SUber hBbe keinen Werth, so lange es in der Erde ver- 
graben liege, der Stelle fremd sei, auch von unserin Dicli- 
ter überhaupt nicht ausgesprochen worden sein dürfte, da 



*). Orelli widerspricht metner Meinung (AdaI. S. 13), ohns' 
irgenU einen Seh eiu gegen sie nur vorzubringen uiicl nieine 
Gründe tu widerlegen. Eben so grondlo« ist seine Behaup- 
tung: Horatiut hoc Carmen componehM Pöllionit librum non- 
dam viderai. Wäre dieses aber audi der t'^all , so war ihm 
wenigstens der Plan des Werkes bekannt« 

^*) Orelti b^nugt sieh init- der Bemerknng: Hinc satis quun 
proedica$$€t Foliiom* laudei, transit ad defienda Mtorum 
domesticorum ealamitates • ac sceUra, in quibus poenam vi- 
de$ divinam, die nicht«: erktärt. 



hierin eine AofroTderang Sähet aiifiBiigraben liegfen würde 
(vgl. dagegen III, 3, 49 £)# Argenhim oMItiim terris bil- 
det offenbar den Gegensatz zum temperatui usus des Frei- 
g'ebigen; und das« diesem nur der atarus eätgegenstehn 
tönne, versieht sich von selbst. Das Beiwort avaris iets^ 
et darauf bin , dass die Brde vieles in sich aufnimmt, wn 
is ungebraucht liegen zu lassen^ dem Habsüchtigen gleicli. 
Vgl. sat. I, 1, 42. 8, 43 : ebdUierwi fufim terri$. Ueber 
iie Lesart Ouwens S. 3§4 f. — V. 5. Ptoculeius. Drü- 
fiannl, 495 f. IV, 193. — V. 7. Pal daraus CZeitschr. 
. d. A. W. 1840, Ö38) will das Präsens agU vorziehen, 
las hier freilich lebendiger sein wörde. — V. 11 f. Ou- 
vens, derS.366ff. Schrader^s Vermuthung ponfns be- 
iämpft, betrachtet richtig et uierque Poenus sertiat uni als 
'olge. -. V. 23. Ouwens S. 369 f.: i(a ut oculos Uüc 
on retorqueeU. Clericus de arte critica I, 2 vergteichi 
m respectu fugere^ dfisraotgtnrl^ wovon das Gegentheil 
n^ojtuXii;6fispog f Jl. ^9 496). R a m I e r S. 388 erklärt u n- 
'firohrt, was Beck S.98 billigt. Wir vergleichen noch 
)«• Cat. II, 1, 2: ooidos reiorquere. Petron. 113, 6: vbli- 
V» irucibttsque ocM$. Zur ganzen Stelle Lucan. Ksc. 46^ 
cbonvon Orelli verglichen. 

• 

Dritte Ode. Vgl. B. 111,45. Weber, der die Ode 
^^ setzt, meint, Dellios habe den Octavian auf den'Ztb-' 
an in Aegypten und Asien begleilel und isich neben dem 
riegsruhm auch Schätze gesammelt, weiche Ansicht aber 
ttneswegs durch V. 17 ff. begründet werden kartn. Ueber 
IB Dellius vgl. auch van Ommeren bei Haberfeldt 
')162. Orelli hat seine des Dichters unwürdige Ansicht 
^^ jetzt unverändert beibehalten, — V. 3 vermuthet 6« 
^rm a n n (<fo differenüa preme ei po^ieae dtetionis S. 22) 
^perato^ wodurch eine Härte entstehn würde. — V. 11 
ben die besten Handschriften quid^ und dieses ist neuer- 
es von Regel, mitBeistimmung von Er. Jacobs und 



90 

Ja€.ab (Zeitseiur. f. d. A.W« 184^, &22), Orelli, Dil- 
lenburger und Lachmann cRbtin. Museum III^ 616), 
aolQfenoimneii wi>rden^ Qtu^ mass dann in . dem Sinne m 
quem u$um genommen and erg^ast werden : si eo tum nü- 
nmn Aber diese Deutung glaube kh für gprdchwidrig er. 
klaren zu müssen« Denn in aHen denjenigen Fallen, w 
quo kl dem Sinne, mß bier^ genoiameB wii'd, das^ wir m 
den Bedingungssatz, ^wena wir keinen Geln'ajach daroo 
machen'^, binzudenken^ steht nie ein Verbiun im Satze, loo- 
d^in ein einfaches Nomen (nach den mir vorliegenden Bei- 
spielen nur im Accusativ) oder ein Infinitiv^). Hierdiircli 
wurde auch wähl Lachmi^nn zu seiner Veirmuthung quoi 
<]. i. cur statt 4ffio veranlasste Dass der Dichter in zwei 
ganz gleichartigen Fragen sich der kräftigen Anaphora nicht 
bedient, sondern zuerst mit emem cur oder quo^ dann mit 
eiaem ^utd gefragt haben, sollte, ist uns mehr« ab unwahr^ 
acheinlich« Dazu kommt, dass« wie Lubker und Obba^ 
rius (Jahn's Jahrb. 40, 171) mit uns aanebmen, die leb- 
haft einfallende Frage zu dem ruhigen Tone^ welicher io 
der ganzen Ode he?rscbt , gar nicht stimmt. Ganz ait 
ders ist die Frage 11, l(, JS iK vorbereitet XKe viel- 
fachen Abweichungen der Leaart. in V. 10 fuhren auf die 
Vermutbnng, dass die Stelle zu denjenigen gehöre iy^A^ 
12, 31), an welchen in der (lleaten Handschrift ein Worii 
durch Versehen ausgefallen, das man auf verschiedene Weise 
herzustellen suchte. Haupt vermuthete in seinen obser-^ 
e4aione$ critkae: rßmkque ei(Bentley ramasque €i}A 
Hermann 0^ s^ h n> iabrb» 33, 246} cmnkque et. Gm 
neuerdings vertiieidigte Jeep (Wolfenbutteler Progrann 
1344) daa von Hdschr. gebotene: ramie, quo obliquo, vi^ 
uns gar zn fibelklingend dOnfcl. Wir können die gegei 
unsere frühere Vermuthung voigebracbten BcMienken nicH 



■ ' . * " 



*) VrI. Gronov (fiatrib. in Stat. S. 57. Sclimid zu Hora 
Brie£eiiJ,3,.l!2i und dte r(^MliweUtiog«tt yon Jacob a. a.O 



1 

für triftig halten *), d«ch mAchte vkU^whi AeLe9M der 
ältesten Ausgaben ei obliquo das Ricbtigto tneffon^ so dasi 
der Ausfall des einlachen et die. manchen veraehiedenarli* 
gen Ergänzungen veranlagst hätte **)• ^-r V. 14. Wake«» 
field wollte floret AmynUie (silv. criLl, 149> Monicb 
meint : ^,Eine liurzdauernde (brevu) Roae ist unwahr, deni 
sie erzeugt sich immer wieder; .wohl aber die Bluthe ist 
von kurzer Dauer.'^ — V« 18. Pie symbolische Deutung die* 
ses Verses geben wir jetzt gern auEi — V. 18« Zu emirudae 
(Hvitiae sat. II, 6, 106. Petron« 84, 2. YgL auch Sehr«- 
der emendaL S. 72 f., der V. 16 irrig alba wollte. VgL 
Klausen Zeilschr. f. d. A. W. 1840 S. 249 iL 

Vierte Ode, Raroler*s Aiisicbt findet sieh in der 
Berliner lUonatschrin 1 790 S. 289 ff. In der Erklärung der 
Ode h^Ue ich in der Hauptsache meine frülier gegel>eM 
Ansiebt für einzig richtig; nur mochte ich jetzt Dillen^ 
biir^er (S. 625) zugeben, dass die Geliebte desXantbie« 
ein noch blühendes Mädchen gewesen , wonach V. 21 — 24 
?rnst zu nehmen sind. Auch habe ich in V. d--12 eino 



»■^ 



*) Orelli hat die von mir zur Vtrgleicliung an gi^fuhrte Stelle 
der Sappho jeUt •tUhchiniigeiul in u^lwe zweite Aufgabe auf* 
genommen. 

**) Petrenz S. 12 ff will V. 9—12 aU Vordersali 20 hue 
vina et unguenta u. s. w* fasten. Der allgemeine Gedanke 
,,oder gibH du dich <l«r Freude bin«« «et ib V. 6--8 hi»^ 
längiicli ausgemell, so daff der Dichter nun zur Bestfhreibuttg 
des lieblichen Platzet auf dem Gute des Dellius ubergehn 
jQusee. Aber blerra iclieiat un« gerade eine wöhlberechnete 
Keiuheii des Dii^btert tu liegen» dasi er in die aUgeiaeiiie- 
Schilderung behagliclien Genusses die Beschreibung des lieb« 
lichepi Platzes auf der Villa des Freundes einfliessen lässt, 
worauf et dann »it der frenniUiebeii' Mahnung beginntf 
^Ja hierher lasse Wein, Salben und Rosen bringen. Hier 
bringe frohe Stunden heiterer Geselligkeit zu l** Der ptötz. 
liehe Uebergang zur Aufforderung ündet ^ifih ganz ähnUch. 
II, 11, 13 ff. 111, 8. 13 ff. 19, 9ff. Orelli sa^t zu V. 13: 
Buc igitur^ff hie olii^um simiUs hei C?}» («m amoentt fru- 
stra not inviu**€ videantur ^^ 



BS sj^ecieUe ieitehungf ''gesehen, iloraz saig^, d^ Atridi 
verliebte sich noch mitten im Triumphe, eis er gar nichts 
mehr zu furchten hatte, als Traja und sein Hectör gefalleo 
war ; fihntioh ward Xanthias von der Liebe gefesselt, als 
er sdion glaubte, vor derselben sicher zu sein. Nicht ohne 
iMiiorist^sche Beziehung hieraufsagt der Dichter am Schlüsse 
er selbst sei über die Jahre der Liebe hinaus. Dillen- 
burger glaubt, Xanthias habe sich gerühmt, nie von deo 
Liebesnelzen einer Sklavin «gefangen worden zu sein. - 
Zu V. 15 f. vgt Dillenburger S. 129. — V. 23 f. V^. 
Mart. I, 102^ 4. 

Fünfte Ode. Unserer, fast zu gleicher Zeit von 
Fürsten au (de carminum aUqnot Horatianorvm chrono- 
logia S. ö7) ausgesprochenen und von Dillenburger 
gefeiHigten Annahme setzt Or eil i Folgendes entgegen: Ni- 
mi$ longum est hoc Carmen^ quam ut pro ßovoXoyia f)el Ho^ 
tatU qsintiir, vel iuvenis ab eo ficH haberi possü — , neqiie 
B^ratia sutü e&neefUret illud mariti voc. v. 16. Impii^ 
mU auiem in ^ovokoyta dkpticeret nimis diffustts de Gygi 
locus in carminis fine. Dass ein Gedicht von 24 Versen för 
ein Selbstgespräch zu lang sei, ist eine rein aus der Lull 
gegriiTene Grille, fiben^^o wunderbar ist es, wie OreIH 
an marUum Anstoss nehmen' konnte, das ja nicht auf den 
Horaz geht, sondern im Allgemeinen den Geliebten bezeich- 
ne!, nach allbekanntem Gebrauche. Wird es ja sogar von 
den Böcken gebraucht, wie I, 17, ?♦). Gegen den drit- 
ten Grund ist einfach zu bemerken, dass der Dichter sich 
seihst andere vorhält, weichen er seine Liebe mit BecU 
zuwenden könne. Uebrigens gestehe ich nicht einzusehn, 
weshalb der ScMuss passender • sei, wenn das Gedicht, wie 
Orelli annimmt^ an einen Freund gerichtet ist, Das Ganze 



*) WaJirsclKti^lich schwebt bei ttOMri» Vetsa noch das Bild voa 
•der iuvenca (V. 6) vor., , 



7Z 

scheint aurFicliati zu beruhen und man dürfte sehr gefieigt 
^ein, an ein griechisches Originai zu denken. 

Sechste Ode. Vgl B. III, 24 f. Meiner Ansicht, 
dass Horaz bei der Abfassung des Gedichtes schon sein 
Sabinum besessen, stimmen bei Franke, George Har- 
ri in g (bei Tnle Horafius restitutus S. 26), Lubker, 
Dillen burger und jetzt auch Orelii *). Ein Recen- 
sent der Jenaer Litteralurzeitung (Ergänzungsbl. 1839 Nro 84 
S. 28J) widersprach mir damals mit unnöthigem Eifer, ohne 
sich selbst, die Sache klar gemacht zu haben. Neuerdings 
hat wieder Weber S. 140 das Gedicht vor 721, ja in 
das Jahr 717 gesetzt. Die hier ausgesprochene Sehnsucht, 
dereinst Tibur als Sitz des Alters bewohnen zu können, 
wäre, meint er, nach der Erlangung des Sablnums eine Ab- 
surdität. Aber sagt unser Dichter denn nicht in später 
Zeit, als er längst im Besitze des Sabinums war, er liebe 
das stille Tibur und das ruhige Tarent (epist. I, 7, 45)? **). 
Horaz besuchte von seinem Sabinum aus häufig das nahe 
herrliche Tibur (1, 7, 13 ff. III, 4, 23. IV, 3, 10), wobei 
sich ihm das Gefühl dieser seligen Ruhe und Heiterkeit 
lebhaft aufdrängte, so dass er einmal in einem sentimentalen 
Äugenblicke den Wunsch aussprach: „Hier möchte ich einst 
in meinem Alter an derSeile meines Freundes meiner Auf- 
lösung enigegengehn. Oder, sollte mir dies versagt sein, 



*) Er bemerkt abweichend von seiner frühem Annahme : Noli 
i^itur referie ad a. 118 vel 720, uti fecerunt nonnuUi ; etsi 
fateor mirum semper mihi visam esse v. 8. militiae re- 
cordationem XV. f^re annis , postquam arma semel depO' 
suerat. Der Dichter 'wünscht hier zu ruhen von allen Kriegs^ 
njühea , womit er ande^utet , das er hoffe, nicht wieder, wie 
früher, gewaltsam in die Wogen de^ Krieges gerissen zu 
Vferdea. 

*") Sökeland (Coesfelder Programm 1842 S. 12) setzt beide 
Gedichte in dieselbe Zeit, in das vorgerückte Alter des Dich- 
ters, als er seinen Wohnsitz an einem andern Orte aufschla- 
gen wollte (!). 

DÜBUer's Kritik. V. A 



74 

zn Tarent/V Dies ergibt sich aus licmGodkbte selbst so 
deatlich, dass man sich wundern muss, wie es einem so 
geschmackvollen Kanstrichter entgehri konnte. Aus V. 2 
folgt trotz Herrn Weber, dass die Cantaber damals als 
genhriiche Feinde der Römer galten , deren Unterwerfung 
man bis dahin vergeblich versucht halte; ja es ist höchst 
wahrscheinlich , dass hier auf den wiederholten Abfall des 
Volkes hingewiesen wird. — Meine Vermuthung, dass der 
Freund des Dichters bei Tarent ein Landgut besessen, fin- 
det Lubker nicht unwahrscheiBlich ; nöthig ist sie nicht.— 
Zum Ganzen vgl. Marl. IV, 25, zu V. 5 das. IV, 57, 3. - 
V. 14 will Axt S. 114 ridens. — Zu V. 17 f. Stal. silv. 
III, 5, 83 f. — V. 18 f. Gegen die Lesart fertüi bemerken 
wir, dass amicus in der Bedeutung ,^eliebt^^ nicht nachzu- 
weisen ist, besonders nicht mit einem Dativ,^ wie hier BaC" 
eho amicus „von Bacchus geliebt'^ sein würde, wogegen 
amicus als Jieb, hold^^ häufig vorkommt. Vgl. Virg. Aen. 
II, 255. G. IV, 115. Auch ist fei^tiüs nicht, wie Lübker 
meint, zu schwach, sondern tritt mit besonderer Bedeut- 
samkeit dem minimum inoidet am Anfange des Verses ent- 
gegen ♦). 

Siebente Ode. Vgl. B. II, 35 ft. III, 19 f. We- 
ber (S. 141) will die Ode 718 oder 719 setzen **). Pa- 



*) Ich stimme jetzt in Betreff des Aulon mit Orelli ul>eri>in, 
der benHerkl : Est recessus dtprtsiior regionis T'arefttimti 
prope Saiurum , hodie Melone. BomanelU Topo^rafia 1 
p. 294 : iiio delizioso, celebre ancora pe iuoi vini. 

**) Er bemerkt, iaurus mea V. 19 deate nicht noihwendig anf 
das Sabinum. ^,Hätte deon Horaz nicht im eavaedium oder 
impluvium seiner stSdtlschen Wohnung einen Lorbeerbaum 
haben kennen, wo er mit seinem Freunde im Schatten hätte 
ein Glas Wein auf die alten Zeiten leeren mögen?*' Vgl. 
II) 15, 9 f. Orelli wird bei laurut ganz unerwartet zu 
einem Symboliker: Simul videtur symboium studii /^aeüci , 
cui iam unice vacare consiituerat Horatiu&M Ich n}uss be- 
merken^ dass ich an dieser symbolischen Deutung ganz un- 



75 

tJRniiwnt 715 «n. Nif elsbach a. ». D. 8. 439« der 
in der Aufeinanderrolge von Ode 6 und 7 eine Abslohtiich-^ 
lieit sieht, meint mit Eiohfltädt, das Gedicht sei gana 
fauniorisiiseber Natur, so dass „kein Worl in emsterm Mu« 
(be gerochen sei^^ Anch Sdk elend a. a. O. handelt 
von unserer Ode. — In Quirüem V. 3 sieht van Jan a. 
a. 0. die Andeutung, er kehre als friedlicher Bürger zurück, 
wozu er liv. XLV, 37. Suet. Caes. 70. Tac. Ann. I, 4 
vergleicht. ^ Die von mir angenommene Verbindung, dass 
nach sodalium V. 5 Comma zu setzen ist, halte ich auch 
jetzt noch für . einzig richtig. Die eigentliche Frage wird 
von zwei sich schön ergänzenden Anreden eingeschlossen« 
Halle Horaz mit V. 6 einen neuen Satz beginnen wellen, 
so wurde er statt cum quo iecum gewählt haben. Die Er^ 
innemg des Dichters wendet sich zunächst zu der bei 
Pbüippi äberstandenen Gefahr , zu der Schiacht , in deren 
^olge sie voneinander getrennt wurden« Horaz soll nun 
nach den Erklarern sagen : y,ttit dir habe ich die rasche 
Flucht bei Philippi gefühit, wo ich feige den Schild zurück* 
liess, nachdem die Droher am Boden lagen^'. Man will in 
diesem Bekenntnisse den heitern Humor des Dichters er- 
nennen , der selbst über seine Feigheit spotte. Könnten 
w^ir aber auch dem Dichter einen Humor dieser Art über 
sich selbst gern verzeihen, so wäre doch der Spott, der in 
V. 11 f. die tapfern Republikaner treffen wurde, deren An- 
denken dem Dichter immer werth blieb (vgl. epist. I, 20, 
23), ein so unedeler und unwürdiger, dass wir es für eine 
Versündigung am Dichter halten , ihm einen solchen ohne 
Nolh zuzuschieben,*). Minaces V. 11 bezieht sich nämlich 



schuldig bin. Wir fugen aas OreUi binza: Miram dga}- 
vEiccv in his vs?, orloratus est Gargnllus , quasi festive io- 
catus Horatius dixerit: Requieicamus nvs ambo fu^itivi, 
amho devicti, sub victrice, si diis placet, mea Icntru» Der 
Lorbeei: deutet hier nur auf die friedHche häualich« Ruhe 
hin, die dem Pompejus jetzt zu Theil werde. 
*) Nä'gelsbach will die Sache durch eine Verg\eichung al* 



f6 

auf dieselben Helden^ welche vorher in fracia rir^is an- 
gedentet sind, und es müsste, bei dem in V. 10 angenoin* 
menen Spotte, derselbe vor allem in T. 13 zn finden sein. 
Sind wir aber denn zu der Annahme eines solchen humo- 
ristischen Spottes genöthigt? Wir vemdnen dies auf ddts 
Entschiedenste. Es tragt sich an dieser Stelle, muss beim 
Ablativ absolutus das passive Particfpium immer eine vom 
Subject ausgehende Handlung bezeichnen? Madvig be- 
merkt ($ 428 A. 3), dieses sei der häutigste Fall, aber 
nicht nothwendig. Und an Beispielen der Art fehlt es be- 
sonders bei Dichtern nicht. Man vgl. IV, 4, 7 iL: vefmi- 
qve iam nimbis remotis insolüo» docnere nisu» venU^ wo 
remi tienti eine ganz ahnliche nähere Bestinuiiung in nim-' 
bis remotis erhält, wie celtrem fugam in relicia parmula. 
das. 39 f. : pukher fugatis Ute dies Latio tenebris. 6fl Hy^ 
dra secto corpore firmior, episl. 11, 1, 191 : mox trakitur 
manibus regutn fortuna retoriis. II, 2, 134 : signQ läe$o non 
insanire lagenae, 149 f. vulnus tun monsirata radke non 
peret levius. Hiernach braucht auch relicia non bene par^ 
miila nicht notliwendig zu beissen relicia a me parmula, 
sondern es kann als nähere Bestimmung zu celerem fugam 
^ genommen werden ; denn dass hier der Plural nicht durch- 
aus nöthig sei^ ghiubü^ ich B. I, 383 nachgewiesen zu ha- 
ben ^}. Hiernach kann ich es nicht für begründet halten, 



ganz unbedenklicli darsteUen. „Es ist weder Geständoiss 
persönlicher Feigheit, noch Mangel an Vaterlandsliebe, noch 
Verrath an der g«iten Sache, wenn ein paar alte Rriegsgefälir* 
ten von 1806 nach dreissigjähriger 'l>ennnng sich wiederse- 
hen und uuuiuehr, nachdem unterdessen eine neue Ordnung 
der Dinge die Gestalt der Welt verändert hat, der eine den 
andern gutmütbig scherzend fragt: Weisst du noch, wie wir 
Lei Jena miteinander davon gelaufen sind ?^* -Aber in unse- 
. rer Stelle wurde zugleich ein Spott auf die ehrenhaft Ge- 
fallenen sich finden. 

*) Der Singular dient gerade dazu die Handlung des Schildab- 
Werfens als eine allgemeine zu bezeichnen, ähnlich wie in 
den von mir angeführten Beispielen. Vgl. Jacob de usu 



ff 

wenn Libker meine Deotiiiq^ (Br tpn^ltch Msch er- 
klärt *). Celerem fvgam wird niher besliromt durch re* 
licta parmulOt und V. 11 f. bezeichnen den unglQcklichen 
Ausgang der Schlacht IQr die edlen Republikaner, sind also 
allgemeine Bezeichnung des unglücklichen Tages bei Phi- 
lipp!. Zu iurpe solum vergleichen wir Stal. Theb. X, 5: 
Panditur itnmenso deformU sangume campus **). — Mich, 
fahrt Horaz V. 13 fort, hat das Schicksal aus dem Kriege 
gerettet, dich aber lange in demselben umhergetrieben. Die 
Rettung wird nun hier dem die Dichter beschützenden, men«* 
schenfreundlich gesinnten Gotte Mercur (H 9 17, 29) zu. 
geschriebien, worin keine weitere Anspielung zu suchen 
ist. Dissen bemerkt (zu Demosth. de cor. S. 361): Ex^ 
aisatianis consilium eidea» m metaphorica locuiione ap. 
Horat If, 7, 15. 16. , so viel ich sehe, mit Unrecht. Po- 
ceniem V. 14 ist hier (vgl. IV, 4, 9) ganz naturgetreu, in- 
sofern der in den Wolken schwebende Dichter vor Angst 
zu zittern beginnt. — Udus V« 24 verstehe ich jetzt mit 
Orelli von der Biegsamkeit de» Eppichs. Die symboli- 
schen Beziehungen des Eppichs, der Myrte und Venus sind 



nciin. pluralis S. 2 f. , der Lubker's Deutung folgt, zu deu 
TOD uns gegebenen Beispielen Virg. 6. III, 273 hinzufügt. Der 
Dichter wälilie hier absichtlich den Singular, wie er gleich 
darauf mento sagt, wo man nuntU erwartete. Vgl. auch J^ 27, 
8. Zu V. 12 Vitruv. VIII, 1, l. 

*) Feld bau scli's son<terbare Hlrklärung: quam non bene mihi 
€$9et parmuia reiicta (nach%sat. II, 2, 120)', hat Teuf fei 
(Jahn's Jahrb. 28, 336) mit vollstem Aechte zuruckge. 
wiesen. 

") Die von Lubker (Zeilschr. f. d. A. W. 1842, 310) Ange- 
führte Meinung« es sei hier wesentlich an griechische ^Nach- 
ahmung zu denken, da der römische Kri^gstribun Khwer- 
lich mit dem Schilde bewaffnet gewesen (?) , ist ebenso 
grundlos, als an sich unwahrseheialich. Ebensowenig glau- 
ben wir, djss es die Worte und der Zosammenhang erliu- 
h«»B, V. 12 auf die unordentliche Flucht zu beziehen, „dass 
die Flielwud^^n in Fol^e derselben stolpernd mit dem Ge- 
sichte auf den Boden stur2t«|.4i v^oran Lübker denkt* 



ungegräadei Der Dichter denkl mir andte.BekrftiiKong beim 
frohen Trinkgelage. ' 

Achte Ode. Vgl. B. III, 42. Weber, dem die Ode 
vor 721 fällt, meint S. 109, sie ^^dürtte leicht eins der schön- 
sten lyrischen Stücke in aller Poesie und durch das ver- 
arbeitete Motiv einer der glucklichsten poetischen Vorwurfe 
schlechthin sein'^ *). Ueber den Namen der Barine Ou- 
wens S.88. Dietterich (Jahn's Jahrb. 31,77 f.) wollte 
die Form Varine vorziehen, die Weber mit Recht ver- 
wirft. — V. 3 f. Bei unguis ist an jede mögliche Entstel- 
lung des Nagels zu denken. Ovid. A. A. III, 276.: oui S- 
giti et scaber unguis erunt Dillen burger macht auf 
die l)edeutsame 'Stellung vt)n ulla^ unquam und uno auf- 
merksam, wonach uno auch zu ungni zu beziehen isi *^)* 
— V. 6. Ueber das Schwören beim eigenen Haupte Juv. 
XIII, 1^4. Eltern schwören gewöhnlich beim Haupte ihrer 
Kinder. Juv. VI, 16. XIII, 84 t Plin. epist. II, 20. — V. 13 ff. 
Die Nymphen und Cupido stehen ohne weitere symbolische 
Beziehung als Begleiterinnen der Liebesgötlin (I, 30, 5 f.> 
Venus wetzt die Pfeile, mit denen sie die Herzen der Lie- 
benden trifR. Cruentus heisst der Wetzstein, weil die auf 
ihm gewetzten Pfeile blutig verwunden. Vgl. Obbarius 
Schulzeit. 1832, 1201. — Ich glaube am Schlüsse bei mei- 
ner frühem Erklärung bleiben zu müssen^ Das Bild isl 



|, *) S. 96 : „Dats diese (ßdriie) eine Libertine sei , liisst ille den 
jungea Gattionen ihretwegen zugeschriebene Angst nicbt 
bezweifeln. Auch bei dieser Schönen ergibt sich, dass höch- 
stens eine Toriibergehende, fluchtige Bekanntschaft im Spiele 
gewesen.*' 

**) O r e 11 i : Admodum ridicule nonnemo nuper cogitavit de 
morbo illo, tfu€m CeUus vocat unguem. Dies soll, irre ich 
nicht, auf meioe Bemerkung S. 384 gehn, wo ich nach der 
richtigen Erklärung schliesslich hinzufüge: „Vielleicht gefallt 
es auch einem bei unguis au das zu denken, was die Grie- 
chen nreQvytoy nennen/* was wahrlich nicht auf eine Bil- 
ligung dieser DeatuDg schliessen lässt« 



79 

vom Winde hergenommen , welcher nach einer andern 

Seite hfntreibt. Wie Cicero sagt Sext. 47, 101 : quem — 
rieque honoris aura potuU unquam de suo cnrsu dbnovere^ 
so ist tua atira „der nach dir hintreibende Wind, der die 
Gatten ziiröekbält«^ 

Nenn'nleOde. Vgl. B. ni,25, Weber setzlCS.267) 
sie in den Anfang 730 , als Augustus nach seiner Krank- 
heit aas Tarraco zurückerwartet wurde; er irrt, wenn er den 
Schfttss des Jamis erst 730 annimmt. -^ V. 10 ff. Anton 
bemerkt S. 5 .* Offendit^ quod Hesperus et Ludfer^ qacntm 
asp€ctu$ nisi longo interiecto tempotis spaüo cogüäri non 
potesi , ttncti« ehtsdemque diei spaiio apparere dicutUur. 
Aber Horaz bedient sich hier ohne weitere Beziehung des 
lieb/iciien Morgen •• und Abendsterns 2ur Bezeichnang der 
Frühe und des spftten Abends. Eine bestimmte symbolisehe 
Beziehung möchten wir hierin nicht mehr sehn, doch blin- 
den V. 10—12 einen herrlichen Gegensatz zu den gewal- 
ligen, am Anfange dargestellten Naturereignissen. — Zu V. 
Uff, Juv. X, 250 ff. — Dillenburger's Bemerkung: 
Hanc inief Valgium viriii aetate florentem et inter senes 
imbecillos oppositionem etiam äuget mulierculartim moUium 
commemoratio^ können wir nicht für gegründet halfen. Der 
Hauptnacbdruck liegt auf dem nachgesetzten flevere semper 
und die Beispiele sind als die berühmtesten dieser Art in 
der allen Sage gewählt, lieber Troilos vgl. Welcker 
„die griechischen Tragödien'' S. 124 ff. — V. 20. Der Berg 
Viphates deutet nach Weber nur auf die pnrlhischen Ver- 
lältnisse, da er nicht in Armenien liegt, sondern die Grenze 
fon Media Atropatene bildet. Vgl. auch Weber zum Ju- 
irenal VI, 409 (S. 4t 2). Neben dem starren Niphates wer- 
fen der' reissende Araxes und die wild sich umhertura- 
iielnden , den Römern nicht mehr gefährlichen Gelonen, 
icylhiscbe Nomaden, genannt. Mit dem Bilde der Bewäl- 
igung der Barbaren scbliesst vortreffli^^^^ d^s einfach, aber 



80 

schön componiite Gedicht Heine ais blosse Möglichkeit 
aafgestclite symbolische Deutung des Schlusses war ebens« 
unglücklich, als unnöthig. 

V 

Z e h n t e d e. Ich muss es auch jetzt noch für sekr 
zweifelhaft erklären^ dass der hier genannte Licinius Lid- 
nius Murena sei, obgleich die neuesten ErhÜrer an eine 
Verschiedenheit der Person (III, 19 ist sicher Licinius Nn- 
rena gemeint, der dort Murena heisst)*) gar nicht denken 
wollen. Nur Lübker deutet die Möglichkeit an, dass ein 
Licinius Cra^sus oder Lucullus gemeint sein könne. Man 
nimmt an , Horaz habe geglaubt , dass die Lehre, die er 
hier gibt, jenem föirderlich sein werde, da er seine Unge» 
nügsamkeit gekannt habe. Lübker dagegen stimmt darin 
mit mir überein,* dass man aus dem Gedichte keinen Schiuss 
auC den Charakter des Mannes machen dürfe , da die ein* 
pfoblene Lehre ebensowohl, wie II, 2, mit dem, Grundsalze 
des Angeredeten übereinstimmen könne, als dsts Gegen- 
theil. — In sobrius Y. 8 wird die Zufriedenheit angedeu- 
tet, die nicht nach hohen [Vingen strebt. — V. 9. Zu soe- 
pius vgl. Biblioth. f. d. Schulwesen 1827, 1223. Dante 
(Paradies XVil, 134): „Der Sturm, der hohe Gipfel stär- 
ker schüttelnd fasst.« «»). — V. 13. Pelrenz S. 14 f. 
nimmt an mfestis und secundis Austoss, da entweder in in- 
fesHs oder infestis rebus stehn musste, in der Bedeutung 
„im Unglucke^^; er will deshalb infestis und secundis als 
Dative fassen, wogegen zu bemerken ist, dass wir die Zeit- 
bestimmung nicht entbehren können. — Dillenburger 
bemerkt: Exemplo ex rerum natura desumpto ostendUur 
(vv. 15. 16), ne vitam quidem (?) hominum continuis pro^ 
cdlis agiiari (v. 17); cuius doctrinae veritas egregie äuge- 
tur vv. 18 — 20 altere Apollinis exemplo. Dieser Deutung, 



*} Aucli sat. T7 5, 38 beisst er ohne Weitere« Murena. 
**} Che le piu alte cime piü percuou. 



81 

nacb weleber zwei Beispiele dtn von ihnen eingeschlosse- 
nen Satz bestätigen sollen , können wir nicht billigen ^). 
DliS'iBelsjiiel von Apotto druckt die Ergänzung zit non si 
male.mmc^ etolun iic erit bildUch aas; „ein heiteres Glück 
wird sorCkskkehren;!^ ne^ue semper tendU tritt erklärend m 
suscitai Musam hinzu. OUhara V. 18 ziehen jetzt auch 
nadi Beri^bardy Orelii und Dillenbnrger dem Gern 
oilAoraai vor. 

Elfte Ode. Vgl 8.111,25. Weber (S. 268): „Aus- 
gangs 728 oder Anfangs 729." — V. 5. Petrenz S. löfF. 
scheint uns mit Recht gegen Lüb'ker und Dillenbur- 
g er die von OrellJ angenommene naturiiche Structor«zti 
schätzen. Aus timidus proöeüae o. ä^ folgt nicht dieselbe 
Freiheit des Gen. beim Verbum trepidarey womit de$inere^ 
abstinere u* ä. mit dem Gen. nicht zu vergleichen sind. 
Bei poscenH» wäre der Zusatz in usum sehr matt, während 
dies, zu trepidis bezogen^ schon der ungewohnten Verbindung^ 
wegen bedeutsamer hervortritt. In steht ähnlich, wie Sen. 
epist. 68, 6 : tu cetera negligefUes. ^- Am Schlüsse hat r e i I i 
meine von Lübker anerkannte Hervorhebting des Gegen- 
slatzes benutzt pfriiHch ohne mich zu nennen **). W e- 



*) Auch Lübker schmnt uns die Stelle nicht ganz richtig ge- 
fasst zu haben: „So zeigt es (Ue Natur: die harten M^int^r, 
die sie bringt, iührt sie auch wieder weg; darum: wenn es 
auch augeiibiicklich nicht gut steht, bleibt's doch nicht ira- 
• mer so. Der zürnende und bogenspanneode ApuUo en^'eekt 
zu anderer Zeit wieder den Gesang der verstooiniteii Muse. 
Darum •^. beherzt und muthig ia Bedrängter Lage u. s. w.*< 
Mouich: „Hauptgedanke, 13 — 15. Wiederaufnahme des 
T^aturbildes , 15—16. Moralische Deutung, 16 — 20, in reL 
myth. Hülle. Mulzanwendung, 21 — 24." 

**) In der neuen Ausgabe 6udet sich jetzt folj^ender Zusatz : 5(- 
■gnificat autem tarn simpUcetn cultum etubi ttämico, guippe 
quam uterque provectioris iam sit aetaiis, sufficere^ n§c re^ 
quirC ab amica ornatum illumf qu0 adoUscentulot allicere 
alias soUat* 

4» 



ber bemerkt (S 98), man müsse dethtm mwiwn V. 21 in 
leichtfertigem Scherztone nehmen (wie ,,Laderchen<^ bei G ö- 
t h e) ; sie sei eine Griechin , die man sich nicht Ib Ron, 
sondern in Tibur wohnend eu denken habe. Uonz berufe 
sie zu einem Gelage auf seinem Sabinum. Aber das Ge- 
dicht ist keineswegs eine Einladung *) , sondern eine Auf. 
forderung zum frohen Genüsse, wie er auch dem gereiflen | 
Hannesalter ziemt, wobei der Dichter sich in die frohe 
Stimmung, in welcher man aus dem Stegreife ein heitere; 
Mahl anordnet, hineinversetzt. 

Zwölfte Ode. Vgl. B. III, 25 S. Weber halt (S. 
$9) gegenTeuffel die Licymnia für dieTerentia, die Gat- 
tin desMacenas, wahrend Frandsen „Macenas^^ (S. 130) 
mit diesem Gelehrten in ihr eine Geliebte des Horaz sieht. 
Teuf fei hat die Streitfrage in der Zeitschr. f. d. A, W. 
1845 S. 603 ff. wieder aufgenommen^ Er stimmt mit der 
von mir zuerst geäusserten Meinung vollkommen darin über- 
ein, dass die Vermahlung der Terentia mit Mäeenas in eine 
viel spatere Zeit gehöre, als man gewöhnlich annimmt, ja 
er glaubt sie erst 731 setzen zu dürfen **) , womit denn, 
da unsere Ode früher fallt, die Möglichkeit, dass Horaz die 
Terentia unter der Licymnia verstanden habe, von selbst 
wegfallt Teuf fei sucht nun seine Ansicht, dass Horaz nur 
von seiner Geliebten sprechen könne , also zu beweisen: 



^) V. 13 geht hac wohl nicht auf einen bestimmten Raum ; 
lind wäre^ dieses, so musste man eher an das Gnt des Quinc- 
tius, alf an das Sabinum denken. Vgl. III, 3, 13. 

*) Wir bemerken, dass das Liebf>sverhäitniss des Augustus zu 
ihr nach 732 füllen muss ; denn D i o sagt (LIV, 3), bei der 
damaligen Verschwörung des Licinius Murena habe es diesem 
aiclits geholfen, dass seine Schwester die Gattin des Maece- 
nas war; ein näheres Verhältniss der Terentia zu Augustus um 
diese Zeit deutet er nicht an, das er doch nicht unerwähnt 
lassen konnte, hätte ein solches damals wirklich stattge- 
funden. 



8» 

„DeJi inkttH der Ode bildet der Gedanke : episehe SloSe 
eignen sick niehl für mich (V. 1—12); ich bin Lyriker, 
^eaaoer, erotischer Diditer (V. 13—28). Was ist nun aber 
ein Lyriker? £iB solcher, der die Zustände anderer be- 
singt? Dies kommt Tiehnehr dem Epiker zu. Oder was 
ist ein erotischer Dichter ? Ein solcher , der andere lieben 
s\^i and andrer liebe besingt?"« Zunächst fragt es sich, 
ob hier iet Inhalt der Ode richtig angegeben ist Dies 
mussea wir verneinen. Uoraz sagt : „Gewaltige Stoffe vor* 
mag meine Leier nicht zu besingen, und auch die mächti- 
gen Kriegsthaten des Octavian sind für mich zu erhaben • 
die wirst du besser in deinem Werke darstellen *). Ich 



} 711 lann nur auf den Mäcenas aliein bezogen werden und 
^ui leiae wirkliche Beichaftignng mit einem prusaiiciieo 
Vverke dieser Art; wenij^stens mus« er den Plan dazu »clioii 
g^fasst haben. Orelli scheut «ich freilich nicht tu zu um- 
schreiben: tu ei ifuivis alius seriptor , und eine ganz neue 
»edeutung des zweiten Prouomeus zu ersinnen: Tu mihi t$ty 
^ <'a dicam, pvonomen communicationis cum omniLus, qui 
Caesaris res gesias litteris mandare velint et possint. Auf 
diese Weise suU Oillenburger widerlegt werden, der 
^' 16 richtig bemerkt hatte: Tu pvonomen et Maeceiias 
vocativ. communem esse locum non patiuntur» Orelli ver- 
wirft auch die JSotiz des Servius (ti. I, 42), der von des 
Alücenas Geschichte des Auguslus spricht , aus wejcher ver- 
niuthlich die Angabe genommen ist, die Plinius (Vll, 46) aus 
Mäceiias anHihrt. f)er einzige Grund hierfür soll darin lie- 
gen, dass Mäcenas in seiner Darstellulig die Wahrheit nicht 
ganz liabe sagen können. Errasse me in his putat Dil- ^ 
le II burger, lesen wir je(zt, ip$e propter ni mi am for lasse 
animi bonitatem (?)^ asserens, a Maecenate „v«r«'* utique po^ 
Luisse scribi Octaviani hisloriam ; und es werden dann die 
l^onkte angeführt, weiche Mücenas im Leben des Octavian 
nicht wahr habe darstellen können. Unser Dichter redet ja vou 
^en proeLia Caesaris und spriciit mit deutlichen Worten 
^us, dass Mäcenas ihit einer prosaischen Darstellung dersel- 
ben umgehe. Hier ist jedes Leugnon vergeblich. Mit Hecht 
"3t auch Eich Stadt de primo carmine Horatii S, 22 f. 
^•as höchst unglückliche, Sinn und Spr.iche verdrehende Miss- 
versiandniss Orelli's verworfen, indem er den Inhalt des 
Gedichtes also angibt: Dum ad fovtin maiorum facta dii:!,ne 
^^lebranda excitari se posse nesLüt, tecie deprecatur cohor- 
tationem ad canendas Cue^^is laudts , et , ne id ae$re 



besinge die AllgewnU und das Giöck der Liebe.«' Nehmen 
YfiT nun an, den Macenas babe damals die Liebe der Li- 
cymnia beglöctit, so scheint es uns sehr ge^eblckt, dassHo- 
raz hier gerade die Geliebte des Hä4)eßas feiert, wobei sich 
der Gegensatz ergibt: „Nicht kann ich die Schlaobten des 
Octavian, wie du wünschest^ besingen , wohl abei* -vermaf 
ich den Preis deiner Geliebten zu verkünden^. Aber, fragt 
sich, sind wir denn berechtigt, wie bisher fast alle 'Erklä- 
rer getban haben , an eine Geliebte des Häoenas zu den- 
ken? Hierzu scheint uns tu V. 23 zu zwingen; denn, wenn 
auch die zweite Person des Yerbums häufig allgem^n, wie 
«nser ^mw** steht (B» I^ 179. III, 162), so wird doch in 
diesem Falle nie tu hinzugesetzt. Ganz anderer Art ist 
ne fueris hie tu epist. 1, 6, 40. Muss aber nun tu noth- 
wendig auf Macenas bezogen werden , so kann Licymnia 
nicht als Geliebte des Horaz gedacht werden, da es höchst 
ungeschickt wäre , wollte Horaz diesem sagen : „Würdest 
du den Reiz meiner Geliebten gegen die grössten Schätze 
aufgeben wollen ?" Wenn Horaz V. 13 die Licymnia do- 
mina nennt, so bezeichnet er sie damit nicht als seine Ge- 
liebte, son(iern als „holde Gebieterin^^ des Macenas, den er 
zunächst angeredet hdt. Wir müssen auch noch jetzt ge- 
gen Teuf fei bemerken, dass die weite Beschreibung der 
Reize der eigenen Geliebten dem Macenas gegenüber höchst 
ungeschickt sein würde *). Meine Ansicht, dass zwischen 



ferat Maecena$ , Uli argumento aliud tuhstituit , quo nul- 
lum poterat ad placandum eius animum efficacius esse, 
viriutes Licymniae* 

*) Herr Teuf fei meint, ich beharre nur aus Empfindlichkeit 
bei meiner frühem Ansicht, und hofft, die von ihm ersco- 
nene werde bald allgemein werden. Ich streite nur mit 
Gründen , selbst gegen T e u f f e Ts leere Aninassung. Au» 
einzelne Gegenbemerkungen Teuffel's, die ich für unbe- 
gründet halte, VA\ erwiedern unterlasse icli, da sie die Haupt- 
sache nicht betreffen und dies zu F>örterungen fi'dtren wurde, 
die iur die meisten Leser ohne Belauf sein diirfteu. 



Licymma und Ha^enas ein Zwist eing^träten sei, mubs ich 
jetzt als ungcf rQndet verwarfen; Im GegehaaUe ko den 
wiMen Kimpflsn beschreibt der Dichter den Reia der €e« 
Hebten und des holde Tandein der Liebe. ~ Zu V.6 vgl. 
DiUetabarger S.103* — V.ftffi Voigt S.' 52 bemerkl^ 
öerfiedaoke werde hier anders gewendet fiigMlKch sollter 
Uoraz foftt'abren: nee proelia Caesarü^ quae tu p. h, ifi». 
dket. ^ y. 23 habe ich mit Bentiey u* a. irrig unter 
crm „ein Haar^« verständen; da es vielmehr abf di9 
scböoen Haare geht — V. 25. Vgl. Mart V, 46. — Zw 
V. 28 muss ich jetzt bemerken , dass es keineswegs ent»^ 
schieden ist, dass die besCe Autorität tür den Conjunctiv 
occapei spreche, wieOreili seinen Handschrifl^n zu Liebe* 
behaupte! •). Jch halte den Indtcativ für noifawendig, da 
derDjcbler ein Dreifaches unterscheidet: I) sie wendet: 
den ijfals nairh dem Geliebten hin , der sie küssen will, 2) 
sie hilt ihn davon ab , 3) sie selbst kösst den Geliebten. 
Der Zwischensatz V. 27 deutet an, dass sie mehr Freude, 
liabe, wem der Geliebte sie mit Gewalt küsSe, als dieser 
selbst ; V. 28 aber kann unmöglich als untergeordnet unter 
Wi saeviiia negat gedacht werden **>. • '*• 
;_ .^ 

) Vor Bentley wird die Lesart occupat kaum ermähnt Die- 
ser beinerkl:: Ex meis (eodicibus) ntelior maiorque 'pars 
hahet occupat ~: quibut accedunt Acron -fehoUustts 4A 
^riufuii commentatof't $i quidtm interpretanlur o ccu pai-, 
fxpetit. Aus dem ScliweigeD von Cruqiiiüs geht nicht 
hervor^ dass seine Hdschr« occuf;e( hattea, da maneiue duriJi«» 
gehende Angabe aller Lesarten bei ihm nicht erwarten darf. 
Auch einige Hdschr. von Vunderbourg u. a. haben den 
lodicativ. 

**) Da« Richtige erkannte längst Bentley. Orelli sagt son- 
derbar, ohne Bentiey's triftigen Grund) zu beachten: Mihi 
certe concinnius videtur, ut idem modus sefvetur^ quam ut 
le§ent€s occupat ret^redi cogamur ad partic dum. Auch 
»ehe ich nicht ein, wie Dillenburger occupet schuUt 
durch die Bemerkung : sctVtcet ä'**^ ne^ata sua spotite of- 
fen. Da« liegt nicht in «/WerrfU'»- 



Dreizehnte Ode. Vgl. B.III, 39. Die ZcilbcsUtn. 
mang ist von 111, 8 abhängig, Orelli hat such jetet noch 
den swßilen TheU falsch anfgefasst« der nach ihm bezieht 
IM caniemplanda piormn beaiiiudme (davon steht kein Wort 
da , mdem V. 21 — 23 nur eine Umschreibung der Unter- 
welt enthalten), tntuoime qwim aures praebeni Alcaei «I Sap- 
pkus cammämg. Da werden denn Cerberus, die Schlan- 
gen der Eumeniden, Tantalus u. s. w. auch zu den pii ge- 
hören ! Der zweite Theil deutet offenbar auf die Vereh- 
rung und Bewunderung der Poesie auch in der Unterwelt 
bin, wie Diilenburger mit mir annimmt. Lübker 
meint: „Er fühlt den Götterschulz , dessen der Dichter ge- 
niesst; die Macht der Dichtkunst überwältigt die Schrecken 
des Todes und der Unterwelt, und in solchem Bewusstsein 
ist er ruhig und sorgenlos.^* Der Gedanke, dass der Ruhm 
der Dichtkunst ewig lebe, liegt symbolisch hier deutlich vor. 
— V. 1 f. ziehe ich jetzt doch vor quicumque primum (sc. 
postftf) für sich zu nehmen (vgl. Steiner S. 21), obgleich 
ich die früher angenommene Verbindung nicht für ganz 
verwerflich halte; die drei mit iUe oder iltum anhebenden 
Satze treten so schärfer hervor. u w e n s S. 373 erklärt : ' 
i/fe, qtUcumque primum posuit ie et die nefasio et manu 
saciHtega, produxU (Je) arbos u. s. w. Grotefend (Zeit- j 
sehn f. d. A. W. 1843, 841) nimmt zusammen : quicumque : 
tue et te arbor primum posuit et produxit^ illum^ wozu er j 
Prop. II, 12, 1 (quicumque ille fuü^ und Ovid. Trist. IV, 
10, 1 vergleicht *), — V. 19. Dass robur nicht auf das 
Tulüanum gebn könne (das Beiwort Italum vom Tullianum 
wäre höchst sonderbar), hatPetrenz S. l7ff. ausführlich 
bewiesen und somit gegen Orelli, Diilenburger u. a. 
meine Erklärung bestätigt**). — Zu V. 31 f. Ouwens 



^) Martin a. a. O. S. VII f. spricht nicht allein mit Peerl- 
kamp Str. 1, sondern auch Str. 5 und 6 dem Horaz ab. 

**) Bobur hicuis ein enger tieferer Theil da TuUianuin, in wel< 



S. 374 r. will den Melanchros (Diogf. I, 7^ verstehn, fUtgt 
aber hinzu: nisi forte Horatius per hyperbolen qüOMbim 
exactog ab eo tyrannos dixit^ quo$ amaris9imi» camwmbuB 
exigendös suagerü ef , ^aiUam in ipto esset^ exegerii. Vgl. 
Qnint X, I, 63: AlcaeuM m parte aperü aureo pteciro iiia- 
riUf danaittr, qua tgrannos inseetaiug muitum eHam ifiorl- 
hus cmfert. Vgl. Weicker „Heine Schriften« I, 127 ff. 

Vierzehnte Ode Vgl. B. 111,46. Weber (S. 268); 
„Ode 14 möchte in V, 13 eine Anspielung auf den einge- 
tretenen Friedenszustand enthalten und durfte danaeli 730 
anzusetzen sein.^^ Meine Ansicht der Ode haben jetztOrelli 
und Dillenburger angenommen *). — V. 27. tto^s 
(Kölner Progamm 1842 S. 4) zieht mit Mitscberlich 
superbum vor, lyeil sonst pammenium zu nackt stehe^ und 
vinum superbum ein ungehöriger Ausdruck wäre. Super^ 
hum deute hier auf den prächtigen Mosaikboden, wozu Juv« 
XI 173 hätte verglichen werden können. Dazu Vitruv. VII, 
4, 5 und die Bemerkungen von Heinrich, zum . Ju- 
venal S. 437. — Wir bemerken noch, dass die Cy- 
presse bloss deshalb genannt wird, weil man dieselbe um 



chen man die zum Tode yenirtheillen Verbrecher hinabliess. 
Fest. V. Tac. Ann. IV, 29. Lucr. 111, 1030. Da.ss die gefan- 
genen Feinde dorthin gebracht wurden, Ut nicht nur uner- 
wiesen , sondern unwahr. Unglaublich ist, dass robur für 
'das Tuliianuin überhaupt stehe. Auch hatten die Gefan- 
genen eher Sklaverei, als Gefangniss zu furchten,' wenn sie 
gefesselt nach Rom gebracht worden, halum robur bezeich- 
net hier offenbar den Gegensatz zu der verstellten Flucht 
des Farthers. Vgl. was ich B. I, 282 bemerkt habe. 

*) Vgl. Orelli's Zusatz zur Einleitung und zu V. 23. Richtig 
bemerkt jetzt Orelli, Postumus sei keineswegs ein homo 
avarus äc sordidus gewesen. Est enim locus communis poe- 
ticis coloribus egre^ie exomaius. Dennoch heisst es noch 
jetzt am Anfange: Posiumum ad abigendas nimias sollicitU" 
dines atque ad sapientem viiae usum adhoriatur. 



das Gi9ik zu pfltnzeii pitegle. VgL ^^. 5, }^* Df r Baum 
galt tfir eiaea.d^r widrigsten *)• 

» .. , - . 

/ Fünfzehnte. Ode. Vgl, JB. lU, 23. **) .- V. 5 
zi^ ich jetzt vor eeincere in der Qedeutung ^vef drangea"^ 
za nehmen, da der stärkere Ausdruck hier besser passl. 
Richtig erkannte Lubker, ^ass.die von Oreiii auch jetil 
noch beibehaltene Erklärung von tum — fui» durch moih" 
modo dem Sinne der Steile zuwiderläuft, da die Andeulung 
zu einer Zeit" werde dies, zu einer andern jenes stall&n- 
den, völlig unpassend ist Mit besonderer Krall fügt das 
doppelte tum einen Zug an den andern an« -^ V. 17 l 
habe ich die alte, mit Unrecht verdrängte Erklärung wie- 
der eingeführt, worin mir D i 1 1 e n b u r g e r gefolgt ist. L ü b- 
ker meint aosweichend, caespes stehe hier im Allgemeinen 
„als Gegensatz gegen Kunst und Luxus , mochte man um 
(den Rasen) nun zu Altären, Rasenplätzen oder Häusern 
gebrauchen'«. r e i I i glaubt hier die Sa^he wieder duTch 
einen vornehmen Machtspruch abzuthun , wie er es liebt, 
wenn er die Grunde nicht widerlegen kann ***>. Der Auf 



' ' •) Plinius XVI, 60: Folio amära , odore violenta, ae ne ««• 
bra quidem ^ralioia — ^ JDUi sacra. Doch fügt er hinzu: 
Trahiiur in piciurat operis topiarii — imagines rerum tt-l 
nui fotio brevique et virenti semper vestiens. Vgl. auckj 
SueL Vespas. 5. ] 

**) Nägelsbach a. a. O. S. 438. bemerkt, die Ode sei hölzprti 
weil der Dichter den Gegeusatz des Jetzt und Früher oh*^ 
alle ßewegiiog in der Furm des blossen Nebeneinander li; 
stelle, wobei er sich vergebens bemuhe, durch iLunstiicii 
Ausdruck den Mangel iouerer Bewegung zu verdecken L) 
. es der Ode an iunerm Leben fehle , müssen wir wohl u 
bedenklich zugeben ; viel glücklicher ist schon 11, 18, ai 
gezeichnet lli, 6, die einen ähnlichen (bedanken ausfuhrt. 

***) Wir lesen jetzt: Contra satis perverse alii it\terpretati n 
dt iis, qui sab dio humi se sternunt apricaiionis vel n 
ridiaiionis causa» £r führt jetzt sogar die von mir geg( 
bene i>telle des TibuU für sich an, die für ihn ebensowen' 
paäst,. als Stat. Tlieb. II, 246; sonst hätte er auch aus H 
raz I, 19, 13 beibringen. sollen. 



druck i,die Gleise liessen nicht ai , dass man einen ge- 
wöhnlichen, sich SBuföiiig findenden Rasen verachte'S kön- 
nen an sieh doch nicht heissen „sie befahlen, dass man 
mit Rasen die Haaaer bedecken solle^% abgesehen davon, 
dass von euiem solchen Gesetze keine SfHir vorhanden ist, 
abgesehen davon , dass hier nicht an die urälteste Zeit 
Rom% wie Lubker bemerk^ zu denken ist, welcher die 
späteren Dichter Strobhutten zuschrieben (s. Vitruv. II, 1,5), 
sondern an die kraRigste Zeit der Republik , ehe aus Grie- 
chenland und Asten der erschiafiende Luxus nach Rom 
kam. Ferner ist es auch auf den ersten Blick klar, dass 
V. 17 f. den Gegensatz zu V. 14^17 bilden: „Nicht baute 
man sich damals grosse Hallen , um der Hitze zu entgehn, 
sondern man musste sich mit einem schaltigen Rasen be* 
gnugen , wo man ihn fand ; auf ihn lagerte man sich, um 
der Sonnenhitze zu entgehn>^ Der Dichter denkt hierbei 
besonders an die grossen Villen auf dem Lande, wo de^ 
Luxus mit solchen zur Kählung dienenden Hallen in's Un- 
geheure ging. Vitruv. VI, 4. Plin. episl. V, 6. ♦)• — V. 20- 
Auch meine Deutung von noeo bat Dillenburger ange« 
nommen, wahrend wirbeiOrelli noch die unsäglich matte 
Erklärung finden : recens e lapicidmis exciso ad templa 
consiruenda^ wo noeo ganz mussig ward« Auch van Jan 
a. a. O. S. 278 erklärt sich gegen Orelii; er möchte novo 
deuten nyper invecto, „eine neue Marmorari". 

Sechszehnte Ode. Ruhe, beginnt der Dichter, 
wünschen sich alle (V* 1—6), aber diese ist durch kein 



*) Wir erlauben uns eine Bemerkung Qber die Quantität von 
fortuituä» Seryius bemerkt, das i werde bald lang, bald 
kurz gebraucht. Orelii meiut dagegen, es sei immer lang 
und nimmt daher iu Fallen, wie bei Manil. I, 180 Petron. 
135, 8, 9, eine Sjnäresis an. Da aber gratuitus bei Stat« 
silv. I, 6,16 das i unzweifelhaft kurz hat, so durfte auch die 
Kurzuni; iu forluilui nicht zu bezweifela «eis. Ueber pituiia 
vgl. B. fV,45. ' 



äusseres Gttl m erkaufen (V. 7 f.), in die wilde AuFregcing 
des Uerxens durch kein äusseres Mittel verseheucht werden 
kann (V. 9—12) *). Wer mit Wenigen» zufrie- 
den ist, lebt glücklich (V. 13—16). Wer die Ruhe 
ausser sich sucht , wird sie nie finden (V. 17 — 24) **). 
Das Gegebene müssen wir sorglos zu ge- 
niessen suchen und auch das Böse zufrieden 
ertragen (V. 25—27) ***>, da es kein vollkommenes 
Gluck auf Erden gibt. Dem einen fehlt dieses, dem andern 
jenes; der eine hat, was der andere entbehrt (V. 27 — 32). 
Dich hat das Glück gesegnet, schliesst Horaz, aber auch 
ich finde mich in meiner Lage glücklich (V. 33 — 40). Der 
Hauptgedanke liegt in V. 13 — 16 und 25 — 27 ausgespro- 
chen. — V. 14. Ich sehe nicht ein, wie Lübker behaup- 
ten kann, in splendet in tnensa tenui saHnum (Klausen 
S. 634) liege der genügsame Sinn bestimmt angedeutet , 
da ja mancher bei dem blanken Salzfasse (Fers. III, 25) a\\[ 
bescheidenem Tische unruhig und besorgt sein kann. Mir 
stimmt Dillenburger bei. — V. 21 f. Vgl. Göthe's 
Gesang der Sorge im Faust (B. 12, 284.) — V. 23. Vgl. 



*) Dillenburger scheint seine Belianptung (S. 624), mit 
V. 6 geiie der Dichter zur iniiern Ruhe über, zuruckgenom- 
Bien zu haben. Lübker fasst die Benebung von V. 9 ff. i 
nicht genau auf. Gegrn . D 11 1 en b u rg er'», jetzige Dt-u- 
tung : otium netjue summis honoribua , neque divitUs pa- ' 
ratur, spricht enim V. D. ' 

**) Lübker geht über die Worte des Dichters hinaus, wenn; 
er in V* 17 — 24 den Gedanken findet: „Wie thujicht ist 
docli das Treiben der Mensclien? Ihr kühnes Ja^en uacb 
vielem Besitze wird durch die Kürze der Zeit, ihre Unstetig- 
keit durch die (dnablässigkeit der überall verfolgenden Sor^e 
Lügen gestraft.*' Auch Dillenburger genügt nicht gauz. 

***) Orelli begehrt uns jetzt, der Sinn dieser Stelle sei: .Sa- j 
piens (?) eo pervenlt, ut in praesenti terhpore et quotidiana 
vitae conditioiie contparata tranquillüs sit aique etiam hi- I 
laris — et si quid ipsi antarum {insfratum) primo conspe^ 
ctu (?) videaiur, id tarnen veluti subridens despiciat moxfjue 
obliviscatur. 



« 

Passow Noie 267^ -^ V. 26, Za lento vergteieki Orelli 
jetzt consoU. ad Liviam 279. JMart. H, 46^ 7. ^ V. 29 f. 
Meine Deulving dieser beiden Verse billigen ganz Lubker 
und Dillenburger. Orelli fugt jetzt nach mir eine 
Bemerkung hinzu ^ die aber den Gegensatz nicht hervor- 
hebt — ' V. 3U< Lubker meint, der Dichter wolle mit 
diesen beiden Versen ausdrücken, das scheinbare Glück ent- 
behre o|t viel grossere Segnungen, die andere gemessen, 
was mit Beziehung aut Grosphus gesagt sei. Diesen Ge- 
danken, der für Grosphus sehr beleidigend gewesen wäre, 
können wir unmöglich dem Dichter zuschreiben, der viel^ 
mehr den Freund auffordern will, das ihm verliebene Gluck 
fort zu geniessen, indem er seine eigene Zufriedenheit aus* 
spricht. ^ V. 35. Orelli führt hierzu eiäe Stelle aus der 
Rivista Europea 1838 S. 237 an , wo purpurae Mapha^ 
erklärt wird : che riceveanp un coUyre^ per la piü eielaceo 
di sotto e di ^opra aUro*' Wir fügen hinzu Kopp „Ge^ 
schichte der Chemie^^ II, 1 22» wo vermuthet wird , es sei 
kein zweimaliges Eintauchen in die Farbenbrühe, sondern 
eines in di^ Beize und ein anderes in die Fiürbenbruhe zu 
verstehn. 

Siebenzehnte Ode. Vgl. B.IU, 29. Wiss quae-^ 
stiones HonOianae VIII S. 23 ff. Nachdem der Dichter 
ausgeluhrt hat, diiss er den Tod des Freundes nicht über- 
leben werde, gehl er V. 17 zur Darstellung des schon V. 2 
angedeuteten Gedankens über, dass die Götter seinen frü- 
hen Tod nicht wollen. Ihr Schicksal ist innig verbunden, ' 
und die Götter haben noch neulich zu erkennen gegabenj 
wie sehr sie die beiden Freunde in ihren Schutz genom- 
men. „Welches Gestirn auch meiner Geburt geleuchtet ha- 
ben mag, unser Schicksal stimmt wunderbar überein.^^ Meine 
von Lubker Horatiana S. 11 verworfene Deutung dieser 
Stelle nehme ich jetzt ohne Bedenken zurück. Der Dich- 
ter nennt das Zeichen der Wage, wohl mit Anspielung auf 



die Gleichheit der Gesinnung, wie bei Pers. V, 47 ; diesem 
entgegen stellt er den gelahriichen Skorpion ond den wil- 
den, das Meer aufregenden Steinbock, denen er hier sehr 
bezeichnende Beiwörter gibt. Man könnte steh leicht durcli 
Manil. T, 544 ff. , wo in ähnlicher Beziehung die Wage, der 
Steinbock und der Skorpion hintereinander genannt w» 
den , zu einer falschen Deutung verleiten lassen. Daran, 
dass Augustus unter dein Steinbock geboren wurde (Manil. 
1,498 f. Suet. Aug. 94), ist nicht zu denken. Vgl. C reu. 
zer „Symbolik'« I, 124. Auch im Folgenden, V. 22--24, 
ist eine bestimmte Constellation nicht anzunehmen, sonden 
der Dichter bleibt im Bilde. Da Juppiter als Treundlicii, 
Saturn dagegen als gefährlich galt, so sagt er, statt:- ,>gluck- 
Kch bist du der Gefahr enlgangen^% ,. Juppiter hat dich dem 
Saturn entrissen'^ Wir glauben nfcht mit Lubker, dass 
Horaz hier scherzend auf den astrologischen Glauben des 
Freundes anspiele. — V. 25 nimmt Lachmann an der 
auflallenden Zeilverbindung Ansloss urrd liest statt qmm 
cni (Rhein. Mus. Ilf, 616); allein quum bezeichnet hier 
„bei welcher Gelegenheit,'« nicht „in weichem Zeilpunkte"^. 
Durch etil wurde der folgende Satz zu lose und matt an- 
geknöpft werden. — V. 28. Faunus wird hier genannt we- 
gen seiner Beziehung zur Poesie ; denn er ist bei den Rö. 
mem ein prophetischer Waldgott (Varro VII, 36 Mu eller); 
mit den Satyren gehört er zur Begleitung des Bacchus (L 
1, 31. epist. I, 19, 4), dem der Dichter 111,8, 7 seiner Ret- 
tung wegen oplcrn will. Ein hubscher Gegensatz liegt auch 
darin, dass Faunus der\ Dichter rettet, während der höchste 
der Götter den Macenas erhält *). 



*) Orelli «agt: Faunus sUvarum et agrorum deus poeia* 
a$vi amantem aique soliiudines LibenUr perambulantem pro- 
tegit. Jetzt fugt er die Stelle Liician. Bi» accu«. 10 liiozu, 
wo Pan fiQvaiitmiaos xtti 7i*i^fittx(oi«ios Zajv^uty il.iät- 
ztny heisit, wa« aber auf die Tauzkuuat gehl (Soph. Ai. 698 ff). 



Achtzehnte Ode. Vgl. B. Ili, 33. In der Aaffks« 
mg des Zusammenhangs müssen wir von L ü b k e r und 
)iIlenburgercOreili schweigt ganz davon) abweichen. 
leide nehmen an, Horaz gebe als Grund, weshalb er sich 
lit Wenigem begndge / die Kürze des Lebens an. Pieser 
Sedanke scheirvl uns des Dichters völlig unwürdig, der des« 
mlb nur Weniges verlangt, weil er bei diesem sich glück* 
lieh föblt, nicht weil das Leben so kurz ist. Diese letztere 
Srinnerong aber kann er nur demjenigen wohl entgegen* 
malten, der, ohne wirklich zu geniessen, immer grössere 
Schätze £0 erwerben Irachlet. Und so ist es denn keinem 
i^.weitel unterwortVn, dass V. 15 t enge mit dem Folgen- 
den zu verbinden sind, wie ich schon früher gelhan habe. 
vObgleieb die Zeit so rasch hineilt, suchst du doch nur im- 
mer neue Prachtgobaude zu errichten und dein Gut zu ver- 
mehren." ♦) Der Dfchter stetll also seiner eigenen Zu- 
friedenheit und Genügsamkeit (V. I— .14) von V. 15 an 
das Treiben des gierigen , nie zu befriedigenden Reichen 
^nfgegen. Das Gedicht besteht demnach gerade, wie das 
verwandte H, 15, in einem blossen Gegensalze. — V. 4 1*. 
^^' B. HI, 402. Ueber die auslandischen Marniorarlen (vgl. 
8"<'h »I, 1, 41) sind die Haopislellen Juv. VII, 182. XIV, 
0.307. Slat. silv. I/i, 148. 5, 34 ff. II, 2, 86 ff IV, 2, 27 ff. 
'fudenl. in Synim. II, 246 f. — V. 5 f. Meine Deutung 



Ali Begleiter des Dionysos wird er das. 9 und dial. deor. 
22, 3 geDaniiL Lubker fasst den Fauaus als ländlichea 
^'Ott uud Beschützer der Di Gefahr sich Be6ndendeu, DiU 
ienburger bloss io ersterer Besiehuog. WSber (S. 41) 
n^eint die Sache dadurch aufzuklären, dass Pan, der mit 
l^'aiiDus verwechselt wurde, Sohn des Mercur ist; aus keinem 
andern Grunde erscheine er hier als Mtrcurialium cusios 
^irorum (V. 29 f.). 

} l^übker meint ^ ich fasse V. 15 f. irrig nicht als allgemei- 
nen SatZj sondern in enger Bexieh'nng *""* Folgenden. Frei- 
lich ist es ein allgemeiner §.»». Aen aber Horax dem gie- 



•'»." ist es ein allgemeiner s^j^ Jen 
"ijen Reichen entgegenhält. ^» 



\ 



billigt Di^le ab arger, wahrend Orelli die falsehe bei« 
behält. — V. 10 f. erklärt Lublier sanderbar: ,»Der ai 
Reich ibum und Wohlleben gewöhnte Ungenägsame sncU 
die Einfachheit des genügjs^ameq Dichters in Denken nqj 
Leben gern auf; er möchte gern seine Kunst erlernen, wem 
er nur könnte^S Das kann uaniöglich in den Worten ]» 
gen, und der Anstoss, den Lübker an der gewöbnlicba 
Erklärung, nimmt , ist nicht vorhanden« Dit>es steht hier 
allgemein für den Reichen, wie epist. 1, 1, 84^ doch ^->| 
tet es zunächst auf Mäcenas , wie V. 12 zeigt. Freilkll 
meint Orelli, unter potens amicus könne Macenas nicMl 
verstanden werden, qui patentiam guam quam maxüne et- 1 
cuUare studebat , wobei er völlig die in potentem liegeDde ] 
Bedeutsamkeit übersieht; „den mächtigen Freund*^ sagt 
Horaz zur Andeutung, dass dieser ihm leicht mehr gewäh- 
ren könnte, wenn er es verlangte« Vgl. lU, 16, 38 *)• — 
V. 20. Morgenstern (Reise in Italien I, «^7 fO macht 
darauf aufmerksam, dass man auch der Gesundheil wegen 
in's Meer baute. — Zu V. 28 hätte man längst vergleichen 
sollen Mart. 1, ^ 50, 28 : focum mfante cincium sordiäo. 
Claudian. ^de hello Getico 358 : Rusüca sordenti genUrix 
ostendit alumno. — V. 34—36 sollen den Gedanken aus- 
drucken: „Keiner kommt von dort zurück^^ Der Dichter 
wählt aber hierzu die Person des Prometheus, als ^es klüg- 
sten aller Menschen und führt das Bild weiter aus, ohne 
dass man deshalb mit Orelli an eine zu Grunde liegende 
Sage der Art zu denken hätte. Horaz lässt den Prome- 
theus als einen den Göttern widerstrebenden Titanen in der 
Unterwelt Strafe erdulden. Vgl. II, 13, 38. — V. 38 ff. 



■ 

*) Höchst ungeschickt ist es, wenn Orelli darauf aufmerksam 
inachf, ,,lon^e minores aestimatos esse Jiindos Sabinos, quam 
Tiburtes , Tuscutanos cet* , als ob Horaz dadurch andeute, 
sein Gut sei nicht besonders viel werth, da er doch offenbar 
nichts sagen will, als dass er mit seinem einen Gute zu- 
frieden sei 3 ja ganz begluckt {beatus). • 



Orelli sidit hier eine awwei^i seltsame Brftdiylo|rie färr 
pauperis mi9eretur^ »we ab eo nwocatus^ «tee iion invoca-* 
tuSj eumque lecai^ Ouwens S. 375 f. woHte aufert^ oder 
audit bedeute venii ad id, ad quod ik>e voeatur^ sive noH 
voQoturi Vocatus atque wm f>a€aJtu8 steht nur als zwischen- 
geschobene Beioerliiuiig , weshalb der HaHptbegriff (erore 
davon nicht anhängig sein fcana, d^ch bewirkt es, dass der 
Dichter des sicharfen Gegensatzes wegen das Verbum audire 

slalt eines näher liegenden w&fatt. 

/ 

Neunzehnte Ode. Die Composilion der Ode ist 
auch durch die äussere Form so bestimmt, dass man sich 
wundern mus»s dieselbe verkannt zu sehn. Ich habe mich 
früher durch das Streben, eine symbolische Bedeutung" des 
Dichters zu entdecken , verleilen lassen das offen Vorlie- 
gende zu ubersehn. Die Einleifung bilden Sir. 1 und 2 *). 
Sir. 3 und 4 geben sich als zusammenhangend durch das 
wiederholte fas est zu erkennen, wie Str. 5—8 durch das 
vorantretende Pronomen der zweiten Person. Den Bacchus, 
beginnt der Dichter, habe ich gesehen und bin von seiner 
Nähe begeistert worden (Str. 1. 2). Ja ich fuhh^mich ge- 
trieben die wunderbare Gewalt zu besingen (Sir. 3. 4). 
Hierbei wird zunächst seine Verbindung mit den Bacchan- 
tinnen , dann die göttliche Erhebung der Ariadne und im 
Gegensalze hierzu die Strafe, welche seine Verachter ge- 
troffen, hervorgehoben. Hieran knüpft sich nun schliess- 
lich die wirkliche Verherrlichung des Gottes an. Die Na- 
^ur ist dem Gotte unterlhan (Str. 5). Furchtbar ist seine 
Slärke im Kriege (Str. 6. ,7). Selbst die Schrecken der 
Unterwelt weichen vor ihm **). Dass der Dichter, der sich 



*) Van Jan a. sT. O. S. 277 erklärt ai/res acutus gegen Orelli 
die spitzigen Ohren". 

) L u b k e r meint, V. 9 — 16 spreche der Dichter von der Ge- 






YOn dtifaynimbischer Begeisterung gehoben ffihlt, hier 
Würde der Poesie feiern wolle, kann kaum geleugnet wer- 
den, aber das Aufsuchen einzelner Beziehungen dieser 
Art musste noth wendig missgtäcken. Nur in Str. 7 könnte 
inan eine leise Andeutung finden^ dass die Poesie des Ho- 
raz nicht bloss zum leichten Liede geschickt sei, sondeit 
auch Höheres zu besingen vermöge. Die Ode sch^int mir 
kurz vor der Herausgabe der zwei ersten Bucher geschrie. 
bon und mit besonderer Beziehung vor den Epilog gesetzt 
zu sein. In die Darstellung der alles bezwingenden Ge- 
walt wollte sich die Erwähnung des heitern Chorreigens 
nicht wohl fugen ; da aber diese Seite des Gott^ nicb 
ganz unerwähnt bleiben duri'te , fügte der Dichter sie ne- 
bensächlich in Str. 7 ein, als Gegensatz zu seiner Slärite 
im Kriege. Ob ihm dies auf eine völlig ungezwung^ene 
Weise gelungen sei, darf man bezweifeln; aber dieStrofhe 
für unächt zu halten, wohin selbst Löbker neigf, ist kein 
Grund vorhanden ^3. Die Einwände Lübker's dürften 
sich hiernach von selbst widerlegen. Die richtige Deutuof 
von V. 27 f. scheint mir: ^^Aber doch warst du auch his 



schichte des Gottes und seinem Mythos, V. 17— 32 va& 
den zu jeder Zeit bewie.senen Wirkim^en de« Gottes. Dil- 
lenburger findet nur, dass der Dichter vom klein«*» 
Wunder zum grössern fortschreiie , was sich aber u\(^ 
durchführen Vant. Pulchre et gradatim^ 5agtOrelli,< 
Bacchi lutibus usque ad res ab eo inier deos atque iff^ 
in Orco domito gestas pro^reditur. Man übersaii aligeineiiii 
dass der eigentliche Preisgesang auf den Gott erst iD<t 
V. 17 beginnt. 

*) Teuffei will (Ja h n 's Jahrb. 4t, 448) die Stelle!«^ 
nisch fassen. „Horaz sagt hier mit einem gewissen üu' 
nior , der seine Stellung zur Mythologie charakterisirt ()i 
Bacchus habe sonst nicht ebei^ für einen Eisenfresser g^* 
gölten.'* Horaz hätte allem gesuuden Gefühle fremd sc>' 
müssen, um solchen ilumor in einem dithyrambisch würdi- 
gen Gedichte zu zeigen. Selbst ein Heine würde dies di«! 
dann wagen , wenn er ein ernstes Gedicht mit solchem H»* 
uior schliessen könnte. 



derselbe Gott (4er den heitern Chorreigen liebt) , da du 
zwischen dem Frieden und Kriege mitten inne stehst, we. 
der ein Gott des Friedens, noch des Krieges t^ist.» Jfe* 
dms p{uis et &e/I« hat ohne Zweifel Dillenburger (S. 73) 
einzig sprachrichtig gefasst *); doch lässt Orelli seine 
durchaus falsche Deutung noch jetzt stehn, indem er nur 
bemerkt^ Dillenburger erklare pauUo alüer, d. h. ein- 
zig sprachrichtig. Aber die Bedeutung, die Dillen bor ^ 
ger in idem sucht, kaim es hi^ unmöglich haben; denn 
idetn heisst, wenn es zwei verschiedene Pradicate Z9 ei- 
nem Subjecte bezieht, entweder zugleich (neben dem 
einen findet «ueh das andere statt) , oder dennoch (das 
eine seheint das andere auszuschliessen ) ^; aber der 
Satz „da bist weder ein Kriegs •', noch ein Friedensgott^ 
steht in k^em dieser beiden Verhaltnisse 2um Vorheize- 
faenden. 

Zwanzigste Ode. Vgl. B. III, 30 ff. Gerrihard 
part. III, 8 ff., der besonders Dillenburger's Ansicht be- 
streilel, hält sie mit Ei c h s t ä d t für humoristisch ♦**). W e- 



*) Ueber die SulluDg des tjut ygl. Dillenburger Emin«^ 
rtclxer ProgKamiii I84& S. 4 ff. 

••) Vgl. WisiÄBenboiPii J2U> A«iii. 1. i^rügcr $415 Anm. 1. 
Madvig § 479. 

***) ürbana iocatio et sermonis festivitas , quae potuü Hora^ 
tium ad simulandam invidiae contrariam famae osterUatLo^ 
ntm impellerCi qua Muecenatis animum exhilararet. — In- 
vidiae maiignitatem — • a(B^€rriM9 fer^ns, .M$e ex ista ho- 
wdnum iurba expedire et ultra ItiUi^ae finefi cantmm suum 
audiri cupiens veniam ip^e^atfdet sumer^ ^amve fiuptrbiam, 
ut — velut aegri toißtniufif vanßm fi^gat sui corporis in 
alitem miHati speciem* -r. JgutanUßm hanc (;orp»rii muta- 
tionem et e terra discetsum juum Maecenati koc c^rpiine 
nunciai. — Sed quasi veritus . ne ohtrectatores non sine 
'gaudio fftoree factum invisi pmetae akiiüm .esst\ apineiuur, 
neve Maecenas — ßoratium suum ohiis^ usspicätsst eum^ 
que lugeat mortuum {l f) \ repetita voce staiim addi$^' ^on 

Dontver's KriUk V. 5 



98 

b e r (S. 268) Qiochte dieses Gedicht, das er für eine Ad£ 
fübrung des bekannten Epigramms des Ennius *} bält, unbe 
denklieb als Epilog gelten lassen, ,,wenn die besonder 
Herausgabe des ersten und zweiten Buchs als Ganzes ^ 
sich nach mehr, als blosser 'Vermuthung feststünde«^ Ist es 
denn mehr, als „blosse Vermuthung«^ dass die drei erst« 
Bficher j^usammen erschienen sind, und wird diese letzteR 
Veimuthung nicht durch unsere Ode und die abweichende 
metrische Behandlung in Buch III (B. IV, 13 ff.) vöUig wi- 
derlegt? Auffallend ist es, wie iheilnamlos Orelli sich 
hier gegen die Frage verhält , ob die zwei oder die drei 
ersten Bucher zusammen herausgegeben worden. Ist dds 
Gedicht ein wirklicher^ dem Prolog am Anfange yod 
Buch I Entsprechender Epilog, so folgt wohl von selb^ 
dass beide Bucher ursprünglich eine Sammlung für sich 
bildeten. — V. 1 ist tum usitaius nicht mit Orelli dar- 
auf zu beziehen , dass die lyrische Poesie vor Uoraz den 
Körnern unbekannt war^ sondern es bezeichnet allgemein 
„nicht gewöhlich'« (epod. 5, 73) und erhält in nee tenuis 
seine Erklärung. — V. 2 erklärt Orelli liquidus irrig c/o- 
ru8 ac lucidus; es bezeichnet das Leichte, das keinen Wi- 
derstand leistet, im Gegensatz zum Festen, Starren *). — 
V.2ff. Gernhard verkennt hier und im Folgenden ganx, 
dass die Verwandlung des Dichters nur ein den Alten ge-j 
läufiges Bild ist, und meint, indem er auf tnouSa mahr ei- 



ego -r obibo*. lodern er sieb auf den bekannten Yers dei 
Mucenas beruft: 

I Nee tumuium curo ; sepelit natura relictos, 
fährt er fort! Mdecenas igitur unus aequissimue esse pote- 
rat huius ßctionis' iudex , tfuae ad ludum et-iocutn^ compo* 
Sita neifue poetica vacat probahiUtate et auctoritate, nequt 
tenetHore ^uadatn ergaMaevenatem reverentia. 

*) Vgl. Cic. Tu«c. I, 15, 34. de Se«. 20, 73. 

*) Wie !■ liquidus aer^ liquidus humor aquat, liquidum lumen. 
VgL Lucr. I, 3S0. ül, 428. V, 232. Yirg. G. L 404. Stat. i 
lIiAb. I, 294. MaaiL I, 78a , 



99 

I 

nen ganz ungebübrUchen Nachdruck legt, Horaz stelle hu- 
moristisch sein wirkliches Wegfliegen von der Erde dar. -^ 
V. 6. Jever zum Lucan. I, 331 vermuthet: sangiien pa^ 
rentutn nobüe quem eocas, Wiss erklärt (quaest. Uorat. II) : 
quem vocas $c. Horatium^ Passow (Note 270): „dem 
du Umgang und Zutritt bei dir gestattest^S Grotefend 
CZeitschr. f. d. A, W. 1843, 841 f.): „den du verloren 
gibst, den du todt glaubst^' , so dass tocare auf den letz- 
ten Nachruf an den Verstorbenen gehe. Dass die von Jahn, 
Steiner (S.12) und Gernhard (S. 11) empfohlene Ver- 
bindung: quemnocas dilecte^ wegen des folgenden Vocat* 
unmöglich statthaben könne, glaube ich noch jetzt behaup- 
ten zu müssen. — V. 13 fll Der Dichter nennt zuerst wilde, 
unwohnlicbe Gegenden ^), dann entlegene Völker, wobei er 
von Osten nach Westen geht ♦*). — V. 20 ff. Funus ist der 
Leichenzug, den der Dichter manis nennt, weil er ihn als 
leere Ceremonie betrachtet; unmöglich kann funus inane 
das x§voTU(pt(iv bezeichnen (es müsste wenigstens tumulus 
inanis heissen), das Grabmal sei leer, weil der Dichter als 
Schwan aufgeflogen; das sepulcrum wird ja erst V. 23 er- 
wähnt. Die letzte Strophe bezieht sich auf deh wirklichen 
Tod des Dichters. „Ich werde als Dichter ewigen Ruhm 
erlangen'% hat er bemerkt; er fügt nun hinzu: „Drum 
brauchst du mich nicht zu beklagen , wenn ich gestorben 
sein werde.*' Das Jammern und Weinen wird iurpis geJ 



*) Verfehlt ist es, wenn Oreili meint, das Land des Hyper- 
boreer werde hier als ein glückliches Land genaunt. Mit 
den wilden Ufern des stürmischen Bpsporos. (Soph. Antig. 
592) werden die glühend heissen Syrien (I, 22, 5. II, 6, o. 
Liican. IX, 431 ff.) und der rauhe Norden (IV, 5, 25 ff.) 
verbunden. 

**) Perilus soll nicl^t, wie Oreili meint, bezeichnen, das« die 
Spanier und Gallier in Zukunft Bildung erhalteu werden, 
sondern es bezieht sich auf die wirklich vorhandene Bildung 
jener Länder. Gallien war schon durch Beredtsamkeit ausge. 
zeichnet; nach Spanien gingen schon zur Zeit des Horaz rö- 
mische Bucher (epiat. I, 20, 13j. 



100 



nennt, nicht weil es das Gesicht entstellt, soinlern weil es 
dem Hanne nicht ansteht Ctamor V. 33 geht aaf den Nack- 
rof an den Verstorbenen. Lersch antiqait Vergü. S. 267 f. 
Die drei Epitheta inanü^ iurpis und supertacuus stehen in 
ganz ähnlicher Beziehung , da sie alle andeoten, dass Kla- 
gen der Verstorbenen wegen unziemlich sind. 



• « 4 









• • 



Brltles Buch der Oden. 



Erste Ode, Vgl. B. III, 48 ff. ♦)- V. 4-6. Auf 
die richtige Deutung dieser Verse ^ welche Orelli jeUt 
aatnimint^ habe ich zuerst wieder hingewiesen. Schon die 
alten Scheuen haben, wie Dillenburger S. 82 bemerkt, 
das Richtige. >-. V. 7. Nacbabmend Stat. Tbeb. VII, 731. 
Dillenburger erkennt hier eine Empfehlung der Herr- 
schaft des AugustuSy der seine Feinde, wie Juppiter die 
Giganten, gedemäihigt hat. — V. 12 ff. Hie und iUi knü- 
pfen die beiden Beispiele näher aneinander ; J)eide zusam- 
men bilden den Gegensatz zu dem reichen Gutsbesitzer und 
dem durch Adel des Geschlechts ausgezeichneten Manne; 
„einer ist beim Volke beliebt, ein anderer hat sich gro»^ 
sen Einfiiuss verschaffte^ -« V. 19. Lübker hat mir hier 
aus Uebereilung Unrecht gethan ; denn ich habe nicht e/o- 
borabunt^ sondern reduceni durch ,^r^elmassig herzuföh- 
ren*^ wiedergegeben. — V. 21 f. muss ich gegen Lüb-> 
ker, Dillenburger (S. 16 ff. 140), Steiner (S. 18), 
Orelli II. d. die früher angenommene Verbindung von 
agresHum virotmm mit humUes domos behaupten. Dem Ret- 
chen wird hier der Landmann entgegengesetzt, dem leich- 



*) Orelli betrachtet mit Recht das Gedieht als eineA Prolog 
des ersten Buches. Daraus scheint uds aber, da das zweifc^s 
Buch keinen eigentlichen Prolog hat, nothwendig zu folgen, 
dass das dritte Buch als eine für sich crschi^iene Samm- 
lung zu betrachten sei. 



108 

ier Schlaf nie abgeht. „Der leichte Schlaf des Landmanns 
scheut nicht dessen niedere Hütte <S scheint uns ein sehr 
unpassender Ausdruck. Auch ist der Genitiv agrestium ti- 
rorum neben lenis überflüssig'. Wenn Dillenburger an 
der Verschränkung Anstoss nimmt, so ist dagegen zu be- 
merken, dass diese anderswo nicht weniger auffaiiend sicii 
findet, wie III, 5^ 21 : civium retorta tergo brachia libero^ 
und däss an unserer Stelle agrestium bedeutsam durch das 
zwischentretende /enw hervorgehoben werden soll. — V.29. 
Vgl. epist. I, 8, 4 f. — V. 35. Noch Orelli erklärt: mier 
duos muros ex lapidibus constructos caementa cum suffi- 
deute mortario demittit Vitruv. V, 12, 3. Aber huo heisst 
an diese Stelle, wo in das Meer gebaut werden soll. 
Und arbeitet der Unternehmer und der Herr selbst mit, wie 
es nach dieser Deutung von demittit der Fall wäre? Ich 
muss gestehn, dass ich demitiere immer nur in der Bedeu- 
tung „hinsenden** habe nehmen können. Wollte man 
es etwa fassen „hinein werfen lassen", so wurde cum fa- 
mulis nicht passen. Vgl. epist. H, 2, 72. Frequens bezieht 
Lübker auf die beständige Anwesenheit bei der Arbeit, 
jedenfalls richtiger, als Orelli und Dillenburger, wel- 
che erklären : muttis operis ac sen)is circumdatus^ was im 
folgenden cum servis liegt. Ich fasse es einfach als /rc- 
^enter. — V. 37 ff. Vgl. B o i I e a u's Briefe V, 43 f. - 
V.44. S.Dillenburger S. 107, — V. 45 f. Marl. V, 13, 5.j 
Ciaudian. in Rufin. U, 135 *). 

Zweite Ode, VgL B, lU, 50- Weber (S. 270 f.] 



*) Sonderbar sieht Weber (S. 196. 270) im Scbiasse elnj 
HindeuUiug auf die Ablehnung des Dichters in Betreff del 
Stelle eines PrivaUeliretairs bei Augustus. Vgl.jtu III, 16. A 
gesehen davon, dass jeoes Anerbieten wohl viel später falll 
würde dieses lom Inhalte der Ode wenig passen. Der Dicli 
ter spricht hier seine Zufriedenheit mit Wenigem eben s\ 
au«» wie Jl, 18. Auch halte er ja die Stelle »einer Gesimi 
heit wegen ausgeschlagen (B. 111,81)« womit eine solche ErLl. 
rung, wie hier, in merkwürdigem Widerspruche stehn würtl< 



IM 

setzt die Ode gegen 726. S. auch Held ,,FädagfOgi0clie 
Bilder aus den Gedichten des Horaz<« S. 1 1 ff. — V. 6 ff. 
L ü b k e r : ,,Die dichterische Wortstellung dieser Strophe; 
angegriffen yon Klopstock „über Sprache und Dichtkunst^ 
S. 259 ff. hat als höchst kunstvoll 6. W. Nitzscfa vor dem 
index schol. Kit. 1830 ~ gerechtfertigt." — Richtig be. 
merkt Orelli es sei an den Sohn eines fremden Königs 
zu denken, der als Verlobter der Töchter des Tyrannen die- 
sem im Kriege beisteht. — V. 16. PopUUbus bezieht Bot-» 
tiger (Kunstmythologie 1, 22^) irrig auf die Sitte, den flie- 
henden Feinden die Sehnen der Kniekehlen zu zerhauen 
(Liv. XXII, 4d). — V. 25. Die Nachahmung des Simonides 
nimmt auch Bernhardy an (Encyclopadie der Philologie 
S. 102). Vgl. noch Eur. Or. 638 f. — V. 26. Walcke- 
n ä r sieht hier eine Anspielung, dass der Dichter in die 
eleusinischen Mysterien eingeweiht gewesen, wogegen Pa- 
tin cJaufnai des SavarUs 1841, 630). — V.27ff. Eurip. 
bei Orion (8.56 Schneidew.): "Oatig t« toi)c q)voav^ 
lag (tcd qivaavxB) f4,f) rifiav ^cAjj , /u'^ fAOt yivoiro fii^TS 
ovv&vjrjg &€Otg^ (xr^x' iv ^aXdaatj noivinkovv arsXXoi üxdtpog. 
Aesch. Sept. 602 ff. Soph. Antig. 373 ff.; Eur. El. 1354 fl. 
— V. 31 f. Walckenär meint, es beziehe sich dies auf 
eine dramatische Darstellung bei den eleusinischen My- 
sterien. 

Dritte Ode. Vgl. B. III, 50 f. Struve (Abhandl. 
der königl. deutschen Gesellschaft zu Königsberg I» 157 ff.) 
glaubt, Horaz habe die Ode nach der ersten Lesung der' 
Aeneis geschrieben, um das von Virg'^ nicht gelöste Pro- 
blem auf seine Weise zu lösen, wie, ungeachtet' des Hasses 
der Juno, Rom die Wellherrschaft erlangt habe. Diese Ver- 
muthung nimmt Feld bausch ide Horatio n&t^ adudalore 
S. 40 f.) ohne Weiteres an und setzt das Gedicht demnach 
nach dem Tode des Virgil. Vgl. dagegen Teuf fei in 
Jahn's Jahrb. 28j 334. Nach Weber (S. 271) gehört sie 



IM 

litiii Hhre 727 in und ist im Feier der BegHissufig 
Octavien mit dem Nanten Augiuti» gedtehteU Zaietzt 
Petreas S. 19 ff. aber Sinn und Zw^k nn^^rer' Ode ge* 
handelt, der als Idee derselben deii Gedanken b^aebtet. 
^,AIles Grosse, was dre Menschen je vollendet' haben, ha- 
beit sie durch Standhafligteit und Gereefatigkeit erlangt^ ^ 
Den standhaften nnd gereehten Mam , beginnt der Dicbter, 
kann keine Drohung erschüttern (V. 1 — 4), keine Forckt 
(V. 4-^8). Als Beispiel, dass der StandhafUgkeit alles 
möglich sei, werden zuofächst PoUux, Hercules und Bacchus 
genannt. Vgl. I, 12, 25. epist. II, 1, 5 ff. ♦*). Höchst ge- 
schrekt rerbindet aber der Dichter V. 11 f. mit PoHax und 
Hercules den Augustus , der schon damals göttliche Ehre 
genoss. Vgl. B. IV, 197 f. ♦*♦). Durch diese Tugend, 

*) Hac arte non solum praestantissimi heroes^ qui fahulis ce* 
lebrantur, et ipse Jugustus immortalitatem consecuti sunt, 
sed etiamy tjfuae popiUus Romanui p^r orhem terrarwn ma- 
gnifica Jacta edidit , ex eodem virtutis fönte manaverunt 
ipsumque omnium gentium Imperium illius virtutis vi ffl- 
ratum est Quod ut stabile sit ac diuiutnum^ nulla re alii 
perfici^ potestf nisi eiusdem virtutis acerrimo eonstantm- 
moque studio; neque enim diutius ea dominatio tonstahii, 
quam propriam illam suae liaturae praestantiam popului 
Bomanus retinebit et toriservabit sequt ab omni peregri- 
nae turpitudinis contagione purum incorruptumque prai' 
stahit, 
' **) Mit Recht erklärt «eh Petrenz 5.22 f. gegen dieaachvonl 
OrelH gebilligte Deutung: „die Tieger zogen dich zum ^ 
01jrnjp",/was nicht in ,den Worlen liegen kann, auch nicht | 
im Mythos begründet ist. Man muss vexere aorisCisch oeb* | 
med und im Pahren mit deü ihm gehorchenden) Tldg^m einBi 
Aadeutung der Götterwürde erkennen, da der Gotk in sei- 1 
ner höchsten Würde auf einem von Panthern oder Tiegem j 
gezogenen Wagen erscheint. Die Erklärung von Petreaz' 
Tu quoqusj Bacehe pater, ut in deorum aumero coüocari' 
ris , tum merebas s, dignum te praestabas ^ quum tigres u 
veherent , id est, quum curru tigribus iuncto terrarwn or- 
hem peragrares, ist deshalb niebt zu billigenr, weil daQ^ 
haö arte ohne Beziehung wäre ; die Worte in der Umschrei- 
bung von Petrenz: ut in deorum mtmero coltocarerist s''*" 
bei Horaz durch nichts angedeutet. 

) Teuf fei will V. n bibtt vorziehen, weil die ^m bibiti^ 



««Tür 



JHRV 

ßhrlHofaa fort, hat auch Romulus des Himmel erlangt und 
selbst den Zorn der Juno beslegU Aucb Romulus wird kier 
als ein Vorbild des Augustus dargestellt ^ dem man' selbsl 
den Namen des Romulus beilegen wollte. Vgl. B. IV, 193. 
Die nun folgende Rede der Juno enthält die Mahnung an 
die Römer, sich durch kräftigen und gerechten Sinn des 
Romulus würdig zu zeigen ; nor unter dieser Bedingung, 
wenn sie sieh von den Fehlern frei halten, welche das 
weichliche und meineidige Troja gestürzt haben, soll ihnen 
die Weltherrschaft zu Theil werden ; es ist dies gleichkam 
die Anwendung des allgemeinen Gedankens (V. 1 — 16) auf 
das Römervolk, ilion hat seine Schuld gebüsst, beginnt 
^uno (V. 10-^30) ; drum will ich gegen die Nachkomme» 
desselben meinen Zorn fahren lassen'^) und sofort, da Mars 
es wünscht, es dulden, dass sein von der troischen Prie- 
^^^^y^ stammender Sohn zur Unsterblichkeit zugelassen 



Grunde liegencTe Vorslelluug zu crdss sei, was nach römi- 
scher Anscbauung gar nicht der Fall ist. Den Grund Orei- 
li's, ^i^e^ würde mali ominis sein, weist er n^it Recht als 
iiaitlos zurück, und meint, in dem Futurum könnte man 
auch eine feine Au Forderung finden, sich solcher Ehre* wür- 
dig zu machen. Dillen burger, der früher (vgl. a. a. O. 
S. 654) bibet wollte, hat jetzt das Präsens aufgenommen. — 
Purpureo ort bezieht Lübker.auf das strahlende Götter- 
aotUtzf aber in der Verbindung mit bibit kann ore unmög- 
lich anders, als vom Munde gefasst werden. 

*} hachmann (Rhein. Mus. II J, 617) will Y. 21 ex qua und 
V. 23 damnatam lesen. Ex quo gebe j^eine Condemnatioa 
vor der Klage". Das Femiuinum Jliost überliefert IV, 9, 18. 
epod. 14, 14, sei überall bei Horaz herzustellen. Juno sagt, 
seit dem Augenblicke , in welchem Laomedon die Götter 
trog, sei Troja dem Untergänge geweiht gewesen. — Orelli 
erkennt jetzt an, dass unter dem dux fraudulentus nicht 
Priamus verstanden werden kann ; aber sein Grund ist höchst 
seltsam, nämlich weil Priamus unschuldig sei. Auf den Pria- 
mus kann der Ausdruck ja unmöglich gehn, -weit der Dich- 
ter sagt „zur Zeit des Laomedon habe sie Troja mit 
seinem Volke nnd Könige dem Tode bestimmt«. Wann ihre 
Rache in Erfüllung gehn wercl« ^^^ ^^^ °^^^^ unbekannt. 
Richtig erklärt die Stelle vaix Ja» a. a- O- S.a79. 



IM 

werde *). Nicht bloss dem Romidus will sie jetzt wohl, 
andern auch dem Volke desselben die Weitherrschaft verlei- 
hen, wenn es nur nicht an Troja's Frevel Theil nimmt. 
1) So lange Rom undTroja von einander getrennt bleiben, 
mögen sie glücklich sein (V. 37—39). Exules V. 38 soB 
andeuten, dass die Nachkommen der Trojaner nie zur zer* 
störten Stadt zurückkehren dürfen. Etwas Verächtliches steht 
Orelli im Ausdrucke. 2) So lange Troja's Vernichtung 
ein Denkmal der Strafe des Verbrechens bleibt^ soll Roms 
Macht und Ansehen sich mehren. V. 42— 44 beziehen sich 
fluf die Macht Rom's, V. 45—48 auf die Ausbreitung der 
fierrschaft. 3) Wenn es sich nur von Genussucbt fern 
hält , soll ihm die Herrschaft der Welt verliehen werden. 
Die von uns zuerst vorgeschlagene Verbindung hat Dil- 
lenburger S. 634 gebilligt, Orelli gar nicht erwähnt. 
Nur auf diese Weise schwinden die vielen* Schwier^ke/ten 
und wir erhalten, wie vorher, eine vorangehende Bedingung, 
welche wir nicht entbehren können. Sonderbar ist es, dass 
Lübker bei der frühern Verbindung bleibt, obgleich er 
bemerkt, man müsse den Satz mit fortiar nur in recht en- 
ger Verbindung zum nachfolgenden tangai nehmen **j. — 



*) Troica sacerdoB heisst Rea, weil sie aus dem Geschlecbte 
des Aeneas stammt; man darf nicht > etwa annehmen, der 
Dichter beziehe sich auf eine Sage , welche den Romulos i 
zumiTochtersohne des Aeneas machte (f)ion 1,73). O relü ' 
bemerkt gegen Dlllenb urger und mich : Discere de nt^ \ 
Ctare potando habet nescio quid ridiculij wogegen L u bli er 
sich zu discere hinneigt, indem er benieri^t, dass es sebrl 
passend das erste Kosten bezeichne. Vgl. Sen. Herc. für.' 
1079:' longam discere mortem. — Mit quietus gibt Horai'^ 
das homerische Q€ta ^ejoyTsg wieder, das den Gegeusatz ittJ 
den kummervollen Menschen bildet. Virg. Aen. IV, 379. j 

**) V. 47 f. nennt Uoraz Spanien und Aegypten , ohne Zweifel 
mit Beziehung auf Augustus» _B. 1 S. 352 ist Asien ein Druck! 
fehler statt Africa. — V, 51 glaube ich noch jetzt humana^ 
in usus mit cogere verbinden zu müssen, als Gegensatz zu au^ 
rwn irrepertum} einen GegensatiK zu sacrum kann ich nicbt 
anerkennen, sondern erkläre: „ zu menschlichem Gebrauch« 



i«r 

Im letiten Theite der Rede droht Jano den RAmem Ver» 
derben , wenn sie es wagen sollten , Troja wieder aufzu- 
baaea *), was nur auf die Rückkehr jenes Sitten- ond 
zuchtlosen Lebens gehn kann, welches Troja gestärzt hat. 
Vgl. Virg. Aen. Xii, 820 ff. Wenn man gemeint hat, Ho- 
raz warne den Augostus vor der Verlegung der Residenz 
nach Troja, so ist dies ohne historische Begröndung. Dem 
Cäsar wird freilich der Plan zugeschrieben, liion oder Ale- 
xandria zu seinem Sitze zu wählen, aber von Augustus kön- 
nen wir dies kaum vermuthen. Auch galt Neu-Ilium den 
Römern für eine von Troja verschiedene Stadt, wie schon 
unser Gedicht allein zeigt Sulla hatte diesen im mithri«- 
dalischen Kriege zerstörten Ort wieder hergestellt, für den 
AugostQs manches that. Strab. XIII, 1 p. 99 sqq. Tauchn. 
Vgl. dazu jetzt Welcker „KIejne Schriften" 11 S. V ff. 
l^tr Dichter schliesst mit der Erinnerung an seine Muse, 
dass sie für einen so erhabenen Gegenstand zu schwach 
sei **), — Die Beziehung auf den Augustus tritt deutlich 
V. U f. , so wie in der Erwähnung römischer Macht Y. 43 ff. 
hervor. Augustus ist ein anderer Romulus (man hatte ge- 
schwankt^ ob man ihn Augustus oder Romulus nennen solle. 
I^lor. IV, 12, 66)^ der Rom's Macht zum höchsten GipfeU 
punkte erheben wird , .da in ihm sich die römischen Tu- 
genden^ Gerechtigkeit und Kraft ^ so herrlich verbinden. 

Vierte Ode. Vgl. B. III, 51 ff. Web er verwirrt 
die horazische Chronologie völlig, wenn er unsere Ode, 



es zusaimneiibringen, wo sich dann die Hand nicht scheut sich 
am Heiligsten zu yergreifea**. V. 52 enthält die Folge ii%a 
Strebens nach Gold. Zu humanus vgl. sat. 1,1,75. J 1,2,95. 

*) Zu V. 63 ist auch von OreUi die Hauptstelle des Homer 
Jl. d, 59 ff. ganz übersehen. — V. 61 ist Troiat fortuna 
,,Troja's Macht" (epist. II, 1, 191) und tristi clade itera^ 
bitur heisst iterum. tristem cladem accipiei. 

**) Axt zum Vestr. Spur. S. 31 nimmt pervicax als Anrede der 
Mute, quae lon§ius carmen insolito spiritu cecinerit* 



im 

w^che okM Zweifel die voUeadetfM und konsivoltsle aller 
politische Oden des Horaz ist, aus nichts beweisenden 
Gfünde« in da« Jahr 725 setzte in welches nach ihm auch 
I, 12 faiiea soll. Horaz ruft die CaUiope an, welche ihn 
sofort begeistert, so dass er in einem heiligea Museniiaine 
zu wandeln glaubt Vgl. ü, 19. III, 25. ^) Die Freude 
über dieGewähFung seiner Bitte lässt den Dichter dieGunA 
der MufiCdi feiern, die' ihn seit seiner eisten Jugead stels 
wundervoll beschützt habe». Zunächst gedenkt er seiner 
Regung als Knabe, wobei er nicht unteriasst einige in det 
Nahe seiner Heimat gelegene Punkte hervorzuheben **). 
Ihr stehet mir zur Seite, £äbrt er fort, wohin ich immer 
gehe (V. 21— 24) ***) , ihr schützet mich überall (V.25— 



*) Longum metos V. 2, wie es der GegensLind, den er besin- 
gen will, fordert. Irrig erklärt Orelli: ne nimis cito eac^ 
tinßuatur Impetus poeticus , ^qui nunc me corripit. Die 
BegeisteruDg soll erst erfolgeu. — Zu V. 4. vgl. Dillen- 
burger S. 104. . 

**) Orelli behauptet nicht ein-^ sondern zweimal, ich habe 
intra limina Dauniae vermuthet, eines der vielen Beispiele, 
wie Orelli mich gelesen hat. Das überlieferte extra habe 
Ich nicht augezweifelt, sondern mir als höchst wahrschein- 
lich ausgesprochen , dass der Dichter limina Dauniae ge. 
schrieben. Vgl. auch B. II, 24 f. D i 1 lenb n r^e r S. 644 
gesteht dieser Vermuthung den Vorzug vor allen vorhande- 
nen zu,- sieht aber mit Jahn, Lubker, Orelli u. a* 
keine Berechtigung zu einer Aenderuiig. Ouwens S. 346 f. 
wollte V. 9 arduo statt Jppulo, . Quicherat schreibt in 
seinem Gradus ad Painassum (1836 S. 91): Lege^ si pla- 
cet, Abuliae, a graeco ttßovlltx. Die überlieferte Lesart 
schützt auch Abeken „MHtelitalien" S. 116, indem er be- 
merkt; „DerVuItur erstreckt sich mit seinem südlichen Ab- 
fall in's Lucanische' hinein.** Apuliae lässt sich Treilich 
nothdürftig halten , aber die Ausdrucksweise wäre dann so 
matt und fast läppisch, dass wir lieber einen durch Verlau- 
schung entstandenen alten Fehler annjchmeu. 

***) hiquidae Baiae heisst Bafä von seiner herrliehen Lage am 
Meere (II, 18, 20. epist. I, 1, 83). Vgl. liquidae nymphae 
bei Ovid. Auf die Heiterkeit der Luft dort es nitht bezo- 
gen werden, da liquidus ohne alle näher« Bestimmung clif>se 
Bedeutung nicht haben kann. Freilich sa|;t man. liquidus 



19» 

38); weBa ihr mich begleitet^ werde ich sorglos so 4aa 
schrecklichsten Orlen (V. 30—32)^ vx den wildesten Völ* 
\m (V. 33-~36) gehn. Vgl. 11, 20, 14 £ Dioseibeii Mu- 
sen aber, deren Schutz den Dichter beglückt, erfreuen auch 
den Augustus und lehren ihn milde Weisheit. *> Hiermit 
ist der Dichter zum eigentlichen Gegenstande seines Gesan. 
ges gelangt. Das vorangegangene Lob der schutzenden 
Musen ist aber für die Verherrlichung des Augostus nicht 
^\im Bedeutung, da es auf die unerschütterliche Sicherheit 
hinweist, welche df?in Herrscher seine milde Weisheit ver- 
scha/n, die hier als Gabe der schätzenden Musen dtergestellt 
wird. Dass die wahre Weisheit alles vermöge, wird null 
sofort im Beispiele der Titanenschlacht auagefiuhrt. Die 
wilden Himmelsstürmer traf der Blitz des Juppiter, der Mieer 
und£:(ie, die Städte der Sterblichen uhd die leblose Unter- 



^iv^ liquida tempestas, aber daraus folgt nichts für liquidct^ 
Baiae, wo die Beziehung auf die Luft uicht ohoe Weiteres 
hinzugedacht werden kann. 

*) Orelli bemerkt zu V. 38 in Bezug auf mich: Nee vero, ut 
nuper imperite quidam ludicavit, xv(iioy hoc vtrbum mi- 
nus est poeticum. Addidit hat Orelli vorgezogen, weil et 
der eigentliche Ausdruck V09 den Veteranen sei, wogegen 
ich bemerkt habe, dass der Dichter gerade den gewöhnli- 
chen prosaischen Ausdruck nicht liebe, was Orelli selbst 
an< anderen Stellen mit ReclU geltend niachb Vgl. zu II, 2, 
24* IV^ 15, 9. Dillen burger ist unserer Ansicht, die 
einer weitern Begründung nicht bedarf, beigetreten. Der 
einzige scheinbare Grund, den Orelli gegen ahdidit vor- 
geb/,acbt hat, beruht auf der Ansicht, abdepe enthalte etwas 
UnruhmliGhes, fast Schmachvolles, wie auch Weber S. 272 
meint. ^^Abdidit oppidis**^ sagt er, „konnte nur schimpflli- 
chen oder gefährHchen Dingen beigelegt werden.** Lubker 
sagt, es gebe den ungehörigen Kebengriif der Verstecktheit 
oder trägen I\ahe. Abdere bezeichnet sehr schön das Zu- 
rückziehen aus einem unruhigen, mühevollen Leben, ohne 
dass irgend etwas Unrühmliches für die Veteranen darin 
läge. Man vgl. abdere se litteris oder in lituri^ in irtii' 
mam Macedonium se abdere u. ä. bei Forcellini. Bern« 
ha.rdiy will abdidit in 8.tärkerm Sinne nehmen, „wenn er 
den Krieg in die tiefe Stille des Stadtiebens vergra- 
ben bat«. 



HO 

wdt, die Menschen und Göder C^in dreifiicber Gegensatz) 
beherrscht *). Von den Titanen geht der Dichter zu den 
Giganten über, die auch trotz des gewaltigen Anstonns 
nichts gegen die ewigen Götter vermochlen **). Unter 
den Göttern nennt der Dichter hier die Göttin der Weis- 
heit, Minerva, ferner den eifrigen, dienstfertigen VulcaniK 
hier als Bild der Thalkraft (ßf>idu$'), dann Jono und Apollo, 
die Gottheiten ernster Wurde imaironar^ und Strenge, so 
dass auf die Vereinigung dieser Tugenden leise hingewie- 
sen wird. Bei der Beschreibung des Apollo verweilt Ho- 
raz mit besonderer Vorliebe. Er ist der ernste, strenge 
Gotl, der nie den strafenden Bogen ablegt (vgl. den ho- 
merischen Hymnus auf Apollo 2 ff.) , aber er ist auch ein 
milder, liebevoller Gott, er freut sich der Poesie (V. 61 1\ 
auch der Jagd (V, 62 f.) und der Weissagung (V. 64). Vgl. 
StaL Theb. II, 696 ff. Diese weitere Schilderung steht hier 
ohne Zweifel mit Beziehung auf Augustus , der Sohn des 
Apollo genannt wurde und sich in mannigfache Beziehung 
zu diesem Gotle setzte. I, 2, 30 ff. Suet Aug. 70. Vgl. R 
III, 142 f. ♦**). An den Gedankeni dass die wahre Weis- 



*) Mit Orelli verbioden wir jetzt et urbes — regit- Höchrt 
sonderbar aber erklärt derselbe urbes — turbas: inferoi, 
viventes horumque civitates (?) atque deos. ^och selU- 
mer ist Lubker^s Deutung, wonach urbes die mit Ron io 
schwesterlichem Runde stehenden Städte, regna tristia (i>t 
um ihre Eiistenz unter nominellen Königen stets zitterodco 
Provinzen bezeichnen soll. Vgl. dagegen F, 34, 9 ff. 

**) V. 50 ist fidens mit Lrachiis zu verbinden, wozu msn dai 
homerische ;^£/^eaa» nenoi^oreg (Jl. fi, 135) vergleicheo 
muss. Orelli's Annahme einer Syllepsis ist hier nicht i'' 
der Stelle. Daran, dass Jnppiter in Schrecken versetzt «i^ 
darf man nach antiker Vorstellung keinen Anstoss nehoeo- 
Vgl. Ovid. Met. I, 182. 

***) Jetzt bemerktauch Orelli: Apollo deus maxime , ut ii\ 
dicam , adamatus atque cultus ab jiueusto eiusifue (J^ 
tutela singularis ac propria erat. Schon früher machte 
derselbe auf den schönen Gegensatz der Schilderung ^^ 
Apollo zur Schlachtbrschreibung aufmerksam. 



111 

heit alles vermöge, der in den Titanen und Giganten dar- 
gestellt ist, schliesst der Dichter V. 65 den Gegensatz an: 
,;Die rohe Gewalt stürzt durch . ihre eigene Schwere, da 
sie sich nicht zu halten weiss. Nur die sich weise infis. 
sigende Kraft wird von den Göttern gehoben, während diese 
frevelnden üebermuth strafen." Dies wird in den drei leta- 
ten Strophen durch Beispiele belegt. Vgl. Tac. Ann. XV, 
2. *). So ist die ganze Ode ein Preis der milden Weis- 
fielt des Augustus, durch welche derselbe gegen alle Ge- 
fahren gesichert ist. Dass dabei die Anspielungen auf Em- 
pörungsversuche gegen den Herrscher sich von selbst dar- 
bieten, bedarf keiner Bemerkung. Ganz abweichend sieht 
Jahn f Jahrb. 26, 457 ff.) in unserer Ode ein dreifache« 
Lob der Musen : 1) Dass sie den Dichtern Schutz und Pflege 
gewähren (V. 9—36). 2) Dass sie den Herrschern nach 
den Mühseligkeiten des Krieges Genuss und Erholung ver- 
schafFen (V. 37—40). 3) Dass sie die rohe Gewalt ver- 
nichten, die ohne Weisheit nichts vermag. Wir bemerken 
dagegen nur, dass wir dadurch kein einheitliches Gedicht 
erhalten, auch von den Musen im letzten Theile des Ge- 
dichtes gar nicht mehr die Rede ist. 

Fünfte .Ode. Vgl. B. UI, 53ff. Weber (S. 275) 



*) Testis heisst Dicht: „er bezeuge ei mir«', sondern ,,er ist 
Zeuge, er erfuhr es<S wie bei Find. Pyth. VIII, 16 /undt 
steht. Weshalb Horaz die dorische Form Gjras gewählt ha- 
ben solle, sehen wir nicht ein. Bei Gyßes lag die Verwechs- 
tang mit gigas sehr nahe, ohne das dieses für Gyas zeugen 
l^önnte. Iniecta terra verstehen wir davon^ dass die Giganten 
in der Unterwelt ruh^n (epod. 5, 80) , wie es auch Horas 
«elbst gleich darauf erklärt. — V. 75 f. deuten wir: „Ewig 
muss Enceladus unter dem Aetna ruhen; nie wird das Feuer 
den aufgewalzten Berg verzehren". — V. 77 ziehen wir das 
Präsens relinguit mit Lübker vor, da dieses das unausge- 
setzte ße.wachen als ein noch bestehendes darstellt ' — Zu 
additus vgl. man ausser den Stellen bei Orelli $oph. Ai. 
610 und dort Lobeck. 



setzt die Ode gleiohsteUig mit I, 35, in das Jahr 727. Er 
meint, sie sei bei dem Abzüge des in der Al^sicKt Britan- 
nien zu erobern nach Gallien aufbrechenden Heeres ge- 
sdirieben und deute auf den Liebiingsgedanken der Römer 
hin, dass nach der Besiegung Britanniens der übermütbige 
Parther an die Reihe kommen werde. — Wenn ich B« l 
354 bemerke, Augustus habe in Asien glücklich gekämpft, 
so thut Dillenburg er (S. 627) Unrecht^ wenn er meint, 
dies stehe in Widerspruch mit Dio LIV,8; denn ich spr^ 
che dort keineswegs von einem Kampfe gegen die Par- 
ther, sondern von den Zügen in Asien. — V. 15. Ge- 
gen Lubker , Bernhardy und van Jan a. a.O. S. 279 
ziehen Dilienburger und Orelli mit Recht trahenüs 
vor. Vgl. auch Jenaer Litteraturzeit. 1840 (August) S. 300f. 
Ohne Grund hat man meine ächtlateinische Auflösung: qui 
ttaikehat^ fd$% als nichtssagend bezeichnet; freilich ist tra^ 
heret deutlicher, aber nicht richtiger. Bei der Lesart tro- 
henti würde V. 17 f. nicht wohl als Meinung des Regulus 
gefasst werden können ; nach dem Sinne des Dichters aber 
soll gerade angedeutet werden, weshalb Regulus die Bedin- 
gungen verwarf. — V. 30 will Lübker deterioribus er- 
klären „durch Geringeres**, indem er meint, der Dichter 
wolle sagen : „Wahre Tugend erscheint ganz und voll oder 
gar nicht", wobei übersehen ist, dass V. 27 f. den bild- 
Uched Ausdruck des allgemeinen Satzes V. 29 f. enthalten. 
— V.öSf. Den Anachronismus bemerkt Stolberg (Werke 
IX, 139). 

Sechste Ode. Vgl. B. III, 55 ff. Auch Weber 
(S. 276 f.) hält sie für „ein Weihegedicht zu den 726 an- 
gegriffenen Plänen des Cäsar Octavian, die alten und ver- 
fallenen Tempel angemessen zu erneuen^^ Vgl. Held a. 
a.O. S. 13. _ V.l. Wir können mit Dilienburger nicht 
übereinstimmen, der unter Romane die Knaben, die Bur- 
ger der Zukunft, versteht« Wie könnte Horaz die römü 



118 

sehen Knaben mit Romane anreden? Vgl sat. 1,4,85. Virg. 
Aen. VI, 852. Immeritus bezieht sich nur darauf, dass in 
Folge der Burgerkriege und der Vernachlässigung der ge. 
Huss- und eigensüchtigen Zeit die Tempel verfallen sind. 
Alle «.Verbrechen der traurigen Burgerkriege wird die g^ 
genwärtige Zeit, obgleich sie keinen Theil an jenen hat, 
büssen müssen, wenn sie nicht die Götter versöhnt. VgL 
1, 35, 34 f. ^ V. 9. Vgl. B. IV, 16 *). — V. 23. üeber 
die unglückliche Vermuthung präzis statt iam nunc C^bon 
jetzt, wo man es noch nicht erwarten sollte") vgl. Jahn^s 
Jahrb. 27, 346. — V. 37 k Das schöne Bild von der 
strengen Zucht der alten Sabiner wird im Gegensatze zur 
völligen Sittenverderbniss der Zeit (V, 21 ff.) weiter aus- 
geführt. Meine symbolische Deutung war völlig unbefugt. 

Siebente Ode. Vgl. B. HI, 60 f. Lübker be- 
merkt einstimmig mit uns zu V. 13ff. : ,»Dass die Erzählung 
weniger historisch treu die Mittel des Unterhändlers, f&r 
den sie wohl wenig fruchten konnten, als vom Dichter ans 
derAsterie die Gefahren vorstellen soll, worin iht Geliebter 
im Hause der sollidta hospita sich befindet, um sie um so 
mehr zur Treue zu bewegen, scheint eine nothwendige An- 
nahme.^' Den Schluss kann man als blosse Warnung neh- 
men oder eine Ironie darin suchen, wie wir gethan haben. 
Ramler's Annahme, Horaz habe sich selbst die Liebe' der 
Asterie erwerben wollen, widerspricht dem Gedichte ♦*). 



*) Ore lli meint von unserer Verbindung Monaesis et Pacori 
mantis : Tfimis redolet ahiectistimam pedestris orationis fav" 
mam» Wohl nicht mehr, als Galtiae duräeque tellus Hih^^ 
riae (IV, 14, 48 f.), Alcaei Stesichorique Camenae (IV, 9, 
7 f.) u. a. 

**) Orelii bemerkt in Bezug auf Di llenb arger und mich: 
Quomodo autem in festivo hoc loco nu§ati sinl novissimi 
ludorum magistr i (!) Germani incredibile est Scili" 
eet pPorsus ignari sunt vitae, quam vivunt meritHonaU» 
populi nohis lont^e et ardentiores et Uberiores. Der letz lere 
Vorwurf ist hier ganz unangebracht und haltlos. r e lli freilich 



114 

I 

— Zu candidi V. 1 vgl. Wo wer Polymath. II. — V. 21 
hat Dillenburger S. 627 unsere Deutung von Icari an- 
genommen; Orelli verwirft sie, ohne den Grund zu wi- 
derlegen und die Angemessenheit des Ausdruckes zu war. 
digen. Nur die vermuthete Andeutung des Verderbens gott^ 
losen Strebens möchten wir jetzt fallen lassen. 

Achte Ode. Vgl B. III, 34f. 47. Weber hat (S. 
241 ff.) treffend nachgewiesen , dass bei V. 18 unmöglich 
an den Sieg des Lentulus gedacht werden könne, der nicht 
vor 736 erfolgte ♦). Dagegen hat er seine Zeitbestimmung, 
nach welcher die Ode 725 fallen soll, nicht erwiesen. Can- 
(aber $era domitus ccUena weist bestimmt auf eine spätere 
Zeit hin , die wir auch auf anderm Wege gefunden ha- 
ben **'). Horaz ladet den Freund zu dem Festmahle ein, 
welches er auf den ersten März, den Tag des Ebefestes, 
feiern will , wo die Gatten vermuthlich opferten und dann 
die Frauen beschenkten. Die bedeutendsten Stellen Hart. 
V, 84, 11 und Juv. IX, 53 fehlen bei den Erklärem. Der 
Dichter bedient sich zur Einladung einer eigenen Wendung, 
indem er dem Mäcenas kimdthut, dass er heute feiern 
wolle, worüber er sich wohl wundern werde, da er un- 
verheirathet sei. Ich , fährt er fort , habe diesen Tag zn 
einem Opfer fär den Liber bestimmt *^^), der mich beim 



begnügt sich mit Bemerkungen, wie : Est quasi eMuXXtoy nur- 
catorum vitam amorßsque lyrice describens ^ die wenig er- 
klären und oft, wie die vorliegende, den richtigen Gesichts- 
punkt ganz verrücken. 

*) Orelii setzt den Sieg nach 734 und doch' Usst er im Excors 
La c h m a n u's Meinung abdrucken, nach welcher die Ode 725 
gehört. Pranke's Beiitimmuog von 729 überseht ergänz. 
Für 734 erklärt sich wieder Fürstenau (Zeitschr. f. d. A- 
W. 1844, 846). 

**) Man spricht noch immer von einer Stadtpräfectur des Mä« 
cenas, wogegen B. III, 47. | 

***) Zu acerra V. 2 vgl. Pers. 11,5. — In der Deutung yondulcet 



115 

Bamnsiane gerettet hat Die eigentliche Bintadang Met 
V. 12,-- 16; denn die Annahme Lübker's, Mcenas solle 
heule zu Hause gleichfalls die Rettung des Freundes fei«« 
era, ist pacb der Fassung der Stelle durchaus unzulässig. 
Heute soll der Freund dem Becher munter SBuspreehen.*)^ 
bis aro Morgen Hesperus blinkt; aber es ist kein wildes 
Gelage, sondern nur die beiden Freunde, deren innige Ver^ 
bindang das Schicksal neulich so deutlich anerkannt hat 
(vgl. 11, 17), werden sich desselben freuen und in stillem 
Genosse den Tag hinbringen, so dass das Mahl g^leichsam 
das Freundschailsfest ihrer Verbindung ist ^^3. Es schliesst 



epidüs (V. 6) als allgemeiner Bezeichnung des Mahles^ bei' 
eleu wohl auch dem Liber gespendet ward, stimmt jetzt 
Lubker mit mir überein. 

*) Centum cyathi (V.13), nicht etwa ,jhundert Becher*', bezieht sich 
auf das Mass des Weines. Das gewöhnliche Mass des Wei- 
nes, den man bei Tisch trinkt, ist der sgxtariiu, zwölf e/a- 
thi (sat. 1, 1, 74) j der gewöhnliche Becher, der triens, /asHs 
vier cyathL III, 19, 14 ff. werden Becher von zwölf cyaihi 
genannt, die also einen ganzen sextarius hielten. Nach 
Orelli wäre hier ein Becher yon hundert cyathi zu den- 
ken, was völlig unglaublich ist* Centum cjraihi soll hier 
hyperbolisch das Mass des Weines bezeichnen , den Mäcenas 
heute trinken wird. 

**) Wir lassen mit Dil lenb u rg e r S. 628 unsere frühere Deu- 
tung der Worte: procul omnis esto clamor et ira fallen, 
die nur aus der Ueberzenguiig, dass die vorhandenen Deu- 
tungen ungenügend waren, hervorging. Der Dichter will dem 
Macenas zu erkennen geben, dass das Gelage kein wildes 
sein werde, da nur die beiden Freuode dasselbe feiern, oder 
wenigstens die Gesellschaft nicht aus reizbaren^ stürmischen 
Gästen bestehn werde. „Nicht wildes Geschrei und Streit 
sollen uns beim Mahle stören.** Vgl. epist. I, 5, wo der Dich- 
ter dem Torquatus die Gesellschaft des Mahles schildert^ zu 
welchem er diesen einladet. Höchst unglücklich erklärt L üb-' 
ker: „Widme die Nacht bis tief in den Morgen hinein dem 
Freunde und lass dir jene Stunden nicht von einem Andrän- 
gen processsüchtiger Clienten stören." Mäcenas war kein 
Sachwalter, und hätte ihn auch einmal ein Client wegen ei- 
nes Processes befragt , so gehörte doch die Etwähnung sol- 
cher Einzelheiten nicht hierher ^"^^ ^®'' ^''** ^^^^ ^®* 
clamor et ira an Processhändel denken! 



116 



dtf Gedicht nit der Aofforderung sieh heute atter Sorgen 
sä entscUegea und froh den Tag zu geniessen *)• Oi 
Hotaz wirklich mit diesem Gedichte den Freund eingeladen 
habe , ist sehr schwer zu entscheiden. Annehmen könnte 
ilian, dass er ihn gerade heim Mahle setbst damit erfretf 
oder es später^ gleichsam als Erinnerung an das Fest, ge- 
dichtet habe, obgleich Letzteres weniger wahrscheiniick 
iSein dürile. 

Neunte Ode. V^^i. B. 111,40. Aelmlich ist in Ho- 
lt er e*s Tartuffe die vierte Scene des zweiten Actes. Das 
Gedicht Simrock's steht jetzt in der Sammlung sein« 
Gedichte S. 99 f. Meine Ansicht, dass unter dem Liebha- 
ber nicht gerade Uoraz zu verstehen sei, mnss ich um so 
mehr festhalten, a]s ich mir unter Lydia keine wirkliebe Ge- 
liebte denke. Ebenso bestimmt behaupte icb, dass der im 
Gedichte durchgehende Paralleiismus der Strophen nolhwen- 
dig verlangt, dass die Interpunction nach V. 7 gesetzt werde 
und erst mit V. 8, wie oben V. 4 , der Nachsatz begin» 
^is dti in keine andere mehr verliebt warst, Lydia det 
Chloe noch nicht nachstand, Lydia dir viel galt, da war 
ich edler, als die römische Jlia.^^ Claras muss hier eine 
Steigerung gegen heatus V. 4 enthalten, wie die Antwort 
der Lydia hier überall den Ausdruck gegen die Rede des 
Geliebten steigert. Jlia war bei den Römern ihrer edel« 
Abkunft wegen sprüchwörtlich. Vgl. I, 2, 126. Niebuhr 
Ii 234. Und so bezieht sich denn clarus hier auf den 
Glanz der Abkunft, ähnlich wie IV, 6, 31. Der Geliebte 
hat gesagt, „er habe sich für glücklicher gehalten, als der 
Perserkönig <', Lydia, „sie habe sich adliger gedeucht, a!i 



*) Das Asyndeton V. 27 f., wo noch Orelli et nach Aorae bei 
behält, während Di lleuburger das ^Asyndeton «nierkenotf I 
hat K reüssier mit Recht vertheidigt. Vgl Jahn'« Jahrb. ^ 
27, 436. ^ 



iir 

die römfeehe Urahntn JUa^^ Zu Lydia mutü mminis ist erai 
sm (ergansen , oder es steht hier als Apposition , „die 
vielgeitendo Jlia'^ Zum Gen. vgl. I, 36, 13. Orellf 
verfölscbt geschickt meine Erklärung , um sie sehr ungo* 
schickt zu finden. Dass ich die Stette nicht verstehe^ me 
er mir Schuld gibt : mulH nomims apud te eram , (et) tim 
guiy zeigt jedem, der sehn kann und will, meine Uebeisex-* 
zsungf, wenn er sich nicht durch meine InterpuncUon (D^- 
peJpoakt nach nominis) überzeugen lassen wollte. 

Zehnte Ode. Vgl. fi. JU, 60. Die JV, 13 genaiMe 
Lyce hält W e b e r (S. 92) für die hier vorkommende „Toch- 
ter eines Etruskers und Gatlm oder im Concufoinate lebende 
Beliebte etees selbst wieder, um eine andere, wie -es scheint^ 
aas Macedonien geburtigte Schöne buhlenden Mannes^^ 
Unsere Bemerioing, dass das Gedicht kein voHslindiges 
nagaxXavaiSvQm^ sei, hat Orel] f, ohne es anzi^eben, be» 
nutzt, sich aber dadurch nicht zu der Folge veraniasst ge* 
sehen, welche sich von selbst daraus ergeben dörflc. Er 
SBgt jetzt: Est quodammodo na^xkuvai^v^ov nee sine si^ 
ga>vi^ quadam iuncki mmis se neuHquam semper Lyces fa^ 
^tum tolerafurum esse. Worauf sich aber die Ironie be* 
ziehe und was sie solle, verschweigt er. — Unsere VermvH 
Ihung in Betreff V. 1 billigt Dillenburger S. 119. — 
V« 10 haben wir früher mit Beistiromung von Dillenbur* 
g- e r (S. 628) auf ein von einem alten Scholion bemerktes 
Kna})enspiel bezogen. Orelli behauptet, es stehe dieser 
Erklärung besonders fims entgegen, quo m hoo ludQ etiam 
apud nos notissimo^ pueri non magis Horatii temporüms uii 
poierasit, quam nunc possuni^ Orelli wusste also nicht, 
dass die Römer jedes dickere oder dünnere Seil zum Zie- 
hen oder Lenken funis nennen. Vgl Döderlein Syno- 
nym. V, 36 f. Auch der Strick wird so genannt^ Ovid. F^st. 
IV, 325. Noch jetzt bleibt Orelli bei der ^iechiscben 
Redeweise stehn , bei v«relchw vom Reissen des Seiles die 



118 

Äede ist, unti lasst sich darin ancA durch Lubker nicht 
irta machen, der richtig' bemerkt hat, dass ja das retrp m 
vom Reissen völlig verschieden ist. Gegen unsere Dea- 
tang hat sich auch Gernhard part. I S. 11 ausgespro- 
chen, der also erklärt: Funem^ quo drca roiam vohäß 
amanHs palieniia et ßdes tanqua»H pandm susHnefurj, r&m- 
fiore manu r^inet: quo facto ut ponderis gravüate refro 
cmrit rotü et laxaius funis e manibus elabüur^ sie anm- 
tis fides et constamtiu non potest diutiiis reimeri. Hiernacb 
wäre der Stolz der Geliebten die Last, welche seine Treue 
und Duldsamkeit (das Seil) in die Tiefe hinabzöge ; es hiesse 
demnach, „dass nicht der Stdz die Liebe nach sich ziehe". 
was uns ein unpassendes Bild scheint. Dillen bor ger 
erklart es jetzt ebenfalls vom Aufwinden von Laslen: 
Aato retro cedente signißcatur pulchrüudo, quae crescen^ 
bu$ asm^s paullaäm nUnuitur ; moles^ quae trahüur, ipsee^ 
amaior^ funis ex manibus puellae elabens amer est^ quo «f 
fune moleSy sie amator tenetur. Das Rad geht aber nor 
zurück, wen» die Last zu schwer ist oder wenn der, W- 
eher es dreht, nicht Sorgfalt^ genug anwendet, was beiib 
auf diese Erklärung nicht passt. Wir glauben jetzt, ne rt- 
tra fums eat ganz einfach als bildlichen Ausdruck fasset 
zu müssen: „damit die Liebe nicht rückgängig werdet. 
Currmte rota ist nur eine die Art des Zurückgehet 

niiher bei^ohreibende. Bestimmung ^). 

— — *»^p— — 

*) Currente rota bildet den Gegensatz zum Aufwinden, t>< 
welcliem man das Rad dreht. Wir beziehen deshalb rttt 
nicht dno UQtvov auch s^ni curre»€t rota^ wie es neuerdio 
alle ausser Lubker thun, auch Kürstenau (Zeitschr. 
d. A. W. 1844, 848> Lubker denkt beim Bilde an <1 

• LauCen des im rasclieti' Umschwung gesetzten Wagens, J' 
das angebundene Pferd , equus ßinalis oder funus (Auso 
Epitapli- 35, 10), nicht zu folgen im Stande ist, so da<s »1 
.S#il statt vorwärts zu gehn , rtiek^ärts geht. Derselbe b 
merkt : ,,£ine Anspiel un{^ auf des gleich nachher genaDiiU 
Vaters 1 opferhandwerk (nach A. P. 22 cunente rota fl 
' urteus edit) darin lu finden, wagen wir nicht, obwohl es fä 

, detf^TjcHiepius «idi^gateigqete*'. 



119 

Elfte Ode. VgLB.111,58. Weber (8.98) bSU die 
Lyde für ein junges Landmadchen, das von Liebe und Ehe 
nichts wissen will, ^^treng genommen berechtigt uns die 
Ode selbst nicht, uns den Horatius als Lyde's Freier vor- 
zustellen ; er könnte sehr gut für einen Freund und im Na- 
men desselben jenes Gedicht^ ein Geläbdelied (?) an den 
Mercurius, abgefassi baben^ und der humoristisch pathetische 
Ton scheint mir dieses eher, als das Gegentheil zu begän* 
stigen.^^ Dillenburger stimmt unserer Auffassung im 
Ganzen bei, während Gernhard part. I S. 11 f. sie für 
verfehlt hält *). Die symbolische Deutung von V. 2 — 6 
und V. 26 f. nehme ich jetzt als vellig ungehörig zurück. 
Uoraz ruft, da kein anderes Mittel hilft, die Wunderkraß 
der Leier an, die alles zu bewegen vermag, sie möge die 
spröde Lyde bewältigen, auf dass sie mit ihm Mitleid em- 
pfinde und seine Liebe nicht verschmähe. In der Danai- 
denfabel aber, zu welcher er sich auf kunstvolle Weise den 
Uebergang bereitet, deutet er auf die Strafen hin, welche 
die jstolze Y.erschmähung der Liebe nach sich ^ieht, und 
er stellt in Hypermnestra ein herrliches Beispiel edelster 
Liebe dar. Die wahre Würde der Lie|)e wird hier auf die 
würdigste Weise gefeiert, um die Lyde zu bewegen. Das9 
ein wirkliches Verhältniss zu Grunde liege, glauben wir 
nicht. — V. 13. Dillenburger erklärtes. 72) comUes du^ 
cere durch tecum ducere und will kein Zeugma anerken«*» 
nen. — V. 15. Voigt S. 25 verbindet tmiiMini« wieder mit 
ianitor **), wogegen zu bemerken, dass aulae hier noth. 



*) Nön superba Jingiiur Ljrde, sed metuens tangi, cuius ani- 
mus emolUendus est eantus dulcedine , qua commotae sie 
sunt aliquando miserrimais Danaides f ut, quemadmod^m 
Jxiön et Tityos inviti riserunt, illarum starel urna pauUum 
sicca. Er bemerkt, J)anai puetlas adhiberi, in quarum 1$^ 
bore levando l/ra vim suam praesliterit, tarwnque virgi^ 
num poena facilius ab asperitate illa fastidiosa deierreri 
poiie Ljrden, si suavitate modorum mulceri non potueriL 

**) Bacchi (?) blanditiis ipsa Cerheri immanit4U vineitur. So" 



IM 

wendig eines naher hestimmentlen Beiwortes bedart Ds 
der Dichter im Allgemeinen die Wunderkraft der Musik 
schildern will^ auch den Orpheus nicht bestimmt ermähnt, 
dessen Leierspiel der Sage nach an der Pforte der Unter- 
welt den Cerberus besänftigte, nicht in der Unterwelt selbsl 
ertönte, wober auch Ixion, Tityos und die Danaiden dand 
nicht in Verbindung gebracht werden können, so sind wir 
genothigt die Perfecta cessit, risit, stetit aorist^sch zufassen, 
worin Dillen burger S. 629 uns beistimmt. *) Dass hier- 
bei der Mythos von Orpheus vorschwebt, ist gewiss, aber der 
Dichter hat mit Absicht die Sache in's Aligemeine gewendet 
Vgl. II, 13, 24. — Zu dus vgl. Tib. I, 6, 125 und Dil- 
lenburger S. 628. - V. 20. Näke verstand trOingtäi 
hier und II, 19, 31 von einem Maule mit drei Zangen, 
wogegen sichOrelli und Dillenburger erklären, übs 
scheint der Dichter an beiden Stellen mit Absicht dem Cer- 
berus nur ein Haupt gegeben zu haben, um der Vorstellun; 
das Lacherliche zu benehmen; denn einen Cert>eros, der 
mit drei Mäulern zugleich die Fösse des Bacchus beled^ 
oder aus drei, doch nach verschiedenen Seiten gerlchtets 
MSulern Flammen gegen den Eintretenden auswirt, 
idsst sich nicht wohl denken. Wie Horaz ihn II, 13, H 
als centicepi darstellt, so gibt er ihm hier nur ein Maal m 
drei Zungen worüber die Singulare cap«/ und vs wohl keinei 
Zweifel lassen. 



let auiem fiorafius vocabuia signifieationis inter se «"* 
trariae iuxta ponere. 

*) War auch das von uns beigebrachte Beispiel wepiger ps* 
send, so koDote doch Orelli an der Wirklichkeit (Iie)< 
Gebrauches nicht zweifeln. Wir vergleichen die schlage» 
den Stellen 1. 28, 20. 34, 16. JII. 23. 20. 29, 16. epistJ 
2,48. 11,1,201. 2,171. Vgl. Krüger's lat, Gramm. S.592 
Madvijj, der Opusc. IT, 112 ff. diesen Gebrauch ausfuhr 
lieber behandelt hat, behauptet, B^ntley habe hier cf^^ 
apristisch genommen, was nicht angehe, da Horaz ein B<^ 
spiel folgen lasse ; aber das Beispiel des Orpheus würd^j 
doch de^lKclrt^r ansgeftihrt «eiv müss^. 



131 

Z W ö 1 f l e d e. Die zeiinffissigen jonischen Systeme sind 
nicht in einzelne Verse abzulheilen. M a r l i n a. a. 0. S. XXI 
bemerkt, da jedes <Jieser Systeme für einen Vers angese- 
ben werden könne, so bestätige auch unser aus vier Sy- 
stemen bestehendes Gecficht die Annahme , dass alle Ge- 
dichte des Horaz in Strophen von vier Versen geschrieben 
seien. Lachmann (Zeitschr. f. d. A. W. 1845, 481 ff.) 
nimmt hier eine Strophe aus vier getrennten oder doch 
trennbaren xoiXoig von je vier Jonikern an. — V. 6 ff. 
Meine \on OrelU für lächerlich erklärte Verbindung muss 
ich auch jetzt noch für die einzig richtige erklären. *) Das« 
Amor der Neobale das Körbehen , das Webeschiff und alle 
Lust zur Kunst der werkthätigen*Minerva (Klausen S. 697) 
raubt , ist eir hübsches Bild , wogegen es höchst anstössig 
scheint, werm wider Erwarten noch ein neues Subject zu au^ 
fert hinzUritt. Die Anrede Neobule deutet hier bestimmt 
auf das £nde des Vordersatzes hin , und das Subject des 
folgenden Satzes kommt gerade deshalb an den Anfang, 
um mit Neobule in die engste Verbindung zu treten. An 
der ^erbhidung Liparaei nitor Hebri humeros lavit in un» 
diSj darf man ebensowenig Anstoss nehmen, als an I, 3, 
36 sat. 1, 7, 1. epist. H, 1, 191. Beim Baden zeigt sich 
Jifsonders der nüor des Hebrus. Da«s ein neuer Gedanke 
kurz vor demiünde des Systems anhebt, ist nicht dmsIös-» 
sig, gibt vielmehr der Rede eine grössere Lebendigkeit. **) 
Bei der gewöhnlichen Verbindung treten die Worte simul — 
\indis als störender Zwischensatz ein. — V. 11. Orelli 
ivill hier mit aller Gewalt seine Lesart alto schützen , 
iveshafb er den von mir hervorgehobenen Gegensatz zu 
xpertum hier putidtis schilt. ***) Vgl. auch Ouwens 



*) Orelli erklärt im Ernste: puer ales (amor tuus), id est, 
iiehrus tfutklum tibi aufevt^ simul ctt. 

••) vg. I, 15, 16. 17, U. 25, 16. 26, a. 34, 12. 35, 36. 37, 12. 
20 u. 8. w. 

***) Für artus führte Orelli früher nur Scn. Oed. 277 an, fügt 

DuntMr't Kritik. V. 6 



1» 

S. 629. Obbarius in Jahn's Jajirb. 23, STö^zu 
Briefen I, 247. 

Dreizehnte Ode. Vgl. B. III* 57. Weber seilt 
die Ode (S. 141. 277) wieder in das Jahr 717, ohoe die 
hohe Vollendung des Gedichtes in Anschlag zu bringen. Die 
„prosaische Erörterung«^ D illen bürge r's ti'ifll ganz das 
Richtige. Vgl. noch Obbarius in Ja^hn's Jahrb. S8, 2501. 
Unser Gedicht hat auch Sökelandim angeführten Prograomi 
besprochen. Dilie,n burger nimmt an. die Ode sei am 
Tage vor den Fontanalien im October gedichtet, was uns we- 
nig wahrscheinlich, viehnehr scheint sie in die i^chöne JaV 
reszeit zu fallen, auf welche V. 9 — 12 hindeuten« — V. Ü 
streicht Hoss S. 4 dasCpmma nach m^o und erklärt: i»^ 
floribus coronato^ wie III, 29, 2. — Meiner symbolischen 
Deutung der Ode stimmt Dillenburg er S. 61& bei; aus- 
drücklich hat sich dagegen erklärt Gernhard pari. I 
'S. 7. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass las arnn 
Böckchen , welches so früh sterben muss , ohne sehe % 
Stimmung zu erreichen, einen Gegensatz gegen die glü^i 
liehe Quelle bildet, wenn auch hierin nicht die Uau[itidi 
des Gedichtes ruht. Die symbolische Beziehung des Vr 
nes und der Blumen gebe ich jetzt entschieden auf. *} 



jetzt hinzu Hom. Od. t, 439. Steiner gibt dazu ~ 
eine dritte Stelle, Liv. HI, 9. Orelli,, der die Note St4 
ner's benutzt hat (er lässt jetzt einen von Steiner an 
grifienen Punkt weg), spricht von einem homo imperU 
dass Steiger und ich ganz übereinstimmen, verschweigt^ 
iVlit mir ist ausser St einer S. 13 auch Dille n bürg erT( 
kommen einverstanden. 

*) Orelli tadelt meine Uebersetzung von inficiet V. 6 d^ 
„beflecken", da es vielmehr ,^färben** bedeute. Die AI 
unterscheiden wohl zwischen colorare oder tingere und 
ßcere , wie die Sielten bei Forceliini zeigen. Aus U( 
vgl. III, 6, 36. Jnficere deutet hier .offenbar auf eine 
Farbe der hellen Quelle entstellende Befleckung hia, I 



123 

Vierzehnte Ode. Vgl. B. III, 47 f. Neuerdings 
ist Eich Stadt (paradox. Horatian. XI) der verwerfenden 
Ansicht Peerlk am p's ganz beigetretjen. Weber S, 277 
(Tgl. S. 253) setzt die Ode zwischen Frühling und Som. 
merTSO. Orelli fällt das merkwürdige Urlheil: Probe 
T^erspiciebat HoraMus ei>pectare et Augustum ipsum et ce^ 
ieroi amicos carmen i% redeuntis mctoris honorem: itaque 
ne ikam invita , sed tarnen haud nimis propitia Minerva 
talem ad gratulationem sese accinxit : at simulaique officio 
fmctus est^ inde a v. Ib solitae hilaritati C?\} ultro se 
tradil. V. 1. Motte venalis heisst der Lorbeerkranz, inso- 
fern Augustus sein eigenes Leben daran gesetzt hat; morte 
ist also für dU Todesgefahr zu nehmen. Weber S. 257 
ineint, der Alpdruck sei nicht anders zu verstehn, als bei 
der Annahme^ Augustus sei schon todt gesagt worden ♦); aber 
dazu passt nicht petiisse laurum^ was offenbar auf die Ex- 
pedition j^lbst geht, die er neulich (mocto) unternommen. ' 
HercüJes steht hier als Held , der sich durch keine Gefahr 
zurückschrecken liess. Nach der Hervorhebung der glück- 
icheniluckkehr fordert Horaz die Matronen **) und die 
Mt( der Knaben und Mädchen zum Dankopfer und Ge- 
^eteaüF, Unter dem Chore der Knaben und Jungfrauen 
wnen hier, wie sonst, nur Unverheirathete versfanden 
^den. Vgl. I, 2 t. IV, 6. carm. saec. Die Andeutung, 
«s einige schon verlobt Seien, wäre unangebracht und um 
weniger zu billigen, als iam eirum expertae ja auf alle 
dchen des Chores gehn muss. So bleibt denn nichts 
ig) als zu erklären: „ihr, die ihr schon den Mann ken- 
I gelernt, bewundert habt", so dass expertae in präg- 



von mir angedeuteten Gegensatz in gelidus und ruber nimmt 
Dilleuburger an. 

') Dictus petiisse laurum^ »»den man neulieb pries, dass er 
den Lorbeerkranz zu erringen ausziehe*^ 

) ünicus fasst Kästner als laus pudicitiae wogegen Schil- 
ler (Jahn's Jahrb. 17, 432). 



124 

nantem Sinne steht. Vgl. IV, 4, 3. *). Sie , die sciion im 
Stande sind die Grösse des Augustus einzusehn, sollen i& 
ihrem Gesänge kein Wort böser Vorbedeutung sprechen 
sondern nach Vorschrift singen. Die Aufforderung^ kei« 
Wort böser Vorbedeutung im Gesänge zu gebrauchen, ma; 
eine stehende Formel gewesen sein. Nach der Aufforde- 
rung zum Danke für die Götter geht der Dichter zum Aus- 
drucke seiner eigenen Freude über, die sich nicht als eine 
jugendlich sturmische, sondern auf ruhigere Weise äussern 
ivird , wie sie dem Mannesalter ziemt. Vgl. II, 1 1, 13 l 
Lübker stimmt uns darin bei, dass die Erinnerung an die 
Bürgerkriege V. 18 — 20 einen Gegensatz zum Segej 
der Ruhe unter Augustus bilde. Eine symbolische Deutuo; 
des gemüthlich humoristischen Schlusses möchten wir jetzt 
nicht annehmen. Beim frohen Mahle darf aueh die Cither- 
spielerin nicht fehlen. Vgl. III, 28* 

Fünfzehnte Ode. V. 26 hat jetzt Düleubur 
ger, der in der Auffassung der Ode beistimmt, mit ws 
veiula vorgezogen. Chlorls hat früher sich mit Lustü 
altem Weine berauscht. Vgl. Juv. VI, 319. Die AwiahaH 
die wir in Vers 1 gemacht haben, ist nicht durchaus w&lt 
Vgl. III, 10, 15. 

Sechszehnte Ode. Vffl. B. HI, 57. Weber, 



*) Kästner erklärt: „die ihr die Tapferkeit des Maanes (i 
guslus) kennen gelernt habt*', G r ö b e I (observat. spec. XU 
„die ihr die Wohlthätigkeit des Augustus' erprobt hal 
Lübker: „da ihr den Helden kennen gelernt hal 
Ebenso Dillenburger, der an die virtus im Kriege 
Frieden zugleich erinnert. Weshalb nicht mitOrelli ani 
jungst verlobten Jungfrauen zu denken sei, ist obeo bemei 
woraus sich ergibt, weshalb wir unsere frühere DeiituDU 
verfehlt halten. Vgl. noch Jahn's Jahrb. 17, 433. Fi 
stenau (Zeitschr. f. d. A.W. 1844, 848) hält expertei 
rum, wozu er Plaut. Per«. IV, 3, 40. Ovid. Me*. II, 381 
gleicht, für nöthig. „Es geht zunächst auf die Frauen, 
ihrer Männer, zugleieh aber auch auf die Knaben, diei 9 
Väter beraubt sind.« 



» 

sie mit Grotefend bei Alildinong der angetragenen Se« 
betärstelle gedichtet glaabt (S. 277 f.) , setzt sie 726. ^ie 
ist ein Schwestergedicht von Ode 1 ; nur sind beide so zu 
trennen, dass Ode 16 vorangeht, als za der Zeil ent- 
sprungfen, wo die Sache zwischen Häcenas und Horaz hin- 
und herbewegt wurde; Ode 1 aber nachgefolgt ist, nach 
befestigtem Entschlüsse und definitiv geschehener Ableh- 
nung.'« Vgl. oben S. lOi. Von älteren Abhandlungen s. AU 
l)e^ti observdiiones in Boratium sortis suae laudes cde^ 
hrantem carm. HI, 16 v. 29—32 (Hehnstadt 1771). Vom 
Danaemytfaos *) geht der Dichter aus , wo Juppiter selbst 
die Verwandlung in Gold als einziges Mittel erkannte zu 
seinem Zwecke zu kommen. Dies fuhrt auf den allgemei- 
nen Satz, Aüsf Gold überall durchdringe, der beispielsweise 
ausgeführt wrd. Dieser Allgewalt des Goldes stellt Horaz 
^en Gedanken entgegen, dass er nicht nach Gold undSchäz- 
zen verlarge. ^,Aber ich habe, da ich weiss, dass der Be- 
sitz von Schätzen das Verlangen nach denselben vermehrt, 
^s ver.<chmäht mir Reichthumer zu sammeln. Wer sich 
selbst <^ieles versagt , ist um so glucklicher ; von Schätzen 
"entbfesl *♦) stelle ich mich auf die Seite der Genügsa- 
®eJl die nichts verlangen. Bei Wenigem werde ich mich 
gMlicber finden, als wenn ich ganz Apulien mein nennen 
jpnnte; mein kleines Besitzthum gibt mir ein grösseres 
fek, als dem andern ganz Africa." V. 29—32 enthalten 
h nähere Erklärung zu coräemptae dominus splendidior 
^ (V. 25). — Meine Deutung von V. 32 muss ich auch jetzt 



*) Zu turris aenea V. 1 vgl. Welcker's Rhein. Museum VI, 
274 S, Die Wäocle waren mit eherneii Flalten bedeckt und 
diese mit Nägeln von demselben Metall befestigt. Vgl. das. 
S. 271. 

**) So ist nudus zu verstehn ; er entsagt allen Reichtbümern« 
indem er mit dem Wenigen, was er besitzt (V. 25), zufrie- 

\ dea ist. Nudus ist ein gewählter bildlicber Ausdruck fiir pau" 
per. Vgl. Juv. IV, 49. V 163. VI, 232. XIV, 308. 



196 

noch trotz Orelli als spraclirichtig festhalten« Fattm 
steht nämlich nicht selten in der Bedeutung „machen, Am 
etwas nicht zum Vorschein kommt^S So sagt man hnperim 
faUere „den Befehl vergeblich machen" (Plin. VIII, 38), 
mandata fallere „das Gebot nicht ausfuhren'« (Ovid. Met. 
IX, 696), furta faUere (Ovid. Fast. Hl, 22), animo no- 
mina [allere „durch seinen Geist 4en Namen Lügen stra- 
fen" (ib. 11,837), faUere terga lupo „den Rücken unkenut- 
lieh machen" (Prop. IV (V), 5, 14). Davon ist gar nicht 
verschieden fulgenlem fallere »»den, dei glänzt, in Dunkel, 
in Schatten stellen*', *) Sorte möchte ich jetzt lieber zu 
fallit ziehen „durch sein Laos (sein GUck) stellt er in 
Schatten*'. Der Gedanke, den man gewöhnlich i^ der Stelle 
sieht : „Der Reiche kann nicht begreifen^ dass mein Besitz- 
thum mich bei Weitem glucklicher macht, als ei ist", scheint 
uns hier ganz fremdartig , wo es nicht auf die Ansicht 
anderer , sondern auf das eigene innere Glück ankommt. 
Der Dichter will nur sagen, dass er bei seinen kleinen 
BesHze sich glücklicher fühlt, als der Reiche; sein eigenes 
bescheidenes Glück, V. 25 angedeutet, wird V. 29 — ^ aus. 
geführt. — Auch die von V. 39 f. gegebene Deutung moss 
ich als einzig richtig beibehalten. Man erklärt: „durclBe- 
schränkung werde ich meine Einkünfte auf bessere Weise 
erweitern, als wenn ich den grössten Länderbesitz mir vet. 
schafite",, Aber porngere aliquid heisst nur „etwas der 



") Ö r e 1 1 i bezeichnet meine Deutung als ineplat indem er be- i 
merkt: Ferum talia propter adolescentulos interdum notanda j 
esse pudet pigetque* Leicht möchte mancher adotescentulus 
sich wundern, dass Herrn O r ie 1 1 i ein so gewöhnticher Sprach- 
gebrauch ganz fremd zu sein scheint. Wenn derselbe meine 
Erklärung von certa V. 30, „um den ich nicht in Furcht uai 
Sorge bin", scharf tadelt, so scheint er mich gar nicht ver- 
standen zu haben , obgleich meine Vergleichung von II, % 
25 ff. deutlich zeigt, dass ich es gerade, wie Orelli selbst, 
als Gegensatz zu mendax fasse, 3,der Acker, auf den ich 

' mich verlassen kann, so dass ich deshalb nicht in Furcht zu 
aein brauche*'. 



Lange nach ausbreitend^ woher eecHgäUa pirrigere nicht 
bedeuten kann ,,die Einkünfte vergrössern*^ Dagegen be- 
zeichnet es seht wohl „die Abgaben entrichten'^ so dass 
es ein gewählter Ausdruck für vectigaUa pendere oder pen^ 
ritare ist. Hierdurch gewinnen wir einen sehr passenden 
Sinn: „Wenn ich meine Begierde beschränke, so kann ich 
sie viel besser befriedigen, als wenn ich mir den grössten 
Landbesitz erwerbe, da die Begierde immer mehr vertan- 
en wird/' Cupidinefn contrahere ist dasselbe, was II, 2, 
9 f. aotdum domare spiriium. *^ Das Bild ist von dem 
Elgenthümer hergeiommon, der Zahlung vom Pächter ver- 
langt; ebenso mircht die Begierde Anspräche, deren Be- 
fnedlgang sie fordert. Vgl. sat. I, 2, 111 ff., wo ganz ähn- 
lich soUum steht, wie hier veciigalia^ und IV, 9, 39 if. 

Siebersehnte Ode. Dillenburger S. 627 f. 
stimmt in der Auffassung der Ode im Ganzen bei, nur 
meint er, däiss die lange Anrede, die gerade die Hälfte des 
Gedichts finnimmt» und der Schluss derselben late tyran^ 
lus im ^Gegensätze gegen den leichten Ton der zweiten 
Hälfte onen scherzhaften Beigeschmack erregen^^ Dage- 
gen vorwirft unsere Auffassung Gernhard part. II S. 
12 f. ^^), (j^er mit vollem Rechte an den symbolischen Aus- 
leatingen des Gedichtes zweifelt. Dein Urahn, beginnt 
^oiaz, hat einst Formiä gegründet und die Gegend be- 
iffrscht. ***) Mit dieser ehrenvollen Begrüssung des 



*) Vgl. Cic. Parad. VI, 3, 49 : Ex meo tenui vectigali, detra- 
ctit sumptibus cupiditatis, aliquid etiam redundabiu 

) Pluvia sive imminens sive praesens^ vel hiems ad hilarita-' 
tem et ad domestica convivia invitant, ne tristitia quaedam, 
quam externarum rerum iniquitas saepe adfert^ animum 
occupet. 

**) Nage Üb ach erklärt S. 452 sebr sonderbar V. 2—5 ge- 
gen Lübker, der sie als uoächt verwirft, also: „Aelius, 
bochadliger Sprosse des uralten Lamus ! So uhiss ich dich 
ja nennen, da für des Lamus Stammvaterscbaft zwei so ge- 



Lamia al^ lArenkels des mäcbüg gebietenden Herrsebers 
von Formiä bildet der nun folgende Inhalt des Gedichtes 
einen überraschenden Conlrast. „Morgen wird es störrnisckes 
Wetter werden ; drum wirst d« morgen , gedenk, dass du 
das Leben geniessen musst, frökücfa feiern.« Die Mahnung 
V. 13 f. deutet auf eine trübe Stimmung des Lamia hin, 
den Horaz mit der humoristischen Uindeutung auf seine 
fabelhaften Urahnen zu erheitern sücbl. Die Lesart dm 
hat mit mir jetzt Dillenburger hergestellt» wäbreBil 
Orelli ducü für nölhig hält. Vielleicht veitindel man 
besser auf folgende Weise : „Aelius Umia , adlig durch 
deine Abkunft vom allen Lamus, da ja Mich deine Vorfah- 
ren sich dessen rühmten (von jenen nämlieh leitest du dein 
Geschlecht ab u. s. w.)" , so dass also V. 5—9 eine Er- 
klärung zu eetusto ab hämo bildeten. Die Meinung Dil- 
le n b u r g e r's , dass die Ode zum Geburtstage des lamia 
geschrieben sei , können wir nicht theilen, dt abi Veran- 
lassung des Festes nur angegeben wird , dass es morgen 
stürmisch sein werde ; er müsse den unangenthmea Ta} 
möglichst froh ' hinbringen. Die Darstellung ^es nit sein» 
Dienern sich gütlich thuenden Lamia bildet einen «ehöneü 
Gegensatz zum Bilde vom gewaltig herrschenden Gründer 
Formiä's. — Zu V. 7 f. Klausen S. 836. 



wichtige Griinde sprechen. Erstlich der Gleichklang hi 
Piamen Lantus un& Lamia (ferunt, die ganze Welt); z^»- 
ten3 die über alle Zweifel (scilicet) erhabene Tradition üet 
Geschlechtsregister Q?er memores /actus durch alle Ge- 
»chlechlsFegisler)." Auch Fürstenau (Zoitachr. f. d. A 
W. 1844, 848) hält die Parenthese für einen Sehe«. 
Lübker's Verdächtigungsgründe erledigen sich sehr leicht 
Quando bezeichnet hier den Grund j adlig bist du, da p 
auch deine Vorfahren von diesem stammen sollen. ^ 
priores setzt die ältesten Ahnen des Lamia , von Aend 
sich Kunde erhalten hat, den späteren^ bekannteren entge 
gen. Per memores fastus ist mit omne nepotum S^'^^ ^[, 
verbinden, „die ganze Reihe der Enkel nach der Folge def 
Fasten«*. 



Achtzehnte Ode. Gegen unsere Devtong spricht 
Gernbard part. I S. 9f.f gegen den wir sie aber schüz«* 
zen zu dürfen ^glauben. Ifaunus möge, bittet Horaz, freund- 
lich seine Fluren besuchen ; dann wird er auch im Decem- 
ber sicfi des Opfers und der heitern Lust des ganzen pa* 
gus freuen können. Die allgemeine Heiterkeit wird sehr 
hübsch am Schlüsse als Lohn seiner freundlichen Gunst 
während des Jahres geschildert. Der Dichter nennt V. 8 S. 
Md^ Wiesen und Wald und zuletzt den frohen Tanzplatz. 
Das Gedicht ist entweder an den Faunalien, an den Iden des 
Februar, oder im Frühiingc geschrieben. Vgl I, 17. *) 

Neunzehnte Ode. Vgl. B. IH, 34. 61. Weber 
(S. 94) will die Ode zwischen 718 und 723 setzen. Er 
hält den Telephus für dieselbe Person mit dem IV^ 11, 21 
genannten. Läbker meint, von Murena als der eigenf- 
iichen Veranlassung des Gedichtes könne nicht die Rede 
ssin. Hiergegen bemerken wir, dass der Anfang sich of-^ 
fenbar auf Veranstaltung eines Pickenicks (sgavog, dno 
ov^ßoXm ÖBimfttv) bezieht , worauf der Dichter sich mit- 
ten in das bald zu veranstaltende Gelage hineinversetzt 
tind die Freunde heisst auf den Neumond, die Mitternacht 
und den Augur Murena zu trinken. Hieraus geht einestheils 
henor, dass das Fest am Neumonde gefeiert werden soll, 
was auf eine besondere Veranlassung desselben schliessen 
'asst, anderntheils , dass diese Veranlassung, da keine an- 
<*ere auch nur im Geringsten angedeutet ist, in der Augur- 
wahl des Murena liegt, welchem der Dichter mit dem ein- 
gehen auguris gleichsam seinen Gluckwunsch darbringt. 



*) Bernha rdy's Deutung, wouach sitener den Vordersatz 
zu Larßa nee de sunt bilden sollen, hatOrelli (Anal. S. 20} 
mit Recht verworfen. Zu V. 6 vgl Klausen S. 846. — 
Den Ursprung der Lesart pardus statt pa§us V. 12 erklärte 
vor Bentley schon R o bort eil i* Vgl. Gruter's thesaa- 
rus cril. II p. 18. 

6* 



190 

Vgl. B. 111, 1 18. Der DeoluDg D i 1 1 e n b t rg e r's *) sieh! 
theils der Anfang entgegen, welcher zeigt, dass von dei 
Veranstaltung eines zukünftigen Festes die Rede sei, theils 
der Umstand, dass das Gedicht an den einzigen Telephos 
gerichtet ist, den es zur frohen Theilnabine einladet. I^ 
Erwähnung des Telephus am Schlüsse bildet einen schöoff 
Gegensatz zum Anfange. Du befassest dich, beginnt de 
Dichter, mit gelehrten Untersuchungen, nicht mit den Ver- 
anstaltungen zum Festmahle. Die symbolische Beziehmi; 
von Codrus, Aeacus und Jlion ist zu gewaltsam. Codnis 
steht gleichsam als Anfang der historischen Zeit dem my- 
thischen Inachus entgegen. Meine Verbindung von gtiis— 
domum in eine Frage hat Orelli jetzt aufgenommen. — 
V. 6. Meiner Deutung von qw aquam temperet iffnibus wi- 
derspricht Lübker, der sie aber auf die sonderbarste 
Weise entstellt, als habe ich unter ignes feurigen Wein ver- 
standen , da ich doch mit den meisten Erklärem igniötia 
temperare für ,,erwärmen'^ nehme. Die Erwähnung des 
Bades beim Mahle wäre hier ganz fremdartig, wo nur von 



*) Frigido, trist i et hiemali vespere Horatius inter complurti 

amicos nescio ubi sedet f confabulantur j bibunt; tarnen et 

confabulatie et potatio non minore, quam quo aura con- 

trahitur fri^ore, Languor ad summum iam fastigium ela- 

tus est ieiuna historicarum et mythologicarum rerum enu- 

meratione, qua unus reliquos patne videtur enecare. Tum 

Horatius internis et externis frigoribus crucialus, animum 

ut ejffundat in hoc Carmen quasi erumpit ; nam Calorem df 

siderat et vigorem. Primum, qui Loquitur interrumpitur et 

exprobratur , quum prisco Inacho cum Codro et Tioianis 

misso rectius indicet, qua tunc ratione tempestatis tristitta 

graeci vini calore mitigetur cet- (Aber, ueao sie schon 

Leim Gelage sich befanden, was soll dann die Erwäiiouog 

des Hauses, wo das Gelage stattfinde?. Auch deutet Chius 

cadus unmöglich auf griechischen Wein im Gegensatz zum 

röfuischen, deu sie eben trinkeu); deinde monentur amiciy 

ut velocius bibant (?), cuius rei exemplar praeit poeta uno 

quasi spiritu ter, ut sibi vinum infundatur, poscens (aber 

V. 9 — 11 gehc^n auf das Wob), welches alle Gäste triuken 

sollen) , tandem in furorem se agens. Vocantur tibiae et 

l/ra, iubentur rosae, evocatur clamor, arcessuntur anUcae* 



1»1 

der Veransiaitnng zur Mahlzeit die Rede ist; auch glaube 
ich nicht, dass bei einem Pickenick je für das Bad gesorgt 
ivurde, vielmehr kamen die Gäste erst, nachdem sie geba- 
det hatten. An unserer Stelle , wo von einem Abend« 
schnftause, wie epist. I, 5^ die Rede ist, scheint die Erwäh- 
nung des Bades ganz unangebracht. Orelli bemerkt frei* 
lieh gegen die von mir angenommene Erklärung: Verum 
haec tarn exiUs pars erat convivU, ut vix <Ugna esset, quae 
commemoretur. Die Wichtigkeit des Wasserwärmens zum 
Weine geht deutlich hervor aus Mart. I, 12. VIII, 67, 7 f., 
die unsere Deutung vollkommen bestätigen. Vgl. auch B e- 
cker's Gallus II, 175 f. — V.8. Unsere Erklärung der Pe- 
ligna frigora (vgl. III, 26, 10) müssen wir auch jetzt für 
einzig richtig halten. Der Herd kommt nur im Winter 
oder Spätherbste zur Erwärmung vor und Horaz wird doch 
nicht sagen wollen, dass er vor dem Gelage zu Hause kalt 
gesessen habe. — Hit V. 9 versetzt sich der Dichter in das 
zu veranstaltende Mahl , bei welchem ausgelassene Heiter- 
keil herrschen soll. Orelli hat jetzt seine irrige Erklä- 
rung von V. 9 f., um sie vor dem Untergange zu bewahren, 
in einem Excurs aufgehoben. Vgl. oben zu III^ 8, 13. Com-^ 
modis deutet er jetzt mit anderen plenis^ ut ne propter ne^ 
sdo quam nmiam temperanUam minus mni hauriatur^ quam 
mensura ipsa contmet, *} Eine solche Befürchtung scheint 
hier nicht einmal im Scherze angebracht. Commodis findet 
seine Erklärung in V. 12 — 16, die es einleitet. Cic. Fam. 
IX^ 2 : ut cuique commodum esset. Vgl. J a h n's Jahrb. 27, 
364. — V. 14. Nimmt man impares in der Bedeutung „un- 
gleich an Zahi^S ^o ist d^ Jßeiwort um so nichtssagender, 
als auch die entgegengesetzten Grazien ungleich an Zahl 
sind. Impar heisst der, welcher dem Gegner im Kampfe 
ungleich ist ; zwar wird es gewöhnlich von dem gebraucht, 



*) Hier gibt Orelli zu, dass c/athus ein Mass sei, was er 
zu 111, ö, 13 leugnet. Vgl. Plin. XXl, lü9. XXVII, 22. 



der dem Gegner nicht gewachsen ist, aber auch die 
Bedeutung ^^übermachtig'^ kann im Worte liegen, und diä 
glauben wir hier annehmen zu müssen. Die Musen fibel 
Vältigeit den Dichter ganz. — V. 28. Lentus möchte il 
jetzt nicht mehr auf die langsam verzehrende Liebe B 
Orclli beziehen,*} sondern es heisst „langdauernd", b| 
bezeichnet, dass Glycera ihn dauernd gefesselt habe, wal 
rend die Liebe des Telephus eine vorübergehende, weii{ 
ernstliche ist 

Zwanzigste Ode. Unserer Deutung folgt im Gai 
zen Dillen burger. Der Knabe will von den Bewerbun 
gen der beiden um ihn sich Streitenden nichts wissen. - 
Dillenburger (S. ?9 ff.) fasst mit Recht V. 7 f. al 
Apposition zum vorhergehenden Satze. Orelli nimmt '-^ 
die sehr scheinbare Vermuthung: maior an illa auf, w^j 
die Stelle sonst nicht erklärt werden könne. Aberww 
ist „grösser, als gewöhnlich**, wie bei Cic. de sen. 7, 2< 
und der Satz heisst ganz einfach : „ob dir oder j«iem * 
mehr, als gewöhnliche Beute (Nearchus) zu Theil wert« 
wird". — Zu V. 11 f. hat man, so viel ich weiss, noch ni* 
Marl, de spectac.29, 5 (vgl. 31,2) angeführt. — Obss^ 
Knabe nackt gedacht werde, wie Orelli und Dille nb«ii 
g e r meinen, folgt weder aus dem pes nudus ( J«v. J, 4j)| 
noch aus der Erwähnung der Schulter. Vgl. il, 5, 18 ff- 

Einundzwanzigste Ode. Vgl. B. III, 61 f. Sö- 
keland a. a. 0. — V. 4 will Lübker pius dem howe- 
Tischen (pilog vergleichen. Orelli, der seine seltsam^ 



^) Lübker macht gegen diese Erklärung, die ^^ '^'^^ L 
zuschreibt, den Einwand, der Begriff des VerzehreöSj^ 
nicht ausgedrückt. Das könnte aber sehr wolil in /«'".^ 
angedeutet liegen, so dass man nicht nöthig bätte, <I'^f ^^^ 
Dillenburger in torret zu Aichen, d^is ein gewöbsu^ 
Aufdruck von der Liebe ist (IV, 1, 12). 



188 

Erklänmg „schlafbringend^^ beibehält, bemerkt gegen mie- 
sere Deutung „arglos^^ : quomodo Aoc, st rixas exdiat?, 
wogegen richtig Diiienburger: Ipsum vinum irmocens 
esii et pium. Nur der Missbrauch macht den Genuss zum 
Uebel. Vgl. Diiienburger S. 629. — V. 5. Quocumque 
lectutn nomine Massicum „welchen Zweck zu erreichen auch 
dieser Massiker bestimmt ist^^ ^) Dieses bezieht sich 
nicht allein auf den in der Amphora des Horaz sich be- 
findenden Wein, sondern auf den ganzen Jahrgang jenes Klas- 
sikers. „Welche Wirkungen auch dieser Massiker auf an* 
dere äben mag , jedenfalls ist es ein vortrefflicher Wein^ 
(jnoveri digna bono die}. Nur auf diese Weise schwindet 
das Schiefe , weiches sonst im Ausdrucke liegt , da es ja 
für den Dichter gar nicht zweifelhaft ist, welche Bestim- 
mung der in seiner Amphora befindliche Wein hat, den er 
dem Corvinus vorsetzen will, -r V. M f. beziehe ich jetzt 
auf den altern Cato, wobei die Vermuthung beslehn bleibt, 
dass Horaz vielleicht durch Verwechslung des Jüngern Cato 
Liebe zum Weine (Plut. Cat. min. 6. Sen. de tranqu. 15^ 
11) auf diesen übertragen habe. Richtig bemerkt Lob ker^ 
dass die starre stoische Tugend des Cato durch den Wein in 
Feuer gesetzt und erheitert werde. — V. 13. Hos s S. 5: 
Tortnentum ab exptignandis urbibus ad virn^ quam vinum 
hommüms adfert, translaium est. — Lene tormentum emum 
vocatur , propterea quod wm, ut artes, subruü et proster» 
nit^ sed incüat et lenüer concutit. — V, 14 f. Curae findet, 
wie Diiienburger bemerkt, seine Erklärung in arcanum 



*) Der Ausdruck ist aufzulösen: quocumque nomine lectum est 
Massicum , quod servas. Diiienburger S. 629 erklärt : 
,,Die Güte des Massikers hat ihn zu hohem Gebrauche be* 
stimmt^ aber wie hoch seine Bestinimuug sein inae, wenn 
er einem Messalla angeboten wird, so erreicht er dieselbe 
Tollstandig.** /'ingif , bemerkt er jetzt, vinum tarn, quum le^ 
gtretur, quippe quod videretur generosum esse, a vineae do^ 
mino ad certum quendam finem et usum olim esse de^ 
sUnalum, 



184 

cmMium „die verborgenen Gedanken^. Joco^ti« will Voigt 
S. 27 erKlaren ,,scherzerzeugend^% aber es geht hier eher 
auf die schelmische Weise, wie er die Geheimnisse des 
Innern entlockt. Vgl. I, 12, 3. IV, 15, 26. epod. 3, 20. Ein 
Grund von der einfachen Verbindung, wonach Lyaeo Ab- 
lativ ist, abzugehn, scheint mir hier nicht vorhanden. Un- 
ter Lyaeus ist hier die erfreuende Glut, die Bacchus erregt, 
zu verstehn ; es steht nicht g:eradezu für t>mum. Ein re- 
tegis näher bestimmender Dativ wäre hier nicht wohl an- 
gebracht. — Meine Deutung von V. 23 haben L u b k e r und 
Dillenburger gebilligt Auch Orelli nimmt sie jetzt 
stillschweigend auf, behält aber noch die völlig unpassende, 
aus der falschen Erklärung stammende Vergleichung von 
XuQiTBq ovtvyiuL bei. — Im Schlüsse V. 23 f. ist keine 
symbolische Beziehung zu suchen. 

Zweiundzwanzigste Ode. Heine symboltsche 
Ausdeutung hatGernhard part. I S. 6 mit vollstem Rechte 
verworfen. Der Dichter weiht der menschenfreundlichen 
Göttin der Berge und Wälder eine Pinie an seinem Land' 
hause, das sie beschützen möge, und verspricht ihr, bei die- 
ser, jährlich ein Opfer zu bringen. *) 

Dreiun dz wanzigste Ode. Vgl. B. III, 61. „Wenn du 
nur mit dem gewöhnlichen ländlichen Opfer die Götter anflehst, 
so hast* du nicht ihren Zorn zu fürchten (Str. 1. 2). Der 
Reiche mag grosse Opfer den Göttern darbringen, du brauchst 
diejses nicht (Str. 3. 4.). Denn wenn man reinen Herzens u 
den Göttern fleht, so wird ein reiches Opfer nichts mehr bewir- 
ken können, als gewöhnlicher Schrot (Str. 5). Das gewöhn- 
liche Opfer bezeichnen V. 2 f. V. 15f. V.20. **) Vgl. 

*) 0er Eber wird als ein sehr verderbliches Thier gewöbDÜcb 
den Gottheiten der Fruchtbarkeit geopfert. Moyers Pböni' 
zier I, 218. 

••) Vgl. Juy. IX, 137 f. XII, 87 flf. Fers. II, 75. Plin. XVIII, 2. 



1S6 

Stat. silv« I, 4, 1S7 ff. Plin. prooem.: Verum ei dm lade 
mHci multaeque genies supplkant et mola tankm $aUa 
lüant^ quia non habeni thura^ nee uUi fwi vüio deos co^ 
kre^ qmquo modo posseL — V. 17 ff. Meine frühere Deu- 
tung von immunüy die freilich sprachlich zu rechtfertigea 
wäre, lasse ich jetzt fallen, da der Begriff des reinen Her- 
zens hier notliwendig ist. Imnunis manus heisst die von 
schwerer Schuld unbefleckte Hand. Vgl. sat. I, 4, 68« Das 
Gegenlheil HI, 3, 52. *) Sumptuosa hosHa nehmen wir 
auch jetzt noch mit Orelli als Ablativ, wodurch die Dar- 
stellung lebendiger wird. Gegen den Nomin. bemerkt Orelli, 
<iass Horaz eine kurze das Wort schliessende Sylbe in der 
Arsis nur dann lang brauche , wenn sie auf einen Conso- 
nanten endige, so dass das folgende Wort p)it einem Vocal 
anlange, was aber leicht zufällig sein könnte. 

Vierundzwanzigste Ode. VgL B. III, 20. IV, 
p. Weber (S. 279 f.) setzt die Ode zwischen 716 und 
^^3) da sie für eine spätere Zeit zu streng sei (aber vgL 
'U, 6) und der Dichter (V. 25 ff.) noch an gar kein be- 



K lausen S. 635. Lersch antiqu. Vergil. S. 182 f. — V. 
13 f. hängt parvos deot tod tentare ab (vgl. 1^ 2, 26. 35, 7. 
") 18, 12) , doch wird es auch bei coronanUm hinzu- 
gedacht, 

) Immunis heisst im Allgemeinen frei ; gewöhnlich wird es mit 
näher bestimmendem Geuit. oder Ablat. , wie caedis, tcelt* 
^um, militia, ceterorum, munerum (Ovid. Met. IV, 5), ver* 
l>unden ; hier steht es absolut, wo sich die Bedeutung „frei 
von Verbrechen** von selbst herausstellt. Einen ähnlichen 
absoluten Gebrauch hat man aus Sen. Herc. für. 216 ange^ 
'Qerkt. Vgl. Gesner's thes. Lübker fasst es allgemein 
''ein, sowohl von körperlicher, als geistiger Reinheit, was 
wir als der Grundbedeutung ferner liegend nicht billigen. 
^versi penates heissen die Penaten, insofern sie dem Men- 
schen nicht beistehen, woher man ihre Gunst in Anspruch 
nimmt, wovou placare eigentlicher Ausdruck ist (I, 36, 2. 
11, 14, 6. sai. 11, 3, 206. epist. I, 16, 58. II, 1, 138. A. P. 
^10). Von einem Zorne der Penaten ist also hier nicht die 
Rede. Zu aram tätigere Juv. VI, ^^ ^^^» 2^^- 



IM 

stimintes Individaoin denke, das den Greoeln ein Ende ma- 
eben könne. Aber die schöne Hindeutung auf Octavian 
konnte keinem der Zeitgenossen entgehn. Die Stelle V.9S 
athme, meint er, einen eigentlich republikanischen Grimoi, 
eine Herabsetzung des ganzen römischen Treibens. InV. 
30 ff. findet er eine entschiedene Anspielung auf die schlecbb 
Unterstützung, welche Manner, wie Cato, Cicero, Brutus, bei 
ihren Anstrengungen für die alte Verfassung und für die 
Freiheit gefunden, woran bei vornrtheilsfreier Betracbtun; 
niemand denken wird. Das Gedicht steht zwischen epod. 
16 und 11 , 15 in der Mitte. Horaz Hess es in der ersten 
Sammlung weg, weil ihm II, 15 und 18 glücklicher da^ 
selbe Thema zu behandeln schienen. Unsere Ode kM 
an einer" gewissen Weitschweifigkeit und rhetorischem Pa- 
thos. „Alle Reichthümer können uns nichts helfen (V. 1—8). 
Wie viel glücklicher, als wir Römer leben die ungebilde- 
ten, schuldlosen Nomadenvölker (V. 9—24). Uns Ihul vor 
allem Noth , dass die ausgelassene Ueppigkeit beschränkt 
werde (V. 95—44). Der Reichthümer, welche uns alles Ue- 
bel gebracht haben, müssen wir uns entledigen (V. 45—511 
und die falsche Genusssucht in der Wurzel tilgen (V. 50- 
&2). Freilich unsere Reichthümer sind gestiegen, aber nidil 
die wahre Zufriedenheit (V.62— 64).« Hei d a. a. 0. S. H 
— V. 5 ff. Vgl. Kraft Schulschriften S.84ff. Obbarins 
Schulzeit. 1831, 710. Hoch auf dem Gipfel, wenn 
Reiche es zu grossen Schätzen gebracht hat, schlägt 
Nothwendigkeit ihren Nagel , das Symbol des unabwendba- 
ren Schicksals, ein, sie macht auch den Reichsten ein £nd& 
Ich erinnere an Sen. epist. 90, 15 : Indignari, si quid « 
ie iniqui proprie constitutum est: sed si haec imos sw^ 
masque necessitas alligat^ in graHam cum fato revertere^ ^ 
quo omnia resohuniur. *) — V. 24. Die richtige Deutu 



*) Die von den neuesten Herausgebern gebilligte Erilärai 
Orelli's, wonach die Necessitas üuf dem Gipfel des vo 



ttf 

gM DilIei>bQr|f6r: ,,Das Yei^ehen in der Ehe gfti der 
F«a als das höclisle Verbrechm oder wenn sie aicli doch 
ZB einem solchen Verbrechen verleiten lasst, wird sie mit 
dem Tode bestraft.«' Wie Lübker die Steile versteha 
will, lasst sich aus seinen Bemerlrangen nieht erlLennen. 
Boss wiU S. 6 nefas eridaren: inaudihm^ novum. — 
V. 30. In so verdorbener Zeit ist die Tagend selbst ver- 
hassl. ^ V.32. Vgl. Beck de interpret. S.87. — V. 34 ff. 
Die von uns versuchte Inlerpunction verwerfen wir jetzt 
ais irrig; nur müssen wir bemerken, dass nach V. 33 Fra- 
gezeichen zu setzen ist; denn die folgende Frage ist von 
dieser ganz getrennt. „Doch was helfen die Klagen, wenn 
nicht Strafe die Schuldigen trifft? Und was sollen Gesetze, 
wenn nicht der Sinn des Volkes ein anderer wird?" — 
Zu y, 39 vgl. Dillenburger S. 104. — V. 45 f. ist die 
^on uns angedeutete symbolische Deutung nicht so ver- 
werflich. „Wenn wir unsere Schatze aufs Capitol als Ei- 
genllium des Staates 'niederlegen , so wird uns Beifallge. 
ficirei, wie den Triumphator empfangen.*' Vocat scheint 
mn allgemein auf den Ruf des Volkes zum Capitol zu be-^' 
ziehen ; aber dass der Triumphator vom Volke zum Capitol 

Heichen erbauten Hauses den Nagel einschlägt, scheint mir 
nieht antik. Dass der Reiche sein Haus nicht vollenden 
l^ann (und dies könnte doch allein darin liegen), ist gar zu 
fremdartig; auch braucht die Necessitas deshalb nicht auf 
dem Gipfel den Nagel einzuschlagen, um den Bau zu hinter* 
treiben. Endlich kann summis verticibu$ unmöglich für sich 
allein den Gipfel des Hauses bezeichnen. Van Jan erklärt 
a. a. O. S. 282: ,, Wenn wirklich die grause Nothwendigkeit 
den am höchsten gehobenen Scheiteln (d. h. ober ihnen) 
ihre Nägel einschlüge.«« Vertex heisst bildlich „das Hoch, 
ste", selbst bei Cicero; beim Reichen kann es nur attf den 
höchsten Reichthum gehn, dessen Besitzer die Neceasitaa sich 
unterwirft, indem sie ihren Nagel einschlägt. Auf dem von 
Orelli angeführten etruscischen Spiegel will die Necessi- 
tas (Athrpa), neben welcher Meleager steht, einen hochauf- 
gehobenen Nagel einschlagen. Müllers Denkmäler 307. 
Archäol. der Kunst S. 607 Di» Ä»?abe von Jacob (Zeit- 
»ehr. f, d. A- W. 1840, 535) b^,olit auf Irrtbum. 



1« 

gerufen werde, kann unmöglich gesagt werden. „Der Bei- 
fallsruf, den wir zu hoflen haben, wenn wir unsere Schätze 
dem Capitol weihen, lockt uns derlhin^S sagt der Dichter 
ironisch , anspielend auf das einzige Gluck , welches den 
Römer der jubelnde Beifall des Triumphzuges zu sein schien. 
Dass dieses auch ein Triumph sein würde, den freilich we- 
nige zu erlangen suchen werden, scheint deutlich genug 
angedeutet. Vgl IV, 9, 39 ff. 

Funfundzwanzigste Ode. Vgl. B. III, 55. We- 
ber, der die Ode als Vorbereitung einer später nicht aus- 
geffihrten Verherrlichung des Octavian betrachtet, setzt sii 
in den August 724 (S. 279 ff.), Feldbausch 726. Vgl 
Teuffei in Jahn's Jahrb. 28,335. „Wohin reisst da 
mich Bacchus? Wo werde ich das Lob des Oötavian sin- 
gen? ^3 In Erstaunen bin ich gesetzt ob der unbelrano- 
ten, dem Gotte heiligen Gegend. «Ta nichts Niedriges verde 
ich singen. Wie wohl thut es dir zu folgen, dem begei- 
sternden Gotte V' — V. 3 f. : Quibus antris audiar tme* 
rere ist nur poetische Darstellung für quibus antris tf?» 
ram. — V. 7. Recens bezieht Lübker auf den frischei 
Hauch der Begeisterung; es ist vielmehr „frisch, noch nie 
vernommenes so dass es dem indictum „noch nie gesuD* 
gen^e entspricht;, beide treten erklärend zu insigne hinza 
— V. 7. Exsomnis erkläre ich jetzt mit den neuesten He> 
ausgebern „schlaflos". Vgl. W e 1 c k e r in R i t s c h Ts Bheiii. 
Museum i, 10 f. Nägelsbach S. 435 findet die horazi- 
' sehe Darstellung prachtvoll und ergreifend^ legt aber woW 
zu viel hinein. **) — V. 17. Nil parvum erhält seine Ef- 



*) Die Worte dieam — alio sind als ^in erltlärender ZusaU » 
der Frage quibus antris u. s. w. zu fassen. 

**) „In heiler IV^ondscheinDacLt — • f(>iern die Mänaden das nächt- 
liche Pest ihres Gottes auf einem Gebirge^ Thraciens, udiI 
warum nicht auf dem Hämus. Eine derselben (?)^arbei^«t 
sich in bacchischer Begeisterung durch Waldesdickicht <^^ 



laa 

därang in nil mortale , „Bichts, was Menscheti su besingm 
vermögen'*. — Zu.V. 18 fuhrt Axt zu Veslril. Spur. S.85 
\ü: CleiQ. Alex, cohort. p. 79: Kako^ 6 xiVdvvo; ^vjofto^ 
isfv nQog ^eov. Plat. Phaed. p. 114. Perioulum deutet auf 
lie gewaltige Aufregung hin, welche der Gott erregt, der 
lit Absicht am Schlüsse als Weingott bezeichnet wird'. 
iübker irrig: ,^5 ist eine gefährliche Bahn, aber doch 
^ern betreten, weil sie von dem Gotte stammt, der die Re« 
»an gibt." 

» 
Sechsundzwanzigste Ode. Vgl. B. III, 60. 
fillenburger S. 90 ff. V.l. Franke Fasti Horat. S. 57 
ermulhet sehr unglücklich duellis. lia muUo concinnior^ 
agt er, orüur senteniia eaque smiUima od. 4, 1. Das Ge- 
lebt betrachtet er als Entsagung der Poesie , da Uoras 
?ioe Gedichte immer als Liebespoesie darstelle. — V. 4 f. 
as Aufhängen an der linken Seite muss gewöhnlicher Ge- 
rauch gewesen sein, wie überhaupt die linke Seite bei den 
ämern ursprünglich als die glückliche galt. Das Beiw- 
ort der Venus tnarma (IV, 11, 15) beziehe ich jetzt nicht 
if die Macht der Venus, die auf dem Meere beisteht (I, 
, 1)^ sondern auf ihre wunderbare Entstehung aus dem 
eerschaume (Hes. Theog. 190 ff. Ovid. Fast. IV, 62). — 
7 lässt sich die angenommene Bedeutung von arcus 
cht nachweisen; doch ist die Anwendung der Bogen 
iffl Pfeilschiessen sonderbar. Waren es etwa kleine mit 
ler Krümmung (arcti^) versehene eiserne Instrumente 



Berg hinan ; plötzlich tritt sie, noch ehe sie es ahnen konnte« 
auf einen nicht mehr bewachsenen Gipfel heraiis, und vom 
Momle beschienen liegt das schneebedeckte. Thracieo (als Be- 
weis, dass die Peier im Winter stattfand, wird die Stelle Ovid. 
Faxt. I, 394 angeführt) vor ihren Füssen (vgl. Liv. XL, 21) ; 
links strömt in seinem weiten Bogen der Hebrus» rechts bil- 
det Am rhodopeische Gebirge den maiestäti selten Hinter- 
grund.«* 



140 

ran AirfspeiTeii ? '*^) — V. 10. Die in dem heissen Mem- 
phis *^ (liänflg bei den Römern zur Bezeicfammg Äegyp- 
fem genannt) liegende Besiehong erkennt Dillenburgei 
an. Beaia Cypms „das gesegnete Cypem^^ dentet daraol 
hin, dass Venus heitern Genuss liebt. 

Siebenundzwanzigste Ode. Vgl. B. III, 58 ff. 
Weber bemerkt, der Dichter schildere in unserer Ode die 
Reise , spreche aber zugleich Hoffnung und Trost zu. - 
V. 2. u w e n s S. 349 erklärte recineniis : adoersa com 
ti$. — V. 3 f. Ueber das Anzeichen vgl. Grimm „Deol' 
sehe Mythologie«« S. 654 f. Ueber aut Dillenburftf 
S. 104. — V. 5. Unsere Deutung von rumpai billigt Lök- 
ker. Orelli's Versuch ist ein merkwürdiges Beispiel von 
gewaltsamer Deutung; rumpat soW nämlich heissen t«M' 
dat itnpiis iter instkutum^ sdUcet ita^ ut huic omini sceM 
non pareant d. h. sie halte die Reise auf, doch so <i%ss 
die Lasterhaften sich nicht aufhalten lassen. — V. H 
Vgl Ouwens S. 348 f. — V. 10. Die „schlechlestf' 
aller Elisionen in den Oden des Horaz bemerkt 6. Het« 
mann in Jahn's Jahrb. 33, 248. — V. 21 f. Vgl Het- 
mann zu Lucian. de conscrib. histor. S. 129. — V. 291 
Unsere Deutung billigt Dillenburger; auch Orelli''^ 
sie stillschweigend benutzt und gerade nicht geschickt n» 
seiner Note verbunden. Dillenburger sieht hier „0« 
Symbol der Leiden und Gefahren, die auf den warten, wel- 
eher sich dem tückischen Meere der Liebe anvertraut ba^' 
— V. 34 f.* Die von uns gegebene Deutung billigt Di'' 



*) UciliusXXIXfr. 46.47 nennt in gleicher Weisf» neben d* 
Hebebaum y«i*rt/m. Orelli's Bemerkang : Arcus «^r 
loci causa , quam eo fine, ut sagittis figerent ianitorti ^ 
aemuloSf interdum gestasse comissatores cons^ntaneufli i^ 
gibt sich als völlig yerfeblr. dadurch zu erkenneo, ^^^ ^ 
arcui die Bestimmimg oppositis foribus minaces erbalteo* 

•*) B. I, 200 steht aus Versehen Theben. 



141 

lenborger S. 630, der bemerkt, sie selbst^ nicht lUe pi»* 
tos sei von bitterer Reue ergriffen. Neuerdings folgt er 
wieder der gewöhnlichen Meinung. Furor ist die Wutk ' 
gegen sich selbst , welche ihr die bittere Klage auspresst. 
Vgl. unten V. 70. Dass sie es wagte den Rücken des 
Stieres zu besteigen , kann unmöglich ohne Weiteres als 
furor bezeichnet werden. Pietas „deine väterliche Liebe^ 
tritt als Erklärung zu filiae nomen hinzu; denn ßiae darf 
man mitOrelli nicht als Dativ fassen, theils der Härte der 
Verbindung wegen, theils weil nomen nicht so allein stehn 
kann. — V.53— 56. Gegen Lübker's Verdächtigung dieser 
Stelle vgl. Fürstenau Zeitschr. f. d. A.W. 1844, 848.— 
V. 7 1 zieht Bernhardy das Präsens redtüt vor , als ob 
der Stier gegenwärtig sei, wogegen sich mit Recht Oreiii 
Anal. S. 22 erklärt hat^ Dass sidi der Stier zur Strafe dar« 
bieten werde, ist nur ein Scherz. -— V. 76 hat Orelli 
den Plural nomina jetzt richtig gefasst, nachdem er kjirz 
vorher (Anal. S. 22) die höchst unglückliche Deutung ver^ 
sucht hatte: Ubique apud omnes gentes sua cuiusqtie Im-' 
gua appellabitur tuo nomine. 

Achtundzwanzigste Ode. Vgl. B. HI, 62. IHe 
Neptunalien wurden nicht am 28, sondern am 23 Juli ge* 
feiert. Vgl. Härtung „Religion der Römer'* U, 98. — 
V. 8. Unsere Deutung billigt Dillenburger. — V. IK 
Lachmann Rhein. Museum HI, 616 will tum lesen; aber 
der Dichter setzt hier dem Wechselgesange den Einzelge- 
sang der Lyde entgegen. Zuerst wird das Festlied auf den 
Neptun von beiden gesungen, worauf dann Lyde mit ihren 
Liedern den Dichter erfreut. — Dillenburger's Inler- 
punction, nach welcher summa carmme mit dicetur verbun- 
den und nach dicetur Comma gesetzt werden soll; kann 
ich sowohl der Härte der Construction, als der Sache we- 
gen nicht billigen ; nur den Anfang und den Schlussge- 
sang, welche den Göttern, denen die betreffende Zeit gilt, 



1 



1^ 

gewidmet sind, singen beide zusammen. Naenia V. 16 mes- 
sen wir nach dem Gebrauche des Dichters (II, t,38. epist 
1,1,63) für „Lied" überhaupt nehmen. Lübker und Orelii 
legen Ungehöriges hinein. *^ Orelii hat meine Deutung 
des letzten Verses stillschweigend aufgenommen; ♦♦) mir 
• scheint sie jetzt nicht mehr haltbar, vielmehr deutet der 
Dichter an, dass sie beide bis zur Nacht zusammen blei- 
ben und dieser dann schliesslich 6in Weihelied bringen 
werden. Vgl. III, 19, 10. 

Neunundzwanzigste Ode. Vgl. B. III^ 57 f. 
Weber (S. 281) verlegt das Gedicht in die Zeit der Stadt- 
präfectur CO des Mäcenas, zwischen Frühjahr 723 und Au- 
gust 725. Heine symbolische Ausdeutung einzelner Stellen 
des Gedichts nehme ich jetzt zurück. Es besteht aus zwei 
flaupttheilen ; im ersten ladet Uoratz den Mäcenas zu sich 
ein (Str. 1 — 7). Schon lange harre ich deiner (\, 1 — 5). 
Verlasse doch endlich einmal deinen prächtigen Palast und 
lass es dir bei mir genügen (V. 5 — 16). Die Zeit ist ja }elü 
da, wo alles sich nach Ruhe sehnt und das gewaltige Rom 
meidet (V. 17 — 24); dich aber hält die Sorge um den 
Staat zurück (V. 25—28). Hier hat sich der Dichter den 
Uebergang zum zweiten Theile gebahnt, in welchem er das 
Glück heiterer Sorglosigkeit feiert, an welcher Mäcenas bei 
ihm Theil nehmen soll. Horaz will nicht etwa den Mace- 



*) Lfibker nieiut, naenia sei „das Sihluinmerljed — , wahr* 
sclieiulich wegen der Aehnliclikeit des sanften einwiegenden 
Tones desselben mit den Klagelauten der Leichenzuge, oder 
wegen ilcr etymülogiscben Verwandtschaft (?) zwischen nax^ 
ri't und pvajttCiJ einschlummern (Härtung 11, 247), 
oder wegen des OnomatopöetischeD, das in dem Kioderschlaf* 
liede i'i/^'i/ioi^ . bei Hesych. II c. 693 (s. Böttiger) zu Jie« 
gen scheint**. Orelii: de cantilena simplici et ad somnum 
invüanie dicltur» 

**) Jetzt lesen wir bei ihm: Nox h, l. veluti dea, quae amo^ 
i^um fruetum et donat et tuetur» 



148 

nas abhalten sich in Zukunft um den Steat zu kfimmerh, 
und ihm eine gute Lehre geben, sondern er stellt ihm sein 
eigenes sorgloses Leben als wahrhaft beglückend dar. „Die 
Sorge um die Zukunft, mit welcher sich so viele das Leben 
verbittern ist,, nutzlos (V. 29— 41); wahrhaft glücklich ist 
nur derjenige, der die Gegenwart ruhig geniessen kann (V. 
41—48). Ich bin frei von aller Furcht, da die Wechsel- 
fälle des launigen Schicksals mir mein stilles Gluck nicht 
rauben können (V. 49— 60).« Die Einlheilung Dillen- 
burger's, wonach V: 25--41 sich auf Mäcenas beziehen 
sollen (recordare futurarum rerum condiciones divina prt*- 
denüa praeclusas esse humaho intelledut), kann ich nicht 
billigen, weil dem Dichter der strenge Lehrton gegen Mä- 
cenas nicht misteht. — V. 6. Nee billigen Ob bar ins 
CJahn's Jahrb. 23, 375 f) und Dillen burger (ß. 34); 
uns aber scheint das nähere anschliessende, am Besten bo- 
slätigte ne den Vorzug zu verdienen. Lachmann ver- 
muthet Ate statt ne. Martin a. a. 0. S.IX hilft auf leich- 
tere Weise, indem er ne mit morae verbindet, wie ne häu- 
fig nach den Wörtern des Verbietens steht , und dieses 
halten wir für richtig, wobei naturlich semper udum zu 
verbinden ist. „Entziehe dich jeder Hemmung, welche dich 
abhält Tibur zu schauen".*) — Martin wirft im Folgen- 
[len nicht bloss mitPeerlkamp Str. 3, sondern auch Str» 4 
aus, "aber seine Bedenken beruhen auf reinem Missverständ- 
nisse. **) — V. 18 ff. Vgl. Anton a. a. 0. S. 17 ff. ^ 



*) Natürlich fallt hiermit unsere Beziehung von V. 8 von selbst 
weg, der nur die alte Berühmtheit des Ortes hervorhebt. 
Ovid. Fast IV, 71. 

) Peerlkamp's Grüade gegen Str. 3 nimmt er an, nur daas 
er den Anstos^ an copia fallen lässt, fugt aber hinzu : De- 
serendam esse urbem et eius deliciat iam antea salis indi- 
catum erat. Aber Horaz setzt hier mit bejter Absicht den 
jetzigen Aufenthalt i\es Mäcenas der schönen Ruhe auf «ei- 
nem Gute entgegen. Omitte mirari bezeichnet sehr gut, dass 
IVläcenas von Rom so gefesaelt wird, ili|S8 et »ich dav^m nicht 



*«■ 



I 



tu 



V. 62. Tum ziehen Lübker, Hauthal (zum PersiusS. 
SSO) und Ob bar ins (a. a. 0. S. 376) wohl mit Recht 
vor. Bentley's bessere Hdschr. bieten tum; Cmquiiis 
gärt tunCf ohne seiner Handschriften zu erwähnen. 

Dreissigste Ode. Vgl. B. 111, 57., Weber (S.236) 
setzt sie in den Sommer oder Herbst 732. — V. 1 f. be- 
zeichnen, dass das Denkmal dem Dichter mehr gelle, bIj 
alle von Erz und Stein, wogegen V. 3—5 die Unzerslör- 
barkeit desselben andeuten (keine Gewalt, keine Zeit kam 
es vernichlen). Vgl. Prop. 111, 1,55 ff. Ovid. MetXY,731f 
— Auch jetzt noch glaube ich , dass der Satz mit dm 
kräftiger eintritt , wenn er als Vordersatz zu dicar gefasA 
wird (wie III, 4, 36 ff.) , als wenn er die nähere Besliffl- 
mung zu usque sein soll ; auch ist mir das Asyndeton hier, 
wo eines vorhergeht (V. 6) und eines folgt (V. 14), zu an- 
stössig. Sollte dum als nähere Ausfuhrung zu usque stehn 
und hier gleichsam jihr Satz noch einmal mit besonderer 
Kraft aufschlagen, so wären die Worte dum — ponlifex ^ 



treoDon 211 künnen glaubt. Vgl. epist. I, 6, 9. 10, 31. ^''^ 
ist ganz unanaitössig. Vgl. Sen. epist. 104 (nicht 54, wie !><' 
Orelli steht), 5: Üt primum gravitütem urbis «xceisi ^ 
ülum odorem culinarum fumantium, quae motae, quiäq\i^ 
peuiferi vapor<is obnierant , cum pulvere eßunduni, f^^' 
nus -mutatam valetudinem sensi. In i\er Umschreibung ^^ 
Stadt zeigt sich ein heilerer Humor. Gegen Str. 4 bemerkt 
Martin: Non plerumque gratae sutU divitibus tales victff 
sed et raro hoc fit et si fit, maqnopere laudatur. Wir viJ* 
sen nicht, wie Martin leugnen will, auch den römischei 
Vornehmen habe die Abwechslung eines kurzen läocllic^)^ 
Aufenthaltes, bei welchem es an der reichen Pracht des Stadt* 
lebens fehlte, Freud« gewährt. Zu plerumque vgl. I, 34, >• 
III, 21, 13. Aehnlich steht auf eine uns aufFaUende Wei« 
^ope irt Vergleichungen. Vgl. IV, 14, 20. sat. II, 3, 268 Auck 
der Heirh^, saj^t Horaz, pflegt sich gern kurze Zeit Ati sl>|* 
len eirffadhen Lebens auf dem Lande zu freuen. Wie Mi^ 
ttn fragen kann: Cur divitibus, quam aliis vicessutU§r* 
tioret? b^grefft man ebensowenig, als den Austoss, welcbd 
er am Plural mundae cenae ntnunt Vgl. nur den auffalle* 
<kn Gebraseh III, 27, 76. IV, 2, 4. 



145 

m unbedeutend ; man verlangte eine weitere Ausiuhmngi 
m Virg. Aen. IX, 448 f. Merkwürdiger Weise übersieht 
)relli, dass die von ihm angeführte Stelle Trist. III, 7, 
ii f. ganz für unsere Verbindung spricht. Zum Ausdrucke 
[lausen S. 930. Die symbolische Deutung geben wir 
Bf. — y. ] 1 ff. Unsere Verbindung des Satzes qua — po- 
rulorummit deduxisse billigt L üb ker. — V. 12. Potens er- 
;lärlOowe«s S.351 clarui. — V. 13 t Fuss (Zeitschn 
. d. A. W. 1840, 1016 f.) will: Äeolios modos carmen ad 
ialum. AeoUum carmen ist dte lesbische Weise des Lie- 
es, Itali modi die römische Art der Darstellung, römische 
nsdrocksweise. Vgl. Pers. VI, 3 f. Lübker bezieht modi 
af Geist und Form zugleich. r e 1 1 i verbirgt die Sehwie^ 
igkeit unter der Umschreibung : Laiinis tetbis ita mättri 
^ra Btdtc&hm lyrica , nt maquOfn tioktur, sed perpe^i 
io Labm syUabarum qmtntUas toomn aique in omnibu^ 
ncera Latinae pöesis sereehir iMoles'. Er nimmt modi für 
I® Yersfdft uttd erklärt : auxisse IttMeos modos noito ge^ 
^. Dieses kann aber mfimöglich in deducere liegen, dasi 
)t aoch nicht mit Lu-bker deuten möchten „aus; der 
^ in die Wirktichleeit mirren'S Wie hier, steht modi III, 
72. Deducete bezeichnet das Uebertragen auf die rö-- 
sehe Spräche. 



fintier't Kritik. V« 



» » 



• • • - * . 

.1 .! 1 .' ..; 



Tl^rtefS Buch der Oden 



ET&te Ode. .Vgl. B. iV, II, Weber £5* .326 f.) 
bemerkt : ,,Da die gräcjsii;ejfi4e Umschreibung mit circa ä 
Eigene hat, dass siie lediglich das Weitere für das Engere 
setzt (?) (z. B. auch ol dfAipi llgiaßov fuff flgia^ipf) , so 
halte ich mich auch, an die bttc^isläblicbe Zahl und^yi^rstehe 
inrortlieh. des Dichters fünfzigstes Jahr, d. h. die Zeil 
zwischen seinem nennund vierzigsten und fünfzigsten Ge» 
huHstage, als^o das Jahr 739; und zwar nach Andeutuv 
der frischen Blumen Vers 732, so wie der bewdf? 
liehen Wasser (di^szu durchsch\^imnienden3riberstroi^ 
1,8, 8. Sat. U, 1, 7J) etwa ini Frühlinge." Die Slellang 
des Gedichtes am Anfange des Buches zeigt, dasis dexClicb- 
ter hier der Liebe nicht ohne Beziehung auf seine Poesie^ 
die er meist als Liebespoesie bezeichnet, Erwähnung thi 
die Liebe kann ihn jetzt nicht mehr erregen j, wie d'ami 
als er seine Cinara besang, woher er hier mit Absicht 
nen Vers aus dem ersteh Liede auf Cinara (I, 19, 1) m 
derholt. Da er nun hier den Maximus (centum puer 
tium) der Venus als würdigen Gegenstand ihrer Herrscl 
empfiehlt , so kann es nicht zweifelhaft sein , dass di( 
hier in Bezug auf eigene lyrische Versuche ehrenvoll 
wähnt wird. Vgl. 11^ 1, 39. Dass Orelli dies nicht e^ 
sehn will, nimmt mich keineswegs Wunder. Was mag 
Orelli wohl unter V. 16 denken: Laie Signa feret 



147 

oe, da« -er doch selbst erklirt: effkiet^ ui xkiricia tua 
ma üUque cekbrentur proferaturque ünperium tuum. 
ieser PauUus ist jetzt nach Horaz besonderi für die Herr« 
kfl der Venus geeignet , deren Macht er durch seine Lie- 
ir weit aasbreiten wird. Mit Orelii an den Sohn des 
ollus Fabius Maximus zu denken, ist kein Grund vorhan-» 
in, da puer auch von älteren Männern bis zu den vier- 
ter Jahren gebraucht wird/ Horaz, dessen schönste Lie- 
^szeit um seine vierziger Jahre fällt, kann sehr wohl den 
dhr als dreissigjphrigen Maximus auf diese Weise der Ve<« 
s empfehlen. — V. 20. Der Citrusbaum ist nach Spren* 
)1 der africanische Lebensbaum. Vgl. Plin. XHI, 30. — 
33 ff. Gegen Dillenburger's Annahme, Ligurinus sei 
früherer Zeit von Horaz geliebt worden, scheint uns 
e ganze. Fassung des Schlusses zu sprechen. Eine An- 
de des j|ängst den Knabenjahren entwachsenen Ligurinus 
Ire sehr ungeschickt. Im Traume verfolgt er den schö- 
n Knaben, der vor ihm fliehen will, ßei V. 40 ist nicht 
Schwimmen zu denken, sondern im Traume glaubt er 
IT den Strom hinwegzueilen , um den flüchtig enteilcn- 
1 (volucrenO Knaben zu verfolgen. 

Zweite Ode. Vgl.ß^ IV, 4 f. Weber, der die 

j (S. 316 f.) Ende 738 oder. Anfangs 739 setzt, meint, 

loniui» habe, mit Berpfun^ auf die zahlreichen Einflech- 

yen epischer Stofle in die Gesänge des Pindar den Ho- 

zu einer lyrischen Verherrlichung des Augustus im 

te dieses Meisters aufgemuntert , und zwar nicht ohne 

bissen des Augustus. Älit Recht bemerkt er, die Aeus- 

ng y. 27 ff. habe der Dichter ohne Selbsterniedrigung 

egebn, Ihuh tonnen, ,da er.ini SäcüMiede (besonders 

im drtUea>J3«che der Oden) gezeigt hatte, was er im 

.erhablfner Einfalt utad gelassenef ' GföSsheil«* ver- 

j. Dass dcir gewaltige DioWergeist des Pind^^.gleich- 

«Is GegenbiWiiiHi' einzigen Augustus ttergeslelU werde. 



als ein Genife, dem aflcs' gelinge («hnllchi; 1^,7 ff.), glaute 
ich auch jetzt noch annehmen zu müssen, wenn feh 
Im Einzelr^en symÄtofrsche Beziehungen des Lobes des Pii» 
dar auf Augustus nicht mehr anerkenne. Die Beziehai| 
von V. 5 f. und meine Beistimmung zur Vermuthung PeeHt 
kamp's itte statt lule (V. 2) nehme ich zurück. — Y.l 
und 41 will Lachmann concinet lesen, wodurch diei 
unpassend scheinende Unbestimmtheit entsteht: „irg(4 
ein grösserer Dichter wird den Octavian besingen", -t 
35. Ueber den clitus sacrae viae vgl. epod. 7. 7. An- 
brosch „Studien und Audeutungen" 1, 78 ff. Beck« 
„römische Altertbümer" I, 238. — V. 46 f. Die WorVi 
80l pulcher^ o laudande! glaube ich auch jetzt nochi 
Ausruf nehmen zu müssen, welchen die frohe Hoffnung* fc 
glücklichen Tages beim Dichter erregt, ähnlich wie o I> 
naee! III, 25, 19. Gar zu schwach scheint es mir, wei 
diese Worte hier den eigentlichen Gesang bilden sollen. ^ 
V. 48. Orelli hat auch jetzt seine auf blossem Schrei 
fehler oder einer Schlimmbesserung einer seiner Hands< 
ten beruhende Lesart procedü beibehalten und mit 
Eifer vertheidigt, wobei er bedeutendes Gewicht daran 
dass diese Handschrift die älteste aller bekannten sei; 
lein schon die Anordnung der Gedichte in derselben 
dass sie zum Schulgebrauche geschrieben wurde , i7< 
man sich an ganz gewöhnliche, ofl schlechte Handsch 
hielt, die gerade zu Gebote standen. ''^) Obbarius 



*) Procedit gewinnt durch diese älteste Berner Hant 
ebensowenig Autorität, Als mobilium I, 1^ 7 (wo freitic 
n über dem anlautendem m die richtige Lesart hei 
als das schlechte hoc m I, 8, 2, liutum I, 12, 57, 
17, 14, Semelae I, 19, 2, tjfuid si und num I, 24, 
iactihu$ I, 25, 2, adnacis, ditcrepei, votuptas I, 27,1 
tu, ffUcuntur und forsan I, 28, 27. 31, ut und at \ 
10. 18. piese aus uem ersten Buche gesammelten Bei^ 
werden dem Unbefangenen zeigen, wie wenig wir hert 
sind d«r Autorität dieser Handschrift ohne Weiteres i 
gen. Orelli geht in seiner Verblendung über seine 



14» 



>• S. 379 will dwm procedU erklären , ^wenn du mit der 
t^eefaerrlichung dies Augustus hervortrittst^^ Dillenbur- 
fer stimmt mit uns überein, nur nimmt er io Triumphe 
Is Gesang am Triumphtage, wogegen uns der Accusativ ie 
a sprechen scheint. Des Anrufes des Triumphes, der beim 
estzuge selbst ertönt, bedient sich der Dichter hier, um^ 
Leo nahen Triumph zu begrfissen. ßernh.ardy glaubt, te^ 
fue dum sei blosse Ausfüllung einer hjer vorhandenen 
iucke. — V« 57 ff. Orelli hat auch hier wieder njeine 
ansieht verfälscht, als lasse ich den Dichter andeuten : sese 
rae Antonio exigua'faculUUe poetica praeditum esse, ich 
inde im Schlüsse^ wie man bei mir, wenn man will, deut- 
sch genug lesen kann, nur eine leise symbolische Andeu- 
ung, dass er kein Dichtergenie sei, wie Pindar, sondern 
lur eine kleine Gabe poetijscher Kraft erbalten habe. Man 
asse dies nur nicht so plump, wie es Gernhard part. I 
>. 7 gethan hat, sondern lerne endlich einsebn, dass die 
yrische Poesie oft die leisesten Töne anzuschlagen liebt, wei- 
he sich auf wundervolle Weise zur Harmonie des Ganzen 
erbinden^ wie z. B. demjenigen, der von unserm Gedichte 
wahrhaft durchdrungen ist, das kleine Zeichen des Kalbes 
Iseine Ifindeulung auf den Dichter entgegentreten muss. Dass 
iese Beziehung richtig sei, wird der vor allem anerken- 
en, der weiss , in wie inniger Beziehung , oft in gegen- 
ätzJicher, bei Horaz häufig Anfang und Ende seiner Oden 
ehen. Vgl. 1, 9. S7. 11, 4. 6. 7. 11. 12. 16. 17. III, 6. 7. 
). 13. 15. 17. 19. 23 u. s. w. ♦). 



Schriften, welche hier ilireD,,E^er gegfn Regel weD.det, so 
weit, dass er behauptet, auch sein procedat, das' nur in einer 
Hdsc^r. steht^ habe a Coäd» maximam auctoritatem, 

*) Qr.elii brAuohte meiAeliiregea toicht su ibetnerken^ dass der 
Dichter nur ein seinetai JlI einen ßesitsil^uwA eatopoAohendes 
Opier zo bringen habe ,-wi« .er <is auob JI« XI ansepricht. 
Um diesen offenbar .vöiHiegeAdenfaiiiC handelt es sich hier 
nicht. • Statt dessen hktte er dj« «on DM4^nbttrger bei- 



156 

Difilte Ode. Vgl. B. IV, II. Wefber mochte die 
Ode als einen Epilog 2^um Säcularliede betrachten/*). Yj 
hält Orelli trotz der richtigen Gegenbemerkung von Ol 
barius (a. a. 0. S. 380), das Adjeclivuni impiger zeige. 
dass der Dichter an die Rennbahn denke, die irrige Dei^ 
lung bei. Für seine Erklärung: reducet in patriam föiir. 
er wieder das falsche Citat Od. 4, 4, 31 an ; es kann da- 
mit nur IV, 2, 17 gemeint sein, wo damum fedudt s\e]i 
aber nicht vom Rosse, sondern vom Siegeskranze. — T.(. 
Delia folia, die Blätter des dem Gotte von Delos geweili- 
ten Lorbeerbaumes , mit denen man zu Delphi den Siefr 
bekränzte. Paus. VIII, 48, 2. X, 8, 4. — In V. 19 w! 
Am eis keine Hyperbole finden, sondern einen bloss dich- 
terischen Ausdruck für die Alhnacht der Muse ; aber bei- 
des besieht zusammen. — V. 19 f. nennt Axt zumVeslnl 
Spur. S. 63: nugae canorae, blandi et fallaces änntlus.- 
Die von mir vorgeschlagene Interpunction werde ich so 
lange für nothwendig halten, bis man meine Gründete 
deriegt hat. Monstror digito steht im guten Sinne initf 
allein ohne ein näher bestimmendes Nomen, wie hier ÜJ- 
manae fidicen lyrae wäre. So in den Nachahmungen ni- 
serer Stelle Pers. I, 75. Mart. IX^ 98. 4. Vgl. auch Tai 
de orat. 7. Lucian. Somn. 12. Der zweite Grund liegt i 
dei9 Verbum spiro^ weiches nicht die Bedeutung ii»j>iraitf. 



gebrachte Hauptsteile Jl. ^, 454 f. (vgl. Mosjch. 11, 84 f.) >* 
fuhren sollen. Vgl. SUt. Theb. VI, 267. Claadian. de rap« 
Proserp. I, 129. Die letztere Stellte hat auch Orelli' 

*) Ameis in 'Jahn's Jahrb.' 28, 416 glaubt den Zusamm 
hang «»infach also bestimmen zu können : Qtii Musae frv^ 
poetica Jacultate praeditus est, is neque in ludit puhk 
neque in beÜir gerendis gloriam constctari studebii, sei 
recessu mo potia evadet nobilissinius , qualis in Til»^ 
mto eßo , qui a Romanis inUr vatum numerum summo 
iam refiror* Quae tarnen (?) obtigit mihi lau9 poetae, '< 
omn^m dthio omnipountis Melpomenee favori* . 



151 

8um httb^en kdirt. *) Ifrig fUhrt man dÄför IV,' 6, 29 an; 
dehn dort ist cfxrminis zu SfrirÜum'm beziehen (vghll, 16, 
38) ; spirüus sowenig, tls 9pirö kann ffir sieb allein dich« 
terische Be^isterung- bezeichnen. Der einzige Ausweg bei 
der ge^oÜnlicben Interpanction w§re, ^tiodais Accusetiv zq 
fassen , allein mit Re'cht hat man dies langst verworfen. 
Durch nnisere Inlerpnnction , der nichts entgegen steht, 
schwinden' falle Schwierigkeiten. Die Nachseteting des quod, 
durch welche Romatitze fidicen lyrüe bedeatend hervorge^ 
hoben wird, ist nicht auffallender, als sat. !,• 4, 17. 6, M. 

Vierte Ode. Vgl. B. IV, 5 f. ♦♦) Nach Weber 
(S. 322) ist unser Gedicht „kurz nach eingetroffener Nach- 
richt fiber den Sieg in den tridentinischen Alpen und ehe 
auch des Tiberius Mitwirkung zu den rätischen Kriegstha* 
\en in Rom bekannt geworden**, zwischen Frühling und 
Sommer 739 entstanden. Auch Schiller (Zeitschr. f. d. A. 
W. 1841, 457) setzt die Ode 739. — V. 2—4 u. V. 6 hält M a r^ 
tin S. Xlf. mit Peer Ikamp für unächt. Zunächst nimmt 
er mit Peerlkamp daran Anstoss, dass hier vom Adler, 
überhaupt die Rede sein müsse, V.'2— 4 aber vom Adler, 
der den Ganymedes raubte, gesprochen wird. Die Sag^ 
pflegt aber bekanntlicii die Eigenschaften von-Thieren «es 
einzelnen mythischen Ereignissen herzuleiten. Man denke 
an die Sage vom Raben, der durch den Fluch des Apollo 
die schwarte Farbe ^hält, von der Nachtigall (Procne oder 
Philomela), an die sonstigen a^ahb^chen Thierverwandlun- 
gen, um von der Schlange in der Bibel' nicht' zu sprechen. 
Besonders auffallend scheint Martin V. 4 fideU^ inGany^ 






*) Orotefend (Zeltschr. f. cl. A. W% 1843, M2 f.) erklärt: 
. spiritu meq et aru canendt placeo* 

*^ Eine italiaaheheUtberfelsiittg d^r Ode nehst Isthetiach-phi- 
lologischer Erkläruag gab Bernardo Quaravtd 1828. 



in 

mede flaw; *) «ber m ,nM dpia JUm^n ^il^r ?ßfm^ 
;zeic|in0t hav^ig , dass iw Adj^^tiv^m .pfler yert)i|9i in Be- 
zug auf irgend ein VqrliAUiiiss einer ;F€»rsiM(i iipsgesagt 
.werde (Krüger S.5tO), .und jso Isunn fi^eks .m.ßaa^ 
«ehr wohl heissen: „trou, als es i^ich um den ((jta^yaiediif 
JkaodeUe, ?beiin Ganymede&^S f^och jM^eniger bed^fet Mar- 
,tin's Beinerkung, Juf^piter stelle y. 4 W tonlos; denn da 
Ton soll hier auf Gaimfmede ruhen. Peerlkaai{>'fii Griind 
gc^en Uubwrum V. 6 yco^irft .^ , dooli »cheiiirt ibpii der 
ganze V.er^ propter mßlepfam eius^em rei repetßüoßep 110- 
ertraglich. Aber wer wird wegen V. 6 in dem kräftigen * 
ßol^os y. 8 eine Tautologie sehn? — V. 15 f. Unsere Dev 
tung, wonach ubere Adjectivum zu lade ist (so schon Jahn 
nach W.a d i US) , billigen Dillen burger S. 630 und Teuf- 
fei GJa.hn's Jahrb. 41, 451). Aus Claudian. de III con- 
pulatu Honorii 77 f. (ht leo , quem fulvae matris sfelmco 
i^gebat Uberibus solitum pasct) könnte man schliessen wol- 
len, dass schon dieser JDichter ubere als Substantivurn p- 
nommen. Vgl. auch Prudent. Peristephanon. X, 663; ^ 
Qlim lade depulsum. **) Lachma.nn venuuthet (a.a.O. 
S. 616) iam (made!) depulsum. — V. 17. Die Lesart Bd 
pimmt mit Recht Dillenburger S. 630 in Schulz, det 



*) Quomodo fidelis esfe potumt in ipßa Ga^n/ix^def in .^^erioni 
eius^ ,e^idem ^t fa^eor non int^Ui^ere* 

'**) .0,rp,lli m^ipt, da$ Epithet(/fi ubere sei hier prprsus oüo' 
sum, immo ineptum; nee vero convenit cum part. iam, (f^ 
posita est loco. Xher über ist mq schön niAleudf'^ B^iwoi^ 
yrslchfA durch da^ zwischeugesetzte iam hervorgehoben wini) 
.nach eioep] bekannten Gebrauche rhetorischer Wortstellan;- 
Bichtig 'D i lle n4) u rg e r : Etiamsi uäer est matris lac, f» 
tempore leo, ifui carne vetcatur^ vix idoneus est^ tamen i«- 
sUus vigor catulum iam depellit» Schiller, der a. a. & 
bemerkt, schon Reisig ad Oed. Col. p. 266 habe wegen m 
doppelten Abi. auf Soph. Ai. 310 terwic^^ii (aber 41^ ubm 
lade depulsum scheipt nn^ ganz andrerer Art), fuhrt ß' 
^den absoluten Gebrauch von depellere Öaipurn ' ed. II, ^ 
an! ^ B. I S. 365 Zv 10 t. u. ist Mb ubere atatt ab Itx» 
1(1 lesen* 



IM 



Form Bkhl ipit Vanderb'oarg und S^cliwab abfle^ 
mtiv %uÄlpäm9 liiiamt (vfi. Plhi. III, 24) , sondern alsNo« 
ninativ; doch stimmen wir ihm nicht bei, wenn er nack 
g&rentm Comma setet , so dass der Dichter habe sageia 
wollen : tidere RaM — ; VmdeUd diu lateque u. s. w. , 
durch den zwischengeschobenen Setz aber eine Anacoluthie 
entstanden sei. ^ach IV, 14, 8 iL ist es unzweifelhaft, d«ss 
unser Dichter den Namen Vindeäti allgemein für die den Rö- 
mern feindlichen Alpenvölker braucht und unter ihm soxtohl 
die Genauner und Brenner, als die Räter begreift, wonach 
er auch hier , wie schon Senrius und die Scboliasten an- 
nahmen, Jt(ie/t Vmdetiei braucht „die rätischen Vindeliker^ 
zur Beaeichnung der Räter. *) — Die viel bezweifelten 
Verse 18-^22 verwerfen auch Bernhardy und Martin. 
^\ss^ der sie vertheidigt (quaest. Horat. II), verbinde! 
deductus per omne iempus. Diitenburger will in die- 
sen Versen die Andeutung sehn, die VindeÜker -seien ein 
Icriegerisohes, den Romern bis dahin fast unbekanntes Volk. 
Der Dichter wollte die unbändige Wildheit des von Drusns 
l^esiegten Volkes hervorheben, und hierzu wählte er einen 
Ittr die Römer sehr auffallenden Zug, nämlich die BewafT- 



*) Jq der Tropäeninschrift der Alpenvölker (Plin. III, 24) wer- 
den unter ändera genannt : Breuni , Gvnaunes, Findelico" 
rutn gintes quattuor. Im Leben des Horaz lieisst der Sieg 
des Tiberius und Dru»us Vind^lica, Suetou dagegen nennt 
den Drusus dux Baeüci belli (Claudi 1) und den Krieg Rae^ 
tifium yindelicumque bellum (Tib. 9> Dio LIV, 22 nennt 
nur die Riiter, Velleius II, 95. 122 Raeti Vindtlicique und 
unigekrlirt. Bei Plorus heisst es von Augustus (IV, 12^4): 
Ontnjes illiuß cardinis (Mpium) populos^ Breunos, Cennos 
{Ggfutu^nos ?) ßi^t^e yinäeUccs per privignum suum Clau- 
dium JDrusum perpacaviu Suelop sagt von Augustus (Aug. 
2t) : Raeiiam it FindeUcof ac Salassos gßntes inalpinas 
(dornuit). Strabo (IV, 6, 332 ^..Taucho.) unterscheidet Rä- 
ter , Vin^eliJt-er und JSoriker ^ die alle durch Tiberins und 
Drusqs zur Ruhe gebracht worden seien. Auch Plioius 
trennt bestimmt die Bäter und Viadeliker , cUe beide in 
vie^ civittit€s getheilt seien. 



iS4 

Atiog mit Beilen, welche sicher kein InUärpoIätor erftindeD 
habeft würde« Diese Bewaffnimg bezeichnet er als eine 
oralte {per omne lempti«), die sich von der Roheit fabel- 
hafter Zeiten herschreibt (daher Amazonia). ,,Woher bei 
ihnen jene seltsame Sitte stamme, sich mit Beilen zu be. 
wafihen^S s^gt er , ,,wili ich nicht untersuchen, da man Ji 
dech nicht alles erforschen kann.<^ *) Er gibt hiermit zu er- 
kennen, dass jene Sitte, welche sie ihren Feinden furchtbar 
taacht, ein Ueberbleibsel aus der ältesten Zeit dieses in sei- 
nem Ursprünge .unbekannten . Volkes sei. Mag man anck 
die Art des Ausdrucks matt finden, obgleich man in sol- 
chen Dingen nicht zu vorschnell nach unseren Vorstellun- 
gen aburtheilen darf, der zu Grunde liegende Gedanke, wel- 
cher die Roheit des wilden Volkes hervorheben soll , ist 
sehr passend, um den Sieg zu heben, und wir dürfen des- 
halb mitnichten an der Aechtheit der Stelle zweifeln. Teu/- 
fel (Jahn's Jahrb. 41,451) will hier gar etwas Ironisches 
3ehn und meint, es erkläre sich dieser eingeschobene SaU 
dadurch, dass der Dichter es darauf anlege , das Gedielt 
weit auszuspinnen, „weil man die Länge des besingenden 
Gedichts mit deriGrösise und Wichtigkeit des zu besingen- 
den Gegenstandes in ein näheres Verhältniss setze, als mit 



*) Fas est heim hier nicht «,68 ist recht«, sondern „ea'ist ge- 
stattet, ist möglich^*; der Satz enthält also den Grund za 
quaerere dittuti. Er mag dieses nicht untersuchen, weil es 
zu den in Dunkel gehüllten Punkten gehört, deren Erfor- 
schung nicht möglich ist. Zu V. 18 erklärt Ore 11 i jetzt, an 
unsere Deutung sich anschliessend : equidem investigare ad' 
hue iniermisi , neque id curo. Bei V. 21. 22 findet man 
folgende trostlose Vertheidigung : Manifeste est id Hora» 
tium egisse, ut loco de Findelicis aliquantum immoraretur ; 
id quod optime fieri poterat more aliquo cor tun insigni 
describendo — atque ad eum Pindarica utitur digressione, 
quae gravitate minime cavet. V. 19. 20 lesen wir die 
grundfalsche Deutung von per omne tempus: ex quo eos no- 
vimus; das wolltf! wenig sagen; der Dichter meinl, durch 
alle Zeit^ von Alters her hindurch habe sich diese Sitle 
erhalten. Vgl. III, 17, 4. S. auch Weber S. 319. 



unseren Begriffen sißih vereinigen l^fst^^ — Marlin ver** 
wirft V. 29—^36 als ungehörige lRtei|>elaiion, weil sie den 
Zusauimenheng unterbrechen und nichts weiter enthalten, 
al3 was bereits V« 2^5-^28 angedeutet ist , indem sie dies 
in allgemeinen Sätzen aussprechen. Aber auf diesen aUge^ 
o^einen Sätzen ruht der Uauptnachdruck, da sie mit ganzs bte- 
sonderer Kraft den £influss hervorheben, den Aogostos 
auf Drusus und Tiberius g^übt; sie enthalten die nähere 
Ausführung vpn V* 27 f. ganz mit der dem Uoraz eigenen 
treffenden Klarheit. — V, 41— 48. Auch diese von Peeth 
kamp' angezweifelten Verse finden bei ,M.a,rtin keine 
Gnade. Wenn Peerlkamp anfuhrt, den ersten Sieg ober 
den Hannibal in Italien hätten die Röm^ nicht am Metaur- 
rus, sondern vi<el früher bei Noia erfochten, so ist dagegen 
zu bemerken, • dass die Schlacht am Metaurus die erste ent- 
scheidende Niederlage war, die den Hannibal an seinem 
Glucke ver^weifelp Uess und ihn bewog sich an. das äusser*- 
ste ßnde von Italien zurückzuziehen (Liv. XXVII, 51). *') ' 
Den Zweifel gegen equitaoü hat schon Orelli,. wie Mair«* 
iin anerkennt^ beseitigt. Wenn Peerlkamp an Romamä 
pubes creeU „das römisK^he Volk erhob sich^' Anstass 
nimmt 5 so verkannte er, dass R(mana pubes hier ähnlich 
stellt,, wie bei E([inius ^nd Horaz Romana mventus. (VgL 
B. U, 277). **) Tumultus V. 47 scheint Peerlkamp zu 
schwach; wir glauben dagegen, dass dj3r Dichter das Wort 
hier von der allgemeinen Verwirrung braucht/ welche Han^ 
nibal -in ganz Italien erregte. Irrig, behauptet Orelli, es 



*) Höchst unglücklich und nichtssagend ist, wie Martitl be- 
merkt, hier Or eil i's Vertheldiguug : Quidni fforattMts, dum 
Claudios Nerones patricios summis laudibus exlollit , M, 
Claudium Marcellum plebeium praeteriens , praeclaram il' 
lam victoriam'a C. Claudio Nerone ex HannibaU relatJim 
primam tali nomine di^nam vocare potuerit ? 

**) Van Jan a. a. O. S. 281 bemerkt, f?s komme bei tumultus 
nur auf die geringe Entfernung von 'der Stadt an (üüder- 
lein Synon. V, 363). 



IM 

beseiebne iMum itüemeokmmy was ai» Cic. Pbil. VIII, 1 
mit nichlen Mgt. *) Die Bedenkefti gegfen V. 46 halt 
Martin fdr ungegrandet, meint aber als Hauptbeweis ge- 
gen die Aechtheit anfuhren zu dürfen, das^ in V. 41—48 
fremde Dinge ekier spätem Zeit ganz ungeschickt einge- 
seiioben würden. V. 41 — 44 führen sehr schön aus, wie Han- 
AiM durch jenen Schlag ierschüttert wurde, V. 45—46, wie 
jener Sieg den Wendepunkt für Rom's Macht gebildet, ^r- 
tig «etat man nach V. 48 Comma oder Colon, da post lioc 
aitf enie spätere Zeit geht, als wo Hannibal, bald nach je- 
ner Schlacht, die von V. 50 an folgenden Worte sprach. 
V. 41 — 48 dienen bloss zur Hervorhebung der Wichtigkeit 
jenes Sieges, weshalb nach V. 48 ein Punct stehn moss. 
„Und es sprach nun endlich Hannibal^^ (nachdem er so 
lange vergebens Rom zu unterwerfen gehofft hatte). Bei- 
spiele des que nach dem ersten Worte eines Hauptsatzes sind 
auch der Prosa nicht fremd. Weissenborn S. 375. — Xu 
V. 50 vgl, 1, 15, 29 ff. Mart. XllI, 94. — V. 65-68 er- 
klärt Martin für unächt. Zunächst nimmt er an evei 
Anstoss, wofür das Futurum stehn müsse; aber das Präsens 
stellt viel lebendiger die Haupthandlung dar, und es ist be- 
kannt genug, wie sehr die Dichter den Wechsel zwischen 
Futurum und Präsens lieben. Auch kann die sonst unge- 
wohnte Bedeutung von enemre beim freien horaziscliefl 
Sprachgebrauchs nicht auffallen; doch vergleicht Dillen- 
Bürger Colum. IV, 33, 2. Exiet hat freilich an Mei- 
necke und Orelli Freunde gefunden, aber wir glauben 
nicht auf so schwache Autorität hin dem Horaz eine Fom 
aufdränge zu dürfen, welche sich freilich die africaniscii« 
Latinilit erlaubt hat. Vgl. Obbärius in Jahn's Jahrb. 
23, 374. Nichtssagend ist Martin's Vermutbung, der In- 



") In der Satire der Sulpicia V. 50 lieht äh^lich: Jn ma§ii 
adversis staret Romana propago? Das. V. 40 scheint mir 
magiitris irrig, vielleicht aus V. 46 hineingekommen* ^'^ 
Dichterin schrieb wohl JRomana iuventusn 



IW 

I 

erpolator bM>e den Gedankt ^us Lir. XXVII, 14 öder 
lustin. XXXI, 6 genommen. Auch' ist der Anstoss, den er 
nit P e e r I k« m p m proelia 4^iugibus hquetida nimmt, 
ranz grundlos ; es heissl dies offenbar „Schlachten , deren 
ich die Gattinnen mit Stolz auf ihre Manner rühmen wer* 
len^. — Auch die letzte Strophe des Gedichtes erklart 
rl artin nach Peerlkamp für unicht. Uannibal iürehtel^ 
illes von dem siegreichen Claudius Nero, der seinen Math 
gebrochen hat. Dies hebt der Dichter, weicher die eddn 
>prossen der gens C4audia preisen will, mit besonderer Ab* 
licht hervor , und zwar so, dass es fast zweifelhaft bleibt, 
>b die Worte vom alten Claudius Nero oder von den jim- 
ren Neronen gesagt sind. Der Diditer legt sie dem Han« 
libal in den Mund, doch erhalten sie auch eine Beziehung 
juf Drusus und Tiberius. *) , 

Fünfte Ode. Vgl. B. IV, 5. Weber (S. 327 f.): 
„Ode 5, eines der gemüüilichsten und poetischer Heiterkeit 
vollsten Stucke unter allen borazischen Oden, zugleich das 
herzlichste und aus vollster Seele des nun langst mild und 
ruhig- gewordenen edlen ^Sängers gehomiaene Preisgedicht 
auf Angusfus , gehört in dfe Herbsttage des Jahrs 740>* 
Die beiden ersten Strophen enthalten den dringenden Wunsch 
nach der Ruckkehr des Augustus, den Senat und Volk zo^ 



Peerlkamp's sonderbare Bedenken gegen die Sprache., 
sogar gegen CLaudiae manus, wo er Claudii wollte (vgl. nur 
JJectoreis opibus 111,3,26» fferculea manu II, 12,6. Weis- 
senborn ^ 204 Auin. 3) , hat M a rt i n mit Recht «erwor- 
len, über seine ei^^eneu sind von keinem grössern BeUinge« 
Wenn ihm defencUre zu schwach scheint , so übersieht er, 
dass der Ausdruck mit Prägnanz steht in der Bedeutung „idi 
«eUeiL Schtita nehmen'«,, wie tV, 6, 27. Fernem m^ipt er, 
zu curaß sagaces habe ipsorum oder suae hinzugefugt sein 
müssen; aber schon der äussern Slructur nach erkennt jeder, 
da«s bei curae sugttces nicht an den Jupptter lu d«nkrn 
ist 9 (lesseii Name hier überhaupt wenig hervorgehoben wird« 
da der Nachdruck auf 6eni£;no numine ruht, welchem curae 
sagaces parallel steht« 



156 

ritokwfinscheii. Sehon zu huge bat das Valeriana sehn 
auohtevoll ihm entgegengeharrt (Str^ 3. 4). Das Giücl 
welehes dem Staate unter Augutsliis zuTheil geworden, schil 
dem Stn 5 — 7. Friede herrscht zu Lande und zu Wassä 
(Str. 5). Die Heiligkeit des Faroilienlehens ist wieder hei^ 
gestellt (Str. 6). Der Ruhm des römischen. Namens n^i 
aussen ist von Neuem begründet und jeder lebt heiter m 
Zufrieden, froh, dass dem Staate ein solcher Retter zu 
Tbeil geworden (Str. 7 — 9). Durch die geschickt einge- 
fi^te Erwähnung der göttlichen Ehren des Augustus hat 
steh der Dichter den Uebergang zum /Schlüsse gebahnt, in 
welphem er die Freude über die baldige Rückkehr des Ao- 
gustüs ausspricht. In Str. 10 kehrt die Ode zum Anfange 
zurück^ indem der Dichter sich ganz in die Stimmung des 
glücklichen Tages der Rückkehr versetzt. Unmöglich kön. 
nen diese Verse auf jeden einzelnen Tag bezogen werden, 
wogegen freilich V. 29—36 eine allgemeine Schilderun; 
der Heiterkeit und Zufriedenheit der Bürger bilden, so da&( 
man aus ihnen nicht mit Weber denSchluss ziehen M 
das Gedicht sei im Herbste geschrieben. Y. 57 f. enthal 
ten den Glückwunsch, mit welchem die Römer den Aogv- 
slus empfangen werden, wobei der Gebrauch 4^s Präsens 
diomus ohne Anstoss ist. — Zu Y. 23 vgl. den Gegensatz 
Juv. YI, 80 f. 600 f. — V. 35 f. verbinde ich jetzt mit 
Orelli und Dillenburger S. 92 f. memor Castoris et 
magni HercuUs. 

Sechste Ode. Vgl. B, lY, 2 f. Neuerlich hat Mar- 
tina, a. 0. S. XY ff. nur z^ei Strophen unseres Gedieh- 
tes für §cht anerkennen wollen , die erste und siebente. 
Apollo wird zuerst als Gott , der den Frevel straft, wie er 
den ^Gerechten erhebt, gepriesen, und zwar wird hier der 
fromme Urahn Rom'tf, Aeneas, mit Absicht hervorgehoben. 
Wie passend dies beim Säculargesang , bei der Feier des 
langen Bestandes von Rom sei, ergibt sich Von selbst, auch 



ohne V^ifteidittiig von carm. aaee. 37 ff. Dies ubecsah 
Mar tili gana und gar , wenn er behauptet, die groaoiB 
ksföhrung ul>er Achill sei völlig zwecklos ; partim inepia^ 
igt er hinzu , simulque eo moUala , quod inter ip$am dei 
ippel^oHonem est interposita. Horaz feiert zuerst die Uacht 
les Gottes, der sich des Aeneas angenommen, und geht 
lann erst zu seiner Bitte über. An V. 6 nimmt Martin ge- 
ivaltigen Anstoss. Er fragt, wer die ccferi $e\en ? Offene 
)ar alle übrigen , mit denen er kämpfte, „Freilich sonst 
:onnte ihn keiner besiegen, dir aber unterlag er/* Wenn 
Martin bemerkt: Quid ndrum, si — deo impar fuii?, so 
ibersiehl er die ironische Färbung der Stelle : „Er glaubte 
inüberwindlicb zu sein, aber doch fand er seinen Gegner 
»n Apollo." *) Das kräftige iUe V. 9 und 13 findet er 
»Jer miössig , weil die Allen solche Wiederholungen nur 
rauchen sollen , wo von derselben Sache die Rede ist; 
Uein die Wiederholung dient zur Hervorhebung des Ge- 

*) Auch jetzt noch muss ich gegen Ore 1 li darauf bestehn, 
pugnax für sich absolut zu nehmen. Das einfache pugnax, 
meint Orelli, wäre für den Dichter zu malt. Aber Ho- 
M^ braucht das Wort auch sonst ganz ähnlich (lll, 3, 27;, 
"nd hier tritt es mit besonderer Prügnanz am Schlüsse auf, 
ahnlich wie inermem I. 22, 12, superstes II. 2, 8, cruenta II, 
o> 16. Vgl. auch Voigt S. 3. Noch weniger will es sagen, wenn 
y/elli auch hier wieder mit seiner fixen Idee ▼oVrückt, 
uie Cäsur l^ide nicht, dass man cuspide von pugnax trenne. 
Horaz beginnt sogar im letzten Worte der sapphischen Stro- 
phe einen neui-ii Satz (II, 10, 16). Nicht seilen ist das 
erste Wort de»' adonischen Verses ein Vocativ, -der als 
»olcher hervorgehoben wird (I, 22, 4. 25, 7). Oft stehen die 
beiden Wörter des letzten Verses in 'keiner innern Bezie^ 
"^ög, wie 11,10,8, wo sobrius für sich hervorgehoben wird, 
wje hier pugnax. Wir kommen später noch einmal auf die 
sonderbare Lehre OreUi's von der Cäsur zurucL; hier sei 
nur bemerkt, das« es Orelli vorbehalten war, im adoni- 
schen Verse von einer, Cäsur zu sprechen — und dieis da, 
^o der Vers aus zwei VVörtern besteht, von denen jedes 

, einen Fuss hat. Wir verweisen nocli auf I, 15, 16, wo 
y'elli wohl der Cäsur zu Liebe thalamo graves verbin- 
den muss. 



geiisatses. ,, Jener fiel; sonst wirde er grMnam die Stadt 
tersISrt haben/^ ^) Martin tadelt besonders die Anfü- 
gung mit m; zuV.13 sei als Bedingung zu ergänzen: m 
a ie wierfechu e$$et ; nun komme aber noch ein anderer 
unpassender Bedingungssatz nach. Dies ist irrig. Za Y. li 
ist kein Bedingungssatz zu ergänzen , sondern die Bedin- 
gung folgt erst : ^Mit Grausamkeit wurde er alles bis aif 
das Kind im Mutterleibe gemordet haben, wenn nicht Jop- 
piter es auf die Bitten des Apollo und der Venus anders 
bestimmt hätte«^^ WiePeerlkamp und Martin am Epi- 
theton graia V. 31 Anstoss nehmen konnten, sieht m 
nicht ein; die „reizende«« Venus (vgl. 1, 19, 7. IV, 13,2^ 
ist biet sehr wohl an der Stelle. Ganz ahnlich steht ^ 
cen$ 1, 18, 6 (vgl. 1, 4, 6). V. 22 soll vocibus statt pn- 
cäms (epod. 17, 6. 68) und V. 23 rebus Aeneae statt des 
einfachen Aeneae (I, 2,26. epod. 9,37) nur der Stxsnoih 
seinen Ursprung verdanken.**) Was den letzten Thel\ des 
Gedichtes von V. 29 an betrifft, so stimmt Martin hier 
ganz mit Peerlkamp tiberein, der sogar aus «dem Sdo* 
lion des Acro: Hymnum hie ApolUni dicü et cammetä 
ccfrmina sua saeculäribus ludis , schliessen >vill , der Ver- 
fasser jenes Scholions liabe das Gedicht nur in der VVeis^ 



*) l)as TOnButtmann und mir Tef mutbete eaf^lor iüittOrelH 
für de» Horaz unwürdig, wir möchten wissen weshalb. ^^^ 
auch das Wort sonst nicht vor , so dass in der Stelle (|<{ 
Anthologie ricblig raptor g^elesen würde, so apräche (li^> 
keineswegs gegen den Gebrauch bei unserm in Neubildaos;^ 
kühnen Dichter. Eine sichere Herstellung ist hier, wie ^^ 
bemerkt haben, nicht möglich 

**) Oreili hat gegen mich richtig bemerkt, dass bet Acro ui«i| 
Porphyrio V. 28 nicht leniSf wie Braun hard hat druciei 
lassen, sondern levis zu lesen ist, bei Acro statt lenii*\ 
verbis : levis, imberbis. Dass aber Unis hier wegeo «^ 
Anfangs des Gedichtes an' sidi nicht passend sein wurde, il 
völlig grundlos, da Apollo V.25 ff. von seiner mildero Sei 
beschrieben werden soll. Lenis würde hier stehe, wie Ut 
18, 3. Vgl. I, 24. 17. carm. saec. 14. üebrigens habeid» 
auch früher bereits /et/u vorgezogen» 



gekannt, wie er M^bst -es j^tzt besdmiHan hal. E$ ist «ehr 
passend, /dass^ Höras sete Gedicht mit dem Anrufe ^i^i den 
Apollo beginnt und sich von ihm erst «n den Chor selMwi^n» 
det, wobei er aber in die Anrede »n die^^n dus* I^ob dor 
Diana ^ watohes gar niebt fehlen darf, einfliessen llte$l. -«> 
V.36. Meine. Deutung billigt DiMenburger S. 93. ,0.r«lli 
bemerkt dagegen , ictu$ l^önne .nioht vom Anscbldgen deir 
Leier (peUere fyfwni) verstanden werden, iwie es doch, wfis 
Orelli entging, PHn.XXXiV, 26 (19} steht. fibenSto .nnge.^ 
gründet i^t die andere Gegenbemerkung : Horatium niB po^ 
tice quidem dicere potuüse S£met ipsum lyram esjs'e .f^trfni«- 
inim. Nennt er sich ja selbst Romanae ßdicen lyrae (iV, 
3, 23). So wenig wir uns denken , dass Uoraz beim. Ab- 
singen des Sacularliedes den Takt angegeben habe, so won- 
nig brauchen wir das Anschlagen der Leier als whiU^ch' 
anzunehmen. Es. ist dies nur uneigentlich zuverstehn, wi^ 
so viele Erwa^Tiungen der Leier ^nd des Plectrums. Alan 
vgl. Bur I, U,, 20. IVj 9, 4. epod. 17, 39. Pers. VI, 4 ff. 

Sieh.ente Ode. Vgl. B.lV,8f. Weber (S. 328^0 
setzt das Gedicht ziemlich gleichzeitig mit epist. I, 5, in 
den Frühling 734 -oder 735., iDap Irrige der Vermulhung 
Weichert's, w^lQ|ie auch Weber billigt, Torquatus sei 
G. Nonius Asprenas ,,^habe jßb B. III, 194 ff. gezeigt, un^ 
mijr i^timmt pilienb)U,rger b^i. Orelli ta4^ naich« 
dass ich aus genus V. 23 geschlossen habe , dass Nonius 
Asprenas nicht gemeint sein könne. Aber ich behaupte 
auch noch jetzl, und mit mir Di 11 en bürg er, dass das 
Lob des Adels bei einem solchen Manne ubelangei)racht 
gewesen vi^äre. Vgl. a. a. Ö. S. 195. Am eis (Jahn's 
Jahrl^. 88, 146) hak wisare Auffassung für zu künsUicb. — 
V. 7 ff. Vgl. das dem Lücan ztigeschriebene Gedicht ad 
fisqn^ V. |S7 ff. -^ V. 13. Vgl. Sen, epist. 104, 12. — 
V. 15. Ouwens vermuthet S. 356: Quo prius Aenean 
9^o(lue ieü, oder Äeneas itü^ quo. Dillen bürg er zieht 



IM 

(8. 630 f.) pius Aemas ror, „da die pktas gewisserina& 
8eA der poetische Charakter des Aeneas isl^^ Abär nichl 
weniger erscheint er als ältester Urahn. Vgl. Bentley, 
wonach für pafar auch die beste 'Autorität spricht. '**') Di- 
foes TuUus zieht auch Dill enburger vor, weil derNacl 
druck darauf ruht. Tullus und Ancus waren zu ihrer Ze\ 
die reichsten Leute zu Rom. Vgl. Liv. 1, 31 • Juv. V, 57. - 
V. ÜO. Ueber ^en Dativ animo Beck a. a. 0. S. 102 f.- 
V. 21. Splendida tibi'^ honorifica erklärt auch Ouwens 
S. 354. Orelli und Dillenburger: augusta pro mate- 
siaie iwUcis et tribunaiis. Vgl« epist. 11/ i, ^37. 

Achte Ode. Vgl. B. IV, 9. Velleius sagt uns (II, 
102), der Staat habe den Tod des Censorinus (um 755) be- 
trauert ; er nennt ihn virum demerendis hominibus gerdtum. 
Gegen unsere Ansicht erklärt sich Ameis a. a. 0. S.417 ff. 
Gern lassen wir die von uns angenommenen symbolischen 
Deutungen als unbegründet fallen. „Kostbare Kunstwerfe 
kann ich dir nicht schenken, wie sie ein Parrhasius oder 
Scopas schuf, und du verlangst solche nicht von mir (V. 
1*«10); aber Lieder kann ich dir weihen und dir den'Wertk 
einer solchen Gabe verkünden (V; 1 1 f.). Keine Denkmä- 
ler, welche die Grossthaten' der Helden verkünden, veriei- 
hen einen solchen Ruhm^ wie die Poesie^ welche allein den 
Thaten ihren wahren Lohn gewährt (V. 13—52). <^*) Die 



*) Orelli hat »ein falsche^ Citat Virg. Aeii. ^ 476; trotz Dil- 
lenburger beibehalten, bei dem die betreffenden Steiles 
a. a. O. sich finden. Bei Orelli ist statt I. 467 zu lesen 
V, 461. 

*•) Ueber dein vielangezweifelten Vers 17 ^gl.' jetzt B. IV, 17 f. 
.Die fehleade Diäresis wird, durch ^en' Eigennamen entschul- 
digt. Ueber die Abtbeilung ünsexes Gedichtes in Strophen 
urtheilt richtig D i 1 1 en b u rg e r* (Eniineriche'r Programm 1845 
$. 15 f.). Detselbe bezieht mctn^ia auf die Verbrennung 
der Schiffe, welche die Römer zur f<>ieden8bedinguns gemacht 
hatten. Vgl. Liv. XXX^ 43, der bemerkt; diese Verbrennung 



Muse macht unsterblich (V. 23— 28); sie lit es, welißhe 
auch die Helden, "die durch ihre Thaien den Himraer er- 
worben haben , als Gölter feiert." *) Ich glaube nicht zu 
irren, wenn ich hier mit Beziehung* auf I, 12, 25 ff. III, 3; 
9 ff. epist. II, 1, 5 ff. eine leise Hindeulung auf die Ver- 
herrlichung des Augustüs' durch unsern Dichter finde. Das 
Ganze 'ist nur eine Erhebnng der Poesie, welchä grossen 
Thaten ihren' Nachruhm sichert, üeber Monich's An-^ 
Sicht vgl. Teuffei in Jähn's Jahrb. 41, 452. < ' ■ 

Neunte Ode. Vgl. B. rv,9. Weber (& 330 ff.), der 
bemerkt, es sei nach Dio LIV, 20 wahrlscheinlicb, dass Lol- 
lius nach der Niederlage bei Augustüs in Germanien ge- 
blieben und erst mit iiiesem zuräckgekehrt sei , setzt diä 
Ode in den Frühling 74l. Uoraz hat nach ihm den Lol- 



sei den l^artfaa gern so iiart {gewesen, als wenn die ^'U'dt ielbst 
verbrannt wäre. B. I S. 297 ist Martin statt Martini zvk 
lesen. — Die V. 15 — 17 genannten Dinge stehen in dersel- 
ben Betiehung zu incisa nbtis marmora publicis, wie V. 26 
inrtus zu favor et lingfiu vatum. Nicht Denkmäler, sagt 
Uoraz, haben so den Ruhm des Scipio erhalten, wie die Poe- 
sie ; nur diese rerleihet den Thaten ihren wahren Lohn. 

V Gegen Pearl kamp'ä Einwendung, da&-Setz£n vt»n Statuen 
babe bei den Alten in Missachtung- gestanden, vgl. man sat. 
11, 3, 183. Ennius bei' Consent, de barbarismis et meta- 

.plasmis 16 xind Trebell. Pollio Claud. 7. Titinn. Setin. fr. 
15. Plaut. Bacch. 607. ^urc. 142 Cic. Se&t. 38, 83 Phil. IX, 
2,5. Liv. XL, 34. Plin. 'XXXIV,9 ff. Üruter. inscript. p. 323, 
3. Merobaud. reliq. ed. Niebuhr p. VII: Ima^o aere for^ 
mala, quo rari exempU vires $eu in cnstris prohatos, seu 
optimos vatum antiq^iitas honorabat. 

*) Lach mann (Zeitschr. f. d. A. W. 1845, 492) wirft ausser 
V. 17^aucb noch V.33 aus, der aus III, 25, 30 gebildet sei. 
Aber Wiederholungen derselben Vene scheut unsef Dich- 
ter auch sonst nicht (vgl. 'IV, 1, 5 aus I, 19, 1 und ß. 11, 
353. B. IIT, 277. 338), an Stellen, wo an eine Interpolation 
nicht zu denken ist, und es wäre sehr anstössig, weuü Liber 
allein hier obne erhebetl(^e^'I^iwort stände. Bacchuf soll hier 
gerade als Weingott genattat^werden , dem man als -Sichern 
Opfer bringt (Colum. XII, 18). 



\\^s tief und richtig ejrbannt; er ejhrte seine edlen Seiten, 
ohne gegen seine Schwäche blind zu seiq. ^fiex Fehler 
des LoUius scheint mir — eine auch dem Sohne bei Horw 
Episteln I, 18 1 ff. in Milde verwiesene aristolsratische Aow- 
ieur^ ein hartnäckiger Stolz, Zuversicht auf sioh selbst uni 
daraus folgende EigenwiUigkeit , die des festen Charaklen 
KUppe zu sein pflegt." Vgl. B. III, 64. 298 f. Passoff 
Note 263. *) Den erhabenen lyrischen Sängerp (Str. 2) wer- 
den Str. 3 die erotischen Dichter entgegengesetzt. Rich- 
tig bemerkt Dillenburger, dass der zweite Theil des 
Gedichtes mit V. 29, nicht mit V. 30 beginne ; mit uns fassl 
er den Anfang nicht als Anrede an den Lollius. — Zu V. 
23 f, vgl. Hom. Jl. Q, 223. ©, 730. — Martin a. a. 0. 

5. XVII ff. weicht hier von Peerlkamp ab, der Str. 5. 

6. 12. t3 auswirft; ihm scheinen vielmehr V. 39— 50 un- 
,ächl. Bedeutenden Anstoss nimmt er an V. 39—44. Con^ 
sul non unius anni den Geist zu nennen scheint ihm ^^' 
l^chmackt. Der Dichter will offenbar sagen , der Geist 
flbedie höchste Herrschaft, wenn er immer -das Rechte thtf, 
sich des Unrechts enthalte; zur Bezeichnung ,der höcbstfi» 
Herrschaft wählt er hier das Consulat. Der Ausdruck, d« 
nach stoischer Schule schmeckt , ist nicht ^sonderbarer , a| 
anderes bei Horaz, Vgl. II, 2, 21 f. III, l€, 22 ff. 39 ^ 
Man erinnere sich des bekannten stoischen Paradoxons, i^^ 
der Weise König sei. Vgl. Diog. VII, 122. — V. 43f. ha- 
ben wir ein neues Bild von der Besiegung der lockenden 
Versprechungen, wie die Stoiker den Weisen mit eine" 
stets gerüsteten Heere vergliechen (Sen. epfst. 59, 8). Vg 
»uch Sen. Thyest. 343—390. *♦) Hier, wo der Geist gan^ 



♦) ß. I S. 312, steht zweünal irrig Diomedes atatt D«'' 

p h O b U 8. ^ 

♦*) Man begreift nicbt, wie Wartia zu fler Bemerkung J^^'^JJj 
Si quoiiea quis ßrmis ktfstes vicUt consul naf^M^^ ^, 
hahmdus esi^ Bomani mtii^no »ane eiusmodi cqnff*^^ 
mero mbundabant. ... 



16S 

■ « 

persönlich gedacht wird, kann es auch nicht auffallen, wehti 
der Dichter ihm einen <üiüs euüus zuschreibt. Dass die 
ganze Ausftihrung über den wahren Welsen an unserei* 
Stelle nicht passe, ist eine rein willkührliche Behauptung. 
In V. 45-^50, die vielleicht nach dem Anfange von III, 2 
gebildet seien, findet Martin eine zu grosse Weitschwei. 
figkeit (verbosa oratio'); daneben erregt ihm der Infinitiv 
bei caUßf(V. 49) Anstoss, cuiuS aliud certe exemplum meae 
certe copiae nulluni mihi suppeditant. Er möge sich be- 
ruhigen durch Pers. V, 105. Juv. IV, 14i. 

. Zehnte Ode. Vgl. B. IV, 11. Weber (S. 332): 
„Ode 10 ist ein mit 1 gleichzeitiger lusus poeticus^ bei 
deni ich nichts dagegen habe, wenn man ihn als zum Zeit- 

r 

vertreibe nachgetändelte Uebersetzung aus dem Griechi- 
schen hält (^sic). Die spätere Ode ist auch hier chronolo- 
gisch die spätere.^^ Dillenburger gibt als Idee des 
Gedichtes den virgilischen Vers; formose puer^ nimium 
ne crede colori, — V. 2 f. vgl. Mart. I, 32. — Orelli 
vergleicht zu V. 3 Mart. IX, 79. Lucian. Amor. 10, — V. 5. 
Dillenburger, der früher (S. 631) den Vocativ Ligu^ 
rine gebilligt, stellt jetzt mit Orelli Ligurinum hbr. Wir 
halten die Anrede im Vocativ auch jetzt noch für nöthig. 
( — V. 6 fi: Eine freie Umschreibung gibt Göthe in den 
Wanderjahren (B. 18, 239 f.) *). 

Elfte Ode. Vgl. B. IV, 9 f. Weber (S. 332) wiU 



*) Wie ist heut mir doch zu Muthe! So Yerfinügüch und 

so klar f 
Da bei frischem Knabenblute Mir so wild , .ao du* 

iter war. 
Doch wenn mich die Jahre zwacken , Wie auch' wohlge- 

muth ich sei» 
Denk' ich jene rothen Backen Und ich wQniche sie 

herbei. 



186 

$ie 74Q oder 74t,setzen..un4 mmW V>^^tiu^ fi^i^t amarum 
(;V. 31 f.) gehöre zu dem mit ^gurinus wieder aufgenom* 
menen V^nusdieristQ. .Der fast elegische Schluss ^scheine 
ein Seuf:^r über getrübte Lebeptage, ohne Zweifel wegen 
der mehr und mehr sich zerrütteiiden Gesundheit desFrei/n- 
des.*) Dasj Phyllis'als eine ältere, halb verblühte Schön- 
heit gedacht werde (denn das Ganze halten wir für eine 
Fiction),. glauben wir auph dioch jetzt gegen Ore 11 i und 
Dillenburger behaupten zu müssen. V. 23 wird der Phyl- 
lis eine puelia dipes et lasciva entgegengesetzt > so dass 
beide Eigenschaften ihr selbst abgesprochen werden. Las- 
civus aber kann nur auf das ausgelassene , jugendlich üp- 
pige Treiben gehn. Vgl.II, 11, 7. III, 13, 8. episl. II, 2, 
216. Deshalb brauchen wir sie aber nicht als hässlich zu 
denken, so dass sehr wohl der Dichter sagen konnte, sie 
prangie mit dem Epheukranze (V. 5). — „Alles ist hier in 
Fülle vorhanden (V. 1 — 5), alles ist zum Feste bereitet 
(V. 6-8), alles in vollster Thätigkeft (V. 9—12)«. — lie- 
ber die Ausstellungen an Str. 2 Teuf fei a.a; 0. S. 452. — 
V, 15 soll wohl die Anführung des Geburtstags auf das Glüc^ 
deuten, Welches das Schicksal dem Mäcenas bestimmt hat, 
da Veniis/als glücklich gilt.; Vgl. II, 7, 25 f. Auch 'der 
Planet Venus deutet auf Glück. -^ Öäs Ganze zeigt die be- 
scheidene Rtihe des Alters, dem nicht mehr glänzende und 
Üppige* Gelage anstehen. Auch PKyllis muss mit' dem alten 
Dichter zufrieden sein und sldi des * stillen Festes freuen, 
welches Aem gealterten Freunde gilt **) 



*) S. 99 f. bemerkt er, Pbyllis, die Horaz in st^in „stattltcfa aof- 
geschinücktes upd in Qpuleo^ praDgendes Landhaus'' einlade, 
sei eine* FfeigfUssene; wofür'schon V. 22 \\et noh'tuaesor- 
ti$ iuvenit und c^ie ihr e.nlg^geugesetz^e puelia dives spreche. 

**) Höchst, seltsam ineiut O r e 1 1 i : Jcerbiorikus sententiis pun» 

^r^ Ph^U^den^, (fnatur, .qup J^fjiephi^tai^dtm ojblitam ad ti 

solurh amanftum inducat. Eher könnte man mit Dillen- 

, b urger;aiinef»niey.^ d?»; Ged.i<;ht solle deniMacexuis bcwei- 

sen, dass -^r^püch auf dem Sabinum seiner Freunde gedenke. 



KwdlUe; ad«. Vgl. B. 10, 43 C lY, 8 f. An to 
ichtigen Ansjcbt, vnomch iocfa hier unter VirgH der Dieb- 
er zu verstehn ist ^ init mit mir neuerdings fast nur D lU 
enburger (S. 98>* festgeballen* Grotefend (Zcitschr, 
d. A. W. 1844 & 151) hält die hier angeredete Person 
ir „einen gewinnsüchtigen Hofschranzen bei Drusus und 
iberios^S Auch Fürsten au spricht sich (das. S, 843) be« 
limmt gegen^den Dichter aus. Weber (S. 231« 332. fO^ 
ler die Ode in den Frühling 741 setzt, sieht im Virgii ei« 
len Leibarzt der Neronen, einen Verwandten des Dichters. 
>afür kann man freilich eine Bestätigung in den Bemerkung 
en alter Bali d$cbriflen finden, auf die aber ebensowenig^ zu 
;eben ist, als auf die Ueberschrillen i adXanthiam iairoUiptam 
^4 (vgl, OrelLi), ad Oäbimum 11^ b, luiiae Bafinae 11^8. 
Vgl. auch zu epod. 4. Gegen den Dichter Virgii spricht 
nur der Umstand, dass dieser zur Zeit der Herausgabe des 
3ucbs todt war.- Wir glauben ober noch immer mit Dil- 
enburger die Annahme für gar nicht gewagt halten zu 
iurf'en, dass die Abfassung der Ode in eine viel frühere 
^ei! fällt und Horaz sie aus uns unbekannten Gründen in 
lie drei ersten Bücher nicht aufgenommen hatte« VgL B. 
V, 44. *). Für den Dichter Virgii könnte man noch den 
umstand anfuhren, dass die Ode zunächst nach derjenigen 
<)'et^ welche, sich auf den Geburtstag seines Mäcenas b^ 
^ieM. Vgi. B. IV, 19 ff. Note. Freilich meint Weber, 
las Gedicht habe ganz die „heitere Wärme und die Run- 
'ong eines poetischen Nachsommers" ; wir dagegen glauben 
rn Schlüsse r eher (Ue ungestüme Frische der Jugend zu 
nden ; von ein^nli desipere in hco , eine)* stüUiiia breois 
Pricht der gealterte Öjchter nicht mehr. Vgl 1,4. 11,7.»*) 



*)'Man,.kpni^te sogar {i^o nehmen, d«r Dichter babeUieO^e erst 
nach dem Tode des Vir^U aas desssen- Nachlasse zurücker» 
. balten,. wie, es ähnlich bei Göthe manchmal der Fall war. 

*}. Auffallend .fcheii^c;!) freilich auf den ^ersten . Anblick zwei 
Aeliniicbkeiten unseres Q^dipfajtef) • mit d«ni Yarhergebenden, 



Vet AlM^dnick iuvhnum fwbiUum cUenM ' Y. 15 ßthdmX da 
auf zu di^uten, däss Hottti} sidh i$nMs noch keiner voi 
nehmerk' Gunst dieser Art üu' erfl^eu^ halt«. ^^ Auch d 
ganze Darstellung zMgt eher ^was Jujgendtichcis und eii 
gewisse Ungewandlheit^ als die Ruhe und Klarheit des ^ 
ters. Heine symbolische Deutung des Nardus habe i 
längst zuräckgenommen. Der Freund soll seinen kostlicli 
NaHus gleichsam als Beitrag zutn Mahle mitbringen. — i 
5 ff. Das» hier die Nachtigall gemeint sei , e^ibt ä 
schon 'daraus, dass nur dieser die Klage um den Ityszi 
geschrieben Wird, nie der Schwalbe. Vgl. Hoin. Od. r, 518 1 
Sopb, Oed. Col. 671 ff. Welcker „die griechischen Tn 
gödien« S. 374 ff. , der aber auch unsere Stelle auf di 
Schwalbe bezieht. Zu defi angefiihrten Stellen des Catiil 
65, 13 und Properz II, 20 (IH, 12), 5 f. III, 10 (IV, 9}, H 
ragen wir Virg. G. IV, 511. Mart. X, 51, 4 hinzu. Horai 
nennt also die Nachtigall Procne nach dem Vorgange rfei 
Griechen (so auch bei Ovid. Met. VI, 428 ff.), wogegen 
sie bei den meisten römischen Dichtern Philomela hw 
Vgl. Voss zu Virgirs ländlichen Gedichten VI, 79. An <i? 
NachtigaH, die hier als ein auf den Bäumen sits^ender V^ 
gel zu den übrigen Zögen der Beschreibung besser f^^^ 
als die an den Häusern nistende Schwalbe, darf man um ^ 
weniger Ansloss nehmen, als schon Sappbo (fr. 19 Seh«' 
sie ,,des Frühlings Botin^^ genannt hatte. 



'\ 



Im ll lesen wir'V. 14 f. : quibus advoceris gaudiif»^ 
VI V. 21t ad quat si propiraä gaudia, in» H V. ^'^ 
mihuentur atrae carmifke tiurae, Imt^ V. 19 f.: *,'^^'f[ 
curarum eluere efficax. Aber auch hier gibt »ich scdo 
der bedeutende Unterschied zu erkennen. Der junger« IJ"®^ 
ter verscheucht sich die Sorgen mit Wein (vgl. ls_.P. «P*^"- * 
auch I, 7), der gealterte durch das Lied der Pbyi*"»',*'^ 
es such freilich an Weitf nicht fehlt - B. I S. lo2 '«*• 
man C a le n e r statt' Pa 1 e rn e r. 
►) Van Jan a. a. 0. S. 283: „Der du als Schützling ondGajJ 
von jongen Matinern, bei den^n ej* hoch hergebt, hf^'^ 
Wein zu trinken geWt>hni bist.««^ ' ' 



169 

Drei X e h ri l e Ode. Vgl. lY, 10. Weber betrachtet 
(S. 333) die Ode als Kachgesang des Dichters (der damals 
den Liebeshändcln noch nicht ganz entsagt habe) zu III, 
10 und setzt sie 736-^738. — V, 8. Lübk er.(Zeitschr. 
'. d. A. W. 1842, 309) leugnet die hier angenommene Be- 
fiehung auf Soph. Antig. 766. — V. 10 setzt Dillen bur- 
l^er cS.99f.), dem jetzt Or eil i folgt, das Comma nach te; 
lann aber müsste meiner Meinung nach auchV. il ie nicht 
n den Satz mit quiar gezogeif werden , da die Kraft durch 
len gleichen Anfang der beiden Sätze wesentlich geför- 
lert wird. Ich halte meine frühere interpunction für die 
fchtige/ indem ich refugit absolut nehme, nicht mit aridas 
luercus verbinde. Zuerst der allgemeine Satz; „Er fliegt 
in verlebten Schönheiten vorbei", dann die Anwendung auf 
lie Lyce: ,,er «nteiit, weil du eine hässliche Alte bist^^* 
ium nachgesetzten quia vgl. IV, 9, 28. — V. 15. Noiis 
'Oitibus erklärt Orelli: qui ommhus nimis noH sunt Dies 
»cheint mir einen ganz falschen Zug hineinzubringen, dass 
lämlich jeder aus den Fasten sich überzeugen könne, wie 
ilt sie sei, worauf es hier gar nicht ankommt,, da das Ger- 
icht der Alten schon zu sehr gegen sie zeirgt, wie Juve- 
lal sagt (VI, 19!J)- facies tua cömpuUxt atmos. Noii fasse 
eh nur als ein schmückendes ßeiwort, wie sonst bei Ho- 
az memores. Noius heissl kundig, wie V. 21. Phaedn 
, 11, 2 und in den B. ill, 382 angeführten Stellen. *) — 
r. 21 f, halte ich felix — artium noch jetzt für einen Vo- 
lativ; wodurch das Antlitz felix geworden, bezeichnet nola 
irtium gratarum, — Zu V. 28 vgl. Dillenburger S. 101, 



*) Demnach ist OrellTs Bt^merlLuiig : Jmperite quidam nuper 
notos^ fastos confudit cum memorihus, um so unbedachter, 
alf ich schon früher die Stelle de« ^hädm« beigebracht 
hatte. 



DfiotMr's Kritik V. 



f 



der den Namerf Chta V. 7 mit dem ri^ui Chi^ (Erasq 
Adag. I, 5, 71) in Verbindung bringt. 

Vierzehnte Od^. Vgl. B. IV, 6 f. *) Webej 
(S. 322 fO setzt das Gedicht zwischeif Sommer und Herb^ 
739 und erklärt sich gegen die Ansicht, unsere Odef 
matter und sehwächer, als die vierte, wi^lche mit einer eor 
schiedenen Voriiebe fürDrusus gedichtet sei. Nach Schil 
ler (Zeitschr. f. d. A.\V. 1841, 457) ist es erst 741 naci 
der Rückkehr des Augnstus geschrieben« Das Ganze ist 
ein Lob des Augustus bei Gelegenheit des neuerfochteneQ 
Sieges, doch so, dass in der Mitte die Tapferkeit des Drüsifi 
und besonders des Tiberius hervorgehoben wird. Seit dfi 
Besiegung Aegyptens hat das Glück immerfort den Augo- 
stus begleitet; unter seinen glücklichen Anspielen **)^^ 
\en auch die jungen Helden, Drusus und Tiberius, die wMe» 
Vindeliker bewältigt. — V.13. Schiller a. a. O.S.456J 
bezieht gegen Kirchner plus vice simplid nur auf d«* 
ersten Sieg des Drusus. Vgl. zum Ausdrucke Firnhatii'^ 
das. 1840, 1214. -. V. 17 will Jever zum Lucan. Ill> 
ohne Noth speeteUus. — V. 19. Dillenburger m^]'^ 
Orelli haben in Uebereinstimmung mit mir nach r0^ 
Colon gesetzt. — Zu V. 21 f. Anton S. 24 ff. - V.S 
re 1 1 i tadelt ndoh , weil ich mnüatur vorgezogen ^ 
be. ***) Mir scheint B e n 1 1 e y minÜcUur überzeugend ? 



**y 



*) B. I S. 308 steht irrig Enkel statt Stiefsöhne und S J| 
wäre statt Claadiua der Name T i b e r i u s. deutUchcr 6^ 
wesen. l 

*) Vgl. V. 9: miliu tuo. V. 16: auspiciis secundis. V. 33I-! 
te comilium tt tuo» praebente divos. Dichter und Küd^'i 
ler heben hervor , dast die grossen Thaten unter den A"*; 
spicJen dea Kaisers, geschahen, der als Augur init.dem l^i^'"j 
erscheint! Vgl. T hier seh,, ^Epochen, der bildenden Kua'^ 
S« 306. L (2 Ausg.j. 
*"*) Mterum (mtditatur) sine dubio hng€ noiijxuttki^y ^ 



• 

sflsbätzt tu Jiab««,^ obgleieb ^ sekr wohj ymssifij dass die 
Dichter meälkm auf abfiliciie Weise von leblosen Dnigaa 
braueluen. ^> Für mmUari hat schon Bentley die Stella 
Claiidiai^. i^ MaiUi Theod. con& 237 f. angeführt: Torrm^ 
tes immane fi^emant Imsüque tmnentur ponübu&y ferner föv 
den poetischen Gebrauch des Wortes Virg. Aen, XII, 762 
und die häutige Verbindung von saevus mit minari und 
mmae. ,Minari hat Horaz ähnlich I, 28, 25. — V, 39 U 
muss ich auf meiner früherer Erklärung, als der einzig 
sachgemässen gegen Orelli **) und Dillen burger be- 
stehn. Von V« 34 an wendet sich der Dichter zum allge« 



quiä kominum tacitü äc formidöloau diluviti expectatio S9 
, meÜuSi exprimitur- Auch D ii I e n b u r g e r $.631 entscheidet 
sich, für meditatur » welches besser zum personificirten tauri- 
formis Aufimis passe. Aber liegt in minitari nicht cKe ^<tfi%> 
sasificiJKiuig 'wmi^stenfi* ebetiso bestimmt? 

*) Ich .lebiies^e micb ^nm. seiner Erkiärungan: Equidem, ein 
in$gr^pretes ,Jere dissentlentes hie habeam, posterius verhum 
{minitatur) praetulerim, quam qiiia melius quadret etim 
s aeifiiy. titfk quin praesentius quiddam f»rtiusque si^nifi-* 
cei* Minitatnur enim in praesens , meditamur in longin^ 
quum. — Meditari non est iam t^aevientis, sed irant potiu9 
di'isimulaniis 'et subdoU oecuUantis , quo violemius poß^ea 
erumpaty MinitcUur schiUlert viel aoscbauiicher die gewal- 
tig sich hebeDtieu Wogen, weiche inWuth aufbrausen. Nach 
dem sinnlichen votvitur und sg^vit yratdB miditatur en sejbf 

•abfdUen. Ib den Haudac^riftfa ist die Autorität entschieden 
auf der Seite von minitatur, wofür auch Nonins v. diluvies, 
wo' man neuerdings aus den Hdschr. minatur statt miHita- ■ 
tuir aufgenommen hat. 'Wenn Serriii» (Vifg* G. III, 153. 
Äe». IV, 171) und Porphyrie meditatur lesen, welches der 

'eine vertheidigt, während es dem andern unpassend sehWnt, 
90 folgt daraus höchstens (man weiss, wie viele Bemerkun« 
g«n Späterer in diese Comi^ientare übergegangen sind), das« 
beide schon in ihren Ildschr. -meditatur lasen. Nachweis* 
Hefa tytdienten sich Onammsktikw mml Erklärer oR «cfalech« 
ter . HaAdschrifteu»>.weil ihneja keine besseren zu Gebote 
standen. 

**) Orelli schreibt mir cii^ falsche Form peri^re zu, vas eili 
blosser druckfehl^r Und alt »oltiher bereit« äUiSchAMie-dM 
«mm ittkidM ta^) quMliffe^ itt... / 



in 



meinen Lebe des Augfustus zirQck , nachditm' er den letz. 
ten Sieg genügend gepriesen bat ; man darf deshalb Y. 3? f. 
nicht mehr auf jene Thaten beziehen. ,,Unter deinem 
Glücke hat Drusus gesiegt^« , sagt Horaz ; „denn seit der 
Einnahme Alexandria's ist dir das Gluck immer gewogen 
gewesen/* Die Ausführung dieses Glückes enthalten V. 3« 
— 40. Hier wäre nun eine nochmalige Beziehung auf den 
Sieg über die Vindeliker ganz unangebracht. Was der 
Dichter unter decus versiehe , fuhren die folgenden Stro- 
phen aus. „Das Glück hat dir Sieg , Ruhm und die ge. 
wünschte Macht (vgl. V. 5 f. : qua sol habitcAiles mlustr^ 
oras^ maxime principum} verliehen.^ < Imperia (der Pluri 
wie IV, 1, 7; epist I, 18; 45} peragere ist hier kühn ge- 
setzt für imperii fines porrigere (IV, 15, 15)^ doch m\ 
dem Nebeubegriffe , dass die Ausbreitung über die g^nu 
Erde hin geschieht. Die Annahme einer solchen neuen | 
Bedeutung kann bei einem so glücklich kühnen Dlcto,| 
wie Horaz , da , wo der Zusammenhang sie fordert , nid | 
iur gewagt gelten. — V. 49. Non paeentis . funera Gall0 
kann man entweder erklären „Gallien, das keinen Meo- 
schenverlust fürchtet, immer von Neuem sein Blut zu vef 
giessen bereit ist", oder funera steht für „Verheerung, Vei 
wästung«^ überhaupt (I, 8^ 15. 35, 4). Die erstere De« 
tung (vgl. I, 15, 10) ziehe ich vor; in Parallele stehen di^ 
caede gaudentes Sigatnbri, An die Kampflust der Galle^ 
die Vitruv (VI, 1, 5) allen nordischen Völkern zuschreil 
(ferro resistunt sine timore^j ist hier nicht zu denken. 

Fünfzehnte Ode. Vgl. B. IV, 7 f. Zum Anfar 
vgl. die Nachahmung in Boileau*s erstem Briefe. — YJ 
Meine früher^ versuchte Deutung, dass von V. 4 an 
Qesang des Apollo l)eginne, haben mit Recht Dillenbu^ 
ger imd Orelli verworlen.. Der starke Gegensatz wi 
durch das Asyndeton bejseidttiel. ZU /imafM» QuirimiM T. 



178 

vgl Becker ,,römi8che Alterthümer^' I, 255, — Martin 
S. XX f. , der mit Recht P e e r 1 k a m p's Verdächtigung ver- 
wirft, erklärt V. 27 — 30 fOr nnächt; aber seine sAmmtli- 
chen Bedenken , wegen der Matronen und Kinder beim 
Hahle (zunfichst ist cum prole maironisqne nostrU mit op- 
precaü zu verbinden) , ferner wegen der Composita re- 
mtxto *) und apprecoH^ endlich wegen der unpassenden 
Stellung von m^^e palrum und V. 30, können keinen Zwei« 
fei begründen. 



*} V^. A. P. 151 und ob«n S. 21. 37. 172. 






Biiek Aer EpadeH« '^) 



Erste Epode. Vgl. Ill, 17. Weber ($.168.171/ 
selzt die Ode in den Frühling 723, vor die Abreise de» 
Herrschers. — V. 1. 2. Mit richtigem Gefühle habe icli 
schon früher hier Libumae auf das Schiff, auf welchem Uä- 
cenas fahren soll, aUa navium propugnacula auf die Flolle 
des Octavian bezogen. Wenn Orelii diese von «Heren 
Erklärern befolgte Auffassung tadelte, so wusste ermc\it, 
YfdiS er that. Orelii behauptet nämlich mit anderen, 



*) Ueber die Zeit der Herausgabe des Buches B. III, 17. Pas- 
8 0W Note 185. Obbarius iu JahD's Jahrb. B. 15,65 
Nach Walckenär erfolgte diese erst nach dem Tode d« 
Dichters, wogegen Patin Journal des Savants 1842 S 87 1^^ 
Die B. I S. 257 angeführte Glosse findet sich auch in eicff 
Strassburger Handschrift, der zweiten bei Oberlin. Teu^^ 
fei (Zeitschr. f. d. A. W. 1845 S. 614 ff.), der als Zeit da 
Abfassung die Jahre 713—724 annimmt, setzt die Heraul 
gäbe bald nach der VoUendung der letzten Epod^. We^« 
ber (S. 206 ff.) nimmt 724 an; er meint , es sei noch ni«: 
erwiesen, dass Horaz seine Oden nicht epodi , sondern iaml 
genannt habe, wobei die Wichtigkeit der Stelle epod. 14,' 
übersehen ist Freilich sind nicht alle Epoden weder dei 
Verse nach, noch in Bezug auf ihren Inhalt iambi, aber in ai 
len finden wir doch eines von beiden , jambische Verse od« 
das spottende Element, wogegen der andere Name, ef 
▼on der Versart hergenommen, auf mehrere dieser Gedieh 
nicht passen wurde. Ueber den Charakter der Epodea v^ 
B. III, 4. Weber S. 209 f. Auch Teuffei spricht daft 
^ über a. a. O. — Ueber die Epoden unseres G 1 e i m (1785] 
liehe Körte „Gl eim's Leben«« S. 218 f. 528 f. 



i7& 

Flolle des pctmdaii habe. aus Läranieni bestaiiden, denen 
liier die gewaltig hohen Schiffe des Antonius entgegenge«- 
stelit ivtirden. Diese geradezu lacherliehe Annahme war 
nur b^i vötllgdr Unkenntniss votn Schüswesen der Alten 
ffiögHch« Hätte r e 1 1 i 4slch die Muhe genanmen, die Mn* 
ter^uchiuig selbsts^andig ra führen, so würde er den gros- 
sen Ivrthum, an weichem sich übrigens attch Drumana 
I, 475, Rupert! „römische Alterthümer«' II, 997, Dillen« 
burgeru, a^ betheiligen, erkannt haben. Die eigentii«- 
ehen Liburner waren keine Kriegsschiffe, sondern schnell* 
segelnde Zweiruderer. *y Dass zur Zeit des späten Ve-- 
getius alle Kriegsschiffe lAbumae genannt wurden, kommt 
hier nicht in Betracht; jener selbst leitet diesen Gebrauch 
freilich von d^p Schlacht bei Aclium her, aber wir finden 
ihn keineswegs so frühe; und wäre dies wirklich der Fall, 
so fielees doch nach der Zeit unseresGedicbtes. '*^*) lieber 
jene sogenannten liburaischen Schiffe vgl Sil. XIII, 240 ff* 
Dass Octavian diese zweiruderigen Liburner als Kriegs« 
schiffe benutzt habe^ ist eine baire Unmöglichkeit. Schon 
bei Mylä bedienten sich die. Römer der Funfruderer; sje 
hatten damals hundert Fünfni<lerer und chreissig Dreirude«. 
rer (Folyb. I, 20, 10). Dass aber beiActium keine Zwei- 
rüderer dieFlotie gebildet,, wird ausserdem deutlich genug 



*) Appian. Illyr. 3 : AißvQvoi — ikffOKvov yavaty foxeCms fS 
xcei xovtpttig' i^Bv ir i pvy *Pb§fialoi ra xovtpa xtti llim 
ddtQoxn ^i,ßv^pl^ag nqo^ayoQivovQiv, Vgl« Lucian. Amor. 6. 

'*) Es istehilrrthum, dessenBicJi auch Cr« 11 i schuldig macht, 
weun man sagt, besonders mit Hülfe der liburaischen Schiffe 
habe Octavian bei Actiiim gesiegt. Vegetius V, 3 spricht 
▼on. der Flotte des Volkes ii^r Lib«irner, die uatDögUch aus 
kleiqen sogenannten libu mische^ Schiffen' best^hn konnte. 
Ju^ust^- dimicante, sagt «^r, Actiaco proUio, quum Lihur^ 
n^rum auxiliit prMedipue vicius fuiuet Antomut, expe^ 
riättruo tanti certaminis p^tuit, Liburnorum navts c^- 
«Vis apiions. Vgl. : die LibumicA dasM bti Gstesi B. C. 
iUf, ^ Auch di<* ^rtt»8<»rei>< .Schilfe der l.ibtinMr .scheinen 
leichter, als die gewuluilirhen gebaut gewesen tu sciü* 



tu 

bezeugt. Nach Fiorus (IV, 11, 6) hatte Odavian Dmm- 
derer bis Sechsraderer, wogegen die des Antonius bis za 
Neunnrderern (das. 5), ju nach Plutarch bis zu Z^nrnderern 
gingen (Pliit Anton. 63). ^i Orosius bezeugt uns (VI, 19). 
CCXXX ro^aiae fuere Caesaris fiaves ei triginia sine ro- 
stris triremes vdocilaie Liburnidt pares; diese waren als) 
eine eigene Art von Triremen, die im leichten Baue den 
Liburnern gleich kamen. Die Höhe der Schiffe des Anto- 
nius war bei vielen bedeutender, als bei denen des Octa- 
vian (Plut. Anton. 63. Die L, 18. 29) ; aber auch die Drei- 
bis Sechsroderer des Octavia^ können unmöglich niedv 
gewesen sein, so dass Virgil Aen. VIII, 691 ff. von k 
Schlacht bei Actium sagen durfte: Pelago credas innon 
revulsas Cycladas out montes conairrere monUbus alUs (also 
auch die Schiffe des Octavian werden mit Bergen vergli- 
chen): ianta mole tfiri iurrUis instant Hiernach wird mn 
unter den Libumae unmöglich die Flotte des Octavian ver- 
stehn können , so dass der Vorwurf der Unkenntniss Uer, 
wie auch sonst, auf O r e 11 i zuräckfäilt. Unter Libuma (üto 
den Plural vgl oben S. 36) ist der schnellsegelnde Liburner g^ 
meint, mit welchem Mäcenas zur Flotte des Octavian fall' 
ren sollte. Vgl. Plut. Anton. 67. Hör. 1, 37, 30. Suet. Aug. 1'. 
Ner. 34. Plin. epist. VI, 16. Dass die Flotte des Octaviai« 
zu welcher Mäcenas hinsegcln sollte, „ein hoher Wall dti 
Schiffe^' genannt werden könne , wird nach dem Gesagte 
keinem Zweifel unterliegen. Mätenas sollte entweder nack 
Tarent oder Brundislum (Plut. Anton. 62) zur Flotte koiQ« 
men oder später' dieser folgen. — V. 6. In Betreff dei 



*) Spasshaft ist es, wenii Oreili von den ingeiUes trirt' 
me* (!) des Antonius spricht^ vermatlilich dachte er sich, ol^ 
gleich die von ihm angeführten Stellen das Gegentheii ^ 
zeugen, Octavian habe nur biremet gehabt; — naturlich, vi 
ren alle seine Schiffe Liburner gewesen. Vgl. auch Vegd 
V, 7: Quam in Jetiaco proelio lange maiora refiranii 
concurriste navigia, ut senorum etitun vei ultra ordintti 
fiurinv 



«i war Dill,Qnburger, der qs jetzl mU>Recht,aufgenoin* 
men hal, früher (Ö32 t) in Zweifiel. Ueber das ausge- 
lassene Sit vgL epi^t. I, 1,11. Weiss enborn S. 193 f. -^ 
V. 19 ff. gebe ich jetzt der Erklärung Orelli's mit Dil- 
ienburger S* 632 als der natürlichem den Vorzug, ob-^ 
gleich ich di^ von mir angenommene, wonach zu non aus ümet 
der Begriff des Hoffens oder Wünschens zu ergänzen wäre 
CKrüger ß, 904), für sprachrichtig halle. Vgl. epod. 16, 
15 f. Durch Or^Ui's Deutung treten die Worte* «o« — 
praesentü)us schärfer den Worten qui maior absentes (der 
Plural statt des Sing., wie 1V> 12, 8) habet (V. 18) ge- 
genüber. 

Zweite Epode. Vgl. B. III, llf.*) Weber (S. 120) 
meint, „der ruhige Ton humoristischer Betrachtung verra- 
the so ziemlich, dass diese Piece in einer ruhigen und ge- 
müthlichen Zeit, ohne Zweifel zur Ergötzung des mäcena-. 
tischen Tischkreises abgefasst sei^^ Teuf fei (Zeitschr. f. ' 
d. A. W. 1844, 512) hält sie für die letzte aller Epoden, 
die dem Jahre 724 angehöre. Wir glauben in derselben 
noch immer eine Frucht der glücklichen Stimmung erken-« 
nen zu dürfen , in welchen die Schenkung des Sabtnums 
den Dichter versetzt hatte , eine Annahme , die mehr für 
sich hat, als jede andere. ^^) Zum Lobe des Landlebens 
vgl. B. II, 395. Mart. 1, 56. und die herrliche Schilderung von 
Hippel (Werke Vll, 190 f.). Spott auf die gewöhnliche . 
Behandlung dieses Themas in Schulen bei Fers. I, 71 ff. — 
V, 7. VgL Mart. I, 71, 13. — V, 13. Dillenburger will 
(S. 102) mit Bentley inuHlesve; aber que ist hier ganz 
richtig, da V. 11 — 14 genau zusammengehören. „Während 
er im Thale auf die Heerden hinschaut, beschäftigt er sich 



*) B. I S. 321 lese man Z. 24 heijriger statt feuriger. 

**) Auch in einer Handschrirt zu Florenz (Frelss f, 218) hf^ 
ginut mit V. 23 ein nejies Gedicht. 

8* 



mit den Bäurtien'', wie deutlich das drei., nicht vielfache 
aut zeigt. — V. 16. Dillenburger hat jetzt seine fro- 
here Erklärung von infirmas {ß. 105 f.) mit Recht aufgege- 
ben. In dem Adiect. infirmus tritt die Sorge Tür die Schafe 
bezeichnend hervor. — V. 24. Dillenburger S. 35 C 
Cvgl. S. 149) erklärt tenax davon, dass das hohe Gras 
den Vorwärtsgehenden aufhält, Jacob (Jenaer Litteraturz. 
1840 August S. 301) davon, dass es den Ruhenden nichl 
forllässt cVirg. G. II, 134. Prop. III, 12, 27). Jetzt fugt 
Dillenburger die andere Erklärung bei: mt quod ter- 
rae firrhüer adhaeret ^— V. 25. Lucr. II,' 362 : fiumm 
summis labentia ripis. — V. 35. Dillenburger (S. 1IK| 
schreibt mit ßenti ey pavidumve. Man kann aber hier seilt 
wohl que und et aufeinander beziehen , so dass der Salz 
V. 35 f. asyndetisch angeknöpft wäre. — - V. 37 f. Die von 
mir versuchte Deutung hat Dillenburger (S. 632) gebil- 
ligt Orelli gibt jetzt zu, dass in den Worten etwas Lä- 
cherliches liege. Die Liebeshändel sind dem Alphius mo- 
toe, well sie ihn Geld und Zeit kosten, die er besser ver. 
wenden will. *♦) — V. 60. Vgl. Mart. X, 48 , 14. - 
V. 69. Relegit vertheidigt Hermann lecliones Persian«« 
III, '24 f. 

Dritte Epode. Vgl. B. Ill, 9. Teuffei setzt sie 
zwischen 718 und 719. Unserer Erklärung stimmt Dil- 
lenburger bei. Ob «her gerade das tnoretum gemeint 
sei, lassen wir dahingestellt. Eine ähnliche Einwirkunf 
des Knoblauchs erwähnt Göthe 25, 38 (in den Carapagne 
in Frankreich 6 Sept. 1792). — V. 9—18 fasse ich jetrl 
einfach so: Als Zauberin wird neben die Canidia Mede« 
gestellt. Der Dichter fährt dann fort. „Eine solche « 
wie ich sie im Innern empfinde, drückt nie Apulien, nicK 



*) Irrig ist Teuffel'a Annahme, der Didiler falle hier einf» 
Augenblick aus der Rolle des Wucherers. 



at9 

bnaote so dus Gewand d«8 Uercolds.'« *) Vgl. epod. 

17, 30 ff. 

Vierte Epode. Vgl. B. HI, 10 f. Teuffei (Zeit- 
schr.f. d. A. W. 1844, 513 if.) und Wober (S. 1203 set- 
zen sie7l6. *^) Dillenburger nifnmt mit uns an, das 
Gedicht sei 718 zur Zeit gedichtet, als Octavian sich ge- 
gen Sextus»Poinpejus rüstete ; aber es könnte auch kurze 
Zeit nach jenem Zuge fallen , wcnistens spricht dagegen 
dmg^x nicht. Auf den Mena bezieht auch Teuffei das 
Gedicht, während Orelli und Weber (S. II63 einer al- 
ten Glosse folgen, die einen gewissen Vedius Rufus nennt, 
au[ den aber nichts mehr zu geben sein wird , als auf den 
Gabinius u. a. oben S. 167. Dillenburger erklärt sich 
gegen Mena, ohne sich anders zu entscheiden. Ich glaube 
auch jetzt noch , dass die £pode gegen keine bestimmte 



*) D i lle obu rger wird jetzt «eioe Erklärung (S. 615): „^Z- 
lium erregt das stärkste Feuer; in guter Absicht gereiclit 
stähUe es (?) den Ja»on selbst gegen den feuerspeienden 
Stier, in bö»er z'erfrass es die Glauce*^ wohl selbst anfgege- 
ben haben. 

**} Der ganze Beweis, dass das Gedicht nicht nach 717 geschrie» 
ben sein könne, beruht auf argem Irrthume. Sextus Pompe- 
jus hatte die Sklaven zum ^Kampfe aufgerufen, was natür- 
lich lür eine Schmach des römischen Namens galt. Yell. II, 
72: [Pompeius) servitia fugilivosque in numeru/n exercitus 
sui recipiens magnum modum le^ionum ejffecerat — . Quam 
eum non depuderet vindicatum armis ac ductu patris sui 
mare infestare piraticis sceleribua. Eine solche Entehrung 
hat sich Octavian nicht zu Schulden kommen lassen ; er 
hatte 20000 freigelassene Sklaven als Ruderer einüben las- 
sen [ad remunt datis) , zu welchem Dienste man aueh frü- 
her Freigelassene verwandte; aber nirgendwo finden wir be- 
richtet, da5S er so weit gegangen sei', Sklaven zu Seesolda* 
ten zu verwenden, Sklaven zu bewaffnen. Vgl. Rupert! 
„römische Alterthümer'* II, 098 f. Deshalb kounte es den 
Octavian auch nach dem Jahre 7l7, wo er sich der freige- 
lassenen Sklaven als Ruderer bediente, xgar nicht treifen, 
wenn Horaz von den „Räubern und der Sklavenschaar^* des 
Pompelui, dt h. von den bewatfneten Sklaven, mit Verach- 
tung spricht. 



180 



Person gerichtet ist , wenn auch« einzehie Zfige zu dieseo 
Bilde sich vielfach fanden. Bei einer Beziehung auf eini 
einzelne Person wurde der Name derselben nicht fehlen 
diesen zu verschweigen konnte den Dichter nichts hindern 
und hätte er sich gefürchtet, so wurde er das ganze Ge- 
dicht unterdrückt haben, in weichem doch die angegrilTeiK 
Person unverkennbar geschildert sein müssle. — V.S.Vgl 
Dilienburger S. 107 ff. , dem ich jetzt beistRnmen mussj 
dass B a r t h*s und B e n 1 1 e fs , Emendation bis trium eise 
durchaus nothwendige ist. 

Fünfte Epode. Vgl. B. III, 8.' Höchst sonderte 
meint Weber (S. 132), V. 43 deute auf einen nicht lange 
vorhergegangenen Aufenthalt zu Neapel, Teuffei (a.a.O. 
S. 516 ffO setzt die Epode zwischen 716 und 717.*) - 
V. 12. Vgl. Pers. V, 32 ff. Klausen S. 1183 f. - V.23. 
Ueber den Meerigel , dessen Schale „mit dünnen teng^n 
Stacheln bewaffnet« ist, s. Stolberg's Werke Vlil, 105.-, 
V.43. Teuf fei (S. 520) stimmt mit mir überein, wenn ff I 
bemerkt: „Mir scheint, V. 43 beziehe sich nur auf Folii 
diese mochte zu Neapel in irgend welchenii persönliclua 
Verhältnisse stehn (Verwandte dort haben) oder oft oder 
in der Regel sich dort aufhalten.^' Uoraz lässt mit Absiciil 



') £r glaubt im Gedichte eine verhältnissmässige Unreife »\ 
finden: «^iMan bedenke die Umständlichkeit der SchilileruQ^ 
die ungeschickte Weise, in welcher V. 83 und 85 der Kna^ 
jäh und ohne bestimmte Beziehung zum Vorhergeheaden ei 
tritt, den Mangel eines abrundenden Schlusses^ dietheilwe 
unangemessene Haltung seiner letzten Rede, z. Bw V.87-8 
und 94, die Unkkrheit der Wendung V. 43 f. und des Aui 
druckes Thyesteas pr^cfs (aber vgl. I, 28, 33. sat. II, 6, ^ 
V. 86 r." Alle diese Ausstellungen gehen nur aus irriger Av 
fassung hervor. Cauidia ist nach ihm eine Hetäre, den 
Herkunft aus Neapel, so wie ihr Gewerbe als SalbeniiiiD 
lerin von alten £rklärern ersonnen sind; sie war nie ^ 
liebte des Uoraz, der auf sie „gleichsam das Ideal eio«f 
Beschwörung übertragt*'. 



die berüchtigtste ZaMber^i M^dpel's an der i^esehwänmg zu 
Rom Tikeil nehmen. Ganidia habe jene zu diesem Zwßcke 
kommen lassen , was man in Neapel allgemein gewussi. — 
V* 44. Omne vicinum oppidum glaube Ich auch jct^t, wie 
omnis owüas (IV, 2, 51), omnis pubes u, a. nehmen. zu 
müssen. — V. 52 wollte J&ver zum Lucan. I| 639 cm 
ßunt. — V. 53. üeber den Plural domos^ der aul" den ein^ 
zigen Varus geht, vgl. Jacob de usu numeri pluralis S. 
29 fi*. — V. 55. Formidolosae fasse ich in der Bedeutuf^ 
„furchtbar^V ^'^ Gegensatz zu dulci sopore languidae. »^Jetzt, 
wo selbst das furchtbare Wild vom Schlafe bewältigt. ruht; 
soll er sich aufmachen.^* — Teuf fei meint, man könne 
V. 57 fr. auch dann sehr wohl erklaren, wepn die Scene 
zu Neapel sei. „Der alte Sünder isenex aduUer} *) sollte 
sich allerdings in ihr Haus in der Subura begeben in Folge 
der Beschwörung und sollte sie dort in erotischer Absicht 
aufsuchen. Aber fände er sie dann, so träfe er ja auch 
zugleich all den Teufelsspuck noch an (denn der Knabe z. 
B. ist ja noch in seiner ursprünglichen Situation, vgl. v. 83) 
und das wird doch Canidia nicht wünschen. **} Vielmehr 
soll er sie allerdings in ihrem Hause zu Rom aufsuchen, 
aber er wird sie nicht treffen — denn sie ist in derGe« 
gend von Neapel — und — morgen wiederkommen (denn 
die Liebe ist einmal angefacht) und dann sie antreffen/^ 
Dieser schlecht ersonnenen Annahme widerspricht das Ge- 
dieht völlig. Canidia erwartet, der Liebhaber werde so« 
gleich zu ihr gelaufen kommen; sie will erst, als die Be- 
schwörung nichts hilft, das stärkere (ptkrgoy anwendeiv 



*} Jdulter steht vielmehr für Liehhaber überhaupt. Vgl. I, 
36, 19. 

**) Wie ist f^s denn bei Virgil Bnc;. VI II, 108, \fO Daphnis am 
Schhisse kommt, der ebenfalls den Zauberkram noch finden 
wird, wenn er anders an den Ort kommt, wo die Zauberin 
sich befindet. Der Zauber findet hier, wie dort, hinter dem 
Hause statt, der Liebhaber dagegen, tritt in's Haus hiuein. 



IM 

Unmöglich kann sie zu Neapel wissen , ob ihr Liebhaber 
znr Subore Itomnie oder nteht. — V. 69 f. Canidta kann 
nicht sagen , sie habe das Bett des Varos mit Salbe bestri- 
eben; denn Varas halte sie ja verlassen und man kann 
doch unmöglich denken, dass siejn das Haus des Varm 
gegangen sei, um dessen Bett zu bezaubern. „Ja, er ruk 
bei einer andern'^, ruft sie, „die durch ihren Zauber ibji 
alle andere meretrices vergessen macht (V. 69 f.) ; ha, er 
ist gegen meine Beschwörung gesichert durch die einer 
fhachtigern Bohlerin/^ So fassen es schon die alten Er. 
klärer* -« Y. 86 kann redibü unmöglich bezeichnen : ad 
Sanitätern Ubertatemque redibit. Mens redü heisst zwar: 
9,die Besinnung kehrt zurfick^^; aber dass mens hier nicht 
auf die Besinnung geht, ergibt sich t)fienbar aus vocata; 
Canidia beschwört ja nicht die Besinnung des Varus, son- 
dern seine Liebe , seine Neigung. Recurres^ vocata und 
redibU stehen in so bel^limmter Wechselbeziehung, dass un- 
möglich gezweifelt werden karm, redibit heisse „zurückkeh- 
ren zu derjenigen, von der Canidia ihn zu sich beschwo- 
ren (votcUa^ , von welcher er zu ihr geeilt ist^^ MetA 
tua ist nur poetische Umschreibung für tu. Vgl. I, 37, 14. 
III, 5, 13. *) — V. 87 f. wollte Jever zu Lucan. 111,625 
lesen: magica pro nefas^ si non valent atertere humanam 
vicem. Die scheinbarste Deutung der schwierigen Stelle 
ist die neuerdings von Steijier S. 23, Boss S. 6 und 
Dillenburger empfohlene, wonach zu ma^nw99 fas nefas 
que ergänzt werden soll i)alent convertere, in* diesem Sinne: 
Veneficia tnuttutn quidem f>aient, adeo ut confnndant intern 



*) Orelli, der behauptet, ich habe die Erklärung des Por- 
phyrie missverstauden , schreibt ihm durch seine Deuluog 
etwas völlig Abgeschmacktes «u; denn man bediente sich ja 
nicht des Banuspruchs, um den Geist wieder zur Besinnung zu 
bringen. Aus dm Worten des Porpbyrio folgt deutlich, 
dass er in der zweiten GrkUrui^g redibit aU Gegensatz zu 
incaniata für rAdikit od illam Aabm. 



im 

dum ac per^^ertant fa$ et neftm : ai non posrnmi fimktre 
condidonem marteUium, Welchen Sinn aber soll der SMi 
haben : „Zaubertränke kdfinen grosses Unrecht thun?^<^ Wem 
geschfiehl durch den Zauberlrank das Unrecht? D^mjeni« 
gen , den man durch' denselben bannt ? Aber dieser 6«** 
danke ist unpassend ; auch darf kaum angenommen wer* 
den, dlass der Knabe an die Wirkung solcher Mittel glaubt» 
Noch weniger kdnn in diesen Worten der Gedanke liegen : 
,,Bei Zaubertränken kann man grosses Unrecht thun, mA^m 
man Mord begeht, wie ihr bei mir thon wolb.<'^ Ckmoeriwe 
hutnanam viam heisst ^^den Zustand des Menschenluidernff ; 
die specielle Bedeutung, die Steiner hier findet, kann 
man nur gewaltsam hineinlegen. OrellL's Erklärung spricht 
allen Sprachgesetzen Hohn. Vgl. Steiner S. 22 f. V»* 
nena soll Object sein , fa$ nefasque heisren : leges diüinae^ 
quibus disHnguitur fas et nefas ^ ja humanam vicem: mor^ 
modoque hominum. Und bei allem diesen, weichen Sinn gd* 
winnen wir dadurch ? Ich glaube auch noch jetzt meine 
frühere Deutung beibehalten zu müssen, wonach ma^mm 
fas nefasque (p Gerechtigkeit!) ein äbnliüber Ausruf ist« 
wie etwa bone Juppiter (Stat. Theb. XII, 87). Die faitef?- 
jeetion ist in solchen Ausrufen nicht durchaus nothig. 
Magmm fas nefasqtie ist Ausruf der bittersten Angst und 
Verzweiflung. Vgl. Ovid.Met. Vl^ 585. Magnus steht, wieiMin 
Anrufe der Götter. Vgl. Pers. IH, 35. B. II, 436. Steiner bei. 
merkt : Magnum dictt fas propt&r singularem illam virn^ ac 
potestatem, quam habet in hominum animis: „das für an- 
dere eine Macht ist, nur nicht für euch^S — Am Schlüsse 
des Gedichtes hatOrelli sich stillschweigend unserer Be- 
merkung bedient, wie er auch am Anfange mit uns be- 
merkt, Suburanae canes zeige, dass die Beschwörung za 
Rom erfolge , wie jetzt auch Weber annimmt. 

Sechste Epode. Vgl. B. III, 10 f. Weber (S. 
120 f.) setzt sie wegen der „Herbheil in Ton und Aus- 



m 

• 

iruck^ vor ^e Bekannischaft mit Hicenas. Teuf fei 
(Zeitschr. f. d. A. W. 1845, 596 ff«) sieht in dem Ge- 
diehte ein „Programm^^ der arcliilocbischen Laufbahn des 
Uoras, das vor 715 verl'asst sein mfisse. I>ie Uebersebriil 
mancher alten Aasgaben und Udscbr. m nKÜe^icum poetam 
(einen fingirten oder wirklichen) treffe das Richtige. Seine 
Beurtheilong des Gedichtes stimmt mit dem B. I, 324 Be- 
merkten öberein, wogegen sich D i li e n b q r g e r (S. 1 14 f.) 
erklart hat. Dillenburger zieht V. H procedet vor, 
während uns praec€det besser die Verfolgung des Wildes 
zu malen scheint. *) 

Siebente Epode. Vgl. B. III, 6 f. Weber setil 
das Gedicht 722 , indem er gegen «Orelli den sangvk 
Neptuno tuper fusus V. 3 f. anführt, der nöthige, die Käm- 
pfe mit Sextus Pompejus vorausgegangen zu denken. Ahet 
in solchen Aeusserungen des Schmerzes darf man £e Aus- 
drucke nicht so scharf nehmen , obgleich es freilich pas« 
Sender ist, wenn der Seekrieg, wie wir annehmen, berel 
begonnen hatte. Dillenburger und Teuffei (S. 59öl) 
halten mit Orelli am , Jahre 713 fest; uns scheint dk 
Erwähnung der Farther einen sichern Haltpunkt zu gewäk- 
i^n. Auch hatte Uoraz seine Verzweiflung beim perusioi- 
sdien Kriege bereits in Epode 16 ausgesprochen. GerB- 
hard II S. 8 f. nimmt das Gedicht gegen unsern Tadel ii 
Schutz,««) wahrend Teuf fei auf die Mängel desselbei 



*X V. 5 — 10 enthalten den Gedanken: „Du bellst nur, wag^ 
nicht das Wild zu verfolgen. <* Diesem feigen Hunde, 
sich für sein Bellen vom Herrn füttern lässt , stellt de 
Dichter sich selbst entgegen, der, wie ein guter Jagdhui 
hinter dem Wilde her ist. Die bildliche Anwendung ergil 
sich von selbst. 

**) Forensem inquisitoris rationem non deprehendas, sed 
penlino civium concursu excitatam iiiai^nationem , q 
primum interro^ando, tum crudelitaUm insaniae haud di* 



EUehligri^ ist der Vergleich Jnv. XV, 159i. Vgl. auch, did 
von Schiller angefuiirle Slelle äen. eonitov» II, 9 p. IbA 
Gron«— Vi 12* Ueher die Hervorhebung von /em Boss 

S, 7 £» . »' 

Achte Epode. Vgl. B. III, 3 f. Teuffei (S.600) 
setzt siemitufis 714, wahrend Weber (S, 83) die^e aeh«t 
Jer zwölflen ^pode zu den ältesten horazUchen Gedichten 
Kählt, so dass sie „giindestens.in den Lauf des Jahres 713^^ 
jehöre. — V. 19 f. Vgl. Juv, VI, 196 ff. Mart. VI, 23. 

Neunte Epode. Vgl. B. III, 17. Die Theilung in 
swei Gedichte findet sich auch in einer Handschrift zu 
Florenz (Preiss I, 218). *) — V. 4 Beate möchte ich 
etzt darauf beziehen , dass im Hause ^es Mäcenas alles 
reichlich vorhanden ^ es zu einer würdigen Festfeier wohl 
geeignet ist; es geht also auf den reichlichen Segen mit 
Glücksgülern. *♦) Vgl. II, 4, 13. epod. 16, 41. sat. II, 8, l. 
Aehnlich st^ht dives IV, 12, 24. — V. 7ff. Manil. I, 889 ff. : 
Restabant Actia beUa — , Femineum sorüta iugum quum Roma 
pependU Atque ipsa Isiaco certabtmt ftdmina sisiro. Be- 



similem arguendo, ex orin peMowB et siientio id coÜigit, in 
quo licebat submisso aiümo aequiescere t quoniai^ faii ne- 
cessitate destinatit mala non videntur posse avevruncari. 
Darin hat Gernhard Recht, dass der von mir aogedeut«t« 
Gedanke, dass nur ein weiser frommer Sinn dem Fluche Ein* 
halt thun könne, nicht ausgesprochen ist. Das Ganze ent- 
hält nur den . unwilligen Ausruf: „So soll denn Rom sich 
selbst den Untergaog bereiten!*' 

*) Dillenburg er bemerkt richtig» Horaz schmeiehle dem 
Octavian nicht, sondern gebe den Grund seiner Freudie über 
jenen Sieg näher an. Turpiora vincula , quam q^ae alim 
tkfrviles Pompeii exercitus , Cteopatrae et Jntonii luxuria 
ac moUities Urbi et civitati par^avtrat, Vicit Romana di^ 
scipUna 1 restitutä est Borna na dignitat. 

*) O r eil i : opulente, cuiqüe omnia ex voto cedutU. Dillen- 
hurgers cui omnia tx voto cedunt» 

e ' 



äUlba$a pro^go »etMa mUtebälM, Qmm pMrhi anm 
tmUalkti fiüus howte*, Aeqmru PcmpemM cepü defema pa- 
rerUL — V. 17. Adhuc^ das (Hrelli jelxt aufgegeben bat, 
•«cht Gern hard' pari. I S. 6 su verUiei<ligen. Inqm 
müii eidetur latere termmu» cqufmfintiae GaUorun^ gut tu. 
digrmbundi dtuthis ab in^roba parte stare noluerunL Air 
buc frementes sdll demirach hetssen : „die bis dahin nur 
imztrfriedenen GaHer«^ Aber die ZeitbesHmfliüiig ,,bis da- 
hih^^ hat hier gfar keine Beziehung , und wenn auch ei 
Asyndeton häufig ^ti Gegensatz scharf faenrorbebt^ si 
würde doch an unserer Stelle der Gegensatz nicht Uf 
heraustreten* *) J)eshalb verwerfen wir auch die Erki' 
rung) auf welche uian sonst leicht gerathen könnte, oM 
in der Bedi*ulung ,^zuersl, am Anfange'* zu nehmen, wie 
bei Suet Tit. 1 1 « und wir glauben das von uns froher 
angenommene adhuc nicht mehr billigen zu dürfen. Re- 
gel schreibt mit einer Handschrift von Vandefbourg 
Ol kunc mit ßeisUmmung von Jacob (Zeitschr* f. d. A. 
\V, 1840,' 523); aber es gehl nicht an, bei Awnc an tl 
gar nicht genannten Antonius zq denken ^ dessen Ervrl^ 
nung Horaz mit Absicht umgeht. Vgl. B. I, 85. Hiernii 
sind wir genölhigt mit Orelli und Dillenburger Feil 
Vermothung at hoc beizutreten, wo wir hoc nicht mit Fetj 
als AUativ , sondern mit den neuerea Herausgebern 
Accusativ fassen, üeber xfiese Art der Verbindung vgl. Si 
reiche Sammlung bei Ja^sob.''^^) „Die Galler wandten sie 



■rfi^« 



*} Man kuonie hiergegen freilich einwenden, die schroffe V« 
binduiig sei hier, wie anderswo (I, 2, %\) ^ die Schuld 
noch ting«waadten Dichteri; doch gia4jbeii wir eine aolcbe 
«rahme ohoe Noth nicht machen zu dürfen. 

**) Bentley ßladble für seine Vermuthung ad hoc den 
phyrio anfuhren zu dürfen, dei* "naich seiner Deutung: 
per comparationem Gallorüm , qiii hoc de dtgnati 
Caetarem se contulerunt^ ad hoc geleseh hak^ii müsse. 
' u&ser ad hoc '4&rft«n wir. den FVirpl^rie noch- eher in Ai 
Spruch nehmen, w«Da ändert auf solche uugenaee Umsciirfi' 



tfS Mgl Honi, f^mi iiHft «hi The« 4ir Flo«t 
a^ fiMi in eine» Hafen.; zv Hiiken Stile rieb. vienAeltd^ 
ttMigctofen.^ Bit beitmunie hMorisehe fiezwbimg der 
}ttm Woito ist «BS wbekeimt , ween auch Piet. Antom 
I für den (JewHteii imd die Moftmigstes^keit mtf dev 
Btte ZH iff pecfaa« eeheifil. Vieiieioki lag auoh eine fei»» 
ke, ebea naeh Rom gehoniineiie NaehridU zu Grande» w«- 

• 2t g ;was, o. ÜMttmjrii^ raft der be^eMlerte fiibMer« 
tatet du eooh den goldenen Wagen cdes TriimiplHdQrt) 
id de (^feribiete aarnck ? Wa» weikt dn noch zu eraofceh; 
n?'^ fiel' der Doatong der vortiegendoti Werte fragt eft 
^bzttüichst, wekben Sinn. eigentlich trmmphu» reporitd 
tcem haben könne. Reporiare kann 1) bedeuten ^zurudu 
ingen^'i vom Triumphe aber. kKnn uamöglidi gesagt wer-^ 
'^ er W^ge den Feldberm zurück, wenn man es nicht in 
fli iSi/Ane nehmen will, er aei der Grund, dass der Fdd» 
^r Kuräckkelkre , wns an aich matt laid hier unpassend 

• Bupcbsas verschieden ist IV, 2, 17 f. Die zweite fie- 
itung*, wonaoh reporiare ^,hinbringen^< bezeichnet, ergibi 
bais ebeq so ungehörig. Es bleibt endlich noch die 
Ite übr^, wo es obHnere bezeichnet» d. h. y,sicb erwe^- 
h davon trt^^en^S denn es ist. völlig ungegrflndet, wenn 
rnhard dem Vejrbom die BedenUeg pariam ren% (kh 
w ferre zuschreibt. Inwiefern aber kann vom Triumphe 
^gl werden, er trage einen Fuhrer davon, er habe sich 
3n Führer erworben ? Pas , was der Triumph sich er- 
% kann »ieh n«r auf dto äussern Glane bezieben ; ei* 
solchen, konole ihm aber nicht die Person des Trium- 
ors als solche verleihen*), dagegen bestand der Haupt- 

buDgeti etwas bü gebt«* wäreu SeiTHi4 (Virg. Aesn. VI, 613) 
las tidhwc , Aoro ujtkd Porphyrie od Aane (Acro erklärt 
ttd hunc^i. contra- Jntanium } •PorpJiyrio.'hat «s im Leraiua), 
<ilef cooanMfiA. Cfuc|uit ai huc (hue erkläüt-er ad m^s)^ 

I Der Dicfhli«v trurdb liier jedenfttlls eiii^Ti- starkem Atrsiiruck 
■gewltblt hahen, wenn tmA reportart in dieMtn Smne tiätte 
geb^aoelit weiden köttnee. «^ 



gtanx des Triumphes in den Im Triumphe ao^lUirlen kM 
Rehen Peldberm and Kdnigvn. B. IV, 300. Nun weiss man 
•ber^ dast man za Rom allgemein hofke , die ^ofaoe Köni- 
gin> die den Ciaar und Antonius gefesselt hatte, im Tri«» 
phe M%eföhrt zn sehn, worauf Horaz I, 37, 30 S. hifr 
deutet Dass ein solches ganz ungewohnte Schauspiel, dl 
Weib im Triumph aufgefiUirt zu sehn-, vom Dichter M 
Brw&hnnng des Triumphes kaum äbergimgen werden konn^ 
erkennt man leicht , besonders da die Schmach der Wi 
berherrsohaft vorher bedeutsam hervorgehoben ist Dum 
V* 24 ist demnach mit tiefer Ironie (vgl. V. 13 f.) gevnH 
und es will wenig sagen, werm -Gernhard bemerkt, Iv 
komme nie vom besiegten Feldherrn vor. Vgl. Jov. X, 147.*) 
Ist es aber nun gewiss, dass'reportoredueeot nur von dtf 
Aofi&hrung der besiegten Königin als Anführerin des Krie- 
ges gesagt sein kann , so folgt , dass V. 25 Afrumo ad 
guten Hdschr. mit Recht von Pea hergestellt werden \s| 
„Einen solchen Fuhrer hast du- nicht im jugurthiais( 
Kriege davongetragen, noch im africanischen, welcheiii( 
Tapferkeit über Carthago's Trämroem ein Denkmal g( 
hat ^< Schon Bentley hat die Stellen angeführt, wo 
Pharsalia des Lucan ein septi/crtmt des Pompejus, die 
ein TflffMC des Hector genannt wird. *♦) — V. 35 



*) Ich begreife nicht, wie Gernba rd gegen mich bemerk 
konnte : Trhimphalis currus non captivum regem repor 
Davon ist ja bei meiner £ri'Uruiif;.k?iiie Rede. 

'*) OreUi behauptet gegen niioh, Jfhtcanum bellum statt 
Meum sei axvQoy, Aber Jfricum (LIv. XXV IJI, 42) 
Jfricanum (Cic. pro Deiot. 9^ bellum kann jeder in Al 
geführte Krieg heissen und bei Silius XVII, 11 findeni 
vom panischen Kriege Aßricet h^ila. An unserer Stelle 
der gemeinte Rrieg genauer bestimmt durch d'en folget 
Relativsatz. „In keinem Krieg^*^ sagt Horas, „hast ' 
«inen solchem Kdhrer davon gelMtagen*\ und er nennt i 
%vte\ der bedeutendsten Kriege^, wobei wohl die bestii 
Beziehung ,. dass im jugurthinisiBheo Triumphe Jugurtbirj 
Triumphe des Scipio Hasdrubei «Hfgefiihri wuede» nicbt 



rft OrelU meine BililiraiK» iMhfMd Dillenbiifger 
nerkl; Ntm ineple $enHa$ h90 Ioc0' fMidium $paäeMm 
luxuria Clet^aime mohm ßumm. Orelli miM mtk 
ner Deutung anneknien ^ man habe Cacuber getrunken, 
dem Erbrechen fiinbalt su Ibun ; denn er deulet ßuei^ 
I : poiu nkmo proflueniem , und bemerkt tu coereeai : Mao 
od Caecubum erat amsierum aique *vot6/dax^^* Die AU 
I pflegten das Erbrechen kdnstlicb zu befördern; daee 
» aber» um dasselbe zu hemmen , Cftcuberwein getrnn« 
n, ist mne bdbsehe Erfindung Orelli's* Vgl; Cic* Deiot. 7. 
et. Vit 13. Juv. VI, 42ä ff. Sen. consol. ad Helv. 9, IQ. 
ras will ^ der Freund solle den besten römischen Wein 
Tgeben, bei weiehem sie ganz die frühere Miasstimmung 
gl. 1, 14» 17) über die EnAehrung der Römer (V. 11 BL) 
^rgessen wollen. 

Zehnte Epode. VgI.B.Iil, 10. Teuffei (S. 601) 
^zt sie der Aehnlichkeit der Haltung wegen gleichzeitig 
il Epode 4 und 6, also zwischen 714 und 716, Weber 
;. 121) Ende 713. «> lieber den Mävius hat jetzt auch 
relli die, wie er richtig bemerkt, lOgenhalle Notiz des 
chol.Ovid. Ib. 521 (nlchtöll^ wie Orelli Franke nach-* 
hreilft) **) angeführt. Wir fugen hinzu Porphyr, sat. U, 



schwebt. — Gegeo meine Schreibung des i'e Triumpht in 
\ ein Wort bat sich mit Recht GerDhartl erklart. 

I*) Da aocti Virgil in der im Frublinge 712 geilichtetea Ecloge 
des Mävius unter seinen Widersachern Erwähnung .thue, so 
müsse die Epode, meint er, so frühe, als möglich, in die 
erste Zeit der Bekanntschaa mit Vlrgil gesetzt werden* Si« 
habe für das Jahr 719, in welches Ktrchuer sie verlegt, 
zu viel rauhe Scharfe, Wenn auch Bavius und Mävius noch 
die Georgica des Virgil bespöttelten (Serv. G. l, 210), so 
könne er do^h nicht glauben, \^^s Horaz und Virgil „diese 
schon 7 U und.muthmasslich7i3 i[,«efertig^en Lumpenkerl»»* 
noch mehrere Jahre nachher -,; « Wort«* ^evur^iig^ haben 
sollten. . ^^"^^^ 

Zwei ander« Drocklefaieff foU^ .^H dawittl. 1« N*^ »»* 



qmö VSrgiUM: «i^ff fao tatmma, Afaem'. An unserer A 
mkM glatten wir fiti Garnen asoli jetzl noch g^gen Arne 
(Jahn's Jahrh. 98,412ffo feflibalten 8U iiiosseiii«^. — I 
vkis wird: in dem Augenblicke gedacht, wo dars Schifft 
fihrt, wie Am eis Fichtig bemerirl, obgieich man eacU d 
von der nahen Zukunft fassen könnte. Olentem V. 2 nim 
auch Dillen burger in der Bedeutung putidug ei müi 
et carport. Vgl. Plauts Men« 764 Am eis will es aufi 
Didcieibigkiepit oder gar aaf die verrosteten Wörter des Ht 
vins beziehen. -— V. 3_14. Die Sturm wifide sohlen ih 
wHd uBfthertretben , **) w^bei der Dichter mit AbsicÜ 
das Bild des voa Minerva verfolgten Ajas einflieht. Deol 
man sich denMavius als einen nach der Stadt der Min^-ni 
fahrenden schlechten Dichter, so erkennt man das BiUerei 
welches in diesem Gegenbilde des Ajas enthalten ist. De: 
Dichter wirkt hier durch den Kontrast, der durch die M 
gende Beschreibung des wimmernden Mävius im Gegensabf 
zu dem den Göttern trotzenden Ajas lebendiger vorgtäs^ 
wird. Die Sage vom Ajas war dem römischen Leset t» 
bekannt, dass der Kontrast aus der blossen Andeutung if^ 



es bei Orelli heissen: Val. FI. J , 639, zu V. 24: Vk 
Aen. V, 772. 

**) Orelli, der zu V. 1 ff. in den Worten: ceterum vtni/» 
— Japjrga meine Bemerkung stillscliweigend benutzt, ver- 
fälscht zu V. 12 — 14 meine Ansicht, indem er mir die Mei« 

^ nnng UDt«r«cbJebt, Miifius habe ein scbleclites Gedicht auf 
die äiDerva gentaAliI, — wieder ein« starke diftatOQ^ivkt, wi< 
■ O r e i ti sagen würde« 

*) V. tO erklärt Orelli qua, das mit noett zu verbinden ist, 
ex ea caeli regionet wurait ich keinen Sinn verbinden kaiii< 
Dnss an der Stelle, wo Orion untergeht, kein fVeundlicb« 
(yestirn ' erscheine , wäre ein alberner Wunsch', da in d«B 
bestellenden Gange der Gestirne kein Wechsel eintreten kani 
Nltr dies kann d^r Dichter wCrischen, dass der UntergiDj 
des Orion mit einem' solchen Stvrme und einer solchen Dun- 
kelheit verbunden sei, dass kein einziger Stern gesehen werdf, 
Uer dhrch. stoben. Giknz »kh. d««i. aitwriui bold erseifte. 



läge Tdn Mibst hervorspriHgen MMSte.' *) Dm GtditM 
chliesst mit einem Gelöbde v tu weiebem der Bock , dem 
onst nicht als Opfer für die StArme vorkomtnt , aaf di« 
rilde slr^itsüehttge Nabiv des Menschen ironisch deulin 
oll. ♦*) We Taucher, unersättliche Vogel, welche die 
Sxcreniente anderer, aber auch Fische Tressen (Plin. XI, 79}, 
;etzt der Dichter mit Absicht^ weil sie beim Stuame an's 
Jfer fliegen (Virg. 6.1,361 f.)- Vgl. auch Hom. Od. «, 51, 
nit der Parodie des Hatron (Athen. IV, 13 V. 9). Aristot* 
H. A. Vm, 6, 7. 

Elfte Epode. Vgl. B. III, 4 f. Teuf fei (S. 60O) 
setzt sie 717 oder 718, Wöber (8.83* 122) 716. ^ V.l. 
HitBjecht erklärt sich Teuf fei gegen Weber's Uebersea^ 
zung von nü nivai „es hilft nicMs^S d. h. gegeil die^ Liebe, 
woraus bervorgehn wärde (vgl. Hcui tmUa')^ das9 wirklich 
die Poesie ihm früher dagegen geholfen habe, was Horaz 
uninoglicb sagen kann. — V. 2. Etwas Wegwerfendes sieht 
man mit Unrecht in versicuios. Vgl. sat. i, 10, 58. — Fe^- 
cussum hält Orelli auch noch jetxt bei, wahrend DIU 
lenb arger perculsum vorzieht. Vgl. Bibliolh;!« d. ScbttL 
wesen 1827, 1225. — V. 11. Lucrum bezeichne! hier die 
Schätze. Phaedr. V, 4, 8. — V. 15 ft Horaz sagt dem 
Freunde, er schäme sich bis jetzt noch, den Nebenbuhlern 
nachzugeben, sich für besiegt zu erklären; diese Scham 
aber werde aufhören, wenn die Geliebte durch ihre Zurück- 
setzung seinen vollen Zorn erregt habe; dass aber dieser 
Zorn bis jetzt noch nicht zum Ausbruche gekommen, daa 



*) Luteus bezeichnet die gelbliche Blässe der Furcht; et gehl 
auf die dankelgelbe Farbe. Vgl. Juv. X, 132. 

**) Meiae Beziehung von praetia opima gebe ich jetzt äuT, 

* glaube aber auch nicbt, dass- es auf die Dickleüifgk-elt gehn 

soll. Mefkwurdig ist es, dass man bisher ooch nicht Uia 

iMffeade Stell« da» Cicare pro RosOb 3, 8 : iümn Cfimam 

praeclMramquß praedam verglichen hat. 



IMtn 'Afe.fomenta virimuai. nU mtäumleennUa hevnM 
Diese üiidenidgsiiritld' koMf^Q tiflfenbar Bvr in der N&tar der 
Geliebten jseibsl liegen, wonnch eit uns völlig anzweifei- 
baft ist, dass man darunter nichts Anders verstebn kann, 
als die Freude am holden Liebreiz der Geliebten, wie wir 
i9chon früher gedeutet haben. Dass aber unsere DeatuRff 
ganz den Sinn des Dichters trifft, zeigt die gleichfalls fro- 
her beigebraehte Stelle epod. 15, 15 f. Dort ist Mor 
der Schmerz über die schmähliche Zuruoksetznng, comta»- 
iia der feste Entschluss die Geliebte zu verlassen und form 
die Schönheit, die ihm in Zukunft wegen der verächtliciieii 
Behandturtg von Seiten der Geliebten verhasst werden yd 
isemel ^ffensa). Die Lust an der Schönheit der Geliebten 
ist zwar ein glüoklicbes Gefühl, aber sie wird ihm uniieb 
(mgrato), da sie die Wunde, welche die Zururksetzung der 
ißeliebten ihm schlagt-, doch nicht heüen kann (vubusnü 
malum leamnHa). Orelli erklärt noch jetzt /bmenla durch 
querelae; allein der Gedanke: „Wenn ich einmal so in 
Zorn entbrannt sein werde, dass ich nicht mehr Klagen ae- 
stosse^^, scheint uns sehr ungeschickt. Noch weniger 
geht es, mit DJiIenburger unter fomenta ausser 
Klagen akicb die vergeblichen jIofTnungen zu verstebß. 
Ais Folge des Zornes kann nur dies angeführt werdeo, 
dass die Geliebte ihm verhasst , ihrer Schönheit Reiz ihm 
zuwider wird. ♦) — V. i>0. Der Grund des mssus ol)^^ 
liegt in V. 19. Zu palam vgl.Ovid. A. A. II, 549. — VJÖ. 
Pes Aerius ist der sicher autlretende Fuss (A. P. 158),««- 
Q&iiis (Sen. epist. 95, 16) der, welcher beim Auftreten hinunil 
her schwankt. Deshalb beziehe ich pede incerto um^ 
eher auf die Trunkenheit, als diese schon V. 13 angedeuHi 
ist; die beim Herausgehen sich noch mehr zeigende Tniii' 



*) ImparihüM erklären wir .jetzt mit Orplli «nd Dillenbur' 
ger« Horfiz..hebt Uie Stfltmach hervor, dass Inachia ihm soi- 
.clia Leute vorziehe^ die ihm an Geist weit aachsl^han. Vgl' 
epodr 15, 11. . * . • •, * 



kenheK fehhrt mm AnsctMuiUbk^il um BMe$. kieerf» 
pede auf die UneotachMe»beit m iiesieheB, gebt auch des^ 
halb nicht, weil diese doch nuf eine augenblickliche war^ 
die eicb bald entschiedeo hatte. Das Treffende liegt hier 
gerade darin, dass er , obgleich er noch eben so arg sidi 
beschwert und über seine Zurucksetzupg geklagt hatte, 
doch gleich scbaurstracks zur Geliebten geht Vgl sat. l, 4^ 
51. Pers. V, 166. — V. 26. CautumeUae graoes kann hier 
ruir die Zurficksetzung von Seiten des Lyciscus bezeichaeB' 
wie oben dl;e derlnachia hervorgehoben ist; denFreundea 
können unanöglioh cötUumdiae großem ,,schmerzliche Kran- 
Imngen^« zugeschrieben werden. Audi kann nicht fuglich Ho- 
raz das slarkste lieihniUel gegen die Liebe, krankende Ent-. 
ebxung von Seiten des Gegenstandes der Läebe, unerwähnt 
gelassen haben« 

Zwölfte Epode. Vgl. B. 111, 3 f. Teuffei, der 
die. hier genannte Alte von der in Epode 8 unterscheidet, 
setzt das Gedicht 714, Web.er mit jener gleichzeitig. — 
V. 1. Ich nehme jetzt barris mit Orelli für Elephanten 
un4 niger in der Bedeutung „widerlich, garstig^^ — V. 25 
übergeht Orelli, dass auch Servius und Martianus Capella 
die Lesart infelix haben. Dennoch ziehe ich jetzt mit 
Orelli wegen der von Bentley angeführten Stellen, wo 
non felix steht, und weil Horaz einen doppelten UtaHis steh 
mebt wohl erlauht haben würde ^ non felix vor. Vgl. die 
Verschiedenheit der Lesart Pers. IH, 46. *). 

Dreizehnte Epode. VglB^III, 2£ Mit mir weist 
auch Teuffei (S. 601) das Gedicht jiem Jahre 715 zu*. 
Weber bemerkt (S. 122), unsere Epode deute auf die Ue- 
berzeugung einer verlorenen Sache; sie nehme ihre Zuflucht 
zur Verzweiflung 9 die sich Huth und Vergessen ihres Lei. 



*) Ueber.CS»«« MmftUas «gL .£. 111,3 t Note, 
DfintMr's Kritik. V. 9 



des ans dem Bescher hole, und fehore dMHitvk'ui diee^ 
sten Jahre nach der ScMacht bef FhSiffu *) ' 

Vierzehnte Epode. . Vgl B. tlF, 12f. Teuffei 
^S. 611) setzt sie nach der Herausgabe des ersten Bncbes 
der Satiren, 720—721. Weber, der irrig bei der hier 
gienannten Geliebten an die Terentia , vieHefcht im ßrant- 
stande, denkt, vermuthet (S. 149), sie möge etwa in's Jahr 
720 gehören. Von den horazischen Bpoden waren damab, 
als Horaz das Gedicht schrieb, folgende bereits gedichtet 
undMäcenas bekannt geworden: 3. 4. 5. 6. 8. 10.11. I^ 
13. 15. 16. 17, die fast alle scharf spottender Art sl^ 
(ausgenommen die scherzhafte dritte, die politischen 13 unl 
16). Mäcenas hatte ihn aul^efordert bald mit einer Samoi- 
lung solcher archilochische'n Spottjamben aufzutreten , wo- 
gegen der Dichter sich entschuldigt, er könne nicht zu den 
Jamben kommen, weil ihn die Liebe ganz bezwungen ti^^^ 
wie einst den Anakreon. Wenn er aber von Anakreon 
sagt , dieser habe oft in kunstlosem Liede seine Liebe b^ 
klagt, so deutet er damit bloss an, dass auch ihm die Uä 
Schmerz und Leid bereite, wie er es am Schlüsse besUmfli- 
ter ausspricht. Im Gegensatze zu sich fuhrt er das glück* 
liehe Verhältniss des Häcenas an« Mit Recht erklart sii 



*) Teuf fei bemerkt nach anderen Ausstellnngea « die er ai 
der Epode 'macht , es sei lächerlich , gerade den AchiUe^^ 
diese weisen Lebensregeln vortragen zu lassen, der vielm^^' 
die beste Widerlegung jener geistlosen Weltanschauung s^^ 
' Den Römern, welchen Achilleus als gelehriger Schüler <le 
weisen Centauren eine sehr bekannte Vorstelluitg war (vd 
LiT. Andron. bei Fest. v. ocrem, Ovid. A. A. I, 11 f. M 
Vl\, 212) , war dies keineswegs anffällig , lächerlich um * 
weniger, als dieser Rath dfs Chiroo nur die Ansicht aus 
spricht, w«lche iin Alt^rihume überall widerklingt, duss nn' 
das Unvermeidliche ruhig tragen müsse. Üeber Chiron v^ 
auch Dissen zum Pind<ir II, 2Q2. Osann in Weicker 
Rhein. Museum J, 413 ff. Schultz das. V, 600 iF. Göth 
B. 12, 115 ff. — Zu aejßrimoiuae V«18 Ouwcn« S. 364^ 



)reni gtgeii meine Vcrmothong, es w^de auf den vra 
ttdeeoie gebcMvii Betbyllus hingedeutet. 

Fünfzehnte Epode. Vgl. B. HI, 13 f. Tenffel 
[S. 612) vermuthet, das Gedicht falle etwa 713;Weber 
[S. S3. 112) betrachtet es geradezu als das alleste aller, 
borasisehen Gedichte und setzt es Ende 712 od<^ Anfangs 
713. — V, 7 ff. Teuf fei meint, ein unpassenderes Bei- 
s{»fel, als den Bass des Wolfes und ein bedeutungsloseres^ 
als V. 9 hätte der Dichter zur Individoalisining des Ge*- 
dankens i e^ig — kaum wählen können. Der Dichter setzt 
zur Bezeichnung ^„so lange die Malur sich nicht ändern 
wird" (Hgl. epod, 16, 27 ff. I, 29, 10 ff) drei Beispiele, 
,,so lange der W^lf das Vieh verfo^f», so lange Orion 
Sturm a^f dem Meere erregen , so lange Apollo mit lang- 
herabbliigemlen Haaren (als dxsg^sxdfiijg^ ewig jugendlich 
prangen wird^^ Um die Unmöglichkeit zu schildern wählt 
Neaera zuerst zwei schreckliche Dinge, geht aber dann zur 
holden. Jngendschönheit des Apollo über, auf welche sie 
der Anblick des Geliebten hinführt.^) — V. 11. Irrig be- 
hauptet Teuf fei, die virtus werde V. 14 näher dahin be- 
stiBimit, dass er sich ein anderes Mädchen suchen werde. 
r e 1 1 i .erklärt mea viriute : ,quantum in me e$t^ Dillen- 
burge^r: perme^ mei$ virilms. Virtus steht hier ganz, wie 
sat. 1, 9, 54; es bezeichnet die vorzuglichen Eigenschaf- 
ten, die er sich zuschreibt. „Du wirst einst jammern mei- 
ner Vorlrefffichkeit wegen, wenn ich dich verlassen habe.« 



*) So glaube irh jf*Ut die Stelle fassen za müssen. Mit der 
Bemerkung TOüOrelli und Dill enb ü rg e r, Uoraz pflege 
zwei Beispiele aus der Naiur und eines aus der Mythologie 
2a wählen, wozu auf II, 10 hingewiesen wird, gewinnt man 
hier |ehr wenig, wo der Contra^t in den Beispielen so auf- 
fiillend hervortritt. — Zu intonsos Tgl. I, 21, 3. Tib. I, 4, 
37 f. : Solis aeterno est Pheebo Bacchogue iuventas : nam 
decet intonsus crinis utrumc/ue tieum. ]i, 5, iO^l : Jcinue : 
»«V tibi sint intonsi, Pho'ebe, eapillL 



JMere istinacfa Mtannler Webe mfl den AU. Twbiinrieij 

wie in dolere aliena laude ^ iber, s6ine V<ikt%e wird si4 
jammern , da sie diese am neuen Geliebten nicht findef. 
BüKnetn VI 14 soll nadh Teliffel nicht ^anz denMicb sela 
da es doch beisst ^^ine^dle meiner würdig tst^^ Ib f. srcheina 
freäich ellvas unklar) doch nicht mehr, ais epod. 11, 15 L 
bedeotnngfsio» aber sind sie nicht Ebensowi'Rtg' kennet 
wir zugeben, dass. licebit ein metrischer NothbabeU' sei: 
sflebt es doch in dear Stelle Ci«» de isvent. 1, 51 ganäc äh«- 
Itch in der Bedeutm^ ,^sei es meinetwegen!^ Selbst die 
iUiflösmg des ersten Jambus missfallt Teuffel, obg^leidi 
gerade dieser Versanfang mit dem Daktyliä ^3^^ dei 
Sishluss sehr bewegt macht. Auch riseroy woran mir Teuf- 
fel Anstoss nehmen konnte, ist nach rdmisehem Sprach 
^brauche ganz richtig und hier sehr bezeiübneft^. Vgl. 
Madvig o^üsc. II, 82 ff. Krüger S. 80L Weis^en- 
born S. 404, ♦). 

Sechszehnte Epode. Vgl. B. III, !2 f. NaobTei^ 
fei (S. 612) ist sie während des peraeinischen Kriegs 
selbst geschrieben ; Weber (S. 111) bezieht sie auf dea 
nahen Ausbruch desselben. Monich sieht in dem Yoi^ 
schlage zur Auswanderung eine schmerzliche Ironie. Lüb- 
ker gibt den Zusammenbang der Epode ganz richtig en. **] 



i: 



^) Die Hd«chr. sind Y. 23 zwischen heu heu und eheu gelfaeilt. 
Vgl. Hauthal zum Persius S. 431. 

**) lloratiana S. 15 f.: Po$tquam intestinorum bellorum caU- 
mitates tantasque eorum clades, quantas externi hotus 
ii«n fecert, v. 1 — 14 4%dumbravit, ad meliorem salutis ca- 
pessendüe viam cohortatur, quae posita est in relinquendo 
. patrio solo et eligendü novU,, qualescumque fors offerat, 
sedihus v. 15 — 22. Quod consUium si nemo est qui melius 
suadeat, quidni sequamur iUico? y, 23 — 24. O abiecto 
inani lucUi suuim rem uggjredimini; meliorm bonge n%s ex- 
, pectmnt regna, ▼• 39 sqq.., quorum accurata et uberrime 
nunc sequitur deseriftio» unde facüe videas obversatam 



1 



197 

Dillctiburger m^inf, Horaz habe in der grössten Veii- 
BweSflwif j^nen bekannten Ratb des Sertorios (Plut. Sert d) 
aufg^grifl^ und poetisch ausgeführt. *) Der Dichter will 
seine votle VenswetOung und die Ueberaseugung aussprechen, 
dass nur von eiiier vöttigen UmwandliHig der terdorben^ 
Zeit tteil und Rettung zu hoflbn sei. Die einaelne» sytnlKK 
U6clieii Besiehungert gebe i^h jetzt auf. — Gegen. BenU 
lefB f>e statt que V. 6 und 8 Ouwens S. 367 f. — V. 
15 K.,Lftt>lcer erklärt S* I7f. forte quid sehr kahn durch 
quid ft^rtasse; tnalU carere laboribuä soll so\^ohl zu €a>- 
petUat^ ab m quaerüis bezogen werden. Ich muss auch 
jetzt noch meitte Deutmig als die einfachste beibehalteiK 
Forte hat hier die Bedeutung fariasse, weil es in einem 
Bediffgmgssatze steht, der freilich die äussere Form des» 
selben nicht hat ; mit aut melior pars tritt eine andere 
Wendung des Satzes ein. — V. 51. Vgl. Beck explic. vel. 
Script, S58. — V. 61 f. wollte Ramler „Berliner Monat»^ 
Schrift^ 17@0, 48i^ nach V. 50 setzen; sententia ipsa iU'^ 
vottie^ bemm-kt B e c k S. 77. — V. 63 ff. Horaz nimmt, wie 
Aratos , nur drei netafM an ; aber bei jenem heisst dtö 
zweite das silberne , das dritte das eherne , unser Dichter 
dagegen nimmt ffir diese die Namen vom vierten und (unf"» 
ten Weitalter bei Besiod. -^ Zu V. 65 Ouwens S. 35i^. 

Siebenzehnte Epode. Vgl. B. Ill, 8. Teuffei 
setzt 5ie 717— .718, kurz nach Epode 5. Auch Weber 



vatis ingenio fuinB aaätii^ {juatem vulgo fingebant, aureat 
imaginem (cf. Tib. I, 3, 35 sqq.). 

*) Zu V. 17—22 bemerkt O r e 1 1 i : Poetico impiUsu eoncitatui^ 
ui per te intelUgitur, non serio hoc melior ihus civibus dat 
eontUium üoratius. Was will aber der Ralh hier? Soll 
(las Ganze denn eine leere Phantasie ohne allen Sinn und 
Gehalt sein? Das dürfen wir wahrlich auch dem noch ju- 
gendlichen Dichter nicht zuschreiben. Dass er etwas damit 
wollte, zeigt deutlich genug der Schluss: vate me dA' 
tur fuga. 



198 

nimmt irriff mil an^erea an, zwtocheft Epoiie 5.und 17 fiege 
sat. I, 8 in der UiVke. Nach unserer jetaigen AnsioU kaoii 
die Saure der viel scharfem 5 Bpode anmoglich »achge- 
folgt «ein. Der Dichter nwml ironisch seine fruteren Ao- 
grÜTe auf Gtmidia zurück. — V. ö/Peerlkamp (Virgi 1 p. 426) 
Vfiä mit L a m b in volve volte vorziehen. •— V. 7 ff.. Di^ßezie- 
hang auf die WahrbeitsUebe desjVereus vf^r eine irrig hioein- 
getrag^ne. '— V. 14». Da heu iminef dem Worte oderSatztheile 
vorhergeht, aaf den es sich bezieht (Petren^S. 9), so 
kann es hier nur zu pervicads bezogen werden , weil es, 
.wenn es auf den FussfaU des Priamos gehn ac^iite, vor prc* 
jtidU stehn müsse. Seine Bedeutsamkeit an uns/lrer S\A 
lefgibt aich , wenn man Uom: JL cd, 212. 505;. 519 if. ver- 
gleicht. Pet^iccix beisst Achiiieus hier,, weil er siek in der 
Ausführung seiner ßacjie durah nichts • zurückhatten Hess. 
— V. 30. Die gesuchte Beziehung in o mare^ q tent&fist 
wdit vorhanden. VgL Plaut. Trin,:lQ30: Mare, «erra, cae- 
lum, di üo^tram fidem. — Y. 62 bat Dillenburger jetzt 
mit Recht gegßn seine frühere Ansicht (S. 51) sei vorgi- 
zogen, — y. 63. In hoc deute ich jetzt mit Or^ßHi ^^ 
^,dazu<S nach bekanntem Gebrauche* — V. 72. Ifit Recht 
hat Dillenburger innectes aufgenommen. Für den too 
Bentley bestrittenen Gebrauch sprechen Yjif:« Aen.% 
609. Lucan. II, 670. Sil. XI, 240. Stat. Theb. IV, 26. 



i \ 



Säoularlled. 



Vgl. B. IV, 2 f. Nach der jetzt herrschenden Ansicht 
wurde das Festh'ed am dritten Tage der Feier im Tempel 
des Apollo auf dem Palatinus gesungen. ♦) Ist es aber schon 
an sich unwahrscheinlich, dass der Festgesang, welcher 
gleichsam die Weihe der Feier war, bis auf den letzten 
% verschobert worden sei , so widerspricht 'dieser Mei- 
nung auch auf das Entschiedenste die Hauptstelle, welche 
w über die Feier jener Spiele seit Augustus haben , **) 
Zosim. n, 5. Von der ersten Nacht des Festes, das drei 
Nächte und drei Tage hindurch auf dem campus Martins 



*) Die Schollen, denen Schmelvkopf S. i&fl faügt, iI«im 
lien an den Tempel des Juppiter auf dem Capitol, wogege^ 
Steiner S. 8 f. und Hermann in der unten anzuführenden 
Schrift S. 13. 

**) Nach den Angaben der Hietoriker wnrden di# Sicularapiel« 
auerst 245, darauf in den Jahren 305, 505 und 605 gehal«, 
ten. Vgl. Censorin. de die nalali 17. Liv. epit. 49. Fest. y. 
saeculares ludi. Zosim. II, t. 2. Val. Max. II, 4. 5. Wenn 
dagegen die c/uindtcimviri t^ welche den «ibyllinischvü' Bu<* 
rhem vorstanden, behaupteten , die fünfte Festfeier falle ii\ 
das Jahr 737 uud es seien diese Spiele früher immer nacH 
Verlauf von 110 Jahren, einem etruscischen Säculom, g6haK 
ten worden, so willfahrteteu sie mit dieser rein erdichteten 
Angabe dem Augustus, der das Jahr 737 wahrscheinlich^ wie 
Hermann S. 21 mit OreUi annimmt, deshalb gewählt 
hatte, weil jetzt die zehn Jahre verflossen wpren, -anf welche 
der Senat ihm die Herrschaft des Beiehes früher «bertra^gen 
hatte. 



900 

f 

gefeiert wird, heisst es dort: Jevrigag ßgag o avroKQi 
%(OQ ini'x^v oy^d'ijv tov notufiov rgitSv nagaaxsvaaS'dvim 
ßoofiüov TQstQ agvag d'vH fi$tu tcSv dixanivrs avigdov xo/ 
Tüvg ßoofiovg ttu9'aifiä%aQ oXoxavrot Tp dvfiava. JCara- 
üXBvaa9$iariQ ih aaijvfjg iixrjv dBaxgov q^äxa dvanTStai u 
nvgdj nui vfivoQ aÖBjai vbcdoti nenoiTjfÄivoQ d^togiat i 
UgongBuBtq ayovxai. Dieser „neugedichtete^^ Hymnus, df 
gleich nach dem ersten Opfer ivf ofenem Platze in der 
Nacht gesungen wurde, kann kein^anderer sein, als der Si- 
culargesang. Freilich sagt ZosFinos nicht, dass dieses Lied 
von einem Chore von Knaben und Mädchen gesungen wurde; 
aber dieses ist nur eine Nachlässigkeit des Schriflsteliers. 
Von wem hätte das neue Festlied anders gesungen werden 
können? Vom ganzen Vollie gewiss nicht, *) ebensowe- 
nig von den quindecmmri^ welche bloss beim Opfer bei- 
standen. Nur Knaben und Mädchen durften nach römischer 
Anschauung die Götter für den Staat anilehn. Vgl. Liv. XXVU 
37, XXXI, 12. XXXVII, 3. Klausen. S. 1075 f. Doci 
verfolgen wir die Stelle des Zosimos weiter, um zu st\i, 
ob der Säculargesang an keinem andern Tage gesunga 
werden konnte, so wird am zweiten Tage der Gesang der 
Matronen erwähnt. Vom dritten Tage heisst es: *Ew vf 
imxtt noXuTiOV *AnikXnvoq Isgtf tfig iwia natieg hu' 
favsTg fiBxd nagd'ivcov xoaovxmv , ot ndvxsq dfift^Xti;, 
oneg iaxiv , dfitpOTigovg rovc yovsrg ex,9^x9g nBgtivxa^^ 
ipivmig aiav0€ xp xe 'EXXijvnv xai ^Pto^miwv ^«oW), ^i' »y 
al vnh *Pa)fiaiOtg aciJ^ovxat noXeig. Hier ist offenbar von 
keinem neugedichteten Hymnus die Rede« sondern von 
bekannten griechischen und römischen Hymnen, welche, 
Wie es scheint^ abwechselnd gesungen wurden. An sich 
ist es unwahrscheinlich, dass hierbei auch das neue Fest- 



*) Wenn e« gleich daraof bei Zosimos. Iieisst: X^iCo^at dk 
oi luvxa u^toCrfif ftia^tf lis anag^fa^ itott xagnuiy, so 
' ist tavia noiovptic nur auf das letaie ^mgUu tt i^onQi- 
Tiitg äyoyittt zu b«zietien. 



208 

902 ff. 1843 mo 105 f. Er unterscheidet drei Tbeiie. 
1 Theil vor des Opfers BegiBn. Str. 1. 2 Vorgesang der 
Fünfzehnmdnner. Str. 3 Knaben. Str. 4 Mädchen. Str.. 5. 6 
Zwischengesang der Funfzehnmänner. Str. 7 Knaben. Str^ 8 
Mädchen. Str. 9 Schlussgesang der Funfzehnmänner. 2 Theil 
während der Opferfeier. Str. 10—12 Chor der Fünfzehn«» 
mannen Str. 13—15 Knaben. Str. 16-~16 Mädchen. 3 Theil 
zum Schlüsse der Feier. Str. 19 sämmtliche Chore vereint. 
Es lasse sich auch denken, meint er, dass der Chor der 
Funfzehnmänner aus nur dreimal drei Personen bestanden 
habe, so dass die sechs anderen als Solosänger an die Spitze 
der sechs Abtheilungen von Knaben und Mädchen getreten 
seien, wonach folgende Eintheilung sich ergeben würde. 
I. Vorgesang. Str. 1 erster Solosänger. Str. 2 zweiter So- 
losänger. Str. 3 erste Abiheilung der Knaben. Str. 4 erste 
Ablheiluqg der Mädchen. Str. 5 dritter Solos. Str. 6 vierter 
Solos. Str. 7 zweite A. d. K. Str. 8 zweite A. d. M, Str. 9 
je zwei Verse der fünfte und sechste Solos. 11. Uauptge- 
sang. Str. 10—12 Chor der Funfzehnmänner. Str. 13 — 15 
dritte A. d. K. Sir. 16—18 dritte A. d. M. 111. Schlussgesang. 
Sir. 19 alle Chöre vereint. *) Gernhard de composi- 



die Freiheit des Altertliums in DiDgen der Art kennt, wer 
weiss, dass z. ß. zu Athen alle Madchen als uqxtoI' in den 
Orden der Geburtsgöttin aufi>enonimen wurden, wird an sol- 
chen Gebeten im Munde sclinldloser Knaben und Mädchen^ 
weiche freilich einer überbildeien Zeit inipnssend scheinen 
mögen, um so weniger Anstoss nehmen, als Ehe und Geburt 
durch die Religion geheiligt waren. Uud glaubte man auch 
durch die Fiinfzehnmäuner das Anstössige weggebracht zu 
haben, so bliebe dann doch noch immer der nach jener fal- 
schen Vorstellung; nicht geringere Ansloss, dass jene Stro- 
phen in Gegenwart der jugendlichen Chöre gesuusen 
und von diesen vernommen wurden. 

*) Die Vermutbungen über die Stellung beider Chöre sind ohne 
allen Halt; nur so viel ist klar, dass dte Chöre -von einan* 
der getrennt waren. Steiner meint, entweder seien die 
Knaben und Mädchen beide in drei Heiheif von neun ein- 
ander gegenübergestellt gewesen, oder mau habe drei Chöre 



iime ' cntnintnii iHocrat. «xplananda part IV vertheat da; 
•fifaculttiili0d)tiiT fdgende Weise. I Theil. Str. .1 . 2 Gesammt- 
chi9r« Sir. ä Knaben. Str. 4 Mädchen. Str, 5. 6 (SesamiDt- 
xIm»:. jBir. 7 {Knaben. .Sir. 6 Mädchen. U Theil. &tr, 9 »b- 
iweidhselnd heiie Chöre. Str. 10 Knaben. Str. 11 Midcha 
Sir. 1&. :13 Gesanmitchor. Str. 14 Knaben. Str. 15 Uadchc 
iIU TtueiJL Str. 16—19 Gesammtchor. 

JEinan .sehr danfaenswertben Beitrag im vichltgen Aoi^ 
•§90Süng dos fiedidktes hat K. F r. U er man« in der sohöiKi 
>AbKMdlQng:*de loco Apoliinrs. in carmine HcMratü saeco- 
Jan <l8tt3) gegeben. Vor Augnatus wurden die saeculares 



»d^e ILoaben uthI drei der Mädchen i|nzunf*hmeii, zwisciico 
(lenen sich Götterbilder und Aliüre befVtudeu. Grote- 
fend witl aus dem Inhalte der einzt-lnrn Pilten nachwei- 
«ea, welche Gotterhilder neben den Altnrru und zwisrhfa 
den einzeln'en Abtheilnugen der Cböre auTgestellt ge\ve:»eu. 
Den Inhalt des Gedichtes gibt er also an: „Str. 1 Aorufiiu.' 
•des Phöbus und d«r Diatia rara Beginne der 'Feier Str. Z 
Anküodigung de& tie&anges nach der Vorschrift der Sibylle 
Str.* 3. Anrufung des Sol, der den Tag heraulTuhrt, vt'ie *' 
Grösse der Stadt. Str. 4. Anrufung der Lucina, die die Rv 
der an's Licht bringt, um Bevölkerang Str. 5. Angabe At 
Hauptzwecks der Feier nach den Beschlüssen der V.-tcr. 
Str. 6. Angabe der Hauptbestimmungen dergvttrvn nach <i(r 
Vorschrift der Sibylla. Str. 7. Anrufung der Parcen »ni ibf 
Fortdauer des Staates. Str. 8. Anrufung der Tellns um 
die Segnung des Landes. Str. 9. Bitte. um Erhorung df'i' 
Knaben und Jungfrauen. Str. 10 — 12. Bitte um das Hfil 
<les römischen Volkes, dessen Stifter der fromme Aeneas üt'< 
Troja war. Str. 13 — 15. Bitte um das Heil des opferml«*" 
Herrschers, der von Aeueas stammend gleich gross an Tu- 
gend und Frömmigkeit ist. Str. 16 — IS. Bitte um das Heil 
der kommenden Geschlechter und Erhörung jener Bitte iu* 
Besondere. Str. 19. Freudige Hoffnung, dass alles so in Fr- 
fullung gehn werde , wie es die angestellten Auspicien ver- 
heissen.** Horaz, meint er, habe das Gedicht später in da 
vierte Buch der Oden nicht aufgenommen, um es dadurch 
uU eine ga«s andere Art- von Dkhtutig zu erkUren. Uns 
•dagegen seh eial dasselbe gleich nach sevaer dlfentltcben Auf- 
führung in einzelnen Exemplaren schon eine totcfae Verbrei- 
tung erlangt zu haben, dass Horaz es seiner neaen Samm- 
lung nicht einverleiben wollte. 



4N»1 

lietf ge^tigM worden istef, wetebes vielmefhr f&r sich ^eiii 
deil HauprpuAkt eines Th^iles (fei* Feier geMldlef h^eit 
mu59. So itiQssen Wlf n^eh Zosfm6s uns die eri^e PesU 
Ti«icht als den Zeitpunkt denken, in wetcbem das SäccrT^liäd 
von Knaben und Mädchen gesungen wufde. Auf den er« 
sten AnMiek könnt« maft fi*eiAdi geneigt smk, einen Wi« 
dera^rucb nfiil diesen Angfttien des Zosimos int den vorl 
jenem seltet ai^geföhrtetf sibyilintscben Versen zu finden; 
dieser schwindet aber ganz, wenn man bemerkt, dafss hfeff 
nacheirtander, ohne nähere B^röeksichtigung der Folge der 
Fesifeier, die Götter aufgezählt werden , deneil Opfer ge- 
bracht werden sollen, zner$f die Farcen, die Jlithyien und 
die Erde, dann die himmlischen Oölter, Juppiter, Juno und 
Apollo. „Bin gleiches Opfe'f*^ heisst es weiter, „empfängt 
auch Apollo", wobei auch der Lieder Erwähnung geschieht, 
welche im Tempel der Unsterblichen ertönen sollen. *). 
Unter dem hier genannten TeAipel der „ümälerWIchen" kann 
man nur den Tempel auf dem Capilol ver^fehn, wo die drei 
Haupfgotlheilen, Juppiter, Ju'rto und Minerva, verehrt wur- 
den (secnndn a cäelo sedes Sil. X, 432 f.). I^t dies aber 
gewiss, so foF^t, daite dU hier gemeinten Hymnert verschie- 
den sind von den am dritten Tage gesungenen, da man 
diese im Tempel des Apollo absang. Wir könwen hierbei 
an den ersten o^der an den aJweiten Tag denken; vom er- 
sten Tage sagt Zosinfios, man habe die bcstfmfriten Opfer 
auf das Capilol gebracht; ifti^^iv rs sni to xvttaö'Atva^ 
a^tsvov ^iar gov sl&6vxeg rag ^icogtag iniTsXov&iv 'AniXm, 
\(avi yMi jiQxifitöt. Auf dieseh Tag möchten wir ']QtiQ 
Gesänge , vermuthlich ältere Festhymnen , eher b^ziehen^ 
als auf den zweiten, an welchem die Malronen auf dem 



>4a*a«k^Maaaa>^iMMMU«b^*a 



*) Kai ä€i66fj.€yoi t€ ^aiiyot 

IJaioyts xovQo^e xotjoriaiie vtjoy ixotey 
'Ad^P^ttty Xüi^ii h xoQtti ;fOo6i' ttVTäl i/oitr 
Kai x^q}^ na£6a)r Jt^otir atayüc 9' dkXa' for^wy 

9* 



Capitol Bebten und sangen. Uiecnach halten wir einen 
dreifachen Gesang des Chores von Knaben und Mädchen, 
einmal in der ersten Festnacht, dann auf dem Capitol und 
endlich im Tempel des palalinischen Apollo. Der Haupt- 
festgesang, der ejgends zum Feste gedichtet wurde, kana 
nach allen uns vorliegenden Analogien * ) nicht in ei- 
nem Tempel, sondern nur öSenlich gesungen worden seio^ 
und eine bessere Zeit, als die erste Festnacht dörfte nicht 
wohl gefunden werden. 

Eine neue Vertheilung des Gedichtes zwischen beide 
Chore hat Steiner in der mehrfach erwähnten verdienst- 
lichen Schriit versucht, und ihm sindOrelli und Dille n- 
burger gefolgt. Hiernach singt der Gesammtchor Str. 1 
und 2, die folgenden 6 Strophen abwechselnd Knaben und 
Mädchen ; die Mitte bildet die von beiden Chören gesun- 
gene 9 Str.; darauf folgen wieder 6 abwechselnd gesun- 
gene Strophen; den Schluss endlich V. 16 — 19 singt der 
Gesammtchor* Auch wir folgen jetzt , dieser Anordnung, 
mit Ausnahme des Schlusses, wo nach unserer Ansicht Str 
16 die Knaben singen, Str. 17 der Gesammtchor, Str. ß 
die Mädchen, Str. 19 der Gesammtchor. Nicht unwahrschein- 
lich ist, was Stein er vermuthet, dassStr. 3—8 und 10 — 15 
jedesmal nur 9 Knaben oder Mädchen singen, also Str. 3 
die ersten 9 Knaben, Str. 5 die zweiten, Str. 7 die dritten 
9 Knaben u. s. w. Grotefend hat durch die unselige 
Einmischung von den qttmdednwiri^ die dem Chorgesange 
durchaus fremd *sind, die richtige Erkenntniss des Gedich- 
tes wiederum getrübt. **) Vgl. Zeitschr. f. d. A. W. 1041, 



*) Liv. XXVII, 37: Ut vir§ines ter novenae per urhe,m 
euntet Carmen canerent — conditum a Livio poeta. XXXI, 
12: Carmen praeterea ab ter novenis virginibus cani per 
I urbem iussevunt, 

*^) Für die Küufzeiinniaooer fülirt er besonders an, dass man 
die Empfeliluug des Ehegeseizes weder den Knaben, ooch 
den Mädchen in den Muud habe legen können. Wer aber 



der ist, als dar Dienst dieser Gotthaifefi zu Rom ein ver- 
haltnjssmassig sehr junger war, deutet coUndi semper et 
cs/^i an , wonach siich der Einwand yon G. Hermann, 
man l^önoe Götter doch nicht gemeiner und aiitaglicher h)- 
^en, von selbst hebt. ' Steiner C^. 8) vergleicJit Ovid. 
det. VIII, 350 und zur kräftigen Wiederholung desselben 
/erboms II, 13, 20. IV, 2, 38. epist. I, 1, 1. Vgl. K. Fr. 
Hernie an S.22. Deh Sing. decu$\.2 verthetdigt Stei-- 
ler gegen Hermann besonders durch IV, 8, 31. *-- In 
ler näbern Beschreibung der Festzeit V. 4^8 werden Apollo 
nd Diana als Schutzgötter Bom's iquibus Septem placuere 
'>Ues) bezeichnet, welchen die fromme' Verehrung von 
chuldlosen Knaben und Mädchen angenehm ist. ♦) Peerl- 
^niP) der daran Ansloss nahm, dass hier der Chor von 
ich in der dritten Person spreche, warf 5tr. 2 aus, wo- 
^S^cn Scbmelzkopf darin einen Beweis fand, dass der 
ofaog von den quindecmviri gesungen werde. Mit Stei- 
"r hier das Pronomen nos zu suppiiren, scheint uns un** 
uoJich. Sonderbar, wie man äbersehn konnte, dass hier 
* sligemeine Vorschrift der sibylliniscben Bucher ange^ 
irt vvird, welche bestimmte , es solle ein Chor von Kna- 
n nnd Mädchen, die pairimi et matrimi waren (Klau- 
fl S. 1075) , den Festhymnus singen; noß Heere carmen 
1*6 hier ungeschickt. ^^) Apollo wird zunächst als beleben- 
' (ßlnms), ewig in neuem Glänze erscheinender Sonnen- 
t angerufen, Rom's Glanz undxMacht.zu erhalten und zu 
Ten. In den sibylliniscben Versen heisSt es: Ooißog 



) Die so gut bestätigte Lesart quoclV*5 köfinte man uur durch 
eine Anacoluthie rechtfertigen, so dass der Dichter statt ^i** 
cere Carmen ein anderes Verbum , wie celebrare im Sipne 
gehabt hätte. • 

) Seltsam bemerkt O r e l li gegen Peerlkarap:' f^ir^ines et 
pueri nunc , ut ila dicam , primwn in scaena comparenles 
de se ipsi eo magls verba Jacere äebebant, ut, quum ex pri- 
mariisfämiliis leeti essent, inter hos versus ab iis cantatos t a- 
citum pertentaret gaudiiint partntum pe ctora. 



AnoXXmvj iüts nai TSiUo; KtteXiitfxifai. ttafgegen rofei 
die Midchen die Dianft an ^ dass sie die Oebvrteii forden 
md^e. -^ V. 13. Jtile, das mit aperire tu verbinden ist, 
erklfiren wir nicht mit Steiner „wie es sich geböbrl, 
gificklidi** , sondern ,,nach gewoiinler Weise ; wie da zu 
thon pflegst« (111, 24, 10) , wie aach Jahn (lahrb. 34,473) 
es nimmt *) Bei V. 15 f. liegt die Vorstellung zu Grunde. 
dass die Gottheit mit einem ihrer Namen Keber ang^rofeii 
sein will, als mit einem andern (B. II, 405}. Die Vielna- 
migkeit gereichte den Göttern zur £hre (Eor. Hippel, i 
Seph. Antfg. If55) Hier werden mit Absicht neben dem 
griechischen. Namen zwei römische genannt, von denen ift 
letztere eine Neuerung des Dichters sein könnte. Derftf!^ 
4er Knaben spricht nun den Wonsch aus , dass das neue 
Geschlecht stets hrfiflig heranwachsen und in keusciieio 
Leben gedeihen möge. Diese Bitte können die Knaben oti^ 
so eher thun , als auch sie von der keuschen Diana be^ 
schützt werden (IV, 6, 33. Catuil. 34, I). Hiernach sc^wti- 
det aller Grund zur Verdächtigung der von Peerlkaff/ 
ausgeworfenen Strophe^ Augustas hatte damals dielte 
luUa de cidtUierns (jprotis novae ferad lege marüa^ dort^ 
gesetzt; das andere Gesetz dagegen de maritandis d 
inbui (hier durch super tUgantSs feminis angedeutet) ft» 
noch vielen Widerspruch. Der Mädchenchor stellt nun i 
Folge eines solchen' stets aufblöhenden keuschen Gescblec) 
tes dar, dass dann die Fe^tfeier des neuen Sä^ulnmSf w 
heute, gefieiert werden wird. Mrt welcher Bedeutsamk 
frequentes, welches auf die Volksfälle geht (vgl. dageg^ 
1,2, 23 f.), an den Schlnss tritt, haben Steiner SAi^ 
Voigt S. 3 richtig erkannt, wogegen Jahn behauptet, 
stehe aus rein grammatischem Grunde am Ende, wol 



*) E« bezeichne' „daa grsetzraässige Verfahren^ welches der! 
Hgiose Glaube der Diana hei dem Geschäft der £ntbio(l^ 
schwangerer FraueD zusöhreibt'S 



Mi den unlerir^chen Gdttern gfeMerl; «rst ^H diesem <» 
der zu Rom einen zweiten Tempel des ApoHo^ amf diem 
falatinus, grindete (die jähriichen Spiele des ApeUo wurden 
i^on im Jahre 541 eingeföhrt) erschienen Apollo B»d Diana 
bei der Säcularleier besonders beiheiligt. Diana 'wnv&& 
Ireilich schon in ältester Zeit von de/i Plebejern tfu Rom 
verehrt, aber sie ging in die Staatareligion niciit dber; 
auch ist die in «nserm Gedichte gefeierte Schwester des 
Apollo votn der ursprüngKcbett latinischen Diana auf dem 
^yeni^nns und Algidus durchaus verschiede», so d«Bs diese 
Göttin nur als Schwester des Apollo einen Tbeä an dei^ 
Verehrung bei den Säcularspie^en erhalten haben kann. 
Weshalb fi<ber Augustus dem Apollo eine 4SO bedeutende 
Stelle bei seinen Säcularspielen eingeräumt habe, hat Her-« 
mann nach einer Andeutung von Jahn üniäiweifelhailrtc}i<^ 
(ig erkannt. Da in den sibyllinischen Büchern sich dte 
etruscische Ansicht von grossen Siiecula fand, dereft jedes 
«nter besonderen Naturerscheinungen seinen Ablauf verkdndo^ 
so halte man in dem Kometen , der nach dem Tode des 
Cäser erschien, das Ende des neunten Saculums gesehen^ 
9uf welches ein glücJtiidies goldenes Alter unter der Herr-^ 
schoft des Apollo eintireten sollte. Niebuhr i, 154 t* 
D^ese Ansicht 'suchte Augustus schon frfihe su benutxt^n^ 
indem er sich mit dem Gotte, unter dem das neue goldene 
Zeitalter beginnen sollte, in nahe Verbindung setzte. So 
haifce er bereits 718 dem Apollo einen Tempel verprochen ; 
er selbst suchte sich auch in seiner äusserlichen Erscheinung 
dem. Gölte, als dessen Sohn er auch galt, ähnlich zu ma- 
eben. Das Jahr 737 schien ihm nun besonders geeignet, 
es als den Anfang des neuen Saculums durch die quinde^ 
cmmri bezeichnen zu lassen^ welches unter der Herrschaft 
ApoBo's die glückliche goldene Zeit zurückführen werde. 
Deshalb sollten diesmal die sonst bei den Sacularfesten ver« 
ehrten Götter zurücktreten und Apollo, dem Diana zur Seite 
gesetzt wurde, die erste Stelle einnehmen. Dieser Neue- 



900 

raqf mussten auch manche andere folg^, tun die gan^ 
Feier m einen gewissen Einklang zu bringen. Auch 11^ 
unsem Dichter war die Aufgabe schwierig, das Säculariie 
der Absicht des Augustus gemäss einzurichten , so 
Apollo als Schutzgott des römischen Volkes dargestellt ui.' 
zugleich auf den Augustus als den hingewiesen wuß 
durch den Apollo den Römern Heil und Glück verleib 
werde. Seinem Zwecke gemäss machte er den Apollo m 
Sonnengotte und schrieb ihm schätzende Theilnabme be 
der Auswanderung des Aeneas zu ; die Diana musste m 
Geburtsgöttia werden« Hiernach ergibt sich, dass einebe 
sondere Kunfet des Dichters in der zweckmassigen Anord 
nuttg des Ganzen liegt, das keineswegs nach übertieferteii 
Formen, gleichsam einem vollständigen, nur auszufuliendei 
Schema gedichtet werden konnte, wie man früher an- 
nahm. *) 

Das Gedicht besteht aus zwei Theilen, von denen 
erste Str; 1—8' im Allgemeinen dem römischen Reiche ewi- 
gen Bestand wünscht. Str. 1 und 2 preisen den A^(0 
und die Diana als Schutzgötter Rom's welche hier \\0 
Willen gemäss fromm verehrt werden. Zunächst nun Htt- 
d£n sie von Seiten Jhrer Macht. und ihrer uralten Vereli- 
rung bezeichnet« Dieses letztere, was hier um so bedeuleo- 



*) Zu den die Vortrefflicljkeit des Gedichtes anerkennenden ürthei- 
len fuge man hinzu Martyni Laguna in Wolfs Ana- 
ieklea IV, 572 ff. Weber sa^^t (S. 314): „Es kann schwung- 
vollere, pompösere, die Phantasie in einem weitern UmfaDge 
tiBa herführen de Gedichte solcher Art geben : die Kernbaf' 
tigkeit dieses Liedes beruht gerade darauf, dass das Uen 
des Hörers in einem eiuzigen starken Gefühle, der heiiigeB 
Idee des Staates und Vaterlandes, gewaltig ergriffen und un- 
widerstehlich zu Gelübde, Dank und bitte an die SchnUgöt- 
ter der Ahpeu emporgehoben wurde." Vielmehr soll Apollo 
hier erst zum wahrsten Schutzgotte Rom's erhoben und die 
Ueberzeugung verbreitet werden, dass er dem Reiche unter 
Augustus das höchste Glück verleihen werde, wobei auf di« 
Rückkehr eines frommen, (dein und kräftigen Sinnes be- 
sonders hingewiesen vs'irdT 



ibersehen ist , dasi nsek der gewttidiohen Wortstelliing 
rt[mt det 8chhis» bilden misste. 6tna verfeblfc ist es, 
venn Oreüi die betden enge BSMmmeiigeiiöTCndeB Stro^- 
hn durcb ein Panctem naok V» Sl voiieiefliider treMit, 
^leilteh meti^ «Mch Sie in er, man könnte beide Siropken 
renneft, $o dass tä föf tUimam stände. Dies ist aber bier 
m umnögiick , wo keta Yoi^v dabei stebl und vi so 
veitnaektritL «) Der Cbor der Kuben kittet nun um 
ewiges Bestehen romiscber Macht, wie es dep Römern ver«- 
proeben ist, und zwar wendet ist sich an die Parceo^^o- 
ei wif uns erinnern müssen, dass 4en Parceii ?n der er- 
len Fcstnacbt geopfert wordo. «^) Bona «nb pemdik 
»tM^ite faii9 keisst nichts, uls „gebet in Zukunft auch dem 
lelche Gtäek und Ueii^ und «war ist diese Bitte nicht auf 
^8 neoeSiodum allean, sondern auf alle Felgezeit gerick* 
n. *«*) K. Fr. Herrn a Uta scheint S. 24 den Ausdruck 



^ Gegen G. HermaDn'« Umst^lluDg Ton Str. 5 und 6 vgl* 
Steiser S. 10. 

*^ Wider <f?e überwiegende AuioiltJil schreiben OfeUi trttd 
fiosj S 8 »erv^U Die richtige Oeatuag, wonach quod -^ 
nrvet vorangeschickte Apposition zum Folgenden ist, geben 
Steiner und Di llenbu rger. Hoss: ,« 41s wahrhaftiger 
>ni ehemaligen Gesänge (?)^ was ja einmal gemeldet ist 
und stetiges Ziel des WeHlaufs aufrecht hält (?) , schliesset 
g'Jieklicbe POgung der vergangenen an/< Feraces cecinisse 
ist die «ll^emeine lobende 'Anrede , von der man nicht mit 
Orelli behaarten kann, sie stehe zu nackt. Ygl. carm. II, 
16,31^. ;Pert. V( 48; Jahn a. ;k. O. schwankt zwischen ser- 
vat und neruet, doch meint 'er, der Satz mit quod könne 
nfchwerlich*« zu iun^ite fata bezogen werden. „Ihr habt 
es gesagt**, fugt der OUhter swis\:hen^ die Anrede und die 
Bitte ein^ „und so möge es auch in Erfullnng gehn.*' f^e* 
races ce ci n i sse t ^uod setnel dictum est wäre scholl 
an sich austössig. 

*) Der Dichter will k;ein«^swegs,^\wic iehn nteintt <!•* Wunsch 
aus:»f>Teehea , dass die Pareen auch, für das neue Säculum 
ein glückliches Geschick (gfiastige Ausspruche des Katiims) 
verküiftden m&gen.; dieses' wer ja in den sibjllieischen 
BucluH^ Rom versprochen^ dais es, weuA es die Gikiter nach 
Gebuhr ehre» iierrschea «etde (vgLbei2oeimoe 11,5 .V^35ir.'^ 



iiTig darauf zu besieiien, dass das Reich seine - jettige Maij 
a«ch in Zukunft * e^ h a 1 1 e ii • möge , da Augustes nicht i 
4tie Vergidsseruug desselben bedaeht gewesen. Die ii| 
sendere Bezithung auf das sunäcbst folgende SficulamlM 
ginnt erst mit Str. ftl : Der Chor der . Madchen \msii 
dass dem Lande FruehtbarkeH nie fehlen möge, wobei i 
otch erinnert^ dass auch der Göttin TeUus bei der Sadi- 
Met Opfer «dargebrafQFht werden. * Aber dennoch ist es't 
rig, wenn Or eil i .und Diilenbiirger iellus hkri 
Peau)n fassien; dass. die Qöttin TeHus die G^tin Ceres b^ 
hranse, wäre eine höchst sanderbare Vorstellung. . Cerej 

wird gesehmückt^ wenn das Land trubtitbar ist (Tib. M 
15) ; dies aber drückt der Dichter auf lebendigere Weisj 
aus : „die Erde möge die Ceres bekränzen'^ Hätte Hoi 
Tellus hiler als Göttin gefasst, so wtrde er auch jedenfi 
die Form der Anrede gewählt • haben. Die Bedingnn 
zur Fruchtbarkeit werden kurz V. 31 f. angedeutet*) 
Mit Str. 9 beginnt i^un der zweite Theil, welcher si 
auf das folgende unter Apdlo's Herrschaft stehende S^ 
lum bezieht. Zu Hernrann's und Steiner's Annabi^ 
V. 31 f. den Knaben, V. 33 f. den Mädchen zu geben, ^ 



Die Änr^rung der Parcen ist hier bloase Eiukleidaog ^^ 
Wunsches: „Mgge ^em Rpiche, wie es uns ja verkäD<j'''; 
(es spricht sich hier die vollste Ueberzeugung des tin^ 
lens.aus), Gluclt und Heil zu Theil werden.»^ Die ArM« 
Verbindung mit Str. 6 ergibt »ich hiernach ganz ein»f'|' 
die sibyllinischen Verse hatten nömlich das GIücIl des Hr** 
chet au die feierliche Begj>huag der Säcularfeier {btdot^ 
die ^ freffu^ntes VI 22 iL) g^l^nupfl. 

•) Sülubre^Ut, wie Dillen bürg er S. 28 unwIderleglicM«' 
zeigt hat, sowohl' mit aquat, kU mit lovU attrfl« *" '?'' 
binden. Dennoch hat Orelli seine fatale Interpuocti» 

9t aquae^ saluhre» kt i^vis aurae beibehalten. ^^^^^^^ ^ 
stoss man an aquA§ salubret (heilsamer, frnclitbarer R^S ^ 
nehmen könne {äquae^ wie IIJ, 10, 19. 17, t2. epi«*» '''^' 

' ld5)^ begreift man ebeiMow^enig , als wie man ^''*'?''l|j 
lui&ii, /«vi« aurae tieb« für sich zu nackt, was ^<^ 

> . }6tiet YerbindttOg «her von mquag gelten' wäfde» 



«11 

s 

rfr dnrchiiiiehl8'iieredi%t^ da, der Gesttirnntchor beide 6ötl- 
leiten hier ebenscrwoM inrnfdn blnn, wie in V. 1 f. Vola- 
nt haben wir hier die Bitte «Mi Erhdmng, welche* dem 
)lgend6n Gebete fdr das nene Siculum vonrfigfeht, nicht 
hne iJindeiitung auf den Schvtz , den Apöito sofefon dem 
rahnen der Römer, dem Aeneas, hat «ngfedeüien iadsen« ^ 
ie hier hervortretende Ansicht , dass ApaHo deifi Aeneas 
ach Italien ' begleitet habe, schieint, wie K. Fr. Hermann 
.33 bemerlit, erst bei den Alexandrinern hervorgefireten zn 
>in, von denen sie Horaa hiör und IV, 6,^1, so wie Vir- 
I (III, 63 ff. IV, 345. VI, 9 ff.) genemmen. In dei^wei- 
rn Ausführung fiber Aeneas wird angedeutet , das$ die 
ölter sich desselben angenommen haben , weil er fromm 
i<i keusch war. Die Gotter lieben dieses, wie sie auch 
e Bitten keuscher Kinder (V. 6) erhören. *♦) Die Kna- 
fl H'UQirohen nun dem Römervolke das höchste Gluck — dei^ 
gend, in welcher der Grund »ur wahren Silllichkeit ge«* 
ft werden muss, gute Sitten, dem • Greisena4ter , das sich. 
len Genusses erfreut, Ruhe, 4em ganeen Volke aber, 
innter von* allen das kraftige MBunesaHer verstanden 
'd) Wohlstand, reiche Nachkommenschaft und jede Förde- 



*) Auch jetzt noch muss ich es trotz Steiner für unzulässijg 
eriJären, Str. 10 uod \X sowohl mit Str. 9, als mft Str; 12 
XU v.eij>indpii. Di« allgeoi«iDe Bit<te j^^aErlwtuth^ §*ht totJ. 
her, erhält aber durch Str. 10 f. grosse DrioglichlLeit^ dann 
erst folgen die Wunsche für das neue Säculum. Grote- 
fend setzt irrig nach V. 36 Punctum und den Schluss des 
ersten Tb« lies* 

) Die Deutung des Servius (Virg. Aen. I, 242) von sine frau-' 
de gebe ich jetzt ganz auf, nicht aus dem vqnOreili bei- 
gebrachten Grunde, weil Boraz die .Sage vom Verrathe des 
Aeneas (Lycophr. Gass. 330. Dion. l, .48) nicht, einmal^ um 
sie abzuweisen, hätte anfuhren dürfen (man denke nur an 
äbnUchcv >FäUe bei Pindar, wie Ol. 1^75 if.), sandem weil 
unmögiioh Horaz sagen könnt«, Troja 8«i ohne (alteii) Ver« 
ratb eingenommefl worden. ^^^ fraude ist hiier „ohne Scha- 
den'«, wie li, 19, 20} 'dem i^^«as war Tro)4i's arawl nicht 
verderblich. 



timgf. *) Sehr Mhdn wird die Bffte^ das» dem Avgosi« 
tUos nach Wanacb in ErfWonf f elMi aidge , den Mädcha 
ia den HaBd gelegt* AMgnatos aber, der hier als rttll^ 
¥oller nachkomme des frommeo Aeneas beaseichnet wini 
(auch er verehrt die Göller), erscheint hier als kräftig ii 
Kriege und »Ude im Frieden. Hierbei mnss man steh er- 
imierB, tos kurz vorher das rearische Nationalepos 6rsciHe> 
Ben war, in welchem. Anchises den Römern das bernhak 
Wort znruR : Parcere tubie^iM ei deMkare superhos (fl 
864). Hieran schllesst sich naiüriich die Erwähnung lis 
glücklichen Zustandes an, dessen sich das Reich unter iv* 
gnstiis erfreut ; es ist dieses . der Anfang des glöcklicto 
Säcnlnms, welches Rom unter Apollo zu Theil werden sol 
Die Knaben preisen die äussere Bliebt Ronfs, wogt'gen At 
Uädehen die innere Benibigung und die Wiederkehr eines 
glacklichen Burgeriebens feiern.**} Als untprworfefle Völ- 
ker werden die Partber genannt isecwres von derM 
wie schon Caes. B. 6. VII, 77), dann die Scylhen mi^ 
4er, welches früher kaum bekannte Volk Gesandte aai^ 
gustos geschiokt hatte (Säet Aug. 21. inslin. .XLII, 5.6» 
UV, 9). Irrig verbindet K.Fr.HermannSL24it4)^ 
muper mit Indi; nur Itir die Scythen , die früher in ^ 
römische Reich eingefallen waren und den Römern geSlir' 
rieh gewesen, passt' das Beiwort. Die in den Burgerkriege' 
verschwundene Treue kehrt wieder imd der friede, fentt' 



*) Zu V.45— 48 ist jetzt beiOrelli eine mir eainommwt^ 
merkung liipzugekommen; d<ig<'geQ hat er die faLsche itifl 
' rting Von fftacCda : quae sibi ptacet^ prorsus conHnl& 
vita et ante acta et ea, quae etiamnunc sibi concen^'^ 
beibehalten. Placidus bezeichnet den Gegensatz zir st'' 
niiiichen Jugend. 

**) Orelli bemerkt: Nota , qtiam caute totum per ea 

wmnem beUorum eiviliam — » vei oceultiuimam menlio' 

' dßvitet acde em^rit dumtaxat natumibus ab Juguüo f^ 

miUs loquatur, ^atikUdi, vtcii M «kh gerade fon ge§^ 

wärtigen Zustande handelte! 



« 

ie sMüeiie Machte, oid auch WdliMMid«, der die fWge 
jeAteter Buhe ist Die Ueberzei^uRg, data Apollo ^ mil 
nreidiefii Diana verbanden wird, das neue Säcnlum beglök«- 
Iren werden, sprechen Sir. 16~18 aiia. Das Lob des GoU 
es ApoUo Qemgur Phoebm ist au verbinden) als Gottoa 
tofender Gerechtigkeit, des Gesanges und der Heilmif 
¥ird den Knaben in den Mund gelegt, wogegen beide 
3höre die stchere HoShnng iusaern, daas er Rom erhnben 
^erde. *) Die Indicative prorogaiy curai and appKt&i 
lalte ich auch jetzt mit G. Hermann gegen die neueren 
.rltlarer bei. Die Bitten sind mit V. 52 beendet nnd es 
st nicht der genngsle Grund cur Annohme vorhanden, dase 
1er Dichter zu diesen zurflcickehre. Bentley hat dleSa^ 
;he langst entschieden und seine Grinde fQr diese am Be» 
ton bestüigte Lesart sind nicht widerlegt. Wenn Steiner 
'^.18 gegen mich bemerkt, aus puerormi^ V. 7 t folge, daas 
er Gesamnitchor diese Strophe gesungen ^aben müsse, so 
önnen wir dies nicht zugeben. Der Chor der Mädchen spricht 
ie Ueberzeugung aus, dass die auf dem Aventinus und 
Igidus vereiirte Göttin auf das Gebet der qutndedmviri 
eim Opfer und auf das Flehen der schuldlosen Kinder hören 
ird. . Puerorum war hier in jedem Falle der einzig pas» 
,'nde Ausdruck, da ja auch die Knaben die Diana ange- 
ifen haben. Uebrigens zeigt die Art, wie der quindecim^ 
'•ri hier gedacht wird, dass diese unmöglich am SAcular- 



*) V. 65 zieht Steiner irrig ara$ ▼oi», wogegen sich awch 
Grotefend (a.a. O. 1843,838) erlilärt, indem er bemerlit, 
die palatinische Burg bilde einen bessern Gegensatz zum 
ATentinus und Algidus (V. 65). Felix verbinden wir pro- 
leptisch mit Laüum ; das Reich wird durch die Gunst dee 
Apollo glucklich werden. Die, welche es zu alterum in li*~ 
strum beziehen oder als Nomin. zu Apollo fassen» bringen 
eine arge Härte in die Stelle. Apollo wird Rom's Macht in 
«las neue Lustrura und ein von Lustrum zu Lustrum immer 
glücklicheres Säculum geleiten. Wir glauben kaum, dass Ho* 
raz auf die fünf Jahre hinweisa 9 a*^^ welche er die Herr-' 
schalt wieder übernommen haHC (^'^^ ^^^A^\ v>^ Orelli 
meint. 



gMUlge Theä nelMMOi kdhnten. Der Sohim» wembt sM 
von. A|M>Uo und Diaoa zu allen Göttern, welche, wie der 
Chor bolR, diese seine Bitten erhören werden. Wir erinnen 
hierbei «n die Sitte der Priester (von.:Lftsattlx „über die 
Gebete der Griechen und Romer'^ S. 6) nach dem Ge- 
bete zn dem Gotte , welchem das Opfer galt, zuletzt nock 
ail^ Gölter insgesanimt anzurafea* Haec sentire müsseii 
wir auif das letzte preces curat ei t>oUs appliccU auresbe- 
^hefl;^„dass dieses auch Juppiter und die. übrigen Göt- 
ter wollen, diese Ueberzeugung nehme ich mit mir 
Uause/i Mit dem Säcularliede schioiss nämlich die 
Festnacht. V. 75 wird Phodri durch das zwischengesetf 
chorm mit bedeutender Kraft hervorgehoben. Die Genüm 
dürfen nur mit toude» verbunden werden, das bieriöt 
sich .allein nicht stebn kann. Vgl. IV, 6, 41 ff. Der dgent- 
liebe Zweck des Chores ist ja der Preis der beiden Goi^' 
heiten. Vgl I, 21p J. 9- IV, 6, 37. 



Ki^es liiioh der Sauren. «) 



£rste Satire* ^^3 Reisig's Vorlesungen über un- 
3ie Satire gab Eberhard (1840) heraus, worüber aus- 
iArlich Teuft'el (Jahn's Jahrb. 32, 343'ir.} berkhtel 
)t Wüstemann hat in seiner Ausgabe Reisiges Yor«- 
songeQ, so wie Ueinrich's CoUegienheil *über das erstß 
iich der Satiren benutzt TeuffeTs Darlegung des Zu-« 



*) Vgl. B. Ilf, 11. Weber (S. 137) und Teuffei (Rhein. 
Mof. IV, 222) setzen die Herausgabe des Bucbes 719 oder 
720. Zu Dipl (vor Wüstem an n's Ausgabe der Satiren 
S 24 ff.) Dimmt an, beide Bücher der Satiren seien zusam- 
men im Jahre 724 erschienen, wogegen Teuf fei a. a. O» 
S. 230 ff, 

') Aoch Weber (S. 106) setzt die Satire 719, Zumpt ($ 35) 
tt8. Der Lefzlere bemerkt, Horaz habe das Gedicht an die 
Spitze des Buches gestellt, weil es am Meisten die Eigenthum- 
iichkeit seiner spätem Lebeusansichtea ausspreche. .Teu ffel 
a. a. O. S. 97 ff. hiilt diese Satire sogar für die älteste un- 
ter den von Mäcenas handelnden und setzt sie in die zweite 
Hälfte des Jahres 7 Id. Die dritte, fünfte und sechste Sa* 
tlre verratheu nach ihm ein vertrauteres und festeres Yer» 
haltuiss des Mäcenas , als die blosse Anrede in der ersten. 
l^Ds dagegen scheint der humoristische, scheinbar nachlas* 
sige Ton dieses Gedichtes eine sehr vertraute BekanntschafI 
mit Mäceaas nothwendig zu fordern. .Wie viel würdiger und 
gehaltener ist die Erwähnung des hochstehenden Freundet 
in der sechsten Satire! Die aus V. 24 ff. und 120 herge- 
nomiiieuen Beweisgründe werden duf^h richtige Deutung ]•- 
wer Stellen widerlegt. Vebef V- ^^^ ^önuea Vit uns auf 
Teuf fei selbst (Jahns JaW 3J^, 362) berufen« 



sammenhanges siehe a. a. 0. S. 346ff. — V. 2. lieber tllii 
Jahn a. B. 0. & 349. — V. 4. Amds ziehen auch Bei. 
sig und Teuffei S. 350 vor.*) Jahn S. 351 f., der irrig 
behauptet, fractus bezeichne nur ^,ein solches Gebrochen- 
sein, wo die Integrität nicht wieder hergestellt 
konne^' (vgl. die von uns beigebrachten Beispiele), 
muUo tarn fractus membra labore C,,wenn seine Kraft vor 
langer Mühs«! scbmgoliroobeft isl^) «liMlüriielie fpaegn« 
zu gratis annis, lam ist mit fractus zu verbinden, dessen 
Begriff es auf sich beschränkt , „wenn er gerade ermäiiti 
ist'^ Aehnlich steht Cic. Cluent. 9, 28 laetanti tarn mm. 
Vgl Hand Tursell. 111, 129. Grundlos behauptet Ori. 
tarn widerspreche unserer Erklärung, die wir für eii»; 
angemessen halten. — V. 8. Ueber das einfache mti4 
Jahn S. 353 f. — V. 11. Bei vadibus datis beindetsicb 
OreJH in merkwärdiger Vertegeoheit, so dass etmth^- 
nähme seine Zuflucht nimmt, Horaz habe sich hier nach fr«- 
herm Spracbgebrauche gerichtet. Yadüms daüs km lüer 
nur bezeichnen tadimomo dato; er hat vers])rochen zu e^^ 
scheinen; an eigentliche Bärgen ist aicht zu denken, üt 
ja auch beim Prozesse nicht gestellt wurden. Dass cid 
nicht vom rohen Schreien zu verstebn sei, gibt Orelliii^i^ 
jetzt zu, ohne mich zu nennen. Schmid zu den ßrieff" 
(II S. 60) denkt bei clomel an die Tölpelhaftigkeit <iö 
Bauern. — V. 15. Irrig verbindet fieisig ego mit focia» 
— V. 18. Die von uns <U, 226) g^ebene Deutung töi 
da lässt sich nicht. halten. — V. 2?. Nach Reisig 
praeierea gar von j^er/c^urram abbängig sein, statt: eo, f 
praeterea dicenda sunt. ♦*) — V. 29. Reisig wollle, 



*) Or«Mi bemerkt gegwi mich (B.JI, 223) richtig, dass Boi 
hi«r .armes liiogst vor Gegner vorgescbUgea habe, 
ertt witrile die$e Vvrmuthung t715 im Journal de Trevs 
mjtgetfaeilt, •waraiis Sanadon sie erwähnt. 

*•) Die Benvprl(nng G>e 1 1 Vs Ober den Zusamme'nbaTig halte 
nicht .gatit richtig 4iiif[^faast. I^ach r c 1 T i sagt Horai, 



917 

Boihe, fereiäu^ Kh campö. Ueber seine Gründe Teuf- 
re I 'S. B65. Jahn bleibt bei cümpa *) nml behauptet, Ate 
habe etwa» Sprachwidriges , so lange der caupo als eine 
irom mües getrennte Person gedacht werde ; aber hie als 
Gegensatz zum Mi ist ganz nnanstössig. ,«Jener Landmann 
dort, — dieser Krämer hier, der Soldat, wie der natito.*^ — 
Zu V.^1 vgl. Sen. de brev.vitae4. — V. 33 ff. Vgl. Boi^ 
leau Sat. VIU, 25 ff. Anton S. 12 ff. berichtigt die Irr- 
IhfimerOrelli's u. a. über den Aquarius; er selbst möchte 
der Meinung von Voss (zu'Virg. Landbau IV, 234) bei-^ 
stimmen. '^:*^> Ueber di« Ameisen zur Winterzeit Sc hu. 
Dert „Geschichte der Natur* III, 270 f. ***) — V. 35 will 
l^and (TurselL 111, 2^2} käud ^puira von futuri trennen., 
Wir erkifirern „nicht unkundig, dass der Winter kommen 
nrird, und deshalb dafür Sorge tragend^^ — V. 42 stimmt 
[>iüenbarger mit uns überein, dass furtm zum Haupt- 
}rgriffe deponere gehöre. Orelli iasst sich auch durch 
)ie treffende Paraiielstelle (1, 8, 43) nicht belehren und 



jener Unziifriedenlipit der Menschen mit ihrem Stande sei 
immer eine nie zu befriedigende Habsucht Verbunden — ein 
Gedanke, der eben so irrig , als hier unpassend ist. Auch 
widerspichi einer solchen Auffassung di« ganze Art derVer«- 
binduDg. 

*) Er erklärt ,,treulos gegen das SchlachtfeJd". So werde der 
Soldat gescholten, «,weil er kurz vorher das Loos der Kauf, 
leute dem seinigen vorgezogen und* afso'ftir den Augenblick; 
•wo er das thkt, seinem Berufe * wenn auch nicht durch die 
Thai, doch in seinen Wuns<;hen ungetreu geworden war*. 
Aber, abgesehen von der Seltsamkeit des Ausdruckes , wäre 
es höchst auffallend, wenn bloss beim Soldaten ^ine Un- 
beatimdigkeit hervorgehoben werden sollte; wir erwarten 
liier entweder keine nShere Bestimmung oder eine, welctie 
dus Wesen des SoUUtenstandes aU solchen bezeichnet. Ob« 
barius «chkig pervicuM statt ptrfidui vor. 

**) Wir vergleichen jetzt Sen. Nat. QuaeU' VII» 27: Quid est 
quare in Leone semper sol ardeat et terras aestibut tor- 
reatt in Aquario astringat Ac'emeoi» /inmina 
§€lu claudat? Colum. XI, 2. 

•"••) Sapiens V. 38 schützt auch pc i s i g. B. II, 220 Z. 10 v. u. 
lese man patiens. 

Vünt%er» Kritik. V. '10 



ran hier jsogfar wieder seine Ciflwr xuUilfie« — In V.46ll| 
sieht Reisig itr^ die alibvi«Ae Abhängigkeit des Geiz- 
lialses angedeutet. Ebenso« verfehlt ist es , weno derselbe 
hier nach referai Comm» selaen und den Dativ vitenü 
nit die verbinden will« *r~ V. 5^.ff. OreLll bat überselieft 
dass hier schon bei den- ersten Versen die Aftekdote \^ 
schwebt. Der Pliwal V. 57 f. gibt gar keinea Beweis da- 
gegen, dass hier ein einzelner F&Uvoi;sehwebt. Mit Beck 
aiefat auch Diilenburger rnoHm vor». -^ V.64. Beisif 
^,Da er das gern thut, was ihn 2ainEleii(t ISbvt^S Id bezieht 
sich offenbar auf mi9enm esse. -^ V. 70 siebt Reisig 
in saccis ein Wortspid mit scteris* —* V:7t. Peerlkaop 
(Virg. I, 424) will: Indormis: hihias et. -> V. 79. Unge. 
schickt ist es, wenn Or eil i noch jetzt etwas kQniscbes in 
bonorum sieht , da ja der Nachdruck offenbar auf horm 
und pauperrimus liegt. Der Habsüchtige bat seiioe Freude 
an seinen Schätzen, woher Uoraz sagt: „Güter, die mit sol- 
chen OiiBlen verbunden sind, mag ich nicht; dann voAcbk 
ich lieber ganz arm sein , wenn darin der Reichibiun ^ 
sleht.*^ Pauperrimus ist demnach: mit bedeitfsamer Iroui^ 
gebraucht, mit Bezug auf die falsche Vorstellung des Hab- 
süchtigen* *> — V* 80. Jahn S. 358 nimmt dies als £iQ- 
wurf des Habsüchtigen. „Aber der Beichthwn ist doch 
dazu gut, dass, wenn man fn Schwere Krankheit verütlt. 
jemand sieh« finde u. s. w*^^ Ein solcher Einwurf wäre 
fttr den Habsüchtigen ^ der nur an- die Lust des» Besitzes 
denkt, gan% unpassende — 81. Trotz Qrelli hat Dillen- 
burger nach mir ck^ibä yorgeeogem Adfligere bezeich- 
net das Niederwerfen aufs Bett, ac^^ere das Festhalleo. 
Beides köiinte hier stehn; wir hieben. aber mißipcü. b1$ stär- 
ker und besser bestfitigt vöt; — Auch V. 88 haben wir 
wieder die Genuglhuung, dass D i 1 te h b u r g e r, durch O r e 1- 



i^m— f I ^1 I *>' 



♦) Dilleaburger s^gt: ironia efficitur cj^rtamints quod cH 
inttr ptLuperrimuM €t boiiorum. 



2M 

IVs T«del mbeirrf, äi mit uns vorzieht, was «och Eiroh- 
neruhd Jahn neuerdings S. 358 gethgn haben. Bei-- 
sig wollte an sie. Ac vertheidigt TeuiTel S. 3M. *u 
V. 90 f. EigenthQmKch etkim Reisig: „Eirf EseMäuft 
allerdings, wenn er Prjigel befcommt, aber wenn man ihn 
mit d^mZügä hält,^ läuft er gewiss nicht» So mOssen afoefa 
Freunde und Verwandte durch Wohlwollen und Freund- 
scbaftsdienste getrieben , nicht durch eigennütziges Betra- 
gen gehemmt werden.« Vgl. Teuf fei S. 359 fi ♦) ~ V. 92. 
Auch hier ^rmmt meiner' Erklärung Dillenburg er bei. 
OrelH^is Eäf^wand, es'rMfsse dann habebis stehn, is( aus 
der Luh gegriffen ; meine Gründe gegen die bisherige Deu- 
tung bttt er nicht wtdidrlegt.. -r- V.92 ff» Vgl. ManiLlV, 
4fr. ^ V. 94* f. Die Brllärunjg'vorin« facJos „dass es dir 
nichl ergeht, di^ss du nicht leidest«« ziehen Reisige Teuf- 
fei (0.360), Orelli und Funkhänel (Zeitschr. f. d. A. 
W. 1844; 097 f.) vor. Leteterer Vergleicht oben V. 63. 
Plaut. Foeik. V, 1, 23. R4otz und Hdhner zu Cic. Tusc 
IV, 14^ und das griechische S^av. Uusere Deutung scheint 
dem Zusammenhange angemessener. — V. 100 sieht Weber 
(Uebungsschule S. Iö7) in divisit eine ,^anmuthige Schel- 
merei'S Funkhänel S. 698 nimmt an, die Sklavin habe 
wirklich Tyndaris geheissen, welchen Namen er auis Inschrif- 
ten nachweist. — V. 101 zieht Reisig (Lat. Sprachw'. 276) 
qmdne \0T. ^- Uiiber.AIänius . vgi. Teuf fei Rhein. Mos. 

IV, 97 f., der gar den Mivlus hineinbringen möchte. — 

V. 103 f. Orelli erklärt jetzt pugnantia secum componere: 
in di$puUmdo'(idter$ari contrariüsque opiniones proferre^; 
seine Note widerspricht sich selbst' und der Intefpunction. 
— V. 108. Vgl. Teufffel und Jahn S. 361f. — V. 113. 
Fnnkhänel verbindet stc festinanti und versieht unter 
praeteritum V. 116 mit Voss den auriga. — V» 124. Nach 
Eberhard erklärte R e i sig : 9,Zo der Zeit, wo ich an Trief- 



« ■ I ■ I 



•) Zu V. 90 vgl. Cfisar Zeitichr. f. d. A. W; 1844, PI. 



2W- 

''äugen ISt, md^-scibst niebt sehreiben *lioitiKe>liitte ich es 
<km Cris|Hnds :wegi$tipitzt/^ DenSchiUss ahmtArios4 nach 

Sat. IV, 95 f. 

Zweite Satire/^) Auch Ztimpt seist die Satire 
715, Weber (S. 128) ,^nÄcfa Im FröMinge 714 eingetre- 
tenem Frieden^ Ten f fei (S. 101 f. 236 t.) »wischen 7ß 
unld7l4, da er .die Bekanntschaft mitMacenas in'a Jahr 715 
verlegt. — V* 25. Unter demMalobinus verstehen auch 
Paldamus (Zeitschr. f. d. A. W. 1840, 1119 t). D»'- 
lenburger, Teuffei und Weber (S, 123ff.) den Mä- 
cenas. r e 1 1 i's Gegengrunde siod ohne alle Bedeutong. **] 
— V. 26 will Schiller (Zeilsohr. f. d.A. W. 1841, 446 f.> 
damit Rufilius hjer, wie I, 4,. 9, nicbi ohne Beiwort aas- 
gehe, nach vii«Äfwe Punctum setzen. ♦**) r— V. 37. Dillen- 
bnrger zieht mit uns moechis vor« Dass procedere rede 
möechos h^issen k&nne moechos prospera sorte uti^ be- 
hauptet Orelli ohne Beweis. — V. 48. Paldamus hat a. 
a. 0. S. 112L vergeblich seine Ansicht, der .Geschicht- 
schreiber SaUustius sei hier gemeint , f) zu vertheidig«' 



*) Nachahmungen unserer Satire cinil die' erste von Hercole 
Bentivoglia, die «weite von Mathurin Regnier und 
die dritte von Alessandro Gamp^ssano« — Zu V. 86 
Tgl. Ariost II, 19 ff. 

**) Fragt er doch sogar: Nonne poterant praeter Maecenaten 
mollior etiam hie Maliinus pluretque alii t unieis ät- 
misfis urbem perambulare ? Seilet wenn Mäcenas nicht 
gemeint wäre, hätte unsere Stelle diesen vor allen trefTen 
müssen, der als hochstehender Mann durch diese Weichlich- 
keit am. Meisten auffiel. Gegen Dillenburger müssen 
wir. daran fpsihalten , dats die Satire nur vor die Bekannt- 
schaft mitMäcenas fallen könne. — Dass V. 26 nicht Agrippa 
gemeint sei, bemerkt auch Frandsen (Leben des Asripp« 
S. 181). 

) Unsere Deutung , wonach facetus bezeicimet ^ jener, wolle als 
fein, elegant erscheinen^ nimmt Orelli jetzt stillschweigenil 
auf. Auch Voigt S* 4& stimmt bei. 

f) Vgl. „Ueber den Ursprang der Satire« S. 28. Auch Visconti 
Iconogr. Born, I, 27 theil^ dien Ajisicht. - / 



um* 



Ml 

gesucht. -^ ¥."03 f. B eis ig woHtö lesen tagatate. /tttti«. 
Derselbe mächte auf den Z^atl aufmerksam; dass bei Cic. 
pro Fundan. fr. 1 (Orelli IV, 2 p. 445) nach einem 
VilHus AtmäHs ein Q. Unto genannt wird. Vgl. Falda^- 
mus S. 1123 f. «) -^ V. 76 hat Orelli stillschweigend 
tmsere Erklärung von iuo miicr aufgenommen. — V. 81^ 
Orelli*s Deutung verwirft mit Recht Paldamus S. 1124, 
der Jahn beistimmt. Dillenfourger folgt meiner Deu- 
tung, die, wie ich jetzt s^e, schon Reisig gab, JHronach 
sie Wästemann aufgenommen hat Weber (S.^ 125) 
halt Cerintkus für einen fingirten Namen irgend eines „vor- 
nehmen, delikat erzogenen und verwöhnten römischen Jäng*- 
lings, der sich auf seine wohlgestalteten Glieder mit wei^ 
bisch eitler Koketterie viel wusste, den aber dafür mit sei<i- 
nem wahren Mdmen zu veröffentlichen Horaz doch zu hart 
fand<^ Die Gründe für diese Annahme scheinen uns nicht 
beweisend. — Mit V. 86 beginnen mehrere Hdschr. eine 
neue Satire, auch eine Florentiner (Preiss I, 219). — 
V. 98. Zu cuitodes Pröp. 11, 23, 15 (111, lö, 22). Cinißo^ 
res nimmt auch Bottiger (Sabina I, 144) für „Haar^ 
krSuslerinnen^« f wogegen Orelli vergebens bemerkt, cii- 
nißo sei eine- maniiliche Form. Werden ja auch adt^erto;, 
eowpiffa , incola weiblich gebraächt und in gleicher Weis« 
adseda , latro , m&ngo von den ahen Grammatflcem aoge- 
fuhrt. Schneider II, 2 f. -- Zu den pärasüae vgl. Aw 
amioae Juv.Vl, 408* — V. 400. Vgl. Sen. Benef. I, 3, 5,— 
V. 101. Die angenommene anakolnthisohe Structür in Me* 
ra ^^ C(m tibi pa^nemdere est halte idh auch noch jetzt- 
gegen Orelli fest; dass sie nicht streng grammatisch sei, 
hatte ich selbst B. II, 465 bemerkt. — V, 117. Vgl, Mart. 
I, 58, 2. — V. 122. ist Orelli in der Aenderung der In- 



*) HücliSt seltsam schli^sst Pnidamüs ans der fakcheu Notiz 
der Schollen zu unserer Stelle, V. 36 sei unter cunniui a/- 
. 4i0 <lie dp» Elie)>ru<;ii9 üterführte A|latroBe ^^ ventelw« 



lerpiinGtioii Mir iKOscbireigesil gdolgl, wie er mtk roeioe 
Bemeffcimg aber candUa MtmmßtH> *^ V, lä4. Ha«pl 
(Rhdn. Mus. III, 147 f.) feemerfie, irire Etbius «elbst eis. 
mal als Ehebrecher ertappi worAep, s» enüuie Ina» nicht 
a og ar (re/), sondern wenigstens. Dies scheint ubs 
irrig. Der Dickter könnte sebr wobi sagen: ^,Das ist se ge- 
wiss, dass es mir selbst Fabios, <er keinem NensM^ken Recht 
gibt, zogeitehn wird^S kidem er dabei bitter aof s^te Er- 
toppong aospidte. Haupt ntmnt hier 4en Fabius als el. 
nen Stoiker« ,,Fabius wird es mir anigestehn, wie viel er 
«ach als jBtotker davon reden mag, dass iGeldverlnst, Schmerz, 
Bescbimp&mg, die den Ertappten droben, an sich keine Un' 
bei sind.'^ Dieise Deutung wurde aber nur dann des Hom 
würdig sein, wenn wirklich Fabius ertappt worden wäre, 
weil sonst dem Witze die Spitze fehlte. Wir ballien an un- 
serer von Dillenburger gebilligten Auffassung fesf. 

Dritte Satire. Inder Zeitbestimmung f olgi ms 
TeuffelcS. 103), der die Satire „nicht vor 717'^ selaL 
Ziimpt (S. 35) nimmt das Jahr 717 oder 718 aa, s^us 
Gründen, die Teuffel (S. 238 f.) gewürdigt hat> *) wo- 
gegra Weber (S. 130), da er in V. 64 „den Ton einer 
lioeh etwas befangenen un(i zurückhaltenden Annäieroog^' 
sieht, sie als „das erste Lebenszeichen der frisch einge- 
gangenen Bekanntschaft'« betrachtet, wonach sie Ende 716 
«der Anfangs 717 fallen würde, lieber den Gedaiik^z»- 
«ammenhang /des Gedichtes haben neuerlich .Feldbausch 
<Rastatter Programm 1844D und Jeep cWolfenbuttelerPro* 
gramm 1841) gehandelt **) — V. 13 schlieset Orelli 



♦) Die überaus milrle Ansicht über den Umgang mit Mensche» 
tiod die etwas matte und wiederholende BehaQcilung des Ge- 
dankens sehe, meint Zumpt, nicht nach einem iugendti- 
cheo Dichter aus , und man wurde schwer begreifen , wi« 
dieser Verfasser sqr Satire kam, wenn er nicht vielmehr aof 
einen andern Weg hätte einlenken wollen. 

> TtQffel (Jahtt's iahrb. 32» 345) behauptet, es ^«e sicii 



jetzt mmiia nMyrni in Commata ein und erkidrt: Onmia, 
jttoe deregibus iUii alä$^p$e 9ui$ nece$$iimknUms narrabat^ 
exaggerata iOque iadaikmis phna erani. Dies i$i irrig, da 
mnid niclit allein auf regds aipte ielratcka$ gebt , son^ 
lern den allgemeinen Begriff hinzufügt : ,,kiirz nur von 
vornehmen Dingen apraofet er^. — • Hand bat neuerdings 
wieder an Schiller (Zeitscbr. f. d. A. Vf. 1841, 447 f.) 
und Feld trau seh Vertheidiger gefunden. Höehal seltaam 
meint Wüste mann, bei lippus denke der Dichter an sieb 
selbst (,,trieläugig , wie dies bei mir der Fall isl^O; auch 
soll bei den im Folgenden genannten kleinen Fehlern und 
ien entgegenstehenden Voreügen Horaz sich selbst abge-- 
schildert haben. Aber ei*Bt bei V. 62 kommt Horaz auf 
{eine Eigenheiten. — V.32; Funkhänel a. a.O. S.698 
bemerkt, haeret bezeichne nichi den Mangel eines festen 
)cliluss(^, sondern überhaupt das Sitzen des Schuhes am 
busse.^)^ V. 56ff. Unserer Deutung stimmt Dillen bur- 
?er bei« Wir besteben gegen OreUi und Wüste mann 
darauf, dass nach ihrer Erklärung tardus eine Tugend sein 
Qüsste (vgL V. 55: no9 mriutes ipsas inDerHmus), was nicht 
Höflich ist. •*) Ja h n's Erklärung (Jahrb. 43, 366) : ,,WettB 
in (übrigens) rechlschafifener Mann unter uns, als ein sehr 
zaghafter Mensch (dör sich schwer zu etwas entschliessen 



yatk unserer Satire keine volhtändige DIspositiOil gebitn ; die 
WeiterieituDg der Gedanken sei biier ein« ätoftserli^h«, durch 
Ideeniissociation erfolgende. £ I n Wort führe auf das an- 
dere, rufe Einfälle hervor, die mit dem Vorhergehenden nur 
iti \t4em Zü^aitimeilhaiige stehen, wie V. 106 aduUtr, V. 123 
regnum. 

*) £r ^ej^l^idit dasli Ovid. Met» IV, 25. Gic. Deioi» 10. Farn» 
VI, 7; 3. QniuL XI» 3, 144. 

) Orelli nimmt am Asyndeton probus, mitllum dzmissuM und 
tardo , pinßui Austoss; eher wurde die Verbindung an- 
stossig sein , ständen die Wörter unverbnnden nebeneinan- 
der,"\vährend sie jelzt durch nobiicüm vivit und cögnomen 
getrennt werden. Aehnliche AsViidetä bietet selbst Cicero. 
Vgl. Fin. 11, 33, 107. 



«* 



kann) lebt; lo geben '>ffir diesem LaiigMOien (ess.ünn, der 
eigentlich nnr fardng genannt wenfen darf) den Beinamen 
steif and dnntm^, ist höchst gezilvangen. Das^ der mt//- 
tumdermss$is zugleich anob ein tordkis sei^ was hiernach der 
Fall wire; können wir unmöglich zugeben. Jeep will statt 
iardo iurdo lesen G,wir nennen ihn einen feisten Krammets- 
\ogeh^')y wogegen sich schon J a h n> a. a. Ol mit Recht er. 
klart hat.*) — V.63. Orelli hat stillschweigend meine 
Oentungvon simpliciar aufgenommen, wogegen er gegen 
mich bemerkt, libenter könne hier nicht beissen ,,froh^S **] 
— 69 f. OreJIi hat seine verschrobene , mit Re^ht tw 
Paldamus (S. 1125)^ Dillenbttrger und Wüste mau 
verworfene Deutung auch jetzt noch beibehalten. IM» 
steht hi^r ebenso, wie V* 139; ul aeqnum est ist trotz 
Orellt's Widerspruch nur mit dtifcts zu verbinden, wie mit 
mir Dillen burger annimmt* — V. 72. Von meiner I^eo- 
tang der Worte hac lege (vgl. carm. III, 3, 58) glaube ick 
auch jetzt nicht abgehn zu dürfen. — V. 86. Vgl. Mirt. 
III, 44. Orelli föhrt Sen. epist. 95, 2 an. — V.9L A«<1 
T hi e r sc h C^Epochen der bildenden Kunst^« S. 303 f.) deniil 
an den Kunstler Evander, den M. Antonius mit nach Ale- 
xandria brachte. Tritum deutet er „pölirt^^ (Virg. G. U 
444), Müller ^v^rchäologie«^ S. 413 ,^etri^>en^^ Gega 



** 



*) J je e p wiU bierin eine schöne Ditogie »ehn, da tttrdus ((!<• 
^ame der dummen, leicht zu fangenden Drossel) auch Fa- 
milienname sei* Vielleicht spiele gar Horaz auf einen al^ 
trag und schwelgerisch bekannten Turduf an* — Schuiiii 
zi< .«ien Briefen II S. 50 zieht muhum eH d^rnissus komo iÜt 
mit der ältesten blaodinischeu Hdchr. vor. 

) (fuähi iignificationem certe non * admütit iSat, U i^ 63. Hier- 
nach sollte man meinen, ich habe jene Stelle angefahrt: 
bei mir (ß. II, 100) stehen dagegen epist. I, 11, 24- epod 
1, !23, wozu man sat. 1» 5, 34 hinzufügen käun. Auch Tenf-I 
fei, der sonst meine Deutung billigt, wilP/i^<;/t£er'an(Ier>i 
fassen, wozu ich keinen Grund sehe. D,i 11 e,n b u rger er- 
klärt j^o/t<e : consuUot Wusteraanu: V^absichtlich^ selbst auf 
die Gefahr hin , missfällig geworden zu sein .(?)'^ 



295 

leindorf erklart sichPunkbfin^l S. 099 f. — V. 96. 
Yegen des g«nfittän Studiomfi des Cicero , wdchea tiele 
»teilen des Horaz bezeugen , glaube ich auch jetzt* noch, 
Im hier die Stelle Pin. IV, 19 Torgeschwebt habe. Vgl. 
LH, 393 f. 424 f. 111, 262. 328. — V. 103. Yoces kann 
ier unmöglieb die Worte bezeichnen {vetba steht jft 
leich vorher), sondern es geht auf den Ausdhick des 6e-* 
lachten, die Meimmg, wie f>o(b I, 6, 92 und f>aee$ carm. 
I, 2, 21.*) — V* 120- Mad vig opusc. I, 491: HofaÜus 
^sit tif, tanquam aUud subdUurus* Er vergleicht Lir. 

XVIII, 22, 12 ' V. 121 will Jeep statt f^ereer lesen 

meror {suppHciter rogC), — V. 130. Alfentus führt O r el I i 
Js einer Inschrift an und hält' es fQr einzig richtig; die 
lönzen, die Cruquius sah, seien undeht gewesen. Al^ 
w müssü man hier dreisylbig lesen. — V. 140. Rieh- 
? erklärt ituUu9 auch F u n k h ä n e 1 S. 700 : non Stau 

Vierte Satire. Auch Zumpt (S. 36) 'nimmt das 

brllS an. Vt^eber setzt das Gedicht vor Satire 3, 716 

er 715. Nach Teu ff et (S. 103 ff.) ist unsere Sirtire vor 

f Bekanntsehail des Macenas, doch als das VerhaHniss 

diesem bereiter eingeleitet war, geschrieben. ♦*) Zur 



*] Orelli erklärt: Foces iingulos hominum sensus inditantes 
potiuit ijuam clare etiamlunc enunciantes (?). Focet sollea 
„Naturlaute*^ sein. Wie Hora'z cm^^eo könne ^,Worte , mit 
ftenen sie Natiirlaute bezeichnen**, mag Orelli wissen. Nach 
dem Zeugnisse von Orelli suU Frühlich im MCrnchener 
Programm 1837 S. 14 verbinden: Donec verha vacesaue rho^ 
ntinaque , quibus sensus hotarentj invenere* 

*) Auf eine Widerlegung Teiifferü Im Kinzelnen ein^gebn, 
scheint mir unnöthig, da seine Ge^engrunde auf offenbarem 
Missverständuisse beruhen ; nur einen scheinbaren Grund 
will ich kurz erwähnen. 1'euffel meint, die vierte Satire 
müsse vor der dritten gedichtet sein , weil tioraz in ^ner 
(V. 21 f.) ^ klage, dass niemand seine Schriften le^e^ nach 
unserer Satire aber sich viele Gegner gegen ihn erhoben 
hatten. Teuf fei muss demnach annehmen, als Horaa die 
vierte Satire schrieb, sei er noch ohne Gegner gewesen^ ob-- 

10* 






Wß 

gfinz()n Sfitiffe vgl. man Regnier's zmltiß^ Boileao'i 
«eufi^f W V. ^3 ff. (iessel^en zweiten Brief V» 8 ff. - 
V. IQ. Wie van Heus de de LuciL S, 103 bei pdeo 
uno w ^en Hej^t^meter Renken kohnte, begreifl man kau 
— Y. ^(^. Ok atarüiam schätzt auch Obbarivs cJahi/ 
Jahrb. 40, 17^ f.), der mil Hecht Orelli^s Annahme &S 
ÄWfiW?'^ v^jrwirfl. --r V. 33. Poetßm fordert auch B^ 
de ^i)tqipr§|. <£i.jS4, — V. 39, Auch jetzt n^ch ist r e ili k 
d^ Lesart ppeHs geblieben — ein unkritische^ Verfahret 
4easeil ^)i Dillenb^rger \iDd W äste mann nie« 
sch^ld|g gemficht h^ben. ^r- V. 7t ff. Vgl. BoileauVL 
82 {T, llQiw. Erklärung befolgt jetzt Ore II i, — V. 75. Vg. 
Seor epist. 56, 2. Vitruv. V, 10, 4. — V.87* Trotz Orelli 
zieht Dillen bürge r mit mir avet vor« In Betreff (i6 
Indic vgl. Krügen § 614, A. 3. — V, 103. Fröhlicl 
8L 8« p, S. 19 zieht atque vor, vpie eiQ paar Udschr. le. 
sen. — V. 110. Haupt (Rhein. Mus. III, 149} enbsckeidei 
sich hier mit Kirchner und Meiaecke für die Vom 
Bta[u$^ P-- V. 124. Auch jetzt noch muss ich gegen Oreiii 
bemerke^ dass ein römischer Leser hier an unmöglich itf 
Aoc trenne und mit addubües verbinden konnte. Das Iv 
ge^öl^ttlicbe der Structur kann eine solche Gewalteamkeit w 
möglich begründen. — V. 134 ff, Orelli musste nach der 
gewöhnlichen Erklärung, die er befolgt, wenigstens nach 
retitius hoq est ein Punctum setzen. Rectius hoc est km 
uwiöglich. für sich allein stehn ; es muss eine Begründung 



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gleich (las ganze Gedicht, wie kein Vefsiändi^er li^ugnen 
iann, gerade gegen seine als Dichter und Menschen ihn 
leidenschaftlich angreifenden Gegner gerichtet ist. Howx 
sagt nur, seine Gedichte seien nicht gesucht, wie die dfi 
Fannius, womit nicht geleugnet wird, dass einzelne und be- 
sonders andere Dichter und Kritiker der Zeit, die er ge 
rade hier abweist, die Gedichte des Horaz kannten und ao- 
griffen. Irrig erk^lärle ich früher: „Meine Schriflen be- 
kommt keiner zu lesen.** Hiernach schwindet auch Orel- 
li'i Bedenken. 



erhahonv frie sie V* 136 gibt S>mB Hom mU vier ver* 
scbied^nim Dingen in einem Zuge sicii besdidfiige und 
voB einem aeum Andern rcurch überspringe , isl gegen alle 
Wahraelieijiliolilieit; da er bier voii stille ruhiger Betrach«» 
tung spricht» in Weleh^r ei' sich selbst [Mrüft und durch 
fremdes Beispiel vom Bösen absehreeht -^ V. 141 ft Die 
imoieristische flinweisung auf das Oü^pienwesen der Dieh-« 
ter in Rosa scheint so besttmant) daas es wunderbar ist, wie 
Or elli diese leugnen konnte. Das Richtige bemerkt mach 
mir jetztDillenburgen^) Zum Schlüsse vgl. Regnier 
XV, 147 flf. 

Fünfte Satire. Nur Frandsen (Maeenas S. 61. 
201) weicht von der nenerdings allgeuieinen ZeiAeslim^ 
mung ab und setzt die Satire aus falschen Gründen ia das 
Jahr 71Ö. 1 euffel S. iO&f. **) Vgl. Schiller (Zeitsckr. 
f. d.. A. W. 1841^4361.)^ der steh gegen die griecbi|^he 
Ueberschrift idomo^ixov erklürt. — V.3. Veber Farwik Appi 
vgl. Strab. V,3 p.377 Tanefan. — V.4. Vgl. gegen Fea's 
Deutung, der uater nuMgni eine eigene Klasse verstellt, 
Sc-hitier S. 437 f. -^ V. 6. Orelli hat jetzt sHliseimei- 



* 

*) Orelli sagt, meine Behauptung, die Dicliterclique sei dem 
Moraz: feindlich gesinnt, sei prortüa falsa, was ich nicht ein« 
sehn kann. Pioch weniger heigreiJw idi »«ine Bemerkimg, 
(lieser Gedanke sei inurbanus adversus veros amieas g«/» 
Wesen. Uebrigens muss icii mich uocli gegen die Absurditüfc 
verwahren, jene FeindseligkeU sei in den Worten ansge-» 
sprechen. Solche Bekämprung, wie sie Orelli sich S'^gea 
mich nur zu häufig erlaubt hat^ spricht sich selbst i^r Ur* 
tlieil. 

**) Wenn Teu ffe 1 behauptet, das Gedicht scheine ia BniBili^ 
sium selbst verfasst zu sein , weil es bloss die Hinreise, 
nicht den Rückweg beschreib!^, so übersieht' er, dass Horaz 
• nur die lustige Reis^ der verbundenen Freunde darstellen 
wollte. Die Ruckreise erfolgte wohl viel rascher und Ter- 
muthlich unternahm sie Horaz ohne Mäcenas. UikI wie viel 
andere Grühde, auch poetische , konnte Horaz haben, die 
ihn veranlassten, bloss den Hinweg zu schildern? Aucli L«^ 
cilius hatte nUf -die Hinreise, nicht den Ruckwef bcr 
scbriebedi 



g/Q^d tmn$ *9inXgmbmmtn und ist unserer BiMStung ge^ 
folgt- Ygi. mek Schüler S. 438, der ao die Harte uni 
Glatte des fllaisler» erkuiert, wofür er Misson's Reiseil 
Italien aaföbrt. Vgl. B. HI, 2Sd. .Wästeniann verbinde! 
mit R^iaigi minus tardis; aber das» die «ippiscke Strasse 
für den Baschgeheiiden beschwerlich sei, w«il dieser leU 
auf üef9ß\beEk ausgleite (wozu man Locati. III, 85 miSr 
braupbt bat)^ wäre hier durchaus firemdar Itg , wie es« 
«ich UBgegrundet ist — lieber ^oc Her vgl* Schiller 
5.438f. — V.7,re/em»iÄ ziehen Kirchner und Schil- 
ler S. 439 irrig vor. — V. 9 f. Zur Annahme eines enflia- 
nischan VeraeiS sehe ich auch jetzt noch keinen Grund. - 
V. 12 f. Unserer Deutung stimmt gegen Grell i Dill^fl- 
burger bei; Schiller & 439 folgt Orelli. *) — V.l4. 
Or^Ui (ienkt an die Stechmücken i%,(m%are jet^t \nl\^ 
lien genannt). Die UnÜnmaiae (bei Orelli ist das Wort 
verdruckt) hält er für Brummfliegen. — V. 15 f. 0«^ von 
uns empfohlene Interpunction fordert auch S c h i i I e r S. 440. 
und Wüstem ann hat nach Reisig das Comnia naol 
sonmoß eingeführt. Die Verbindung: absentem uteantat -^ 
t andern dormire incipit scheint uns völlig ungefög " 
V. 17. Meine richtige, auch von Reisig gegebene Deulö»? 
von viator befolgen die neuesten Herausgeber und Schil- 
ler a. a. 0. — V. 24. Unsere Bemerkung über die cfl«- 
ptmae zu Feronia benutzt stillschweigend Orelli. **) ' 
V. 36. Aus. Schiller S. 441 f. sehe ich, dass Everard 
Otio de aedilibus S. 489 eine meiner Ansicht ähnliche 
geäussert hat, wonach Auüdius Luscus sich von den Licto- 



« *>i. 



*) Oreili mfint, der nauta klage, dass zu viele in ^^^ ^ l 
koiBlneD, wodurct) das Fahren beschwerlich werde. »^'** 
Klage passt aber eher für die Passagiere. Der Bootsroao^'' 
Hi froJi, w«Dii der Kahn ganz vollgestopft ist, weil er tlan 
viel Fährgeld erhält. 

♦») F. II, 129 isj^L.Fonleiiis DrucLf^Ur statt C>Foiit«'''* 
Vgl. Eclhcl Doctr. Niiiuin. V p.219. Schiller S. 4*^' 



m ein haäUnm^Cf) *f) ¥ortnigen lieM, welches mm eher 
Qr eine Kablejwchaafel, als .fiir . ein Symbol der CiewaU 
lallen konnte. SetUam ist die Mthiung Roisig's, mail 
labe wirklieb eine Kohlenspfaaufel vorg«lfagefi. 6t*gen uo* 
erc Deutung, welche uns die «iosig inOf liehe scheint^ tie«> 
oerktOrelli^ pnmae sei dann ganz uilnatbig. Sanderbari 
htülm fBr sich allein heisst ja nicht die Kolilenscbaufel) 
velche Bedeutung es erst durch prunae erhalt. Die Deu* 
ungOrelli's ist unmöglich; denn das ihnrUmlmmy das et 
finimmt, kann nicht zn den Ausseicbaniigen (j^ae^ 
na) des Luscus gereehiiet werden, und von derSMte, mit 
ine« solchen angesehene Staatsmanner zu empfangen , ist 
eine Spur vorhanden , ja sie scheint eine völlig unmögli* 
he. Dies hat Wöstemann richtig erkannt. Orelli ver- 
lulhet jetzt gar, scherzhaft nenne Horaz itk^ UiurAulum 
aMum, Wie ist dies möglich, da ein W«»hrauchrass aii| 
ner Kohlenschaurel gar keine AehnlichkeM hat ? — r Ueber 
^serQ scriba vgl. auch Zumpt Abhandl. der Berliner Aka- 
^mie 18ä9, 119 f., der ihn Tur den pra^fecius wri dkunda 
It, den der Prätor als Rechtskundigen in die Präfectur 
ndle. Libenter heisst hier heiter, fröhlich, wie 
ustemaho mit Reisig annimmt. ^- V. 38. Unserer 
(otung stimmt Dille nburger bei, während Orelli be* 
'rkt, es sei wenig wahrscheinlich, dass Murena damals 
Formiä sich befunden habe^ was uns der Ausdruck be- 
^nit genug zu besagen scheint. Schiller S; 442 f. 
in^ die Geschäftigkeit des Capito werde gelobt, d^ ent* 
der aus den dargebotenen Lautiis oder aus den mitge- 
»menen Lebensmitteln der Gesellschaft ein treffliches Mahl 
eitel habe, wogegen uns culinam praebere zu sprechen 



')Otto bat sich durch die falicbe Lesart bei Cic. leg- agr. 
n, 34 zu der seltsamen Ansicht verleiten las^ea^ den italischen 
Magistralen hätten die Lictoren wirklich ein balillum (!) vor- 
getragen. Bei Cicero liest man jetzt richtig baciUi$% Schil- 
if^r hat denlrrthum nicht berichtigt 



scheint. ^ V. 45 deutet Campmo p&nü darmf hin , 
sie hinter Sinaessa naeh Campaüien kamen. — V. 46. lie- 
ber die parochi vgl* Schiller & 443. — V. 52. Orelli 
bemerkt gegen meine Ansicht, SarmenUis und Messius seien 
0€urrae zu Candinm gewesen : tn ialibus oppiduÜM (?) h- 
iusce generis hammes paraM pro oerlo breei kmfv^ 
faime enecti essent. Samientas war damals scriba (Y.66), 
und auch Messius mag ein Ähnliches Geschaß getriebet 
haben. Ans der ganzen Darstellung scheint mir hervorzo- 
gehn, dass der Kampf der beiden stwrrae von GocceiBs n 
Unterhaltung der Gäste veran^aitet war. *) — V. 57. i»- 
cob (Löbiscker Programm 1640^ S. 12> denkt bei e^utu^ 
Tu$ an das Einhorn (Ael. H. A.XVI, 20). — V. 60.8« 
macht sich Orelli, wie sonst, einer ofilenbaren Unwahr- 
heit gegen mich schuldig. MmUerh lesen nicht bloss vier 
Hdschr. von Pottier, so wie die meisten von Beii/i^v 
sondern auch die meisten von Fea und viele andere^ ^ie 
man bei Kirchner finden kann, dessen Autorität icbin 
ersten Buche der Satiren gefolgt bin. ♦*) Dass mA^ 



*) Orelli JiUDiDt daran Anstoss, dass ich. die Wittwe des^'^ 
vonius der Kurze wegen gegen römischeu Gel>rauch ^^^ 
nia genannt habe. Wäre ihr Pamiliennaffle bekannt,^ 
wui^de ich diesen gewählt babeof 

**) Orelli setzt die Autorität der Hdschr. Bentley's ^^[ 
ab, um seine Hdschr. zu heben; er ereifert sich, dasst^ 
nicht 2ügeheu will, dass seine Hdschr. zu den besten g^^ 
ren. OreUi'S Hdschr. sind freilich alt,, aber ohqe bei«i 
ders bedeutende Autorität. Da Orelli mir die« nicht gl^ 
ben will',' so möge Lach mann für mich sprechen (BM 
Hus. III, 615): „Manche der ältesten Hdschr. eines Scb* 
Schriftstellers , wie hier die orellischen, haben nur das i^ 
wuhnliche und wenig von dem Auserlesenen, das uns in ^i^ 
zelnen erhalten ist , freilich ebenfalls nur in alten, «i<^ 
den vier besten Bentley's, denen jetzt ebensowenig*' 
dem ßlandinius anti^uisnmus ihr Reeht geschieht«*' Or<[ 
hat nicht nur an manchen Stellen ein ungebührliche5 <J 
wicht auf seine Hdschr. gelegt, sondern auch bei der* 
nutzung derselben sicli grosse Inconsequenz ku ScW 
kommen lassen. Vgl. amch oben S* 85. Wie wenig Ort 



hier trote Or^Ui das AtcWige s^i,. orkeimt auch Dilleii*- 
bürgeren.***) — V, 69f. Gegen mich benierkt r ei 1 i : 
Temporikus ilH$ tßm turbidis facüe ufique id fieri pot^ratt^ 
ut sen^us fugitivu» tßndewt evaderet »criba publicus. Dies 
muss ipb geradeani leugnen. Unmöglieh koiuate ein fugUma 
gegen den Herrn^ dein er entflohen war, sicher sein, Mei« 
ner Deutung folgt Pillen bar gen -^ V» 70. Qegen 
Orelli halten wir nooh ^tzi produeimuB mitDillenbur«- 
ger für richUg. Reisig's Grund, wegen ülam kö^ne 4m 
Präsens, nicht siebn,. das eem oder h$nc erfordere, ist vpU 
lig verfehlt ; denn tUam deutet hier nicht auf die Vergalt** 
genheity sondern auf die vorhergehende Beschreibung, ^je^ 
nes eben erwähnte MahK ^-* V. 71. Ueber die Strasse hia*^ 
ter Benevent vgl. Schiller S. 443 f. — V- 72. Wenn 
Orelli bemerkt, meine Erklärung, 4ass der Wirth fast selbdl 
verbrenne, sei lächerlich) so bedauere ich, dies von seioieV 
eigenen behaupten zu müssen ; sedulus hospes ist ja auch 
Sübject zum Zwischensatze dum verscU^ woher, sollte Sedap- 
lus hospes heissen „das Haus des Wirthes'S dieses auch die 
Drosseln braten musste. „DerWirlb wäre bald verbrannt^ 
denn die aus dem Heerde emporschlagende Flamme verbrei- 
tete sich durch die ganze Küche." — Ueber die absicht- 
lich verworrene Stellung V. 72 vgl. Morgenstern' symb. 
crit. pari II S.VI. Van Jan (Münchener Anz, 1840 B. 10, 
2773 sieht in macros den Grund zum Brande angedeutet. 
Der Wirth hs^)e, um. dqr Magerkeit der Drossehi einiger« 
massen abzuhelfen, beim Braten viel Fett aufgegossen, das 
er in der £ile in's Feuer geschüttet habe, wodurch die gros. 



iVs Vorwarf gegründn tei , dass ich in d«r diplomatisch«!! 
Kritik meist feblgehe, wird sich im Folgenden zeigen, wo 
ich alleJ^'älleberückiichUgen werde, bei denen Orelli mich 
eines Irrthums bezuchtigt. 

*) B. 11, 137 Z. i lese mao PUtner. Die Abhandlung steht 
auch in seinen Opusc. II, 28. Vgl* Böttiger'^ AmalHiea I, 
361 ^ot^. 



s98 

f» RamiDe vemmobt worden sA — V. 77. Bes^niers ist 
hier der Viritor gemetat. Abeken ^ittelitalien^ S. 116.— 
Y« 79. Orelli erkennt jetzt nach mir die MögflichkeU an, 
dass an eine Staatsmeierei zu denken sei. D illen bür- 
ge r: rtUa eel parochi t>el cauponu^ ^ V. 87. An Ascu- 
fem denkt anch Waickenar (I, 247. 2517, der irrig 
meint^ der Dichter nenne den Namen nicht, weil der zweite 
Theil des Wortes an cti/tfs erinnere. Vgl. Schiller S.445f., 
der riehfig bemerkt, dass Asculum wohl in den Vers pas- 
se. *) — V. 91. Bei Orelli steht nach tima irrig- ein Co^ 
Ion. Uhnöthige Schwierigkeit erhebt Schiller S. 446. - 
V. 99. Morgenstern verweist aaf seine italianische Beii^ 
I, 720. — V. 103 mnss ich auch noch jet^t trisHs von k\ 
«msten, trüben Sorge um die Menschen verstehn. Nach den 
Epikureern sind die Götter leidlos und heitern, ungetrübten 
«nnes. Vgl. Sen. Benef. VU, 3, 3. ♦*) 



*) Haupt (Rliein. Mus. III, 139) Sndet den Grund der Au- 
nahme der alten Erklärer, JEquotuticus (über den Namfl 
Börgk Marburg«r Programm Sommer 1844 S. IV f.) sei gi- 
meinti in der bei Serviu« Yirg. Aen. V4II, P aufbewahrtA 
Notiz. Vgl. auch Vitruv I, 4, 12. Treffend bemerkt derselbe: 
„Watum übrigens Orelli in diesem Verse eine Parodie i^ 
gend einer Stelle des Ennius erblickt , weiss ich ebensov^ 
nig , als ich anderwärts einen Grund zu dieser Verma* 
tbung sehe." 

'*) Reise des Horaz. Erster Tag. Von Rom bis Aricia (L'Ari- 
ciaif n^icb R om a n e 1 1 i Castel Gandolfo und Riccia; lo Mei- 
len Zweiter Tag. Bis Appi Forum (Casarillo dl saoU 
Maria nach R.) 27 Meilen, nach Waickenar 20 Meiltu. 
Dritte f Tag. ßis Tei-facina , nach R. 20 Meilen. Vier- 
ler Tag. Bis Fundi (Fondi) 12 oder 13 Meilen und Ton da 
bis Fonniae (Mola) ebensoweit. Fünfter Tag. Bis zd^ 
Villa (ürb^na qach R,) bei der Brücke über den. S^rP, tl« 
3 Meilen von Sinuessa (Mortdragone), 21 Ton Fornaiä entferoi 
, i4t. Waick.endr vetstebt die ponte Cf ppani. Sechster 
Tag. Bis Capua (santa Maria), 19 Meilen von jener Brücke 
Siebenter Tag. Bis zur Villa des Cocceius hinter Gau- 
dium (Arpaj.i), das 21 Meilen entfernt liegt. Achter Taf 
Durch Benevent bis zum Hofe bei Trivicum (Civita bei Trr 
vico). Neunter Tag. Bis zum unbekannten Slädlchcni'^ 



I 



Sechsle Satire. Weber (S. ISSr f.) setzt, sie 
nde717., Zuiripl 715, Teufiel (S. 107 f.) 718 oder 
i9. -~ V. 7. Vgl Claudian. de laud. Siiiick. II, 124: Ei 
iolis, noti mdersatusy quaeris^ — V. tO. Die MeiMiiy, 
ISS man auch an Servius TuIKus denken könne ^ nehima 
ir wegen ignMle regnum zurück. — V. 13.. Schaid m 
3n Briefen 11 & 86, M adrig opuse. U, 924 f., Orelli 
^d Wüstem an n ziehen pulsus fugU vor., das auch wir 
\ii für die ursprängiicbe Lesart hallen. Das Präsens siett 
ich dem von M advig erörterten Gebraucbä» -^ Vi 2L 
tss unter Appius im Aligemeinen etil strenger Censorzu 
rstehn sei, erkennt Orelli jetzt an. — V. 30t. Haupt 
a.O. S. läO bemerkt, dass die Scholiasten den hier ge- 
nnten eitein Gecken für den Betucius Barrus, den Ver» 
irer der Vestalin Aemilia (Oros. V, 15, yergl. mit Plut, 
aest. Rom. ö3), hallen. — V. 35. Das Asyndeton Itaäam^ 
ubra deorum zieht jetzt Orelli vor, v^eil dadurch die 
^ sacrae den profanae deutlicher entgegengesetzt vrep* 
i; aber ein eigentlicher Gegensatz ist hier nicht enge« 
cht. _ V.40. Nach der Erklärung, an der Orelli ttoch 
Ibält , soll der aus niederm Stande Eritsprossene , weL 
r sich um höhere Ghrenatelien bewirbt , den Einwurf 
'hen: „Aber mein College sitzt im Theater eine Stufe 
^ermir; denn er ist das, was mein Vater war, ein Frei* 
üssener;^^ Demnach musste der Grund, dass Noviifs eine 
^e /linier seinem CoUegen sitzt, darin liegen, dass er ein 
geJa3sener ist. Aber wir wissen nicht, dass Freie ,yeine 
3'^ hinler den Freigelassenen sassen; wir kennen nur 
Unterscheidung derOrchestra (für die Senatoren), der 



MeileiA. Zehnte r Tug., Bis. Can^iKium (Canosa). Elfter 
Tag ßU Bubi (Ruvo) 30 Meilen. . Zwölfter Tag. Bis 
Barium (Bari) 21 otler 22 Meilen. Dreizehater Tag. 
^id EgDatfia (Torre di Anazzo) 31 Meüei^. V i.erze)in te r 
Tag. BU Brundisium (Brindisi^, 44 oder 45 Meile«. Di<^ 
beiden letzten Tage fahren »ie wohl su W^asaer. 



vierEefan Sitereiben (für die Ritter) und der tbrigen für k 
Volk. Dass gar. zWei CoHegeo ia der Magistralar in U» 
«icht der Sitze von einander geschieden gewesen, ist noct 
wmger anzunehmen. Aber konnten auch jdie Worte heif 
sea : ^ovius sitzt ja hinter mir im Thealer^S ^^ ^^^^ H 
doch als Einwarf gegen das Vorhergehende rein unsinnif 
Orelli hat die falsche Erklärung mir zum Trotze beibehil* 
teil« Den Unsinn haben Reisig, wie ich jetzt sehe, Dil* 
lenbttrger und Wflstemann erkannt und die SlAi 
wie ich, erklärt. ♦)-- V. 47. Orelli hat hier stilischw» 
gend unsere Bemwkung ober coiiotctor benutzt; dociM 
^, wenn er meint, es stehe besonders vom Geringem i 
Verhältnisse zum Hohem. — V. 64. Meine Deutung,^ 
nach vikt et pedore puro nicht auf den Vater des üo^ 
sondern auf diesen selbst geht, erkennen Dille nbtit 
ger und Wüstemann als einzig richtig an. Orell 
verdammt sie, ohne meine Gründe zu widerlegen : p 
imperUe. *-- V. 75. Neuerlich ist die Stelle viel bestril 
worden. Vgl. Ob bar ins Zeitschr. f. d. A. W. 1841,4 
K. Fr. Hermann das. 1842, 834fr. Jahn Jahrb. 35, 
Von Früheren Ouwens S. 405 if. Zu aara. vgl. Jov 
217. ♦♦) ~ V. 79. Meiner Deutung foJgl Dillen bor? 
-^ V. 93. Gegen Orelli muss ich auch jetzt darauf 
Stefan» dass vox die Meinung bezeichne, wie ratio dieV 
Stellung, aus welcher die Meinung, der Wille hervotgAl 



^ Orelli scheut sith nicht tu behaupten, ich erkläre a^' 
et contra consuetudinem J^utinam, Ich halte behaupt«^ 
vius könne nicht auf einer tiefernj weniger ehrenvollen 
sitzen, als sein College, wogegen Orelli bemerkt: 
iptum aperte negat Boratius. Es fragt sich ja , ob ^ 
dies leugnen könne. 

*^ Unbegreiflich ist mir, wie Rauchen st ein mit OrcUil 
129) behaupten kann, dass Schulferien von vier Monatd 
Sommer uubekannt seien. Vgl. Mart; X, 62, 7 ff. D«l 
brauch der ealculi in Schulen halte ich, wie OreU" 
merkt, nicht bezweifeln sollen. Vgl. Bot tiser's „i' 
Schriften" II, t2 f. 



95 mll Oilienburger ad foitum quo$cumque poren«- 
s s9woU zu legere, als xa apiaret beaielien ; gvaiuiiNiturcii 
liören sie zu alioä^ woher nack parenie9 Comina 9Ui setaen 
; ZQ Optoral wird diaser Begriff hiaui^edadiC Meine 
otungf der gaaxep Stelle schetnl mir auch jelai noch 4ie 
«ig richtige. ♦) ^ Y. 104 ff. Vgl. Arioat 1, 178 tL ~ 
111. Aach hier stinnil uns Dillenburger gegaii 
rellii)ei, den die Verletzung des Sprachgebraadia bei 
ner Erklärung nicht stört. *«) ^ V. 113. Orelli aagt: 
ie Düntsw exponü de ambulatiombus inierdum posi ee* 
"iconfecHs, ut solebaai gras»atore»j tum Horaüue. 
möchte wissen^ ob einer die Stelle vernünltiger Weise 
lers verstehn könne. Uoraa sagt ja ausdrücklich: ««a. 
^tinum pererro saepe Forum. Ist denn vesper etwa 
Zeit vor der cena oder welche neue Bedeutung soll 
oertkm hier Orelli zu Liebe annehmen? Voigt 
^ bemerkt richtig , dass dies auch auf circum zu be^ 
tnsßl ~ V. 120 f. Heine von Dillenburger ge. 
fte Deutung, für die Sidon. ApoHin. carm. XIII, AI 
^iyaeque timet manum) zu sprechen scheint, muss ich 
' Valien lassen. Was Servius vom Marsyas sagt, bezieht 
Siiif italische Städte, und es ist dort Biarsyas mit Sileli 
wechselt. Vgl. W e I c k e r „das akademische Kunstmur 
( zu Bonn'' S. 18 f. (zw. Ausg.). Urlichs ^römische 
«raphie in Leipzig*« S. 25 f. *^») — , V. 122 ff. Da 
lli mir den unwahren Vorwurf macht, ich habef seine 
Hing missverstanden, so muss ich mich auf diese lei- 



V. 107 fasst Orelli zu enge, wenn er es bloss auf die ge- 
Wnge 2ahl der SklaTea bezieht. 

V. 112. Hier schiebt mir Orelli wieder eine Erklärung zu, 
an die ich nicht gedacht habe. Ich sage ja ausdrücklich: 
„Ich hor^ aus Neugierde^ was der Kohl gilt'S ^on der 
Knickerigkeit des Horaz kein Wort. 

Die Gruppe^ wie Marsyas von j^poUo geschunden werden 
sollte 9 is^ gemeint, wozu, der bekannie schieifeade Scythe 
gehört. B. li, 167 Z. 19 )e«# man geichiiadeoen. 



4er nochmals ainiassen. *) Bis zw vierten Stande U 
er zaUmise; danttgeht er spaaderen oder in*s sphai^ 
rium zum. BaUä^ei* . Der erste Irrthum OrellFs 
in. der Annahme ,. Uoraz sei zuweilen, wenn er keine 
siun Spazieren gehabt, langer^ als bis zur vierten 
zu flause geblieben , wo et studiert habe ; aber au&l 
zmr vierten Stunde studierte Horaz, und er sagt aus 
Jiofa,^ nach dieser Zeit habe ^r sich salben lassen: poil 
00ffar out — ungor oüvo. Die Worte iedo aut i 
Jconnen unmöglich faeisseH: ,^nachdem ich vorher (nach 
vierten Stunde) etwas geschrieben oder gelesen^^ Will 
Dichter gerade nicht Spazieren gehn , so lässt er sich 
sphaeristerium salben und übt, wie man es vor dem 
KU thun pflegte, das Ballspiel. Mart. XIV, 161. Hierbei 
Orell i einen zweiten Irrthum, wenn er meint, Horaz 
sieh salben zum Ballspiel auf dem campus Marim. 
ist. gegen «lle uns bekannte Sitte. Horaz spielte ja kei 
wegs naohtauf dem campus, sondern dort pflegte <^ 
woht meist in den Abenstunden , sich am gewöin^ 
fiallspiele.zuer£reneü, wie dies noch jetzt in \\aU^^ 
Slidteti der Fall ist^ Vgl. Moritz „Reisen in Uaü^^^ 
19.**.) Darauf geht. ejp iii!s Bad, wonach er sich nachil«»^ 



•) Sielaiilet wortlich also: Post quartam aut va^o^y 
certö cöntäio solus incedo {ut v. IIÜ, sed h, L '«''[** 

. priBLndiünß.) <|Ut, qi hoo nofi pl<uet , prius Ugo vel '^ 
aliquid f tum un^or oleo , pita in Campo Martio t*" 
deinde iävor, postea domum redeo ad prandiumsud^f^ 
postremo per aliquot horas otior domi. Tum sitjUi^ 
liqua par9 diei v. 112 descripta. 

^*) Ist dieses richtig, wie nicht geieiigo^t werdeu l^*""'-!.^! 
gibt sich schon hieraus, dass V. 126 die Lesart ^^^ \j, 
ßländinius, die auch eine schlechte tidschr. a" G°*"' , 
(Dübner's Persius S. 353), trotz Elchs tädt (Pa^j"". 
35), Fritzsche (Ärisloph. Thesmoph. p. XIII) "^ j[|„ 
nnniöglich richtig sein kann. Die Annahme ^' j,*) 
di«9e Hftndsrhrrift faab« die von Mavörtius (B. I^* /|j^ 
drängte Lesarl heibehaiten, Ist an «ich «nwahrtcnei^J 
da alle unsere Hdschr. ton einer arsprniJgMcheii «•* ^ 



pM, offenbar siir üena nach all; emeiMr foiMBchen fliüe« 
lerOreili l)6haoptet, er gebe Kum pranOmiK Wann kal 
an je gebort, ^ass ein Römer \0f dem pra/ulkim bade? "^y 
es geschah kurz vor der cena^ um Mittogr, wie ea. anoit 
;r V. 125 f. deoUich genug angedeutet ist: kW me fe&^ 
nsol acrior ire Uwatum admonuit. Nach diesem Pran- 
m lässl Orßlli den Horaz ein paar Stunden tu Haua^ 
^iben, und darauf soll dann das folgen, was V. 112 ff^ be« 
hrieben ist, er soll auf den Gemüsemarkt gehn und sich 
ch dem Kohl erkundigen. Sehen wir aber , was Horax 
l der vierten Stunde schon alles gethan hat^ so sind wit^ 
nn wir alles gering anschlagen, ntfch den pai^r Stunden, 
lebe Horaz zu Hause bleibt, wenigstens bis zur i^eunten 
inde, der Stunde der cena^ gelangt. Was Horaz )da noch 
f dem Gemüsemarkte thun soll , sehen wir nicht ein, da 
'5er doch in die frühen Morgenstimden ßUU, nicht in. 
' Zeit, wo kein Mensch mehr kaufen will« Wie Orelli 
n gar das vesperHnum Forum (\, 113 L) damit reimen 
U) ist uns rälhselhaft. Horaz soll nun erst, nachdem er 
b noch einige Zeit herumgetrieben , zur cenß koAimen, 
^ furchten, etwas sehr spät. Die Stelle glauben wir auf 
'^ so einfache und ungezwungene Weise gedeutet zu 
^% dass kein Widerspruch möglich ist. ♦*) — D^s« ich* 



ZQ Stammen scheinen. Die Lesstrt x Jiigio cainpum lusumoue 
trigonem ist nur eine dureh Missverstäncloiss von rahioti 
tempora signi veranlasste Aenderung. Vgl. ß. II, 169. Do- 
derlei n (Synon. II» 31) nimmt aach an lusus Anstoss. 
Auch Dillenburger hält an der von uns vertheidigten 
alten Lesart fest. Vgl, noch Huscbke tum Tib. I, t, 27* 

*] Ueber den Gebrauch von pr andere vgl. gegen OrelJi die 
B. \iU 472 angf führten Stellen. 

j Höchst seltsam behauptet O reili : Post-oenam mmö nUi 
yel aduher vel grassalor domi txihau Orelli beschränkt 
ja die Römer noch mehr, als weiland die Juden. Die g«- 
wuhnliche tena dauerte wohl.otir bis zurhörk dteima» Und 
von dieser 2eit an (spätestens vier Uhr) hätte man sti Rom 
uur Ehebrecher uod Raaber geseiMoi Horae gel^ Doefa e» 



beüiiple, -Horaz Mfe, r^elmis^if we^Id er damit 
daft; er heute sptxteren, ntorgen itCs »phaerkttrium gehe, 
ist eine Entstelhm; Orelli'9. Horaz sagt nur, (hsser 
nach Belieben bald dies^ bald jenes thue ; nur dieses, was 
deotiich in den Worten liegt, habe ich behauptet. ^ Y. 131. 
Ich freue mich hier einmal Herrn Orelii gegen micli 
Recht geben zu k&nnen ; es ist an die gewöhnliche Quäsinr 
aia erste Bbrenstufe vornehmer Familien zu denken. 

Siebente Satire. Waickenär nimmt 71^, 
Zumpt (S. ^8 f.) 714 an. Mit uns stimmt Teuf fei (S.löh) 
Weber (S. 131) glaubt mit Franke, diese Satire sfi 
nicht „in der noch frischen Aufregung der philippisdieii 
Lagereindrücke zu Stande gekommen". — V. !• Nach ms 
bemerkt* Orelli jetzt: Innocentem iocum quaesif)ü in m- 
positioneillaperseridiculaproscriptus etRex, Zuinpl 
erklart a. a. 0. S. 9 richtig, dass Horaz gar nicht proscnbirt 
war. — V. 3. Peerlka mp zur Ars poetica S. 211 bemerkl 
höchst sonderbar: Credo agi de oßcina, in qua tonsor ocwl» 
lippientium inungebat, — V. 8; Das weisse Gespann galtt 
vornehm. Aus Homer Jl. x, 437 haben Catull. 55, 26 und Vii« 
Aen. Xn, 84 geschöpft. Plin. VH, 31: Ipse (Wony^i«) 
quadrigis albis egredienfem iPlaionem) in littore excefi^^ 
Ueber die weissen Bosse beim Triumphe vgl. auch Liv. V» 



späteo Abend zum M&cenas (sat. li, 7, 3'2 ft.) ; i>r iaüpt d» 
Torquatiis ziiro. Spätinakte' eio (episl. I, 5). IJnd in «f^l^iit 
Zeit sollen denn die Spiele auf dem eam/rus Martiut [f^^^ 
1» 7, 59) füllen, da der Morgian zu den Gescbifteu b«stio>iBt 
ist? Diem durart iaun nur beUsen: ,,den Tag uberb» 
zum Ende ausbalten*S.nicbt ,yVoin Prandiura bis zur Cenr 
Seltsam fragt Orelli: Qui autem erat pou cenam <|'« 
duranäus ? Die einfache cena des Horaz war oboe Zweifel 
vor i\9€ koradtcima beendet; brs rtim Scblafengeho hsb» 
wir demnach wenigstens nodi fünf bl» sechs Stunden, is ^^ 
then er nicht«. genoss. Wenn OreMi darüber spottet^ d' 
leb dem Hsmss .das prmndium eahcfeh«, so hat er nirbt l^ 
dacht, d«M dem entfach lebenden Dichter das Untatub* 
'^tOM^f^ itiid das prmmdium keineswegs aügenein war. 



3« Von d€ii VorDehmen indeii wir bei des Griecbea ini 
svxov ^svyovg ikavPBiv (Lucian. Tim. 20. de mere* eond. 3. 
hiU Vit. ApolU VIII, 7, 1). — . V. 15. Bei der durchgängi- 
en Verwechslung yon texet und tersei in den Hdschr« 
arf man nicht nach der Autorität, sondern nur nach dem 
inne entscheiden, welche Form vorzuziehen sei. Hiernach 
aben Bentl.ey, Kirchner u. a., neuerdings Di Itenbur* 
er, das durch Parallelstellen gebotene eerMi mit Rechl 
urgenommen. *) Nennt mich Orelli deshalb homo m 
riticis parum ver$atus, so trage ich die$e Schuld leicht» 
a ich sie mit Ben.lley theile; nur hatte Orelli gleicb' 
laraufV. 22 bemerken sollen^ dass er mir die richtige Deu- 
ung von ridetur verdankt, da ich zuerst die Erklärung, 
^ambin's wieder zu Ehren gebracht habe* Auch Dil-^ 
en burger folgt mir. — V« 27. Orelli besteht darauf^ 
'ara zeige, dass von einer praeceps ripa die Rede seL 
Jns scheint es ganz unwidersprechlich , dass das Beil nur 
selten hinkommt, weil der Ort im tiei'sten, abgelegenste» 
rheile des Waldes liegt. Dillen burger: quo densmma 
nlva esL Paldamus (Zcitschr. f. dL A.W. 1840, 112b) 
ivili das Comma nach fertur setzen, wie auch Wüste- 
mann nach Heinrich und Reisig getbair hat. Hierzu 
Scheintuns jeder Grund zu fehlen. Orelli hat «ach uns auf 
das ferrum inferre hingewiesen. — V.. 29. Vgl. Ouwen« 
S. 413 f. — V. 32 benutzt Orelli stillschweigend unsere 
Bemerkung. Derselbe scheint unserer Deutung des Plurals 
reges V. 34 beizustimmen, ohne zu bemerken, dass seine 
frühere Erklärung absurd war. Vgl. Ouwens S.414. Auch 
Jacob (Archiv für Philol. u. Padog. Vlll, 203) folgt uns. 
— ZuB), .Wortspiele im Namen Rej^ vgL Cic. Att. 1,16, 10. 
Acltte Satire. Zumpt cS. 31) setzt die Satire 716,, 
Web er. (^. 132) 718, Teuffei (S. 108 ff.) sogar 714, 
wol'ur. wir jedes sireng beweisende Moment vermissen^ Vgl. 



*) B. II, 55 Z. 5 ▼. II. ist Ot 535 xu lesen. 



B« Ili^ 7 f« 'hm zwaisylMge cerea and ilss aöfgelösfte m. 
üu sind ohne Gewicht^ da ähnliches in den spätesten Sa- 
tiren erscheint. Vgl. & IV, 44 f. — V. 1. lieber den Priap 
avs Feigenholz Priap. 9. Das. 75, 3 : Quae tarnen exanm 
mmc est et hmtUe ligmim. Vgl. Jacobs Anthol. XI, 420. 
^ V.o. Priap. 26, 9. 35. 83, 8. — V.7. Höchst nnglöck- 
Itch versteht Wustemann unter arundo die Leinirutbe, 
wogegen schon terret nndcefo^ sprechen. Vgl. Priap. 83,11. 
^ V. 11. Teuf fei (S. 96) hat den schlechten Einfall 
Pantolabos sei Hermogenes Tigellius, der gar nicht ^ 
"Verschwender bekannt isL — Eine völlige Unwahrheit ist», 
wenn Orelli mir vorwirft, ich habe seine Note mitifer 
des Acro conturbirt. Orelli behauptet mit Acre, igM^ 
aliquem homnem mopis plebis servorumque hoc sepulcrt- 
tum candidisse. Dieser hatte nun einen cippus errichtet, auf 
welchem die Grösse des Begräbnissplatzes angegeben nr, 
ssngleich soll sich darauf die Formel befunden haben*. Hoc 
momuneninm keredes non sequitur. Dies konnte doch of- 
fenbar nur auf den gehn, welcher den dppus, das mofBh 
mentum gesetzt hat^ nicht auf die Erben aller armen Tei- 
üel, die hier begraben wurden, was eine völlige Absurditü 
Wire. *) — V. 15. Dillenburger denkt mit mir an ei- 
nen nffger auf den Esquilien. Jetzt möchte ich die Bezie- 
hung auf den Wall des Tarquinius ♦*) , von welchem ««n 



*) Ueberhaupl isl die Annahme, hier -auf denr Esquilien sei frü- 
her ein geweihter Platz gewesen, eine ganz unhallbaie; 
denn einen solchen Platz bUtte Mücenas unmögirch zu PH* 
' vatzwecken bentrtsen können. Auf den Eftquilren befandea 
•ich Qur grosse, unbedeckte Gruben, in welche man die L^'- 
rhen hineinwarf. Vgl. Varr. V, 25. Man kann auch Cic- 
Cluent. 13 vergleichen , wo einer in den arenariäe estr^- 
pwtam Et4fuUinam hingerichtet wird. Jene Gruben batu 
man damals^ da Octavian wünschte, dass Jie Esquilien b(- 
' wohnt Wurden , wohl an den äussersten PuWkt ties eamf^ 
' M9quiUim» v«rleftl. Mach allem ninss ich - die Von mir g^ 
gebene Deutung für die einzig mögliche halten. 

^ Nor die Vollendung desselben schrieb man dem Servias TuJ- 
lius tu. Niebuhr f, 435 ff. ' 



341 

Qf die Esquilien binsebaute, mit Orelli voräeben. -- 

\ 25. Dass Sagana hier die Uauptzauberin sei , muss ich 
uch jetzt noch gegen Orelli behaupten. Sie allein spricht 
lU den Schatten (V. 40 f.) und hat den Zauberapparat in 
!en Händen (V. 47 ff.). Maior muss, da ein Gegensatz der 
Hern Sagana gegen die jüngere ganz unpassend wäre, die 
lagana als Meisterin bezeichnen, welcher Erklärung Dil« 
en bürg er nicht abgeneigt ist. ♦♦*) — V. 27 ff. Dass 
ier ^riapus gewaltig aufschneide^ wird wohl nur Orelli 
3iignen. Priapus spricht von Zaubergebräuchen, die gar 
licht zusammengehören. Wozu soll z.B. die Beschwörung 
er Schalten dienen? Wie sehr hier alles von Pdapus 
ibertrieben werde, denke ich in den Noten zur deutschen 
febersetzung der Satiriker nachzuweisen. — V.32. Orel- 
i's fixe Idee von der Bedeutung der Cäsur in disiinguen^ 
'is veris interpretoHonibus a falsis beruht auf völliger Miss- 
ennung des Wesens derselben, . welche nur das Auseinan- 
lerFallen der einzelnen Versfussiß durch den Einschnitt der 
Vortfusse verhindern soll ; eine eigentliche Trennung der 
^orte liegt keineswegs in ihr, da ihre Bedeutung nur eine 
letrische ist. Dass an unserer Stelle die Cäsur beweisen 
önne man müsse servüibMS von stabat durch ein Comma 
rennen, werden andere so wenig, wie ich, einsehn. Dil- 
enburger stimmt uns bei. — - V. 35. Gegen Orelli 
mss ich bemerken 9 dass rubentem^ da es der eigentliche 
Lusdruck vom Scheine des Monds und der Sterne Ist, wie 
1. II, 92 gezeigt ist, uimiöglich auf das Brröthen aus Scham 
"ehn kann. Gegen diesen nicht wegzuleugnenden Urnstand 
eweist die Stelle Lucian. Icarom. 21 nichts, wo Selene 
agt, sie verhülle sich zuweilen in der Nacht, um nicht die 
'revelthaten zu schauen, mit einer Wolke. Auch ist ofien- 



*) Wepn Horaz den Namen Sagaoa von saga bildete, so stand 
ihm doch frei diesem selbstgebildeten Namen eine beliebige 
Quantität zti geben. Oder er nahm- einen gebräuchlichen 
Namen Sagana, anspielend auf saga. Dies gegen Orelli. 

P&ntier's Kritik V. j[l 



34t 

bar hier niebt von der Scbatn^ sondern vom Schrecken o^ 
die unterirdischen Honde und Schlangen die Rede. — V.^ 
Ich muss jelzt zugeben, das Priapus hier ein Grabdenio^ 
gemeint haben könne, welches sich weiter hinauf auf de 
Esquiüen fand. Vgl. Becker „römische Alterthümer'i 
554 ff. Wahrscheinlicher aber ist mir wegen des W 
den tnenäar at si quid, *") dass auch hier eine Lugeib 
Priapus zu Grunde liege. **) — V. 39, Noch jetzt diib 
ich bei der Annahme bleiben, Julius Pediatius sei der^ati 
der einen der hier genannten Personen. Nimmt man Ä 
für sich , so ist auffallend , dass dieser keine nähere k 
Zeichnung erhält. Wäre dieser auch als pathkus zo ^^ 
^en, so würden hier zwei Personen derselben Art nelies 
einander genannt, was nicht wahrscheinlich ist. DerAo^ 
nähme des Namens Julius Pediatius steht nichts euige^^ 
Sehr wohl konnte ein Julius später von einem Pedia 
adoptirt werden und daher beide Namen führen, wie (^ 
jüngere Plinfus Plinius Caecilius heisst. Bei Plinius XX)1 
47 kommt im Jahre 746 ein Caecilius Claudius IsU«^ 
vor. Anderes dieser Art bieten Cannegieter de rt^" 
dorum Rom. nom. ratione c. 2 S. 6 ff. und G r o t e f e n d ..^ 
Geographie und Geschichte von Altitalien" V, 44 ff. ^ 
So könnte man auch den Titius Septimius (B. III, 103) ^ 



*) Die angeführte Stelle des Petronius fiDdet sich 63^ 5. 

**) Unmöglich kann man unter sepulcra Gruben für die 1^)^'^ 
verstehn. Wohermag doch wohl Orelli die Nachriclitb»''^''' 
man habe über diesen Gruben «inen tumulus errichtet. '^ 
Ist eitle durchaus anbegründete Nothannahme. Vgl. Ouwe» 
S. 414. 

***) Später ist der Gebrauch häu6ger- Vgl. Lersch Inschrift« 
II, 18, wo Grotefend richtig nur eine Persoo am^ 
11,38, mit Borghesi's Bemerkung (archaol. Zeitung ^^^ 
S. Ulf.). Davon verschieden ist die Anwendung zweier 
schlechtsnamen bei italischen Völkern. Vgl. Dr»'^^'' 
horch Liv. I, 49, 9. XXII, 42, 4. XXIIJ, 7, 4. Groif 
fend a. a. 0. S. 28 ff. 



^43 

len woHen .*) Hiernach urtheile man über r e 11 i's Schmähun- 
gen, der, auf seine Kenntniss der Inschriften sich berufend, 
die einer genauem Untersuchung bedürfende Sache gar nicht 
fördert. *♦) — Zu V. 46 habe ich, jetzt auch Wüste- 
mann, die offenbar vorschwebende Stelle des Lucrez VI, 
129 f, verglichen. Orelli bemerkt jetzt, tliese Vergleichung 
passe nicht, quoniam hoc apud nos cerfe pueri ammi causa 
saepissime experiri solent ich muss gestehn, den Grund 
nicht einzusehn. Was mag sich denn Orelli für ein 
absonderliches Zerplatzen der Blase denken? "Wir fügen 
jetzt hinzu Varro bei Non. v. aer : Anima ut conclusa in 
vesica quando est arte ligafa , si pertuderis , aera reddit. 

— V.47. Vgl. Ouwens S. 411 f. — V. 48, Orelli sucht 
meine Ansicht zu entstellen. Ich glaube nicht, dass lacer^ 
tis so allein stehn könne , so dass dazu aus dem Vorher* 
gehenden excidere zu ergänzen wäre. Die Verschränkung 
der Worte ist malend, wie I, 5, 72. 

Neunte Satire. **») Vgl. B. III, 11. Zumpt (S.33) 
setzt die Satire viel zu frühe, in den Anfang 716, We- 
ber (S. 137)718 oder 719, Teuffei (S. 111) 719 oder 
720, da er sie für eine der letzten des Buches halten will, 

— V. 1. lieber den Namen der sacra via^ woher Sacra^ 
eiensis^ seltener ma sacra vgl. b b a r i u s in J a h n's Jahrb. 
40, 178. ürlichs „römische Topographie in Leipzig** S. 
7fF. — V. 5. Wüstemann erklärt ut nunc est mit uns 
„für den Augenblick" , Orelli irrig, „wie mir nun so zu 
Muthe ist'^ — V. 7. Richtig nimmt Dillenburger noris 
mit uns als abhängig von vis^ nach durchgehendem Sprach- 



*) Em Spptimius lunius bei Lerscfa Centralmuseuiii IT, 7. 

**) Man darf nicht etwa verbinden, et Julius fragitis Pediatia 
furque Foranus. Vgl. Madvig Cic. Fin. V, 22. — I>er 
Jrrtbum, dass ich V. 43 Cuningam's Conjectur ut Bent- 
ley zugeschrieben habe, Tcrdientd Orelli's Scbmähang kei- 
neswegs. 
) Man Tgl. Regnier's achte Satire und zum Anfange X, 33ff. 



«.**' 



tu 

gebranche, den Orelli und Wüsteroann rnibeacUeUas- 
gen. — V. 10. Reisig und Wüstemann folgen der In- 
terpunction Bentley's. — V. 16. Persequar kann hier 
unmöglich richtig sein , weil nicht von einem Nachfolgen, 
sondern nar vom Begleiten iprosequi) die Rede ist, zu 
welchem jener sich aufdrangen will. Vgl. Ovid. Am. 1, 4, 62. 
Bei persequar erwiese sich auch die folgende Bestimmung 
JUnc quo nunc Her est tibi^ als völlig Oberfiössig. *) - 
y.l8. Vgl. Hart. I, 109, 2. — Cubare steht hier, wie sonst 
iacere; die Bedeutung des Krankseins ist hier ebensowenig 
passend , als epist. li, 2, 68« Freilich steht das einfache 
cubare^ wo es sich aus dem Zusammenhange ergibt, ok 
cubare in morbo für „kranksein^S ^^^er es ist kein sicher« 
Beispiel vorhanden, dass cubare mit einer Ortsbestimmung 
diese Bedeutung habe. *♦} — V. 24. Vgl. Mart. III, 63, 6. 
— V. 27 ff. Gewöhnlich erklart man, der Zudringliche sir^e, 
keiner seiner Verwandten sei mehr am Leben, er habe s\e 
alle begraben^ worauf Horaz diese glücklich preise, welche 
das Unglück todt geplaudert zu werden überstanden; ]^ 
möge er auch ihn noch todtplaudern. Aber wie kann Honi 
nach omnes composui , wenn es sich auf die Verwandten 
des Zudringlichen bezieht, sagen, er sei noch allein übrig, 
da er zu jenen Verwandten gar nicht gehört? Nunc ef 
resto kann nur im Gegensatze zu omnes composui gesagt 



*) Meine Behauptung, dass protequar wohl besser bestätigt sei* 
glaube ich auch jetzt noch aufrecht halten zu luuaseu. 2wri 
UaDilschriften von Cruquius bieten sie , ob der älteste filan- 
dinius lässt sich nicht bestimmen; vielleicht bezeichnet Cro* 

Suius diesen nicht genau, weil ihm persequar besser gefiel 
e n 1 1 e y fand es in zwei seiner ältesten und besten Bdscbr. 
und in fünf anderen* Auch in den besten Hdscbr. von Pot' 
t i e r , vielen von P e a und auderen (vgl. Kirchner) sieii| 
prosequar, das B en 1 1 ey mit gutem Grunde vorzog. relli 
will hier wieder seinen Hdschr. den Vorjfug v'indicirea. 

^*) Dass ich cubat für habitat nehme, behauptet Orelli irrV 
Cubare heisst „liegen«, daher cubat is „sein Haus liegt*Säi}'>' 
lieh wie Ücalegon ardet. 



MS 

sein ; ,^h aHem bin von meinen Verwandten fibrig, die ich 
glöcklich preise, weil sie keinen so selirecklichen Tod ge« 
ftfnden,'wie der mir drohende sein wird^^; sie sind felices^ 
weil sie nicht ein solches triste fatum traf. Confice ist 
Anrede ao das Schicksal , das ihm einen solchen Tod be- 
stimmt hat. Orelli nimmt an, die Worte \fin felioes an 
murmele Horaz in sich , so dass sie der Zudringliche nicht 
versteke. Dillenburger fasst sie nur als Gedanken des 
lloraz. *} Aber die ganze Wahrsagung ist nur eine gifick- 
Ziehe Fiction, durch welche Horaz sich den Menschen vom 
Leibe gchaifen will ; im Ernste kann er jene Worte nicht 
meinen , was der Fall sein müsste , wenn er sie für sich 
spräche; sie sollen dem Zudringlichen zu verstehn geben^ 
tlass er ihm lästig sei. Huss aber Horaz die Worte laut 
sprechen, so kann die gewöhnliche Deutung, wonach ccm- 
/^e heissen soll „plaudere mich todt !^^ unmöglich richtig 
sein, da Horaz eine solche plumpe Grobheit gar nicht dem 
Zudringlichen sagen kann. Dieser wagt vielmehr nirgend, 
wie er sollte, den Zudringlichen grob abzufertigen^ son- 
dern versucht die verschiedensten Mittel, um jenem zu ver- 
stehn eu geben, dass er ihn wegwünsche, von denen aber 
(meines anschlägt. Hiernach halten wir noch jetzt die von 
uns gegebene Erklärung für die einzig mögliche. ♦♦) — 
V. 36. Orelli hält seine Deutung bei, indem er sich auf 
d^s mündliche Zeugniss Keller's beruft. Seine Erklärung 
>st aber wider allen Sprachgebrauch ; denn 1) heisst eada^ 
^ immer nur der Verklagte. 2) steht respondere in der 
>ier vorliegenden Bedeutung immer ohne Dativ. So lange 



) Tacitus cogitat magts, qu€un pronunciat. Nach Heinrich 
spricht Horaz nur das V^ort felices laut 9 denkt dai Fol- 
gende bloss. 

') Dass Horaz in einem fortspricbt, um den Zudringlichen nicht 
zu Worte koVnmen zu lassen, ist ganz Tortrefflich. Zuletzt 
hat unsere Steile Schiller bebandelt Zeltschr. f. d. A. W« 
1840, 449 f. . , ; 



ÜB 

r e i 1 i diese Grunde nicht widerlege» ktum, Uoibt seine 
Erlcläruiig ein arger Missgriff. «) — V. 44. Die Worte 
pattcorum komirmm est können nur heimsen „er ist eiaer 
der seltenen Uänner'S was auch Dillenburgei aner- 
kennt, nicht „er ist nur für wenige zugänglich^' » was hier 
gar nicht in den Zusammenhang passt. Der Gegensatz ist 
unu$ multorumW. 71.**) — V. 45. Auch Schiller S.45Ö 
will dies auf Horaz beziehen. ***j — V, 50. Dass iUk u 
nü mi ofßcit unquam zu erganzen sei, können wir Orelli 
unmöglich zugeben. — V. 54. Orelli hält jetzt eelis für 
eine Bedingung («« eelis'iy wo aber doch wenigstens nacli 
tafUutmnodo Comnia zu setzen wäre. Der Ausdruck ver- 
liert durch diese Deutung an Kraft. — V. 69. Der exiä» 
Hieologus y weicher früher , wie Orelli versicherte, Rö- 
der's Deutung billigte, stimmt jetzt nicht mehr bei, soa- 
dern möchte an den 10 Tisri denken. Scaliger's^iei- 
nung treten Ideler (Chronol. II, 175) und Obbariusift 
Jahn's Jahrb. 40, 174 bei, wogegen wir bemerken müs- 
sen, dass sabbaia nie für Fest überhaupt, sondern immer 
für den siebenten Wochentag steht. Deshalb konnten A 
Juden unmöglich das Neumondsfest als dreissigsten.^^abbal 
bezeichnen. Bretschneider bei Wüsteniann stitniDl 
mit der B* II, 466 gegebenen Ansicht. Vgl. auch Mart.lY) 

4, 7. — V. ? 2 f. Unsere Bemerkung nimmt Orelli stillschwei- 

-^ _ 

'*) Der richtigen Erklärung folgt auch Reisig. Zur Sache 
vgl. 6ethniann-Holiw.«g I, 278 ff. , wonach wir *ehf 
gespannt auf die Gr^ntte wären, weshalb unsere Erklärupg 
\tuUa ac pervertissima sei. Das hat Keller unmöglich be- 
hauptet! 

**) Auch in der Stelle Ter.Eun. lU, 1,18 heisst homo est ftf- 
paucorum hominum „er ist ein Mensch von den sehr sel- 
tenen". Bei Orelli steht, in der Antwort irrig midtoru» 
statt nuUorum. Das Witzspiel bei Macrob. Sat. II, 12 beriibt 
ebenfalls auf dieser Bedeutung. 

***) Orelli bemerkt, dass suhmovere der ei^eutlicb« Ausdruc' 
von den Lictoren sei , was wenigstens die angeführte ^o^^ 
Heinricfa's (Juv. 11 S» 46) nicht beweist. ^ Zm di$p€rea* 
Mart. I, 40, 8. II, 69, 2. IX, 96, 4. 



M7 

^end aafy wie er V. 75 die ricktige Erklärung der schwierigen 
Stelle nnd das Citat avs Bethmaan.Holhveg uns ver« 
lankt, ohne dies zu bemerken. Auch Dillenburger 
r&lgt uns. — V. 78. n w e n 6 S. 355 erklört sich gegen 
iia Beziehung auf das Standbild des .Apollo. 

Zehnte Satire. ZnmptcS. 36), Weber (S. 136) 
und Teuffei (S. 111 ff.) setzen die Satire 718. Ueber 
die voigesetzten acht Verse TgU van Heusde de Lucilio 
S. 12t. 139^ der höchst seltsam bei puer an Uorax selbst 
denkt. Reisig und Wiss wollten puemm lesen. *) -^ 
V. 2. Tarn mepte, fcmior verbinden Frenzel iquaest. Ve^ 
nusinae S. 24) und Funkhänel (Zeitschr. f. d. A. W. 
1844, 700). — V. 12. Unsere richtige Deutung befolgt 
Dillenburger. Wie Orelli behaupten kann, die enge 
Verbindung zwischen sermone und defendente spreche da- 
gegen, ist uns nicht klar« Dfkss rlietotis und poetae sich 
nicht in demselben Verhältnisse- entgegenstehen , wie iristi 
und iocoso^ zeigt unwidersprechlich die Verbindung» **) — 
V. 14. Vgl. Stat Theb. VI, 766: vires dispensat. — V n 
Die Lesart La<mi, für welche ganz entschiedeiv. dienn rnl.^ 
tat derUdschr. spricht, muss ich auch jetzt ge^c^'nUn-AM^ 
Dillenburger und Wüstemann für einzig n^tiv^g hal- 
ten. Dass zu exsudet eine nähere adverbiale Bestimm u ng 
nöthig sei, ist ungegründet. „Dann , wann ein Pedius, ein 
Corvinus mit aller Anstrengung einen Prozess betreibt (ea>- 
sudet)y wenn ersieh um einen schwierigen Prozess handelt, 
wirst du da mit deiner Sprach mengerei durchzukommen su- 
chen ?*^ Bei der Lesart Latine ist die Verbindung patriae 
patriaque höchst auffallend. Latinus steht als Urahn der 
Uömer und der römischen Sprache, ähnlich wie Quirinus 



*) P r e i 8 s behauptet (1, 234), eine 
Satire Verse des LucUiusI 



BerDer HJuchr. habe vor delr 



) Auch müsste Dach O r e 1 1 i's DeutuDg V. 13 urbano, nicht 
urbani stebtt, abgesehen von anderen UniuuglicIikteUeDy wie 
dass poeta an sich den Satiriker beeeiehnen solL 



MB 

V. 32. ») — V. 31. Dille nburger schQtzl mit uns d 
am Besten bestätigte o^gui. Wüstemann zieht mit Orel 
und Hand Tursell. l, 477 atqui vor, weil kein Gegenali 
sondern ein Fortschritt in der Bede enthalten sei. **j - 
V. 40, Manilins V, 472 f. bezeichnet als Stoff der 1^ 
tnödie: ardentes iuvenes raptasque m amore pueltas, e^ 
sosque senes agüesque per omnia servos, — V. 4. 
Voigt lässt (S. 37. 43) unentschieden, ob comts Nominatn 
oder, wie Orelli will, Accusativ sei ; im erstem Falle, da 
wir annehmen, tritt das Wort bedeutsamer hervor. — V. 5i 
Cömis bezieht auch Wüstemann mit mir auf den witzi- 
gen Ton des Satirikers. Orelli halt noch an der Gutmö- 
thigkeit fest; van Heusde S. 90 bezieht es auF die Be- 
scheidenheit des Lnciiius in dem Urtheile über sich selbst (?) ***) 
— V. 57 f. Rerum dura ncüura erklärt van Heusde mit 
'Beistimmung Wüstemann's sehr ungeschickt : infesta tem- 
porum ratio. Vgl. dagegen Funkhänel a. a. O. S. 700f. 
Meine einzig sprachrichtige Deutung des doppelten num U- 
ligt Dillenburger. Orelli will sein Unrecht nicht c»- 
sehn und gibt meiner durchaus einfachen Erklärung Vtf- 
worrenheit Schuld, t) — V. 66. ,Vgl. B. IV, 282. ~ V. 'X 
Funkhfinel (S. 701) vergleicht Cic. Or. II, 6, 25. Fin.l, 



*) Der Gedanke, den Wüstemann hier findet, die Sprach« 
niengerei in Reden vor Gericht sei von den bestejn Rednern 
längst abgeschafft, ist ein durchaus fremdartiger. Dillen- 
burger erklärt Latine: eleganter et aperte, nuUo dolo, niäU 
ambiguitate verborum, was uns deshalb irrig scheint, weil 
Latine den ofTenbaren Gegensatz zu oblitus patriaetjfue pa- 
trisque bilden müsste. 

**) Dillenburger meint , atqui stelle die Erscheinung des 
Qoirinus der verkehrten eben erwähnten Meinung der Geg- 
ner gegenüber. 

***) Man begreift kaum, wie Orelli leugnen kann, dass comis 
" ' die Bedeutung witzig habe. Auf den treffenden, feioeo 

Witz geht der Ausdruck oben V. 41, wo W u s l e m'a n o Front. 

ad Marc. Gaes. 1,3 p. 25 vergleicht. 

f) Seine Deutung num interdum — num in alii* eius scripta 
— widerspricht geradezu den Worten. 



3,7. ^ V. 75. VgU Boileau's Briefe VII, 86 ff. — V.82. 
Die vorgeschlagene Interpunction scheint uns noch jetzt die 
zweckmissjgere , da sie die Rede kräftiger und gefilger 
macht — V.86. JBibfli/i hat Dill enburger jetzt nach mir 
wieder eingeführt — Den Furnius nennt der comment Cruqoii 
als Geschichtschreiber. Vgl. DioXLVUI, 13 und dortReima. 
ms. Sen. Benef. II, 25. — V. 92. Orelli und Dillen. 
borger beziebtn jetzt mit mir nach Bentley UbeUus auf 
das ganze Buch der Satiren , wonach hiec nicht bloss auf 
das iubeo phrarcj sondern auf die ganze Satire gehn 
muss. •) 



*) Teuf fei (S. 113) will metoen be treffenden Beinerkfuigca 
keinerlei Bedeutung zuschreiben. Der Sklave soll gehn (t 
puer), um das eben Dictirte in's Reine als Schluss des Bu» 
clies zu schreiben. Der Dichter denkt sich selbst offenbar 
dicürend. Teuf fei nimmt sogar an citu» AnsU»«^ der 
Sklave habe die ganze Satire nicht citus schreiben können! 
Aber Horaz sagt ja nur, er solle machen, dass er bald mit 
Abschreiben fertig werde. 



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11* 



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Zinreltes Bueli der {Satiren. ^) 



Erste Satire. Zumpt setzt sie (S. ^) in 
Anfang des Jahres 719, worüber Teaflel S. SQ5, We- 
ber (S. 176) 725 auf 726, Teuf fei (8.208 ff.) zwischen 
720 uttd 72t, **) Unbegreiflich ist es, wie W e ber {& \^ 
die Behauptung aufstellen konnte, Ocfavian habe dem Dich- 
ter den Beifall,, mit welchem er seine Gedichte aufgenoio- 
men , durch seinen Vertrauten (?) , dem Juristen Trebatio^ 
zu erkennen gegeben , womit eine Aufforderung, sich ^ 
Herrscher persönlich vorzustellen, verbunden gewesen. Dits 
Annahme widerspricht geradezu unserer Satire, aus deriit 



*) Dieses Buch erschien nach Zampt 724, zugleich mit (!"> 
ersten, nach Weber 726 oder 727. Teuf fei lue•'^^fJ: 

' 221), die Herausgabe habe sich vielleicht bis zum Jahre <3V 
verzögert. Auch Weber (S. 198) deutet die Möglichteit 
an, „dass Horaz eine eigentliche Herausgabe i\^i zweiU" 
Bnchs fur's Erste gar nicht veranstaltet , sondern et eni»* 
weilen bei zerstreutem Bestehen und analoger Verbreituog 
der einzelnen Satiren belassen habe" , so dass etwa ai' 
zweite Buch, „vielleicht lediglich durch den Buchbäodlei'' 
z^ugleich mit dem ersten Buche der Briefe erschieuen ^^ 
Uns scheint die erste Satire noch immer eine Art Prolog <" 
bilden, was auchOrelli annimmt. 

•**) Teuffei, der die Frage nach der Abfassung sehr uii%t^^^^ 
lieh behandelt, behauptet sogar, Octavian habe lo i^i^S' 
invictiu genannt werden können , als er nicht victui g^*^' 
Jen, da doch invictus offenbar darauf hinweist, dass tt ü^6' 
reich aus dem fUmpfe herrorgegaogen war. 



Ifefol^erl ist ; denn Trebatlus Weiss jft nichts von dem Bei. 
iftlle, mit dem Oct^tian die SaMren des Horaz aufgenommen 
labe, «ohdern der Dichter selbst beinn sich schliesslich auf 
len ihm gewordenen Beifall von Seiten des Herrschers. ^ 
— V. 17. Unsere Ansicht uberLuciiius nimmt Orelii still* 
tcbweigend atif (irrig vanHeusde S. ^41), ebenso die 
{emetknng zu V. 24 und über uUro V. 39. ♦♦). Dagegen 
3rklärt er sich stark gegen die von uns angenommene Be- 
siehung von V. 34 ff. , die wir auf keine Weise aufgeben 
Können. Feldbausch a. a. 0. sieht hier ,^eine rein hu- 
noristische Digression, wie wir sie in ähnlicher Weise bei 
leueren Humoristen sehr hflufig finden". — V. 68 f. Völlig 
fcr erfehlt ist es, wenn van Heusde S. 65 die Worte a/- 
jui — iribuüm dem Horaz zuschreiben will. Auch die Mei- 
nung, in trUmtim werde angedeutet^ dass Lucilius die ein- 
zelnen TVibus angegriffen habe, scheint uns verwerflich. — 
In V. 72 vermuthet Wfistemann die eigenen Worte des 
Lucilius. — V, 75. Census kann man entweder auf die vor- 
nehme Gebart deä Trebatius beziehen oder hier bildlich 
für „Schätzung, Werth" überhaupt nehmen, so dass es durch 
Ingenium erklärt wird. Irrig scjbliesst Weber S. 192 aus 
imserer istelle, Horaz sei dam«ki noch nicht Ritter gewe- 
sen, unsere Satire daher früher, als die siebente, wegen V. 
53 ff. der letztern. **♦) 



*) Pop« hat QDsere Satire nachgeahmt. Vgl. auch Boileau^s 
.neunte Satire. 

**) Mit Recht erklärt sich Orelii (ebenso Dilienhurger) 
gegen die von Wüste mann gebilligte Ansicht van 
Heusde's S. 32, wonach senis V. 34 auf das hohe Alter 
des Lucilius ^hti soll, der nach feststehendem Zeugnisse 46 
Jafare alt starb. Ueber die von uns angenommene Bedeu- 
tung von senex vgl. die Zusammeostellnng von Heinrich 
zum Persius I, 124. — ^Zu Y. 39 bemerkt Funkhänel a. 
a. O. S. 701 : Horatius stilum cum ense comparat et quasi 
armU ; uto te hoc stilo usuru/n esse negat, nisi lacessiius. 

***) Orelii wirft mir vor, ich habe ihn V, 79, wie häufig (wo 
denn?), nicht verstanden. Orelii sagt, Trebatius bediene 



Zweite Satire. NachZumpt (S. 38) gebort diese 
Satire, ^in welcfaer der Dichter ausser dem allgemein mensch- 
lichen Interesse auch ein patriotisches (V. 103 ff.) an den 
Tag l€(gt", 719. Weber (S. 199) stimmt mit Kirchner 
uberein. Teuf fei (S. 211 ff.) nimmt das Jahr 72Ö an. •) 
— V.2 ziehen Dillenburger und Wästemann mit mir 
quem vor, auch Voigt (S, 44), der den von mir bemerk- 
ten Sprachgebrauch ausfuhrlich behandelt. Nur Orellfs 
Vorliebe für seine Hdschr. macht es erklärlich, dass dieser 
die von den besten Hdschr. gebotene Lesart guetn verwerfen 
kann. Dass quem, als die schwierigere Lesart , leichter a 
quae übergehn konnte, als umgekehrt, sieht jeder. - 
Orelli ereifert sich, dass ich nicht seiner uberkuhnen Vet- 
^anderung des Namens Ofellus in Ofella beigetreten bin. 
Auch Wästemann, Dillenburger und Grotefend 
(zur Geogr. u. Gesch. von Altitalien V, 25) haben OteUus 
mit allen Hdschr. beibehalten} die Correctur einer Hdscht. 
bloss an einer Stelle (V.3) ist ohne Bedeutung. — Troü 
Orelli nimmt Dillenburger mit mir an, dass V. 1— lU 



sich hier verbo saepe a se audito et umrpaio in iure ei- 
vili. Med sensu proprio. Ich glaube um so mehr, dasi 
jeder mit mir proprio in der Bedeutung ,»e1genthuiiilich*< ge- 
nommen haben wurde, als Orelli sonst von der „eigent- 
lichen«' Bedeutung das griechische xvqsOp zu gebrauchen 
liebt. — Wüstemann erklärt: „Ich kann hier nichts da- 
von herauskiügeln«, was nicht in diffindere liegen kano. - 
V. 85 behauptet Wüslemann irrig, laeeraverit sei „nach 
dem einstimmigen Urtheüe der Maueren** das Richtige. 
Orelli hat mit Recht latraverit vertheidigt und oach ifam 
Dillenburger es aufgenommen. Vgl. Sidon. Apollin. epist 
I, 11 p. 26: Sive Lycambeis lacerat latraiihus hostem. 
*) Teuffei rechnet diese Satire zu den formell am Wenig- 
sten vollendeten des Horazj „er hat, wie es scheint, das 
Hauptgewicht auf den Inhalt gelegt und darüber die Ein- 
kleidung vernachlässigt, welche ohne alle Illusion (?) ist 
ungeschickt eingeführt und noch ungeschickter aufgegeba 
wird." Auch will er hier etwas Schüchternes und ünaicbe- 
res des Auftretens finden und Verwahrlosung der Form im 
Einzelnen. ' 



mit Aiintiiifie von V^ a E. (Melius spreche. OreUffl ßeh 

gengrande tiind nicht d«rA«de.w«rth, VgU Juv« XIV;. 1 T'O iff« 

Regoiei:*« fünfzehnte, auin Ganzen ßoileau*s vi^te SU«* 

tire. -* V. 7. Auch jetzl. noch . scheint . mir das Comm« 

nach cur hoc für den ruhigen Ton der Rede am fassendMap. 

Ganx anders yerhdlt es sich mit dem Tone dea Stoikera 

(wie ilf 3), der solehe Itleine Fragen liebt, — V.IS. Vgl« 

Stat. SHv. Ui, 1, 155 f. : seu nubila disco fimdere. — \, 29. 

OrelLTs Ungebohr gegen mich hat Dillen burgOir iaa 

Emmericher Programm 184& 8* 90 ziirfickgetwiesen mk^ 

gezeigt, dass Porpbyrio gar nicht für Orelli's Lesart «pi^ 

che , wie er auch die bedeutende Autonlat von Orelit'A 

Hdschr. leugnet. Dillenburger erklärt: EOamßi Vs^t 

maxime concedalur^ discrmen aliquod mferesse in^0t p0^ 

vonis et gaUmae camem^ tarnen patet^ non carms pm^ 

stantiam et saporem te sequi^ »ed plumarum^ formae pul^ 

chritudinem et speciem. Wir möchte diese ErUaraaf dea«. 

halb nicht billigen , weil wir nicht sehen , woher 4enn daf 

Dichter jenen Schluss machen kann , dass wenn andi dsT; 

Pfau besser schmecke , nur die Schönheit verleite, dem^ 

Fleische desselben den Vor?;i|g zu geben. Aach scheint 

uns hiernach die Stelle durchaus nicht so schlagend, wiff 

nach unserer Deutung, die Obbarius (Jahn's Jabrb^ 40^ 

176 f.) lobt, obgleich ich übersehen habe,, „dass der Dich-; 

ter auch in dem Folgenden nur sich selbst Fragen vorlegt». 

ohne die Antwort «eines andern abzuwartend^ Aber Y. 29 

antwortet Uoraz sieb selbst im $ifine des andern. Orelli) 

setzt jetzt nach petere ein AusrufungszQidien» wodur(;h -^ 

einen Infinitiv des Ausrufs erhält, an demDillenburgef 

mit Recht Anstoss nimmt. Für magis in der Bedeutung: 

„Schflssel^^ erklären sich auch Thorsten de coniuncUvi 

modo S. 152! und Döderlein Synon. VI, 207. — Obba^ 

rius spricht mit vollem Rechte gi^en Wusteman.nj der; 

V. 28 honor für „Werth« nimmt. — V. 51. S. Voigt 

S. 50. — V. 52. Stillschweigend benutzt OrelU unsere 



BeiherkQDf J — M» V. 63 beglnnl änä^ Florentiner Hdschr. 
unter der Üeberschrifi: CorripttsortUMM tubOfeUi namme 
eine neue Satire (nach Preis« I, 219x. — V. 53. Vgl, 
Voigt aJav O. B. II, -277 I. Z. miws es heisren ^air 
einer Hdsehir^ wie Orelii bemerict. ^ V. 86. Orell// 
Intetpuriction verwerfen mit mir Diiienburger nnd V^i 
sie mann. Seine GegenbemerlKungen ändern in der Sache 
ffiehts. — V. W ff. Den von mir angenommenen Zusam- 
aienliang balle ich anch Jetzt noch für einzig richtig und 
beitifnmt genogf angedeutet. Doch Herrn Orelii gefallen 
iA^'tenientiolae etiam abrupHores et nescio quas dvn&ean; 
ffbUe efßeienies. 'Ein wenn auch noch so loser Zusammen- 
kang* musa^och überall nachzuweisen sein. — y. 95 bat 
Orelii Jel8t stillschwergend auf- unsere Bemerkung, die 
anch Obbarius S* 177 billigt, das FVagezeichen in ein 
Colttn (wir sditagen ein Comma vor) verwandelt, worio 
auch ftillenburgör uns folgt. — V; 100. Die Bemerkung, 
dass mtk in eectigütia eine Uebfertreibung liege, muss ich 
j6ti}t itafgeben. f^^s eecHgoHa auch von f^rivateinkiinllM 
^he, beweist Obbarius a. a. 0. — V. 111. Vgl. Sea. 
epist. 18, 4; 6. -i V. 120. Obbarius S. 177 f. denkt mil 
Wüstemann an die Regenzeit' im Winter, die aber deul- 
licher bezeichnet sein musste. — ?. 123. Mir stimmt Ob- 
barius S. 178 bei. Otelli bemerkt gegen unsere Deu- 
luÄg, eraf p&tare gefhöre offehbör Ssusammen. Potare \^ 
ein Accusativ der Beziehung, ,>wo der Fehl der Anordner 
Cfnagister) war in Bezug auf das Trinkeit«». Dass das Spiel 
nttch Tische im Triiiken selbst bestanden habe, sd dass der, 
welcher sich Im Trinken verfehlte, einen Becher mehr trin- 
ken Miföste, scheiht<«rs durchaus unwahrscheinlich, da es 
gegen die 'ländliche Einfachheit Verstössen würde, üeber 
unsere Stelle hat Nag dl (1803) gehandelt in. den Acta 
latterar. sodief. Rherio-Trai^t. IV, 260 ff. •} — V. 136. 



♦) Er erklärt: Ludus erat ha -polare , ut culpa h. «. trans- 



Unsere jedenfalls sehr, uoticberd VemulhQQgf« daiKtMfrnitiMi 
in der Antholqifip m ..vielleicht Maohehmttiiff 4er. korwtfn 
sehen Stelle^ verwirft OretU. . : 

Dritte Satire. Vgl B. 111, 17. Weber (ß. t^i 
Zumpt (S.4lf.]*)«QdTeuirel.(6. 2i3.fOJ?etteii.«tefliil 
uns in den December 721, Vgl. Ogbrnaim de Damaeipipo 
Horatiaao (Prograiqni von Oppebi 1843)b **) -^ Denja«*« 
{en^ was B, 11^ 3ii3 Ober Damaaippiifl aas dem Gedtchle 
selbst gefolgert wird, widerspricht ohne Gruail Ochm^niii 
Jer bemerkt: Fortasse HoraHßSy VJfxgabuniiUi JumwtJhm^ 
ippus cogüaretur voluüf qualis dßScriptuM est (phUasQfhu$ 
}uispiamy a GelUo K A. IX^ 2 i^U ll»il> — V. 4. hfuih 
Dir bat Orelli jetzt at aufgenommeii, *^) wie Wieb Dil« 
enburger> während Wüstem aiin naeh Orel UV erster 
Vusgabe ab eingetubrt hat. Mir stimmt aw^ Ocbmann' 
>. 8iL bei. — V, 6. Ocbmann S. 10 erklärt diarecitai 
vogegen ab&t der offenbare Gegensatz in V.4: nU digrma^ 
\ermone canas , so wie V. 7 f. sprechen. Prami$tm den«- 
et derselbe S. 11 : re^ promifsae, quaks smäy faiediJbnflh* 
kis , ip^ sibi iraim fimsef prpp9er dßsidkxm wuam, qued. 
pse Satumalibus Roma aufngisset. — NU est umschreibt 
T : Huil te nihü habere composUumy quod redtesJ Aehn- 



^resfio legum eonvivii eamque secuta 'calibi» ehihendi /te- 
cg^sitth magistra wsttif ut in p&sterum altentiotes tssenif 
nt pluM iusto hihtre eogerehtur adtoque in ehrittatem in- 

' cvdereni kUUque, ut ehrii fert sotent, risum praeberent. Er 

' r^rglelctit das Pönitetirmken, 

*) Zumpt hält die. Satire für die letzte aller horazischen. Der 
Dicliter habe an ihr wirklich ein ganzes Jahr gearbeitet 
und zu ihrer Vbltendung lu die Einsamkeit fliehen mijssen ^ 
mit der Herausgabe der Satiren habe er noch ein paar Jahre 
^^wartei;. 

**) Als ^aciiiahii^kQDg, vgl. Qoiieau's \Tiert«» wm AtffmgeReg- 
ni^r's fünfzehnte Satire. 
'**) I1ietfyerLä3«t er die Äutqrität seiner sämnuUidi^n BaBd«cbri(^en, 
41^ .ihm .flpicj^ 8oa$t *o bedeuts«» «cheint. Ebento onten, 
V. 203* ; . 



.. « V- 



Heh aveh Orelli: JViJkil habes. N» e^ tat die Bedentang: 
^E& 181 yergebeml Umsonsll». Vgl. Plaut. Trnc. 812. Gapt. 
275. Ter. Eun. IV, 3, 10. Juv. HI, 84. Auch heisst es 
wofal : ,^Es hat nichts zu bedeäten«^ , wie Fers. III, 94. 
Phaedr. III, 7, 17. ~ V. 9. FunkhfiHel bemerkt za fw- 
n&nüs a. a. O. S. 70t L : Magna tacia/rOes semper cum qvß- 
dam mrüioms et c&fUemptus noHone minari dicuntur. For- 
tasBe eüam — saiiraruin soriptorem leciter notare voM, - 
V. 18 ff. Ueber ansere Stelle hat Schneidewin in der 
Cbatolationsschrift anlltitsoheriich (1845) gehandelt. *] 
— . V, 27 ff. Die Worte aiqm — urget schreibt Ochmam 
(S. 12ff.) mit Morgenstern und Jahn dem Horaz a 
Damasippas will erzafilen, wie er auf einmal zum Stoiket 
jlfeworden, wird aber von Horaz nur durch kurze Zwiscbeo- 
bemerkungen unterbrochen , welche die Darstellung bele- 
ben. So lange Zwischenreden, wie sie hier V. 26—31 hll- 
im wurden 5 widersprechen dem Tone des Ganzen. Ng^* 
»ilieiihurger. *♦) Aller Witz von V. 31 schwindet bei 
der Annahiiie^ dass Horaz selbst den Vergleich V. 28-31 
gemacht habe. ***) — V* 48. Passmy das mit palanks n 



«** 



♦) Er bezieht 4guo vafer ille — atre mit Wieland auf Ac 
Frage über das Alter des korinthischen Erzes, was unstQ 
V. 22 ff. nicht zu passen scheinVs wonach Damasippo« ii<^, 

. . jßXt xlem Ankäufen . vqp ^unstge^en^tänden beschäftigte. Bei 
Aescbylos Hess siqh Sisyphos „die eherne, yon Löwen g^ 
tragene Wanne'* zum .Fusswaschen bringen. WelckerTn- 
logie S. 558. Ueber die Antiq^itätenliebhaberei bei den 
Römern vgl. jetzt Schneidewin. 

'*) Auffallend ist es, wie Ochmann die BemerJ^ung vonHaa«: 
In colloquiis locum habet pari, atqui für sich anfuhrei 
kann, da Hand gerade von atqui am Anfange derE^' 
wiederung spricht, welchen Gebrauch Ochmann bie^ 
nicht annehmen will. — Die Worte esto , ut Übet, erklii^ 
er irrig: eit^ apud teoders e$to aeger» intanus, ut Uhit» 

) Orelli hat jetzt die von mir B. II, 338 verworfene B^ 
merkung gestrichen. Den Zusammenhang der Antwort <I(i 
Damasippus erklärt er s«hr ongetchtckt : S€d häec häcten^ 
lam ad rem ipsam, quae mihi maximt eordi est, venia^ 



I 

verbinden ist, erklärt Orelli irrig: ui pas»u$ ipM rine 
certo consüio eos feruni. Poisim kommt nicht von pa$* 
sus ,,Schritt^' her, sondern vom Partie, und heisst ,,zer8treal| 
nach allen Seiten hin". Vgl. Pers. III, 61. Cic. Roso. 16. 
~ V. 53. Unglücklich ist die Erklärung Reinhard's bei 
Wüstemann, wonach cauda ^^ein Anhängsei zur^Veiw 
vollständigung des Costuois der Seiltänzer bei den Alten 
war*', v^fur er ein pompejanisches Gemälde anführt. Aber 
ein solches Schwänzchen trug man nur in beslimmten 
Rollen, wie in ilenen der Satyren, des Silenos, Glaukos (VelL 
II. 83). — V. 70. Meine Bemerkung über tabulas hat jetzt 
Drelli stillschweigend aufgenommen. — V. 72. MoUm aus* 
US fasse ich jetzt „mit verstellten Backen, die sich zum 
Lachen zwingen«', wi^ aUenutn viitttim Juv. UI, 105. Funk«- 
1 ä n e 1 vergleicht (S. 703) Plat. Rep. VIII p. 566 D : oii>«ac 
iXXovgiaQ und Isoer. Paneg. 86 : iv akkorgtcug tfruxatQ. -^ 
IT. 77. Togam companere findet auch jetzt bei Orelli kei* 
leswegs seine richtige Deutung. *) Dillenburger: 
^od qui fadutU Ctogas eomponurU) domum''relicturi suni 
H ituri^ quo negoiüs vocaniur. Der Ausdruck heisst „sieh 
Eusammennehmen, sich zurechtmachen'^ — V. 83. Vgl. V. 
166. **) Ais Curort galt das phokische Anticyra (griechisch 
AvTixvgaj mit langem v, oder jinixig^a) ^ wo man eine 
besondere Mischung des Nieswurz mit dem Sesamoeides 
[Dioscor. IV, 150) in Anwendung brachte. Dies beweist 
^trab. IX, 3 p. 276, wonach auch in der Stelle des Plinius 
(XV, 21 (Vgl. XXII, 64) die Stadt in Phokis, nicht, wie Fo r- 
lellini, Bischof, Dillenburger u. a. meinen, die 
Itadt in Thessalien am smus McUiacus gemeint sein kann. ^^*> 



«* 



*}"Er bemerkt jetzt: Jiem (togam decenter componunt) , qui 
oratorem, quem suspiciunt^ ut atientos aecet, audire 
volunt» Vgl. togam adducere Sen. Nat. Quaest. VII, 30. 
Heinrich zum Juvenai (IV^ 76) S. 184. 

) Vgl. Regnier's funfzeliote Satire V. 18. 

*) Wenn Plinius, aaf den «leb Gelliua KVII, 15 benift, Anti- 



~ Ueber den Ifiesworz ^. Plaut. Pseud. 1 183. Juv. Xlil 
97. Fers. IV, 16.' Dioscor. IV, 148 f. Sprengel zu Theo- 
phrast & 364 ff. Pauly III, 1113. — V. 87 ff. unserer 
Deutung folgt jetzt stillschweigend Orelli; auch Dille»* 
burger tritt bei. — V. 1Q4 ff. Orelli fuhrt hierzu aR 
Arrian. Epict. VIU, 4 p»362: OvShq igil* fiovotxog (Ifo^ 
äf nX^ifn^ov xai Ktddguv dyogdajj, Dio Chrys. Orat. X |k 
302 R. — V. 117. Acetum von sauerm Weine , wie o^ 
CMeinecke fragm. comic. III, 514). — V. 129. Nach meu 
nen Bemerkungen hat Orelli stillschweigend seine Heinoo; 
geändert und iuos wiederhergestellt. — V. 138 ff. glaub 
ich jetzt wieder auf den Orest des Eurlpides beziehen s 
müssen. — V. 142. Unsere von Orelli verworfene Den« 
tung von pauper billigt Voigt S. 48 , wo ähnliches zo- 
samihengeslellt ist. Bei der Erklärung Latnbin's müssle 
der Abi. argenio posito intus et auro stehn ; der G^^^ 
kann unmöglich die gemeinte Bedeutung haben. — V.V^> 
Vgl. Sen. epist. 68, 6. 95, 22. Plin. epist. I, 9, 4.-5» 
y. 166 beginnt eine Florentiner Hdschr. eine neue Satiit: 
Contra ambiHosos ecloga V. Eine andere theilt sie in di« 
Theile. Preis s 1, 219. 223. — V.169. AnHquo cerm kaim 
uomöglich heissen avitis dwilüs ^ wie es Wästemaoa 
und Orelli nehmen. — V. 181. Süllschweigend l^ 



cyra eine Insel nennt, so ist dies einer der zahllosen Iff* 
tliQmer dieses ungenauen Conipilators , auf den man mt^ 
die Annahme liäLte stutzen sollen (Kruse's Hellas Uf%'^^ 
Pauly's „Realencyclopädie*' I, 524. Fiedler „Geogr, nCe- 
schichte von Altgriechenland'« 88 f.), Anticyra habe auf «• 
Der Halbinsel gelegen. Ueberall erscheint der Ort als eioi 
am korinthischen Meerbusen gelegene Hafenstadt. Scyla^^ 
^ielipoi nolis xcci \4yrtxvQa nokig , ou ßÜriaia lU«?«?'* 
^oyiat. nttgdnkovg &* iaji i^e^toxiiuv )[tuQCtg ^fjLiav tifiioat- 
Vgl. Dicaearch. 77. Ptol. ITl, 15. Steph. v. *Ayr txviitti- P^ut 
X, 36, 3 Liv. XXVI, 26. XXXII, 18 (Polyb. IX, 39). Tal; 
Peuting. VII D. Ueber die ihessalische Stadt Strab. IX, > 
p. 302. Fiedler S. 73. Die Stadt in Phokis verstebea a 
noserer Stelle und beiOvid. ex Ponte IV, 3^53 Heindort 
Orelli, Fiedler, Pauljr u. a. 



ms Orelli. — V. 183. Trotz Orelii triu uns 
liJIenburger bei. Auch Wüstemann bemerkt, das 
r^iisylbige aeneus sei ohne Anstoss. *^ — V. 187 ff. Seiiui 
rige, von mir bekämpfte Ansicht , hat Orelli jelzl sttU- 
chweigend geändert. Auch Dillenburg er stimmt mir 
ai. -^ V. 205. Die falsche Erklärung von adcer$o Uikfre 
Eit Orelli jetzt liach mir aufgegeben. — V. 306. Wir 
eben jetzt mit Orelli und Dillenburger die vom al- 
lsten Blandinius gebotene Lesart aUas veris vor. Wü-» 
emann will die Genitive D^rt scelerisque zugleich aaf 
iecies und iumtUtu beziehen — V. 2tl. Nach unserer Be- 
^rkung hat Orelli jetzt stillschweigend das Fragezeichen 
ch agnos in ein Colon verwandelt. — V. 215. Mit uns 
erpungirt Wüstemann; Dillenburger folgt Jahn. 
1. Ter. Heaut. V, 1, 20. — V. 245. Vgl. Claudian. in 
trop. II, 327 ff. — Y. 255. Cubüal erklärt Orelli jetzt: 
tda,. qua^ quo molUus accumberenty cubUum mDotvebcM, 
östemann bemerkt, es gehe aus der Stelle nicht her* 
r, dass man das cubital aa den Arm gebunden getragen 
be, was uns aus der Verbindung mit /bwciolas und fo^ 
Ua nothwendig zu folgen scheint. — V. 256. Höchst seh- 
n bemerkt Orelli gegen mich, man habe Kränze so- 
hl auf dem Kopfe, als am Halse getragen. Quodrca uti"» 
'tium* plur. bnperüe Dütd&er : Coronas ,|einen Kranz^^ 
i denn Orelli nicht, dass der Dichter sagt: ex collö 
T>sisse Coronas 1 1 Dass man den Kranz auf dem Haupte 
n Halse herabnehme, wusste ich freilich nicht ! -^ V. 262> 
n Gebrauch von ne für ne quidem leugnet M advig zu 
. Fin. I, 11, 39 (p. 83. 828), wonach hier nee nuno 
guten Hdschr. zu schreiben wäre. Bei Terenz finden 
: ne nunc quidem^ quum arcessor uUro. — V. 274. Vgl. 
ig-l S. 50. — V. 276. Orelli folgt jetzt stillschwei- 



} Er verweist auf Bach Ovid. Met. Vif» 247. Orelli'« Be- 
hauptung in Beireff der Haodschriftea iH unwahr. 



gend QBflerer Deutung. Vgl Hand Tarseil. III, 639. Cnnöl 
gen Attstofls nimmt hier Paldamus (Zeitschr. f. d.A. 
1840, 1128). — y. 283. Ich stimme jetzt Dillen bürge 
und Orelli's neuer Deutung bei, da die von miraif 
nommene sich nicht halten lässt. „Was ist es deivi 
Grosses? Ich bitte ja nur für mich alleia.^^ Du eis 
facUe est , bezieht sich auf ßurpüe. „Den Göttern ^ 
dies ja keine Muhe.^' Aufialiend bleibt hierbei freilich 
zu der directen Rede hinzugefügte addens. — V. 28^ 
Orelli findet meine Erklärung, die er gar nicht veisU 
den zu haben scheint, lächerlich. Worin aber eigeni 
das Abergläubische bestehe und was den Freigelassenen i 
jenem sonderbaren Gebet veranlasse, hütet er sich viotii 
bemerken. *) — V. 290 f. Die bisher allgemeine Deutd 
der Stelle rauss ich jetzt als völlig unzulässig venreifei 
Dass die Juden zweimal in der Woche gefastet, i^t inf 
nur die Pharisäer thaten dieses. Nähmen wir aber M 
auy dass viele Römer nach judischem Gebrauche am \^ 
nerstage ilovis dies) gefastet hätten , so könnte doci^ 
möglich das Gebot zu fasten dem römischen Jappitet^ 
geschrieben werden. Endlich passt auch die Angabe 0* 
nes Wochentages nicht, sondern es [muss ein besoDiltf 
nichtiges Fest gemeint sein, an welchem man ßussaboDI^ 
der hier bezeichneten Art za halten pflegte. Aus derY<!f' 
gleichung von Tertull. de ieiun. 15* Apolog. 40 undf«| 
Iron. 44, 17 geht hervor, dass man bei den m^f^ 
(B. IV, 275), wo die Matronen barfuss zum Capilol pnjj* 
dem Juppiter zu Ehren fastete. Irrig stellt die Sache Bi| 
tiger dar (Kunstmythologie I, 132 fr. 141 AT.) **) '^ 

••) Der Freigelassene ist in höchster Furcht, weil er elwa«J 
einem fremden Cullus versehen, ein Gelübde oder eine wj 
«chrift nicht gehalten hat. Pers. V, 179 ff. Juv. VI, ö^J 
535 ff. Peerlkamp meint (Virg. I p. 267J; Boraii^i m 
fuisse insanum dicit. Poierat enim ipsefacere, quod or*'^ 

*) Die Stelle Tertull. de ieiun. 15 fuhrt auch Orell» «^'1 
weis für dtts Fasten bei den Römern an. 



Ml 

r.295. Die Stdie Pers. II, 31 bringt nacK uns Or elli bei. -- 
V. 300. Orelli bleibt bei der falschen Erlilfining von 
7/um. *) Wustemann meint, Horaz deute dem Da- 
nasippus an, er möge wieder an sein frälieres Geschäft 
fehn. Horaz wünscht ihm, er, der jetzt in schiechtem 
^ilosophenmantei vor ihm steht, möge bald seinen frühem 
landet glucklich Wiederbeginnen nnd in bessere Verhfilt- 
iisse kommen. — V. 314. Vgl. jetzt Baforius f^. 38. — - 
l 318. Orelli ist uns stillschweigend gefolgt, indem er 
mto schreibt. Dillenburg er behält tantum bei. Die 
Dgenommene Verbindung halten wir noch jetzt für die 
Inzig richtige. — V. 323. Nach der vorhergehenden Erwäh- 
ing der Gedichte kann die Beziehung von horrendam 
ibiem auf diese nicht auffallen. „Du schreibst Gedichte, 
as nur ein Toller thut , und zwar solche, in welchen du 
)ine Wulh auslässt.« **) ' 

Vierte Satire. Weber (S. 204) setzt sie in den 
rnimer (wegen V. 21 f.) 726. Zumpt (S. 29 ff.) weist 
e, wie Satire 8, dem Jahre 714 zu; der hier genannte 
me Geschm;ackslehrer scheint ihm dieselbe Person mit dem 
jstgeber jener Satire, obgleich II, 4, 63 ff. und II, 8, 
>ff. nicht miteinanderstimmem ***) Teuffei, der in dem 
ibekannten Lehrer, welcher aus besonderen Rücksichten 
chtgeniannt werde, mit Heindorf den Häcenas sieht f), 



*) Die BeztehuDg , er habe früher nicht mit gehufigetB Vor- 
theile verkauft, wäre hier sehr uoaDgebracht. Weshalb 
Orelli pluris vendere in der Bedeutung ^,zu höberm Preise 
wieder verkaufen*' matt finde, ist mir nicht klar. 

*^) Zum Schlüsse bat jetzt Orelli die von mir wieder hervor- 
gehobene Deutung Dacier's mitgetbeilt. 

^*) yjm Uebrigen verräth sich die Jugend des Dichters und sein« 
Neuheit im Hause des Adäcenas (?) ausser der indirecten Er». 
Zählung, wobei er noch keine Rolle spielt, wohl auch darch di« 
Aufmerksamkeit, die er den EntdecKungen der Tafelgenusse 
schenkt (!V*. Zumpt behauptet sogar, y,das'Meitte sei 
hier ernstlich genug gemeii)^««. . • • 

t) Er bemerjet, nach Plinius Vjjl^ ^ bab« Mäcdnms Eselsfieiscb 



ttsst sie ilkhl vor 724 etitstehn. V. f 0. Vgl Sen. episl 
14, 15. ~ V. 19 hftben Orelli und Dillenburger 
nach »ir ndsio wieder hergestellt. — V. 20. Lenz bei 
Wüstem ann bemerkt : ,,Im Walde wachsen mehr Schwäm- 
me, als auf den Wiesen, sowohl giftige, als essbare; tod 
denen aber, die aufwiesen wachsen, sind die meisten ess. 
bar und nur wenige giftig." — V. 30. Vgl. Manil. 11,93.- 
V. 32 ff. Vgl. Stolberg's Werke Vin,.,210 f. - VJ: 
GegenOrelli's falsche und unwahre Behauptung hat micl 
Dillenburger im Emmericher Programm 1845 SJI 
vertheidigt, der nachweist, dass die beste Autorität,«»? 
ich behauptet hatte, fir aeerrere spricht und diese von ffii 
wieder hergestellte Lesart auch dem Sinne nach den Vor- 
zug verdient. — V. 44. Die Grunde, welche ich für meine 
Deutung von fecundm beigebracht habe, durften unwider- 
leglich sein. Bei Ovid. Met. H, 472 scheint fecundm ähn- 
lich zu stehn. — V. 45. Unsere Deutung befolgt Dillen- 
burger. — V. 52 f. Crassum wird erklärt durch oi/^ 
nervis inimicus , was man irrig auf den Duft des Weiie 
bezieht. — V. 6t. Orelli hat hier meine Erklärung sond«- 
bar missverstanden. Morsus erkläre ich als den beissenden 
Geschmack , gegen welchen der Magen gestärkt werden 
muss. Orelli fragt: Cuius rei tandem (morsus)? R««^' 
Verum hoc absurdum. Freilich! Dass ich an den beissen. 
den, bittern Geschmack im Magen denke, wozu man 11, % 
75 vergleiche, war leicht genug zu erkennen.») Dillß"' 
burger erklärt: reficitur ad morsus (ad edendum.M 
Acn. 111, 394). Aber wir zweifeln, dass morsus für sii 



auf die Tafel gebracht (pullos earum (mularum) tpvlß^ 
Mtt£cenas instituity multum eo tempore praelatos onafi^: 
was eioe Erfimhing ganz im Geiste der Vorschriften uds^ 
rer SaUre sei. Man muss den scharfen Spott des G«?'''^ 
tes gan« verkeanen , um eine solche Ansicht irgend äP 
serA zu Ldnoeii. 

*) Mcrsua |;eht also auf die sich bildende bittere Galle. ^'S'' 
Plia. XXVII, 28: Asirin^it stomachum hiUmque detrahit' 



allein so gebtauoht werden könee. Aocfc gkinben nHf, dasd 
naii die Stelle unmöglich von der Reizung zum Api^etife, 
Rondem nur von der Herstellung des durch das Gelage des 
rorigen Tages leidenden Magens verstehn darf, wogegen 
ftian gewöhnlich Lattich gebrauchte (Plin. XX, 26). Dies 
^eigt recreare, das durch reficere in morsus erklärt wird. •) 
— V. 70 ff. Meine Grunde , dass Catios nicht zum Nach* 
tische übergehe, sondern der Zusammenhang ein ganz an- 
derer sei, hätte Orelli widerlegen sollen. — Piceni^. 
Wart. I, 44, 9. IV, 46, 12 f. V, 78, 19 f. — V. 75. Das 
Wort mcretus kommt in zwei durchaus verschiedenen Be. 
deutungen vor. Wenn ich nun behauptet habe, es seien 
dies zwei verschiedene Wörter, von denen das eine von 
incemere^ das andere von inqrescere komme , eine Mög- 
lichkeit, die kein Verständiger ableugnen wird , so konnte 
ich nicht denken, dass Orelli dies völlig entstellen und 
mich deshalb der Unkenntniss bezuchtigen würde.**) Dil* 
len burger erklärt incretum mit mir admxium^ Orelli 
gegen allen Sprachgebrauch : per mcerniculum s, cribrum 
permixtumj als ob „gesiebt mit Salz^^ heissen könnte „durch 
das Sieb mit Salz vermischt^'. Wüstemann hat sich mit 
Recht dagegen erklärt, indem er bemerkt, incretus heisse 
nicht ,^esiebt'*; sandern „ungesiebt"; aber seine eigene 



*) Orelli: Manifesto loquitur de conviva, qui, etsi in eadem 
compotatione manens , plus eiiam vini capere cupiu Ein 
solcher bediente sich bekanntlich eines viel einfachem Mit« 
tels, des blossen Erbrechens. Dass man sich während des 
Mahles durch Lattich wieder zum Weintrinken gestärkt habe, 
ist ganz unerhört. Die Lesart immortus , die Orelli bei- 
behält, wonach dieses auf die Reizung des Appetites gehn 
soll {de gulae inritamentis) , ^st demnach völlig unpassend, 
abgesehen von der Sonderbaiikeit des Ausdruckes immoreuk 
refici für exciiari* 

*•) Zu V. 80 hat Orelli einmal gegen mich Recht, wenn er 
bemerkt, Hein dorf erkläre vetus nicht von einem uralten, 
kostbaren, wie ich behauptet habe, sondern von einem, alt- 
modischen, abgenutzten Becher* 



EfUännig, es sei 4^ weisse, nicht fein gestossene 
\uid das schwarzliche Salz nicht gemischt, sondern jedes i 
sich auf ein Schusseichen gelegt worden , widerspricht da 
Zusammenhange, da der Lehrer des Catius sich hier seinff 
ihm eigenen Zusammensetzungen rühmt. *) — V. 90 J 
mir zieht jetzt l)illenburger referas tnemori vor. l 
Verbindung von quamvis mit memori ist nicht zuM 
Manil. II, 827 : memori surU mente notanda. 

Fünfte Satire. Auch Weber (S. 176 ff.) «il 
Te«ffel (S. 209 f.) setzen sie in das Jahr 724, Zoinpl 
CS. 33 f.) dagegen 716. Letzterer sieht sich dadurcba 
der seltsamen Annahme genöthigt , Horaz habe später (b 
Zeitbestimmung V. 62—64 in die vollendete Satire ein^ 
schoben, wogegen Teuf fei S. 228 ff. — V. 11. ünwab 
ist r e 1 1 i's Behauptung , ich habe seine einfache EM' 
rung nicht verstanden; ich habe sie nur als ungeoügeni 
verworfen. Auch jetzt noch muss ich mich gegen die Ver- 
bindung privum (UAittur in der Bedeutung doncAitur erU^ 
ren, da cUiud nicht allein stehn kann^ sondern bezeieii^ 
werden muss, dass das Geschenkte etwas Besonderes, t^ 
Seltenes ist. Bei dabüur scheint uns privum sehr mM'^ 
die Bedeutung: ut tu solv^ eo fruare , kann es nicht woIb 
haben. — V. 14. Meine Deutung von cmie Larem hat Orell» 
mit vollstem Rechte verworfen. — V. 17. Bei si pos^ 
stimmt Orelli mir stillschweigend bei.**). — V. 21. Freu- 
tel (quaest. Venus. S. 5 f.) und Funkhänel a. «Ö. 
S. 704 interpungiren : Tu , protinus unde d , mit der Er- 
klärung : Admonet vatem^ ut patefaciat^ quomodo celer^ 
divitias possit coUigere. — V. 40. Wüste mann nifli"» 



*) Er meiuty jener lasse die liier genannten Dinge gl^' . lL 
Anfange auf den Tisch setzen, was früher nicht g^r*»,;, 
sei. -^ Unter ^ex V. 73 ist vielleicht eine ton Wfin*''" 
bereitete Sauce zu verstehu. Vgl. II, 8^ 9. . 

-) RH, 428 Z. 2 n u. lese man „Ausdruck«. S>^^ 
„Suet. Caes.** 



tfms ab ,)6tiimni^^ und sieht mit Hit 8 eh er lieh (Raoem. 
enus. IX, 4) das Lächerliche dario, dafis der Dichter „die 
raft d^ Sonnenhitze nach der Einwirkung auf Bildsäulen 
bmesse^^. Dass die Worte pmgui ienius omasö aus Furius 
enommen seien, leugnet er. Eine Beziehungauf die Beleibt- 
eit des Dichters (Plin. praef. 24) möchten wir jetzt zuge- 
en. — V. 57. Einen L. Coranus weist Orelli jetzt aus 
sann inscript. p. 477 nach. — V. ö9. Funkhänel S.705 
immt hier Bentley bei, der bemerkt: Deridet noster ei 
Hit omnem dicincUiionem. Facehim autem est et sehe-- 
0, ut grammaUd dkunt^ naga ngo^SoHi'av^ tatUo apparcUu 
hil dicere. *") — V. 63. Zu demisgum fuhrt Orelli Tac. 
kin. XII, 58 an. Näher liegt Virg» Aen. I, 288, zu wel- 
ter Stelle Freudenberg (vindiciae Virgil. S. 12) die des 
[>raz beibringt — V. 73. Völlig ungegrundet ist es, wenn 
relli behauptet, meine Deutung von vmdt Umge prius 
i unlateinisch. Auf dieselbe Weiise , wie ich, fasst auch 
äste mann die Stelle. **) ^ V. 76. Nach uns hat 
relii jetzt Dacier*s Bemerkung aufgenommen. — V. 82. 
{I. Sen. epist. 5, 6. — V. 84. lieber solche entehrende 
»dingungen föbrt Orelli Gai. II, 143. Dig. XXVIII, 7, 
. XXX, 1, 54. 1, 115, 5 an. — V.90. Gegen die Verbin- 
Dg offendet ultro (Döderle4n Synon. III, 106) erklärt 
:hFunkhänelS.706f., der mitUeindorf undOrelli 
ereinstiniml. Dillenburger zieht mit mir uUra vor 
i bestätigt meine Angabe , dass für dieses die beste 
torilät spreche, gegen Orelli's Behauptung. — V. 91. 



*) Puukhänel siebt hierio singulare ironiae Horatianae ge- 
nut, quod Horatius in satiris eos, quibuscum coUoquitur 
aut alio$ coUoquente» inducit, talia dicentes facit^ ut in- 
viti se suaque ipte inrideani. Dahin rechnet er II, 3, 53 
crepat und das. 35 sapientem. 

*) Dass Adjectiva, häufiger Participia, da stehen, wo wir im Deut- 
schen einen ganzen Satz brauchen , ist bekannt genng. Vgl. 
Weissenborn § 2X)0, 2. Die Griechen setzen hier meis^ 
ihr Participiiim diy hinzu. 

luntMr*s Kritik. V. 12 



Fröhlich vermaAet: fwn elian^ri qtds Davus sä com- 
CU8 aique stet -^ Y. 92. Orelli und Wästemann ver- 
binden : muUum simüis (epist 1, 10, 3), was wir jetzt vor. 
ziehen möchten. — V. lOO. Die meisten und besten Hdsclir. 
lesen : quartae sit partis. Nun ist es freilich wahr, wie 
die Stellen bei Bentley zeigen, dass in den Testamenis. 
formein der Imperativ e$to gebraucht wurde, aber da W 
die Formel nicht ganz getreu wiedergegeben ist (diese 
würde lauteten: Dama ex parte quarta heres esio\^ 
halten wir es iur unkritisch esto gegen die besten Autoi>| 
täten dem Dichter aufzuzwingen. *) — V. 103. SpargeW 
Orelli jetzt nach uns richtig gedeutet: miidto. 

Sechste Satire. Nur Zumpt ist neuerdings ^^ 
der aligemeinen Zeitbestimmung unserer Satire, in welchd 
der Angelpunkt der horazischen Chronologie ruht, abgevil 
chen; aber seine Annahme, wonach das Gedicht 720 /allej 
soll (S. 38 ff.)i beruht auf irriger Beziehung von V. M t 
Wir nehmen mit Weber (S. 162 f.) an, dass das Gedid 
auf dem Sabinum geschrieben sei. Vielleicht erfreute Jtf 
Dichter damit den Mäcenas nach längerer Abwesenheit fin 
Rom.*») — V. 7. Culpa erklärt Orelli jetzt : aliquap 



*) Ob wir hierdurch Unkunde gesiimler Kritik verratben, v 
Orelli uns hier wieder Schuld gibt, können wir '^ew 
dem Urtheile Kundiger anheimslellen. Die Form esto\ 
gerade aus jener bekannten Formel in einige Hdschr. biDeij 
gekommen; est einiger anderen ist eine ganz gewöhnlich 
Verwechslung mit jü. 

**) In der Angabe de» Zusammenhanges und in der Auffassung Q 
Ganzen können wir gar nicht beistimmen. W eber d«» 
sich den Dichter am Anfange „in seiner ländlichen Kla» 
bei seinem Kaminfeuerchen (?)<% wo er „den Besitz mit ( 
Htm fvurdig heitern Gelübde (?) an den Mercur einweil^ 
(V. 1—15). Er fahre darauf V. 16 f. fort: „Nun sUmü« 
denn vergnügt am eigenen Heerde (?). Was fangen wir da i 
nächst am Gescheicftesten an? Was Anderes, als wir pre 
diesen Segen, den uns die Götter verlieben haben.'* 
me removi V. 16 soll hier die Bedeutung haben: quotio 
potterum me removero» An das ihn jetzt beseelende Gtf 



mre, fwun vUhtm^ was bei der Verbindung eiiio (II, 2, 
78) culpave unmöglich ist. — V. 13. Zu dem incubm des 
comment. Cruquii halte Orelli Petron. 389 8 vergleichen 
sollen. — V. 14. DassHoraz im Gebete an den Hercur sich 
einen Witz erlaube, scheint mir auch jetzt noch trotz Ore- 
li's glänzender t'olemik unglaublich. *) Derselbe hat still- 
schweigend meine Deutung von utque soles V. 15 aufge- 
nommen. Dillenburger erklart : guia Mercurialium (?t- 
rvrum custos est. Bei V. 13 hat Orelli noch jetzt die 
irrige Interpunction beibehalten. *♦) — V. 21. Opera sind 
die Berufsgeschäfte^ wozu der allgemeine Begriff vita hin- 
sutrilt. ***) — V23. Eia nehmen wir jetzt wieder als*Auf- 
tif des Janus. Vgl. zu 1, 1, 18 (S. 216). — V. 26. Sen."" epist. 
12, 6 : Mensis arcHore praedngitur drculo : angustissimum 
labet dies gyrum, — V. 27. Mit mir verbinden Dillen- 
)urger und W uslemnnn posimodo mit luctandiim, — 
L 32. So lange es ungereimt ist^ einem Gegenstande eine 
iigenschafl beizulegen , die er gar nicht mehr besitzt , so 
ange halte ich die von Orelli beibehaltene Deutung von 



seines Glückes reihe sich die Darstellung der Beschwerden 
des Stadtlebens an, bis der Dichter V« 60— 64 auf den wirk- 
lichen Platz seiner stillen Freuden zurückkehre. „Wir sind 
ja nun am Ziele! Wir sind auf dem Lande! Jene Unstat- 
ten fallen wie ein Traum hinter uns hinab!** V. 65 ff. seien 
nach einer kurzen Pause „Ausruf des jetzt in aller V^irk- 
liebkeit beginnenden^ alle die nun bevorstehenden, nun nicht 
mehr zu yereitelnden Freuden in der Phantasie vorausneh- 
menden Glückes'*. 

*) Wenn ich von der bestimmten vorsorgUchen Art antik«n Ge- 
betes spreche^ so erinnere map sich an^c'ieSage von Midas, 
dessen Wunsch zu wörtlich in Erfüllung ging. 

**) Seltsam bemerkt Orelli zu V. 16, die Villa des Moraz habe 
sich in loco edito. in r adicibus Üsiicae cuhantis be- 
funden. Sie lag imThale; freilich war das Sabinerland hoch 
gelegen (carm III, 4, 22). Die richtige Deutung von arx^ 
gibt jetzt auch Dillenburger* 

***} Unsere Bemerkung über officium V; 24 hat O r e U i jetzt auf- 
genommen. 



atrae Esquiliae (Qr unsnifiig. Horaz spricht toa seioer 
Rückkunft auf die EsqBilien , wo sich seine WohfiUfigin 
der Nähe der des Mäcenas befand. *) Auf dem Tbeile 
des Berges, den Horaz bis zu seiner Wohnung zurnciuu- 
legen hat, fanden sich keine Sparen des fröbern Begräb- 
nissplatzes mehr , wie aus der viel früher gedichteten Sa- 
tire I, 8 hervorgeht. Demnach kann der Dichter die Es- 
quilien unmöglich von jenem längst verschwundeaeii ße- 
.gräbnissplatze „traurig'^ nennen. Ebensowenig hilft es, 
wenn Orelli meint, die Erinnerung an die ehemalige Be- 
stimmung des Platzes errege traurige Gedanken; deuu^it 
sollte der Dichter, der schon lange die jetzt sonnigen, scU 
angelegten Esquilien bewohnt hat , an dies geobeine \^ 
das hier einst begraben wurde, erinnert werden? VgH 
8, 14 f. Hiemach sind wir genöthigt eine andere DevlDiig 
von ater aufzusuchen und ich werde so lange bei der von 
mir vorgeschlagenen bleiben, bis mir eine bessere gebo\eii 
wird. Nun wird nicht bloss niger (carm. 1, 21, 7), sondern 
auch ater (Virg. Aen. I, 165) von schattigen Waldung« 
gebraucht, und hiervon könnten die Esquilien ebonsowol^ 
atrae genannt werden, als Horaz carm. IV, 12, 11 f. nf^ 



^) Ich begreife nicht, wie Weber aus unserer Stelle schUesscni 
konnte, Horaz habe nicht auf den Esquilien gewohnt, wovon »t 
gerade das Gegentbeil besagt. Am Morgen ist Horaz ausge* 
gaugenj später kehrt er nach Hause auf die Esquilien zi''( 
rück, wo er von verschiedenen Seiten um Dienstgefalligkei- 
ten ersucht wird. Aus der Bemerkung eines Neiders: „Df- 
kano nicht frühe genug zu seinem Mäcenas koramen'^ '>} 
30 f.) , folgt hiergegen nichts. Wenn Virgil und Propere 
80 wird noch mehr Horaz seine Wohnung nahe bei Mäceoi^ 
gehabt haben. Dass auf den Esquilien sich die Wobnot'; 
des Horaz befand, beweist auch der Schol. Juv I, 22: Frofi 
tonis platani in Horaiiana domu. Der Rhetor Froot«| 
war später im Besitze der Gärten des Mäcenas, auch wohl i)f 
Hauses des Horaz mit seinen Platanen. .Kr schreibt » 
Marc. II, 1 : Horatius mihi propter Mae<ienatetn ac M^: 
cenalianos horto» meos non alienus* Plataaenp^anzuo^rt 
zeigen die Esquilien auch jetzt noch« 



ooUes Arcadiae bniacikl. Warea nun an<*h von den Esqui- 
lien die früheren Waldungen grösstentheils verschwunden, 
10 konnten doch noch ioamer einzelne Wäldchen geblieben 
lein, worauf man dann auch die gelidae Esquüiae (Juv. V, 
77 f.) beziehen dürlte. Aber man könnte auch an die 
schattigen Anlagen von Seiten des Macenas , besonders an 
die Pflanzungen von Platanen (vgl. dieNote)^ denken. Will 
man dieses alles nicht, so sehe ich kein anderes Mittel, als 
dass man statt atra^s geradezu altas nach einer häufigen 
Verlauschung (B u r m an n Ovid. Am. III, 5, 146) schreibe. — 
V. 35. Den Irrthum in Betreff des adesse hat jetzt r e 1 1 i 
stillschweigend nach mir verbessert; nur hätte nicht die 
Möglichkeit zugegeben werden sollen , es könne heissen 
adesse advocatum in iudicio. Meine Bemerkung, dass man 
ante secundam nicht vor Gericht erschien, ist doch, denke 
ich , einleuchtend genug. — V. 36 f. Höchst sonderbar 
nimmt Zumpt (S. 15) an, Horaz sei scribq bei Mäcenas 
gewesen und habe damals als solcher viel zu thun gehabt. 
~ V. 38. Frandsen (S. 72. 198) wUl hier nicht an die 
Sphinx des Octavian, sondern an den eigenen Siegelring 
des Mäcenas , den Frosch , denken ; aber es ist hier von 
amtlichen Geschäften die Rede. Plinius (XXXVII, 4) bemerkt, 
während der Bärgerkriege hätten die Freunde des Octavian 
Briefe und Edicte mit der Sphinx des Octavian, der zwei 
ganz gleiche Siegelringe hatte, besiegelt. Quin eHam Mae-- 
cenctüs rana^ fugt er hinzu , per coüaHanem pecuniarum in 
magno terrore erat. — V. 40. Teuffei (S. 216) will mit 
Frandsen (S. 199 ff.) den Vers in der Bedeutung neh- 
men : „es sind bald acht Jahre« Sonderbar bemerkt er, es 
sei von einem fugisse des siebenten Jahres die Rede, da 
doch fugerit heisst „es wird bald geflohen sein'^ Vgl. B. 
H, 60. Die richtige Deutung gibt auch Obbariusin Jahn's 
Jahrb. 37, 369. — V. 44. Die Frage behält Orelli bei, 
weil sie ihm lebendiger scheint. Ego non vidi hos glaSa^ 
toreSj qm nunc hominibus in ore sunt: tu, qui ebrkimpugnae 



adfuisti^ die mAt, quaeso, an ceL Gende die trockeneBe- 
hanplang scheint uns angemessener. — V. 47 ff. Unserer 
einzig spracbgemässen Deotnng stimmt Dilienbarger bei. 
rel li hat die irrige, von mir mit Gründen bekämpfte ohne 
Weiteres beibehalten. — V. 55 ff. Zampfs irrige Bezie- 
hung dieser Verse hat Teuf fei S. 225 ff. genügend zo- 
rückgewiesen. •) — V. 63. Die gewöhnliche Deutung der 
Worte faba Pythagorae cognata , „die mit Pythagoras (wci 
nach ihm die Seelen von Verwandten in ihr wohnen könnten) 
verwandte Bohne^S glauben wir noch jetzt für ungereiiDi 
hallen zu müssen^ da der Witz höchst roh und unpassend 
besonders an unserer Stelle, wäre. Erst bei Plinius Gndti 
wir unter anderen diesen Grund des Verbotes der Boh- 
nen angegeben : quoniam mortuorum animae sint in ea. ^) 
Meine Deutung verwirft b b a r i u s (J a h n's Jahrb. 40, 150, 
obgleich sich dieselbe im Ganzen auch leicht bei der An- 
nahme, Pythagoras habe die Bohnen verboten, halten lässt: 
„die Bohne verwandt mit der, welche schon Pythagoras 
kannte^^ Indessen habe ich schon seit langer Zeit eiie 



*] Im Jahre 720 regten sich, soviel wir wissen, nicht die Dabr, 
sondern nur die Pannonier. Vgl. Dio XLIX, 38, womit Zumpt 
irrig Appian. Uiyr. 28 zusammenstellt. Mit T e u f fe 1 stiiDoe 
ich nicht überein, wenn er S. 215 bemerkt, Horaz wolle 
eben zeigen, wie wenig er von Politik verstehe und wie lä- 
stig ihm Fragen der Art seien; deshalb wähle er absicbtlidi 
Beispiele yon recht lernliegenden, unnutzen, zudringlicM 
Fragen. Deshalb lasse er sich auch nicht fragen, ob uo<l 
wann die Ländervertheilung stattBnde, sondern wie und vo-i 
Uoraz wählt solche Fragen , die damals , als er die Satire 
schrieb, die Römer besonders interessirten. Den Dakern 
hatten die Römer 724, nicht erst 725, wie Zumpt berich- 
tigen will, den Crassus entgegengesandt. Dio LI, 22. 23. 

^*) Es ist einlrrthum, wenn Orelli für diese Deutung Cic d' 
div. 1,30 anfuhrt. Wenn Obbarius zweifelt, woher irii 
den Beweis nehme, dass Bohnen die Liebliugskost des Py* 
thagoras gewesen , so konnte er sich darüber aus der ti*i 
mir angeführten Stelle Klauseu's belebrea. 



mdere ifefimden , welcher ich jetzt entsehiirdien den Vor*. 
•ugr S^be. Das que ist bloss umgestellt nach bekanntem 
iebräache (Dillenburger Emmericher Progr.&Ji), wie 
»ei Ovid. Trist. I, 8, 2. IV, 1,40. Tib. I, 10, Öl. II, 5, 68. 
,Wann wird die Bohne des Pythagor äs und verwandter Kohl 
labei mir vorgesetzt werden.^^ Faba Pythagorae ist eine 
K^herzhafle Bezeichnung der uralten Bohne; der Kohl aber 
beisst „verwandtes weil er ebenfalls ein gewöhnliches Gar-^ 
tengewachs ist, wobei der Gegensatz zu kostbaren, aus den 
allerverschiedenartigsten Speisen bestehenden Hahlea vor- 
schwebU^imul gehört 2U ponentur; lardo verbinde ich jetzt 
mit uncta ; den Abi. uncta ^ lardo beziehe man nicht bloss 
auf olusculOy sondern auch auf faba. Vgl. Galen, de alimen- 
tis tl — V. 65. Da der Sprachgebrauch, dasis cenae deum 
für „seligere oder „glückliche'^ Mahle stehe, nicht erwiesen 
ist, '"') da feriler der Dichter unmöglich sagen kann, dass 
er auf dem Lande i^*dep vernähe jeden Tag bis tief in die 
Nacht schmause^ **) so müssen unter noctes cenaeque deum 
besondere Feste gemeint sein, weshalb ich die von mir ge^ 
gebene Deutung als einzig richtig beibehalte. — V. 67. 
Aus den von mir entwickelten Gruitfden muss ich noch auf 
meiner Erklärung von dapibus libatis bestehn. Die kleinen 
eemae erhalten eine ganz besondere Kost, die ihnen wohl 



*) Man fuhrt ßtos ^say an ; noch weniger ist aus carm.*I, 28, 
7 zu schliessen. Orelli's ßtolidg beweist nur seine blinde 
Leidenschaft. Vgl. II, 1, 118 if. epist. II, 1, 139 ff. 

**) Dies hat Obbarius nicht bedacht, wenn er gegen mich 
bemerkt, der Dichter schildere „die gewöhnlichen Freuden 
des Landes*' ; vielmehr gebt er von dem gewöhnlichen ein- 
fachen Mahle zur Beschreibung der grö>seren Festmahle 
über, an denen fSachbaren und alle Sklaven nach «Iter Sitte 
Theil nehmen Meique V. 65 kann . der ganzen Verbindung 
nach nur auf die Sklaven gehn, wogegen der Umstand nichts 
beweist, dass dann die Nachbarn, welche auch am Mahle TheiU 
nahmen, zufällig übergangen sind. Vgl. carni. IJI, 17^ 16. 
B. IV, 277 f. 



beba^. Vgl. I^cil. XXIli fr. S. DiBJmgen, weldie Mofe 
erklären degasUüa , könnten srch dubei auf Slat. silv. li, 1, 
60 berufen : mcepias dapes lüfotaque vha. — V. 72. Vgl. 
Sen. de otio sapientis 31 (4), 2. — V. 80 ff. Ke Fabel 
jetzt auch bei Babrius 108. ~ V. 90. Tandem erkürt 
Reinhard bei Wustemann irrig ,,iiach langem vor- 
nehmen Schweigm^^ — V. d3. Noch jetst behauptet Qrelli, 
in carpere viam liege der Begriff der Schnelligkeit. Vgl 
h 5, 95. carm. II, 17, 12. Diesen Begriff hat das Wort nie, 
auch nicht bei Ovid. Trist. 1, 10, 4. — V 98. in agrestis\\i 
nicht etwa ein stiller Tadel, wie Reinhard meint, son- 
dern Horaz braucht der Abwechslung wegen bald rustia 
bald agrestis. — V. 100 f. Die Vermuthung einer Paroi 
des Ennius hatOreili auf meine Bemerkung jetzt wegge- 
lassen. — Unsere Deutung des Schlusses des Briefes i)ii- 
ligt Obbarius. Seltsam ereifert sich Orelli. 

Siebente Satire. Vgl. B. III, 17. Weber (S. 1931} 
setzt die Satire in den^December 726, Teuffei (S.2l7fJ 
nicht vor 726—727, Zumpt (S. 41) 720. — V. 4. Dass 
meine Deutung von ut vitale putes^ wonach ut für utinm 
steU, nicht möglich sei, ist eine blosse Behauptung Orel- 
li's. _ V. 7. Vgl. Manil. IV, 255 f. : Mutataque saepe mi 
naiat. — V. 13. Doctor zieht mit uns jetztDillenburger 
vor. — V. 15. Dass ein äusserlich eleganter Mensch gemeint 
sei, beweist gegen Orelli das, was hier von ihm erzählt 
wird. Ein gemeiner Possenreisser wird wahrlich keinen 
Menschen besolden , der für ihn Würfel spielt. — V. 1^ 
Dass der fHtiUus vom phinrns verschieden sei, behaupieo 
wir auch noch jetzt Im früUlus schüttelte man die Wür- 
fel, was beim phitnus nicht der Fall war; man warf sie ans 
ihm in den phimus. Vgl. die Stellen bei B e c k e r, dazu auci 
Böttiger's „kleine Schriften" III, 212. — V.27. Orell 
' vergleicht Catull. 17, 25. — V. 35. Furüque zieht mit u« 
'^illenburger vor.. Die wahrlich nicht zu verwerfen* 



CM 

Autorität des ältesten Blanditiras^ dem Orelli sonst oft 
allein folgt, und der Sinn sprechen dafür. — V. 37. Dis-^ 
ceduni kann offenbar niciit iieissen : „sie gehen weg, wenn 
0ie dich nicht finden^S sondern „sie entfernen sich von dir, 
wenn sie sehen, dass du so hastig fort wilist^^ — V.'37. 
Meine Deutung Ton iUe wird auch dadurch erwiesen, dass 
des Satz guid si V. 42 f. mit dem Vorhergehenden in innig* 
ster Verbindung steht. „Mich verachtest du als einen schlech- 
ten Menschen; du scheinst dir besser, indem du deinen 
Fehlern einen schönen Namen gibst. Ich aber will umge« 
kehrt beweisen , dass du noch thörichter bist , als ich>^ 
Nach Orelli's Bemerkung zu popino Y. 39 sollte man 
glauben, auch e r beziehe dies nicht auf den Mulvius, son- 
dern auf den Sklaven. Vgl. epist. 1, 14, 21. — V. 53. Wü- 
st emann verweist auf Forberg zu Antonius Panormita 
221 fr. — V. 53 ff. Schon L am bin bemerkt, dass man 
dies nicht speciell auf den Horaz beziehen dürfe, da wir 
nur die allgemein gehaltene Rede des stoischen Thürste- 
hers (V. 45} haben, wonach die Bemerkungen Weber's 
S. 192 fiP. in nichts zerfallen, wie schon Orelli bemerkt. 
— V.81. Dillenburger nimmt unsere Deutung von alü 
an. Orelii, der vergebens widerspricht, erinnerte sich 
nicht an Stellen, wie Pers. V, 125. 130. 156. — Auch in 
der Lesart sibique imperiosus V. 83 stimmt uns Dillenbur- 
ger trotz Orelli bei.*) Zum Folgenden vgl. Sen. epist. 
8, 11. 16, 5. — V.97. Was Orelli's Bemerkung soll, die 
Gladiatorspiele seien am Mittage gegeben worden, quare 
dm ante cenam hisce ludis adesse etiam servis Ucebatj se- 
hen wir nicht. — V. 108. Vgl. Sen. epist. 95, 16: Inde 



*) Sibi imperiosus ist bloss ein näher bestimmender Zusatz zu 
sapiens, was wir noch einmal gegen Orelli bemerken müs. 
sen. V. 34 — 88 enthalten keine Definition , sondern stellen 
nur dar, wie der Welse in sich g^egen alle Einwirkungen von 
aussen gesichert ist. 

12* 



sr4 

paUar et^ftervorum fHno madenOum tremor ei mtseroHr 
ex cruditoHbus^ ^fuzm ex fame macies : inde mcerH Joh» 
tium pe^es et semper^ qualis in ipsa ebrieiaie, titubaJIio, 

Achte Satire. Weber (S. 204) setzt sie in Ja 
Frühling (wegen V. 8 ff.) 726, Teuf fei (S. 218) etwa"? 
Zumpt (S. 29 ff.) 714. An den Bruder des Salvidi« 
Rufus riiit Zumpt zu denken, *) verbietet der Umstaa 
dass dieser noch vor dem im Jahre 714 erfolgten Sturze de 
Letztem starb (Dio XLVIII, 33). **) — V. 6. Orellib^ 
schuldigt mich ihn falsch verstanden zu haben. Mach sei- 
nem Ausdrucke inepte primo appositns musste ich glauben. 
dass er hier eine starke Verkehrung der gewöhnlichfn 
Ordnung des Mahles sehe; dass er eine solche darin fimii^ 
dass der Eber die eigentliche Mahlzeit beginne, konnte kli 
um so weniger vermuthen, als er der gustatio früher mif 
keinem Worte Erwähnung Ihat. ***) — V. 10. Orellil»! 
noch seine falsche Bemerkung, der Tisch von Ahorn sfl 
vüior , beibehalten, während Dillen burger mir W 
Vgl. auch Mart. XIV, 90. — V. 15. Die griechischen \(&i 
wurden sämmtlich, um ihnen einen mildern GeschmacU 
geben, mit Meerwasser vermischt; doch liebten die R^^^ 
diese Mischung nicht und man suchte sie rein zu bezic* 



*) Gegen deo Salvldieniis Rufus bemerkt Teuf fei (S« y' 
dass, wäre dieser gemeint, er V. 58 mit seinem eigentlicli« 
Namen bezeichnet xviirde, was nicht anzunehmen sei. örej' 
betrachtet den Namen Naaidienus als fingirt, indem er liiD' 
zufijgt : Sin verum est nomen , ut volunt SchoUastae, »"i 
ita multo ante mortem obierit nec^sse est. 

*») Eine Nachahmung unseres Gedichte ist Bo i leau's d«"' 
Satire. 

***) Von den vielen Fällen, wo ich ihn roissverstandeu h**^ 
soll, hat Orelli doch nur sehr schwache oder "*'? 
keine Proben gegeben, üeberdies liegt die Schuld des Miß- 
verständnisses häufig in der Ungenauigkeit und Ünbeslin|'''.* 
heit des Schreibers, von der Orelli oft genug nicbl '^"^ 
geblieben ist. Dass er mich oft unverantwortlich n»'**'"* 
standen, haben wir nachgewiesen. 



hen. Vfh PiiQ. XIV, 9. XXilV24 Aihen. 1, 59. Darnach 
ist auch Pers. VI, 39 za beurtheilen, wo mari$ expers „un-^ 
vennischt, achl^^ heisst. — V. 18« Orelli hat jetzt nach 
mir seine Ansicht aber divitiiis misercts geändert. — V. 24. 
Wie oftOrelli es auch behaupten mag, dass seine Hdschr. 
von besonderer Bedeutung seien, so werde ich es ebenso- 
wenig, wie Lachmann, glauben. Hit mir hat Dillen- 
burger, der Cic. Phil. II, 27, 67 vergleicht, semel ab- 
sorbere vorgezogen. Dass semel nicht an der Stelle sei, 
hat auch Wüstemann richtig gegen Orelli gezeigt, der 
durchaus nicht nachweisen kann, dass obsorbere je anders, 
als von flüssigen Dingen gebraucht werde. — V. 75. Irrig 
behauptet Orelli, miscere könne nicht die Bedeutung ha- 
ben „verbinden", wofür die angeführten Beispiele sprechen ; 
doch glaube ich jetzt mit ihm his auf das Folgende bezie- 
hen zu müssen. — V. 53. Quo im ältesten Blandinius ist 
ein blosser Schreibfehler. — V. 54. Wüste mann denkt 
an den vor die Thüre gezogenen Vorhang oder mit Fea 
an die an den Wanden befestigten Teppiche, weil beim 
Falle des Baldachins die am Tische Sitzenden nicht hätten 
unverletzt bleiben können. Aber die Kratl des stürzenden 
Baldachins triill auf die Mitte des Tisches, wo er die Schüs- 
sel zerbricht. — V. 58. Posito capüe kann nur vom Sen- 
ken des Hauptes verstanden werden, nicht davon, dass er 
das Haupt in lectum legt. — V. 8ö. Orelli hat jetzt die 
von uns verworfene Bemerkung weggelassen. Discerpta 
kann entweder bedeuten, dass die einzelnen Glieder von- 
einandergerissen oder dass sie zerhackt sind. — V. 90. Dass 
in pectore adusto nichts Fehlerhaftes liegen könne, zeigt 
suaves res V. 92, was Orelli gegen allen Sprachgebrauch 
deutet. *) Adusto pectore glaube ich vom starken Anbraten 



*) Etsi mira, nee rede apparata {juaedam inerantt facile ta- 
rnen hos Ultimos cibos , sattem plerosque (?) comedere po- 
tuissemus» Halbverbrannte Speisen konnte Hornz nicht iud* 



verstdin zu mfissen, wodurch ein pikanter Geschmack ge- 
geben werden sollte; denn von > schlechter Bereitong ist 
hier keine Spur. Nasidienus bemerkte (V. 93 f) seinen 
Gästen, dass die Amseln stark angebraten sein müsseH) 
wenn sie gut schmecken sollen. Höchstens könnte man 
meinen, der Dichter deute an, dass sie etwas gar zu sUtk 
angebraten gewesen seien. 



ties res nennen, das hier offenbar wegen des folgendeu Sat- 
zes mit si non nicht ironisch gefasst werden kann. 



Erstes Buch der Briefe« '^} 



Erster Brief. Vgl. Boileau's fünften Brief. *♦> 
- V. 4f. Vgl. Boileau X, 41 f. — V. 6. Was Orelli's 
Befnerkung : Etenim rtidem ut obHneret, ante omnia ei cordi 
fuissßy totus loctis saus manifesto declaratj gegen meine 
Deutung soll, ist schwer einzusehn« Horaz sagt, Vejanius 
lebt auf dem Lande, er tritt nicht mehr im Gladiatorspiele 
iuf, um nicht am Ende seines Lebens^ wo er schwach ge- 
fvorden, seinen Ruhm einzubüssen. WennOreili behaup- 
'Ct, nach meiner Deutung finde gar keine Vergleichung mit 



*) Nach Weber (S. 225 f.) > der Lachmann folgt, erschien 
das erste Buch der Briefe im October oder NoTember 734, 
bei welcher Zeitbestimmung die irrige Deutaiig von I, 20, 27 
za Grunde liegt. lu's Jahr 727 gehört nach ihm Brief 4, 
uro 727 Brief 16, 731 2, 7, 10 (im Sommer) , 15 (im Win. 
ter) , 17, 731 oder 732 6, 732 9, 13, 734 1, 3, 5 {?), 8, 12, 
18, 19^ 20, zwischen 731 und 734 14; absolut unbekannt ist 
die Abfassungszeit von Brief 11. Ueber den wesentlichen 
Unterschied zwischen den Satiren und Episteln hat Weber 
ceiir einsichtsvoll S. 281 ff. gehandelt. Vgl. auch Fr. Jacob 
im Lübecker Programm 1841. Ueber das Wesen der Satire : 
Roth de satirae naturae commentatio 1843. 

*•) Wenn Orelli bemerkt: Hoc Dühtzero credere noli, Afa«- 
cenatem ipsum cum amico de cessaüone , cui nimis indul^ 
»eritf et de carminum lyricorum paucitate unt/uam conque" 
sium esse atque cum ad plura componenda stimulassef so 
hat er meind Ansicht nicht richtig dargestellt, welche aus 
dem Gedichte selbst nothwendig folgt, woher auch neuerdings 
Dillenburger ihr beigetreten ist. 



378 

Horaz statt, so ist dies eine unbegreifliche Behauptung, da 
der Vergleich offenbar darin liegt: „WieVejanius sich za- 
ruckgezogen hat, um nicht zuletzt als häufig besiegter Gla- 
diator allen Ruhm zu verlieren, so habe ich von der Poesie 
abgelassen, um nicht meinen Dichternihm einzubüssen/* 
Meiner Deutung stimmt Dillenburger bei; dieOreili's 
passt nicht bloss nicht in den Zusammenhang, sondern stützt 
sich auch auf eine gar nicht wahrscheinliche Annahme. *) 
— V. 8. Boileau X, 44 ff. Dass hier von einem siegge- 
wohnten Rosse die Rede sei^ welches im Alter nicht mehr, 
wie früher, den Sieg erringen kann, hat wohl nur Orelli 
bezweifelt, der bemerkt: Manifesto loquitur de quovis eqvß. 
Die häufige Anwendung des Bildes und der Ausdruck n 
V. 9 zeigen dies unwidersprechlich. Wenn Orelli nicht 
begreifen will , wie ich peccet davon versiehe , dass das 
Pferd hinten bleibt und nicht den Sieg erlangt, so übersieht 
er, dass peccafe von allem gesagt wird, was dasjenige 
nicht leistet, was es soll (vgl. Mart. II, 66, 1. Pers. VI, 36. 
Pallad. XI, 14. Staf. Theb. VIII, 689) , daher auch vom 
Pferde, das nicht mehr vorwärts kann, hinter den übrigen 
zurückbleibt. Dass unsere Deutung die einzig richtige ist, 
erkennt Dillenburger. — ¥.14. Vgl. Sen. epist. 45,3. 
-r- V. 16. Orelli hatte früher bemerkt: Mira cum sl^fO' 
vsta iocatur de inconstantia (jetzt de cogUandi vivendiqne 
Ubertate, quam sibi semper vindicet, quae quidem alüsr foT" 
iasse mera mconsiantia videatur)^ und er hatte hinzugefügt, 
die Behauptung : tnersor cimlibus undiSy habe den Häcenas 
und die übrigen Freunde zum Lachen bringen müssen. 
Aber wollte denn Horaz Lachen erregen? Und auf eine so 



*) Orelli's Behauptung, ich habe das Bild Tom alteroden 
Pferde luil dem von Vejanius vermischt, muss ich wieder für 
eine baare Unwahrheit erklären. Man vgl. B. Ili, 259. Ich 
unterscheide beide Bilder genau, so dass nur bei der leicht- 
fertigsten Benutzung meines Commentars ein solcher irr* 
thum möglich war. 



97t 

nngesehickte Weise, wie er es nach r e 1 1 i tban soll, ind^m 
er sich als mit dem Staat beschäftigt darstellt! Das ist 
kein herazischer Humor^ sondern Possenreisserei , wie wir 
noch einmal gegen Orelli bemerken müssen, der nur zu 
hädig bei Uoraz da, wo die Erklärung etwas Ungeschicktes 
hineinbringt, dies mit dem Namen des Humors entschuldi- 
gen will. In der Beurtheilung des horazischen Humors wer«* 
den Orelli und ich wohl nie übereinstimmen. — T.l6ff. 
In Betreif dieser Stelle brauche ich jetzt gegen Orelli 
nichts hinzuzusetzen, da jeder gesunde Sinn das Richtige 
leicht erkennen wird, wie mir denn bereits Dillenburger 
gefolgt ist. *) — V. 21. Vgl. Ouwens S. 369. — V. 32, 
Auch jetzt noch glaube ich, dass keine Berechtigung vor- 
handen ist, quodam in quadam zu ändern. — V. 34 f« 
Orelli vergleicht Plat. Legg. II p. 659 D. Menander p. 205 
Mein., Olympiodor. im Journal des Savants 1832, 671. ProcL 
in Mus. 3. lulian. orat. VIH p. 244. — V.51. Zu den B. 111, 
276 Z. 14 angeführten Stellen^) füge man hinzu Lucan. IV, 
)13f. — V. 54. Ueber die Bemerkung des Scholiastcn sagt 
iecker „römische Altherthümer^^ I, 256: „So arg die 
Verwechslung der Jani des Forum mit den Bildsäulen des 
lOttes ist , so beruht doch die Angabe des Janustempels 
rope bemlicam PauUi auf einer richtigen Vorstellung/« — 
^ 55. Die falsche Bemerkung, dass ngodiddoxsiv der xoivti 
ngehöre, hat Orelli jetzt weggelassen, nachdem ich das 
Yorl aus Sophokles nachgewiesen habe. — V. 57. Trotz 
*relii stimmt uns Dillenburger in der Deutung von 
ies bei. Wenn Orelli meint, dagegen spreche die Aul- 



*) Meine Deutung von Y. 16 gibt Orelli nicht genau: phi^ 
losophiam nQttxuxiy sequor. Unglaublich aber ist es, wie 
derselbe meine Uebersetzung von furtim „unwillkuhrlicli^ 
tadeln kann , die ja mit seiner eigenen Deutung überein- 
stioiiiit. Man vgl. meine Ausführung B. 111, 263. Was „un- 
willkuhrlich'< bedeute, muss Orelli entgangen sein. 

") Daselbst lese man VI, 849 ff., wie S. 289 Z. 16 I, 120. 



einanderfojf e yon animuSj mare$^ Imgua^ fide$j da die /Mei 
ja in den mores enthalten wäre, so übersah er, dassin 
fides hier die Treuber»gkeit liegt, welche die Herzen |lier 
gewinnt und welche als solche sehr wohl neben dem T^ 
lente genannt werden kann. — V. 64. Orelli erlaubt sich 
gegen mich hier wieder die ärgste Entstellung. Ich deute: „Die 
kräftigen Heiden, ein Curius und CamiUus, haben dies einsl 
(In der Jugend) gesungen'^ Da decarUata sich auf puero- 
Tum naenia bezieht, so kann es unmöglich anders, ab 
eigentlich genommen werden. — V. 73 ff. Vgl. B a b r i us fab. 
103. — V.81. Orelli hat jetzt die falsche Deutung von esbi 
aufgegeben. — Y. 86. Auspicium facere heisst eigentlid 
„ein Anzeichen vom Willen der Götter geben^^ ; von dci 
tibido muss es demnach heissen ^,sie hat ihm ihren WiM 
zu erkennen gegebenes Meine frühere Deutung , welche 
dem gewöhnlichen Gebrauch von auspicium facere wider- 
spricht, gebe ich auf. — V. 93. Der Dichter will sagen, 
selbst der Arme sucht im Wechsel sein Gluck, ohne es je 
zu finden, ebensowenig wie der Reiche; hier fuhrt er niv 
zuletzt an, dass der Arme auch die Luft zu ändern sociif^ 
über Wasser fahre, wo er aber nicht mehr das wahre (M 
finden könne, als der Reiche (1, 11, 26 ff.). Die Erwahnong 
der Seekrankeit will hier durchaus nicht passen, wie sckon 
Merkel bemerkt hat> der aber irrt, wenn er meint, e^ 
werde etwas gefordert, wodurch sich der Arme in I^acW 
ahmung des Reichen lacherlich mache. — V. 105. Wem 
ich de te pendens erkläre „von dir abhängend , dir gani 
ergebenes so sieht darin wohl nurOrelli's überfreier Sin^ 
um den wir ihn nicht beneiden, etwas Sklavisches; d^ 
Dichter will nur andeuten , dass er ganz an ihn gefesseüi 
unzertrennbar mit ihm verbunden ist (carm. 111, 17, 5 S-}| 
wofür ich die Stelle des Silius beigebracht habe, die Hen< 
Orelli hätte belehren sollen. Uebrigens glaube ich den 
raz viel freier und unabhängiger dargestellt zu haben 
Orelli, der ihn nur zu oft herab wärdigt. 



ML 

Zweiter Brief. V. 12. Vgl. Onwens S. 414. ^ 
V. 16. Scekre akfue ländme kann nicht auf t^aris besogeii 
Arerden, da dessen sceiM ja vor den trojanischen Krieg 
SUlt, was Orelli nicht bedachte. Dass man hier nicht 
dies Einzelne auf bestimmte Punkte beziehen dürfe, erkennt 
nit uns Diiienburger an. Horas hält sich hier, wie 
mderswo, nichl so bestimmt an Homer, sondern nennt nur 
verschiedene Fehler und Vergehen im Allgemeinen. — V. 33. 
) r e 1 1 i fasst jetzt mit Obbarius expergiscerii eigentlich, 
robei nicht bedacht ist , dass expergisd ja iilr sich nicht 
lie angenommene Bedeutung „früh aufwachen'* hat. — 
^ 44. Dass beata hier als „reich^^ zu fassen sei (vgl. sat. 
I, 8, 1. Juv. 1, 39. 67. Vi, 204. Sen. episl. 17, 8), glau- 
en wir jetzt nicht geradezu leugnen zu dürfen. — V. 56. 
en. epist. 67, 6: Voto pumm bonum peti debet. — V.6f. 
kugust. Confess. 11, 6 : Ira vindictam qtuierit. — V. 63. 
legen unsere Deutung bemerkt Orelli, der Sklave passe 
icfat gut zum Pferde. Horaz wählt hier bildliche Aus- 
rücke, die nicht nothwendig verbunden zu denken sind. 

Dritter Brief. V. 3. Orelli hat hier nach mir 
)ine Meinung stillschweigend geändert. — V. 6. Dass die 
)n mir angenommene Verbindung uniateinisch sei, kann 
h Orelli nicht zugeben. *) — V. 8. Dass ein Dichter 
lie Friedenschlüsse«^ des Augustus besingen soll, ist unge- 
limt; dennoch erklärt Orelli auch jetzt so, ohneBeach- 
ng des Sprachgebrauches. DiUenburger folgt uns. — 
. 20.' Völlig grandlos behauptet Orelli, andere •*) und 
IS Bild von der Biene zeige, dass hier nur von dichten- 



*) Ganz ähnlich sind die Fälle Cic de sen. 6: quae sunt §€• 
renda, praescribo* Yerr. J 1 ^ 66 : ijuae sunt gena, cognoscite* 
Vgl. noch Krüger S. 827 f. 

f*) jiudere, steht überhaupt von demjenigen, der etwas zu nn- 
temehmen .wagt. Hora2 gibt hier zu erkennen, dass nach 
seiner Meinung Flarus mit etwas Bedeutendem beschäftigt 
sein werde. 



sehen Bestrebungen des Florns die Rede sei, da doch beid« 
nur auf geschäftige Betriebsamkeit hindeutet. — V. % 
Unserer Deutung stimmt Dillenburger bei. Orelij 
macht sich die Sache leicht. -^ V. 31 f. Vgl Sen. M 

VI, 26, 2. 

Vierter Brief. Ich kann mitDilienburger st 
äbereinstimmen, wenn er den Zusammenhang V. 6 also a* 
klärt : Quodsi hoc facis (phüosopharis) , recte fem ; io 
nmlias enm tu hohes animi et corporis eirtutes^ ut tfuü^ 
curas tu alere non possis. An die Frage schliesst sich fc 
Ausführung der glücklichen Verhältnisse des Freundes a& 
Vgl Weber S. 303 f. 

Fünfler Brief. V. 9. Gegen Franke's Zeilb^ 
Stimmung hat sich mit mir auch Dillenburger entschie- 
den, dem Weber S. 228 folgt. Orelli schreibt ohne 
Weiteres Franke's falsche Angabe ab. — V. 14. Orelli 
bemerkl gegen mich: Ornnia, quae in convivüs fierii(Si 
erant , se dkit incepturum. Aber der Dichter spricht ji 
nicht von einem tollen, ausschweifenden Gelage, vo'i^ 
ganz trunkenen Gäste sich die Kränze abreissen , s(0 
von der heitern Lust eines frohen, anständigen Mahles, fi^ 
ungeschickt wäre es, wenn der Dichter sagte: „Ich vi 
gleich anfangen mir den Kranz abzureissen." **) — V.^ö« 
Orelli, der solutus gegen Dillenburger absolut nioA 
führt Cic. Verr. 11, 75 an. 

Sechster Brief: Vgl. Regnier's sechszehnle Sa- 
tire, welche am Anfange unsern Brief ziemlich genau wi-j 
dergibt. — V. 4. Orelli verlässt jetzt die Ansicht voa| 
Jacobs und versteht unter formido „religiöse Scheu 
V. 15. Orelli verwirft meine Deutung des aequas 



u ^ 



*) Dass das Bestreuen mit Rosen vor dem Mahle oder auch am |>| 
fange von Sklaven geschehen sei, bemerkt Ore^^^* j^ 
Horaz will während des Mahles Rosen streuen, wie ei >1^ 
carm. HI, 19, 22 gedacht wird, wie es zur Zeit decH^ 
nenden Heiterkeit des Mahles zu geschehn pflegte. 



Ho 

I 

der Innern Ruhe des Weisen , ohne irgend meine Zweifel 
gegen die gewöhnliche Deutung zu erledigen. Aequu% mus« 
hier eine näher erklärende Bestimmung zu Hapten« bilden, 
ähnlich wie sat. If, 7, 83. — V. 22. Meine Bemerkung, 
dass den Episteln verletzende Anspielungen auf lebende 
Personen fremd sind, bestreitet Orelli vergebens. *) .— 
V. 24 r. Vgl. Sen. Benef. VII, 10, 1. Regnier XV, 124 ff. 
— V. 30. *Orelli leugnet, dass unter «irfu« die wahre 
Tugend des Weisen, die in nil admirari liegt, verstanden 
iverden dürfe. Wer auf den Zusammenhang sieht, wird 
msere Deutung fQr die einzig mögliche halten müssen. — 
^ 31. Auch Dillen burger zieht mit Orelli putas et 
or, das wir noch immer fui* ganz unpassend halten. — V. 
5. Den Indicativ guat/mf nimmt Orelli jetzt siM quadrei 
uf. — V. 36. Fides glaube ich auch jetzt noch für Treue 
nd Anhänglichkeit der Freunde (carm. I, 35, 21) nehmen 
u müssen. Dass das Geld Credit gibt, passt hier nicht 
^ohl, wo der Dichter sagen will, das Geld verleihe alle 
orzuge , die man nicht besitze — Y. 51. Meine Deutung 
Dn trans pondera muss ich noch immer für die wahr- 
7heiniichste haften. Von den übrigen verdient ohne Zwei- 
)l die den Vorzug , welche bei pondera an Lastwagen 
enkt. Hiergegen habe ich aber zu bemerken, dass der 
Ichter hier hervorheben muss, wie der Vornehme den al- 
^rgemeinsten Menschen die Hand drückt, nicht dass 
' mit aller Mühe sich anstrengt, die Hand derjenigen zu 
haschen^ die er begrü^sen will. Ich verbinde deshalb 
yat trans pondera , „über alles Mass treibt er den Herrn 



*) Den Moschasö, 9 durfte Orelli gar nicht erwähnen, da der 
Dichter von einem wirklichen Prozesse spricht, den der 
angeredete Freund betreibt. Von den übrigen Personen, die 
er anfuhrt (1, 5, 30. 18, 19), ist es sehr zweifelhtin:, ob sie 
zur Zeit des Dichters wirklich lebten. Wollten wir dies aber 
anch. annehmen, so wird doch keine derselben in schlimmer 
Beziehung genannt, wie hier Mutus. 



SM 

an, den Begegnenden doch die Hand zu geben.*' *y 
Deutung Orelli's ist eine ganz unbefugte. — V. 561 
Seltsam lässt r e 1 1 i unsern Dichter sagen : lam a prm 
mane de summa cenae tesperimae (t T) iotittfia occupaü 
wmm. — V. 59. Vgl. Ouwens S. 403. 

Siebenter Brief. V. 6. Stillschweigend lässl 
Orelli die früher nicht genau^ angeführte Stelle desCicem 
aus , wogegen er aus mir die des Seneca gibt, wie V. \ 
die des Lucian. — V. 10. Vgl. über Italien's Klima aock 
Stolberg Werke VII, 203 f. Becker „römische Alter- 
t humer«' I, 85 f. — V. 19. Das Futurum relvMjm zieü 
jetzt auch Orelli mit Recht vor. — V. 24. Orelli weäi 
gegen unsere, auf genauester Erwägung der ganzen ^\^ 
beruhende Deutung nichts einzuwenden , als dass ich t 
zuerst gegeben habe. *) Vgl. zum Gedanken Sen. 6ene£ 

*) Zum Gebrauche von Irans verglöichen wir StaL Theli. II 
386: Irans legem ac tempora regnt „über die gesetzmi»i$tl 
Begierungszeit hinaus'«. Dig. XLl, 1, 3a WasOrellilü« 
contra Latinam consuefudinem finde » wünschte ich xu f 
fahren. | 

**} Bei der gewöhnlichen Beziehung können die Worte eti» 
pro laude merentis nicht wohl verstanden werden. DerSiis 
würde dann sein: „Ich werde mich sogar des Lobes deiVif* 
dienenden oder des um mich Verdienten würdig zu maciiei 
suchen", d. b. „Ich werde dankbarer sein, als ich des 0^ 
gebenen wegen zu sein brauchte". $oIch einen Gedankff 
mag ein Anderer dem Horaz zuschreiben. Andere nehffi<f 
laus für die Freigebigkeit : „Ich werde mich sogar der Frei- 
gebigkeit des Wohlthäters würdig zeigen**, wo etiasfff'i 
unverständlich ist; die Bedeutung ^.denu auch« kann es nidl 
haben. Andere, wieOrelü, verstehen hier unter laus '^ 
gemein „die Vorzuge**: „Ich werde mich sogar der Vonügc "M 
Wohlthäters würdig zeigen'*, wo wieder das „sogar" li^^ 
passen will. Unsere Deutung wird auch durch den Ufosf<H 
geboten , dass Horaz einen argen Sprung machen viir<i'< 
wenn er vom allgemeinen Satze V. 21 f. auf sich k^ 
überspringen wollte. Der Uebergang aus der indircctfuB?* 
in die directe ist ohne allen Anstoss — Orellii>^ 
V. 24 nicht die Cäsur, sondern eher das Elidiren von M 
ettam gegen das Comma nach me . geltend machen >o' 
Die Cäsur kann nirgendwo für die Verbindung oder Ti 
nung von Satztheilän etwas beweisen. 



IJ, 4, 1. 14, 5. y, 80, 7. -*- V. 28. Unserer Beziehung von 
Mer fißgam tritt jetet OreJli bei — V. 29 ff. Vgl. die 
Nachahmung am Schlüsse Ton Ariost's^ erster Satire, in der 
Uebersetzong des rasenden Roland von Streck fuss S. 
^2 f. Zur Fabel vom Fuchse im Loche des Baumes vgl. 
B a b r i u s bü. In G r i m m's Kinder-und Hausmahrchen Nro 73 
^risst der Fuehs nur so viel Fleisch, dass er wieder ans 
lern Loche heraus kann, während der Wolf im Baume 
rtecken bleibt. — V. 32 wollte Ouwens S. 415 f. nüela 
ttatt nmitela, — V. 56. Sine crimne. Vgl. das Gedicht ad 
^isonem 108. — V. 77. Dass Philippus und Mena geritten 
eien, ist ganz unwahrscheinlich. Man bediente sich za 
leineren Lustpartien des Wagens (sat. U, 6, 42}, in weU 
hem man sich auch besser unt^halten konnte, als zu 
ferde. Am Wenigsien darf man annehmen, dass der alte 
failippus auf das Land geritten sei. Zu den Stellen über 
)anni fuge man hinzu Manil. V, 350. Unwahr ist es, wenn 
*relli behauptet, schon bei Seneca komme mannte als 
eitpferd vor. Derselbe meint, den Plural mannis müsse man 
rklären vel una cum reliquis Pküippi comitibus (es heisst 
)er composüu s mannis) vel de mannis singulas per man^ 
anes mutatis (es ist aber vom Anfange einer kleinen 
i^ise die Rede). — V. 87. Eneetus fär aUenuatus zu nehmen 
»rechtigt uns auch nicht die jetzt von Or eil i beigebrachte 
eile Cic. Alt. VI, 1, 2. — V. 91. Die Stelle des Cicero 
bt jetzt auch Oreili. — V. 96. Meinen Zweifel an der 
chtigkeit der Lesart muss ich jetzt noch starker, ab iru- 
r aussprechen. Die versuchte Deutung von simul möchte 
(h sprachlich nicht halten lassen. 

Achter Brief. Ganz irrig schreibt Oreili mir die 
n mir bestrittene Ansicht S chmid's zu, Celsus habe einen 
letischen Brief aniloraz iferichtet. — V. 3. VgLOvid. 
a. I, 11, 13. — V. 6. Meiner Deutung von Umginqwts 
derspricht Oreili, weil es „sich weiterstreckend** erst 
i Claudian. de rapta Proserp. UI, 363 bedeute, wo map 



es aber auch (oft^e remoku erkifiren kdnne. Orelli 
dafür Plin. IX, 2: Unea Umginqua, VUI, 65: longmqmü 
nera^ XXVUI, 10: longinquus vkus^ Lucan. III, 479 :li»- 
gkiqua tela vergleichen sollen , welche Stellen er freiU 
nicht bei Forcellini fand. — V. 17. Obbarius (ZeW 
f, d. A. W- 1843, 1043) erklärt: „Wie du dich in de» 
glöckliche Lage findest, so werden wir Cdeine Freonife; 
uns in dich finden.^^ 

Neunler Brief. Zu ums V. 1 bemerkt Orelli 
fam hie , fit m epistolae fine perurbane signißcat, Tikfi 
non Hmendum ease^ ne nimis frequenter ab Boratio tä 
lUlercts commendatidas (icdpiat. Das kann hier in u»» 
unmöglich liegen. — V. 5. Orelli bemerkt jetzig dass« 
die 'Theilung der Freunde des Tiberius in zwei Klassei 
nicht zu denken sei. — Y.4. Dass in den aufeinanderfol- 
genden Amphibrachen nichts Herabsetzendes liege, erkeDil 
auch Weber (S. 170), der richtig (S. 286) annimmt, iJ 
Brief sei an den zu Rom verweilenden Tiberius, vietof 
vom Sabinum aus (S. 306) geschrieben. — V. 11. Oii^ 
rius a. a. 0. S. 1044: „loh habe zu der edeln Gabelst 
(städtischen) Dreistigkeit meine Zuflucht genommen/^ 

Zehnter Brief. Vgl. Boileau's sechsten Brief' 
V. 3. Vgl. Ouwens S. 356. Fea und Jacob a.a.ö 
wollen a4. Jacob setzt nach dissimUes Comma^ wie auch 
Elberling (in Seebode's Neuem Archiv 1830 Nro3fr 
der am Ende von V. 4 und 5 ein Comma will. — ^' ' 
Die Lesart des ältesten Blandlnius und anderer guten Hdsciif' 
effertis durfte vor dem einfachen ferlis als stärker und be- 
zeichnender den Vorzug verdienen. Vgl. Juv. VI, 182. 0* 
Ausdruck ad caelutn ferre war wohl gewöhnlicher, «'^ '" 
eaelum efferre^ weshalb er in viele Hdschr. übergin?"" 
V. 11. lam will Orelli mit poüore auch der Cäsur^'^ 
gen verbinden.— V. 18. Vgl. Oüwens S. 356. — Orei'^ 
leugnet ohne Grund, dass invkia cura heissen könoe ß 
Sorge, welche die Menschen uro ihr Glück beneidet'^ Steii 



doch ganz Shnlich caim. I, 11, 7 mvida aeicu. — V. 20. 
Vgl. Slat silv. 1, 3, 67, und zu V- 22 ebendas. 60. — V. 24. 
Mit Bentley, Bach S. 1033 undHocheder ziehen wir 
expelles unbedenklicii vor. Das Futurum steht in beiden 
Salzen, wie V. 41. I, 13, 2 f. Vgl. Ouwens S. 357. — 
V. 31- Ponere hat die Bedeutung „aufgeben, fahrenlassen«^ 
wie man metum^ curam^ vUia ponere braucht ; dies wird aber 
ebensowohl von Dingen gesagt, die man wirklich be- 
sitzt, als von solchen, deren Erlangung man wünscht. Dass 
das Letztere hier einzig dem Zusammeohange gemäss ist, 
da mirari vom sehnsüchtigen Verlangen steht, erkennt man 
leicht; dennoch widerspricht Orelli. — V. 40. Das Fü. 
turum vehet halten wir gegen Ben tley, Orelli und Ob* 
barius mit Uocheder und Dillenburger für einzig 
richtig, wie es auch die entschiedenste Autorität für sich 
hat. Es bezeichnet sehr gut, dass diese Knechtschaft eine 
fortdauernde sein werde. ♦) 

Elfter Brief. Wir können der Ansicht von Ob* 
barius (Jahn*s Jahrb. 40, 158) nicht beistimmen, nach 
welcher Horaz hier nur im Allgemeinen vor der Auswande- 
rungs- und Reisesucht i/^arne, sich aber an den Bullatius ak 
einen vielgereisten und vielerfahrenen Mann wende, mit dem 
er wohl ein Wort dieser Art sprechen konnte. Dies ist 
ganz wider das Wesen der immer durch ein bestimmtes 
Verhältniss angeregten horazischen Briefe überhaupt und 
des vorliegenden insbesondere, in welchem der Wunsch, 
dass der langer abwesende Bullatius nach Rom'zurnckkeh* 
ren möge, deutlich genug ausgesprochen ist. Was Orelli 
S. 493 gegen mich bemerkt, beruht auf irriger Auffassung 
meiner Ansicht. Bullatius hatte dem Horaz bald nach sei- 
ner Ankunft auf der kleinasiatischen Küste geschrieben; 
als dieser die Antwort des Dichters erhielt , hatte er die 



*J Orelli verwirft hier wieder die Autorität seiner sämmtlichezi 
üdsclir. 



bedentenibtea Pmkte der Gegend kamen gefemt, wonof 
sich die Frage am Anfange becieht. — V. 3. . Hit Recht 
hal Dtllenburger (vgl. denselben im Bmmaicber Pro- 
gnunm S. 6) minorame wiederheigestellt; doch mochte ich 
nicht mit ihm das Fragezeichen nach fama streichen, son- 
dern ich nehme nuüora mmoraiee fama als eine Ausßb- 
rung von fusd, und setze nach CoUfjAon Comma. *) Dil- 
lenburg er hat mit Recht auch sat I^ 2,63 peeceseevä 
den bestai Hdschr.' beibehalten , indem er sich auf Tibi. 

IV, 5, 20 beruft. Dass man diesen Gebrauch von ve als 
qHrachwidrig verworfen hat (Reisig S. 472), scheint mir 
sehr voreUig. — V. 4. Sordent. Vgl. StaL sUv. III, 5, lli 
— V. 9. Stolberg Werke VI, 78: „Das obläiu meom 
des Horaz hat mir nie in den Sinn gewollt und ich bin 
versichert, dass der liebenswärdige Dichter, der das oof 
in einem finstem AugenbHcke sagen konnte (?), meine 
Lesart (pbUius stuüorum} genehmigen würde/^ — V. 19. 
Aehnlich steht der August Juv. III, 9 als Zeit der Hitze. - 

V. 28 ff. Vgl. Bo ileau's Briefe V, 54ff. Zu nmibus ä' 
que quadriffis vgl. Augustin. Confess. VHI, 8. 

Zwölfter Brief. V. 1. Obbarius in Jahn's 
Jahrb. 40, 159 *) meint, es sei schwer zu begreifen, wie 
in diesem Verse sprachlich der Gedanke liegen könne , des 
ich darin inde : „Wenn du das Gluck deiner Stellung als 
Verwalter der Güter des Agrippa recht zu geniessen weissf^ 
Frudäms, quo$ coUigis steht, wie ich deutlich bemerkt habe, 
lor fructibus coUigendis , wodurch das Amt des Iccios an- 

•) Dillenburger erlilärt : Cunctane, sive maiora sunt faiM, 
$ive minora, sordent? Krüger S. 698 bemerkt: „Ist flor- 
epbt. I, 11, 3 minorane statt minoruve die ächte Lesartf 
so haben wir hier das ne auch im zweiten Gliede einer (ü' 
recten Frage.** Ein anderes Beispiel dieser Art weiss Rrug^' 
uiciit briztib ringen 

**) Obbarius hat dort meine Behandlang des 12 ond 13 6"^ 
fes als Interpretationsprobe gegeben und weiter besprocbeoi 
er erlaube mir dieselben als Probe seiner Beurlheiluog >» 
betrachten. 



gedeoleir wirl. Wa^ QbbArius bieraa anstossig finden 
koiinef ige^fcete icb-Avehtfelnsusehfi, uod ich «aöchte wissen^ 
wie dißi Sfißiie sojist.gefaast werden dürfte, ^) Seltsam 
ist ea^ wie er mir vorwarfen kann, ich habe hierbei über- 
sehen, daasUoraz dien Ipcius an die wahre avra(»x€ia erin- 
nere, da Ich ja seihst an dieser Stelle darauf bestimmt hin- 
gewiesen habe (B. 111)159 Note), — Orelli will nicht 
zugeben, dass V. 4— 11; als allgemeiner Satz zu fassen sei; 
dagegen spreche der Anfang (V. 1—3). Dies vermögen 
wir nicht einzusehm Nach der Anrede an den Icciu& lässt 
er seine Ansicht über das wahre Glück folgen, das nur in 
der Zufriedenheit mit dem,, was zum Leben hinreicht, be- 
siehe. — V^ 7. In medfo .poska glaube ich auch jetzt noch 
für die gewöhnlichen Speisen, nicht für ^Kostbarkeiten neh- 
men zu müssen. „Wer sich nur. der geringsten Kost be- 
dient, obgleit^h ihm gewöbnlicbe. Kost zu Gebote steht, wird 
auch in Zukunft diese immerfort beibehalten^ sollte er auch 
der reichste Mann werden.'^ In medio posiia kann an 
rieh gar nicht „kostbare Speisen^' bezeichnen, ebensowenig 
„die zu Gebote stehende Speise'S da diese keinen Gegensatz 
lu herbae et urtüia bilden würde, die ihm ja ebenralls 
SU Gebote stehen, Obbarius ;erklart gar „immitten aller 
lir zu Gebote isteh^nden .Genüsse*S was durchaus nicht an- 
rehL Den Gegensatz zur geringsten armseligen Kost kann 
lier nur die gewöhnliche Kost biiden , wie sie jeder an- 
tändijre Römer sich gestaltet. *♦) — Y. 9. Liquidus will ' 



*) Auf die SaininluDg von Reicfathumeni kana mao es doch 
nicht bpziehen, n*ch wenigev «leotcii-:' „m^^IDO du die FrOchU 
9Hfl»hrst*'. Fructus geht entweder auif die Erndtea des 
Agrippj oder auf die Einkünfte; die l^ache bleibt in bt^idea 
Falten dieselbe. Orelli, der früher bvineikt- liaLte>, Jccius 
habe von Agrippa einen Tbeil der Einkünfle al« Verwalter 
erhalten^ fugt jetU hinzu: Praeterea pro suo $uorumque vi» 
ctu libere iU uti pottrat, tfuaecumque in fauioris fundis pro» 
t/eniebant. 

♦•) Unwahr ist es, w^nn Obbiarius sagt. Ich Verstelle in jwe- 
DOntzers Kritik. V. 13 



ObbariüS (Zteiftchr. f; «. A. W; f848, H46>Mdiß 
Natur des refiY datiln flfe^sendi^i^ BtfcHes b^ieken. Vgi 
Ariost 111 (IV), 195 ff. — V. iO. Otem schreibt mir hier 
wieder die ntei^erEt^kiärtihg: ^anz entgegengesetzte Ansidll 
zu. Ich deüle naturam ,,die Naftir des Meitsclien'S ganz 
wie Oreili (vgl. B. IH, 164^ , führe dagegen S. 1<)6 di« 
Deutung von Döring rind Gruquius an, geigen weldic 
ich auf Ja c ob's verweise. So pflegt'Orclli mich zu lesen! 
— V. 12. Dasselbe berichtet von Anaa^agoras Philoslr. viL 
Apoll. I, 13: 'jiva^ayvQav dyekatg rs xai fi^KoiQ td fo»- 
rov d^ivTa. Vgl. auch ValenMax. Vtll, 7 «xtern. 6, — V.li 
Manfl. II, IQd: volncrem anihium. — V. 14. Auch Orel/i 
verbindet litcri rlicht 'bloss mit contagia^ i^ondefn auchm 
scabiem, — V. l6 ff. Vgl. Slat. silv. V, 3, fil if. Die Iro- 
nie, welche Oi'elK hierin sieht (öiire»^ quae hamcam^ 
gniüoni negata smf)^ ist t'dte falsch bineitigetragefie. i^r 
ton wird 6rSt bei V. 20 humoristisch. — V. 16. 'Sön. BaA 
VII, 15: Licet nesctas^ quae ratio Oüianum efjundat acr^ 
nocet. — V. lÖ. Vgl. Sen. Natur. Quatist. VII, 27, 3. Phile* 
Vit. Apoll. IV, 8: noXiv Ofittvoittg oTaaiijä^öijaTjg ^B&r&ai. - 
V, Öl ff. Öbbariu'Ä 'bemerkt, in nnserer Erklärao^ diesef 
Verse ,, jage ein Irrthum den andern". Wir -ivolien selw! 
Obbarius erklärt V. 21 mit deÄ allen Erklärern: JA^^ 
du köstlich oder kai-g!tch 4^beö«. Dibse Deutung ist re«" 
unmöglich, da j^i^ces fQr Sieh nicht kostbare 'Speisen be- 
zeichnen kann; assrja der gemeinste Römer f%olie. V^ 
JuV. IV, 33. XIV, 132. Die Annahme, man müsse unter 
^(;e^ „kostbare Fii$Ahef^ verstehn, ist durchaus haltlos*, i<^^ 
Ölchter'wüfde'in diesetnFaiie ^nen. einzelnen kostbaren 
Fisch, genannt* haben. Wo'flten ' wir 'äbel' aueli «iinctow- 
Y.21 könne die anf eluhrlie Bedeutung haben, so ivürde doc^ 



■ 1 1 t i t i i 1 1 1. «, t i ^ »»— .^ 



J ■ i » , « ^ t 



dio posita von nganz geringer Kost'''; als ' ganz gertnge V^ 
bexeicUn« ich herbae et Urtica, wogegen ich in medio f^ 
Sita auf die „gewöhnliche Köst<* bezfeJie. 



m 

die ^erbindyng : ,,Mligift ;^ii kostbar 0(tor knapp lebeUi l^e- 
tradUe den JGros^buB als freund I^^ ganz ungereimt sein^ 
nydem gar nidii^Bbzus^hfi iisti in welcher verständigen Ver-* 
Mndung der .Satz ,%m ^ truddas mit ufere Poimpm Gro-» 
nphö 8t9kn sotie. Man nimmt an, Horaz fordere den Iccius, 
der wirklich emen schlechten fTisch geführt habe, hier auf^ 
den* Pompetas Haar Tafel m ziehen. Dies ist mehr alis aU 
t)€rn. Einem solchen Knicker, wie Iccius sein soll, wird 
Horaz seine Freunde nicht zu Tische empfehlen, und dqr 
fciche P^Mnpeius (carm. 11, Lö) h#tte einen freien Tisch gar 
licht nothig , abgesehen jdavon« dass Horaz an einen sol- 
len Menadten keinen jBriaf schreiben wurde, der seine in- 
iige TheAiKibme >verrälih. Ist nuii jene von Obbarius *) 
n Schutz g6i>onmi«ne Oenluag nidit j^u rechtfertigen, so 
var^esumso orwiuiS}Qht€r,.dassNieib.iibr eine alle Schwier- 
igkeiten entfernendei Erklärung gab, der man auch unbe- 
lenklieh gefolgt ist; nur Obba.riii^ und Dillenburger 
laben sie vervioorfeu, «nis euiem Grunde, den ich nicht für 
fenQgend halten kann. *^) Ob bar ins jsieht in seu paa^ 



*^ Ich niuss bemerken, dass mir das Heft der Ausgäbe von 
Obbarius, in- velcbem nnver ißrief beliaiMleU ist , nicht 
zur Hand .is^. ' , 

^) ^iebuihr iiaUe ..bpx];i«rkt,. Sicilien &fi ein ganz griechisches 
Land gewesen, wo. man selten frisches Fleisch uiid Speck 
bekominen , socfdern von ^gedtfhento -Fiscbsn >nebst allerlei 
KiAtit igcilebt habe, ^ie:b|||i*r .i»us4te ^wphl ebenso gut, wie 
Oj^.bariu», dass zur Z^it der sicilischen Tyrannen auf je» 
ner,.Jnsel und besonders ' zu Syracus gh)8se Schwelgeret 
hctiffschie, woher die tfidiischisn 'ttbisblizeitnii sprichwönlic^ 
^«ktdfn (bei Horaz carn^^JIl, 1, 18 bezieht sich Stculaeda» 
pes auf das dem Damocles vorgesetzte königliche Mahl); allein 
er wasste am:h, dass die g»v^6hnlioh<e Ko«t dort in Fiscfa«k|.«Rnd 
Kräutern bestand. Die Insel hatte während der Bürgerkriege 
vielr gelitten, der frühere fieichthuip waryerschwunden. Neh- 
men wir an , Iccins habe sich in seinem Briefe gelegentlich 
nber die von den Römern verschiedene Lebensweise auf 
SiclHen geäussert (w^. wir. ihn nrcht>iD.Waer St^^U,, sondern 
Als Verwalter grosserGuter ^denken sniMten), so , kannte Ho* 
raz sehr wohl, humoristisch daraaf bindeabencl, denSiftz ein- 



9» 

mm et caepe tructdas eine Anspielung auf die ägn^tisclie 
Sitte sich des Lavchs und der Zwiebeln, bei deiieA man zo 
schwören pflegte, zu enthalten , worauf HcAraz um so eher 
habe anspielen können, ' als Iccius den Zug in's Moif enlani) 
(nach Arabien) milgemacht habe, was aber aus carm.U9 
keineswegs nolhwendig folgt. Dass Lauch und Zwiebeln 
wirklich belebt seien, von dieser Ansicht finden wirtiir- 
gends eine Sßur. Vgl. Ru^ertl zu Jtav. XV, 9, Auch eine 
Anspielung auf Pythagoras und Empedokles scheint scboo 
deshalb nicht anzunehmen , weil gar nicht beriehtet mi 
dass diese Lauch und Zwiebeln verboten hätten. Die Stel 
des Hieronymus, die Oreili beibringt: qui QPyihag. e/fr 
ped.J omne^ quod moDetur ef mt?ä, edendum non putoi 
beweist nichts, da wir wissen, dass die Pyihi^oreer mä 
von Gartengewächsen lebten. Alle gesuchte Anspielunget 
gehen fehl und verderben den schönen, einfach vorli^n- 
den Sinn. *) _ V. 24. Was Obbarius in BetreÜNOt 
V. 24 gegen mich bemerkt, ist ohne alle Bedeutung. OP 
fenbar sagt Horaz, Iccius solle Freundschaft mit Pomp^ 
Grosphus halten und ihn durch freundliches EntgegenkonioKS 
sich verbinden, da er ein guter, edler Mann sei. Dies be- 
sagen die Worte utere Pompeio Grospho^ worüber der Zu- 
sammenhang keinen Zweifel lässt. — V. 27 f. Dass Phrna- 
tes dem Augustus durch Tiberius die Fahnen wi^derscbickt^< 
sagt nicht bloss Acro, wie Oreili mit Dillenburger 
annimmt, sondern auch Sueton Tib« 9« — Obbarius kann 
ts nicht begreifen , weshalb ich den Ausdruck ius mfi- 
riumque Caesaris anstössig finde , da doch der Grund an/ 
öiTener Hand liegt. Die Verbindung ius imperiumque popvi 
Bomani oder einfach ohne Genitiv ist wohl gebräuchlidf 



. fügen^ „wie du auch da leben, ob du FUche oder Lauch «i- 
Zwiebeln geniessen mag^t**, 

*) Mit uns scheint Oreili trucidas deuten zu wollen.'^ 
fetzt die SteUe des LuciUus aus mir anführt» wie 2u ulo^ 
V. 22 die des Aristoteles. 



dagegen die apder.6r mit Caesaiis^ so luel ich weiss, 
nioM l^etegt, wie ansich «nwabrsphqinlich. ^). Das sind 
die Itrthämer; von denen einer den andern — jagt. Frei- 
lich keiiKlr von allen .bft geblieben I Den Ausdruck genibu9 
minor bezieht Weber S. 251 darauf» dass die Gesandten 
des. Phraates knieend die. Fahnen äb^ceichten; uns scheint 
derscÜMi. eine Uebertreibung zu sein , wie denn die Römer 
diesen Akl der Ueberliefening der Fahnen als eine völlige 
Unterwerfung darstellten. ^) 

Dreizehnte.r Brief. V. 4. Odium nimmt, jetzt 
luch Orelli für ^.ünwiUen". «♦♦) — V. 5. Mit. mir ver- 
)inden Weber S. 227 und Dillenburger gegen Örelli 
ledulus mimBter opera vehemente. — V. 6. Meiner Deutung 
vi dersprechen Orelli undObbarius; aber was mit dem 
tcfaerze, den sie annehmen , gemeint sei , bemerken sie 
licht. Dass mii $arcma der Witz in V. 8 eingeleitet werde^ 
:ann ich um so weniger glauben, als sarcina nicht bloss 
lei Lastthieven gebraucht wirdn Das Bild vom Lastthiere 
eginnt erst* mit V. 7» . In BetiieS des abiicito stimmt uns 
^illenb.urger bei. — Mit V. 9 ist das Bild vom Esel 
hgethan, wie^ sehr sich auch Ob f)arius für dessen wei<^ 
3re Beibehaltung bemühen mag. Dass Namen - und Wort- 
nele der Art häufig bei den Alten vorkommen , bedurfte 
icht der Nachweispngen, die Obbarius gibt; dass aber 
er Dichter, auch im Folgenden noch 9m Bilde vom Esel 
isigebalten, scheint uns eine ganz geschmacklose, um so- 



*} Obbarius überredet sich, ich habe an der Wortstelhmg 
Anstoss genommen. Dass ich seiner desfalsigen Belehrung 
nicht bedarf, 'hätte er aas meiner Bemerkung B. III, 99 er. 
aehn können. Caesaris wird durch das zwischentretende ae- 
cepit nach bekanntem Gebrauche hervorgehoben. 

•^ Weber verweist auf die Münzen, auf welchen der Parlher- 
küttig knieend ein vexiUum überreicht. Reimarus'zu DiQ 
LtlV, 8. Sueton ed. Burmann Xafef \X. 

) Er bemerkt; Utv* odisse alitfuotiet Hpralitu usurpat pro 
s per nere y,nicht leiden können". 



weniger berecKtigle Atinahme, tfls Y. 12^ ff. As Bild un- 
möglich angenommen' werden ftaitn. Uns sUmmt 9mA kteiin 
Dillenburgei* bei. — V. 10. Weber erhürt: „Dtacr 
Kräfte bediene dich, wo sie HingieHdren, mmi' tleberklettefo 
und Dürdharbeiten von HMien, Wassern {^DigetUi» und in»)) 
Laclien. Bist du an" Ort* und S\Setk;\ so swcfae dich sieiiicli 
und manierlich zu iei^eti.'^ Uottut gibt zu erkemieB; er 
zweiffe gar nicht, dass er den Weg rasch beendM werde; 
dann aber kommt erst der schwierigere Theit des Aufiß- 
ges, wobei er sic& wohl zusammen nebmeii muss. — ^' 
16 ff. Die von Ben Hey Befolgte Schreibung: Nen -; orö- 
ins mulfa prece^ nitere. Porro eade hat an Lac hm an 
und Weber eifrige Vertheidiger gefunden. W e b er, fc 
an der kategorischen Untersagung: ne eulgo närres Ansio^ 
nimmt, erklärt : „Gib dir Mühe, was dir wobt sauer iv^- 
den wird , gegen jeden zu schweigen." Weber bebiop- 
tef, niH porro könne unmöglich gesagt werden ; es seijoTTfl 
vade zu verbinden, was Orelli ffir uniateiulscb eAläi^* 
NiH heissl keineswegs , wie Weber meint, wenn von ß- 
ner Fussreise die Rede ist, „klimmen", sondern „sicii liit- 
bewegen'' ; es kann daher ebenso gut niti porro gesagt wei- 
derii wie ire porro.*) Ebensowenig können wir dicscion 
von anderen versuchte Deuiirtig Weber's von den Wot^b 
oralus niuUa prece „sei instäridigsl von mir gebeten!*' bil- 
ligen. **) — V. 18. Obbarius bemerkt gegen meineDeö- 
tung, Öf ein habe denPfagel auf den Kopf getroffen; ««»»• 
data frangere sei auf das Packet zu beziehen. Mittlerweil<i 



*) Vgl. in medium f in interiorü, per ioea niti u. ä. bei for- 
ceUini. 

••*) Gegen die gewöhnliche Deutung bemerkt eri „Wie sollt«' 
sie (die Leute) denn ii^issen , dass er ein GehefmnUs ^^ 
wenn er nicht selbst davon ntitäugt?*' In der Stallt, wo i*' 
den Yinnius als Boten des Horaz kdntite, könnt« leirht'*' 
Neagi^riger fragen, waeer denii da füc i^iu Packet unter 
Arme trage. 



kiit.OrelU selbst «eine Deatung aufgegeben; ^d, ist mir 
gefolgt.*) AucbDillenbucger hf|i ipeine BfUfiri^itg auf- 
genoiBinen, <Be sich jedem .gesunden Sinne als die eifir 
»g mögliche dlarsteiU; nur Obbarius t(viU noch nicht auf 
den stolpernden und das Packet s^^rbrechenden £sel ver- 

zteklen» 

« 

• Vierzehnter Brief.»*) V.i Der Auflassung Dil- 
len burgei^s folgt mit mir Obbarius CZeitscbi[. f. d- A. 
W. 1843, 1046). Orelli erklärt sich auf seine YPmohmii 
Weise dagegen , ohne die beiireisenden tiründe, zu wi^^rle-t 
gen. ♦♦») ~ V. 4. Vgl. Prodent in Symm. U, 1039 ff. — 
V. 8. Orelli erklärt jetzt men^ anmusque inrig „Vernunft 
und Gesinnung, Neigung^S wo2U er mit uns die Stelle des 
Terenz veigleicht. — V. 9. Vgl. Valer. Max. VI, 9, 6^ 
— V. 11. Höchst sonderbar schwankt Orelli f)« ^^ be- 
merkt, uterque könne hier nui*'heisseH ega ac iu; doch sei 
dem eigentlichen Sinne nach V. II ein allgemeiner Satz: 
Aeque siuUus esl uterque, et qui nuUa certa raHOne 4u€ltu$ 
urbem (ut tu fctcis), et qui rus praefert v— V. 14. Seine 
Deiiiung von tnecUastmus bat Dillenburger jetzt seibat 
aufgegeben. — V. 23. Dillenburger stimmt unserer Er- 
klärung bei. — V. 27. Es kann hier nicht von einer Ar- 



*) Er bemerkt jetzt mit richtigem Geföiile, voiumina frangere 
sei doch ein gar zu «ooderbarer Ausd^ruck. \ Tiuibjare so- 
wohl, wie frangerB sei i>ildlich' zu 'fasten. 

**)*Der B. III, 433 angefahrte Brief von (Despreaux) Boi- 
leao an seinen Gärtner ist der elfle^ 

**^) Er bemerkt: Partio^us iotius fy^di tiff^c quotm^ colonis il- 
, iia singulit admodum n^gdia^ locqtas esse., {juo melius co' 
lerentur, sane comentaneum ßst\', proxiUi ut nunc solent 
ftali iQCfiph.ffß, 9}ji» Cfilonis (ä ^i^oimassaj). Dass diese An- 
.pal^iTie beijna ^nte des lloraz nicht ^emäcnt werden könne, 
iiat ill e n b u rger gerade l>^wlesen 

f ) Er »ag«, in V. 11 sei mir ton einer Person diff ftede, da 
doch offenbar ewei Personen imiirgensatze gediicibt werden; 
« i B e r wttnlsoht das Loo« des andern. • 



29Ö 

• 

be(t die' Rede srein, welche der ftifeus 'sich dvrtb ^eigene 
Nachlässigkeit verursacht hat, weshalb aiich OrellTs jetzige 
Deutung *) verreh'It ist. '— V. 37 f. Unsere Ben^erkimg hat 
r e 1 1 i stilisch wergend benutzt. -- V. 40. Die RichUgkeil 
unserer Deutung yon rodere erkennt. Dillirnburgef an. 
Orelli übersieht bei seiner seltsamen Gegenbemerkung: 
Quasi talis (parout sertorum urtkOMrum vidus) vilko ap- 
petendus fuerü, dass der Dichter ausdräeklich s;agt^ der tu 
Iicu8 wünsche der Genösse der Stadt wegen wieder nach 
Rom zutöek, wo er: es viel knapper h^ben. werde, als aaf 
dem Lande, Wo alles vollanf gehe. In der SladL ij^ürde der 
pilicus natQfNoh wieder Sklavendienste versehii musaen. - 
V. 42. Orelli verbindet jetzt nach uns piger mit caiuülm, 
leider propier caesurae virn, **) — Nach der ganzen Fas- 
sung des Briel'es müssen wir annehmen, dass der vüim 
Sieh noch nicht lange auf dem Landgute befunden und sich 
schon in der ersten Zeit wieder nach der Stadt, zurück- 
sehnte. Hiermit fällt die Zeitbejslimmung über die Liebe 
des Dichters zur Cinara , die Weber S^ 86, aus unserm 
Briefe ziehen wollte ***); die ganze Zeil seit (ler Sehen- 



*) Equidem etiamnunc intelligo agros ab ipsa Villa remo- 
tiorts (?) atiquamdiu neglectos ae malis herbis qbsitotj quos 
tandem ligonibus purgandos videbaf vilicus^ nisi a domino, 
ubi ex-.urbe adV€nis$et, totutn fi^ndum perreptanle (?) it- 
^rs aliquando castigard v^lletf ^ ^^rgo, knie operi.rustico 
sane a ceteris servis adilitU8ise4e ^ccingii, 

»») Weber bemerkt S. 226 gegen Orelli's vop der rbjfüimi- 
schea ZusammenKehörigjLeit entnommeae Gruncle : ^«Solche 
rliytbmische Forderupgen sind relativ; wo es dem Dichter 
bequem war, tU' rhythmiseber Gaazheit'ZQ verbinden, da hat 
er's getlian ; w6 ts sehi Sinn nicbk sütiest) da dürfen vir's 
nicht erzwingen wollen.'* - »• ■ 

); Wfiqa Weber (S. 88) gegen die Autorität der Ud sehr. Cr- 

nara schreibt, so übersieht er dass im Qrrechischen der N<>; 

me der Pflanze zwischen xvpdqa und xivd^a schwauk.t , uot 

- «lan'bei der Benatzang des Wortes nis .Persoaennameo jf' 

' denfalls die gefalligere , die unamgeoehme Etymologie t(* 

icviay verdunLekide.'Form vorgezogen hab«ii wird« 



*** 



t97 

kmg des Sabitiuttisr kann unser Meier unmöglich auf 4em 
Gute gewesen sein. *} 

Fünfzehnter Brief.**) Nach einer neuerlich ge- 
nauer von Let rönne (Journal des Savantsl843, 406 ff.) 
mitgetheilten Inschrift besuchte ein C. Numonius Vala am 
13 Harz 752 den Tempel zu Phllae. Dieser war ohne Zwei. 
fei der spatere Legat in GaUien (vgl. B. III, 234), den 
wir aber gegen Letronne ganz bestimmt vom Vala des 
Horaz unterscheiden mfissen, da der Ton unsere^ Brie- 
fes uns in Vala keineswegs einen j a n g e n Freund , wie er 
im Falle der Identität beider sein müsste, sondern einen 
ziemlich gleichalterigen, auf seinen Gütern lebenden Mann 
vermuthen lasst. Noch weniger ist es zu billigen, wenn 
Letronne den L. Trebonius Öricula, der nach jener In- 
schrift sich zugleich mit dem Numonius Vala im Tempel zu 
Philae befand, für den Trebonius hält, den Horaz in der 
einer sehr frühen Zeit angehörenden vierten Satire d^es er- 
sten Buches V. 114 als Ehebrecher nennt. — V. 10 f. Ich 



*) reicht unwahrscheinlich ist die Yermothung van Heus«|e'a 
(Lucil. S. 184) und B e c k. e r's (Zeitschr. f. d. A. W. 1843, 250)r 
dem Horaz habe hier das sechszehnte, von der GeUebtea des 
Dichters Collyra uberschriebeue Buch des Lucilius vorge- 
schwebt, das an seinen Meier Fundius überschrieben war. 
Der Meier 4le» Lucilius war kein Sklave, sondern der Frei- 
gelassene eines Fiindios. Oder war er. Freigelassener des 
Lucilius selbst, dem dieser den Namen seines Freundes Fun- 
dius beilegte, wie der Freigelassene des Atlicus Eutychides 
T. Caeciiius' genannt wurde (Cic. Att. IV, 15, 1)'? ßemer- 
kenswertlr ist auch das Fragment des Lucilius. (ine. 125) : 
Stat sentibus fundus» 

**) In dem Aufsatze vonObbarius uberMarcus Artorius (Zeit- 
schr. f. d. A. W. 184'4, 587 ff.) wird die falsche Meinung 
Drnmann's widerlegt, was ich bereits B. III, 2^ gethau 
hatte. Obbarius, der meine Note zu ubersehn scheint, 
führt die Inschrift an, welche die Smyruäer ihren Lands. 
maone setzten (jetzt bei Boeckh insciipt. 11 p. 761.) Statt 
Camelius in der Steile des Plinlus, wo Paldamus de Celso^ 
S. 16 Cassjus wollte, ist ^. Aemilius zu lesen und im com- 
ment. Cruqaii statt Amilio jUmilio* 

13* 



}^»4fl^fe Qf eUi'fl wtgen noch einmal auf diese Slelle koiB- 
men ru müssen, die ich abgemacht glaubte. Gegen meine 
Erklpi-uqg biemerkl (}i?3er, «anhabe nach RomanelU's Karte 
nicWCapua m berjjjiren brauchen, um nach Vflia oderS«- 
lernum zii J^pmip^n, sqndern beim pons Camp^nus (sali 
5, 45) ablenken können. lek berief mich puf die laW 
Peutipge?iar<g» Auch hierin hat r e 1 1 i entschieden b 
rqchl, ^) abgesehen davon , dass daraus nichts gegen os- 
sere Erklärung folgen wurde. **) Um die Unmöglichkei 
der von Oreili geschat2;ten Erklärung nochmals a^!zm 
gen , bemerke ich FolgendeSt Man versteht also : „Jeüi 
wo ich nach Velia oder Saler^um reise, muss ich an to 
mir oder dem Pferde (so jetzt Or eil ij bekannten Wirths- 
häusern das Pferd mit Gewalt vorbeilenken." Welche W* 
häuser aber sind dies? Offenbar diejenigen, welche eben- 
sowohl auf seinem frühern Wige lagen, als auf seinem ]«- 
tzigen 9 also (nach Oreili) die bis 3um pans Campano^ 
Diese muss er früher besucht haben , weshalb das ^Itri 
nicht vorüber will; jetzt aber kann er nicht einkchrfa 
Hier liegt die Ungereimlheit offenbar zu Tage ; denn, ^^ 
er*auch jetzt nicht nach Baiae, sondern nach Velia (*^ 



*) Da der Wfg von Forum Appi bis Terracipa auf <'«'''■' 
Appia »«ehr uo^ageoahm uod beschwerlich war (Lucas "< 
85), weshalb die Fusfreisenden die ehenralis un«DgeDe»i>< 
. Fahrt im Kahne /über den Sumpf vorzogen (Horaz «^^ 
war zu Pferde, weshalb er auch schwerlich im Kaboe i^^^^^ 
Konnte), sß werden die Reisenden, welche nach Baiae soll- 
ten, d^n Weg über Gapua vorgezogen haben , indem «>c ^o' 
Rom aus die pränestinische oder Ubic^nifiche od«r <1>^ ""] 
iiucische (I, 18, 20) Strasse einschlugen. Und diesen "'s 
meint Horaz an unserer Stelle. 

**) Was Oreili sonst bemerkt: Pratttrea v. pra€tera§tn' 
dus accusativo car^re vix potett ae mire c/iacfK^t ","' 
tßnda diversoria nota pro his : ,,quaerenda '^ 
aiia a solitis'', ist rein aus der tuft gegriifen. War« J«?"' 
mutanduM locus est weniger wire Hach OrelJi? ^'"5. 
Dichter unter praetevagere- equum versteht, erklärt er i^^^ 
cgieieh darauf deutlich g«aug« 



Sdletnüm Hifill^ &ü hindert ihn A)ldi' tt^thh «tif dem Wege 

bis 2um pons Campanus in die tMa- 4iter$oria eitiKtiilbh* 

ren. Und > wahrlich wird er den Weg bis naofc dem pons 

Campanus ^ der auf der tia Appia ohne die Waiseifiihrt 

Aber hond^rt Meilen l^eM^t, hidit ehne einenhehren gdiiiadit 

haben ! • D i i t e n b n rg<e t hat t^reüi ilnVere Erklärung : nis 

die einzig verständige aüTgenettmeti, wihyendOrelli sich 

der richtigen Einsackt verseMlesst« — V. 13. Das Schiefe 

der Eficläning Orelli's halse ich Mher angezeigt. Was 

er in meiner Dentnng seltsam findet , die übrigens in d^r 

Art, wie er sie giebt, nicht ganz verständlich ist <vgl; B. 

Uly S43 f.)^ sehe ich nicht. Dillenburger bemerkt zu 

den Werten: sed equi u. s. w.: Adduniuf kaeo ad excu^ 

sandam elocuHonem habena dicere; aber cKcare steht 

hier im eigentlichen Sinoie (Horaz giebt ja die Worte an, 

die er zum Pferde spricht) und laeva habena ist mit 9(0^. 

machosus zu verbinden „unwillig, indan er mit dem Zügel 

nach der Linken binziehl«^ —\^16S. Vgl. Arrost II, 46 61 

— Mit V. 26 beginnt auch eine Florentinel^. Hdschr.ein 

neues Gedieht unter der Ueberschrifl : ad Maenium scur^ 

ram. — V. 36*. Zu laama vgl. auch Juv. XIV, 22. Sen. 

epist. 78, 18. Valer. Max. VI, 8, 1. — Orelli findet 

die von mir herg^telite Lesart der Hdschr. correctuä Be* 

sHu$ lächerlich* . Indessen hat sich- jetzt auteh Obba. 

r i u s für dieselbe ausgesprochen (Zeitschr. f. d. A. W 

1843, 1046), der erklärt: „Wurde der Scblemmer Mänius 

wider seinen Willen in den Filz Be^tius >YerwandeU, sO 

zog er dergestalt auf die Schlemmer los, dass u. s. w.'^ 

Dass die Autorität. für corrector keine sei ^ beoiierkt Ob* 

barius. (7orrector>könnte nicht allein stehn ohne. .einen 

Genitiv oder ein Adjectiv, welches bezeichnete, wer getadelt 

wird , wie corrector noster. In ganz anderm Sinne 7st daS 

Wort Ter. Ad. IV, 7, 24 gebr4u6ht, Cotrectn» beisi^l (hier 

so vie), ^ ^is;Qrri^enda fs^im, wie /isrira. cerbüffistehl^für 



y^rtffufp ?^4|f1^ 9ß9A^y.coii^iq^ e^^r^Msa für connim ex- 
primwßo. (<i^ V«l. ihnlifib^si bei V,algt,S. 42 ff. 

.S^^c&siiekiiler.BxUf. Ueber: d^n Quinpfios vgl. 
jetst aiKl^ Archiv für Phitol. und Pä(|f|«o»ik, YU, 316 ff. 
iHiKdilnIglidi nenoß ieb.: Cadesreut^ii 4^ß0rtaliQ super 
tpi^olft Horfitü XV{ Ubril{ Cisae 1664. ^y.!.; Eine. Ironie 
eüketin^ ich hier. Min.Q^W^«,^ wie Orelii wi|l, der wieder 
eiAd sehr uii^eg:r&ndete.; A^fHi^kuiig gegen mich macht. «) 
.*^ V..12. Gegen meinp acuter Wurdigui^g 4er hejtijeffeii- 
tton Stellen b^vorgegaüg'er^ Ansicht ^ dass uinteir dem /bfu 
der fons Bandu$inu$ zu veratebn se) , hat Orelli auch 
keinen Scheingrund beigebrachte — V. 21 . ff. .; \^gl. ß o 1- 
le au'is Briefe IX, 39 ff. und zu y. 25 ff. das. V. .24 ff. - 
V. 25 ff. Keineswegs behaupte ich, ^ie- Orelii meine Aih 
jsicht entstellt, Quinctius habe nie Kriegsdienste geleistet, 
-sondern er habe ^eh nicht durch Tapferkeit besonders aus- 
gezeichnet und bemerklich genachl;^ worin mir Dillen- 
burger beistimmt. . — V..4Ü. OreJIt hat jetzt stillschwei- 
gend seine Meinung geändert und trotz seiner frähereo. 
von mir widerlegten Bedenken die richtige Lesart aufg& 
Aommeh, die auch Dilleiiburger gibt.. ^^ V. 43. Hiei 
glaube ich jetzt Orelii Becht geben zu müssen^ xiass man 
hei tesUs an den Zeugen vor Gericht zu denken bat, wonacb 
auch teneninr anders zu fassen ist. Persius weicht etwas 
von unserer Stelle ab. — V. 72. Irrig behauptet Orelii, 
idi habe die Worte annonae prosit übergangen oder mit 
portet frumeniä verwechselt, da ich sie deutlich genug wie- 
dergebe „er sorge für den Vorralh im Hause*'. Annona 
steht für den Verrath überhaupt und prodesse heisst „Sorge 
tragen, sich mit etwas bemühen''. ♦♦) — V. 78- Still- 



•) B. 111,439 Z. 6 r. u. ftoU das Citat heissen : Virg. AeD. X,241 

^*) L am bin erklärt: Jnnonäm tfficiat vHioreai, triiiay, vi0 
cuerisque rebus aliunde $upportandi$. 



nec^, \fie.j9bw Tw 67,,'. -'-i:--! •. ^\. \ ;:;.;. » 

gegen : umerö BfBrtung s Prope rüitmi ' MqM ' Mb^^ n«§rtfe 
C09it?em< oi^m ^ed ductdtis imägme. Beide fiHiau|itungen 
sind grundtos» VgL B. 111, 4ß7 f., ^o auch Oi^lli's Aofi- 
fassung widarlegl csL ^) — V.'ä. Den Einwand Orelli'«, 
auch d0t Reiche habe früh anfstehn müssen, um die Be- 
suche ZU' empfangien, hegreife ich gar nicht. Der Dichter 
sagt: ,,Liebst'dtr laitge: 2ü scbläf^n^ s^ musst du ruhig fifr 
dich leben; keihen Anspruch auf den Umgang mit Grossen 
machen.** — V, 13. DiUenbürger erklärt sich mit Redht 
gegen Or eil i's ahentheuerliche Deutung von pranderet^ an 
welcher er noch fiartnSckig festhält, ohne den restst^hende'n 
dichterischen Sprachgebrauch von prandere (vgl B. III, 47^ 
irgend anzuerkennen. -^ V. 23. Zu color bringt jetzt anch 
Oretli nach uns dfe Stelle des Statins bei. Vgl. Manil. IV, 
123. — V. 32. Irrig bemerkt Orelli zu ineptus: Cynici 
ndet rüsticitatem ac proterviam» — V. 33 schwebf wohl 
Lucrez vor (V, 1126 f.): Ut satius multa iam sü parefe 
quietum. Quam regere imperio res velle et regna teuere. 
Dass die folgenden Worte unsere Deutung von res gerere 
nicht ertauben, ist eine völlig willkuhrliche Behauptung 
Orelli's. **) — V. 39. Die Stelle des Persius giebl nach 
mir jetzt Orelli, — In V. 43—45 sollen nach Orelli die 



,. *) JiiUt sagt er: Üiibänissimi ,, non tarnen tine qututam ' ii^ta»- 
yei^t dieit, semet ipsum, et^ iam ifuadra&enaHum, difßci- 
lern hanc artem cum maioribus versandt nondum penitus 
perdidititse* Horäz ist eiaeKb^ solchien Verhältnisse, wie da»^ 
wovo* er hier zum Scävd spricht, immer fremd geblitbfn, 
da die Verbinclung tpit Mäcenas ganz anderer Art war ; ef 
«pHchC hier nicht s«ine eige ne Er fahrung, sondern nur 
seine Ansicht {quae cenäet amictäus) aus. i 

•*) Zu V.36 fuhrt Orelli Nikolaos bei Stob.XIV,7, 26 an : W 



werden; jetzt erklart er freilich, die* Klugheit w^rde V. 50 
nwg^imatLf^ Zä V. .49. .»9i «ftdiöS iMt^Ore II i jetzt die 
VC« .uWiMi^eÜN^cbten fitelleii- sttllsobwdg^tid benutzt. 

i^^hite'h^ter Brief. V. 1. Zti>^ hene te m 
▼gl. avehSeit. epist. 16,6« ~ Orelli'i^ lAhailsiingabe « 
V.l— 3Ö ist irrig; DetDiehter i»chUdert ilur zwei Exlrm 
die er zuerst V. 1-^8 andeutet (indem er bemerkt, Lolli» 
•werde ^eh vor beiden liuten)» dmn ^ifer näiier ausföiul 
•Unsere: Ansicht theUt J>iUen burger. -^ V. 4. Orelli, 
des Jincb iebEt die vqa uns beigebrachte Stelle des Senect 
anfohrt» ändert nach unserer Bemerkmig über dücolor seine 
MeiuHmf^ beruft ^ich aber -^ auf Forcellinl. Richtig aucii 
jßil.ie'nburge^r« — V. 7. Tonm cute bezieht Orelli aof 
das Scheeren des Kopfes, was aber nur bei den stoischefl 
Philosophen SiUe war (Juv. II, 15). 4)ie gemeinen Leute 
Hessen sich da^ Haar bis ^ur Haut scheeren, wt)ber dies 
hier als^ unanständig angeführt wird. Vgl. Theophr. char. 
19 (I,Ö)^,4w Ad cutem tondere wird sowohl vom Scheeran 
des HaMpteSi als von dem des Bartes gesagt, wofurder 
gewöhnlichste Ausdruck rädere istj ähnlich sirictim Ha- 
dere Plaut. Capt. 199. Uns stimmt D ilienburger bei- 
V. 21. Hamnosa erklärt Orelli jetzt j^verderblich sowobl ßr 
das Vermögen, wie für den Kprper"; nur das Letztere scheint 
Bier paissend. — V. 42. SMÄjicc/a deutet Orelli jetzt nach 
uns, wie gleich darauf V. 43 putatur. — V. 45 ff. Die tfWM^- 
cens malitia^ die Orelli hier und anderswo steht, scheint 
UAg .ebeHflowenig angedeutet^ wie sie des Dichters unwürdig 
wate. ^ ^ V. 50; tu äxfrä Htäherüni vehgreicht O r e 1 1 i Plal 
PWlQb,p*.28:B»; Iva^^iiv »«(«ri/tWio€<pdfyS«¥***8U— V.61. 
UirWfthr ist^'Oreiirs Behauptung, ich babei die tmUActiaä 
mit der . von pct^yiaa yerapstaltefqn Darstellung der See- 
schlacht bei Aottum verwechseil. *) ^ V. 64. i>ie Stelle 



*) Ich führe B. IIIj 504 d^s- as , vas Qctftrian zur' l<^ier de$ 



de« lf»Hiiii ^ iem ^u^ Qr^lii, der 4Mlio«ii \Qm 
m4s Emiwm9 sftiet^ — 'V»8<^< UnseriQ, .inldM ZuaunaiQü- 
bang «lifßin p««^n4# Deulupg. v«a u$ befolgt andi Dillen, 
burg^r* •) — Zu V. 99 f. badient siob QrpUi «nserar 
BemerHung über dea Zusammeobang, ~ Y. 91, Unserer 
Vertheidigusg de^ Verses folgt Dillenburger. ; Orelli 
will nicht. Derselbe schützt mit uns i^ores., ^) .^^ V. 
lil. Seltsam bemerkt Oreili gegen micb, ofore» könne 
nicbt ebne Object stebn ; dieses folgt aber nach meiner Deu- 
tung gerade in det vUam, det ope^^ Der Gedankaizosain- 
menhang ist dieser i „Möge ich so viel haben, ak »nfireieht. 
Aber ich brauicbe auch den Gott nur zu bitten, er mdgie 
mir Leben und Auskommen verleihen; wahre Zufriedenheit 
gebe ich mir selbst.^^ Vgl. Sen. epist. 10^4. von Lasaulx 
„über die Gebete der Griechen und Römer^^ S. 7 f. 

Neunzehnter Brief. ***) V. 12. Oreüifindat 



Sieges tbat, zunächst die ludi jictiaci , daDn die Schaudar« 
Stellung der Schlacbl:, ganz getrennt von jenen. 

*) Er bemerkt x V t ^ri, non eU iVa, sed <S^e0 j in coniunctitio 
serv e s tu ter isque non est haerendum / at erji.im poulHS 
pro imperativo. Aber Orelli beruft sich (larauf, dass kein 
ßeifpiei zu 6uden lei, wo üt vor solchen ConjuiictiTea 8t«he. 
Mag die Striictur auch selteii und ungewöhnlich sein^ sjprAcli»- 
widrig ist sie keineswegs , und wir sind genuthigt de hier 

« anzu«trkennen. 

*^) Geg«n OrellTs Vorwurf tnuss ich bemerken, dft98 iüh die 
^teille. des CeUu» HI, 6 blos§ zum Beweise ajtj^efuhri hab«, 
dass tepor von jeder, Hitze des Blutes gesagt wird. Wemi 
Celsus sagt: tepor talis est» qualis esse sani solet^ so Folgt 
daraus, d^iss tepor auch von krankhafter Hitie getagt 
werden kann. Die aßleipCa gehört also hier wieder Heriii 
Orelli allein. Vgl. noch Vitruv. VI, 6 (9) , 3 : tepore caloris, 

^**) Zum Aofange vgl. Fischart 'im Vorwort itvetn Gargantua. 
„Dessgleichen der Ziehvater aller Lateinischen Poeten, der 
Podagramisch Ennius, inmassen von ihm Horat, so mit glei> 
eher Weinlatig'gewesebfn , achreibet, dass er liie hab sein 
Federwehr geschliifeB nnd eine daplTere Schla<Tbt in reimen 
angriffen, er hab. dann vor ein gesetslein gepfiffen«'«^ Was 
achadfs dem EUinio, wenn ihm schon der neyJige TropfT 
Horat f der auch an dem bein geluittken hat beschuldigt. 



HM« 

weiM> fietnefkintsf^' dass ferus ' aimtr liül eotiguae togae ia- 
tare iMk verbifiden fS^^, iacherUifh. Der Auisdt^ck hat, wie 
man ihn wiender; et^as^ Humoristiscbes , nnd so konnte e$ 
>sekr wöhf hebsen , er wolle sich ein wildes Ansehen h- 
durch geben-,' dass er slch^nnr eine klefnä Toga weto 
lasse* Doch 2iehe ichjetzl vor ferus absolut zu nehtf 
und di^ Ablative mit smulet zu verbinden. -^ V. 15. Beni 
(de Cornificio t[843) S. fX versteht unter deih Jarbila dfl 
König Jobs, unter Codnis den Cornificius. Mein Zweifel «i 
-der Riehtigkeit des Codrtts .oder Cordus scheint Orelli n\ä 
.tingei^ffndel. Dillenburger folgt mir. — V. 126. Audi 
jetzt noch glaube ich omes nicht als Anrede an Mäcenss 
fassen zn dürfen. Die Vertheidigung ist ganz allgomein ge- 
halten und hur am Anfange an den Mäcenas gericblel 
gleichsam als erster Epilog, dem noch ein zweiter, an das 
Bach gerichteter, folgt..— V. 28. Nach Neue und Wel- 
cker, dessen Erklärung Orelli abdrucken lässt, habeicii 
Bentley eine Deutung von pedem zugeschrieben, welclie 
diesem ganz fremd ist. Den Irrthum hat jetzt Welckff 
„Klein* Schriften" II, 116 widerrufen, wo er masculQ^ 
den allbekannten Sprung der Sappho bezieht. Bentlev 
erklärt pes : nrnneri Ärcküochi. — V, 39. L a m b i n's Er- 
klärung von ultor folgt jetzt auch Orelli, der noch auf 
Cic. Cluent. 51 verweist. — V. 47. Gegen Orelli, «^i^' 
meine Ansicht liier wieder entstellt, muss ich /bemerkeiii 
däsii ich nur gesagt habe, von e^nem Streite dort (an je- 
nem Orteji sei nicht die Rede. Luctantis bezieht sich a«' 
den öffentlichen Angriff, den er fürchtet, was ich keines- 
wegs geleugnet habe. 

Zwan;i!ig,ster Brief. Vgl. Boileau's 



s 



'sein Gedicht zeigten mehr Weins an dann Liecbt." /^ 
uber9<^tzt den Anfang: „Der Wassersauffer Reimeiig'O^ j^^ 
fallen ait den Uuten lang. Dann weil sie nicht ithhm 
sind , Verschwind ihr Leben aucli ^e«chwiiid, Dass m'^ " 
yil darvoto venkuiul'* 



ao5 

Bii»(.\ Di^on, da^s Hortz sicli laftiBud^l «fls ^iikmi ntcb 
einem freien Leben ausserhalb dea Uaiufes sieh sehi9endffl 
Sklaven oder sOs seia Kind denken isH lieine Spvr TOibaii-^ 
den« £r redet jes, hißr- nur \Mie eine, menschliche .Perapi^ *) 
an^ welDh0r,er l'tmn Willen zua<^eibt. Die. gesj^tQ UilQr 
gie Hat diBi&klarer 2&u manchen Gbäsehmaoklasiglceiten ver^ 
leitet ^ V. S. Herne Brklädrung von .UesenU. nndMM breM 
üogi „bedringt werden^ findet wohl nur Orelli Jäoh^iv 
lieh. — V. 10« Wenn ich mit Schmid behaupte ^rdasi 
Icr Indicativ deserit am Besten bestätigt sei ^ so gründet 
lieh dies darauf, dass aus den besten Hdschr,,, den blandi- 
lischen «ad bentleyischen, keine Abweichung \on deserit 
ngefübrt wird. Sonst haben desent mehrei^ Hdi$chr. bei 
'ea und Valart, eine von Schmid und zwei von relli. 
3h gestehe, dass das Schweigen von ßentley und Cru-^ 
u i u s zu keinem Schlüsse berechtigt (vgl. S« 85), weshalb 

jh deserat für bestätigter halte V. 13. Orelli's Deutung 

on inertes scheint mir höchst mdtt, wogegen in unserer 
twas Humoristisches liegt. — V. 19. Orelli verwickelt 
ich hier in arge Irrthumer. Er sagt: otrca horam oct(u 
am vel twnam perlegebant canmna nuper-in lucem emissa. 
ie hora octava war , wie Martial ausdrücklich sagt , zum 
aden, die nona zum Essen bestimmt. **). Erst in der 
ora decima begann man Gedichte vorzutragen, was Mar- 



^) Orelli nimmt an diesem Ausdrucke Anstoss, weil es nur 
menschliche Personen gebe. Als ob das Adjectiv nicht häu- 
fig zur bestimmlern Hervorhebung der im Sustautiv liegen- 
den Eigenschaft mit Recht gebraucht wurde ! Wozu solche 
unwürdige Mäkeleien, über denen. Orelli es vergisst, an 
wie vielen Stellen er meiner richtigen Erklärung, freilich 
ungern, folgt! 

**^ Dass man sich whhrend des Essens vorlesen Viess (Plin epist. 
Ilf, 5), galt als Ausnahme. Unbegreiflich ist est, wie Orelli 
noch jetzt seine durchaus unmögliche Deutung beibehalten 
^ill. Wie konnte er die Behauptung wagen, nach dem Bade, 
▼ o r der cena habe man neue Gedichte gelesen ? 



liat beseligt. Vgl Pers. i, 30 f. Juv. XI, 178. Sol iepU 
kaim !|valirlich nicht von der hara octavü oder nomigi 
bnaehl werden, fch glaube jelst , das« der Dichter i 
von der Vorlesung nach dem Mahle spreche, wie sie k 
▼ernehmen, gebildeten Römern stattziiGnden pflegte. Ar 
Ansdnick pihirM aure» aämotefs deolel, wie ua& jetKt sgH 
SU bestimmt auf da)B Vorlese» hin , kann nicht wohl i 
▼ersohiedene, von einander getrennt gedachte l^eserk- 
logen werden. *) 



*} Der Dichter, der bisher humoristisch yom Gebrauche (ie 
Buches ia Schales uod ^fom Leten einzeloee gesf rocbeo iu^ 
deutet bier s|n, dass ibm auch wobl die Ehre zu Tlieilve: 
den wird, ii) vorqeiiinep, gebildeten Kreisei^ Torgrleiean 
werden. 



> «> • • 



SBirelt«s Buch #er Briefe. "^0 



Erster Brief. Vgl. Weber S. 334 ff., der dßn 
Brief 741 setzt. — V. 13 f. Vgl, Sen. Benef. VIII, 7, I: 
Non referam tibi Socratem^ Chrysippum^ Zenonem ei eeie^ 
ros nuignos quidem mros, mmores^ quia in Umdem vetuk^ 
storum invidia non obstat Märt V, 10. — V. 71. Ueber 
den Orbilius vgl. Weber S. 11 ff. Meine Bedenken, gegen 
die Richtigkeit der Lesart V. 69 bestehen noch in aller 
Stärke. Dass Orbilius etwas besonderes gethan, dass er 
den hier genannten Dichter in der Schule zu Grunde leg- 
te , wird nicht gesagt , sondern vielmehr angedeutet, dass 
dieser noch auf gleiche Weise benutzt wurde (ddendaoe 
canmna essereory — V. 137. Peerlkamp zur ArsPoe- 
tica p. 221 will locupletat.s — V. 173. Dass die J)eiden 
Verse bei Piinius nicht dem Dossennus angehören, hat jetzt 
auch Bergk erkannt bei Ritschi Parerg. Plautina Teren- 
liftnaque I p, XIIL**) Bergk stimmt in der Lesung der 



.«* 



*] Dillenburger hat den vierten ^and meines Horaz nicht 
benutzen können^ Oreili nur beii^ Brie/e an< die. Pisonen, 
leider auf aehr ungenaue Weise. Hat er doch nui selten 
die fatschen Citate nach mir verbessert. 

) Ber^kius »agaeiter putat non DöUhnni "versut dici « std 
Flmuti'nos, quibu9 quidem controvif*»^m quaestionem diri* 
m$re atiquis üve iitteratUs . sive iurecontultus Fahius Dar- 
itnnui ptrhibemtur ^ quemmdmodum eandein sememitun item 
J^lautino. vertu camffrobuBSi ScaevoU^ Aeliu» eiAUßiue Uli 
a Plinio statim poU narraniur» 



Stelle uns bei. Ritschl, der bemerkt, man könne 
Zweifel Orelli's durch Vergleichung des Gebrauches von 
bucco begegnen y hebt gegen Möller hervor, dass der 
dorsetmus als Person nicht manducus sei , sondern ham- 
lus^ wonach der Sinn der horazischen Stelle wäre : qum- 
ins ipse' scurra sit in scurris parasüü describendis. Ich 
habe mich von einer stehenden Person Dorsennus oder Dos- 
sennus noch nichl übfrzeugen fc&)i^n. — .y..211 f. Vgl. 
Augustin. Confess. III, 2. 

Zweiter Brief. Nach Weber (S.344 ff.) gehört 
der Brief dem Jahre 743r an ♦) — V. 16. Das verworrene 
Citat (vgl. B. IV, 59) hat Orelli auch jetzt beibehallei 
— V. 26. Di i Ion burger, der meine Ausführung B, il 
73 ff. ganz ubersehn zu haben scheint, schreibt (Emmericlier 
Programm 5. 22 ff.) -in der Stelle des Porphyrio nach allea 
Ausgaböil, der Venediger, der Pariser und der ersten Hen- 
ticopetrina : Valerianus Sercilianus exercitus^ ohne anje- 
ben zu können, was Semßaww^ hier bedeute. **) Die 



•i 



*) „Der in's Feld gehende Freuod (Julius Florus) hatte eis« 

Beissigen ßriefwechsel für die Dauer der Abwesenheit auv 

' i>ediiQgen, itad um ^en trägen Correspondeotea tu spornei 

_. .. ^ init diesem Jlri#^«ch^el dea Anfang seihst zu machen za- 

gissagt. SeiQ Brief ist eingetrofTeu , Horaz ist , seinem ^of* 
(■'• ^behalte zufblge, etwras slumra geblieben, eiu neues fflahoeS' 
^ ' . 'dts Sc|lrll•b•^ des Abwesenden ohne Zweifel \ erfolgt. D> 

dies nun gar auch qoch zugesagtls Gedichte eiafordert, ^o 
"'* nimmt der Poet Gefegehhelt, alle mögliche Gründe le* 
.*>.' .'fertig aufzufefeten,' warum er dermalen alles • andere UeUt 

sein mag, als ein Poet/' 

*) Non erit inepta coniectura fuitse inter Luculli militei «'*** 
■ ;eif 115, quos />. Serif Uius C P. M. 2V. P'atia hauricus }*- 
butr^at' ad persequencios in Cilicia piratas ; is enim triu*- 
ph^vk ex Cilicia a. 679, Lucullut ex Ponto^ Cappadoci^» 
Jrmenia a. 690. Abe^ dasj dasselbe Heer mit twei Nam^B 
. b^zeifihnitt ^«r4ep JOlUe, ist durchau« unwahnacfaeinlicb, v^** 
i^alb ich hei. maiotr V«rniuihiiag, dast.ServUimntM aus Di^' 
tOgraphie «ntstaikd^n sei, .hebarreli muss« . piil<»Bb urgf 
. .fuhrt ..über 4ie v^deriaatacben Le^MMn )etffc.iN.iebtib' 
-.' V ' .«|Vpriesii«^<)0 jäh«r^ römische Gefchichle^^i,« 504# 11,9.^ 
(der deutschen Uebertetzuo^); an. - < . n- \. 



ganz falsche Annahme, Porphyrio nenne den Namen des 
Soldaten, hält Orelli noch bei, wie sie sich auch bei 
Walclcenär findet. Hier war eine der vielen Stellen, 
wo Herrn Orelli meine Behandlung des zweiten Buches 
der Briefe hätte zu Gute kommen können trotz seiner ge- 
lingschätzigen Aeusserungil, 697. — V. 51. Richtig deutet 
die pavpertas audax Weber S. 49 ff. — V. 52. Voigt 
S. 52 erklärt : babeniein tanium^^ ut et, qui M habe&e^ tum 
desit ; wolle man diese Deutung nicht , ^o müsse man Ao- 
hentem absolut nehmen : sed^pmm dives sim, quatenus nou 
desit. — V. 53. Gegen Lambin's stcyae erklärt sich auch 
Schurz fleisch epist. 580. — V. 126. Richtig deutet 
denique MaAy'ig Cic. Fin. 1, 1,3. — V. 128 ff. Vgl. Boi* 
leau's Satiren IV, t03il. — V. 140. Als blossen Schreib^* 
fehler bezeichnet'Peerlkamp (Virg. II p. 458) mit Recht 
die Lesart pretium statt per virn. — V. 155 ff. Vgl. Ariost 
Sat. 111, -235 ff. — V. 169. Göthe schreibt aus Neapel im 
Februar (B. 23, 227) : „Ich sehnte mich nach einiger Er* 
wärmung. Man brachte mir einen Dreifuss, von der Erde 
dergestalt erhöht, dass mari die Hände bequem darüber 
halten konnte. Auf demselben war ein flaches Becken be- 
festigt, dieses enthielt ganz zarte glühende Kohlen, gar 
glatt mit Asche bedeckt u. s. w.^^ Vgl. Abeken „Mittel- 
Italien*' S. 385. — V. 175. Peerlkamp (Virg. If p. 434) 
will haeredem haeredis nach dem homerischen mtidoDv nat-^ 
^€^. — V. 199. Jeep (Wolfenbütteler Programm 1844) 
jscblägt vor: Fauperies immunda modout procul absü. 



<M 



I '.. 



W^er Brl^ an die Plsomen "^1- 



lieber die neuen französischeil Uebersetzungen n 
Porchat und Gonod hat Köhler berichtet (Jaha^ 
J^hrb. 35, 460 ff. 40, 449 ff.). Weber, der idcn Brirf 
zwischen 743 und 746 setzt , hat ausfäirlich <;S. 347 i] 
über die Composition desselben gesprochen. **') — V. 2 



*) UeberLocher's (1470— 1528. Vgl E rhard „Geschichte d« 

Wiederaiifbluhens wissenscliaftlicher Bildung« 111,171 ff.) Ai<- 

. gäbe P a n z e r annal. lypogi*- U 61. Bentlej praef. p VH 

*) Hofman Pcerlkdnip bat a«uerdijigs fotgende nf«t 
Hernteiltiog des vorgeblich in Verwirmug geratlienen Gcdic''- 

' tes versucht Caput primum. Praecepta de carmitie Aerojo 
praeieriim. U V. 1«— l5,'4looh so, dass V. 3 f. lauten: t'A 
dique coUnth memkri*, ut nee oapui uni Nee pes reMatur 
förmae, sed turpiter atrum, wonach die Worte ut nee pti" 
formae nach speeiet V. 8 wegfalJen. II. V. 24-31. Hl 
•V. 14--.22. 32—37. 23. IV. V. 38—41. V.42— 44. 136-152. 

. VI. y 46. 45. 47—62. 70—72. 63—69. Caput secundui» 
Praecepta ^e c(ti*mine dramalico. 1. V. 73—78. 83-^'* 
79-82. II. V. 251-262 UI. V. 263-274. IV. V. 275-29^- 
V. V. 220—239. 244-250 VI. V. 317—322. 240—243. Vli 
V. 202— 219- VIII. V. 86 -88. 154 f. 153. IX. V.89— 97.^ 
V. 98— 113. XI. V. 114-118. XII. V. 156 f. 175-1'^ 
158—174. XIII. V. 119—127. XIV. V. 128—135. XV. ^ 
179—188. XVI. V. 189-192. TVIT. V. 193—201, doch'« 
dasü die Vl^'orte et amet peceare timentes und et consiÜt^^' 
amice inngestplh werden. Caput tertium. Praecepta g«"' 
falia, I. V. 295-310. 312—316.311. V.306— 9 lauten ** 
ihm also: Munus et officium, nil scrihens, tpse docebo Si^' 
bendi recte\ quid formet alatque poetam; Qiiid decf^i 



Mirt.0/reUi jetot irltiins die SttellDdes Pünioftiatt. >*i. 
V. 4 C Vgl. Pffodeilt. in Symm, 11/58 ff. -^ V. 8 figt« 



■ l.iLi 



' quiä noti ; quo virtus , quo ferat error ; Ünde panHtUr 
opes : saptre 4n et primcipium et ßns. II. V. 32S--M2. 

III. V. 333—336. 338.346. IV. V 347-360. V. V.361~.365, 
VI. V.366— 378. VII. V. 379—390. VIII. V. 391— 407; doch 
'erkläfl er V. 404— 40i5 die Worte et grada ret^um — op€^ 
rum finU für tmüchi. IX. V. 408-.4i8. X. V. 419^^52. 
Xl. V. 453 — 476. Peerl k a ra.p theilt auch die vod uns B. 

IV, 358. angedetitipte ümrtellring "ton Petro Antonio Pe- 
trin! (nicht Patrini» wie a. a. O. steht) mit, der «benfalls 
drei Haupttheile annimmt. I.«V. 1—13. 408— 411. 295— 308. 
33—45. 309-322. 136^152. 14-23 32-37 46—72. 99— 
113 333-^346. 73-78 83-85.7-9-82. 251—262. 270-274, 
2S63— 269 323-^332. II. V. 275-294. 89—98. 153-178. 
114—135. 179—188 361—365. 189-250. 86-88.412—418. 
III. V. 24^31. 347—360.419—476 366— 407. Anton i o Ri^s- 
coboni (1591; wollte das Gerücht also herstellen: V. 391-^ 
418. 295^308. 361-385. 32—41. 309-332. 285—294. 333 f. 
341-346. 73-85. 275—280. 220—233. 281—284. 42—45. 
146-^152. 1-13. 338—340. 128—135. 14—23. 136— 14ö. 
119—127. 114—118. 153-178. 335—337. 96—113. 86^95. 
270-274. 234—269. 24—31. 46—72. 202—219. 179—201. 
349^360. 386—390. 419—476. Hfermit stimmt fast nur im 
Aufange. fot^ßi^der Verbuch von Loiiis D espr ea (1712) 
überein: V. 391— 411. 361—378. 73—78. 83—85. 234-^239. 
251—262. 79—82. 275—288. 202—224. 385 f- 309—311. 
37Pt^384. 4a2^418.r86— 88 263—274. 323—332. 453^476. 
295—308. 38—41. 1—9. 149 f. 45. 42—44. 92. 29 f. 32—37. 
14—22 128—130. 240—243. 131—149. 151 f. 338-340! 
3^7—322. '^01-^127. 312—316. 175—178. 1ö3— 174. 3te— 
337. 341— 346 17J>— 201. 244—250.225—233.24—28.31. 
8^—91. 93—100. 46—72. 388—390. 289—294. 386 f 434— 
437. 4l'9-iii433 347—360. 9-13. 445—452. 438-444. Zu 
V. 42^ führt Peerllamp dieUebersetsnog der Poetik yoik 
Snares Barbo.sa (1791) an, in welcher nach V. 425 V. 
434 — 437 gesetzt werden. Peerlkamp selbst glaubt, dast 
keia Webk». eines römischen Seh riftet ellers nicht bloss In 
der Aufeinanderfulge der Verse, sondern auch in den ein« 
zelnen Versen selbst mehr gelitten habe, als unser, Tielfacli. 
19 Schulen gelesener und deshalb mannigfach omg^estellter 
Brief, wonach er die Lesart an mehr, als achtzig Stellen 
ans blosser Vermutiiung ändern will Eine genauere Betrach * 
tfing dieser höchst gewaltsamen Kritik des scharfsinnii^en 
li^>ll.tn(ii5chen Gelehrten wurde uns an dieser Stelle zo weit 
I. 'ihren, eine blosse Angabe der Conjecturen aber ohne 
ihre Begründung nutzlos sein. Ganz verfehlt ist S. 212 der 






Sit 

Mii».Gk: f$ak. VII, 31. ~ V. 10. Wir mOsaen noch jetzt 
gegea Oralli bemerken, dass der Demang vono^: 
mre permissüj die auch Dilienburger aofninmit, derZo- 
MmnieDbang widerspricht Der Gegenredner, den sichUo- 
raz denkt, beruft aicb auf die voUe, unbesehränkte Freiheit, 
weiche Haler nnd Dichter gcniessen. Horaz dagegen weis! 
diese Freiheit V. 11 f. in ihre Schranken. Dies würiie 
ganz nnangebracbt sein , wenn jener nur auf eine „billige 
iPreiheit^^ sich berufen hätte. Will man aber aeqita deaten, 
„Fteibeil, auf die sie mit Reebt Ansprach machen, die m» 
ihn/sn billig zugeslehl^S so* ist der Zusatz ohne Bedeutoi^f 
Wenn Orelii dies gerade unserer Dentang vorwirft, ss 
bat er sie nicht richtig aufgefasst. Der Gegenredner d 
sagen : „Dem Dichter hat man ja immer dieselbe Freibeil 
zugestanden, wie dem )ialer<% wobei zu bemerlien, dass 
die Maler der Zeit sich in phantastischen Gebilden gefie. 
Jen. — V. 21 f, Orelii vergleicht das griechische SprA 
Wort : SV nidrn ttjv itsgafieiav imxeiQBVv fiavOdvdv (M 
ßoTg. p. 514 A. Lach. p. 187 B).'— V. 32. Di» Lesflt 
fhst aller Hdsohr. faber ünus *) hat an Dillen bürget 
(vgl. Emmericher Programm S. 24 ff.) einen grundlicbeB 
Vertheidiger gefunden ; doch haben auch seine Gründe uns 
nicht von der Richtigkeit derselben überzeugen köDsen. 
Nach Dilienburger soll Äemilhm — faber imus&^^ 
bestimmte Person sein , wogegen sprachlich nichts einzu- 
wencien ist ; aber I^oraz wurde eine solche geradezu nü 
ihrem Namen benannt, sich nicht einer so sonderbaren Um- 
schreibung bedient haben. Dazu kommt, dass es unpass 
scheint, dass Horaz hier gerade eine bestimmte Person 



>< I » 1 1 ■ i i^ 



'/ aoi V. ^06, verglichpn mit II, 1^111, gezogene SchlnM,«'^ 
" n/^rh unser Brief vor dem ersten des zweiten Buches §«• 
••* dithtrt seinsoü. ^ 

..*) Der YpiUländigkeit . wegen erwähnen wir Peerlkam* 
. Vermuih.urig (Virg, JI p. 460): fabri maniis, die er in*' 
Her. Aufgabe des Briefes weiter ausgeführt bat. 



r » 



ttwniibi, dal i denl' Sime hi^r iw der Gedc^nke, iinge« 
nejsen ist y dass ma«clle g6wöfattlieb& ft^ndw^ki^r^ die 
nir6c0«^Mt^e; zufii' Künslier diirißb AemiUumeircaiuAim 
eaeicluiot «ilid^ .eintdAe Theile vprtrefBioh /arJt^eilcf iöo* 
leti. ^); D&s&iAemilmm circa Imdmm nipht allein Stefan Iiöaae, 
lemerkt mit- uns Dillen bürg er; dids ist:iibqr d^r F{|11, 
renn ünuaiidBsen soW praeUbr eet&ros. Dass ein ge- 
rohnllch^ Handwerker ganz ausgezeichnet einzelne 
'keile darstelle, scheint uns gar nicht wohl angebracht; 
er Diühteil wül viehnehr sagen, dass einzelne Thei(e auch 
tneni; ge^dhnUchen Handwerker, geralhen.**) — V, 53 ff, 
le Stelle des Cicero, gibt jetzt auch Orelli, — V. 61. 
Bss prima dea Gegensatz zu pronos in atmos bilde, ist un^ 
irgtar. OreUi*s(derDante'$ Hotte. 111, 112 ff. vergleicht) 
eutiing: prima quaeqme ist sehr schwach. Ganz an- 
;rs ist diäS'Bild beiDahte, wo Von dem UebereinaiKierfal- 
n der Blärtfer die Rede ist. '-^V. 65. Eine der vieleii ün- 
ahrheiten Orellils ist die hier vorgebrachte, ich habe 
u tacu» ^apiaqne vermulhet , da ich ;nich doch gpnz be« 
immt für palus dm-aptaque erklare und nur gelegentli9h 
ünerke^es könnte ^ eiher leicht locus statt paius verniu«. 
sn. Bei dem. grossen Schwanken des Geschlechter der 



*') Seltsam belii>uptet Orelli, um nur einen Gm imI gegen 
mich anzuführen: Hoc unui pro alitfuis pösitum contra 
mor^m Horatianum incPedibiUur languere. .Den Sproch. 
gebrauch kann er nicht leugnen; darum nennt er den Aus- 
druck matt. Warum es aber unhorazisch sei zu sagen wso 
ein gfemeiuer 'flandwefler**, möditifr man Von Orelli gern 
erfahren. 

**) Wir glauben jetzt, diMS moiUs auf ungues undcapillos zu. 
gleich, geht und die geluij^ne DacstelTung bezeichnet. Vgl. 
sat..!!, 3, 22. Pann zeigt sich aber unus in der von Orelli 
angeno^nmenen Bedeutung nicht bloss überflüssig, sondern 
^aa^ .yierfehlt. Man kann, wohl sagen unus eäcprimere ea- 
-piUo^i,)Sihjßx nicht' unu^ evprimere molles capillos. Oass die 
▼pnQ.reni apgeführtea* Beispiele von, 'unus nicht passen, 
|>«raerk.t Dil 1 ei^ b^i c^j^r ^ das passende sat. H, 3, 24 .konnte 
Oreili bei mir finden. 

>ünt«er*8 Kritik. V. ^^ 



S14 

/ 

$ 

Warter ntl us der vierten (Schneider U, 32tff.)fi| 
es wohl mogflicb gewesen^ dass Heras Ummb weiblich {i 
braucht, dieses aber gerade zur Corruption Aniass gepM 
Doch haben Mrir eine solche Vermnthung selbst nicüjd 
billigt. PoluB mit vericurztem u scheint uns mit Beiifj 
und Peerlkamp bei Horaz nqch immer unertraglid- 
Auch Stolberg (Werice VII,314) schreibt irrig die ii 
trocknung der Sömpfe dem Aogustim zn. — V. 78.1» 
angenommene Ironie scheint an dieser Steile darchaosi^ 
passend ; auch ist sie weder in grammaUd^ noch sonst n 
gedeutet. Vgl. B. IV, 225. — V. 9fi- Auch jetzt vmi 
meine Verbindung* als kralliger und lebendiger gegen Orei 
li's grundlosen Tadel schätzen. Peerlkamp seilt im 
ea?i«i Comma und bezieht dieses bloss aufPeleus, wie im 
per auf Telephos. — - V. 98. Hier hat Orelli einmal Rec^ 
dass ich pura nicht richtig als Conjectur Bentlefi 
bezeichnet habe. *) Dagegen ist das, was er V»117gff 
mich bemerkt, wieder eine völlige Unwahrheit — ^-^'^ 
versteht Köhler S» 465 mit Recht unter naüronaf^ 
keine Königinnen , wie Orelli, sondern erklart „dit f 
bietende Hausfrau^^ — V. 131. Publica maieries fassexi 
so, wie Orelli, „einen allbekannten StolP*. **) — VJ3ä 
Seltsam erklärt Orelli jetzt pudor: ne a spectaiB'^ 
propter inscüiam tuam deridearis^ Richtig Dillenbuf' 
ger. — V. 139. Aus guten Gründen zieht Dillenbm 
ger mit mir pariurient vor. Orelli verlässt hier 



*) Er 3^gjt vom codex yi^pmiensis: A prima manu it^ ^ 
textu erat pulch ra f postea per rasuram pura repo^^ 
est et p uichr a inter lineas pro varia lectione reU§i^ 
Am Eudä der Not« heJsst ea^: -ffanc ergo, gui recepta non 
tisfhcitf ' P^igomiensis codicit lectiokem sequatur» 

••) ß. IV, 345 Note bat sich ein Druckfehler eingeschHc*^ 
wie leicht zii ersehn war. Statt res aliis poetis iR^ 
soll es offenbai' heimsen: res' aliis poetis iam trattetA,^* 
mein Text und die ?lote seihst zeig^ta. OrelÜi^ 
hier die Gegenbemerkung gegen mich an fiilscher Stelle f*^ 
fugt, hat darauf freilich m seiner Eilfertigkeit nicht gea^'''^ 



S15 

seine eigenen Hdschr. — Y. 146. Or eilt gibt zu, dtfss ich 
nan sine quadam specie Ton W e I c k e r abweiclie, IQlirt aber 
^egen mich an : Cur tandem Diomedü redüum a Troia me^ 
moravU ante belli Troiani ipsius exordium? AdfeciatM 
certe hie ardo , non arüficiosus videahtr necesie est Der 
[)ichter wählt zwei verschiedene Stoffe, wobei er gar keine 
Rücksicht daradr nimmt, welcher von beiden der Zeit nach 
ier frühere ist. Wir glauben miwiderleglich gezeigt zu 
laben, dass sich Welcker's Deutung hier nicht halten 
asst. — V. 153. Tu erklärt Orelü jetzt; Tu, Pis&, ei 
fuivis alius meo^ilm tectorum, — V, 156 ff. Vgl. Manil. V, 
^55 ff. Prudbnt. in Symm. II, 318 ff. Regnier Sat. V, 
19 ff. — V. 165. Orelli übersieht^ dass der Dichter hier 
lie verschiedenen Alter der Menschen allgemein schildert, 
>hne Beziehung auf das Drama oder gar die Komödie aliein, 
)der stellt der Dramatiker auch den eben erst sprechen- 
en Knaben auf der Bühne dar? Freilich hatte ich dies 
chon früher bemerkt, aber Orelli gibt sich nicht die 
luhe .mich ordentlich zu lesen, vielweniger meine Gründe 
orurtheilsfrei zu erwägen. — V. 172. Spe longus erklärt 
orelli jetzt : tardus et diflßciHs ad sperandum. — V. 18d. 
[egen Orelli muss ich bemerken, dass ich nicht meo ar~ 
Uratu ' über die Stelle des Cicero urtheile , sondern nach 
wohlerwogener Auslegung, wie vor mir der von mir ange« 
rhrte, von Orelli übersehene Lange. *j — y. 197. 
egen Orelli's unglaubliche Entstellung meiner Ansicht 



*) Cicero sagt: „Dass dieses dritte Jahr deioer Herrschaft gleich» 
sani wie ein dritter Act, das vollkommenste sei". Er bezeich- 
net hier jedes Jahr bildlich aU einen Act. Dass der dritte 
Act bei den Bömern der vollendet&te gewesen, folgt, ebfnso* 
wenig , als dass die Bömer unr drei Acte kannteo , wovon 
keine Spur vorhanden* Freilich meint jO relli, sie hätten 
den ^^oio^Of und i^oSog von den actus geschieden. Aber 
^ies ist geirade eine aller unserer sonstigen Kenotniss wi- 
dersprechende Annahme, g^gen welche' ich^ einfach auf L an- 
.g# verweise. Peerlkamp p. 8t will bei Cicero Uinquam 
txtriMus aatus lesen. 



91« 

kann ich jetzt auFDiUeiiburger (Binm9rifl^i;.FresTaißin 
S. 26 £) verwei&en , der mir vollkommen beisümmt Vgl 
auch Peerlkamp's NQle p.97. — V. 208. Orelli'sBe- 
aMrkuim[: Urbem praefert Dimb,et ^ aimirabUe dxQiom 
fspemplar^ nötbigl mich diese Sqbmähung jn*s Licht zu 
setzen. Nachdem ich angegeben habe, da$s die Autorita! 
iur urbes zu sein scheine, behaupte ich, d^ss urbesuu 
ständiger Weise nicht auf Roip und Alhen oder auf itali- 
scke Städte bezogen werden könne (und dies behaupte icli 
noQh jetzt); man könne nur an Rom denken,^ doch scheine 
uns die Ani^ahnae, Horaz. habe, i^rbe» fu^ Ilom aliein ^^ 
setzt, etwas gewagt. Ist «dieser letztere Zweifel gegrunä 
so müsste man urbem schreiben« Dafür« d^ss^ urhes fo 
eine Stadt stehe, führt Lübker zu den Qdea I, 14, 7 i 
Stelle Virg. Aen. VII, 364 an, wo man aber noch zweifeln 
kann« ob Troianas nicht in weiterm Sinne zu «nehmen sei. 
Jedenfalls wäre Troianae urbes für Troia weniger zufal- 
lend , als urbes geradezu für Rom. Eine ähnliche Schnii- 
bung Orelli's zu V. 212 wird jeder würdigeq, derdie^ 
treffende Stelle in meinem Coramentare zu erwägen weiä 
Alle Polemik wird gehässig, wenn- man, wie Oreililhi^ 
die Gründe des Gegners nicht hört oder entstellt. — V.2ii 
Weber (S.350) stimnU der unbefugten VermuthungOrel- 
li*s bei, der ältere Piso habe Satyrspiele schreiben woi|eo. 
Vgl. dagegen B. IV, 472. — V. 240 ff. Orelli halleti' 
seine von mir bestrittene Ansicht aufgegeben und ist ^ 
von mir empfohlenen gefolgt. — V. 258. Sodaliter hai 
ich nicht, wie Orelli behauptet, erklärt „wechselnd^ son- 
dern „auf freundliche und bereitwillige Weise", „abwecli- 
selnd als sochis^^; ich nehme es also in seiner urspräf 
liehen Bedeutung, aber in einer besondem Anwendung- 
V. 258 ff. Meine vorgeschlagene Deutung dieser Verse f«- 
tigt Orelli glücklicher Weise ohne Grund ab. ~ V. ^ 
Orelli verbinde! jetzt honestae bloss mit pallae, — V.^^ 
Vgl. Jacobs delect. epigr. p. 280. — V. 301. lieber*" 



317 

Licinus Madvig OpAsc. fl, 203 if., der unentsehiedeii 
lässiy ob ein doppelter Licinus anzunehmen sei. *). — 
V. 304/ Weber (S. 351>: Nihü, qüod fanti aestifntmdum 
ft^, quanii esset ^ optima poetnata facere, — V. 333. Wo- 
»er (S. 353) erklärt prodei^^e „auf ßildungszwecite ausgehn.^ 
- V. 341 f.' Vgl. lilommsen „die römischen Tribus'« Si 
II f. , der celsi erklärt „gleichgültig*'. ~ V. 359. Irrig ii^ 
fS, wenn Orelli sagt, ich habe seine Deutdngf sine ullö 
\rgumento verWotfen. Gegen seine falsche ErklÜrung, wie 
egen dte fibHgen, habe ich bemerkt, dass dem Zusammen-^ 
ange nach nur an Versehen im Ausdrucke £u denken 
ei. ♦♦). - V. 371. Völlig unbedacht ist O.relli's Vor- 
urf, ich nehme ohne Grund an^ Cascellius sei damals nicht 
ehr am Leben gewesen. Ich bemerke, zur Zeit derTriura- 
iren sei er schon in hohem Alter gewesen, was aus VaL 
ax. VI, 2, 12 richtige verstanden, folgt; demnach kann er 
lum noch zur Zeit unseres Briefes gelebt haben. Vgl. jetzt 
treuber's Bemerkungen „über die Chronologie der Ho. 
zischen Dichtungen** S. 192 f. Mesalla überlebte freilich > 
m Horaz ,' da er nach Hieronyinus erst 766 starb, wad 
relli gegen mich hätte anfuhren sollen. — V. 381. 
}1. das Gedicht ad Pisonem 176 f. — V. 391 ff. Vgl. 
riost Sat VI, 82 ff. — V. 396 ff. Vgl. Juv. XV, 149 ff. 
• V. 409. Der fast allgemeinen Ansicht, dass oena, yom 
3iste gebraucht (vgl. carm. II, 18, 20), ein von den Me- 
ladern hergenommener Ausdruck sei , glaube ich auch 



*) Ueber den reichen Licinus vgl. Roi^lez sur les magistrat» 
Romains dt la Bel§ique S.'37. Peerlkamp, der p. -211 
durch ein seltsames Miss-verständniss annimmt, Licinus habe 
auch einzelne Krankheiten zu heilen verstanden, erkennt 
mit mir an, dass hier nicht der Günstling des Augustus ge- 
meint sein könne, den Horaz nicht auf solche Weise einfuh- 
ren wurde. 

**) Jene schwierigen anoQ^fjiajat welche die Grammatiker aas- 
findig machten , störten wahrlich unsern Dichter nicht im 
Genüsse der homerischen Gedichte. Deshalb habe ich Orel- 
1 Vb Deutung unwahrscheinlich genannt. 



318 



jetzt trotz r e 1 1 Ts a^entb^ueriicber Bemerkung : oniiwi- 
lium venas HoratiuSy sani ingenii homo^ divües mnijim 
pocasäet (Horaz braucht dives spes^ divesrlingua^ Cm 
dwes diihyrambus')y noch widersprechen zu müssen. Fof 
wird von der innern, belebenden Kraft des menschliiii 
Körpers gebraucht (epist. 1, 15, 20) — woher auch tesü 
Vena uila paiemi (Pers. I, 103) — , weshalb es dennti 
die geistig«, schaffende Kraft übertragen wird. Quintiliansij 
VI, 2, 3 : Ckmtra forsUan tenuis quoque ei angusia inj» 
eena^ si modo vel doctrina vel ususitadiuta^ generan 
iUque ad frugem perducere queat , wo tenuis. und angti^ 
nicht etwa auf die Enge der Ader deuten , sondern, wie 
bäuGg, ,,gering^^ bezeichnen. Juvenal VII, 53 braucht pM» 
Vena. Ein Beweis , dass das Bild von Metalladem berge' 
nommen sei, ist nicht vorhanden und daran um so v^ 
Biger zu denken^ als vena von Adern in Steinen, Holz i 
s. w. fast eben so häufig , als von Metalladern steht. ^ 
Campe's deutsches Wörterbuch unter „Ader". — V.^Ü 
Vgl. Varro bei Non. v. ramices: Priusquam in ordi^ 
pythaule^ infiet tibiaSy domi suae ramices rupiL Philosb.^^ 
Apollon. IV, 39.^ Hygin. fab. 273. — V. 467. Sen. BencU 
16, 4: Quemadmodum pulcherrimum opus estetiam't 
noleniesque sertare. — V. 473. Vgl. Claudian. 
Stilich. III, 271 f. 



Reurlv'^^i^« 



dere se I, 359. III, 444. V, 
109. abditus IV, 396 f. V,69. 
»endspasi^rgänge V, 237 f. 
i JV 173. 

►Utiv IV, 91. absoliiUi8V,76. 

beim Passiv I, 293. 387. 

rotonum IV, 264. 

Stare IV, 518. 

II, 158. 173 286. IV. 130. 283. 

ademi silvae IV, 78 f. 

censu« III, 359. 

Jipere II, 136. IV, 498. ac 

ceptas IV, 281. acceptura re- 

Ferre IV, 326. 

irescere IV, 485. 

Mirrere li; 196. 

ir IV, 429. 

Jrvus ruens IV, 217, 

»rra V, 114. 

Jtum II, 348. V 258. 

lere linguam III, 146. 

hilleus V, 27. 194. 

^ desDrama's IV, 457. V,315; 

ium , Scblacht bei I, 70 f. 

^ 175 fc: Auffuhrung dersei- 

^n III, 503 f. 

»bere JII, 320. 

;ctu« HI, 262. 

»l«» V, 111. 

locere III, 209. 

•»« ". 207. 408. IV, 421. 
^ 269. 



adüigere, adfigere II, 236. V, 218. 
adhac in, 169 IV, 122. V, 186. 
Adjectiva, Stellung und Verbin- 

biodimg I, 116. 135. II, 188. 

111,97. V,57. 159. 186. 208 f. 

statt ganzer Sätze V, 265 (vgk 

saous). statt d. Genit. V, 157. *) 
adiudicare III, 502 f. 
adoptare III, 349. IV, 111. 
adrasus III, 379. 
adsitus iV, 154. 
ad summam III, 293 f. 
adulter V, 181. 
aduslu» V, 275 f. 
adversus II, 358. 
Aeckervertheilung II, 399.413. 
aedituus IV, 324. 
Aegaeum mare III, 227^ 
acger IV, 272. 
Aemilius (?) III, 235. V, 297. 

Aemilius Indus IV, 388 f. 
Aeneas(pater,pius)1, 186. V,162. 
aeneua II, 355. V, 259. aeaea 

turris V, 125. 
aenum IV, 154. 
Aeolium carinen IV, 145. 
aeqoare IV. 204 f. aequus III, 

333. V, 282 f. 
aera III, 334. V, 234. aera me* 

rere IV, 513. in: »ere esse 

IV, 64. 
aerugo IV, 510. 

. : I • 



) Vgl. LübkeK« ,^graniitiatische Studien« S. 10 ff: 25 f. 4411 



320 



Aerzte IV, 264. Form ihrer Vor- 
schriften IIT, 238. 
Ae«chylo8 IV, 289 f. 496 ft 
Aesopus, Schauspieler IV, 245 f. 

dessen Sohn JI, 363. 
aestus IV, 80. 
aetatem Jucere IV, 171. 
Aetolien, Jagd in III^ 500. - 
Afranius IV, 229 f. 
Afrika, reich an wilden Thieren 
1.335. Vgl. Vitriiv.VlIl, 3,^4. 
Africaoum bellum V, 189.* 
agere II, 214. 
agger (des Tarquinitis) H, '86. 

V. 240. 
Agrippa II, 63. IH/44. 63 f. V, 
21 f. Agrippae portifcus 111, 
336. 
a^ros adsignarp IV^ 194. 
Aias I, 392. 11,357. 359. V,36. 
Alba, Albanns inoiis lil, 361. 
IV, 203. Albanuiii viuura I, 
127. II, 315. 
Albiiius IV, 509 f. 
Albiiis' Sohn II, 1S7. 
Albula IV, 240. Vgl. Vitruv. VIII, 

3; 2. 
Albucius (Albutius) 11,279. 455. 
albus II, 272. albus et ater IV, 

165. 
Alexander IV, 325 ff. sein Bild- 
niss 328. vou Augustas be-*^^ 
wundert 333. 
Alfenu8(Alfeniu8) II, 117. V, 225» 
alienae malae il,.343. V, 257* 
Alkaeos III, 1(>. 18. 524 f. IV, 
111. V, 27 f.. 87. Alkäisohd 
Stroph« I, 31. IV, 15 ff. 
Alkmanischs Mass' I, 28. 
Allegorie I, 372. f. 
Allifaner ßecher 11^ 319. 
Alphius I^ 318. 1 
altitia III, 372 f. 
alveus H, 382.' . 
am»biltte» IV, 281. 
amarus II, 348. 

ambages II, 426..' ■ * • . . 

ambitio II, 404. Ambitus III, 

346. ambitus aquae IV, 381. 
ambj^«llis II, 2(12. .. 



. Ameisen II, 228 f. V, 217. 
amicuä IV, 271. V, 74. amb 

lus III, 468. 
Amphion und Zetlios III, 49$ f. 
ampiilla, ampullari III, 141. IF. 

418. 
Auiyntas III, 4. 
an II, 189. Ili, .151. 
Anuchronismus V^ 112. 
Anadiplosis V, 62. 
Anakoluthie II. 175. 411. 111,2:;! 
* tV^ 170 V, 221. 
Anakreou IH, 18. 
Anaxagoras HI, 168. V, 290. 
Aliens IM, 337. 
Anecdi.teri II. 232 234. '1 

351 f^ 354 f. III, 343 3/6 f 

496 f. 534 f. IV, 73 ff. 95t 

1.32 ff 150. 
Atifjiug und Ende eine r Ode l»^ 

ziehen sich a(i/ViQau(JerY,H!^ 
angulus III, 4a4 f. 
anilis II, 417 

animus 111,318. animillU.'^ 
Anknüpfung, lose 1, 106. HPl^ 

IV, 122. 172. 
anoales jkiaxiihi IV, 205 i 
annöna V, 300, 
annosa Volumina vatum lV,!it''' 
in anuum III, 514. ailnt itv0f 

tes IV, 451 (nebst Zssiti) 
Anrede , zwischen g«lscboi)«flC l 

118. doppellö V, 75. 
Anschlagen der Saiteil lV,5lU 
anteire HI,. 321. 
AnticyraIV, 601.. V. 267. 
Antimachös'IV, 443 f. 
AxAl^qltÄleDU^balMrei 11, ^^ 

. 307. V 2ö6i 
Antönluj^'.l, 69. II» 121. 127. 12Ö 

III, 6. 15. 18. Vv I8& > 

lus Antonius i, 3lA. 
Apella H, 144. < 
Appius II, 151. 
via Appia II, 123; III, 236. ^ 
.'Vi 22& 
Apollo I. 51. II, 219 Ur. 43 

V,13. 110. 195. 204 ff. 2W 

Tempel auf dem Palatioui ^i 

U5» Vgl, AMgUtMil. 



m 



Ipotheoseift ztr ttom IV, 197 ff. 
ippouere 11, 218. 
ipposcere IV, 111. 
^seudo-Appuleins I, 3t4. 388. 
Opposition zu einem Satze V^ 

132. 209. 
iquae V, 210. 
Iquarius li, 229. V, 217. 
quiio IV, 171. 403. 
rbitrium IV, 406. 
irchiaci iecli IH, 200. ' 
irchilochos II, 22 f. III, 12. 15. 

523. Arcliilochische Masse I, 

28 f. 
Lrchjrtas 1, 59. V, 48 ff. 
rctus 11, 418. 
rcus V, 139 f. 
rdere 1, 2.56. II, 139. V, 231. 
Teilius II, 417. 
.rgo» IV, 133. Argiviis IV. 427 f. 
rgulus 1, 87 f. IV, 103 
.ricia II, 12i. JV, 153. 382. V, 

232. 

riobarzanes 111, 344. 
ristarchos IV, 335 f. 535. 
ristippos H, 347. 111,263 265. 
472 f. 475 f. 
rriiis II, 345. 
Togare IV, 213. 
8 IV, 232 f. artes IJI, 334. IV, 
195 f. 311. 

toriiis III, 235. V, 297. 
tus, altus I, 236. V, 121 f. 
i II, 403. IV, 335. T, 267. 
culum II, 142. V, 232. 
»Ilo surdo narrare IV, 310. 
k.lepi£ic]lsche Masse I, 29 f. 
[V, 17 f. 
»ergere II, 185. 
eritas IV, 272. 
irare IV, 465. 
yrius IV, 427. 

erie I, 232.111, 60 f. V, 113. 

radeton II, 265. 324. 111,99. 

r, 223. 

II, 137. 356. 

llanae IV, 284. 

. 1V,531.V,268. Vgl. tlbus. 
ai II, 339. V, 248. 256. 



atranientufo IV, 327 f. 

Atta ly, 244 f. 

Attaliis 1,337. AtUlicae lüi^es 

HI, 320 f. 
Attius 111, 500. IV, 227 f. 
attentns Uff, 391. 
audax paupertas IV, 82. 
auilere III, 3l0. V, 281. ' 
Aufldiüir Luscus II, 129 f. 
Aug^Dsatbe (collyria) II, 128. 
August (Monat) V, 286. 
Auuustus [III, 502 f. Apotheose 

IV, 198 ff. Bessiehung zum 

Apollo V, 13. 110. 205. wüascht 

den Namen Romulus zu er* 

halten IV, 193. V. 107. Vgl. 

Alesander. Apollo. Spiele.' 
aulaea IV, 306. 445 f. 
Auletik IV, 253 f. 
Au Ion I, 362. V, 74. 
aura I, 238. V, 78 f. 
aureus I, 219. 111, 178. 
auris in ore est I IT, 243 f. 
auspex I, 124. V, 26. auspicla 

IV, 335. V, 170. auspicium 

facere V, 280. 
Auster IV, 171. Vgl. Sed. epist. 

14, 7. ' 
aut IV,' 302. V, 216, 
Aventinus und Quirilialis IV, 

88 f. 
atere 11, 185. V, 226. 
averrere II, 300. V, 262. 
aversus V, 135. 
a vertice ad talos IV, 60. 
Avidieuus 11, 278. 
avus II, 149. 

Bach, bildlich III, 164. IV, 124. 
Bad II, 118, 169. V, 131. 236. 

nach dem Mahle III, 351. 
Bär, aus dem Käfig entsprungen 

IV, 450. 
Bärmutter des Schweins III, 250, 
Baiae , Bäder IV, 238 f. Baia- 

ntis sinus III, 287. 
ßakchylides I, 73. III, 18. 
Ballspiel II, 169. III, 502. 2V, 

520 f. V, 236. 
Bandusia I, 286 f. Vgl.Di|enUa. 
barathro donare II, 353. ' 

14* 



Barioe I, 236. Ilf, 42. V, 78. 
Barium II, 144. Y, 233. 
Barrus II, 187. Barot II, 153. 

V, 226. 
barrus V, 193. 

batillum prunae II, 130. V,228f. 
ßaviui I, 323. 
beatus I, 70. 170. 203. IL 312. 

III, 311. 400. 445. IV, 115. 

531. V, 20. 140. 186, 281. 
Becher V, 115. Zwei Becher II, 

166 f. 
Beifalls'bezeuguDgen III, 23 f. IV, 

532. 
BekränzuDg vonSUdleA V«24f. 
Beliona II, 361. 
beue dicere IV, 283. 
Beiie?entuin II, 138. V, 231 f. 
benignus III, 206. 
Bereiter der Pferde III, 319. 
Berührung des Altars beim Schwö- 
ren IV, 197. beim Beten V, 

135. 
Beschwörunngen , magische IV, 

175. 
Bestius III, 249 f. 
.bidental movere IV, 539. 
Biene, Bild der Thätigkeit III, 

145. 
Bionel sermones IV, 86. 
bis terque IV, 516. 
Bithynien III, 340 f. 
blandus IV, 274. 
Bock I, 166: 322. Bocksgeruch 

I, 216. III, 213 f. 
Boeotien's Himmel IV, 330. 
Boeser Blick III, 431. 
Bolanut II, 198. 

bonus IV, 78. 123 bona pars II, 

233. 
in breve cogi III, 532. brevitas 

II, 251. 

Brod, Arten desselben IV, 269. 

Brühen H, 304 f. 321 f. 

Brundisium, Zusammenkunft da- 
selbst II, 121. 127 ff. 

Brutus II, 32 f. 46. III, 535 f. 

Bochladen II, 182. III, 530. IV, 
519. 

Bühnenstücke, verkaufUV, 296. 



VgL Ritochl Parerga Plaotl, 

328 ff. 
Bundniss mit Gabii IV. 204 f. 

mit den Sabinern IV, 205. 
Bürgerkriege als Folge der Zer- 
störung Carthago's V, 68> 
Büsten II, 176. 
Buhlerinnen II, 73. III, 484 f 

495. Vgl. Kleider. 
Butra HI, 212. 
cabalius II, 157. 
cfdere IV, 217. 
Gadmus, Henker II, 154. 
Gaeciliui IV, 232. 
caelatum opus IV, 104 ff. 
caelestis 111^ 148. 
caementa demittere V, 102' 
Caeres cera III, 352. 
Caesar, Julius 11, 121. Caeia- 

ris horti II, 200 f. 
caespes I, 130. V, 88 f. 
Gaesur 11,91. V, 159. 241.2^ 
Calaber hospes 111, 363. 
calcare V, 55. 
calculi V, 234. 
calere IV, 260. 
calidus IV, 90 f. 
caliendrum If, 96. i 

callere, mit einem Infinitiv V 

165. 
calo III, 431 f. 
Calpus, Calpurnius IV, 500. 
Camelius. Vgl. Aeniilius. 
camelopardalis IV, 308 f* 
Camena IV, 204. 
caminus II, 140. j 

Campauus morbus II, 137. j 

231. poni 11,132 V, 230. 2J| 
campus Martius lll, 382. 

IV, 449 f. 521 f. V, 238 
-«ampestre III, 228 f. 

campestria arma IV, 521. 
candidus 11,77. III, 184. IV, 

V, 39. 114. 
cane peius et angui III, 4'^ 
Canidia I, 238 f. 329. II, ^ 

111, 7 ff. V, 37. 
canis a corio nunquaro ab# 
rebitur uncto II, 440. 
canorut IV, 92. 



S29 



:aiitaber III, 6S t V^ 74. 
lanthariis J, 1!26< 
:antor IV, 446. 
:anusium f I, 140. V« 233. 
:aptivuiii auruin IV^ 307. 
:apsa 11, 176. IV, 341. 
^aptor V, 160. 
Capoa II, 133. V, 232. 
Carinae UI, 378. 
Carmen perpetuum V, >23f. 
carpere viam II, 143. 410. V, 272. 
carus I, 36 f. 

Cascellius IV, 518. V, 317. 
Cassius Etruscus II, 262. Cas- 
aius Parmeosis III, 185. Cas- 
sius Severus I, 322 f. 
castigare ad uDguem IV, 500. 

castigator minoruiD IV, 451. 
castus IV, 465. 
cateila III, 484. 
catena II, 343. III, 318. 
cathedra II, 266. 
Caria II, 74. 
Catiias 11,292. 

Cato II, 65 f Iir, 520. IV, 399. 
V, 133. Valerius Cato II, 13. 
24Q. 
Catutlus II, 253 f. lil, 523 f. 
caudam trahere II, 341. V, 257» 
Gaudium II, 134. V, 232. 

caupo II, 122 f. 228. 

cavea IV, 540. "" 

cederc IV, 235. 

Cedemai IV, 510. 

celeres iambi V, 38. 

Gelsus Albioovauus III,. 113 ff. 
141 f. 

celsus IV, 513. V, 317. 

cena, Zeit derselben III, 378. 
384. V, 237 f. cenae deam II, 
415. V, 271. ceoa Thyestae 
IV, 416. 

cenaculam UI, 289. 

Censoriaus I, 296. V, 162 f. 

census V, 351. census antiquus 
II, 354. V, 258. 

centuriae seniorum IV, 513. 

cera, im Testamente II, 433. 

cerebrum II, 198. 

Ceres, wird bekränzt Y, 210. 



cereus 1, 223. IV, 340. 449. 

Cerinthus II, 72 f. V, 221. 

certamina divitiarum III, 203 ff. 

cerlare III, 419. 

certus I, HO- V, 127. 

Cervins II, 455. 

cessare, cessator II, 394. II), 321* 

IV, 66. 161. cessatum ducere 

III, 306. 
cheragra ll, 382. Vgl. nodosa. 
Chiasmus 111, 316. IV, 87. 
Chiron V, 194. 
chlamys III, 475. 
Chloe I, 198. f. 200. 256. Ht, 

40 f. 61. V, 43. 
Chlori* I, 213. V, 124. 
Choerilos IV, 327. 515. 
Chor in der griechischen Tra- 

goedie IV, 460 ff. in der Ko- 

moedie IV, 497 ff. auf der 

römischen Bühne IV, 459* von 

Knaben und Mädchen IV, 272 

ff: V, 41. 123. 200 f. redet 

sich selbst an V, 41 f. 
Choriambische Masse I, 29. lY, 

17 f. 
Chrysippos II, 116. 341. 
cicer frictum , als Yolkskost lY, 

484. ' ' 
Cicero II, 13« V, 315. vonHoräx 

benutzt II, 113. 180. 393 f. 

424 f. lil, 262. 328. 344. 353. 

458. IV, 390. 534. V, 22$. 

Vgl. Catius. Craterus. Oama^ 

sippas. Trebatius. 
Cicula II, 343. 
cicuta IV, 83. 
Cilnier II, 149. 
Cinara III, 35 ff. 369. 429 f. V, 

56. 146. 296. Vorredöv 
cinctutus IV, 397. 
ciniflo II, 74 f. V, 221. 
Cinna IV, 523. 
circuroagi II, 200. 
citrus V, 147. 
clamare IV, 246. Y, 2|6. da- 

mor I, 274. V, 100. 115. 
clarus IV, 58. V, 117. 
clathrus IV, 540. V^ 318w 
Cleopatra I, 84. 



9M 



clitella« poaere Ily 134. per- 

ferre III, 92 f. 
clivus sacrae viae V, l4S. 
Clusium III, 24Q. 
Cocceius II, 127. 
Codru« III, 531. V, 130. 304. 
coercere IV, ÖOO. 
cöhibere Y, 53. 
cohors III, 130. 
Colchu« IV, 527. 
cotor 10, 474. V, 30t. operum 

colores III, 414 f. 
columna V, 6l. 
comU U, 260. V, 248. 
comites II, 123. 
commendare IV^ 477. 
commodus IV, 323. V, 131. 
communis IV, 433 f. 
Comparativ mit dem Ablativ und 

quam II, 165. 
compellare II(, 371. 
compescere (coercere) IV, 125. 
compita II, 337. 
concinna' Samos III, 219. 
cioncordia discors III, 171. V, 290. 
condere III, 261. 
confice II, 203. V, 245. 
Coniunctiv II, 1B2. IV, 215. 
conscriptus IV, 505. 
con»iliari IV, 461. 
consuescere II, 53. 
coqstare sibl iV, 432. 
contendcre III, 404. 
contractu« IlI, 362. IV, 92 f. 
convictor II, 156. V, 234. 
Copia III, 178. 
Coraous II, 435. V, 265. 
Corinthns IV, 306 f. Corintfaum 

adlre III, 477 f. V, 301. 
corna III, 440 f. 
correctas, corrector III, 249. V, 

299. 
corvus, bildlich 111, 483. 
crauus V, 262. crassa unguenta 

IV, 520. crasse IV, 243. 
Craterua II, 353. 
creditu« V, 44. *) 



crepare 11,340. 111,389^ Y,2fö. 
Cressa nota V, 63. 
Crispimu II, 118. 175. 244 f. 
criticus IV, 225. 
crocus IV, 244. 
crueutus V, 7S. 
cubare II, 200. IV, 88. V, äi 
cubital II, 365. V, 259. 
cucullus II, 388. 442« 
culices II, 125. V, 228. 
culpa (Betrug) 11, 401. V, 266L 
culpa potare magistra 11,281- 
V, 254 f. 
cultus [V, 125. 
cupidiuem contra bere V, 127. 

Cupiennius II, 66. 

Cf^pio omnia, quae vis II, l96t 

cur II, 212. 

curam reddere IV, 3l8 f. 

currere III, 131. 

Curtillus II, 322. 

curtus II, 163. 

custos IV, 448. V, 221. 

cyathus II, 166. V, 115. 13t 

cyclicus poela IV, 439 f. 

Cyclops II, 137. IV, 127. 

Cyniker j Doppelmaotel dmtV- 
ben III, 474. 

Cy presse V, 87, f. auf Gemäl- 
den IV, 383. Dauerhaftigkeit 
des Holzes IV, 510. 

Cyrus I, 247. 

Daker II, 399. V, 114. 270. 

Daktylische Masse I, 28 f. 

Dama II, 428. 

Damasippius 11,332.3 7. V,255. 

dare IV, 150. 165 f. 

Davus 11, 378 f. IV, 425. 

decaatare III, 382. 

decedere peritis IV, 178 f. 

decem III, 495 

decenter IV, 417. 

decisae pennae IV, 81. 

decpr IV, 446. decora aedes V. 
56. 

deducere II, 213. 446. IV, 434 
V, 145. 



*) VgL Sen. coiuol. ad Marc. 10, 4: in haue legem datus. 



deetse IV, 62, V, 309. 

defendere V, 157. 

defixi oculi lil, 332L 

defluere IV, 287i 

deUcta'iv lY. 6L1. 

Delia folia V, 150. 

deliciae lil, 339. 

deliriis IV, li>8 f» 

Dellius I, 133 f. III, 45. V, 69. 

demissiis II, 109. V, 265. 

Deinokritos 111, 168. IV, 308 f. 

502. 
Demosthenes IV, 421. ' 
denique II. 106. 239. 241. IV, 29. 
deos conÜDgere II, 412 f. 
depellere V, 152. 
desaevire III, 141. 
descendere III, 531. 
designare (dissignare) III, 208 f. 

desigoator III, 359. 
desilire in artum IV, 436. 
detorquere IV, 271. 397. 
Diana I, 34. iracundaxIV, 536. 
dicere IV, 522. dicenda taceo- 

da III, 385. 
Dichter, der wahre II, 180. IV, 

528. Dichterische Fictiunen I, 

335. V, 42 f. 60. Diebterkranz 

UI, 146 IV, 108. V, 7. 24. 

Dichter lieben den Hain IV, 

92.' V, 8. 
dictare IV, 260 f. dlctäta III, 

277. 
diducere II, 250 f. in parke* IV, 

509 
differre II, 263.' 
difficilis IV, 431. 
diffindere II, 460. V, 252* 
diffundere III, 197. 
Digentia lU, 428. 441 ff. 514. 
diguari IV, 95. 
digQus pro III, 365. 
dilectus I. 203. 
diladia III, 528 
dimittere IV, 81. 
Diogenes III, 473. 
Diomedes, Städtegrunderll, 143. 

V,232. Ruck kehr IV, 442 f. 
Dioskuren V, 34.. 
di penates 11, 354. 



discedere Ol, 439. V, 273 
dfscere I, 352* IV, 247. V, 166. 
discerpere V, 275. 
discolor III, 490. 
disconiTeoit III, 423. 
Discordia II, 55. 
dis iniscere V, 7. 
dispensare V^ 247. 
dispeream V, 246. 
dissimulator III, 109. 
divellere III, 402. 
docere III, 428. doctos IV, 22dv 

246. 274. V, 1. 7. doclor 11,. 

381 f 
dolere IV, 421. dolor 11, 66 f. 
domus III, 380. IV, 281. donm» 

Plutonia V, 20 f; domum irn« 

quere V, 62 f. 
domestica facta IV, 498 f« 
dominanüa verba IV, 478 f. 
demiaus, bildlich III, 409. V, 273. 
Donner, bei herterm Himmel V,. 

59 f. 
Doppelbeziehung 1,90. 111,334. 

369. 389. IV, 123. 400. 418. 

V, 17. 44. 135. 210. 235. 313. 
Doppelmaotel. Vgl. Cyntker^ 
dormire II, 363. 
Dossenn 113 IV, 295 f. V, 307 L 
Dreriheihmg I, 20 ff. V, 32. 
Drossel II, 139. 427. III, 250. 
docere IV, 241 f. 521. dücer» 

aera IV, 328. cotlegam III, 

536. comites V, 119« 
duellum HI, 302. 
diileis IV, 419 f. V, 3. 28. 224. 
dum loqnor I, 175 
dux V, 188 
Eber als Opfer I, 80. 166. auf 

der Tafel II, 312 f. III, 351. 

Arten II, 301. 
echinus II, 166 f. V, 180. 
ecloga III, 71 f. 
edtscere IV, 234. 
efferre ad caelum V, 286. 
effuüre IV, 474. 
egere IH, 399. 
Egerla IV, 204 f. 
Egaatia II, 144. V, 233. 
Ehe, Zweck derselben III, 311. 



Ehebett III, 388. Ehebrecher, 

Strafen gegen 11, 67. 69. 78. 
eia II, 406. V. 267. 
Eidechsen V, 43. 
Eier II, 297. der Leda IV, 442. 
eins, bei Dichtern I, 93. V, 120. 
Elegie IV, 4l0. 
Elition IV, 48 ff. V, 140. Eli* 

sion aus einem Verse in den 

andern IV. 14 ff. 
Elmsfeuer V, 17. 
elndere III, 473 IV, 217. 
elutus II, 297. 
emendatus iV, 241. 
emicare IV, 242. 
emira^i 1, 219. V, 21. 
«movere IV, 80. 
Empedokles III, 171 f. IV, 538 f. 
emungere IV. 479. 
«neetns III, 390. V, 285. 
Ennius II, 8 f. III, 519. IV, 222 ff. 

von Horaz bemilzt II, 66. 87. 

(139?) 181. 304. 319. 420. 

457. III, 94. 259. IV, 303. V, 

98. 232. 
Elpicharmos IV, 231 ff. 
Epikureismua III. 192. V, 232. 
Epische Nationaliieder der alten 

Römer II, 3. Vgl. NiUsch 

Kieler Philoi. Studien S. 382 f. 
Episteln des Mumroius 111, 72 f. 
equifces peditesque IV, 424. qni* 

hus est equus et pater ejb res 

IV, 484. 

Equotuticus II, 141 f. V, 232. 

equus Victor (ä&kotpoQOs) III^ 
259. V, 27a eqnus ferus V, 
230. equi albi II, 49 f. V, 
238 r. equi (Wagen) 111, 387. 

Erben 1,185 11,348 Erbschlei- 
cherei II, 424 f. 467. III, 286. 

Erdichtete Stoffle IV, 431 ff. 

erro II, 396. 

Esquiliae II, 80 f. V, 240. atrae 

V, 268 f. 

esto III, 287. esto, ut übet II, 

338. V, 256. 
et II, 385. IV, 94. 136.242. 303. 

316. V, 243. 



Euripides II, 350 f. UI, 461. 

IV, 290. V, 103. 258. 
Eutrapelus III, 496 f. 
Evander V, 224. 

evenire V, 156. eventus IV, 442 

evincere V, 88. 

exactus IV, 241. 

encipere, exceptio IV, 67. 

excors, III, 305. 

excutere risum II, 178. 

exemplar IV, 493. 507. 

exire IV, 95. 383 f. 

exlex IV, 474. 

exodium II, 6 f. 

exorare III, 257. 

expertus V, 123 f. 

explere III, 428. 

exsomnis V, 138. 

exspes IV, 383. 

exta IV, 455. 

exiorquere IV, 85. 

extra numerum III, 503. 

extrudere, exciudere IV, 64. 

extructns II, 420. V, 71. 

exul V, 106. 

faba Pythagoraell, 415- V, 2W. 

Fabeln II, 355. 371.373 ff. (461 

V, 261) III, 143. 28&. (V, 285) 
310 f. 370 ff. 407. IV, 436. 
440. Freiheit der Fabel II, 
422. III, 370. Fuchs in der 
Fabel III, 370. 533. 

faber IV, 265. 
Fabius II, 78 f. V, 222. 
facere II, 184. V, 219. facta 
' IV, 192. 403. 
facctus III, 349. V, 220. 
facimdia IV, 391. 
faex V, 264. 
falee recidere II, 117. 
fallere V, 126. falsa« IV, 143. 
fanaticus IV, 536. 
Fannius-II, 20. 176^ 265. 
fartor II, 362. 
fasciae II, 364 f. 
fas est V, 154. 
Fasten V, 260. 
in fastos redire IV, !C20. 
fatalis labor IV, 195. 
f atigare prece I, 37 U 



387 



Faunuf V, 92 f. Faunalia I, 55. 

Fauut lY, 482. 518. 
Favonius 1, 168. M. Favonias ll, 

134 ff. 
fax prima II, 284. IV, 108 f. 
FebrJsV, 18. 
fecundus II, 301. V, 262. 
Fetgbohnen (lupiDi) III, 365. 
fere II, 113. 
Ferentiuum III, 470. 
feriae Laiinae III, 385. 
Ferien der Scbulen II, 159, IV, 

168. V, 234. 
Feronia II, 126. 
ferre III, 364. IV, 471. 
ferrum IV, 163. V, 140. 
ferus IV, 285. 
fervere III, 270. 
Fescennina liceulia IV, 279 f. 
Feuer ohne Flamme II, 144. V, 

232. 
6cta IV, 512. 
ficus pingaes II, 328. 
fidelis in V, 151 f. 
Fidenae III, 224. 
fidens brachiis V, 110.' 
fidcs III, 279. 342 f. V, 280. 283. 
fidem habere IV, 397. Fides 
V, 62. 
6nis IV, 195. fioem petere voto 

III, 317. V, 281. 
fixus III, 458 

Flaschen, versiegelt IV, 134 f. 
Flavius II. 26 r. 
flavus Tiberis V, 15. 
flores IV, 244. 

Florus III, 128 ff. IV, 24 ff. 54 ff. 
FoUa I, 241. 
fomenta I, 2()6. II, 236. III> 147 f. 

314. V 192. 
Foiiteius 'll, 129. V, 228. 
forensis IV, 483. 
formare IV, 271 f. 
Formiae V, 232. 
formido III, 328. V, 282. for- 

midolo.siis V, 181« 
fops et V, 55. 
forüs III, 1 12. 329. 378. 
fortuitus V, 89. 
fortuna V, 60, 107. fortunam 



ferre III, 122. Fortunae filfus 

II, 412. Fortuna Antias I, 40. 

V, 61. 
Forum Appi 11, 122. V, 227. 232, 
forum populiisque III, 350. 
fractus II, 222 f 230. V, 216. 
Fragesäue 1, 300. IV, 171. V, 47. 

55. 
frangere mandata III, 200« V, 

294 f. 
fraternus III, 153. 
fratres Helena« V, 16 f. 
fremere aliquid V, 186. 
Fremde Culte zu Rom III, 485. 

V, 260, 
frequens V, 62, 102. 
frigidus III, 147 ff. IV, 538. 
fritillos II, 382 f. V, 272. 
fruges III, 441. 
frustra I, 288. II, 396. 
Fütterung des Stieres III, 428. 
FuOdius II, 63. 
Fulvius II, 394. 
fumus IV, 441. 
Fundius V, 297. 
' funis retro it. V, 117 f. funls 

tortus III, 411. 
funus V, 99. 

furca expellere III, 403. 
furia II, 95. 350. 
Furius Bibaculus 11^257 f. 43t. 

V, 265. 
Furnius V, 249. 
furtim II, 95. III, 263. V, 217. 

279. 
furtum II, 186. 

Fuscus 1, 334. 11.201. 214. 111,393. 
Futurum II, 191. IV, 118. 389. 

440. V,287. exactum V. 196. 
Gabii III, 224. 240. 
Gaense II, 328. 
Galatea I, 149 ff. III, 59 f. 
Galba II, 67 f. 
Gallonius II, 276. 
Garganus IV, 311. 
Gargilius III, 350 f, 
garrire II, 259. 
gaudere III, 119 f. gaudia ^aaa 

IV, 305. 
Gebete II, 403. 405. V, 208* 



938 



214. 367. Gebet der Amme 

III, 187 f. 

Geburtstag des Augustiis und 
dessen Feier II], 190 f. 205 f. 

Gegensatz I, 19 f. 

Geistererscheinungen IV, 175. 

Gemälde von SchifFbrüchigen IV, 
383. 

((enibus minor III, 177. V, 293'. 

Genitalis t, 49. V, 208. 

Genitiv III, 110. V, 81. 117. 

Genius 111,301. IV, 164 f. (nebst 
Zusatz) 279. Geninm placare 

IV, 466 f. 

^ Gentiinamen, doppelle II, 93. V, 
1 242. 

Genuss III, 158 f IV, 170. 

gestatio II, 360. 

Getümmel zu Rom IV, 90 ff. V, 
143. ' 

Girba IV, 161. 

Gladiatoren II, 388. 410 f. 111, 
256 ff. 497. Oladitöreiispiele 
II, 394. IV, 108 f. V. ofa. 

gloraus III, 97. 

Gloria rV, 301. 

Glycera III, 35 ff. V, 59. 

Glykon III, 269. 

Götter, verlassen die zerstörte 
Stadt V,68. in der Tragödie 

IV, 425 f. zur Lösung des 
Knotens IV, 458. 

Gorgonius II, 64^ 
gradus I, 119. 

Graii, Graeci IV, 208. 
gfammatieus IV, 225. 410. 
gratae mensae IV, 518 f. grate 

numerare IV, 176. 
gratia III, 188 f. Gratiae 1, 194. 

V, 134. 

gravis terrae III, 426. gravitAs 
IV, 232. 

grex III, 111. 

Gymnastik IV, 212, 252. 

gyrus II, 406. V, 267. 

Haar, gesalbtes III, 429. 

habena (Peitsclie) IV, 66. 

habere II, 101. 

Habsucht IV, 141. 267. mit der 



Wassersucht Tergllcheu 1, 101. 

IV 142. 
h'ac lege II, 1 10. V, 224. Vgl. 1«. 
Haedilia I, 384 f. V, 39. 
haerere V, 223. 
Haine V, 20. Heiligkeit derifA 

ben III, 339. Vgl. Dichter. 
Halsbinden II, 365. 
Handschriften des Horaz IV, 41 

alte Fehler 1, 358. Interpola- 
tionen I, 66 f. 87. II, 169. in. 

108. (392?). IV, 169 f. V, 34. 

70. 236 r. Die Autorität der 

orellischen Handschriften Y, 

148 f. 230. 253. 
Hebrus I, 221. HI, l3i. 
Heliodorus II, 122. III, 140. 
Hellespont III. 132. 
Herbstzeit zu Rom III, 359. 
Hercules V, 18 f 123. 
Hermogenes Tigellius II, 117. 

183. 202. 253. 
Herodes IV, 162. 
Heros IV, 425 f. 
heu V, 44. 198 
Hexameter, verschiedene fr- 

handlung bei Horaz IV, 4H 
Hiatus I, 363. 383. U, 242 i. 

IV, 15. 404. 
hiatus IV, 440. 
hie IV, 201. 

hinc illae lacrimae III, 527. 
HinterthQre HI, 214. 
hispidus I, 132. 
histrio II, 5. 
hodie II, 383. 

Holzßgureu, bewegliche 11,392. 
Homer U, 356 f. 425 f. III, 300 ff. 

352. 375 r. 519. IV, 78. 441. 

526. V, 107. 
homo IV, 539. 
honesta palla IV, 497. honesle 

IV, 216. honestam III, 300. 
honor II, 273. V, 253. hooor 

et praemia IV, 243. 
honoratus IV, 429. 
hora III, 287. 

Horaz. Geburt II, 24. Heimat 
24 f. Vater 25 f. 29 f. erster 
Unterricht 26 f. kommt nach 



dsie^ 



Rom 27lf. ^'terlMhffsGutdO fi 
gehtiNicb Atb<b3lf. sbhlreMl 
sich an BruHkis^^n 32 f. wird 
tribunus militisrn 33. rn AsMn 
33 r. (HI, 132 f.). Schlacht li«i 
Philipp! 34 ff. (IV, 80 f.). 
scheidet laut detn Heere 37 f. 
Rückkehr nach Rom 38. kaufl 
sich ein seriplttUi qvaestorium 
38 f. 409. ' audax pauperkas 
II, 40 £ IV, 82. enrte poeti- 
tische Versuche 37. 43- wird 
mit'Virgil und Varius bekannt 

II, 156. dtirchi diese mit Mä« 
cenas II, 60 f. 98 JF. 193 ff. 
Verhähniss zu diesem III, 
3o4 ff. erhält das Sabinuro I, 

III, II, 401. III, 11. 438 ff. 
(Wein daselbst 111 424. dessen 
Bewirthschaftnng 111, 410 f.) 
Wohnung zu Rom II, 407. V> 
268. Vorgebliches Haus zu 
Tibur III, 126. Steihiag zu 
Augustus III, 81 f. V, 101. der 
ihm die Stelle als Privatsekre- 
tär anbietet ifl, 57. 81. V, 
102 125. Preis des Augustus 

IV, 199 f. 334 ff. sendet dem 
Augustus das dritte Buch der 
Oden III, 62. 86 ff. and das 
erste der Briefe III, 81 f. setzt 
den Augustus- zum Erben' ein- 

III, 82. Baumsturz III, 29^. 35. 
klein von Stetur 11,373. cha* 
racteristrt sicli selbst III, 535 f. 
Iri#l&ugig ? II, 128. IV, 237 f. 
körperliche Leiden III, 235 ff. 
357 f. gewöhnliche Lebensart 

V, 236 f. Epikureismus III, 
192 t Resignation I, 178 f. 
Eigenthfiailicbkeit als Dichter 

I, 22 f. V, 31 f. als Satiriker 

II, 19 f.' 462 ff. Titel der So- 
^ tiren III, 72. Abfassung* und 

Herausgabe HI, 2 ff. ^V; 215 ff. 
Epoden III, 4. V, 17«. Zeit 
der Abfassung III, 2 ff. V, 174. 
Die drei ersten Bucher der 
Oden III, 2 ff. . das vierte Boch 

IV, 3 C 7 ff:; 12 f. VersmaMi 



I, 27 ff. IV, 13 ffi ob alle 
strof^Msch IV, 17.'V,'1. 121. 
Nachahmung I, 23 f. III,' 18. 
V, 27 f Anortinuo^ dt*r Od^h 
IV, 19 ff. mesikalr«die'Coni<» 
Position- IV, 9 f. Carmen safe* 
culare I, 45 ff. IV, 2 f. V; 
199- ff Das (^n^e t^iich der 
Briefe III, 62 ff; 73 ff. V, 1^77. 
287. Das zweite Buch IV, 2t m 
41 ff. Der Brief an die Ph?d- 
nen IV, 36 ff. 342ff. V, 3l0ff. 
Neuheit des Dichters im Aus* 
drucke V, 37. 173. Ilomor V, 
279. Ansicht über dfe allere 
rumisehe Litteratur IV, 180 ffl 
237. Verachtung der GegAer 
111,526. Untergeschobene Oden 

• y,6G. Irrige Beurtheilung als 
Mensch und DicfaterV^Vorrede. 

horrea IV, 158. 

horrere III, 383. 

hortns II, 400. 

humanus V,- 107. humane IV» 
88 f. 

Hyaden V, 17. , 

Hydra IV, 194 f. 

Hyperboreer V, 99. 

Hypsaea II, -74. 

Jagd III, 500 f. Jagdhunde 11, 
421 f. Dresser derselben III, 
320. 

iam IV, 248. V, 216. iam nunc 
IV, 271. 

lambus IV, 411 f. 486 ff. Iam- 
bische Masse I, 27. 

lanns, Gott II, 405. 457. Unat 
Quirini I, 378 (V, 172 f.). III, 
277. 530. IV, 8. 335. V, 279* 

larbita III, 521 f. V, 304. 

Ibykos Hl, 259 

Icarum (mare) I, -233. 

Iccius I, 113 ff Hl, 155 ff. 

ictus citharae V, 161. 

idem V, 97. mit einem Dativ IV,' 
: 538. ' 

iguave IV, 235 f. 

ignis II, 229. V, 130 f. 

ignorare IV, 415* 
' llerda III, 533. 



IIU Y, 116. 

llioD, Um V, tOö. ReyiliiMi Y, 

107. 
lUona U, 3^ 
ilU II, 222. 233. V, 231. 
inago 111,371. imagiae« II,löO. 
imberbus IV, 419. 
iniUri IV, 161 f. V, 192. 
innerfabiltf III, 305. 
immoii, 104. 
imoiori III, 389. 

immuDdas 111, 305. IV, 169. 483. 
Imniuois V, 135. 
inpar V, 131 f. imparitar icm* 

cfeus IV, 409 f. 
imperium (ceoae) III, 228. im- 

perari III, 211. 
Imperfectuin 1, 144. II, 149. 408. 

III, 186 49a IV, 149. V, 64. 
impiger IV, 429 f. 

impiere U, 257. 

impliiviuin III, 403. V, 287. 

imporiare III, 91. 

importunua III, 349. IV, 163. 

imprantus III, 248. 

Improbus II, 358. 430. III, 409. 

impune IV, 113 (nebst Zusatz). 

467. 
Unus iectus III, 492. 
laachia III, 3 ff. 
iaanU ambitio IV, 174. 
iocendia Carthaginis I, 297. IV, 

17 f V, 162 f. 
incertus pes V, 192. incerti oculi 

IV, 305. 
inciudi IV, 410. 
iDcogitare IV, 268. 
incohimis III, 228. 
incomroodus III, 507. 
incretus U, 306. V, 263 f. 
incrustare II, 108. 
iDCubus V, 267. 
incultu« III, 145. 

>iiicus IV, 534. 
Inder V, 212. 
lodicativ II, 447. III, 133. IV, 

68. 160 V, 226. 281. 
indignus U, 340 f. 
iadignari IV, 416. 
iadomita cervix III, 152. 



mdoeeM colorea IV, 376. 
Immn II, 301. 111,533. IV, 535. 

inertea borae II, 414. 
UMxpertos IV, 431. 
iaiBiia II, 431 f. 
inficere V, 122. 
iB6rmua II, 217. V, 178. 
inflare IV, 301. 
ingenium IV, 99. 508 f. 
iniecta tellus V, 111. 
in loa Yocatio II, 218. 
inludere chartu II, 190. 
in medio posiu III, 163. V, 28^^ 
inaatas trivüs IV, 483. 
innectere V, 198. 
inornattts IV, 278 f* 
i nuDc III, 334. 
Ino IV, 430. 
ioops IV, 81. 272. 
iuqoit II, 183. 

ioretortus I, 101. 382. V, 69. 
insaaire III, 292. 
inscitia rerum III, 152 f. 
instiUare III, 120. 
instita II, 65. 
intendelre II, 387. 
inter cuncta HI, 512. 
intesUbiiis II, 354 f. 
intra spem veoiae IV, 49i f. 
luutile iigaum II, 83. V» 240. 
iuTenire IV, 280. 
inrertere II| 320. 
invicem I, 221. 
invictus V, 250. Vgl. YaL Max. 

IV, 3 extern. 4. Vil, 6, 5. 
invida cura III, 402. V, 286 l 
invideri IV, 399. 
invjta Minerva IV, 522. 
lo vaga IV, 431. 
io IV, 437. io Baccbe II, IQä 

io Triumphe V,.149. 
loniiis siaus I, 79. 
Ionische Strophe 1,30. 234. T, 

121. 
lOTe aequo IV, 236. 
iratus III, 390. 
iste III, 398. 
iU II, 287. 
lUlici nMdi V, 145. 
lUlien's ILlima UI, 36L Y, 2Si. 



SU 



rerare V, 26. 

teruni (sc. consule) III, 198« 
luden II, 144. 191. 215. 
udices selecH II, 188. . 
iieurlhae iofertae I, 328. V, 68« 
ulius Fediatitis II, 93 f. V»242. 
nppiter (Augustas) III, 527. lo* 

vis soliiim III, 477. , 
iurgia IV, 214. 
ius imppriumqiie III, 177. V, 
^93 f. iura paterna IV, 48& 
iuvare III, 313, 4:^3. V, 4. 
luvenal II, 17. 21 f. 320. III, 

469 f 
iuvenari IV, 483. 
Ixion IV, 430 f. 
Kahn, von eiuemMaulthiere ge- 
zogen II, 125. 
KalUmachos IV, 111. 
Kappadokische Sklaven 111,344. 
Kibyra III, 340. 
Kleider, bunte III, 490. Vgl. 

Valer. Max. IX, 1. 3. 
Knabenlie^e III, 5 f. (uebst Zu- 
satz) 
Knabenspiel und - lied III, 280 f. 

458. IV, 529. 
Knoblauch I, 266. V, 178. 
Kohl II, 297 f. V, 271, 
Kohlenbecken IV, 154. V. 309. 
Komödie, Stoff derselben II, 259. 

V, 248. 
Kränze mit Lindenbast V, 65. 
Kratinos II, 465. III, 518 f. 
Kriegsschiffe V, 175 f. 
Kukuksruf 11,53. ( 

Kuhle der Quelle I, 288. 
Kümmel HI, 522. 
Labeo II, 112. 
laboro III, 131. 
lacerna II, 388. 
lacerti IV, 80. 
Lactantins II, 465 f. 
Laevinus II, 149 f. 
Laevius IV, 240 f. 
talage I, 196 f. III, 38 f. 
Lamia I, 181. 276. 111,420. IV, 

513. V, 44 ff. 127 f. 
larona III, 249. V, 299. 
lapis üfOftli« ly, 275, 



. • • 



Uret Ii; 137. 35a 

lar III, 262. 

lasannm II, 164. 

laset vns IV, 423. V, 166. 

LatiDus II, 255. V, 247. 

latrare V, 252. ^ 

latus clavus II, 130. • 

latus tegere II, 428. 

Lauch und Zwiebel, in Aegyptea 

verehrt V, 292. . 
Laverna III,^ 467. 
Lebedos III, 221 f. 
Lebensalter IV, 448. V, 315. 
legere lU, 512. 
l^eidträger IV, 532. 
Leier, bildlich V, 161. 
Lemures IV, 175 
lenis III, 499 f. IV, 386 f. 
leiitus II, 215. V, 91. 132. 
Lentulus, Sieg desselben V, 114« 
Lepos II, 416. 
Lesbia III, 4. 
leucocoum II, 299. 
Leuconoe I, 174. V, 28. 
levare IV, 177. 
levis 1,221. IV, 260. 386 f. 531. 

V, 160. 
lex (Bedingung) II, HO. IV, 69. 

V,224. leges incidere IV, 525. 

lex luiia II, 133; V, 208. lex 

Piaetoria II, 63. lex Roscia III, 

279. 282. V, Vorrede. 
Ifbellus II, 247. V, 249. 
libehter II, 100, V. 224. 229, 
Liber, Gott der Dichter III, 518. 
über (Buch) lY, 39. 330. 
liber (frei) IV, 467. libera vina 

IV 412. 
libido III,' 287. IV, 258 f. 
Libitina IV, 219. 
libum, dapes libatae II, 416. III, 

399. V, 271 f. 
Liburna (navis) V, 174 f. ' 
licebit V, 196. 
Liciuius I, 137. V, 80. 
Licinus IV, 501 f. V, 317. 
lictor III, 359 f. 
Licymuia I, 251 ff. III, 25 ff. V> 

83 ff. 
ligQ m, 428. 



S32 



LIgurinus I, 95. 212. IV, XO. V, 

147. 165. ^ 

lima IV, 499. llmare III, 430 ft 
lingua IV, 499. ^ 

lippus, lippitüdo 11, 1!18. lippi 

et tonsores II, 47. V, 238. , 
lirfiiidus III, 430. IV, 124 f. V 

98. 108 f. 289 f. 
Lttteratür, ältere zu Rom IV, 2t4. 
lituus 1,304 f. (V, 5 f.) IV, 335. 
Livius II, 4 ff. 464 f. iV, 284. 
Livius Andronicus IV, 238 ff. 286. 
Lob des Landlebens III, 395. V, 

177. 
loculi II, 159. 

locus IV, 172 f. loci IV, 507 f. 
Löwe (Sternbiid) III, 401. 
LolUus I, 310 f. III, 64 f. 297 ff, 

486 ff. V. 163 f *) 
loDginquus III, 124. V, 285 f. 
longus III, 403. longum clamare 

IV, 537. longe doctissimus II, 

122. 
loquaciter III, 439. 
Lucaniens W^eiden IV, 158. 
lucidus IV, 391. 
I^ucilius II, 10 ff. 141. 173 f. 

260 if. 307. 448 f. 450 f. 458 f. 

465. III, 130 275. 458. IV, 
, 59. 225 f. 504. 517. 532. V, 
' 140. starb in hohem Alter V, 

251. drittes Buch .II, 121. 

sechszehntes Buch V, 297. 
Locretilis I, 249. 
Lucrez 11,96. 144.225. 227.309. 

450 f. III, 328. 337. 451. IV, 

178. V, 243.301. 
Lucrinersee IV, 403 f. 
lucrnm II!, 167. V, 191. 
luctari IV, 212. 
Lncullns III, 344 f. IV. 77. 
ludere (de r^ veiierea) IV, 179 f. 
ludus III, 256. 528 IV, 527. 

ludi compitalicii IV, 275. lud! 

saeculares IV, 2. 273. Art der 

Feier V, 199 ff. voh Augustus 

dem Appllo geweiiu V, 204 ff. 



lumina prima. Vgl. fax prima. 
lu()iai. Vgl. Peigbohnen. 
lupusTiberinus II, 274 f. 
luteus I, 79. 
lutulenta sus IV, 91. 
Uli iviü) II, 414. 
Luxui I, ltl9. 
Lyaeus V, 134 

Lyce I, 89. 225. IV, 10. V, 11* 
Lyde I, 102. III, 42. 58. V, 11? 
Lydei* in Etrurien II, 148 f. 
Lydia I, 139. 2l9 f. 223. 255. 

III, 40 ff. V, 44. 116. 
Lyrische Poesie, antike undmo' 
' derne I, 8 'ff. 
macula (beim Marmor) III, 403^ 
Maculatur IV, 341. 
Mäcenas I, 125. 128 252. 302. 

II, 58. 81. 127. 147. 399 409. 

III, 23 f. 47 253. 357. IV, 
9 f. 23. V, 83. 98. 261 f. 

Mäcius Tarpa II, 258. IV, 521 
Mähen, bilaiich vom Tode lY, 

158. 
Mänius II, 104. 240. III, 2471. 

V 219. 
Mäv'ius ll 78. 323. V, 189 i: 
magaus II, 436. V, 183. 
magus IV, 314 f. magici terro- 

res IV, 175. 
maiestas IV, 336. 
maior II, 89. V. 132. 241. miio- 

res. audire IV, 25S 
Malchinus II, 57 ff. V, 2Ü0. 
male, maliim n, 215. 298. male 

natus IV, 326. 
Malerei z<» Rom IV, 211 f. 379. 
maligne iaudare IV, .313. 
roalim, mallem II, 332. 
Mainurra II, 131. 
mancipatio IV, 149.. 
mancus IV, 71 
Mandela III, 514. . 
Manes I, 244. IV, 125. fabulae 

Manes I, 170. 
roanni III, 386 f. V, 285. 
mappa II, 307. 



*) Vgl. Urlichs ,^r6misdi6 Topographie in Leipftijg^ S« 19« 



Stt 



Marcüiy,a07. 

mare transire 'IV, 513 f. marU 

ei;peia.II, 314. V, 274 f. 
marhiis V, 72. aiaritalio JII, 438. 
Ma/|uor^rten V, 93. Marmorbo- 

den IjU, .402v Marmor^tatueQ 

IV, 253. .ihariuoreuin liii^eö 

m, 506. 
Mursy£^9, S.tatue de$ II^ l67. V, 

235. 
Masken der Schauspieler IV^ 

497 f. 
Matronalia I, 165, V, 114. 
Matrosen V, 179. 
Maui-i i.372. 
,i]azonomus II, 3^28. 
Meüea ferox inviclaqüe IV, 4301 
oediaslinüi HI, 422 f. V, 295. 
aedius V, 97. 
lelicus IV, 264. 
lendai; III, 358. 
-leudosus et inedicaudus HI, 
1 453 n V, 300. 
fenenlus tl, 370. 
lenippus II, 15. 
l^'lens^III, 236. 317. IV, 522. mens 

animusque III, 420. V, 294. 
lentiri (vom Dichter) IV, 443. 
- ento längere V, 77. 
:; eracus IV, 136. 

ercator III, 460. 

ercenaria vincula 111,384. 
^^ercurialis II, 337. 
5 erens III, 365. V, 284. 
^ergiis V, 191. 
)%riones I, 74. 294. V,22. 36. 

jrsor, versor III, 262. 
^essalla 1,193. 11,255. III, 61 f. 
.3 IV, 518, V, 317. 
33iJssiu8 Cicirru« II, 136. 

stauriis, Sieg am V, 155. 

»Irische Verbesserungen 1,383. 

[V, 124. 

•tus. Vgl. timor. 
01 V, 271. 

Iijciiinque 1,280 f. 387. V, 58 f. 
V ioniiis II, 450, 

aus III, 492. 

nnermos III> 353. IV, 111. 

lari V, 256. 



ministeria IV, 60. , . 

minitari, m«diUriI,3(]0.y, 1.70 f. 
Mlnucia via III, 49^ V, 298, 
miscere sacrä profanis III, 456. 
mhi»M 11, 298. V, 262. 275. - 
modicus I, 126 11,416. iy,497. 
• V, 40 f. 

modio metirl IU239. , , . , 
modo II, 368. . t . . 

modus agri II, 411. III,* |24. . 
moUis 1, 205. II, 202., V, 313. 
momentum ll, 224. III,; 104. 
Mondschein beim Zauher II» ß7. 
nonsUari digito V, 15u. 
moi-a, ne V, 1,43. morari 111,99. 

132. 
li^rbu» acutus III, 358..inorhuj 

Leidenschaft III, 271. .]V,14ji. 

vom UnzQci^^i^pn V, '64, 
mordere ll, 411. III, l24. mor- 

sus 11, 304. V, 262 f.. 
mordicus III, 458. • 
mores et leges IV, 190 f. 
moretum I, 266 V, 178. 
Morgenbesuche III, 469. 
Mors V, 20. morle venulis V, 123. 
Motten III, 533. 
rooveri II, 201. 
Mucius IV, 1Q3. 
muM IV, 9t. 
, muiiercula III, 360. 
mulsum 11, 272. 299. 456. 
roultura H, 109. V, 266 
mundiiiae IV, 287. 
munera pulveris V, 53. 
Murena II, 131. IH, 34. V, 129 f. 
Murteta. III, 239. 
murus, biidMch III, 281. 
Musa, Antonius III, 234 f. 
Musa(Musik)ll,347. dieMusegibt 

den Gesang ein Y, 43 Namen 

der Musen bei Horaz I, 57. 

268 f. 305. 381 f. 
Muscheiarten II, 299 f. V, 262. 
Musik zu Rom IV, 211. 
mutar.i IV, 401. 
Mutus III, 334 f. 
Myrtale I, 247- 
Nachtigall I, 162. V, 168. 
Nachttopf II, 113. 



m 



vacoiaV, 142. 

PiaeviD^ n, 240 279. Cn. Nae- 

▼iut, Dichter IV, 220. 226 f. 

240. 
Plaget der I^ecessiUs V, 136 f. 
fiameD von PreigelasAeoen Y,297. 
narps III, 527. 
uarrare IV, 416. 
natare II, 380. V, 272. 
naturae convenieuter III, 400. 

naturae mobiles lY, 446 
naosea I, 72. V, 18S^. nauseare 

III, 289. V, 280. 
navibus atque quadrigis III, 231. 

Y, 288 Davis in atto est III, 

509. lY, 170 f. 
ue, nicht furne quidem gebraucht 

V 259. 
Ueaera I, 229. III, 13 f. 
Nearchus I, 244. 
nee pes, nee caput lY, 378. 
nee tameo III, 386. 
negiigere Y, 55. 
negotia III, 340. 
nerupe II, 250. 
Neobule I, 234. 

?ieoptolemos vod Parion lY, 342. 
?ieptiiDaIien Y, 141. \ 
nequidquam III, 152. - 
Kerius 11, '343. 
nervi anirniqn^ IV, 387. 
Nestor Y, 79. 
Neutrum statt des Masculinünis 

III, 107. IV, 158 f. 203 f. 
Nicia II, 13. 
nidiis III, 397. 
Nieswurz II, 345. V, 258. 
nihil moror IIl, 245. 
nil adniirari lII, 327. 
nil ardui est Y, 19. 
nil fst Y, 255 f. 
nil'inlra est oleam — duri IV, 

208 flf. 
nil tanti lY, 503. Y, 317. 
nimiruro III, 106. 
Niphates V, 79. 
Nisibis lY, 75.- • 
niti V, 294. 
nitidus III, J>5P. • *. . 
nivalis III, 131. ' 



Sodosa cheragrarllli 2G9.. 
omentaüns II, 84. 
Domroa verbaque lY, 478 f^ 
taorma II, 402. IV, 406. 
noster, nicht für ego II, 411 f. 
notus I, 361. 370. III, 381. noti 

fasti Y, 169 Dota Lesbos HI, 

219. 
Novius II, 105. 154 f. 168. 
Doitus Y, 89. novum verbum IV, 

395 f. 
nubes, bildlich III, 511. lY, 476. 
Nudipedalien lY, 275. V, 260. 
nudus V. 125. nudare IV^ 473 f. 
nugae II, l95. 111,393. IV, 139. 

uugari IV, 251. 
num — num II, 261. V, 248. 
Numa-III, 337. lY, 204. 
dumeu lY, 197 f. 
niimeri modique lY, 140. 467. 
^un]icius III, 323 ff. 354. 
Numida I, 260. IIJ, 28. 
numiTio addicere II, 443. nuni' 

mos pascere III, 497. 
numqiiid vis? II, 197. V, 243. 
nulrix lY, 255. 
nulus lY, 60. 

Nymphen und Satyren Y, 8. 
Obelos lY, 535. 
oblivisci III, 224 V,288. 
oblitus lY, 311 f. 
o bone II, 340. IV, 7ö. 
obrui III, 459. 
obscurus III, 511. IV, 476.^ 
obsorbere, absorbere II, 317. V, 

275. 
occuparP' III, 534. 
oci.»s HI, 424. 
ocüli auresque III, 99. ocnU 

contendert» III, 269. 
odiuni II, 49. III, 91. 431. T, 

293. odiura iuMltum III, 316. 
Oel in's- Peuer giessen II, 375. 
Ofellus II, 26. 269. Y, 252. 
officium 11, 405. lY, 71. officio- 

sus III, 360. 
ohe II, 442. 
olens Y, 190. 

oliin III, 350 409. IV, 169. 
Olivenkranz V, 24. 



oainisIII, 261. y» 184. 

opes IV^ 136. 

Opfer. von WeihMuob, Schrot und 

Wein V,57. 134 f. Jbur Rück- 

kehr III, t53. 
cpinKus y, 191* 
optiviis IV, 411. 
Opulentare 111,438. 
opus; III, 150. 266. lY, 436 f. 

y, 267. opus esse II, 202. 
ora (populi) III, 136 f. 
Orbilin« II, 28. ly, 239 f. y,307. 
orbis IV, 435 f. 
Orbius IV, 149 f. 
ordo III, 525. 
Orestes II, 350. IV, 431. 
orichaUuiD IV, 465. 
orientia tempora IV, 272. 
Orph«u8 IV, 524 f. V, 120. 
Osiris in, 485. 
paces III, 135. Y, 281. 
Pacideiantts 11,39^. 
Pacuvius IV, 227 f. 
Paganalien III, 275. 
palam V, 192. 
palla II, 88. 
pallere II, 344. 
palma I, 245. IV, 302. V, 132. 
Paimwähler Palästina's IV, 162. 
palüs? IV, 404. V, 313 f. 
panniis purpnreos IV, 381. 
Pantiliif« II, 264. . 
Pantol^ii» U, 84. V, 240. 
papaver IV, 520. 
TittQixxXitvai^v^oy ,1^ 89» 
parasita V, 221. 
parochus II9 133. 
partes defendere, tutari iy,295. 

460, 
Parthis mendacior IV, 262 f. 
parra I, 150. 
parviis IV, 336. 
passim IV, 265. V, 256 f. 
patens W, i35. 
pater II, 116. 405. 455. III, 374. 

418. 519. IV, 246. V, 14. 
patiens 11« 418. 
paucornm esse II, 208. V, 246. 
PauUu.s JMaKimus II, 210 f. IV, 

11. V, 132. 



proper II, 236. 351. Wy 218. 
258. 

pairefas V, 77. pavens funera Y, 
172. 

payor III, 332. 

peccare tll, 239 f. Y, 47. 278. 
315 f. 

peettis III, 186. IV, 511. 

Pecunia III, 342 f. 

pedestris II. 403. 

PediatiRS. Vgl. lulfna; ' 

Pedins II, 255. 

Peleus IV, 418 f. V, 314. 

Penaten II, 354. III, 391. 

pendere de III, 293 V, 280. 

penetralia Vestae IV, 119' ff.* 

peniiae, bildlich III, 534. 

per (beschwörend) I, 330 

peragere imperia 1, 310: Y, 172. 

perculsus, percussus Y, 191. 

perctitere I, 205. 

perdere IV, 247. 

Perfectum II, 94. 132. HI, 520. 
IV; 214. aoristisch I, 93. II, 
213 361. 111,291. IV, 154. V, 
55. 104 120. 

pergere II, 241 

periculum V, 139. 

peritus IV, 178 V, 99, 

persequi, proseqiii Ii, 199. V, 
244. 

Persius, Dichter II, 17 21. 122. 
367. III, 479. IV, 159. 

Persius, negotiAtor II, 46. 

Personen , lebende in den Brie- 
fen V,283. erste Person, all- 
gemein V, 12. zweite 111,162. 

IV, 169. 270. 314. 
Personennamen, weibliche auf o 

V, 121. 
pervicax V, l98. ' 

pes III, 392. 525. Y, 304. pes 

nudus V, 132. 
Petillins II, 186. 255. 
Petrinns III, 201. 
Fettius I, 204. 
Pferde, weisse II, 49 f. 
Phidyle I, 53. III, 61. 
PhilippiM III, 378. > 



Piuloco^usj VetticM If| 13. ^) 
Phiiodemos II, 32. 76 f. 
Pfiilomek und Prc^oe 'V, 1^ 
Phryne I, 208. HI, 13. 
Ph^llis IV, 9 f. V, 71 X 166. 
Philosopheuban II, 336. 
pliiiniis II, 382 f. V, 272. 
Phraales :I, Ö2. ;277. HI, 28 f. 

54 f. 177. 
Picener Aepfel II, 306. V, 263, 
piger II, 123.,pig«r luilUUe IV. 

^69 f. . 

Pindar I, 313 £. 
Pinie I 35. 
Piso IV, 30 ff. 
Pitholepn 11, 254. 
pius V, 132 f. pietas V, 141. 
placare V, 135 • 
plago8U8 IV, 239. 
Plancus I, 121 f. 111,45. V,22f. 
planius, plenius III, 300 ff. 
planus {n^ayog) III, 485. ., 
Plato II, 335. 
pUlisor IV, 133 (nebat Zusatz). 

445. 
PJanlus iV, 229 ff. 294 f. 495. 
plenus IV, 511. . 
plerunique V, 60. 144. 
Plinius III, 275. 
ploraw 11» 267. 437. IV, 193. 
Plural statt des Singulars 11,53. 

180.214.365.111,62. IV,383u 

466. V, 36. 141. 144.175, Ql8. 

239. 316. bfi Abstractis UI, 

190. 451 f. Plural der Be- 
' sclieideaheit III, 396. A«ch 

»ut II, 45S 
pluriinus V, 25. . 
plus nimio Hl, 406. plus vice 

simplici V, 170. 
pluris vendere V, 261. . 
Plutarch III, 345. 47^. 
pluteus II, 334. 
Poesie, antike und nodeKS« I, 

11. V, 30 ff. 
Polemo II, 365. 
pollicem premere, vertijre UI. 



■i ■ I 



257. . jiodlitfe utroboe II 
504 f. ^ 

Pollio 1,324 f. II, 269. 111,20/ 
.506. V, 67. 

Polygnolos IV, 253. 

PomppiusGrosphus 1,105 111.151 

Pompeius Mena 1, 109. 227. II] 
11 

Pompeius Varus I, 262 f. IIl 
19 f. 

FoinptiniBoliiei Sümpfe IV, 404 fj 

V, 314; .von der via Applil 

durchschnitten II, 122. 111,229 

V, 298. .. ' 

ponere (deponere) Hl, 95. 4* 

V, 275. 287. 
pontißcum libri IV, 206. 
popina Ifl, 424 f. 
porcn« III, t92 f. für porcalV. 

279. 
pbrrectus III, 371. 
porrigere ve^ligalia I, HO. V, 

127. 
porro V, 294. 1 

portenta IV, 175. I 

porticus III, 284. V, 89, 
posci I, 279 
pcisse IV, 5^. 531. 
Postum US I, 178. 
potens matrona IV, 425. V,314. 
püteuter IV^ 391. 
prapcedtre, procedef«; V, 185. 
praeceps III, 495 IV, 47l. fCe- 

fahr) II, 370 | 

praecipue, praeter! im JV, 338. 
praecurrere III, 406. 
Praefectus iuri diciiodo II, 130. 

V, 229 
praeficaIV,5.32. Vgl. RUschlPa- 

r*rg. I, 93 f. 
praegravare IV 196. 
praegustator II, 420. 
Praeneste 111,300. 
praeponere front! V, 24» 
Praepositiön beim zweiten Gliede 

IV, 205. 
Praesens II, 138. 368. 378. 111, 



*^ fol*°^^'"* ^•^ ^^'^ Druckfehler. VgK« Ritschl Parerg. /, 
i"D. o7o. 



»9 



299. IV, il3. 136. 188 f. 392. 

Vj 111. 156. 231 233. 
praesens III, 283. IV, 197 ÜV*. 

455, praesens in temptwIV, 

393. 
praesidium I, 301 f. praesidiuin 

deiicere IV, '- 74. 
praeter cetera IV, 88. 
Draetexta II, 130. (fabula) |>rae* 

texta IV, 499. 
Praetor II, 360. 
)raeverti II, 107. 
>raevidere II, 105. 
)randere II, 168. 363. III, 472. 

V, 237. 301. 
rravHs IV, 144. 
►reces II, 406. V, 180. 
irensare II, 214. - 
»riapiis II, 82 f. V, 240. 
rior II, 348 f. 
rivata carmina IV, 417. 
rivus II, 427. V. 264. 
rubus II, 109. IV, 214. 
rocne V, 168. 

rocul II. 420. 111,225. IV, 107. 
roculeiiis V, 69 • 
ropuralor III, 157 f. 
rodesse V, 46. 300. 317. 
rodocere III, 257* 
roducere IV, l23. 400. 
roferrfr diem V, 37. proferre 
pedera IV, 437. 
roieasur zu Athen II, 381. 
•oJepsis II, 285. 301. III, 171. 
IV, 500. 514. 525. V, 26. 213. 
'omere iura IV, 257. 
ometheus I, 148. V, 94. 
omittere (vom Arile) IV, 265* 
promissum Carmen IV, 394 f. 
Olli annl IV, 401 f. 
onomen, pei»söDlichfes, ausge- 
lasseb H, 175. 362 f. V, 2. 



prope II, '240. ra, 327. IV. 86. 

416. V, 144. ' 

properAre IV, 230 ff. 
Properz II, 194. 
proploi* ataicus III, 108. ' ^ 

proponere IV, 340. 
proprius II, 288. 401. I V,166. 411, 

V, 4. proprium facere 111,468 f. 
propugnare III, 493. 
prorsus II, 138. 
Proserpina V, 55. 
publica materies IV, 435. V, 314. 
pudor IV, 337. 
pueri atque puellae 11, 257. 

pueri deofam IV, 412 f. 
pugnax I, 86. V, 159. 
pulcher IV, 419 f. 
pulmentiim II, 275. III, 501. 
pupiilus III, 266 f. 
Pupius III, 283. 
purgare, expurgaire IV, 83. pur- 

gata auris III; 259« 
Purpur III, 404. IV, 160 f. 311. 

V, 91. *) 
purus IV, 90. purum pectus flii 

320. 
Puteai III, 519. 
Puticulae II, M. V, 240. 
Pyrrha I. 217. V, 21. ' 
Pyrrhia III, 95 f. 
Pythagoras II, 414 f. V^ 271. 292. 
Pythaules, Pythia cantare IV, 

529. V, 318. 
Pylbias IV, 480. 
quadra III, 482. ' ; 

quadrante lavare 11^ 118. 
quae, qua II, 402.' 
quaerere distuli V, 154. 
qnandoque (quandocumque) IV, 

516. 
quassus (cassiis) 11, 430 f. 
quantumvis III, 363. 



*Y Vei. Schmidt «die griechischen Papyrusurkunden« S. 99—212. ' 
Voa den tyrischen doppelgefärbten ' Purpurzeugen, faeisst es 
S. 12^1. 'j»I^^® VVolie wurde zuerst in Pelagium ^sättigt, und 
zwar njax in hal))reirem..oder halbausgekochtem, in w«ioheni< 
Zustande tlessen Farbe eine grünlich unterlaufene od«r ein 
Changeapl< war, dann aber in ßuccin." 5 

Döntzcr's Kritik. V. lä 



que II, 242. lY, 261. 404. Y, 
177 f. 271. verechoben Y, 97. 
271. nach dem Anfange des 
Hauptsatzes Y, 156. 

Quelle, bildlich von der Poesie 
III, 138. 

quid? II, 413. quid enim ? II, 224. 
quid ergo est? lY, 515. quid 
faciam ? II, 449. IV, 85. quid 
iuvat? lY, 177. quid quaeris? 

III, 397. 
qoideiD IV^ 216. 
quietus Y, 106. 
^ui minus? lY, 103. 
Quinctius I, 176. III, 434 ff. Y, 

300. 
<^uinquatrien lY, 168 f. 
quinque III, 358. 
quinqueviri II, 434 f. 
duinta pars 1, 124 V, 35. 
•QuiDtilian II, 13 IT. 
Quiotiiius I, 57. lY, 534. 
Quiris V, 75 

quocumque nomioe Y, 133. 
quo — ? (wozu ?) Y, 70. quo 

mihi — ? III, 209. 
quod, nachgesetzt Y, 151. 
quodam tenus III, 270. 
quodsi III, 361. 
quondam IV, 153. 
rädere. Vgl. toudere. 
Raeti Yindeiici V, 152 f. Be- 

sieguDg derselben lY, 3 ff. 
Bamnes IV, 513. 
Basiren III, 491 
raucus II, 182. III, 485. 
recens Y, 138. 
Bechenpfenoinge (calculi) V,234. 

Ygl. Feigbohnen, 
recipere IV, 336. 
BecitatioDen U, 172 f. III, 534f. 

IV. 88. 105. V, 305. 
recoctus II, 434. 
recordari IV, 140. 

recla nomiua IV,25S. recto tato 

Stare IV, 297. 
recprrentes anni lY, 280 f. 
recusare IV, 313. 
reddere voces lY, 448. 
redire lY, 71. 



redncere II, 355. f. 

referre III, 119. 

reCcere IV, 302. 

refugere V, 55. 

regia Roma III, 376. 

Beime lY, 215. 

Beisebegleitiing II, 163. 410. llI, 

385. 
Beiten V, 285. 
relegere V, 178. 
remittere IV, 515. 
reparare I, 84. 
reponere lY, 428 f. 457. 
reportare Y, 187. 
res IV, 291. 505. 507. V, 160. 

vilia rerum u. ä. III, 474. res 

Itaiae IV, 190. res gerere lU, 

477. V, 301. 
Bes pro rei defectu lY, 401. V, 

55. 
resiguare III, 361. 
respoodere II, 206- IV, 257. V, 

245. respondere tuo nomine 

III, 450. 
responsare III, 283. 
restare II, 203. 
revolvere lY, 322. 
rex (der Patron) III, 374. rex 

puerliae 1, 260 f. Knabenspiel 

III, 280 f. regis opus.lV, 403. 
Bhenum flumen IV, 382. 
Rhinlhon II, 23. 

ridere IV, 267. ridetur U, 51. 
Ringe II, 381. 
ringi IV, 129. 
risor IV, 476. 
rite Y. 208. 
Eittertracbt II, 38t. 
robur I, 282. Y, 86 f. 
rodere III, 431. Y, 296. 
Römische Poesie I, 12. II, 1 ff. 
Bomanus V, 1 12 f. Rorajuius po- 

pulus III, 284. Bomana iutco- 

tus, pubcs II, 277. V, 155. 
Bosenbekräozung I, 169 Rosea- 

streuen III, 208. V, 282. Ro- ^ 

senlager I, 218. V, 21. rosa 

sera 1, 164. Y, 65. 
rota currit Y, 118. 
rotundare III, 341. 



SM 



rotimdiino os tV« 509. 
rubere II, 92. 431. V, Jl4l. 
Bubi II, 143. V, 233. 
ructari IV, 537. 
rudiarius lll, 258. 
Rnfillus II, 64. 
Rufu» 11, 277. 
rnmof secundns 11!^ 398. 
rumpere III, 522. ramper^ iXer 
I, 150. V, 140. rumpi II, 118. 
RupUius Rex II 47 f. 
Buso II, 112. 
Rutuba II, 394. 
sabbata tricesima II, 216 f« 46df. 

V 246. 
Sabelliia III, 454. 
Sabidius IV, 249. 
Sabinus III, 212 f. 
«acra via V, 243. 
Sacra re I, 278. , 
Sägemeiil (scobs) II, 307 f. 
Sa^ana h 241. II, 88 f. V, 241. 
Salier iiod ihre Lieder IV, 248 f. 
Sallustiiis I, 100. II, 69. III, 44. 

V, 220 f. 
sal nigrum IV, 86. 
salttis IV, 157. 
salotare II, 163. 
Salvi<lfenu9 II, 310. V, 274. 
Samnis (Gladiator) IV, 108 f. 
sandapila II, 84. IV, 341. 
sanus II, 132. sane IV, 529. 
Sappbo III, 524. V, 304. 
Sappbiscbe Strophe I, 30 f. IV, 
13 ff. Grösseres sapphischea 
Mass I, 30. IV, 13. 
sapere (denken) III, 169. 
»apiena V, 265. sapiens bonusqu^ 

III, 185. 
sapieatia III, 148. IV, 145. 
sa reu tum V, 5. 
Sarclum mei IV, 526. 
Sarmeutus II, 134 f. 
»atira^ aatura II, 6. 8. IV, 284. 
Satire, Geschichte derselben II, 
6 ff. ihr Cbaracter 11^ 17 ff. V, 
277. 
Saturnitrs numerus IV, 286 ff. 
$atyrbaltet IV, 127. 
Saryrspiel IV, 473 ff. dessen 



Sprache 478 ff. den Rtoera 

unbekannt 472. 
Scabies extrem um accupetIY}529. 
ScaeTa II, 456. III, 463 ff. 
Scene einer Komödie oder eines 

Mimus II, 181. 365 f. III, 399. 
Scenische Spiele im ältesten Ron 
, II, 4 ff. 

Scetanus II, 187 f. 
Schändung der Asche der Eltern 

IV, 539. 
Sehaaspieler, Zahl derselben IV, 

459. 
Schlangen Ton Epidauros U, 105. 

Schlangenzahn und Wolfsback 

II, 94 f. 

Schooshundchen III, 484« 

Scbmähgedichte und ihre Be- 
strafung II, 7 f. IV, 282 f. 

Schuh (sprichwörtlich) ID. 409 f. 

Schulen II, 164. 111,534. IV, 78. 
270 r. Schulgeld II, 159. 

Schulterstuck des Hasen 11,301. 

467. 
Schwämme II, 298. V, 262. 
Schwalbe, erste lll, 362. 
Schwitzbäder III, 239. 
Schwur beim ^eigenen Haupte V, 

78. beim Angustus IV, 197. 
acilicet III, 107. 
scipio eburneus II, 130. 
scire (prägnant) lY, 248. 
scortuni V, 82. 
scribae II, 408 f. 
^scrinia IV, 263. 
scriptor IV, 428 f. 440 f. 
^curra II, 382. 
secare II, 252. 
secernere populo V, 8. 
seciindus II, 327. 
secures V, 212. 
sedet uno gradu post me II, 154 1, 

V, 233 f. 
sedulitas IV, 337. 
Seesoldaten V, 179. 
segnius IV, 454. 
Seiltänzer IV, 315. 
semel I, 230. 
semesus II,' 418. 
Senatorschub II, 153. 



M» 



se 



Senabbeschlüsse III^ 453. 
senex II, =116. 451. IV, 227 f. V, 

251. £eDescereni,3S9. senium 

III, 500. . 
seponere IV, 494. 
Septicitis III, 212. 
Septimiüs HI, 63. 102 iF. 
«epiilcfuhl V, 188. Val. Max. I, 

7 exLerD. 3. VL 7 extern. 3. 
equi caunen , verua IV, 139 f. 

■481. ^- 

serere verba IV, 395. 
sermones III, 70 ff. repeules IV, 

335.. 
SertoriuslV,218. V, 197. 
aetvare III, 95. . , 

Serviüs TuUius II, 149. ' 
sessor IV, 133 (nebst Zusatz)^ 
Sestiu^ I^ 168. III, 45. 
severus IV, 260 f. 
srbene'u novi 111,490. V, 302, 
sie V,. 16: 

sicci oculi I, 119. V, 17 f. 
äicilleu, Einfachheit der Kostlll, 

173 f. V. 291. 
Siculi tyranni III, 317. 
, sidera vörtice fe'rire V, 8 f. 
Siegelring des Au^u>tiJ8 II, 399. 

409. IV, 333. V, 269, des Mä- 

cenas V, 269. . . 

sigilU III, 530 f. 
Signa II, 142. signa ponere II, 

294. Signare III, 90. 
Silenos IV, 478 tf. 
siliqua IV, 268 f. 
Silvanus IV, 279. 
silvestris IV, 524. 
^simius II, 253. 
Siiuonides I, 158. V, 103. 
Simplex II, 99. 109. IV, 167. 
sine crimine III, 38l. V, 285, 

sine fra ude V, 213. sine pui- 

Vere 11/, 275 f. 
Singular statt des Plurals I, 385. 

II, 149. V, 76 f. 
Sinuessa II, 132. V, 232. 
Sirius II, 51. III, 401. 
Sisyphos II, 107. 337'. V, 256. 
Sit, ausgelassen \ 177, 
Sklaven^ ihre gewöhnliche Zahl 



II, 164. 166. gipiehrle SkiaFeo 
1V,61. auf i\em Lande II, 397. 
Kost II, ^3S'' 111,431. Strenge 
der Strafen'lII, 249. 454, IV, 
134. V, 299. Haltung des Ko- 
pfes II, 441. von PonJpeius be- 
waffnet V, 179. Junge Haus- 
Sklaven II, 415 f. Verkauf von 
Sklaven IV, 67. 

Skorpion (Sternbild) V, 92. 

Smyrna IH, 219 f. Vgl. Ciana. 

socialiter IV, 288, V, 316. 

socius IV, 268. sooii operum lY, 
277 f. 

Socraticae chartae IV, 505. 

solari III, 268. 

Soldatengeschenke IV, 75. 

solduin II, 76. (V, 127) II, 437. 

soleae II, 327. HI, 98. 

sollicitus II, 417. 

sol tepidus HI, 534. V, 305. 

solvi, solutio fvom Tode) III, 
461. solutus III, 201. V, 2S2. 

somnia. IV, 378. somiila Pylha« 
gorea IV, 222 f. 

sonum referre IV, 310. 

Soracte I, 171 f. 

sordere HI, 220. 493. V, 288. 

sordidus V, 55. sordidi nati 1, 
338. V, 94. 

Sorites IV, 213 f. 

spargere II, 443. V, 266. 

species 111,346 speciosus IV, 123. 
^ spectatus (vom Gladiator) ill, 2ä(). 
spectalum admissus IV, 377. 

spe longus IV, 451. V, 315, 

Spiele und scenische AuffubruB- 
,.gen unter Augustus IV, 303ff, 

spiüa lll,4l9. IV,177. V, 29$. 

sprrare V, 150 f. spirare tragi- 
cuin IV, 291. 

Spitznamen I, 201; V, 47 f. 

splendor IV, 118. 

Sponsor 11, 405 ^ppnsus (nach 
.der vierten) JI, 113. 

Staberius H, 345. 

Stare pede in uno II, 174. V, 226. 

statua taciturnior IV, .95- 

Statuen V, 163. Vercinrciaigung 
deca^lbeo, II, 94. : 



ut 



Steinböi^ (StembiM) V, 92. 

Sl^ertiniiis II, 340. 111/ 171. 

StesiciiQr<>8 I, M6* 332. 384. III, 
407. 

Stilo, Aelius IV, 249. 

Stiru, Sitz der Scbam UU UO. t 

Stoiker II, 113. 116. 331. 352 f. 
380. III, 262 f. 294. 456. Vy 
164. 

itola II, 65 f. 

sCtiMuft ineHia 111,231. 

ttrigilis II, 395. 

stuclere alii|uld W, 267. 

stiiltus, sttiltitia 111,273. V» 225. 

stiipere II, 150. 

Sturmwinde,. Opfer für sie I, 80. 

sub haec, sub hoe I; 243. II« 320. 

Subiect- im fblgendeii Satze IV, 

338. 
sublatae manus II, 442« 
siibliniis 111, 169. IV; 536. 
sub nocteui IV, 45^. 
subsoribere II, 247. 
sub^lrikigere 11, 442. 
succinctus .11, 420. 
Suipicia, (Dicbteriü) V^ 156. 
sunirnovere V, 246. 
superbum vinum I, 1&(^ V, 87. 
supep hoc IV, 72. 532. super 

«»«roi V, 39, 
superiici V, 14. 

superniiil, 259. stiperoe II, 389. ' 
supervacuns IV, 511. 
Suppiicationen IV^ «^74. 
supremti Diors lY, lööJ 
«ii«cüar^^,ll,.236. : 
suspectus. Jll, 499. 
SU spende re na so. Il^ 148. 
sustioere IV, 189. 
suus III, 481. 
Sybaris I, 13J^ f. V, 26. 
Syllepsis IV, 139. V, 177. 182 f, 
Symbol, symbolische Deutung I, 
13 jr. 335. II, 452 f. Ul, 51. 
V, 30 ff. 122- l^. 
syxBpbönia, symphouiaci IV, 520. 
Synaefeii« IV, 18 f. 
Syrus, (Sklavenname) II,. 410. 
tabelb«- II» 409. . 
tabulae II,. 343. 461. 



tacitus IV, 140.. 

tarnen II, 436.^ 

Tanais 11, 241. 

taBgerelll, 142. 

Tantalos II, 234^ 

Tau2en II, 45Cr. iV,477f. Tanz- 

mäilcben 11,^2. 
UfduB 11, 108 f. 123. 466. \\ 

224 tarda podu^ra II, 205. 
Tarpejischer Fels II, 154. 
Tarquinius Superbus 1,67. V.-34. 
Tauben, Bild der Liebe III, 396, 
Teanuni 111, 288i Vgl. Vitruv. 

VIII 3 l7. ' 

Telephos'lV,'4l9. Telepbus I, 

223.298.111,41. IV, 10. V,35. 
Tellus IV,' 278/f. 
temerö 11,286. IV, 64. 267 
Tempel des Apollo II, 258. III, 

23. 142 f der Musea' II, 258. 

IV, 105. i\€f Vesla II,. 206, 
tempora IV, 189. 
tempestivus IV, 139. 
lenax V, 178. 
teudere opus II, 446. 
tentare IV, 291. 
tenuis IV, 395. 
lepor m, 511. V, 303. 
ter 111, 271. 

Terentia UI, 12 f. V, 82: 194, 
Tereuz II, 63. 365 f.: III, 527. 

IV, 161. 232. 303. 
teres I, 305. 
Terraciua. II, 127. 
terrarum domiiii V, 4. terris se- 

mota ly, 202. 
tescus III, 423. 
testa III, 320. 
Testament II, 433 f. 442 f. III, 

360 f. V, 266. mit entehren* 

den Bedingungen V, 26Ö. 
testis V, 111. 
thaliarcbus I, 171. 
theatra III, 527. IV, 310. 
Theater j mit Saffraneasenz be- 
sprengt IV, 244. ' 
Thebanus IV, 427. 
Theon III, 508. 
Thespis IV, 289. 497 f, 
The88a(JscheZauberiniieDlV9l75.. 



341 



Hiiersagen V, 15t. 

Thräneo, bei den Alten hitt6g 

V, 18. 
Thurme bei Abydos und Seslot 

III, 131 f. 
Tliunfische II, 43:2. 
Thymian III, 144. 
Tiber, Reinigung derselben IV^ 

405 f. 
Tiberius III. 104 f. 130. 177. IV, 

3 f. 24. 58. V, 292. 
tibia vincta IV, 465 f. 
Ubicen vagu« IV, 469. tibkina 

III, 426. 

Tibull 1, 246. lll, 37. 65. 179ff. 

259. 
Ttbiirlll, 126. V, 73. 
Tigellius Sardu« 11,61. 101. Vgl. 

Hermogenes. 
Tlllius 11^ 152 f. 164., 
timeutes peccare IV, 461 f. V, 3 15 f. 
Cimidus und tumidus IV, 146. 

timide IV, 450 f. 
timor deorum II, 371. 
tiiitinnialae. Vgl. culices. 
Tiridates I, 82. Vgl. Phraales« 
Tische II, 314. 467. V, 274. 
Tischlieder V, 32. 
Tithonos V, 54, 
Titius III, 103. 13o f. 
Utubare III, 100. 
Toga III, 201. 429.496. 520. der 

Ehebrecherinnen II, 70. 
ioga (Costum) IV, 229. togam 

coniponere II, 344. V, 257. 
tollere II, 174. IV, 125 f. 
tondere ad cutem IH, 491. V, 302. 
tonsor inaequalis III, 290. 
tornatus IV, 534. 
Torquatus I, 182 ff. III, 194 ff, 

V, 161. 
torrere V, 132. 
Iradere (empfehlen) II, 210. III, 

106. 
tragoedia, Etymologie IV, 475. 

nie vom Satyrspiele IV, 473. 
Träume und ihre Deutung II, 257. 

IV, 174 ff. 

Irans pondera III, 346 ff. V, 283 f. 
Trebatius II, 445 f. V, 250 f. 



Trebouius II, 188. V, 297. 
trepidare V, 81. 
Treppe als Versteck IV, 66 
tres reges III, 495. tres ursi III, 

248. 
tribus, tribniis III, 97 f. 
triclinium II, 185. 316 f. 
trigo II, 169. 

trilinguis Cerberus V, 120. 
Triquetra tellos II, 413. 
tristis II, 145. m, 510. IV, 43t. 

539. V, 232. 
tritus II, 113. V, 224. 
Triumphzug IV, 306 f. 
trivium III 458 
Trivicum II, 140. V, 232. 
Trochäische Verse I, 27. Tro- 

chaeus als Basis I, 199. 
Troica sacerdos V, 106. 
Troilos V, 79. 
trucidare 111, 172 f. 
trulla II, 351. 
tu, .ils unbestimmte Anrede ei. 

ner gedachten Person li, 176. 

229. IV. 445. V, 84. 
tuba I, 304. 338. V. 5 f. 
Tullianum V, 86 f. 
tumens IV, 462. 
tumultus III, 523. V, 15d f. 
tunicae demissae II, 59; tunica- 

tus III, 383. 
tnrbidtts, turgidus I, 119. 
Turbo II, 373. 
Turius II, 455 f. 
lurpis I, 263. V, 65. 77. 99 f. 
turpiier III, 145. IV, 377. 498. 
Intus II, 448 f. IV, 387. 
Tyndarides II, 240. 
Tyndaris I, 146. 248 f. HI,- 38. 

V, 38 f. 
Tyrrhena aigilla IV, 160. 
Tyrtaeo» IV, 526. 
über V, 152. 

udus I, 158. 264, V, 26. 77. 
Uebermulh gegen Gefallene 1, 85. 
Ueberschrifleii der Qden V, 167. 
Uebersetzungen griechischerTrS' 

goedten IV, 290 f. 
ultima linea (calx) III, 4€2. 
iiltor III, 526. V, 304. 



S4S 



ultra n, 441. V. 265. 
ultro II, 453 f. III, 175. IV, 323. 
Ulubrae HI, 232. 
Ummidius II, 240. 
UmscbreibuDg grdvserer Zahlen 
III, 68. 

der Stoik«r) II, 380. 

unctus II, 307. III, 471. uncta 
popiua III, 424. unctum po- 
liere IV, 531. 

uuda superveoit uodam IV, 157. 

uude V, 33. 

ungi IV, 161. 212 

,uuguj8 I, 384. V, 78. 

Unkraat , mit Feupr vertilgt II, 
106. mit dem Fflii^e III, 311. 

IV, 163. 

ttnus, imuc IV, 389. V, 312 f. 
unuin IV, 20l. uuus multorciin 
11,217. uuuse luultis 111,350. 

urbaous III, 110. 522. 

urere I, 169. III, 92. IV, 196. 

uriia II, ^04. 

ursarius IV, 304. 

Urtica III^ 163. 

usitatus V, 98. 

Urtica y, 39. 

usucapio iVf 149*. 

usus 111, 160 f. IV, 148. 

ut II, 125. 161. III, 507. IV, 103. 

V, 303. ut aiunt III, 473. ut 
nunc est II, 196. V, 243. 

Utica III, 533. 

Vacuua III, 412. 

vadatus» vadato II, 206. V, 245. 

vades II, 225. V, 216. 

vaflimoniuiii 11, 206. 

vaea arena V, 53. 

Vala III, 234 ff. V, 297. 

▼alere III, 312. 

ValeriÄni IV. 73 f. V, 308. 

Valgius I, 131. II, 265. 

▼apor, vaporare III, 439. Vgl. 

Vitruv. VI, 1,3. 
Varia III. 418. 
variare IV, 387. 
Variua I, 293. II, 156. 265. III, 

449. IV, 332. V, 22. 
Varu» 1, 97. 



M. TerentiiM Varro II, Uff« IV, 

111. 
P. Tereotiut Varro II, 16 f. 209. 
yasa (im Theater) IV, 412. Vgl. 

Viiruv. I, 1, 9. 
▼ates IV, 267 

ve II, 70 f. 281. IV, 237 f. V,288. 
Tectigalia III, 286. V, 254. Vgl. 

porrigere. ' 

Vedius Riifas I, 227. 
Veia I, 241. 11. 88. 
Veianiiis III, 257 f. 277 f. 
Veii IV, 153. 
▼eile IV, 416 
velox Victoria III, 503 f. 
Vena II, 66, IV, 528. V, 317 f. 
vendere IV, 242. veudibiUs III, 

482. 
venerari II, 402 IV, 116. 
venter (Magen)^ III, 162. 
venti secundi IV, 256. ventosu* 

IV, 300. 
Venus I, 117 f. Y, 20. 166. Ve^ 

nus niarina V, 139. 
venus concpssa II, 188. (Val. Max. 

VII, 2, 10). incerta II, 114. 
Venusia I, 275. II, 285. 
Verba, mit der Bedeutung des 

conatus II, 327. III, 152. 283. 

IV, 69. 119. 248. mit präg- 
nanter Kürze des 'Ausdrucks 
II. 270. 354. 364. 367. 429. IV, 
434. 496. V, 39. 252. 299 f. 

non vereor, ut (statt ne) II, 116 T 

V 225. 
Vergleichunsen , abgekürzte 11, 

4J5, IV, 229. 
Verlängerung kurzer Sylben I, 

342 f. IV, 15 f. 
verniliter II, 420. 
verrere de area V, 4. 
versa re, vexare II, 55, IV^ 103* 

V, 239. 

vertere modum IV, 283. 
Vertex V, 137. 

Vertumnus II, 382. III, 530. 
verus II, 359. Ill, 175. 260. IV,. 

443. 
Vesper V, 79. 
vetera IV, 203. 



344 



vidi Uti V« &5. via vitae IV» 527. 

viatica III, 74. 

vialor II, Itö f. V, 228. 

vicariua (serviis) II, 592. 

viel (Landgebämle) IV, 158. vi- 

cus Tuscus II, 362. III, 530. 

IV, 341. 
Victoria. Vgl. veloK. 
victus foecliis IV, 524* 
videndae artes lY, 330. 
vidua III, 286. 
videre 11,346. vidi-asll, 286. 

vigere, virere IV, 402. 

vilicus III, 413. 416. 419. IV, 150. 

Viiiius II, 71. V. 221. 

Viudelici V, 153. 

vindex IV, 458. 

vindicta (Freibeitsstab) II, 392. 

vineta sua caedere IV, 320 f. 

Vinnius III, 87 ff. 

viu tu, vis tu? II, 215 f. 

vinum diurnum IV, 466. 

vioiens victor III, 408. 

virens IV, 317. 426. 

Virfiil I, 116 II, 220 f III, 11.* 

43 r. IV, 199. 332 f V, 15. 

167. 212. 

' viriiis IV, 460 f. 
viritim IV, 25Ö. 
virtus II, 212. III, 338. V, 195. 
virus IV, 286 f. 
Viscus II, 201. 
Visellius, II, 241. 
vita 11,188.288. vitalis U, 379. 
Vitium II, 72. V, 267. viliosus 
III, 352. 

vilreus I, 250. V, 39. 
vivarium Ili, 286 f. 
vivere recte IV,' 178. 
vocare I, 272. , III, 31 f. V, 99. 
137. 

voluptates III, 317. 
Voranus II, 93.« 
Vormundschaft II, 360. III, 292. 
vox II, 114.' 162. V, 225. 234. 

voces III, 270. 
Vulteius Mena III, 381. 
Vultur I, 358. II, 24. V, 232. 



Wacbsbusted iu fifibßöthekeD tV« 
340. Vgl. ifäaglires. 

Wage (SternbiW) V, 92. 

Wagen, bildlich IV, 300 f. 

WahnsiuQ der Diclit4^r II, 275. 
Vgl. Oemokritos. 

Wasser« zur Bereitung der Spei- 
sen II, 124. ihm Weininischen 

II, 186. 279. ' V, 131. zur re- 
ligöseo Reinigung II, 370. 
Wassertrinker IU, 518. Was- 
serleitung III, 308. V, 287. 

Wassersucht 1,101. IH,d08. IV, 
142. 

Wechsel der Strucfur IV, 208. 

Werne ^ griechische , mit See- 
Wasser g«niisclii V, !274 f. Ali- 
schung römischer mit griechi- 
schen II, 255« Durchseihen aod 
Klären II, 302 f. Sabinerwein 

III, 23. Beete Weinsorten I, 
126. II, 299. 303. 315. (Vi^ 
truv. VHI, 3, i!^) Weiae ge- 
winnen durch Alter IV, 213. 

Welta^ter V, 197. 
Wettlauf (bildlich) IV, 528 f. 
Wetzstein (bildlich) IV, 503. 
Wiederholung desselbenVerbums 

IV, 285. V , 207. 
Wiederkehrende Verse II, 253. 

III, 338. V, 164. 
Winteraufe^ntlialt in Seetflädten 

III, 361. 
Wohlriechende Bsaensefi zum 

Besprengen des Bodens III, 402. 
Wortsteilung, mvertirte 11, 181. 

205. 309. IV, 145. V, 60, 102 f. 

214.293. absichtlich verworrene 

II, 91. 139. 265. 457. III, 90. 

V, 231. 243. 

Xanthias Phoceus I, 201. V, 71 f. 

Xenophanes III, 336. 

Zaubercosttim II, 86. 

Zerhauen der iLniefeehleifV, 103. 

Zephyre III, 362. 

Ziegen 111,390. 

Zinsfuss II, 63. 

zona ((Geldkatze) IV, 76» 

Zwöirtafelg«»etz6 IV, 204. 



Machwelsmiir ^^^ SteUen • an welchen die 
horazlschen »edlchte behandelt sind« 



Odenl. 1 I, 301. 387. V, l. 

2 I, 368. 389. V, 9. 

3 I, 117. 390. V, 15. 

4 I, 168. V. 19/ 

5 I, 217. 384. V, 21. 

6 1, 293 387. V, 21. 

7 I, 121. 383. V, 22. 

8 I, 139. V, 26. 

9 1, 171. V, 27; 

10 I, 306 V, 28. 

11 I, 174. V, 28- 

12 I, 64. 390. : V, 29. 

13 1, 223. «V, '35. 

14 I. 372. V, 35. 

15 I, 73. 382. V, 36 

16 I, 145. 384. V, 37. 

17 I, 248. 384. V, 38. 
I, 97. V, 39. 
I, 154. V, 39. 
I, 124. 383. V. 40 
I, 42. V, 41. 
I, 334. V, 42. 
I, 198. V, 43. 

24 I, 57; 381. V, 43. 

25 I, 219. V. 44. 

26 I, 276. 390. V, 44. 

27 I, 141. V, 47. 

28 I, 59. 390. V, 4a 

29 I, 113. V, 55. 

30 I, 222. V, 56 

31 I, 115. 383. V, 56. 

32 I, 279. 387. V, 58. 

33 I, 246. V, 59. 

34 I. 80. V, 59. 

35 I, 39. V, 61. 



18 
19 
I?0 
21 
22 
23 



Oden 1, 36 I, 260. Y, 63. 

37 I, 82. V. 64. 

38 i, 164. V, 65. 
Oden II, l I, 324. V, 67. 

2 I, 99. V, 68. 
. 3 I, 133. 383. V, 69. 

4 I, 201. V, 71. 

5 1, 196. V, 72. 

6 1, 11 1.382. 390. V,73. 

7 I, 262. 385. V, 74. 

8 I, 236. 384. V, 78. 

9 I, 131. V, 79. 

10 I. 137. V, 80. 

11 I. 176 V, 81. 

12 I, 251. 385 V. 82. 

13 I, 281. V, 86. 

14 1, 178. V. 87. 

15 I, 129. V, 88. 

16 I, 105 V, 89. 

17 1, 35. V, 91. 

18 I, 336. V. 93. 

19 I, 284. V, 95. 

20 I, 270 386. V. 97. 
Oden III, 1 1, 338. 389. V, 10t. 

2 I, 156. Y, 102. 

3 I, 349. 389. V, 103. 

4 I, 357. V, 107. 

5 I, 354. V, 111. 

6 I, 342. V, 112. 

7 I, 231. V, 113. 

8 1^165. V. 114. 

9 1. 254. V, 116. 

10 I, 89. V, 117. 

11 1, 91. V, 119. 

12 I, 234. V, 121.